{"id":2993,"date":"2008-02-19T09:19:38","date_gmt":"2008-02-19T08:19:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2993"},"modified":"2008-02-19T09:19:39","modified_gmt":"2008-02-19T08:19:39","slug":"hinweise-des-tages-588","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2993","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<br>\nVorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind.<br>\nWenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=2993&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>Lucas Zeise: Von Spanien lernen<\/strong><br>\nKluge staatliche Regulierung kann gelegentlich Banken und die Volkswirtschaft vor Unheil bewahren. Die kleine spanische Bankenaufsicht hat offenbar Milliardenverluste bei heimischen Gro&szlig;banken verhindert.\n<p>Das Gerede vom zwangsl&auml;ufig ineffektiven Staat als Eigent&uuml;mer dient vor allem dazu, sinnvolle Regulierungsversuche durch den Staat zu diskreditieren. Es entl&auml;sst die Politiker aus der Verantwortung. Das wiederum gef&auml;llt manchen Bankern, macht es damit aber nicht richtiger.<\/p>\n<p>Es gibt immer noch Leute, die die Staatsbeteiligung an Banken als das eigentliche &Uuml;bel in der aktuellen Krise sehen. Vermutlich geht diese Ansicht auf einen lange einge&uuml;bten Reflex zur&uuml;ck. Was des Staates ist, kann danach nicht des Marktes und muss deshalb ineffizient sein. Wer so denkt, dem mutiert unter der Hand die D&uuml;sseldorfer Bank IKB ganz schnell zu einer Staatsbank &ndash; schon wegen ihres spektakul&auml;ren Wertberichtigungs- und Abschreibungsbedarfs. Da sich der Bund dieser N&ouml;te in geradezu liebevoller Weise annimmt und dem privaten Bankgewerbe bei den Sanierungsbetr&auml;gen nur Kleckerbetr&auml;ge &uuml;brig l&auml;sst, m&uuml;sste also die Verantwortung (und das schlechte Gewissen?) der &ouml;ffentlichen Hand f&uuml;r das kleine Institut beachtlich sein.<\/p>\n<p>Tats&auml;chlich hat ja Hans Eichel, damals Bundesfinanzminister, im Jahr 2001 die bundeseigene Bank KfW angewiesen, der Allianz ihren Anteil an der IKB f&uuml;r gutes Geld abzukaufen. Diesen Gefallen konnte er damals Paul Achleitner, Manager des umfangreichen Beteiligungsportefeuilles der Allianz, schlecht abschlagen. Auf die M&uuml;nchner Versicherung ganz speziell zugeschnitten hatte Hans Eichel ja schon zuvor die revolution&auml;re Steuerbefreiung von allen Gewinnen, die beim Verkauf von Unternehmensbeteiligungen anfallen. So eine Steuerbefreiung kann ihre segensreiche Wirkung ja gar nicht entfalten, wenn keine Beteiligungen mit Gewinn verkauft werden. In einem fallenden Aktienmarkt, &auml;hnlich wie jetzt, hatte es die Allianz 2001 nicht leicht, ihr IKB-Paket zu einem guten Preis loszuwerden. Da war es nur konsequent von Eichel, &ouml;ffentliche Gelder zum Erwerb eines 38-Prozent-Pakets an der Mittelstandsbank einzusetzen. W&auml;re Eichel der Sparminister gewesen, als der er sich &ouml;ffentlich ausgab, und w&auml;re die Allianz noch heute gr&ouml;&szlig;ter Aktion&auml;r bei der Bank, dann &ndash; so nehmen die Vertreter der These vom sch&auml;dlichen Staatseinfluss vermutlich an &ndash; w&auml;ren die au&szlig;erbilanziellen Engagements der IKB in strukturierten Kreditprodukten niemals vorgekommen.<\/p>\n<p>Angesichts der riesigen Betr&auml;ge, die Gro&szlig;banken wie UBS, Merrill Lynch, Citicorp oder HSBC ganz ohne Staatseinfluss in den Sand gesetzt haben, ist die These vom generell sch&auml;dlichen Staatseinfluss ernsthaft nicht zu vertreten. Zu behaupten, dass staatlicher Einfluss gar keinen Einfluss auf die Gesch&auml;ftsergebnisse der Banken hat, w&auml;re andererseits auch &uuml;bertrieben. Es kommt eben darauf an, welche Politik welcher Staat gerade betreibt. Hans Eichel war mit seiner blinden H&ouml;rigkeit gegen&uuml;ber der Finanzlobby sowie der verfehlten Steuerreform ein Beispiel f&uuml;r misslungene Finanzpolitik. Ein Beispiel f&uuml;r kluges staatliches Handeln ist in Spanien zu betrachten. Unter den Gro&szlig;en der internationalen Bankbranche, die satte Abschreibungen auf ihre Kreditportefeuilles vornehmen und au&szlig;erbilanzielle Vehikel auf ihre B&uuml;cher transferieren m&uuml;ssen, findet sich erstaunlicherweise keine spanische Bank. Eine Erkl&auml;rung f&uuml;r das Ph&auml;nomen fand sich k&uuml;rzlich in der Financial Times. Vor einigen Jahren h&auml;tten, so wird dort berichtet, einige spanische Institute bei der Zentralbank nachgefragt, ob sie Einw&auml;nde habe gegen die Einrichtung au&szlig;erbilanzieller Vehikel wie die mittlerweile ber&uuml;chtigten SIVs. Die Bank von Spanien hatte solche Einw&auml;nde und verlangte auf SIVs die &uuml;bliche achtprozentige Eigenkapitalunterlegung, womit der Anreiz f&uuml;r die Banken erledigt war.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/leitartikel\/319393.html?mode=print\">FTD<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der ausnahmsweise etwas l&auml;ngeren Auszug aus dem Beitrag von Lucas Zeise erkl&auml;rt sich damit, dass ich bevor ich ihn las, gerade dabei war einen Text &uuml;ber die jetzt weit verbreitete These zu schreiben, dass die Staatsbeteiligung der Hauptgrund f&uuml;r die deutsche Bankenkrise sei und das Spekulantentum von IKB oder WestLB als Anlass f&uuml;r eine allgemeine Privatisierungsdebatte genommen wird. Lucas Zeise hat mir meine Argumente weitgehend vorweggenommen.<br>\nIch m&ouml;chte Sie zum Eindruck, die IKB sei eine staatliche Bank, auch nochmals auf meinen Beitrag <a href=\"?p=2982\">&bdquo;IKB: Sozialisierung der Verluste zur Stabilisierung des Bankenplatzes Deutschland&ldquo;<\/a> verweisen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Lesenswert, erstens wegen der Informationen &uuml;ber die Liebesdienste des angeblichen Sparkommissars Hans Eichel f&uuml;r die Allianz AG (der &Uuml;bernahme des IKB-Pakets der Allianz durch die bundeseigene KfW). Das ist wiederum ein Fall, an dem deutlich wird, wie wichtig es w&auml;re, &uuml;ber eine Privathaftung von Politikern bei offensichtlich falschen Entscheidungen zu Gunsten privater Interessen nachzudenken. Zweitens wegen des Beispiels der Bankenaufsicht in Spanien und drittens wegen der Informationen dar&uuml;ber, dass bei uns auch jetzt noch nicht daran gedacht wird, effizientere Regeln der Bankenaufsicht einzuf&uuml;hren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Der Pr&auml;sident der Deutschen Rentenversicherung Bund will h&ouml;here Einnahmen zu einer Senkung des Beitragssatzes nutzen<\/strong><br>\nDie von verschiedenen Seiten geforderte Rentenversicherungspflicht f&uuml;r alle Selbstst&auml;ndigen ohne obligatorische Alterssicherung w&uuml;rde in den ersten Jahren nach ihrer Einf&uuml;hrung erhebliche Mehreinnahmen der gesetzlichen Rentenversicherer mit sich bringen. Diese zus&auml;tzlichen Einnahmen sollten jedoch nicht zu deutlichen Rentenerh&ouml;hungen f&uuml;hren, sondern &ldquo;in vollem Umfang zur Senkung des Beitragssatzes genutzt werden&rdquo;. Das hat der Pr&auml;sident der Deutschen Rentenversicherung Bund, Herbert Rische, in einem Beitrag f&uuml;r die Zeitschrift &ldquo;RV aktuell&rdquo; gefordert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ihre-vorsorge.de\/Rische-konkretisiert-Forderung-nach-Erwerbstaetigenversicherung.html?session=b700931cee0384064b43f3da8d66b26a\">Ihre Vorsorge<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkungen Martin Betzwieser:<\/strong> Herbert Rische ist Pr&auml;sident der Deutschen Rentenversicherung, und dieses Internetportal &bdquo;Ihre Vorsorge&ldquo; ist &bdquo;Eine Initiative der Regionaltr&auml;ger der Deutschen Rentenversicherung und der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See&ldquo;. Und hier werden weder h&ouml;here Rentenzahlungen noch eine Abweichung vom Renteneintrittsalter 67 als Option dargestellt, sondern nur Beitragssenkungen. In diesem Zusammenhang sind auch die Hinweise auf die attraktiven M&ouml;glichkeiten der Riester-Rente (unten rechts) bemerkenswert &ndash; als w&uuml;rde das Schwein Werbung f&uuml;r den Schlachthof machen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Kochen mit Sarrazin: Ein Selbstversuch<\/strong><br>\nDer Speiseplan von Thilo Sarrazin war ja in aller Munde. Ein Blogger hat jetzt den Selbstversuch gemacht; das Ergebnis ist ersch&uuml;tternd.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.mark.linkeblogs.de\/tag\/sarrazin-experiment\/\">MARK SEIBERT:LOGBUCH<\/a><\/li>\n<li><strong>DLF-Interview-der-Woche mit BDI-Chef J&uuml;rgen Thumann <\/strong><br>\n&bdquo;Ich bin der Meinung, die Regierung ist aufgefordert, ihre Reformpolitik, so wie es auch im Koalitionsvertrag festgestellt und festgeschrieben hat, uneingeschr&auml;nkt fortzusetzen. Das hei&szlig;t, wieder mit mehr Mut und auch mit mehr Tempo die Reformpolitik in Angriff zu nehmen, wie sie begonnen hat und fortzusetzen, und nicht sozusagen das Rad r&uuml;ckw&auml;rts zu drehen, wie es ja in einigen Feldern geschehen ist &ndash; denken Sie nur an die Verl&auml;ngerung der Zahlung des Arbeitslosengeldes I, denken Sie daran, dass man nun doch auch pl&ouml;tzlich dazu &uuml;bergeht, wieder soziale Wohltaten vergeben und gew&auml;hren zu wollen. Ich bin gegen jegliche staatliche Ma&szlig;nahmen. Ich m&ouml;chte es noch festmachen eigentlich an einem ganz anderen Punkt: Wir sollten versuchen, die Bundesregierung dahingehend zu ermuntern und anzutreiben, dass sie fortsetzt die Konsolidierung, den Konsolidierungskurs des Haushalts.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/idw_dlf\/739456\/\">DLF<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung G.G.:<\/strong> Der &ouml;ffentlich-rechtliche Rundfunk als Stichwortgeber f&uuml;r BDI-Propaganda. Versuchen Sie mal ein kritisches Infragestellen platter Phrasen zu finden.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ein ganz typisches Beispiel daf&uuml;r, wie die sog. &bdquo;Reformer&ldquo; das Scheitern ihrer Rezepte zu verleugnen versuchen, indem sie nach einer Erh&ouml;hung der Dosis rufen. Hat etwa der Sparkurs Eichlers zu einer Konsolidierung der Haushalte beigetragen? War es das Sparen oder war es die Konjunktur, die zu einer Senkung der Kreditaufnahme gef&uuml;hrt hat?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Gest&uuml;rzter Privatisierer<\/strong><br>\nNoch schwerer als die Steuerschuld des Ex-Post-Chefs Zumwinkel wiegt dessen Anteil am Verkauf des einstigen Staatskonzerns. Zumwinkel hat Geschichte geschrieben als &raquo;Macher&laquo; eines Megaprivatisierungsprojekts: der Deutschen Post. 120000 Arbeitspl&auml;tze gingen seither infolge &raquo;Liberalisierung&laquo; des Post- und Logistikbereichs verloren. Unter Zumwinkel haben sich die Arbeitsbedingungen in dem Konzern deutlich verschlechtert. Wenn sich heute Kommunalpolitiker &uuml;ber die Schlie&szlig;ung von Postfilialen und die Demontage von Briefk&auml;sten aufregen, dann ist das geheuchelt. Schlie&szlig;lich gaben &ndash; bis auf die PDS und eine Minderheit der SPD &ndash; alle Fraktionen gr&uuml;nes Licht f&uuml;r die Privatisierung und leiteten so den R&uuml;ckzug der Post aus der Fl&auml;che und den Serviceabbau f&uuml;r Kleinkunden ein. Unter SPD-Kanzler Gerhard Schr&ouml;der wurde ab 1998 der Privatisierungskurs konsequent fortgesetzt und Zumwinkel als &raquo;Sanierer&laquo; gefeiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2008\/02-19\/058.php?print=1\">Junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der Mecky (McKinsey-Netzwerker) Zumwinkel wird dieser Tage oft als vorbildlich sozialer Manager dargestellt. Er war auch Pr&auml;sident des wesentlich von der Post finanzierten Think Tanks &bdquo;Institut zur Zukunft der Arbeit&ldquo; (IZA). Lesen sie nur einmal beispielhaft, welche <a href=\"?p=2843\">Studien dort in Auftrag gegeben wurden.<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Ver.di: &bdquo;Skandal Steuervollzug&ldquo;<\/strong><br>\nZehn Milliarden Euro pro Jahr kosten die erneuten Steuergeschenke an Unternehmer, aber f&uuml;r bessere &ouml;ffentliche Dienstleistungen und bessere Bezahlung der Besch&auml;ftigten ist angeblich zu wenig Geld da. Gleichzeitig verzichten die L&auml;nderfinanzminister auf Einnahmen, weil sie die Steuern auf Gewinne und Verm&ouml;genseinkommen nicht konsequent eintreiben lassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wipo.verdi.de\/broschueren\/genug_gespart\">ver.di<\/a><\/li>\n<li><strong>&raquo;In Kliniken wurde jede sechste Stelle abgebaut&laquo;<\/strong><br>\nEin Gespr&auml;ch mit Franz Wagner, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Deutschen Berufsverbandes f&uuml;r Pflegeberufe (DBfK), der gemeinsam mit der Gewerkschaft ver.di und dem Deutschen Pflegerat die Unterschriftenkampagne &raquo;Uns reicht&rsquo;s!&laquo; gegen Stellenabbau und unzumutbare Arbeitsbedingungen im Pflegebereich initiiert hat: &bdquo;Die &Ouml;konomisierung des Gesundheits- und Sozialwesens bringt es mit sich, da&szlig; es nur noch um die Kostend&auml;mpfung geht. Jede Einrichtung, sei es ein Krankenhaus, ein Heim oder ein ambulanter Dienst, wird nur noch nach betriebswirtschaftlichen Kriterien &raquo;gemanagt&laquo;. Das hat soweit gef&uuml;hrt, da&szlig; in der Pflege eine Art Taylorismus Einkehr gehalten hat. Dabei werden Pflegeleistungen in kleinste Einzelhandgriffe aufgesplittet mit der Ma&szlig;gabe, diese jeweils von der geringst qualifizierten und damit geringst entlohnten Arbeitskraft erledigen zu lassen. Das hat zur Folge, da&szlig; Patienten von einer Vielzahl von Menschen betreut werden, andererseits geraten aber auch die Zusammenh&auml;nge aus dem Blickfeld. Wenn ein Diabetiker sein Mittagessen stehenl&auml;&szlig;t, kann das schlimmste Konsequenzen haben. Das wei&szlig; aber wom&ouml;glich die Servicekraft nicht, die den vollen Teller abr&auml;umt.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2008\/02-19\/050.php?print=1\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Dax-Vorst&auml;nde verdienten 2006\/2007 fast 25 Prozent mehr als im Vorjahr<\/strong><br>\nDie Debatte um die H&ouml;he der Managergeh&auml;lter hat Deutschlands F&uuml;hrungselite nicht bescheidener werden lassen. Im Gegenteil: Die Vorst&auml;nde der 30 Dax-Konzerne haben 2006\/2007 im Schnitt 23,3 Prozent mehr verdient als im Vorjahreszeitraum. Das geht aus einer gestern ver&ouml;ffentlichten Studie der Managementberatung Kienbaum hervor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/print\/wirtschaft\/726762.html?_=print\">Berliner Zeitung<\/a>\n<p><strong>Acht H&auml;user f&uuml;r Lakeisha<\/strong><br>\nGanz vorn in Jacksons Klageschrift steht die Deutsche Bank, 60 Wall Street, New York. &Uuml;ber 4750 H&auml;user hat diese in den vergangenen vier Jahren in Cleveland r&auml;umen lassen. Mehr als jede andere Bank. So lie&szlig; die Deutsche Bank im November 2007 das erste Haus von Lakeisha Williams zwangsversteigern. Das zweite kam am 17. Januar 2008 unter den Hammer. Die Gerichtsbriefe f&uuml;r das dritte Haus schickt die Post seit Ende des Jahres an den Absender zur&uuml;ck, &raquo;Adressat unbekannt verzogen&laquo;.<\/p>\n<p>Die Banker (der Deutschen Bank) b&uuml;ndelten solche Hypotheken, die sie flei&szlig;ig im ganzen Land zusammenkauften, zu Packen von jeweils einigen Tausend. Und so wie ein Chocolatier den Prozentsatz an echtem Kakao in der Schokolade festlegt, bestimmten die Banker den Prozentsatz an Erste-Klasse-Krediten im jeweiligen Packen. Je mehr Zweite-Klasse-Kredite wie der von Lakeisha Williams beigemischt wurden, desto h&ouml;her waren der Zinssatz und der erwartete Gewinn des Pakets, desto s&uuml;&szlig;er schmeckte die Mischung. 2005 waren 20 Prozent aller neuen Kredite subprime. Sie hatten einen Wert von 625 Milliarden Dollar.<\/p>\n<p>Um das Risiko dieser Kreditb&uuml;ndel zu bestimmen, lie&szlig; die Deutsche Bank die Packen von einer Ratingagentur begutachten. Auch die Ratingagentur guckte in ihre Computer. Anhand der Studien und Datenreihen dort bestimmte sie, wie die R&uuml;ckzahlerquote der unterschiedlichen Kredittypen in dem Paket in den letzten Jahren waren. Und die Daten sagten der Ratingagentur, historisch gesehen seien diese Hypotheken sehr sicher.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2008\/08\/Cleveland?page=2\">Die Zeit<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ein Beispiel daf&uuml;r, warum die Deutsche Bank so gute Rendite erzielte und warum sie so glimpflich aus der Subprimekrise herauskam: Sie hat diese Subprime-Gesch&auml;fte selbst get&auml;tigt und die faulen Kredite rechtzeitig abgesto&szlig;en; da sie wusste, worum es sich bei den von Ratingagenturen als sicher gehandelten Hypotheken tats&auml;chlich handelte, war sie nicht so doof wie andere Banken, die auf ihren faulen Wertpapier-Paketen sitzenblieben. Wenn man die T&auml;uschung kennt, f&auml;llt man auf betr&uuml;gerische Machenschaften auch nicht mehr so leicht herein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Ausl&auml;nderanteil sinkt mit steigendem Bildungslevel<\/strong><br>\nWie das Statistische Bundesamt (Destatis) zur Bildungsmesse &bdquo;Didacta&ldquo; in Stuttgart mitteilt, besuchten im vergangenen Schuljahr 2006\/07 897 700 ausl&auml;ndische Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler allgemeinbildende Schulen in Deutschland. Das waren 9,6% aller Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler. Dieser Anteil blieb in den letzten zehn Jahren ann&auml;hernd konstant. W&auml;hrend der Ausl&auml;nderanteil in Grundschulen, die in der Regel von allen Kindern eines Wohnbezirks gemeinsam besucht werden, bei 10,6% lag, differierte er zwischen den weiterf&uuml;hrenden Schularten deutlich: Die Spanne reichte von 19,2% in Hauptschulen &uuml;ber 13,8% in Integrierten Gesamtschulen bis zu 7,7% in Realschulen und 4,3% in Gymnasien.\n<p>In den vergangenen zehn Jahren blieb der Anteil der Studierenden mit ausl&auml;ndischer Nationalit&auml;t, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im deutschen Bildungssystem erworben haben, mit 2,9% ann&auml;hernd konstant.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2008\/02\/PD08__061__217,templateId=renderPrint.psml\">Statistisches Bundesamt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Zahlen etwa f&uuml;r die Grundschulen machen deutlich, dass die dramatisch hohen Ausl&auml;nderanteile nur f&uuml;r ganz wenige Schulen zutreffen k&ouml;nnen. Au&szlig;erdem belegen diese Zahlen &ndash; jenseits von Pisa &ndash; die soziale Selektivit&auml;t unseres Bildungssystems.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Bertelsmann-Umfrage: Jeder vierte B&uuml;rger h&auml;lt die Bundesl&auml;nder f&uuml;r &uuml;berfl&uuml;ssig<\/strong><br>\nZudem spricht sich die Mehrheit der B&uuml;rger in acht von 16 Bundesl&auml;ndern f&uuml;r eine Fusion mit einem Nachbarland aus. Vier von zehn B&uuml;rgern wollen den Zusammenschluss mit einem benachbarten Bundesland.\n<p>Die Umfrage zeigt au&szlig;erdem, dass die deutschen B&uuml;rger Wettbewerb unter den Bundesl&auml;ndern ablehnen. Deutschlandweit zieht eine gro&szlig;e Mehrheit der Befragten die Solidarit&auml;t zwischen den L&auml;ndern dem Wettbewerb vor. In Sachsen-Anhalt ist die Zustimmung mit 96 Prozent am gr&ouml;&szlig;ten, in Bayern mit 83 Prozent am niedrigsten. Die Solidarit&auml;t unter den Bundesl&auml;ndern wird auch in allen Geberl&auml;ndern des L&auml;nderfinanzausgleichs klar bef&uuml;rwortet. Bundesweit sprechen sich drei von vier B&uuml;rgern f&uuml;r die Beibehaltung des L&auml;nderfinanzausgleichs aus.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-0A000F14-40FDD07E\/bst\/hs.xsl\/nachrichten_85068.htm\">Bertelsmann Stiftung<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/bst\/de\/media\/xcms_bst_dms_23798_23799_2.pdf\">Umfrage [PDF &ndash; 1,7 MB]<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Bertelsmann Stiftung pl&auml;diert aus Effizienzgr&uuml;nden f&uuml;r eine Reduzierung der Zahl der Bundesl&auml;nder. Deswegen die suggestive &Uuml;berschrift: &bdquo;Jeder vierte B&uuml;rger h&auml;lt die Bundesl&auml;nder f&uuml;r &uuml;berfl&uuml;ssig.&ldquo; Das hei&szlig;t allerdings tats&auml;chlich, dass 75% der B&uuml;rger die L&auml;nder eben gerade nicht f&uuml;r &uuml;berfl&uuml;ssig halten. Eine &auml;hnliche, manipulative Verdrehung liegt in der Aussage, dass die Mehrheit in acht von 16 Bundesl&auml;ndern f&uuml;r eine Fusion mit einem Nachbarland eintritt.<\/em><\/p>\n<p>Aber tats&auml;chlich wollen 60% der B&uuml;rger keinen Zusammenschluss. Zu einem Zusammenschluss geh&ouml;ren eben immer zwei oder mehrere. Abstrakt mag man f&uuml;r einen Zusammenschluss sein, wenn es dann aber konkret wird bei der Frage Zusammenschluss mit welchem Land, sieht die Sache anders aus. Siehe etwa die Volksabstimmungen in Berlin und Brandenburg. W&uuml;rden die Bremer f&uuml;r einen Zusammenschluss mit Niedersachsen stimmen oder die Schleswig-Holsteiner f&uuml;r einen Zusammenschluss mit Hamburg? Das ist doch die viel entscheidendere Frage, und deshalb gibt solchen Volksabstimmungen kaum jemand eine Erfolgsaussicht.<\/p>\n<p>Interessanter finde ich die Befunde, dass 88% der Deutschen keinen Wettbewerbsf&ouml;deralismus m&ouml;chten. Das ist wieder einmal ein nachdr&uuml;cklicher Beleg daf&uuml;r, wie die Politik an den W&uuml;nschen und Vorstellungen der &uuml;bergro&szlig;en Mehrheit vorbei entscheidet. Die F&ouml;deralismusreform, die ganz im Sinne der Bertelsmannschen Vorstellungen der Herrschaft des Wettbewerbsprinzips politisch durchgesetzt wurde, hat gerade die Abkehr vom <a href=\"?p=267\">kooperativen zum Wettbewerbs-F&ouml;deralismus gebracht.<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Wenn die Obama-Blase platzt<\/strong><br>\nBarack Obama erf&uuml;llt amerikanische Sehns&uuml;chte: Der demokratische Pr&auml;sidentschaftsbewerber verzaubert seine Anh&auml;nger mit Heilsversprechen, der Vision einer neuen Welt. Doch er wird die W&auml;hler entt&auml;uschen, wenn er je ins Wei&szlig;e Haus einzieht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,535880,00.html\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Man muss dieses St&uuml;ck nicht lesen. Wer sich aber daf&uuml;r interessiert, was der ehemalige Leiter des Berliner B&uuml;ros des Spiegels in Amerika treibt, sollte mal rein schauen. Steingart agitiert weiter.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Zum Kosovo<\/strong>\n<ul>\n<li><strong>Kosovo &ndash; verdiente Souver&auml;nit&auml;t?<\/strong><br>\nDLF-Interview mit dem Schweizer Staatsrechtler Thomas Fleiner &uuml;ber Doppelmoral im Umgang mit dem V&ouml;lkerrecht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/podcast-mp3.dradio.de\/podcast\/2008\/02\/17\/dlf_20080217_0739_c569ab36.mp3\">DLF (Audio\/MP3)<\/a>\n<p>Vergleiche dazu den Eiertanz von Hans-Gert P&ouml;ttering (CDU), Pr&auml;sident des Europa Parlaments (DLF-Interview zur Unabh&auml;ngigkeit des Kosovo).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/podcast-mp3.dradio.de\/podcast\/2008\/02\/18\/dlf_20080218_0719_daffadbe.mp3\">DLF (Audio\/MP3)<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Das schlechte Beispiel<\/strong><br>\nAus der Unabh&auml;ngigkeit des Kosovo entstehen schwerwiegende Probleme. Sie k&ouml;nnte als Pr&auml;zedenzfall f&uuml;r andere Konflikte dienen. Das V&ouml;lkerrecht droht besch&auml;digt zu werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/nc\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2008%2F02%2F18%2Fa0119&amp;src=GI&amp;cHash=cf19bdcee0&amp;type=98\">taz<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Die Schattenarmee der USA<\/strong><br>\nDer New Yorker Journalist und Irak-Experte Jeremy Scahill schildert in &ldquo;Blackwater&rdquo; den kometenhaften Aufstieg der gleichnamigen S&ouml;ldnerfirma. Ihre Angestellten verdienen im Irak das Vielfache von regul&auml;ren Soldaten, kleiden sich gern wie Rambo und benehmen sich auch so. Allerdings brauchen sie bei Totschlag und Mord keine Strafe zu f&uuml;rchten. Jeremy Scahill: &ldquo;Blackwater &ndash; Der Aufstieg der m&auml;chtigsten Privatarmee der Welt&rdquo;, Antje Kunstmann Verlag, M&uuml;nchen 2008, 350 Seiten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dkultur\/sendungen\/kritik\/740240\/\">Deutschlandradio<\/a><\/li>\n<li><strong>Nachtrag zu Gesundheitspolitik: Was derzeit wirklich passiert<\/strong><br>\nAm 11. Februar hatten wir in den NDS einen Aufsatz von Jan Erik D&ouml;llein zur Entwicklung des Gesundheitssystems. Dieser Beitrag hat ein gro&szlig;es Echo ausgesel&ouml;st. Peter Mauer hat den Text mit Links versehen, die die Aussagen des Autors erl&auml;utern und belegen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.pelastop.de\/sonst\/gesundheitssystem\/\">pelastop<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<br \/> Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-2993","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2993","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2993"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2993\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2993"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2993"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2993"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}