{"id":3030,"date":"2008-02-29T09:12:02","date_gmt":"2008-02-29T08:12:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3030"},"modified":"2008-02-29T09:12:02","modified_gmt":"2008-02-29T08:12:02","slug":"hinweise-des-tages-596","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3030","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind.<br>\nWenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3030&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>Robert von Heusinger: Ade, Rheinischer Kapitalismus<\/strong><br>\nDer 27. Februar 2008 hat gute Chancen, in die Annalen der deutschen Wirtschaftsgeschichte einzugehen. Als der Tag, an dem das Totengl&ouml;ckchen f&uuml;r den Rheinischen Kapitalismus l&auml;utete. Vorgestern brachen nun auch zwei der deutschen Vorzeigeunternehmen den Konsens, der die Republik einst stark gemacht hat. BMW und Henkel verk&uuml;ndeten trotz hoher Gewinne Massenentlassungen. Warum? Damit die Rendite noch h&ouml;her wird. Schwindelerregende 26 Prozent Verzinsung auf das eingesetzte Eigenkapital will der Autobauer erreichen.<br>\nSeit der Zerschlagung der alten Deutschland AG um die Jahrtausendwende waren die Deutschen ein solches Verhalten nur von Firmen gewohnt, die ungesch&uuml;tzt dem Kurzfristdenken am Kapitalmarkt ausgeliefert sind. Also Firmen, deren Aktien sich im Streubesitz befinden. Doch BMW und Henkel haben Unternehmerfamilien im Hintergrund, die langfristig dachten und ihren Vorstand so vor der Aggressivit&auml;t der Analysten, Anleger und Zocker abschirmten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/top_news\/?sid=411a67933308519b7d7999516b3784f2&amp;em_cnt=1295755\">FR<\/a>\n<p><em>Siehe dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>Warum Konzerne im Boom Stellen abbauen<\/strong><br>\nDas Wirtschaftswachstum h&auml;lt im dritten Jahr an, f&uuml;hrende Forschungsinstitute erwarten ein Plus von knapp zwei Prozent. Dennoch k&uuml;ndigen eine Reihe gro&szlig;er Unternehmen Entlassungen an. Sie begr&uuml;nden die Einschnitte gerne mit steigenden Rohstoffpreisen oder einer ver&auml;nderten Nachfrage. Doch der Jobabbau l&auml;sst sich auch anders erkl&auml;ren &ndash; drei Beispiele.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/Stellenabbau-BMW-Henkel-Siemens;art271,2485416%20\">Tagesspiegel<\/a><\/p>\n<p><em>Dazu passt: <\/em><\/p>\n<p><strong>24 Millionen Euro f&uuml;r fr&uuml;here Chrysler-Vorst&auml;nde<\/strong><br>\nVorstandsmitglieder des Stuttgarter Autoherstellers Daimler haben im vergangenen Jahr insgesamt knapp 25 Millionen Euro verdient. Davon entfallen 8,55 Millionen Euro auf den Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche. Gegen&uuml;ber dem Vorjahr bedeutet das rund zwei Drittel mehr Einkommen f&uuml;r die Daimler-Vorst&auml;nde, was vor allem mit der deutlich besseren Rendite im Konzern und dem gestiegenen Aktienkurs begr&uuml;ndet wird.<br>\nBeinahe ebenso viel wie die noch amtierenden Daimler-Vorstandsmitglieder erhielten die nach dem Chrysler-Verkauf ausgeschiedenen amerikanischen Vorstandsmitglieder, n&auml;mlich insgesamt 24,1 Millionen Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9\/Doc~EB39E3EC1C4874965BA4E0CCBEA8F38AE~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ.Net<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Mal sehen, was die entlassenen BMW-Henkel-Siemens-Mitarbeiter von der Rendite abbekommen.<\/em><\/p>\n<p><em>Und dazu passt auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Viele Tarifabschl&uuml;sse im zweiten Halbjahr 2007 erneut bei rund 3%<\/strong><br>\nWie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, fielen im zweiten Halbjahr 2007 viele Tarifabschl&uuml;sse mit einem Plus von rund 3% erneut deutlich h&ouml;her aus als in den Vorjahren. Gleichzeitig lag der Anstieg der Verbraucherpreise in diesem Zeitraum zwischen 1,9% (Juli, August) und 3,1% (November) gegen&uuml;ber dem Vorjahres-monat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2008\/02\/PD08__081__622,templateId=renderPrint.psml\">Statistisches Bundesamt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Die Meldung des Statistischen Bundesamtes erweckt den Eindruck, die realen Einkommen der Arbeitnehmer h&auml;tten sich im 2. Halbjahr 2007 gegen&uuml;ber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum zwischen +1,1% (Juli, August) und -0,1% (November) ver&auml;ndert. Dieser Eindruck t&auml;uscht. Netto haben sich die realen L&ouml;hne und -Geh&auml;lter je Arbeitnehmer sowohl im 3. Quartal als auch im  4. Quartal 2007 zum entsprechenden Vorjahreszeitraum vermindert, wie sich aus dem Datenmaterial des Statistischen Bundesamtes zur viertelj&auml;hrlichen BIP-Quartalsberichterstattung ermitteln l&auml;&szlig;t:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>3. Quartal 2007: -1,4% gegen&uuml;ber Vorjahr<\/em><\/li>\n<li><em>4. Quartal 2007: -1,7% gegen&uuml;ber Vorjahr<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Die Diskrepanz zu den heute ver&ouml;ffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes resultiert insbesondere aus folgenden Faktoren:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>zahlreiche Unternehmen sind nicht mehr an Tarifvertr&auml;ge gebunden (sog. &ldquo;Tarifflucht&rdquo;),<\/em><\/li>\n<li><em>die neu geschaffenen Stellen haben h&auml;ufig eine schlechte Qualit&auml;t (Leiharbeit, Teilzeitarbeit etc.).<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Die Statistik sagt nicht alles<\/strong><br>\nTrotz Massenentlassungen bei Henkel, BMW oder Siemens ist die Arbeitslosenquote im Februar auf acht Prozent gefallen. Seit 23 Monaten geht die Zahl nun schon zur&uuml;ck, &Ouml;konomen sind begeistert, die Regierung klopft sich auf die Schulter. Dabei ist die Lage nicht ganz so gut, wie sie scheint.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/print\/wirtschaft\/729464.html?_=print\">Berliner Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Kommentar:<\/strong> Das Erfreuliche an dieser Meldung ist, so paradox es klingt, die Tatsache, dass Journalisten die Zahlen der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit zunehmend realistisch einordnen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>IMK-Studie: Globalisierung und Besch&auml;ftigung<\/strong><br>\nMit der InPut-Output-Methode wird nachgewiesen, dass im Zuge der Internationalisierung des Wirtschaftsgeschehens die nationalen Produktions- und Dienstleistungsprozesse zunehmend von Importen durchdrungen werden. Damit im Zusammenhang werden inl&auml;ndische Produkte substituiert und Arbeitspl&auml;tze in das Ausland verlagert. Zugleich kann jedoch die Wettbewerbsf&auml;higkeit der Unternehmen gest&auml;rkt und ihre Position auf den nationalen und internationalen M&auml;rkten ausgebaut werde. So hat der Standort Deutschland trotz kr&auml;ftiger Importsteigerungen in den neunziger Jahren vom exportinduzierten Wachstum profitiert.- Im Zusammenhang mit den hohen Export&uuml;bersch&uuml;ssen hat sich die Wertsch&ouml;pfung per saldo durchg&auml;ngig und die Besch&auml;ftigung &ndash; anders als in Frankreich, wo diese Export&uuml;bersch&uuml;sse fehlen &ndash; besonders in der zweiten H&auml;lfte der Dekade kr&auml;ftig erh&ouml;ht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/hbs\/hs.xsl\/show_product_imk.html?productfile=HBS-004042.xml\">www.boeckler.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Volker Bahl:<\/strong> Und somit findet die Basar&ouml;konomie des Herrn Sinn f&uuml;r Deutschland keine empirische Grundlage.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Eon entgeht Milliardenstrafe durch Deal<\/strong><br>\nEon hat durch das Angebot, sein &Uuml;bertragungsnetz zu verkaufen, den Streit mit der EU-Kommission um die laufenden Kartellverfahren beigelegt. Der Versorger kann sich so ein m&ouml;gliches milliardenschweres Bu&szlig;geld ersparen.<br>\nEon -Chef Wulf Bernotat bietet der EU-Kommission den von der Br&uuml;sseler Beh&ouml;rde geforderten Verkauf seines Hochspannungsnetzes sowie von Kraftwerkskapazit&auml;ten im Volumen von rund 4 800 Megawatt an. Im Gegenzug hatte Kroes offenbar signalisiert, die laufenden Verfahren gegen Eon wegen des Vorwurfs des Marktmissbrauchs einzustellen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/News\/Unternehmen\/Industrie\/_pv\/_p\/200038\/_t\/ft\/_b\/1397286\/default.aspx\/eon-entgeht-milliardenstrafe-durch-deal.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Mit diesem &uuml;berraschenden Deal zeigt E.on mal wieder, wer in diesem Land Koch und wer Kellner ist. Seit Monaten leistet n&auml;mlich die Bundesregierung heftigen Widerstand gegen die Pl&auml;ne Br&uuml;ssels, Monopole der Energieriesen zu knacken und die Konzerne zu einer Trennung von Stromproduktion und -netzen zu zwingen. Offenbar ohne Vorwarnung l&auml;sst E.on nun selbst die Kanzlerin im Regen stehen.<\/em><\/p>\n<p>Quelle 2: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1295948\">FR<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Vernachl&auml;ssigte Stromnetze &ndash; F&uuml;r die Folgen zahlt der Verbraucher<\/strong><br>\nKlingt absurd: Deutschland hat zu viel Strom. So viel jedenfalls, dass die Netze &Ouml;kostrom zum Teil nicht mehr aufnehmen k&ouml;nnen. Sie sind &uuml;berlastet, werden von den Stromversorgern vernachl&auml;ssigt. In Zukunft drohen deshalb Stromausf&auml;lle und Milliarden Kosten.<br>\nDabei k&ouml;nnte der &Ouml;kostrom sogar im heutigen Netz uneingeschr&auml;nkt flie&szlig;en, so Professor Lorenz Jarass von der Fachhochschule Wiesbaden &ndash; nur d&uuml;rften die Netzbetreiber dann weniger Strom aus ihren herk&ouml;mmlichen Kraftwerken einspeisen. Das w&uuml;rde auch der Klimaschutzstrategie entsprechen, die besage, dass weniger Kohle sowie &Ouml;l verbrannt &ndash; zu Gunsten erneuerbarer Energien. Damit aber w&uuml;rden die Kraftwerksbl&ouml;cke der gro&szlig;en Energiekonzerne weniger stark ausgelastet. &ldquo;Das hei&szlig;t, ihre Profite w&uuml;rden drastisch zur&uuml;ckgehen. Das wollen diese Konzerne nat&uuml;rlich nicht&rdquo;, so Jarass.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/frontal21.zdf.de\/ZDFde\/inhalt\/8\/0,1872,7162792,00.html\">Frontal 21<\/a><\/li>\n<li><strong>Alcoa von Firma aus Bahrain verklagt<\/strong><br>\nDem US-Aluminiumkonzern Alcoa werden von einem Unternehmen aus Bahrain Betrug und Bestechung vorgeworfen. Verantwortlich f&uuml;r das operative Tagesgesch&auml;ft bei Alcoa ist Klaus Kleinfeld, der im Zuge der Schmiergeldaff&auml;re bei Siemens seinen Hut genommen hatte.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/industrie\/:Alcoa%20Firma%20Bahrain\/324149.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Gelernt ist eben gelernt. Warum sonst h&auml;tte Kleinfeld von Alcoa 5,6 Millionen Euro Begr&uuml;&szlig;ungsgeld erhalten sollen.<\/em><\/p>\n<p>Quelle 2: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/artikel\/889\/128676\/\">SZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>&Uuml;ber 540 Milliarden Euro kassiert der deutsche Fiskus in diesem Jahr. Die weitaus gr&ouml;&szlig;te Last tragen die Arbeitnehmer.<\/strong><br>\nWoher Peer sein Geld bekommt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wirtschaft\/finanzen-versicherung\/:Das-Steuersystem-Woher-Peer-Geld\/612590.html?cp=11\">stern<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Im Einzelnen w&auml;re dazu viel zu sagen, z.B. dass die K&ouml;rperschaftssteuer im Jahr 2000 23,6 Mrd. Euro erbrachte, nach der Steuersenkung 2001 Steuerr&uuml;ckerstattungen von 400 Millionen Euro vom Fiskus zu zahlen waren und der Betrag 2007 noch immer &uuml;ber 3 Mrd. unter den urspr&uuml;nglichen Einnahmen lag.<\/em><\/p>\n<p><em>Unber&uuml;cksichtigt bleiben auch die Steuerreformen<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Streichung der Verm&ouml;genssteuer<\/em><\/li>\n<li><em>Streichung der Gewerbekapitalsteuer<\/em><\/li>\n<li><em>K&uuml;rzung der K&ouml;rperschaftssteuer<\/em><\/li>\n<li><em>Erlass der Besteuerung der Gewinne bei Verkauf von Unternehmensteilen (= Steuerbefreiung der so genannten Heuschrecken)<\/em><\/li>\n<li><em>Senkung des Spitzensteuersatzes &ndash; auf 42%<\/em><\/li>\n<li><em>Amnestie f&uuml;r Steuers&uuml;nder <\/em><\/li>\n<li><em>Korrektur des Halbeink&uuml;nfteverfahrens zugunsten der Versicherungswirtschaft. = mindestens 5 Mrd. Steuererlass<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>SPD nennt Bedingungen &ndash; Angebot an alle au&szlig;er die Linke<\/strong><br>\nDie hessische SPD bietet CDU, FDP und Gr&uuml;nen Gespr&auml;che &uuml;ber eine Regierungszusammenarbeit an, beharrt aber auf einer ganzen Reihe von Standpunkten. Das geht aus dem Entwurf f&uuml;r ein Eckpunkte-Papier hervor, das der SPD-Landesvorstand am Mittwochabend in Frankfurt beschlie&szlig;en wollte. Es soll heute an die anderen Parteien verschickt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/frankfurt_und_hessen\/nachrichten\/hessen\/?em_cnt=1295370\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em>Dazu passt: <\/em><\/p>\n<p><strong>Gr&uuml;nen-Chef Tarek Al-Wazir: &ldquo;Einen Blankoscheck kriegt keiner&rdquo;<\/strong><br>\nWir haben uns sehr fr&uuml;h dagegen entschieden, zu sagen, wir reden mit denen nicht. Wir Gr&uuml;ne erinnern uns gut an die Zeit, als auch mit uns niemand reden wollte.<br>\nMir ist auch nicht entgangen, dass die CDU die Gr&uuml;nen pl&ouml;tzlich f&uuml;r vern&uuml;nftige Menschen h&auml;lt. Bisher waren wir wechselweise ein Sicherheitsrisiko, ein Arbeitsplatzrisiko oder gleich der Untergang des Abendlandes. Aber niemand kann von uns erwarten, dass ausgerechnet die hessischen Gr&uuml;nen dem Wahlverlierer Roland Koch zur Mehrheit verhelfen.<br>\nDas ist nicht nur ein Personalproblem, sondern auch ein inhaltliches Problem. Koch hat diesen Wahlkampf ja nicht alleine gemacht. Ich finde bemerkenswert, dass es einen Monat nach der Wahl noch keinen einzigen in der hessischen Union gibt, der diesen Kurs kritisiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/frankfurt_und_hessen\/nachrichten\/hessenwahl_2008\/?em_cnt=1295369\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Axel Vornb&auml;umen: Pfusch am Hindukusch<\/strong><br>\n&ldquo;Mit milit&auml;rischen Mitteln allein ist Afghanistan nicht zu gewinnen&rdquo;, hat Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) der &ldquo;Hannoverschen Allgemeinen Zeitung&rdquo; gesagt. Das ist wahrscheinlich besser gemeint, als es beim schnellen Hinh&ouml;ren klingt &ndash; und doch ist es nur ein einziges Wort entfernt vom Eingest&auml;ndnis eines Scheiterns.<br>\nWenn der Krieg nicht mit milit&auml;rischen Mitteln zu gewinnen ist, warum ist es dann &uuml;berhaupt notwendig, noch mehr Soldaten zu schicken? Um ihn wenigstens nicht zu verlieren? Das mag ja sein. Aber wenn die Bundeswehr, demn&auml;chst vermutlich im versch&auml;rften Kampfeinsatz, am Hindukusch nur noch pr&auml;sent ist, damit in einem Krieg, den selbst ihr oberster Dienstherr f&uuml;r nicht mehr zu gewinnen h&auml;lt, sich die Niederlage in Grenzen h&auml;lt, dann stimmt was nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/kommentare\/auf-den-punkt\/Afghanistan;art15890,2485375\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><strong>Kriegskosten: 6 000 000 000 000 Dollar<\/strong><br>\nDer Nobel-&Ouml;konom Joseph Stiglitz hat die Kosten des Irak-Krieges berechnet. Er sagt: Durch die Machtpolitik von Pr&auml;sident Bush ist Amerika entmachtet worden.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/top_news\/?em_cnt=1295815\">FR<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.guardian.co.uk\/world\/2008\/feb\/28\/iraq.afghanistan\/print\">Guardian<\/a><\/li>\n<li><strong>Die F&uuml;rsten des IV.Weltkriegs<\/strong><br>\nSeit 70er Jahren k&auml;mpft die konservative Bewegung Amerikas &ndash; man hat sich geschickt den Dynamik verhei&szlig;enden Begriff des &ldquo;movements&rdquo; von den Linken der 60er Jahre entlehnt und neu besetzt &ndash; f&uuml;r eine Wiederbelebung der Moral (&ldquo;remoralisation&rdquo;) gegen &ldquo;falsche Modernit&auml;t&rdquo;, so der auf den Begriff gebrachte Befund einer nationalen Krankheit, die nach konservativer Lesart Amerika nach Vietnam und vor allem unter Clintons Pr&auml;sidentschaft befallen hat. Unter &ldquo;falscher Modernit&auml;t&rdquo; wird ein munteres Durcheinander an verschiedensten Symptomen rubriziert: Hedonismus, radikaler Individualismus, sexuelle Libertinage (sprich Homosexualit&auml;t, Pornographie u.a.), Abtreibung, Wohlfahrtsstaat, Antitrust-Gesetze, das postmoderne &ldquo;Fun-House&rdquo; (Cultural Studies) an den Universit&auml;ten, &uuml;berzogene Minderheitenrechte, &uuml;bertriebener Umweltschutz und und und &hellip;<br>\nDie Vormacht der Konservativen sei die &ldquo;Kulmination einer 25j&auml;hrigen strategischen Allianz aus Business, ideologischem Konservatismus, anwaltschaftlicher Forschung und der Republikanischen Partei&rdquo;, so das Fazit des Journalisten Robert Kuttner aus der oben beschriebenen Diskussionsrunde.<br>\nAlle guten M&auml;nner aus dem &ldquo;Milieu juste&rdquo; in Washington sind sich in einem sicher: Amerika hat den dritten Weltkrieg (den kalten Krieg) gewonnen. Und es wird auch den vierten gewinnen. Auch wenn er einige Dekaden (J. Woolsey) dauert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/14\/14688\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Was denken Muslime wirklich?<\/strong><br>\nRadikal, extremistisch, hasserf&uuml;llt: Weltweit haben Muslime ein gewaltiges Imageproblem. Umso verbl&uuml;ffender wirken die Ergebnisse einer gro&szlig;en Gallup-Umfrage.<br>\nDer von westlichen Strategen, Politikern und Journalisten vielbeschworene &ldquo;Clash of Civilizations&rdquo; \/ Kampf der Kulturen ist nach einer aktuellen Umfrage des Gallup-Instituts ohne Grundlage: danach sind 93% der Muslime gem&auml;&szlig;igt eingestellt und wollen mehr Freiheit und Demokratie. Allerdings werden die Bem&uuml;hungen der USA, den Mittleren Osten zu kontrollieren, sehr kritisch gesehen: man bescheinigt der US-Politik R&uuml;cksichtslosigkeit und Aggressivit&auml;t, w&auml;hrend Deutschland eher positiv eingesch&auml;tzt wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/,ra1m1\/ausland\/artikel\/164\/160724\/\">SZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Nochmals: Eltern geht es in Deutschland schlecht<\/strong><br>\nAm 28.2.08 haben wir auf einen Bericht der FTD &uuml;ber eine Studie der Konrad Adenauer Stiftung verwiesen.<br>\nEine Mutter aus NRW schrieb uns dazu folgenden Brief:\n<blockquote><p>Meine Tochter ist schulpflichtig und wird in diesem Sommer eingeschult. Hierf&uuml;r musste sie in einer Grundschule &ndash; einer  ganz normalen, also keiner Elite-Grundschule o.&auml;. &ndash; erst einmal einen Test absolvieren. Man mokierte sich dort, dass sie noch nicht ihren Namen fehlerfrei schreiben und nicht korrekt bis 10 addieren und subtrahieren k&ouml;nne. Auf meine verwunderte Frage hin, ob man das denn nicht in der Schule lerne, erhielt ich die Antwort, die Kinder sollten das &bdquo;ruhig schon zuhause&ldquo; &uuml;ben. Klar, wo sonst, im Kindergarten n&auml;mlich wird Grundschulwissen nicht einge&uuml;bt und Vorschulen gibt es in Nordrhein-Westfalen schon lange nicht mehr.<br>\nDer f&uuml;nfj&auml;hrigen Tochter eines befreundeten Elternpaares, die vorzeitig eingeschult werden sollte, wurde bei einem solchen Schultest attestiert, dass ihre mathematischen F&auml;higkeiten nur &bdquo;im Altersdurchschnitt&ldquo; l&auml;gen. Daher solle man sie am besten gezielt f&ouml;rdern, denn sie sei ja doch, O-Ton, &bdquo;Kandidatin f&uuml;r eine Gymnasial-Empfehlung&ldquo;. Nur zur Information: Die Empfehlung der Grundschullehrer in NRW ist Grundlage f&uuml;r die Entscheidung, auf welche weiterf&uuml;hrende Schule ein Kind gehen darf. Es ist schon ausgesprochen fragw&uuml;rdig, diese Entscheidung im vierten Schuljahr zu treffen, weit mehr nat&uuml;rlich, f&uuml;nfj&auml;hrige Vorschulkinder hier bereits einzusortieren.<\/p>\n<p>Doch der Test in der Schule war noch ein Vergn&uuml;gen im Vergleich zur Schuleingangsuntersuchung im Gesundheitsamt. Hier in NRW &ndash; zumindest in der Stadt, in der ich lebe &ndash; werden die Kinder mittlerweile anderthalb Stunden lang mit irgendwelchen Standard-Testverfahren sowie Sprachtests frei nach Delphin4 getestet. Hierbei werden sie im Gesundheitsamt bei gleich drei verschiedenen Personen durchgeschleust. Meine Tochter war extrem eingesch&uuml;chtert. Man attestierte ihr denn auch &ndash; in ihrem Beisein &ndash; Defizite in der Konzentration und der visuellen Wahrnehmung und legte mir, obgleich diese Schw&auml;chen &bdquo;noch im Normbereich&ldquo; l&auml;gen, eine gezielte F&ouml;rderung nahe. Der Vortrag der Amts&auml;rztin gipfelte in der Aussage, meine Tochter sei zu vertr&auml;umt, was sich ja auch in ihrer rosa Kleidung niederschlagen w&uuml;rde. <\/p>\n<p>Ich fuhr nach dieser Diagnose in heller Aufregung zum Kinderarzt &ndash; der das Kind seit Jahren kennt und mich sofort beruhigte &ndash;, sowie in den Kindergarten, wo mir die Erzieherinnen ebenfalls Entwarnung gaben. Ich habe daraufhin im Bekanntenkreis ein wenig nachgeforscht. Anscheinend werden mittlerweile jedem zweiten Kind irgendwelche kognitiven, feinmotorischen oder sonstigen Defizite bescheinigt. Diese Bescheinigungen werden im &Uuml;brigen auch an die Schulen verschickt und kommen zu den Schulakten. <\/p>\n<p>Das Ganze treibt teilweise kuriose Bl&uuml;ten. Eine Freundin meiner Tochter leidet laut amts&auml;rztlichem Gutachten an visuellen Wahrnehmungsst&ouml;rungen. Sie hatte n&auml;mlich einen Baum abzeichnen sollen und in der Vorlage nicht vorhandene Bl&auml;tter hinzugef&uuml;gt. Den Eltern eines meiner Ansicht nach v&ouml;llig normal entwickelten Jungens wurde gar eine psychologische Untersuchung ihres Sohnes angeraten, da das Kind kein Selbstbildnis, sondern lieber einen Zauberer malen wollte.<br>\nMein vorl&auml;ufiges Fazit: Bereits f&uuml;r die Eingangsklasse der Grundschule m&uuml;ssen mittlerweile Kinder fitgemacht werden. Zu viel Phantasie ist schon im Vorfeld nicht erw&uuml;nscht. F&auml;higkeiten, die Kinder fr&uuml;her in der Grundschule lernen und entwickeln sollten, sollen sie jetzt schon mitbringen. Die Anpassung der Kinder an die geforderten Normen m&uuml;ssen normalerweise die Eltern leisten &ndash; wohl dem, der dazu &uuml;berhaupt in der Lage ist! So beginnt der Leistungsdruck bereits bei Vorschulkindern. Meiner Tochter wurde jedenfalls die Vorfreude auf die Schule und der Stolz, bald ein Schulkind zu sein, bereits gr&uuml;ndlich ausgetrieben. <\/p>\n<p>Hinzu kommt eine andere beunruhigende Entwicklung: n&auml;mlich die schleichende &bdquo;Ausdifferenzierung&ldquo; von Grundschulen in heimliche Eliteschulen und Schulen f&uuml;r sonstige Kinder. Seit n&auml;mlich in NRW die Grundschulbezirke gefallen sind, k&ouml;nnen die Schulen aus dem ganzen Stadtgebiet Sch&uuml;ler annehmen. Das ist besonders f&uuml;r konfessionelle Schulen interessant. Ich habe meine Tochter auf einer katholischen Schule angemeldet, weil dies die einzige Schule ist, die sie zu Fu&szlig; erreichen kann. Wir h&auml;tten dort beinahe keinen Platz bekommen, weil meine Tochter nicht katholisch ist. Die konfessionellen &ndash; wohlgemerkt staatlichen! &ndash; Schulen selektieren hier mittlerweile zunehmend. Dies ist auf den ersten Blick nicht besonders aufsehenserregend, ergibt aber ein anderes Bild, wenn man, wie bei uns, in einem Stadtbezirk mit hohem Ausl&auml;nderanteil lebt. Die Gemeinschaftsgrundschulen weisen mittlerweile Ausl&auml;nderquoten von um die 90% auf, w&auml;hrend die konfessionellen Schulen im selben Viertel wesentlich weniger ausl&auml;ndische Kinder in ihren Klassen haben.<br>\nObwohl diese Regelung seit vergangenem Jahr in vielen St&auml;dten NRWs gang und g&auml;be ist, habe ich &uuml;brigens noch keinen einzigen Zeitungsbeitrag gefunden, der hier&uuml;ber kritisch berichtet h&auml;tte. <\/p><\/blockquote>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Macht Auslesedruck in Schulen krank?<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/bin\/tp\/issue\/r4\/dl-artikel2.cgi?artikelnr=27390&amp;mode=print\">Telepolis<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Zu guter letzt:<\/strong><br>\n<strong>Konrad-Adenauer-Stiftung:<\/strong><br>\n&bdquo;Nicht der Kreationismus ist das Problem. Problematisch sind vielmehr die quasi-religi&ouml;sen Strukturen und der Absolutheitsanspruch seiner Gegner aus der modernen Evolutionsbiologie.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kas.de\/wf\/de\/33.12448\/\">Konrad Adenauer Stiftung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Kreationisten sind in den USA eine weit verbreitete Bewegung der Neo-Konservativen, die die Evolutionslehre bek&auml;mpfen und vor allem auch in Schulen verlangen, dass dort gelehrt werde, die Welt sei, wie in der Bibel beschrieben, in sechs Tagen von Gott erschaffen worden.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3030","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3030","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3030"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3030\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3030"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3030"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3030"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}