{"id":3033,"date":"2008-03-03T08:46:12","date_gmt":"2008-03-03T07:46:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3033"},"modified":"2015-11-26T17:09:38","modified_gmt":"2015-11-26T16:09:38","slug":"handlanger-der-konservativen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3033","title":{"rendered":"Handlanger der Konservativen"},"content":{"rendered":"<p>An der simplen Frage, ob die gegen den hessischen Ministerpr&auml;sidenten Koch im Wahlkampf angetretene Andrea Ypsilanti im neu gew&auml;hlten Landtag als Ministerpr&auml;sidentin kandidieren soll oder darf, entz&uuml;nden sich seit der Hessenwahl immer heftigere Attacken der Schr&ouml;derianer in der SPD gegen die Linke und gegen Kurt Beck. Diese Angriffe werden unterst&uuml;tzt, ja sogar inszeniert durch eine beispiellose Medienkampagne.<br>\nDer durch diese Kanonade erzeugte Pulverdampf versperrt die Sicht auf die tats&auml;chlichen Kampflinien: Es geht um den geradezu hysterischen Kampf f&uuml;r die Fortsetzung einer von einer gr&ouml;&szlig;er werdenden Mehrheit abgelehnten Politik. Wolfgang Lieb<br>\n<!--more--><br>\nDa wird aus allen Rohren das Feuer auf den SPD-Vorsitzenden Kurt Beck er&ouml;ffnet, nur weil dieser in einem vertraulichen Hintergrundgespr&auml;ch, um Druck auf die FDP f&uuml;r eine Koalition mit rot-gr&uuml;n auszu&uuml;ben, vage angedeutet hat, dass die SPD nicht blo&szlig; zusehen k&ouml;nne, wie der CDU-Amtsinhaber Roland Koch einfach weiterregiert. Daf&uuml;r wird er in den konservativen, die ver&ouml;ffentlichte Meinung dominierenden Medien zum Abschuss freigegeben.<\/p><p>Vornedran wie immer, wenn es um die Verteidigung des konservativen Machtkartells geht, die BILD-Zeitung: <\/p><p>&bdquo;Beck soll weg&ldquo; hie&szlig; es schon am Hamburger <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/news\/politik\/2008\/02\/24\/kurt-beck\/spd-waehler-rebellieren,geo=3845780.html\">Wahlsonntag in Bild am Sonntag<\/a><\/p><p>Am Tag nach der Wahl in Hamburg, am 25. Februar, wo es die Linke zum dritten Mal innerhalb von kurzer Zeit in ein L&auml;nderparlament geschafft hatte, erkl&auml;rt BILD zun&auml;chst Oskar Lafontaine zum &bdquo;Staatsfeind&ldquo;:<br>\n&bdquo;Macht Lafo Deutschland unregierbar?&ldquo; stand in Balkenlettern unter einem zur teuflischen Mephisto-Fratze verfremdeten Portr&auml;t. <\/p><p>Schon einen Tag sp&auml;ter &auml;nderte man bei Springer die Strategie, weil man offenbar erkannte, dass linke Regierungsmehrheiten nur dadurch verhindert werden k&ouml;nnen, dass die SPD davon ja blo&szlig; keinen Gebrauch macht. Also wurde die SPD und ihr Vorsitzender ins Visier genommen:<\/p><ul>\n<li>&bdquo;SPD beschlie&szlig;t Wortbruch&ldquo;, hie&szlig; es unter einem Foto, auf dem nun Kurt Beck ziemlich unsympathisch abgelichtet war.<\/li>\n<\/ul><p>Und so ging es Tag f&uuml;r Tag weiter:<\/p><ul>\n<li>&bdquo;Nach Wortbruch. Aufstand der SPD gegen Beck!&ldquo; (27. Februar)<\/li>\n<li>&bdquo;Die SPD darf mit der Linken gar nichts machen!&ldquo; (28. Februar), taucht der zwischenzeitlich von der Bildfl&auml;che verschwundene Klaus von Dohnannyi wieder auf.<\/li>\n<li>&bdquo;Abrechnung mit Kurt Beck&ldquo; (29. Februar), wird seitenlang aus einem sicherlich nicht zuf&auml;llig der Presse zugespielten Fax des Schr&ouml;derianers Michael Naumann zitiert, indem dieser sein eigenes Versagen Kurt Beck in die Schuhe zu schieben versucht.<\/li>\n<li>Unter der &Uuml;berschrift &bdquo;Wie lange h&auml;lt Beck noch durch?&ldquo; wird am 1. M&auml;rz &uuml;ber Becks Nachfolger spekuliert.<\/li>\n<li>&bdquo;SPD plant Putsch gegen Beck&ldquo; hei&szlig;t es in Bild am Sonntag vom 2. M&auml;rz. Steinbr&uuml;ck, Platzeck und M&uuml;ntefering, wollten laut <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,538740,00.html\">&bdquo;Spiegel&ldquo;<\/a> Steinmeier als Kanzlerkandidat ins Rennen schicken.<\/li>\n<\/ul><p>BILD spielt allerdings nur den &bdquo;St&uuml;rmer&ldquo; in dieser Hatz. <a href=\"?p=3009\">&bdquo;Hat Kurt Beck der SPD geschadet?&ldquo;<\/a> mit dieser wichtigsten Frage der Wahlsendungen von ARD und ZDF gab der &ouml;ffentlich-rechtliche Fernsehjournalismus schon am Hamburger Wahlabend den Ton vor. Auch die anderen Springer-Zeitungen, der <a href=\"?p=3007\">Spiegel<\/a>, Focus oder die Zeitungen der WAZ-Gruppe (des Clement-Spezis Bodo Hombach) und des DuMont-Verlages (v.a. der K&ouml;lner Stadt-Anzeiger) reihten sich als Treiber in dieser Treibjagd ein &ndash; und die meisten anderen Medien <a href=\"?p=3015\">agierten &auml;hnlich oder plapperten wie &uuml;blich nach.<\/a><\/p><p>Selbst die alten &bdquo;Kanalarbeiter&ldquo; Hans Apel, Herrmann Rappe oder Friedhelm Farthmann wurden als Stichwortgeber gegen Kurt Beck aus der Versenkung geholt. Der rechte &bdquo;Seeheimer Kreis&ldquo; der SPD, der jeden Rechtsschwenk der SPD und jeden Wortbruch von Schr&ouml;der gegen&uuml;ber seinen Wahlversprechen verteidigte, wurde gerade zu zum F&auml;hnlein der Aufrechten innerhalb der Sozialdemokratie erhoben. Und der nieders&auml;chsische Landeschef Garrelt Duin, der gegen den Vorstandsbeschluss gestimmt hatte, wurde wohl noch nie so oft interviewt, wie in den letzten Tagen. Wie er sich die Wahlniederlage seiner SPD in Niedersachsen erkl&auml;rt, wurde er dabei selbstverst&auml;ndlich nicht mehr gefragt.<\/p><p>Dass gerade Wolfgang Clement, der schon vor der Hessenwahl Andrea Ypsilanti und der SPD in den R&uuml;cken gefallen war, in seiner Kolumne in der <a href=\"http:\/\/www.netzeitung.de\/politik\/deutschland\/919879.html\">Welt am Sonntag<\/a> Beck &bdquo;Vertrauensbruch&ldquo; vorwirft, ist nur ein typischer Beleg f&uuml;r die Scheinheiligkeit in dieser Debatte.<\/p><p>Der Spiegel, die FAZ sowieso, aber auch die Frankfurter Rundschau boten sich willig an, der SPD-Rechten Plattformen f&uuml;r Ihre Kritik an Beck und f&uuml;r die Ausgrenzung der Linken zu schaffen. <\/p><p>Und wenn das immer noch nicht reicht, l&auml;sst man sich die eigene Stimmungsmache noch durch Umfrageergebnisse best&auml;tigen, die einen Ansehensverlust f&uuml;r Beck messen.<\/p><p>Obwohl er den Vorstandsbeschluss selbst mit beschlossen hatte, wonach es den Landesverb&auml;nden &ndash; wie in der Vergangenheit &ndash; freigestellt bleiben sollte, mit wem sie koalieren oder kooperieren m&ouml;chten, durfte Steinbr&uuml;ck in der FR kundtun, dass dieser Beschluss &bdquo;keine abschlie&szlig;ende Antwort auf den Umgang mit der Linkspartei&ldquo; sei und dass er es f&uuml;r falsch h&auml;lt &bdquo;sich in Hessen von der Linkspartei auch nur dulden zu lassen.&ldquo; Obwohl er sich noch wenige Tage zuvor im Wortsinne an die Seite des Vorsitzenden stellte, trat er nun gegen Kurt Beck nach und kritisierte dass <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/?sid=5ad7a1beb7af790b6be80eaddb64ac70&amp;em_cnt=1296535\">&bdquo;eine solche Entwicklung intern besser kommuniziert und vorbereitet werden&ldquo; m&uuml;sse<\/a>.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,538740,00.html%20\">Spiegel<\/a><\/p><p>Wer aus dem rechten Lager der SPD nicht offen gegen jede Form der Kooperation mit der Linken und damit gegen die Option einer linken Mehrheit einzutreten wagte, konnte zumindest seinen M&uuml;tchen am angeblich falschen Zeitpunkt f&uuml;r eine solche Diskussion k&uuml;hlen. Daf&uuml;r hat Kurt Beck schon am Wahlabend Abbitte tun m&uuml;ssen und an dieser Kritik ist immerhin soviel dran, dass wenn Kurt Beck tats&auml;chlich f&uuml;r Hessen an die Option der Wahrnehmung einer linken Parlamentsmehrheit gedacht h&auml;tte, er dieses ehrlicherweise h&auml;tte schon andeuten m&uuml;ssen, als erkennbar war, dass die Linke in den Hessischen Landtag kommen w&uuml;rde und die SPD nicht st&auml;rkste Partei werden konnte. Dass er das sehenden Auges nicht vorher getan hat und erst nach dem Wahlausgang ins Spiel brachte, ist ein ziemlich klarer Beweis daf&uuml;r, dass er nur einen aussichtslosen Erpressungsversuch gegen&uuml;ber der FDP inszenieren wollte, um die Gelben zu einer Ampel-Koalition mit rot-gr&uuml;n zu animieren. <\/p><p>Das wissen nat&uuml;rlich alle Maulhelden auch, die jetzt &uuml;ber Beck herfallen, er strebe eine &Ouml;ffnung der SPD gegen&uuml;ber der Linken an oder er wolle gar einen Linksruck bei den Sozialdemokraten hin zu den Kommunisten einleiten. Siehe dazu das Titelblatt des neuesten Spiegel:<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/20080303_spiegel.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>Dass sie Kurt Beck f&uuml;r etwas niedermachen, was er &ndash; vielleicht taktisch ungeschickt &ndash; gerade verhindern wollte, zeigt, wie die konservativen Kampfbl&auml;tter erst mit jemand umspringen w&uuml;rden, der ernsthaft eine solche Option ins Gespr&auml;ch br&auml;chte. Insofern wird hier auch ein massives Drohpotential gegen Andrea Ypsilanti aufgebaut, falls sie je daran denken sollte, als Ministerpr&auml;sidentin zu kandidieren. Sie wird als zaghafte Hoffnungstr&auml;gerin eines sozialeren und kritischeren Kurses gegen den Agenda-Kurs der Schr&ouml;derianer von ihren eigenen Parteigenossen gleich mit erledigt.<\/p><p>Wie vorgeschoben diese Kampagne gegen Beck von Seiten der Medien und der SPD-Rechten ist, wird auch daran erkennbar, dass bei einer wie auch immer gearteten Kooperation mit der hessischen Linken nahezu alle &uuml;ber einen &bdquo;Vertrauensbruch&ldquo; lamentieren. &Uuml;ber den &bdquo;Wortbruch&ldquo; gegen&uuml;ber den W&auml;hlern, die sich f&uuml;r eine Mehrheit links der Mitte entschieden haben, wird jedoch kein Wort verloren. Dass die hessische SPD in einer Koalition mit der FDP nahezu alle ihre Wahlversprechen brechen m&uuml;sste, verursacht offenbar genauso wenig Skrupel wie umgekehrt ein Wortbruch der FDP bei einer Koalition mit rot-gr&uuml;n.<br>\nNicht der Rede wert ist, dass wenn keine der Parteien einen &bdquo;Wortbruch&ldquo; beginge, es in Hessen ein Dauerpatt zwischen schwarz-gelb und rot-gr&uuml;n und es bis zu neuen Wahlen weiter einen, zwar abgew&auml;hlten, aber immerhin noch gesch&auml;ftsf&uuml;hrenden Ministerpr&auml;sidenten Koch g&auml;be. <\/p><p>Es geht der SPD-Rechten und ihren Helfershelfern in den Medien gar nicht um Kurt Beck, sondern es geht um das Durchhalten der Agenda-Politik, wie auch immer die Wahlen ausgehen, sei es nun in einer Gro&szlig;en Koalition oder sei es in einer Koalition mit der FDP. Und ganz nebenbei geht es um die Ablenkung von einer zus&auml;tzlichen Machterhaltungsoption der Union, n&auml;mlich einer Koalition mit den Gr&uuml;nen. Von Wortbr&uuml;chen ist dabei nat&uuml;rlich nicht die Rede, man spricht in diesem Falle dann von staatspolitischer Verantwortung und ehemalige K-Gr&uuml;ppler st&ouml;ren da auch nicht.<\/p><p>Dass in der SPD die Stellvertreter ihren wehrlos das Krankenbett h&uuml;tenden Vorsitzenden nicht etwa vertreten, sondern wie Steinbr&uuml;ck in der FR den Dolch in den R&uuml;cken sto&szlig;en, belegt, welch einen Fehler Kurt Beck machte, als er dem Hamburger Parteitag die Hofschranzen des abgesetzten K&ouml;nigs Schr&ouml;der <a href=\"?p=2681\">als stellvertretende Parteivorsitzende vorschlug<\/a>. Ihm h&auml;tte doch von Anfang an klar sein m&uuml;ssen, dass er sich mit Leuten umgibt, die befangen und gefangen im Agenda-Dogma sind und r&uuml;cksichtslos ihr vorausgegangenes Tun verteidigen.<\/p><p>Die Hinterh&auml;ltigkeit und R&uuml;cksichtslosigkeit, mit der hier die Rechte gegen ihren Vorsitzenden und vor allem gegen die eigene Partei intrigiert, und die Art und Weise, wie sie sich hemmungslos von den konservativen Medien instrumentalisieren l&auml;sst, war immer schon typisch f&uuml;r die Skrupellosigkeit dieses Parteifl&uuml;gels. Was derzeit in der SPD passiert, erinnert &ndash; ohne die beiden Vorsitzenden gleichsetzen zu wollen &ndash; an das Intrigenspiel von Helmut Schmidt und Herbert Wehner beim Sturz von Willy Brandt. Auch die Medien machten damals diese Rank&uuml;ne mit.<\/p><p>Besonders l&auml;cherlich ist es, wenn etwa gerade Clement um die &bdquo;Regierungsf&auml;higkeit&ldquo; der SPD bangt und Steinbr&uuml;ck &uuml;ber &bdquo;gestaltungsf&auml;hige Mehrheiten&ldquo; f&uuml;r die SPD schwadroniert. Da reden also zwei &uuml;ber Mehrheiten, die als Ministerpr&auml;sidenten im SPD-Stammland NRW mit 37,1 Prozent das schlechteste Wahlergebnis seit 50 Jahren eingefahren haben und dann von Gerhard Schr&ouml;der als Verlierer nach Berlin gehievt worden ist. <\/p><p>Steinbr&uuml;ck und Clement tun gerade so, als h&auml;tten nicht gerade auch sie zusammen mit dem Schr&ouml;der-Clan dazu beigetragen, dass die Union derzeit die Bundeskanzlerin, den Bundesratspr&auml;sidenten, auch den Pr&auml;sidenten des Deutschen Bundestages stellt, dass in 11 von 16 Bundesl&auml;ndern Christdemokraten die Ministerpr&auml;sidenten stellen und selbst der Pr&auml;sident des Bundesverfassungsgerichts auf Vorschlag von CDU\/CSU gew&auml;hlt worden ist. <\/p><p>Steinbr&uuml;ck behauptet, er vertrete mit seiner Position den &bdquo;weit &uuml;berwiegenden Teil der SPD-Mitglieder&ldquo;, und wischt damit beiseite, dass die SPD in den letzten Jahren 400.000 Mitglieder verloren hat und inzwischen im Hinbick auf die <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/:SPD%20Mitglieder\/294470.html\">Mitgliederzahl sogar von der CDU &uuml;berholt worden ist.<\/a><\/p><p>Da reden Leute von &bdquo;Mehrheiten&ldquo;, die wesentlich dazu beigetragen hat, dass die SPD bei der W&auml;hlergunst unter die 30-Prozent Marke gefallen ist und in manchen Teilen Deutschlands l&auml;ngst den Charakter einer Volksparatei verloren hat. Es sind die gleichen Leute also, die die SPD schwach gemacht und die Linken damit gest&auml;rkt und somit dazu beigetragen haben, dass sich diese Partei als f&uuml;nfte Kraft in den Parlamenten etablieren konnte. <\/p><p>Steinbr&uuml;ck, Steinmeier oder <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,538830,00.html\">Platzeck<\/a> besch&auml;digen oder opfern einen Parteivorsitzenden, weil sie bef&uuml;rchten, er k&ouml;nne zum Sicherheitsrisiko f&uuml;r ihren politischen Kurs werden. Angesichts des Ausgangs der letzten Dutzend Wahlen kann es Ihnen, sofern sie noch bei Sinnen sind, nicht um Mehrheiten gehen. Jedenfalls nicht um solche Mehrheiten, die die Wahlversprechen der SPD in Politik umsetzen k&ouml;nnten; sie wollen nur noch den von ihnen &ndash; gegen eine &uuml;berrumpelte SPD &ndash; durchgesetzten Agenda-Kurs stabilisieren. Ihnen geht es nicht um &bdquo;Regierungsf&auml;higkeit&ldquo; sondern um Regierungs&auml;mter, sei es in einer Gro&szlig;en Koalition oder, wenn das nicht geht, wenigstens ein B&uuml;ndnis mit der FDP.<br>\n(Wenn ihnen da nicht schwarz-gr&uuml;ne Allianzen pl&ouml;tzlich einen Strich durch die Rechnung machen.)<\/p><p>Steinbr&uuml;ck, Steinmeier und Platzeck sind nur noch Getriebene ihrer verfehlten Politik und machen sich selbst und degradieren dar&uuml;ber hinaus die gesamte SPD zum Handlanger der Konservativen.<\/p><p>&bdquo;Nein ich will von denen (den Linken) nicht mitregiert werden. Weder mit Blick auf Deutschlands Verantwortung in der Welt noch mit Blick auf Wirtschafts-, Finanz- oder Haushaltspolitik und auch nicht mit Blick auf den Sozialstaat, der in den Augen der Linkspartei doch vor allem ein bodenlos alimentierender Staat ist&ldquo;, sagt Steinbr&uuml;ck in der FR. Man habe &bdquo;mit keiner Partei so wenig Ber&uuml;hrungspunkte&ldquo; wie mit der Linken, meint der neue Arbeitsminister Olaf Scholz im Deutschlandfunk.<\/p><p>Der Sozialstaat vor der Agenda war f&uuml;r Steinbr&uuml;ck also ein &bdquo;bodenlos alimentierender&ldquo;?<br>\nMan mag das ja kritisieren, aber die Linke fordert in ihrer Programmatik doch im Wesentlichen nur das, was die SPD bis zur Regierungs&uuml;bernahme, ja sogar noch bis zur Ausrufung der Agenda 2010 f&uuml;r weitgehend richtig hielt. Und mit dieser Politik darf und soll es keine &bdquo;Ber&uuml;hrungspunkte&ldquo; mehr geben? &bdquo;Sind das Kommunisten?&ldquo; fragt <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/ausland\/612713.html?nv=sml\">Hans-Ulrich J&ouml;rges im stern h&ouml;hnisch<\/a>.<\/p><p>Immerhin hat die SPD 1998 mit einem Programm des damaligen SPD-Parteivorsitzenden Lafontaine, das dieser nun als Vorsitzender der Linken den heutigen Sozialdemokraten permanent unter die Nase reibt, knapp 44 Prozent der Stimmen erhalten. Konnten Schr&ouml;der und seine Getreuen wirklich davon ausgehen, dass die W&auml;hler Kohl abgew&auml;hlt haben, um sich Lambsdorff pur einzuhandeln?<\/p><p>Wenn eine Partei sich in so kurzer Zeit soweit von ihrem Programm entfernt hat und wenn noch dazu kommt, dass der neu angeschlagene Kurs der eigenen W&auml;hlergruppen nur Opfer abverlangt oder allenfalls den Reichtum anderer Interessengruppen explodieren l&auml;sst, dann braucht sich eigentlich niemand zu wundern, dass trotz aller Ausgrenzungsstrategien nach einer neuesten <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/news\/politik\/2008\/03\/02\/spd-putscht-beck\/hg-deutschland-wird-rot-rot,geo=3906892.html%20\">Emnid-Umfrage f&uuml;r Bild am Sonntag<\/a> der Linken bei der kommenden Wahl im Saarland jetzt schon 19 Prozent, in Th&uuml;ringen 25, in Branenburg 26 und selbst in Bayern aus dem Stand 4 Prozent zugemessen werden.<\/p><p>Emnid-Chef Sch&ouml;ppner: &bdquo;Der Trend zu linken Parteien ist auf eine zunehmende Frustration in der Bev&ouml;lkerung zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Immer mehr B&uuml;rger haben das Gef&uuml;hl: Die Wirtschaft ist nicht f&uuml;r die Menschen da &ndash; und wenn ich Union oder FDP w&auml;hle, geht es den Unternehmen gut, aber nicht mir pers&ouml;nlich.&ldquo;<\/p><p>Sch&ouml;ppner h&auml;tte allerdings die SPD noch einbeziehen m&uuml;ssen. Aber bis Steinbr&uuml;ck, Steinmeier und Platzeck merken, was die B&uuml;rger von dieser Politik halten, sind sie in Rente, die SPD eine Splitterpartei und von der Linken &uuml;berholt.<\/p><p>Um diese Entwicklung aufzuhalten, hat Kurt Beck nur noch eine Chance: Er muss einen Sonderparteitag einberufen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An der simplen Frage, ob die gegen den hessischen Ministerpr&auml;sidenten Koch im Wahlkampf angetretene Andrea Ypsilanti im neu gew&auml;hlten Landtag als Ministerpr&auml;sidentin kandidieren soll oder darf, entz&uuml;nden sich seit der Hessenwahl immer heftigere Attacken der Schr&ouml;derianer in der SPD gegen die Linke und gegen Kurt Beck. Diese Angriffe werden unterst&uuml;tzt, ja sogar inszeniert durch eine<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3033\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[123,190],"tags":[1011,250,246,251,359,229,245],"class_list":["post-3033","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kampagnentarnworteneusprech","category-wahlen","tag-beck-kurt","tag-hessen","tag-linke-mehrheit","tag-muentefering-franz","tag-parteistroemungen","tag-von-dohnanyi-klaus","tag-ypsilanti-andrea"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3033","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3033"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3033\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29119,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3033\/revisions\/29119"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3033"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3033"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3033"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}