{"id":30551,"date":"2016-01-25T09:37:29","date_gmt":"2016-01-25T08:37:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=30551"},"modified":"2024-08-22T16:16:48","modified_gmt":"2024-08-22T14:16:48","slug":"der-grosse-rentenbetrug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=30551","title":{"rendered":"Der gro\u00dfe Rentenbetrug"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right;margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160125_morgan.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Dass die zunehmende Zerschlagung des Sozialstaates ein Elitenprojekt mit dem Ziele der &bdquo;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/David_Harvey_%28Geograph%29\">Akkumulation durch Enteignung<\/a>&ldquo; ist, hat sich inzwischen herumgesprochen. Und auch, dass dabei vieles nicht mit rechten Dingen zuging und immer wieder einmal auch die Verfassung verletzt <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=29270\">wurde<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/arbeitslosigkeit-wohlfahrtsverband-hartz-iv-satz-ist-euro-zu-niedrig-1.2798184\">wird<\/a>. Dass vieles an der &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.mittelbayerische.de\/politik-nachrichten\/merkel-rente-reicht-nicht-fuer-alle-21771-art1158368.html\">Logik des Sachzwanges<\/a>&ldquo; aber grundlegend und nachweislich auf Fehlanalysen, Verdrehungen und Manipulation beruht und damit die Grundlagen etwa der massiven Rentenk&uuml;rzungen der letzten Zeit unhaltbar sind &ndash; das ist neu. <strong>Jens Wernicke<\/strong> sprach hierzu mit <strong>Horst Morgan<\/strong> vom Internetportal &bdquo;<a href=\"http:\/\/altersarmut-per-gesetz.de\/\">Altersarmut per Gesetz<\/a>&ldquo;, der die argumentativen und rechtlichen Grundlagen der forcierten Altersarmut als unhaltbar entlarvt.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Herr Morgan, Sie sind Rentner und betreiben das Internetportal &bdquo;<a href=\"http:\/\/altersarmut-per-gesetz.de\">Altersarmut per Gesetz<\/a>&ldquo;. Was ist Ihr Anliegen, wie kam es zu Ihrem diesbez&uuml;glichen Engagement?<\/strong><\/p><p>Im M&auml;rz 2002 erschien das sogenannte <a href=\"http:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2002\/03\/ls20020306_2bvl001799.html\">Rentenurteil<\/a> des Bundesverfassungsgerichts. Da ich zu dieser Zeit selbst Rentner war, interessierte mich die Entscheidung. Nach ihr h&auml;tten Pension&auml;re angeblich steuerliche Nachteile gegen&uuml;ber Rentnern. Deswegen habe der Gesetzgeber &Auml;nderungen vorzunehmen, um die &bdquo;Bevorzugung&ldquo; der Rentner zu unterbinden. Es war diese Entscheidung, die schlie&szlig;lich zu einer ungerechtfertigten h&ouml;heren Besteuerung aller Renten f&uuml;hrte. Und schon beim ersten Lesen fielen mir zwei Dinge auf: Erstens konnten die meisten vom Gericht zur Argumentation verwandten Rentenbetr&auml;ge nicht stimmen, sie waren viel zu hoch. Und zweitens verstand ich nicht, dass bei &bdquo;typisierender Betrachtung&ldquo; nur 35 Prozent der Rentenversicherungsbeitr&auml;ge des Pflichtversicherten aus versteuertem Einkommen stammen sollen. <\/p><p>Die viel zu hohen Rentenbetr&auml;ge waren schnell gekl&auml;rt: Das Gericht hatte sie verwandt, obwohl in der von ihm selbst angegeben <a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/13\/056\/1305685.pdf\">Quelle<\/a> zu lesen steht, dass entsprechende Renten in der gesetzlichen Rentenversicherung unerreichbar sind.<br>\nZur Kl&auml;rung der Frage, was unter &bdquo;typisierender Betrachtung&ldquo; zu verstehen ist, schrieb ich das Gericht an. In seiner Antwort lie&szlig; man mich wissen, dass das Gericht per Gesetz nicht gehalten sei, &uuml;ber den Urteilstext hinaus Ausk&uuml;nfte zu erteilen. Auf meine Erwiderung, es g&auml;be auch kein Gesetz, das dem Gericht Ausk&uuml;nfte verbiete, gab man mir den Rat, mich an den im Urteilstext zitierten Sachverst&auml;ndigen <em>Bert R&uuml;rup<\/em> zu wenden. Und der versprach mir eine Antwort auf meine Frage, vertr&ouml;stete mich aber auf das Erscheinen des Abschlussberichts der von ihm geleiteten Sachverst&auml;ndigenkommission. Diese Kommission entwickelte im Auftrag des Bundesfinanzministers und wie vom Gericht verlangt ein neues Konzept f&uuml;r die Besteuerung von Renten und Pensionen. R&uuml;rup hielt Wort und einige Zeit sp&auml;ter erhielt ich &bdquo;Mit guten Gr&uuml;&szlig;en&ldquo; den <a href=\"http:\/\/www.portal-sozialpolitik.de\/uploads\/sopo\/pdf\/2003\/2003-12-09-AltEinkG-03-03-11-SV-Komm-lang.pdf\">Abschlussbericht<\/a> der Sachverst&auml;ndigenkommission.<\/p><p>Nach mehrfachem Lesen verstand ich auch, was es mit der typisierenden Betrachtung auf sich hat. Dahinter steht die Vorstellung eines ledigen Pflichtversicherten, der 45 Jahre lang einen Lohn in H&ouml;he der Beitragsbemessungsgrenze zur Rentenversicherung bezogen hat. Das ist zwar sehr untypisch, denn die meisten Pflichtversicherten sind verheiratet, erhalten einen deutlich geringeren Lohn und arbeiten weniger als 45 Jahre. Es blieb aber auch die Frage, wieso er nur 35 Prozent seiner Beitr&auml;ge aus versteuertem Einkommen an die Rentenversicherung entrichtet haben sollte. Die Antwort war einfach: Die  Sachverst&auml;ndigenkommission hatte einen Teil des Steuernachlasses, den der Pflichtversicherte f&uuml;r seine Vorsorgeaufwendungen erhielt, von seinen Beitr&auml;gen abgezogen, mit diesen also gegengerechnet. <\/p><p>Je l&auml;nger ich mich mit der Entscheidung des Gerichtes und der Arbeit der Sachverst&auml;ndigenkommission besch&auml;ftigte, desto mehr schwerwiegende Fehler fielen mir auf. Das Gericht hatte n&auml;mlich nicht nur viel zu hohe Rentenbetr&auml;ge verwendet, sondern auch teilweise viel zu niedrige Betr&auml;ge f&uuml;r Pensionen. Und auch das vom Gericht unterstellte  zu versteuernde Zusatzeinkommen, war viermal h&ouml;her als in der gerichtseigenen Quelle. Schlussendlich konnte ich erkennen, dass nicht nur die Besteuerung von Renten und Pensionen, sondern die gesamte Analyse des Gerichts auf falschen Daten und Argumenten beruhte. Und dass auch die Arbeit der Sachverst&auml;ndigenkommission fehlerhaft ist.<\/p><p>Das war der Moment, an dem ich beschloss, mein Wissen mit anderen zu teilen und meine Internetseite einzurichten. Wer sich als Pflichtversicherter oder Rentner daf&uuml;r interessiert, sollte erfahren, dass er steuerlich-finanziell betrogen wird und wie das genau funktioniert. Das ist mein Anliegen. <\/p><p>Das Gericht hat bei der Betrachtung der Besteuerung von Renten und Pensionen unglaubliche Fehler gemacht. Es zieht auch die falschen Schl&uuml;sse bei der Analyse der Kapitalstr&ouml;me in der Rentenversicherung und bei der Untersuchung des Steuernachlasses f&uuml;r Pflichtversicherte und Beamte bis 2004. Dieser Steuernachlass war f&uuml;r Pflichtversicherte immer viel geringer als f&uuml;r Beamte. Das Gericht &uuml;bersieht sogar drei Subventionen an Beamte bzw. Pension&auml;re. <\/p><p>Und die Sachverst&auml;ndigenkommission? Sie hat die Entscheidung des Gerichtes  voll akzeptiert. Bert R&uuml;rup, der langj&auml;hrige Rentenpapst verschiedener Regierungen, kannte sich in der Materie offenbar pl&ouml;tzlich nicht mehr aus. Und die f&uuml;nf Beamten der Kommission hatten wohl ebenso noch nie etwas von der Mindestversorgung geh&ouml;rt usw. usf.<\/p><p>Was mich aber besonders &auml;rgert, ist Folgendes: Alle vom Bundesfinanzhof und jetzt k&uuml;rzlich auch vom Bundesverfassungsgericht abgelehnten Revisionen gehen von der Richtigkeit des genannten Urteils sowie der Arbeit der Sachverst&auml;ndigenkommission aus. Aber <em>beide<\/em> enthalten unglaubliche Fehler zum Nachteil eines Gro&szlig;teils der Bev&ouml;lkerung.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/7jJFwgcVHo4\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p style=\"text-align: center;\"><strong>Altersarmut per Gesetz: Fehlurteil des Bundesverfassungsgerichts<\/strong><\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/FflGdj4iLdk\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p style=\"text-align: center;\"><strong>Altersarmut per Gesetz: Fehler der Sachverst&auml;ndigenkommission<\/strong><\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/SIO6HmNcOKQ\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p style=\"text-align: center;\"><strong>Altersarmut per Gesetz: Steuerliche Nachteile f&uuml;r Pflichtversicherte und Rentner<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Inwiefern werden Sie denn betrogen? Die Arbeit der Sachverst&auml;ndigenkommission und das Urteil des Gerichtes haben zum Einzug fehlerhafter Daten in die Rentendebatte gef&uuml;hrt; das habe ich verstanden. Aber was genau f&uuml;r Folgen zeitigte und zeitigt das denn?<\/strong><\/p><p>Die Gesetzgebung zum Thema, das sogenannte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alterseink%C3%BCnftegesetz\">Alterseink&uuml;nftegesetz<\/a>, sieht auf den ersten Blick ganz in Ordnung aus: Die Pflichtversicherten der gesetzlichen Rentenversicherung k&ouml;nnen ihre Beitr&auml;ge zunehmend steuerlich absetzen. Im Gegenzug werden ihre Renten sp&auml;ter vermehrt besteuert. Klingt gut, ist es aber nicht. Denn tats&auml;chlich werden Pflichtversicherte und Rentner, Jung und Alt, zwei Drittel der Bev&ouml;lkerung auf diesem Wege finanziell ausgepl&uuml;ndert. Und ohne einen kritischen Blick hinter die dazu notwendigen Mechanismen w&uuml;rden viele Betroffene diesen Missstand nicht einmal bemerken.<\/p><p><strong>Wie darf ich das verstehen? Wie wird gepl&uuml;ndert? Und wieso sollte das niemand bemerken: Wenn die Leute weniger in der Tasche haben, sp&uuml;ren sie das doch unmittelbar?<\/strong><\/p><p>Tats&auml;chlich haben alle Pflichtversicherten in ihrer Berufszeit steuerlich-finanzielle Nachteile, die auch wenn sie Rentner sind, nicht ausgeglichen werden. Ich hatte es schon erw&auml;hnt, die  Sachverst&auml;ndigenkommission hat einen Teil des Steuernachlasses, den der Pflichtversicherte f&uuml;r seine Vorsorgeaufwendungen erh&auml;lt, von seinen Beitr&auml;gen zur Rentenversicherung abgezogen. Und noch ein Nachteil: Pflichtversicherte entrichten ihre Beitr&auml;ge aus dem zu versteuernden Lohn, Beitr&auml;ge, von denen Beamte befreit sind. Pflichtversicherte zahlen de facto also h&ouml;here Steuern als Beamte. <\/p><p>Und noch eins: Es liegt am Verlauf des Steuernachlasses f&uuml;r Vorsorgeaufwendungen, dass Pflichtversicherte auch unterschiedlich hohe Rentenversicherungsbeitr&auml;ge aus versteuertem Einkommen f&uuml;r 1.000 Euro ihrer Erstrente entrichten. Dazu kommt noch, dass der sogenannte Bundeszuschuss zu gering ist, um alle versicherungsfremden Leistungen in der Rentenversicherung zu decken. Stattdessen werden die Pflichtbeitr&auml;ge der Versicherten verwendet. <\/p><p>Wenn man alle Nachteile zusammenz&auml;hlt, kommen erhebliche Summen zusammen. In der Zeit von 1960 bis 2004, also in der Zeit, die die Sachverst&auml;ndigenkommission als Berufszeit ihres typisierten Pflichtversicherten herangezogen hat, entstehen diesem unverzinst Nachteile in H&ouml;he von knapp 200.000 Euro. Bei einem Durchschnittsverdiener sind es gut 90.000 Euro. Wie gesagt: unverzinst und niemals ausglichen.<\/p><p><strong>K&ouml;nnten Sie das ein wenig durch konkrete Daten unterf&uuml;ttern: Wie viele Menschen sind von Altersarmut in welchem Sinne bedroht? Wohin genau f&uuml;hrt der Weg bzw. soll er f&uuml;hren, so nichts geschieht?<\/strong><\/p><p>Ein Indikator f&uuml;r die wachsende Anzahl von Menschen mit Armutsproblemen im Alter ist die Anzahl der Empf&auml;nger der so genannten Grundsicherung. Die <a href=\"http:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/165570\/umfrage\/empfaenger-von-grundsicherung-in-deutschland\/\">Statistik<\/a> zeigt, dass sich die Anzahl der Empf&auml;nger von 2003 bis 2015 mehr als verdoppelt hat.  <\/p><p>Die Grundsicherung erhalten Rentner und Personen, die wegen einer Erwerbsminderung aus dem Arbeitsleben ausgeschieden sind, wenn ihre Eink&uuml;nfte nicht f&uuml;r den Lebensunterhalt ausreichen. Die H&ouml;he der Grundsicherung im Alter entspricht etwa dem Arbeitslosengeld II f&uuml;r Hartz-IV-Bezieher. Der Regelsatz betr&auml;gt ungef&auml;hr 380 Euro im Monat. Zus&auml;tzlich werden Miet- und Heizkosten erstattet. Besonders von Altersarmut betroffen sind Rentnerinnen in Westdeutschland. Hier bekamen 3,2 Prozent der Frauen ab 65 Jahren Grundsicherung im Alter. Menschen in Bremen, Berlin und Hamburg bezogen am h&auml;ufigsten diese Leistungen. <\/p><p>Ein anderer Indikator f&uuml;r die zunehmende Altersarmut ist die steigende <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/arbeitsmarkt-immer-mehr-rentner-haben-einen-minijob-\/12468560.html\">Zahl von Rentnern mit Minijobs<\/a>. Immer mehr M&auml;nner und Frauen im Rentenalter bessern ihr Einkommen inzwischen mit einem 450-Euro-Job auf. Vor zw&ouml;lf Jahren waren es knapp 533.000, die einen Minijob hatten &ndash; in diesem Jahr im M&auml;rz waren es fast 904.000. Es ist anzunehmen, dass der weitaus &uuml;berwiegende Teil der &auml;lteren Menschen <em>nicht<\/em> aus Spa&szlig; und zum Zeitvertreib weiter arbeitet, sondern aus finanzieller Not heraus, so jedenfalls die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken-Bundestagsfraktion. Dem kann ich leider nur beipflichten.<\/p><p>Wir haben es in Deutschland also mit einer steigenden Anzahl von Menschen zu tun, die im Alter entweder Grundsicherung bezieht oder einem Minijob nachgeht. Die meisten Personen haben eine geringe Rente, die ihnen ein ausk&ouml;mmliches Leben in W&uuml;rde nicht erlaubt.<\/p><p><strong>Der Gesetzgeber betreibt also wider das Sozialstaatsgebot des Grundgesetzes Raubbau an der sozialen Absicherung der Bev&ouml;lkerung und forciert die zunehmende Verarmung breiter Bev&ouml;lkerungsteile? Warum tut er das denn? Und wieso stoppen ihn die Gerichte hierbei nicht?<\/strong><\/p><p>Sie wissen wahrscheinlich, dass die Absenkung des Eckrentenniveaus l&auml;ngst beschlossene Sache ist. Die Eckrente ist jene Rente, die jemand erh&auml;lt, wenn er 45 Jahre ununterbrochen bei Durchschnittslohn gearbeitet hat. Das Eckrentenniveau soll also von jetzt 47 Prozent auf 43 Prozent im Jahr 2030 abgesenkt werden. Das h&ouml;rt sich harmlos an, ist es aber nicht. Die meisten Frauen und etwa die H&auml;lfte der M&auml;nner erhalten bereits heute eine Rente unterhalb des Eckrenten-Niveaus. Die weitere Absenkung desselben in Verbindung mit der Anwendung des Alterseink&uuml;nftegesetzes stellt f&uuml;r Millionen den Weg in die Altersarmut dar.<\/p><p>Warum der Gesetzgeber derlei Verarmung der Bev&ouml;lkerung vorantreibt, ist aus meiner Sicht v&ouml;llig klar. Die arbeitende Bev&ouml;lkerung soll privat f&uuml;r das Alter vorsorgen und so das Milliardengesch&auml;ft der Versicherungen, darunter auch die AWD des Herrn <em><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25723\">Maschmeyer<\/a><\/em>, erm&ouml;glichen. Er will die Mehrheit der Bev&ouml;lkerung mit einer kleinen &bdquo;Rente f&uuml;r jeden&ldquo; abspeisen, nachdem er das bestehende Rentensystem zugunsten anderer Interessen ausgepl&uuml;ndert hat. Und die Gewerkschaften? Sie tun ihre Arbeit nicht, ihre F&uuml;hrer sind zu einem Teil des Systems und damit Problems geworden. <\/p><p>Man k&ouml;nnte annehmen, dass Fachleute aus der Medienwelt die Fehler des Bundesverfassungsgerichts h&auml;tten bemerken m&uuml;ssen. Das ist aber leider nicht der Fall. Ein Beispiel: <em>Rolf Lamprecht<\/em> arbeitete von 1968 bis 1998 als Spiegel-Korrespondent bei den Obersten Gerichtsh&ouml;fen des Bundes in Karlsruhe. Er schrieb unter anderem das Buch &bdquo;Ich gehe bis nach Karlsruhe&ldquo;. Darin erw&auml;hnt er zwar das Urteil zur Sache bzw. dessen falschen Datengrundlage, gelangt aber zu dem Schluss, hier habe <em>Jutta Limbach<\/em>, die damalige Pr&auml;sidentin des Bundesverfassungsgerichts und Vorsitzende des Zweiten Senats, besonderes Fingerspitzengef&uuml;hl unter Beweis gestellt.<\/p><p><strong>Nun, dieser Raubbau war offensichtlich politisch gewollt und alle machten und machen mit: Gerichte, Medien etc. Das haben wir ja bei Hartz IV ebenso wie bei all den Kriegen und Kriegsl&uuml;gen der letzten Zeit immer wieder erlebt&hellip; Aber zur Sache: Was k&ouml;nnen die Betroffenen tun? Was denken Sie, w&auml;re eine geeignete Form von Widerstand gegen diesen Raubbau auf Kosten der Bev&ouml;lkerung? Haben Sie eine Idee?<\/strong><\/p><p>Ich glaube der Schl&uuml;ssel zum Widerstand liegt in der Tatsache, dass alle vom Bundesfinanzhof oder  vom Bundesverfassungsgericht abgelehnten Revisionen die Richtigkeit des genannten Urteils sowie der Arbeit der Sachverst&auml;ndigenkommission unterstellen. Aber, wie gesagt, beide enthalten unglaubliche Fehler. <\/p><p>Als Rentner sollte sich jeder mit anwaltlicher Hilfe gegen die Besteuerung seiner Rente wehren. Die Argumente und notwendigen Quellen hierf&uuml;r finden sich auf meiner Internetseite. Das macht die Arbeit des Anwalts und seine Kosten &uuml;berschaubar.<\/p><p><strong>Noch ein letztes Wort?<\/strong><\/p><p>Ich w&uuml;nsche mir viele B&uuml;rger, die ihr Recht auf eine ausk&ouml;mmliche Rente einklagen!<\/p><p><strong>Ich bedanke mich f&uuml;r das Gespr&auml;ch.<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Horst Morgan<\/strong> studierte Elektrotechnik und promovierte in Informatik. Seine berufliche Erfahrung betrifft Forschung, Entwicklung und Dienstleistung. Er war im In- und Ausland f&uuml;r einen Gro&szlig;konzern t&auml;tig, zuletzt in leitender Funktion im Bereich des firmenweiten Dienstleisters f&uuml;r Computer- und Kommunikationsdienste. Inzwischen ist er im Ruhestand.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Weiterschauen:<\/strong><\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/videoseries?list=PLJYgbrgw0ZQx1tuWipP6lqvUVDwYPKmLx\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p style=\"text-align: center;\"><strong>Horst Morgan: &ldquo;Das Alterseink&uuml;nftegesetz und die Folgen&rdquo;<\/strong><\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/8mGC0bjyXSY\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p style=\"text-align: center;\"><strong>ARD: Griff in die Rentenkasse<\/strong><\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/QmxDDtQBxEM\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p style=\"text-align: center;\"><strong>BR: Riesterrente, Lebensversicherung: Heute jung, morgen arm<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><em><strong>Weitere Ver&ouml;ffentlichungen von Jens Wernicke<\/strong> finden Sie auf seiner Homepage <a href=\"http:\/\/www.jenswernicke.de\">jenswernicke.de<\/a>. Dort k&ouml;nnen Sie auch <a href=\"http:\/\/feedburner.google.com\/fb\/a\/mailverify?uri=JensWernicke&amp;loc=de_DE\"><strong>eine automatische E-Mail-Benachrichtigung<\/strong><\/a> &uuml;ber neue Texte bestellen.<\/em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/12c89d6c7abb4bdab3c81359fbfbad01\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right;margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160125_morgan.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Dass die zunehmende Zerschlagung des Sozialstaates ein Elitenprojekt mit dem Ziele der &bdquo;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/David_Harvey_%28Geograph%29\">Akkumulation durch Enteignung<\/a>&ldquo; ist, hat sich inzwischen herumgesprochen. 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