{"id":3078,"date":"2008-03-19T08:50:40","date_gmt":"2008-03-19T07:50:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3078"},"modified":"2008-03-19T15:03:01","modified_gmt":"2008-03-19T14:03:01","slug":"hinweise-des-tages-609","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3078","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<br>\nVorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind.<br>\nWenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3078&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/p><ol>\n<li><strong>IMK: Wirtschaft w&auml;chst in diesem Jahr nur noch um 1,3 Prozent<\/strong><br>\nDie Abschwungtendenz f&auml;llt damit in diesem Jahr noch deutlicher aus, als bislang vom IMK prognostiziert. Der Besch&auml;ftigungszuwachs verliert deutlich an Kraft und wird im kommenden Jahr sogar in einen geringen R&uuml;ckgang umschlagen. Wesentliche Ursachen f&uuml;r die deutlich nachlassende konjunkturelle Dynamik in diesem Jahr sind die internationale Finanzkrise, eine leichte Rezession in den USA, die St&auml;rke des Euro und die Entwicklung der Rohstoffpreise. Der Konsum werde &ndash; anders als viele Experten erwarten &ndash; die Konjunktur nur wenig st&uuml;tzen k&ouml;nnen. Zwar entwickelten sich die Reall&ouml;hne etwas st&auml;rker als in den Vorjahren, die Tendenz sei aber weiterhin zu schwach f&uuml;r signifikante Impulse, zumal sich gleichzeitig der Arbeitsplatzaufbau verlangsame.<br>\nQuelle mit Tabellen: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/pm_imk_2008_03_18.pdf\">IMK [PDF &ndash; 72 KB]<\/a>\n<p><strong>Anmerkung:<\/strong> Aber f&uuml;r die Bundesbank l&auml;uft die Konjunktur in Deutschland <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_inc\/_globals\/print.php?em_cnt=1302148&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/\">&bdquo;ausgesprochen gut&ldquo;<\/a>.<\/p><\/li>\n<li><strong>BILD: &bdquo;Politikeraufstand gegen h&ouml;here Rente!&ldquo;<\/strong><br>\nRenten-Erh&ouml;hung kommt uns noch teuer zu stehen.In der Gro&szlig;en Koalition formiert sich massiver Widerstand gegen den geplanten Griff in die Rentenkasse! Vertreter der jungen Abgeordneten und Wirtschaftspolitiker sprechen von einem &bdquo;fatalen Signal&ldquo;, sollten Teile der Rentenreform &bdquo;aus wahltaktischen Gr&uuml;nden&ldquo; zur&uuml;ckgenommen werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/news\/politik\/2008\/03\/18\/politiker-aufstand\/gegen-hoehere-rente.html\">BILD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Mit Riesenlettern setzte BILD am 18.3.08 seine Kampagne zur weiteren Ruinierung der gesetzlichen Rente fort. Man h&auml;tte meinen k&ouml;nnen, erstmals in der Gro&szlig;en Koalition gibt es einen &bdquo;Aufstand&ldquo; der Koalitionsfraktionen. Wer sind die Aufst&auml;ndischen: Der ehemalige Bankangestellte und Jungunionist Stefan M&uuml;ller, der in BILD schon mal den Arbeitsdienst f&uuml;r Alg II-Empf&auml;nger einf&uuml;hren wollte. Der CDU-Mittelstandslobbyist Michael Fuchs (f&uuml;r BILD ein Wirtschaftsexperte). Der CDU-Europaabgeordnete Kurt Lauk, der schon mal die Gesamtdauer des Alg II-Bezugs auf eine bestimmte Anzahl von Jahren begrenzen wollte. Und nat&uuml;rlich darf das Mitglied der rechten &bdquo;Seeheimer&ldquo; Rainer Wend von der SPD nicht fehlen, der schon immer nachplappert, was die Wirtschafts- und Versicherungslobby ihm vorgibt.<br>\nDiese vier &bdquo;Riesenstaatsm&auml;nner&ldquo; sind also f&uuml;r BILD die Schlagzeile &bdquo;Politikeraufstand gegen h&ouml;here Rente&ldquo; wert. Dass sich eine Finanzreserve bei der Rentenversicherung von &uuml;ber 11 Milliarden angesammelt hat, wird offenbar bewusst verschwiegen. Klar, dass der Arbeitgeberverband (BDA) aus dieser Reserve lieber die Rentenversicherungsbeitr&auml;ge senken w&uuml;rde, um sich weiter aus der parit&auml;tischen Finanzierung der gesetzlichen Rente zur&uuml;ckzuziehen..<br>\nAls der Bundestag die Bez&uuml;ge der Abgeordneten nicht etwa um 1,1 %, sondern gleich um &uuml;ber 9 % erh&ouml;hte, war von einem Aufstand dieser Politiker nichts zu lesen &ndash; auch nicht in BILD.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Hartz IV: Sinnlose Kurse statt echter Hilfe<\/strong><br>\nDie Arbeitsmarktexpertin der SPD-Landtagsfraktion in Brandenburg, Esther Schr&ouml;der, sieht darin keine Einzelf&auml;lle. Sie bem&auml;ngelt, dass &ldquo;in Brandenburg immer noch erhebliche Defizite bei der Betreuung und Vermittlung von Hartz-IV-Empf&auml;ngern bestehen&rdquo;. Die sogenannten Fall-Manager seien vielfach &uuml;berfordert und vielfach unmotiviert. &ldquo;Das Ziel, individuell zu f&ouml;rdern, wird verfehlt&rdquo;, so Schr&ouml;der. Auch d&uuml;rften nicht so h&auml;ufig Ein-Euro-Jobs vergeben werden, die urspr&uuml;nglich &ldquo;als letztes Mittel&rdquo; galten. &ldquo;Damit wird die Arbeitslosigkeit nur verfestigt&rdquo;, so Schr&ouml;der. &ldquo;Ein radikales Umsteuern ist notwendig &ndash; weg von Arbeitsgelegenheiten hin zu mehr Qualifikation&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.morgenpost.de\/content\/2008\/03\/18\/brandenburg\/952639.html\">Berliner Morgenpost<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Dieser Abschnitt des Artikels ist allerdings Propaganda f&uuml;r die Agenda 2010: &bdquo;Drei Jahre nach dem Start der Arbeitsmarktreform Hartz IV im Januar 2005 sind nach Einsch&auml;tzung der Expertin die Erfolge dennoch un&uuml;bersehbar. &bdquo;Die Reform greift, doch es gibt noch immer viel Schatten.&rdquo; Die Zahl der Arbeitslosen sei in Brandenburg unter die magische Schwelle von 200 000 gesunken.&ldquo;<br>\nEbensogut k&ouml;nnte man den ber&uuml;chtigten Zusammenhang zwischen der Zahl der St&ouml;rche und der Geburtenrate postulieren. Hinter uns liegt ein leichter Aufschwung, daher ist die Zahl der Arbeitslosen selbstverst&auml;ndlich gesunken &ndash; mit oder ohne Hartz IV.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Steuerhinterziehung ist kein Schwerverbrechen<\/strong><br>\nEx-Finanzminister Hans Eichel hat kritisiert, die Gesetze der Schweiz schafften Anreize zur kriminellen Steuerflucht. Doch das Schweizer Bankgeheimnis ist Ausdruck des berechtigten Misstrauens der B&uuml;rger gegen den Staat. Es ist Ausdruck freiheitlicher Gesinnung. Auch die Deutschen profitieren davon.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/meinung\/article1809983\/Steuerhinterziehung_ist_kein_Schwerverbrechen.html\">Die Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Die Verharmlosung des Steuerbetrugs geht also weiter. Nun ist auch noch der Wohlfahrtsstaat schuld an der massenhaften Steuerhinterziehung: &bdquo;Der Schweizer Privatbankier Konrad Hummler hat in einer hervorragenden Studie nachgewiesen, dass nicht allein die hohen Steuers&auml;tze in Deutschland Kapitalflucht ausl&ouml;sen, sondern ein Vertrauensverlust gegen&uuml;ber dem deutschen Wohlfahrtsstaat, dem man die Sicherung der eigenen Altersvorsorge nicht mehr zutraut.&ldquo;<br>\nDas b&uuml;rgerliche Freiheitspathos der &bdquo;Welt&ldquo; gegen&uuml;ber dem Staat ist ziemlich scheinheilig. Wenn es um Steuerflucht geht, ist das Misstrauen der B&uuml;rger gegen den Staat Ausdruck freiheitlicher Gesinnung, wenn es aber um die staatliche &Uuml;berwachung der B&uuml;rger durch Datenspeicherung, Lauschangriffe oder Online-&Uuml;berwachung geht, hat man von diesem erzkonservativen Blatt kaum etwas &uuml;ber die Einschr&auml;nkung der b&uuml;rgerlichen Freiheitsrechte geh&ouml;rt, im Gegenteil.<br>\nZur doppelb&ouml;digen Argumentation beim Steuer- und Bankgeheimnis siehe auch <a href=\"?p=3070\">&bdquo;Steuerhinterziehung &ndash; ein Spiegelbild gesellschaftlicher Verh&auml;ltnisse&ldquo;<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Notenbank als Nothelfer<\/strong><br>\nDie amerikanische Notenbank Fed tritt als Retterin in der Finanzkrise auf &ndash; ihr Chef Bernanke &uuml;bertritt damit eine rote Linie. Denn Disziplin in Finanzdingen ist nur dann sicher, wenn Investoren nicht damit rechnen k&ouml;nnen, dass Vater Staat ihnen mit dem Geld der Steuerzahler zu Hilfe kommt. Der Zorn &uuml;ber all die Missbr&auml;uche darf aber jetzt nicht zu Fehlschl&uuml;ssen f&uuml;hren. Der Krise zum Trotz haben sich die globalisierten Finanzm&auml;rkte bisher segensreich ausgewirkt. Sie haben zum Beispiel vielen ehemals armen L&auml;ndern Zugang zu Krediten verschafft und dazu beigetragen, Ungleichgewichte im Welthandel zu &uuml;berbr&uuml;cken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/finanzen\/artikel\/460\/163999\/\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Nur insoweit interessant, als Nik Piper, seines Zeichens Mitglied der erzliberalen Mont P&egrave;lerin-Loge, mal wieder die reine Lehre der Marktwirtschaft zu retten versucht. In Abwandlung des Kaiser Ferdinand I. zugeschriebenen Satzes &bdquo;fiat iustitia, pereat mundus&ldquo; gilt f&uuml;r den Marktdogmatiker Piper: &bdquo;fiat mercatus, pereat mundus&ldquo; (Mag auch die Welt dar&uuml;ber zugrunde gehen, die Marktgesetze m&uuml;ssen gelten).<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Bankenkrise :  Sparkassen &ndash; ein Gl&uuml;ck f&uuml;r Deutschland <\/strong><br>\nBeinahe-Pleite der US-Bank Bear Stearns, B&ouml;rsenabsturz weltweit &ndash; Erinnerungen an den &ldquo;Schwarzen Freitag&rdquo; werden wach: Finanzprofessor Reinhard Schmidt &uuml;ber das Risiko von Bankenpleiten in Deutschland: &bdquo;Die Notenbanken und die Aufsichtsbeh&ouml;rden m&uuml;ssen scharf kontrollieren, dass sich die Banken an die Eigenkapitalvorschriften halten &ndash; und notfalls einspringen, wenn eine im Kern gesunde Bank kippt. Vor allem sind jetzt aber die Banken dran. Sie m&uuml;ssen Eigenkapital nachschie&szlig;en, auch wenn es wehtut, auch wenn es wehtut. &hellip; Und das ist auch richtig so. Die Aktion&auml;re haben toleriert, erwartet und zum Teil sogar gefordert, dass die Banken so extrem hohe Risiken eingegangen sind. Dann ist es doch auch nur konsequent, dass sie jetzt Geld verlieren, weil ihre Aktien weniger wert sind.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1305294\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Legt die Bonus-Banker an die Kette<\/strong><br>\nWas ist nun zu tun, neben den aktuellen Rettungsarbeiten, f&uuml;r die vor allem die Notenbanken zust&auml;ndig sind? So schwer es einem liberalen &Ouml;konomen f&auml;llt &ndash; die Devise kann nur lauten: Entmachtet die Banker! Die Geldh&auml;ndler m&uuml;ssen in ihrer Handlungsfreiheit eingeschr&auml;nkt werden, nach Jahren der Deregulierung ist jetzt Reregulierung angesagt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,542107,00.html\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Wenn das einflussreichste, neoliberale Kampfblatt in Deutschland nach mehr Regulierung ruft, dann haben wir wirklich eine neue Situation.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Deutschland &ndash; F&uuml;nfparteienland &ndash; Hat das alte Lagerdenken ausgedient?<\/strong><br>\nNeue B&uuml;ndnisse braucht das Land! Im Katalog der M&ouml;glichkeiten sind eine schwarz-gr&uuml;ne Koalition und eine rot-rot-gr&uuml;ne Konstellation im Angebot. Noch ist nichts entschieden. Alles kann auch noch ganz anders kommen. Politik wird wieder spannend. Vera Dreckmann diskutiert mit Prof. Joachim Raschke (Politikwissenschaftler, Hamburg), Dr. Warnfried Dettling (Politikberater und Publizist, Berlin) und Albrecht M&uuml;ller (Ex-SPD MdB und Publizist).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/medien.wdr.de\/m\/1205488101\/radio\/fhgespraeche\/wdr5_funkhausgespraeche_20080313.mp3\">WDR-H&ouml;rfunk (Podcast)<\/a><\/li>\n<li><strong>Tiefensee: &ldquo;Unser Fahrplan f&uuml;r die Bahn steht&rdquo; <\/strong><br>\nOhne Privatisierung kein Geld, ohne Geld keine Investitionen. Wie Wolfgang Tiefensee den B&ouml;rsengang der Deutschen Bahn retten will, erz&auml;hlt er im exklusiven SZ-Interview.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/artikel\/633\/164171\/\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Es ist ziemlich klar erkennbar, dass Tiefensee den SPD-Beschluss unterlaufen und die Bahn &uuml;ber Tricks an die B&ouml;rse bringen will. Typisch Tiefensee: Die Antwort auf die entscheidende Frage, warum die Bahn nicht Staatsanleihen aufnimmt statt sich Geld durch einen B&ouml;rsengang zu verschaffen, verweigert er. Warum sollen Gelder von Investoren, die eine h&ouml;here Rendite wollen, als &uuml;ber Anleihen zu erzielen ist (sonst w&uuml;rden sie ihr Geld doch in Anleihen anlegen), f&uuml;r die Bahn g&uuml;nstiger sein?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>B&uuml;rgerinitiativen treffen sich in Leipzig: Wir sind gegen Privatisierungen<\/strong><br>\nKeimzellen so genannter freier W&auml;hlergemeinschaften sind &ndash; wie fr&uuml;her bei den Gr&uuml;nen &ndash; meistens B&uuml;rgerinitiativen. Eine der erfolgreichsten gibt es zurzeit in Leipzig. Diese <a href=\"http:\/\/www.buergerbegehren-leipzig.de\/\">Initiative<\/a> hat mit Ausdauer und Fantasie die Privatisierung kommunaler Unternehmen verhindert, bei einer B&uuml;rgerbefragung am 27. Januar 2008 gaben 41 Prozent der Leipzigerinnen und Leipziger ihre Stimme ab, 87,4 Prozent machten dem Oberb&uuml;rgermeister, der gedanklich schon die Millionen f&uuml;r den Teilverkauf der Stadtwerke ausgegeben hatte, einen Strich durch die Rechnung. &Auml;hnliches gelang in Freiburg.<br>\nNun hat sich diese Leipziger B&uuml;rgerinitiative ein neues Motto gew&auml;hlt, das nicht mehr &ldquo;Stoppt den Ausverkauf unserer Stadt&rdquo;, sondern &ldquo;Stoppt den Ausverkauf der St&auml;dte&rdquo; hei&szlig;t. Dazu Mike Nagler, der gerade mit anderen ein Vernetzungstreffen organisiert: &ldquo;Bundesweit steht in St&auml;dten und Gemeinden die Privatisierung von weiten Bereichen der Daseinsvorsorge auf der kommunalpolitischen Agenda. Dieser Angriff auf soziale, wirtschaftliche und kulturelle Strukturen, die von den kommunalen Gemeinschaften in Jahrzehnten aufgebaut wurden, ist nicht erst seit heute zu beobachten &ndash; aber der Druck hat zugenommen.&rdquo;<br>\nDa ist Gegendruck erforderlich, meint die Leipziger B&uuml;rgerinitiative, zusammenarbeiten sollen Gruppen von Potsdam bis Bergkamen, die schon etwas erreicht haben, mit Zusammenschl&uuml;ssen, die bei der Gegenwehr erst am Anfang stehen. Das Vernetzungstreffen ist f&uuml;r den 3. Mai geplant und soll in der Museumsscheune in Leipzig-Liebertwolkwitz stattfinden.<br>\nZu den Zielen dieses Treffens sagt Mike Nagler: &ldquo;Wir wollen uns daf&uuml;r einsetzen, dass sich viele lokale Netzwerke von engagierten B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern bilden, miteinander verbinden, ihr Mitspracherecht einfordern und Privatisierungsvorhaben stoppen oder auch Initiativen zur Rekommunalisierung ins Leben rufen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.readers-edition.de\/2008\/03\/18\/buergerinitiativen-treffen-sich-in-leipzig-wir-sind-gegen-privatisierungen\/\">Readers Edition<\/a><\/li>\n<li><strong>Philosophie der Neuzeit: &bdquo;Wettbewerb ist soliarisch&ldquo;<\/strong><br>\nWettbewerb geht immer zu Lasten anderer. Er bringt aber auf lange Sicht uns allen die gr&ouml;&szlig;ten Vorteile. Letztlich ist Wettbewerb solidarischer als Teilen. Um der Solidarit&auml;t willen sollten wir den Wettbewerb forcieren, wie auf dem Telefonmarkt. Unternehmerisches Handeln ist daran zu messen, ob und wie weit es der Allgemeinheit und nicht den Arbeitsplatzbesitzern dient.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/artikel\/250\/154847\/\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Der von der SZ interviewte Karl Homann ist Professor f&uuml;r Philosophie und &Ouml;konomie an der Ludwig-Maximilians-Universit&auml;t in M&uuml;nchen. Selbst die Philosophie sieht f&uuml;r sich heute offenbar keine andere Aufgabe mehr als den Wettbewerb, den Markt und die Globalisierung als letzte Erkenntnis des Zusammenhangs der Dinge zu vermitteln. Das ist ein R&uuml;ckfall ins tiefe Mittelalter, wo die Philosophen auch nur mit unterschiedlichen Methoden Dogmen zu begr&uuml;nden hatten &ndash; damals die Glaubensdogmen der katholischen Kirche.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>INSM: Unterrichtsmaterialien f&uuml;r die Hautschulen aktualisiert<\/strong><br>\nDie Unterrichtsmaterialien gibt es zu sechs verschiedenen Themengebieten: Arbeitsmarkt, Bildung, Selbstst&auml;ndigkeit, Soziale Sicherung, Schlanker Staat und Neue Arbeitswelt. Die Arbeitsbl&auml;tter sind so konzipiert, dass sie sich zum direkten Einsatz im Unterricht eignen. Jedes Arbeitsblatt enth&auml;lt zus&auml;tzlich ein Blatt mit L&ouml;sungshinweisen f&uuml;r Lehrer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundschule.de\/WUS\/homepage\/Aktuell\/Neue_Materialien\/Unterrichtsmaterial_fuer_Hauptschule_aktualisiert.html;jsessionid=559E592773E22AFEBA5529A6E2ECDE3F\">INSM<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Warum darf es sein, dass eine arbeitgeberfinanzierte PR-Organisation mit offen eingestandener, ideologischer Ausrichtung Unterrichtsmaterial in staatliche Schulen einschleust. Darf Scientology das etwa auch? Wer fragt mal in seinem Schulministerium nach?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Arbeitsminister Scholz will Praktikanten ein bisschen helfen<\/strong><br>\nDas Praktikanten-Prekariat gibt es tats&auml;chlich &ndash; diese Erkenntnis hat sich jetzt auch das Bundesarbeitsministerium durch eine Studie bescheinigen lassen.<br>\nBei &uuml;ber der H&auml;lfte wurden ihre freiwilligen Praktika gar nicht bezahlt, zw&ouml;lf Prozent beurteilten die Verg&uuml;tung als unangemessen und nur 37 Prozent als fair. 49 Prozent der Praktikanten gaben an, dass sie von anderen Personen finanzielle Unterst&uuml;tzung erhalten mussten. Und viele Praktikanten sitzen Mama und Papa ziemlich lange auf der Tasche: Bei 52 Prozent dauerte der Schnupper-Aufenthalt in der Arbeitswelt sechs Monate oder l&auml;nger.<br>\nBei der Nahaufnahme der Praktikantensituation kommen die Inifes-Forscher zu einem drastischen Ergebnis: &ldquo;Vor dem Hintergrund, dass es sich bei den befragten Praktikantinnen und Praktikanten ausnahmslos um Personen handelt, die bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung haben, liegt die Vermutung nahe, dass die entsprechenden Unternehmen auch Interesse an einer unbezahlten Arbeitskraft hatten.&rdquo; Mehr als 80 Prozent der freiwilligen Praktikanten wurden nach eigener Einsch&auml;tzung mindestens die H&auml;lfte ihrer Arbeitszeit als normale Arbeitskraft eingesetzt.<br>\nVon allen jungen, qualifizierten Besch&auml;ftigten, die im Verlauf ihres beruflichen Einstiegs ein Praktikum absolviert haben, sind lediglich 22 Prozent vom selben Arbeitgeber &uuml;bernommen worden; 13 Prozent fanden ebenfalls nahtlos eine Anschlusst&auml;tigkeit bei einem anderen Arbeitgeber. Und der Rest schuftete weiter irgendwo zwischen Praktikum, Zeitvertrag oder Leiharbeit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/jobundberuf\/0,1518,542233,00.html\">Spiegel online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Warum denkt man eigentlich nicht &uuml;ber eine Mindestverg&uuml;tung und eine H&ouml;chstdauer f&uuml;r Praktika nach? Wenn nicht der Gesetzgeber, so doch vielleicht die Gewerkschaften. Warum sollen Praktikanten (mit voller Ausbildung) ungesch&uuml;tzter sein als Auszubildende?<br>\nSolange hier nichts passiert, sind Praktika die billigste Form der unbezahlten oder gering bezahlten Leiharbeit und der perfekte Weg, Probezeiten oder befristete Arbeitsverh&auml;ltnisse zu umgehen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Uni Karlsruhe erh&auml;lt 200 Millionen Euro<\/strong><br>\nDie Karlsruher Universit&auml;t erh&auml;lt mehr Geld, als sie je zu tr&auml;umen wagte &ndash; SAP-Mitgr&uuml;nder Hans-Werner Hector stiftet 200 Millionen Euro. Die Rekordsumme hilft beim Kampf um die besten und teuersten K&ouml;pfe, vergr&ouml;&szlig;ert aber die Kluft zwischen armen und reichen Hochschulen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/0,1518,541993,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Schon die &Uuml;berschrift ist entweder dumm oder eine glatte L&uuml;ge. Im Text hei&szlig;t es denn auch: &bdquo;Rund f&uuml;nf Millionen Euro extra will die Universit&auml;t jedes Jahr aus der 200-Millionen-Euro-Stiftung erl&ouml;sen.&ldquo; Eine &bdquo;Rekordsumme&ldquo; anl&auml;sslich eines staatlich finanzierten Jahresetats von 180 Millionen? Wie viel Geld ist dem Fiskus durch diese sicher &bdquo;gemeinn&uuml;tzige&ldquo; Stiftung verloren gegangen? Kann eine Uni damit wirklich die besten K&ouml;pfe kaufen oder kauft sie nur solche K&ouml;pfe, die der Stiftung genehm sind? Hei&szlig;t es doch: &bdquo;&Uuml;ber die Vergabe entscheidet ein Kuratorium mit Vertretern aus Wirtschaft und Universit&auml;t.&ldquo; Und solche Auswahlgremien sollen ein Urteil dar&uuml;ber abgeben k&ouml;nnen, wer &bdquo;herausragend qualifiziert&ldquo; ist?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<br \/> Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3078","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3078","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3078"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3078\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3078"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3078"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3078"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}