{"id":308,"date":"2006-03-19T12:48:02","date_gmt":"2006-03-19T11:48:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=308"},"modified":"2016-02-15T09:31:28","modified_gmt":"2016-02-15T08:31:28","slug":"swr-fuhrt-maslos-in-die-irre-auf-der-basis-von-dpa-und-der-studie-des-berlin-instituts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=308","title":{"rendered":"SWR f\u00fchrt ma\u00dflos in die Irre \u2013 auf der Basis von dpa und der \u201eStudie\u201c des Berlin-Instituts"},"content":{"rendered":"<p>Am 16.3. lief bei SWR 1 eine 2-St&uuml;ndige (!) Sendung zum Dauerthema: Der Abend: Die Deutschen und die Angst vorm Kind. Das ist ein eindeutiger Fall f&uuml;r die &bdquo;Rubrik Manipulation des Monats&ldquo;. Zur &bdquo;Ehre&ldquo; von SWR, meinem Haussender, kann man nur sagen: der Sender ist nicht allein, in nahezu allen Medien wird diese Manipulation betrieben, und nahezu nirgends eine kritische Stimme. Das ist schon erstaunlich, denn so schwer w&auml;re es ja nicht gewesen, die Recherchen zu machen, deren Ergebnisse ich im folgenden pr&auml;sentiere.<br>\n<!--more--><br>\nIch habe im folgenden meine Anmerkungen fett im Text des Originals des SWR vermerkt. Siehe auch die Pressemitteilung von eurostat vom 25.10.2005 mit den notwendigen Tabellen. Ich verweise auch auf &bdquo;Die Reforml&uuml;ge&ldquo;, Denkfehler 5 mit vielem einschl&auml;gigen Material.<\/p><p><strong>Nun also zum kommentierten Text des SWR:<\/strong><\/p><p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/swr1\/mantel\/sendungen\/abend\/2006\/03\/16\/index.html\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.swr.de\/swr1\/mantel\/sendungen\/abend\/2006\/03\/16\/index.html\">SWR.de &ndash; Der Abend: Die Deutschen und die Angst vorm Kind &raquo;<\/a><\/p><p>Donnerstag, 16.3.2006, 20.00 bis 22.00 Uhr<\/p><p>Den Deutschen fehlen die Kinder: wir haben inzwischen die weltweit niedrigste Geburtenrate. <strong>(1)<\/strong> Statistisch gesehen bringt jede Frau hierzulande nur noch 1,36 Kinder zur Welt, so das Ergebnis der gestern ver&ouml;ffentlichten Studie &ldquo;Die demografische Lage der Nation. Wie zukunftsf&auml;hig ist Deutschland?&rdquo; des Berlin-Instituts f&uuml;r Bev&ouml;lkerung und Entwicklung.<\/p><p><strong>AM:(1) Glatt die Unwahrheit, wie die 3. Tabelle der <a href=\"http:\/\/epp.eurostat.cec.eu.int\/pls\/portal\/docs\/PAGE\/PGP_PRD_CAT_PREREL\/PGE_CAT_PREREL_YEAR_2005\/PGE_CAT_PREREL_YEAR_2005_MONTH_10\/3-25102005-DE-AP.PDF\" title=\"Externer Link [PDF - 48 KB] zu http:\/\/epp.eurostat.cec.eu.int\/pls\/portal\/docs\/PAGE\/PGP_PRD_CAT_PREREL\/PGE_CAT_PREREL_YEAR_2005\/PGE_CAT_PREREL_YEAR_2005_MONTH_10\/3-25102005-DE-AP.PDF\">Pressemitteilung von Eurostat [PDF &ndash; 48 KB]<\/a> zeigt. 10 der 25 EU-L&auml;nder haben eine niedrigere Geburtenrate als wir, 5 L&auml;nder haben eine &auml;hnliche Geburtenrate wie Deutschland 2004 mit 1,37 Kindern je Frau. Von allen 34 in der Tabelle aufgef&uuml;hrten L&auml;nder liegt die Geburtenrate von 14 L&auml;ndern unter der von Deutschland.<\/strong><\/p><p>Damit hat die aktuelle Geburtenrate inzwischen den Tiefststand des letzten Kriegsjahres 1945 erreicht. <strong>(2)<\/strong> Eine dramatische Entwicklung mit fatalen Folgen, so der Direktor des Instituts, Dr. Reiner Klingholz in SWR1 Der Abend. Denn f&uuml;r eine zumindest stabile Bev&ouml;lkerungszahl w&auml;re wenigstens eine Rate von 2,1 Kindern notwendig.<\/p><p><strong>AM: (2) Auch das ist falsch. Sie lag 1983 bis 1986 (auch ohne den Effekt des mangelhaften Vereinigungsprozesses mit seinen Folgen f&uuml;r die Geburtenrate in den neuen Bundesl&auml;ndern) schon niedriger als 2004. 1985 lag sie in Westdeutschland bei 1,28 und in den neuen Bundesl&auml;ndern (=DDR) bei 1,73. Was lernen wir denn daraus? Dem h&auml;tte die SWR-Redaktion ja mal nachgehen k&ouml;nnen. Ich will etwas nachhelfen: offenbar fanden die jungen Paare der alten Bundesrepublik den Beginn der neoliberalen Reformen von Kohl und Lambsdorff ab 1982 so schockierend, dass ihnen die Lust zum Zeugen und Geb&auml;hren verging. Immerhin gab es 1980 noch 1,44 Kinder pro Frau. Siehe <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/presse\/deutsch\/pm2006\/p1220023.htm\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.destatis.de\/presse\/deutsch\/pm2006\/p1220023.htm\">Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes<\/a> vom 17.3.2006.<\/strong><\/p><p>Stattdessen wird sie weitersinken: bis 2050 rechnen Demoskopen mit einer Geburtenrate von nur noch 0,7 Kindern pro Frau. <strong>(3)<\/strong> Wir sind, so Klingholz, zu einer kinderfeindlichen Gesellschaft geworden, deren Genuss-Generation sich durch Nachwuchs nur noch gest&ouml;rt und behindert f&uuml;hlt.<\/p><p><strong>AM: (3) Eine solche Prognose ist absolut abenteuerlich. Die Schwankungen und die Ver&auml;nderung der Geburtenraten in den Neuen Bundesl&auml;ndern seit 1990 und die Ver&auml;nderungen der Geburtenrate in Frankreich z.B. zeigen, dass eine Prognose zu wagen abenteuerlich ist. Offenbare gibt es einen engen Zusammenhang zwischen Geburtenrate und Berufsperspektive junger Leute zum einen und ihrer M&ouml;glichkeit, Beruf und Familie zu verbinden andererseits. In Frankreich stieg die Geburtenrate innerhalb von 7 Jahren von 1,65 auf 1,88 an. <\/strong><\/p><p>Damit aber ist Deutschland nicht zukunftsf&auml;hig; die &ldquo;Kinderm&uuml;digkeit&rdquo; zu beheben ist also eine der dringendsten Aufgaben von Politik und Gesellschaft. Das aber hei&szlig;t: Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Weg vom tradierten Mutterbild und Wieder-Erlernen des Umgangs mit Kindern. <\/p><p>Die fatale Angst vorm Kind &ndash; warum wollen wir keinen Nachwuchs mehr? In SWR1 Der Abend vertritt Dr. Reiner Klingholz seine Thesen und er diskutiert mit den SWR1-H&ouml;rerInnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 16.3. lief bei SWR 1 eine 2-St&uuml;ndige (!) Sendung zum Dauerthema: Der Abend: Die Deutschen und die Angst vorm Kind. Das ist ein eindeutiger Fall f&uuml;r die &bdquo;Rubrik Manipulation des Monats&ldquo;. Zur &bdquo;Ehre&ldquo; von SWR, meinem Haussender, kann man nur sagen: der Sender ist nicht allein, in nahezu allen Medien wird diese Manipulation betrieben,<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=308\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[155,12,183],"tags":[1021,465],"class_list":["post-308","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-demografische-entwicklung","category-manipulation-des-monats","category-medienkritik","tag-eurostat","tag-swr"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/308","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=308"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/308\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31261,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/308\/revisions\/31261"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=308"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=308"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=308"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}