{"id":3102,"date":"2008-03-29T15:12:57","date_gmt":"2008-03-29T14:12:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3102"},"modified":"2015-11-25T18:39:31","modified_gmt":"2015-11-25T17:39:31","slug":"wasser-in-kommunaler-hand-faire-preise-keine-gewinnmaximierung-und-hervorragende-qualitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3102","title":{"rendered":"Wasser in kommunaler Hand \u2013 faire Preise, keine Gewinnmaximierung und hervorragende Qualit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Unter der &Uuml;berschrift: &bdquo;Kommunale Strukturen der Wasserwirtschaft haben Spitzenniveau &ndash; Vorrang von Gesundheits- und Umweltschutz dauerhaft sichern&ldquo; hat der Deutsche St&auml;dte- und Gemeindebund zum weltweiten Tag des Wassers am 22. M&auml;rz 2008 eine Pressemeldung herausgegeben.  Der Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Deutschen St&auml;dte- und Gemeindebundes, Dr. Gerd Landsberg, erkl&auml;rte darin weiter, dass eine sichere und umweltgerechte Abwasserentsorgung elementare Anspr&uuml;che des B&uuml;rgers seien, die die St&auml;dte und Gemeinden in Deutschland auch in Zukunft zu vertr&auml;glichen Geb&uuml;hren gew&auml;hrleisteten. Der diesj&auml;hrige Weltwassertag steht unter dem Motto: &bdquo;Sichere Sanit&auml;rversorgung weltweit gew&auml;hrleisten&ldquo;.<br>\nLandsberg weist darauf hin, dass aufgrund erheblicher Investitionen der St&auml;dte und Gemeinden die Wasserver- und Abwasserentsorgung in Deutschland im internationalen Vergleich ein Spitzenniveau erreicht habe. In Deutschland k&ouml;nne Leitungswasser zu jeder Zeit und an jedem Ort bedenkenlos getrunken werden. Von Christine Wicht<br>\n<!--more--><br>\nInsgesamt seien von den &uuml;ber 6 000 &uuml;berwiegend kommunalen Unternehmen im Bereich der Wasserversorgung seit 1990 mehr als 35 Milliarden Euro in die Erhaltung, Modernisierung und den weiteren Ausbau der Wasserversorgungsanlagen investiert worden, um den Verbrauchern jederzeit ein qualitativ hochwertiges Trinkwasser anbieten zu k&ouml;nnen. Kommunale Kooperationen und eine effiziente Betriebsf&uuml;hrung werden nach Information des Deutschen St&auml;dte- und Gemeindebundes auch in den kommenden Jahren eine sichere Wasserversorgung auf hohem Niveau gew&auml;hrleisten.<\/p><p>Landsberg warnte in diesem Zusammenhang davor, die bew&auml;hrten Strukturen der Wasserversorgung zu Gunsten einer Liberalisierung des Wassermarktes in Frage zu stellen. Fragen der Trinkwasserqualit&auml;t und der Verf&uuml;gbarkeit von Leitungsnetzen seien bei Wasser v&ouml;llig anders zu bewerten als etwa im Bereich der Stromwirtschaft. Daher sei die Trinkwasserversorgung im Leistungsspektrum kommunaler Unternehmen besonders gut aufgehoben, weil f&uuml;r die kommunale Wasserwirtschaft der Versorgungsauftrag der Bev&ouml;lkerung oberste Priorit&auml;t habe. Dieser Auftrag werde zwar mit unternehmerischen Mitteln, aber nicht unter Renditegesichtspunkten erf&uuml;llt.<\/p><p>Landsberg betonte weiter, dass Wasser eines der bestkontrollierten Lebensmittel sei. Wasser werde f&uuml;r durchschnittlich 1,70 Euro je Kubikmeter frei Haus geliefert. Hervorhebenswert sei zudem, dass trotz des hohen Qualit&auml;tsniveaus sowohl die Trinkwasserpreise als auch die kommunalen Abwassergeb&uuml;hren weitgehend stabil geblieben seien. Die Trinkwasserpreise seien in Deutschland im Jahr 2007 im Vergleich zum Vorjahr um weniger als 1,5 % gestiegen. Die durchschnittliche Preiserh&ouml;hung f&uuml;r Trinkwasser f&uuml;r Haushaltskunden l&auml;ge damit, wie schon in den Vorjahren, deutlich unterhalb der Inflationsrate.<\/p><p>Auch im Bereich der Abwasserentsorgung sei in Deutschland eine stabile Geb&uuml;hrenentwicklung zu beobachten. Die durchschnittliche Geb&uuml;hrenerh&ouml;hung im Bereich der Abwasserbeseitigung habe in den Jahren 2005 und 2006 lediglich ca. 1,6 % betragen. Die B&uuml;rger h&auml;tten somit im Mittel lediglich 35 Cent f&uuml;r die Ableitung und Behandlung des Schmutz- und Niederschlagswassers pro Tag und Einwohner ausgeben m&uuml;ssen. F&uuml;r den Abrechnungszeitraum 2007 und auch f&uuml;r 2008 erwartet der Deutsche St&auml;dte- und Gemeindebund eine vergleichbare Geb&uuml;hrenentwicklung.<\/p><p>Landsberg f&uuml;hrte des Weiteren auf, dass Kommunen und deren kommunale Unternehmen mit j&auml;hrlichen Investitionen von &uuml;ber 5 Milliarden Euro auch im Bereich der &ouml;ffentlichen Abwasserbeseitigung einen wichtigen Beitrag zur Qualit&auml;tssicherung leisteten.<\/p><p>Die Bereiche der Daseinsvorsorge, zu denen das Wasser geh&ouml;rt, sichern und pr&auml;gen die grundlegenden Lebensbedingungen unserer Gesellschaft. Daseinsvorsorge durch die &ouml;ffentliche Hand hat in Deutschland eine seit &uuml;ber 100 Jahren bew&auml;hrte Tradition. Sie orientiert sich an dem Grundgedanken, Leistungen in gleichbleibend hoher Qualit&auml;t, fl&auml;chendeckend und zuverl&auml;ssig allen B&uuml;rgern sozial gerecht und diskriminierungsfrei zur Verf&uuml;gung zu stellen. Die &ouml;ffentliche Hand verfolgt dabei keine kurzfristigen Gewinninteressen, sondern zielt auf eine nachhaltige Sicherung der Lebensgrundlagen f&uuml;r alle und gew&auml;hrleistet so die Einhaltung hoher Standards der Hygiene, des Gesundheits- und Umweltschutzes. Die Grundversorgung der B&uuml;rger geh&ouml;rt zum Kernbereich der kommunalen Selbstverwaltung. Gemeinden und Kommunen entscheiden selbst &uuml;ber Leistungen, die sie Ihren B&uuml;rgern zur Verf&uuml;gung stellen. Mit der Gemeinwohlverpflichtung, jedem B&uuml;rger die gleiche Qualit&auml;t, eine absolute Zuverl&auml;ssigkeit und faire Preise zu garantieren, ist die kommunale Daseinsvorsorge zu einer wichtigen S&auml;ule unserer Gesellschaft geworden. <\/p><p>Unter den Maximen der vorherrschenden neoliberalen Wirtschaftspolitik wird an dieser S&auml;ule heftig ger&uuml;ttelt. Weltweit wird von Konzernen, der Welthandelsorganisation, der Europ&auml;ischen Union, Regierungen und Parlamenten eine Liberalisierungs- und Privatisierungspolitik vorangetrieben &ndash; auch im Bereich der Leistungen der Daseinsvorsorge. Es gibt jeodch eine Vielzahl von Beispielen, wonach Privatisierungen vor allem bei leitungsgebundenen Leistungen zu regionalen privaten Monopolanbietern oder fl&auml;chendeckend zu wirtschaftlichen Oligopolen gef&uuml;hrt hat. In der &uuml;berwiegenden Zahl der F&auml;lle f&uuml;hrte dies zu  keinen Verbesserungen f&uuml;r die Versorgung der B&uuml;rger im Vergleich zu staatlichen Monopolen &ndash; schon gar nicht bei der Preisbildung. Ganz im Gegenteil, bei privaten Investoren stehen naturgem&auml;&szlig; Renditeerwartungen im Vordergrund, es gab sogar Beispiele bei denen Investoren Unternehmen der Daseinsvorsorge regelrecht ausgeschlachtet haben. <\/p><p>Hat sich der Staat erst einmal der Verantwortung entzogen, kann er aus seiner defensiven Position privaten Unternehmen gegen&uuml;ber kaum noch Einfluss aus&uuml;ben. ver.di verweist darauf, dass die Verbraucher eine kommunal verantwortete Trinkwasserversorgung  einfordern w&uuml;rden, das habe eine Umfrage des  dimap-Instituts ergeben, bei der mehr als 75  Prozent der Befragten eine Privatisierung in der  Wasserwirtschaft ablehnten. Das wertvolle Gut Wasser d&uuml;rfe nicht zum  Experimentierfeld der Br&uuml;sseler  Binnenmarktstrategen werden. Darin seien sich ver.di  und die Verb&auml;nde der Wasserwirtschaft einig.<\/p><p>Wie wichtig privaten Anlegern allerdings die &Ouml;ffnung dieser Bereiche ist,  verdeutlicht ein erneuter Versuch der Europ&auml;ischen Kommission die Gesetzgebung &uuml;ber die Dienstleistungskonzessionen zu &auml;ndern, um damit privaten Anbietern die T&uuml;ren zu kommunalen Betrieben weiter zu &ouml;ffnen.<br>\nMit einer neuen Richtlinie unternimmt die Europ&auml;ische  Kommission einen weiteren Vorsto&szlig;, auch die  Wasserwirtschaft durch die Hintert&uuml;r zu  liberalisieren. ver.di-Bundesvorstandsmitglied Erhard Ott erkl&auml;rte anl&auml;sslich des internationalen Tag des Wassers, dass ver-di diese Br&uuml;sseler Pl&auml;ne kategorisch ablehne. <\/p><p>Wenn von der Europ&auml;ischen Union eine Richtlinie mit dem Gebot einer europaweiten Ausschreibung erlassen w&uuml;rde, w&auml;ren die Anbieter der &ouml;ffentlichen Hand privaten Anbietern auf dem Markt gleichgestellt und w&uuml;rden gleich behandelt wie ein privater Anbieter. Daraus erg&auml;be sich f&uuml;r  kommunale Versorger folgende Problematik: Da sie nicht nach dem Prinzip der Gewinnmaximierung arbeiten, sondern auf die Zukunft ausgerichtete, langfristig angelegte Investitionen t&auml;tigen, k&ouml;nnen sie kaum gegen private Anbieter konkurrieren, deren Planungshorizont viel kurzfristiger angelegt ist und die ihre Investitionst&auml;tigkeit an kurzfristigen Renditeerwartungen orientieren. <\/p><p>Hinzu kommt: Wenn &ouml;ffentliche Unternehmen privaten Anbieter gleichgestellt sind, dann m&uuml;ssen auch kommunale Anbieter Steuern entrichten. Bislang m&uuml;ssen St&auml;dte, Gemeinden und Kommunen, als Bereiche des Staates keine Steuern an die &ouml;ffentliche Hand abf&uuml;hren. <\/p><p>Thomas Fritz von der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Umwelt und Entwicklung e.V., Blue 21, hat in einem Papier &bdquo;Daseinsvorsorge unter Globalisierungsdruck die Problematik der Ausschreibungspflicht dargelegt, <\/p><blockquote><p>\n&hellip; dass es den staatlichen Stellen freigestellt ist, ob sie eine Dienstleistung selbst erbringen oder einen &ouml;ffentlichen oder privaten Dritten damit beauftragen. Solange sie die Dienstleistungen selbst erbringen, unterliegen sie nicht den Vergaberegeln, sobald aber eine &Uuml;bertragung an Dritte stattfindet, muss ausgeschrieben werden. Umstritten ist aber, wie all jene aus der &ouml;ffentlichen Verwaltung ausgegliederten Einrichtungen zu behandeln sind, die sich nach wie vor in staatlicher Abh&auml;ngigkeit befinden (z.B. Eigenbetriebe, Zweckverb&auml;nde, Eigengesellschaften). Nach Urteilen des Europ&auml;ischen Gerichtshofes sind sogenannte &bdquo;Inhouse-Gesch&auml;fte&ldquo; von der Ausschreibungspflicht ausgenommen, wenn a) der &ouml;ffentliche Auftraggeber &uuml;ber die beauftragte Einrichtung eine Kontrolle aus&uuml;bt &bdquo;wie &uuml;ber seine eigenen Dienststellen&ldquo; und b) die Einrichtung T&auml;tigkeiten &bdquo;im Wesentlichen&ldquo; nur f&uuml;r den Auftraggeber aus&uuml;bt und keine eigene Entscheidungsgewalt besitzt (BMWA 2003: 60f.). Der BDI gei&szlig;elt die &bdquo;Taktik der &ouml;ffentlichen Hand&ldquo;, vermehrt derartige Einrichtungen auszugr&uuml;nden und sich von ihnen ohne vorherige Ausschreibung Leistungen erbringen zu lassen (BDI 2000: 24). Der Verband Kommunaler Unternehmen VKU fordert dagegen, &bdquo;der Inhousegedanke ist grunds&auml;tzlich weiter auszubauen&ldquo; und lehnt eine generelle Ausschreibungspflicht ab (VKU 2003: 15). Die Kommission schlie&szlig;lich versucht in ihrem Gr&uuml;nbuch die Rechtslage so auszulegen, als versto&szlig;e die ausschreibungsfreie Inhouse- Vergabe grunds&auml;tzlich gegen die Wettbewerbsregeln. Nach ihrer Interpretation handelt es sich bei Inhouse-Leistungserbringern &bdquo;um Unternehmen, so dass sie den Wettbewerbsbestimmungen des Vertrags unterliegen&ldquo; (Europ&auml;ische Kommission 2003: 28). Ihre Beauftragung k&ouml;nne &bdquo;auf eine Vertragsverletzung hinauslaufen&ldquo;. Dies treffe schon dann zu, wenn es &bdquo;eine alternative Methode zur Erf&uuml;llung der Verpflichtungen gibt, die weniger wettbewerbsverzerrende Auswirkungen h&auml;tte&ldquo; (ebd.). Nach dieser weitreichenden Interpretation l&auml;uft die Beauftragung &ouml;ffentlicher Einrichtungen bereits dann auf eine Vertragsverletzung hinaus, wenn Private ebenfalls in der Lage sind, dieselben Aufgaben zu erf&uuml;llen. In der Tendenz verringert sich mit dem immer restriktiver ausgestalteten EU-Vergaberecht die M&ouml;glichkeit, &ouml;ffentliche Einrichtungen mit der Erbringung von Daseinsvorsorgeleistungen zu betrauen. Von der st&auml;ndig erweiterterten Ausschreibungspflicht profitieren all jene transnationalen Konzerne, die sich schon jetzt mit der Erf&uuml;llung &ouml;ffentlicher Versorgungsauftr&auml;ge ein lukratives Standbein im gesamten EU-Raum geschaffen haben. Je enger zudem die Zul&auml;ssigkeit staatlicher Beihilfen f&uuml;r &ouml;ffentliche Unternehmen ausgelegt wird, umso geringer sind deren Chancen, sich gegen Privatanbieter behaupten zu k&ouml;nnen.&ldquo; (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.blue21.de\/PDF\/daseinsvorsorge.pdf\">www.blue21.de [PDF &ndash; 68 KB]<\/a>)\n<\/p><\/blockquote><p>Die Liberalisierung und Privatisierungsbestrebungen &ouml;ffentlicher Bereiche und staatlicher Betriebe stehen schon seit geraumer Zeit auf der Priorit&auml;tenliste der Br&uuml;sseler Strategen. Zu lukrativ sind die Bereiche der &ouml;ffentlichen Hand, als das sie aufgegeben werden k&ouml;nnen.  Im Hintergrund finden seit Jahren Aktivit&auml;ten statt, die der EU-B&uuml;rger kaum wahrnimmt. So haben die Coalition of Service Industries (CSI), der Verband der US-amerikanischen Dienstleistungsindustrie, der Europ&auml;ische Runde Tisch (ERT), dem unter anderem Vertreter der Konzerne E.ON und Suez angeh&ouml;ren und der europ&auml;ische Arbeitgeberverband UNICE (Union of Industrial und Employers Confederation of Europe) ihre F&auml;den gezogen, um eine Liberalisierung und Privatisierung ehemals staatlicher Bereiche voranzutreiben. <\/p><p>F&uuml;r global agierende Konzerne ist der Dienstleistungssektor in Deutschland ein lukratives Gesch&auml;ftsfeld. Es gibt viele Gr&uuml;nde warum private Anbieter immer wieder Vorst&ouml;&szlig;e zur weiteren Liberalisierung der Daseinsvorsorge starten, ein Grund ist beispielsweise, dass die &ouml;ffentliche Hand, mit den Geldern der B&uuml;rger, im Laufe der Jahre die Anlagen, gerade den Bereichen Strom, Wasser, Abwasser, Bahn, &Ouml;ffentlicher Nahverkehr mit aufwendigen Investitionen aufgebaut hat. Da eine hervorragende Infrastruktur bereits vorhanden ist, k&ouml;nnen Konzerne jedenfalls &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum  kr&auml;ftig Gewinne absch&ouml;pfen und zun&auml;chst nur die n&ouml;tigsten Erhaltungsinvestitionen t&auml;tigen m&uuml;ssen. Das private Gesch&auml;ft mit der Daseinsvorsorge ist besonders attraktiv, weil jeder B&uuml;rger von sauberem Trinkwasser, M&uuml;llentsorgung usw. abh&auml;ngig ist. Der Anbieter kann von einer weitgehend stabilen Nachfrage nach diesen elementaren G&uuml;tern ausgehen. Aus diesen Gr&uuml;nden ist es f&uuml;r private Investoren ausgesprochen lukrativ, an den Kundenstamm der &ouml;ffentlichen Hand zu kommen. Neben der &Ouml;ffnungspolitik f&uuml;r private Investoren im Bereich der Daseinsvorsorge, gibt es eine weitere Strategie kommunaler Betriebe und Unternehmen der Daseinsvorsorge f&uuml;r Anleger sozusagen sturmreif zu schie&szlig;en. Durch die Steuersenkungspolitik wird die &ouml;ffentliche Hand so weit geschw&auml;cht, dass sie die Aufgaben der Daseinsvorsorge in vielen Bereichen nicht mehr ausreichend oder zufriedenstellend erf&uuml;llen kann. Aufgrund der Finanznot der &ouml;ffentlichen Tr&auml;ger zusammen mit der aufkommenden Unzufriedenheit an den &ouml;ffentlichen Leistungen entsteht ein Klima, das den Kommunen eine Privatisierung attraktiv erscheinen l&auml;sst. Damit kommen private Investoren zum  Zuge, &uuml;bernehmen die &ouml;ffentlichen Unternehmen und schlagen Kapital aus den Leistungen, die sie den B&uuml;rgern meist zu h&ouml;heren Preisen anbieten. <\/p><p>Laut einer aktuellen Pressemeldung der Th&uuml;ringer Staatskanzlei hat die Europ&auml;ische Kommission ihre Pl&auml;ne, die Vergabe von Dienstleistungskonzessionen europarechtlich bis ins Detail zu regeln, inzwischen auf unbestimmte Zeit zur&uuml;ckstellt. Denn die Mitgliedstaaten reagierten auf dieses Vorhaben mit  erheblichem Widerstand. Europaminister Wucherpfennig erkl&auml;rt dazu: &bdquo;Unser Widerstand gegen den Br&uuml;sseler Regelungseifer hat sich ausgezahlt. Weniger ist mehr in diesem Fall. Neue gesetzliche Regelungen zum Vergabewesen auf europ&auml;ischer Ebene sind &uuml;berfl&uuml;ssig wie ein Kropf. Mit der Entscheidung, die Kommissionspl&auml;ne auf Eis zu legen, behalten die deutschen Kommunen ihre Handlungs- und Entscheidungsspielr&auml;ume.&ldquo; (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.thueringen.de\/de\/homepage\/presse\/31369\/uindex.html\">www.thueringen.de<\/a>) <\/p><p>Die B&uuml;rger stehen in vielen F&auml;llen die Entwicklung der Privatisierung sensibler Sektoren ablehnend gegen&uuml;ber und wehren sich. So beispielsweise zu Beginn des Jahres in Leipzig. Leipzigs Oberb&uuml;rgermeisters Burkhard Jung (SPD) hatte beabsichtigt 49,9 Prozent der Leipziger Stadtwerke an den Konzern Gaz de France\/ Suez zu verkaufen. Die Parteien CDU und FDP dr&auml;ngten darauf, auch noch weitere kommunale Betriebe an private Investoren zu ver&auml;u&szlig;ern. Dagegen bildete sich heftiger Widerstand in der Bev&ouml;lkerung.  Im endg&uuml;ltigen Abstimmungsverfahren stimmten 149.000 Leipziger gegen den Verkauf, das waren rund 87 Prozent der abgegebenen Stimmen. Eine Sprecherin des franz&ouml;sichen Multikonzerns Gaz de France\/Suez sagte seinerzeit, dass dies das Ergebnis eines demokratischen Entscheidungsprozesses sei. Der Konzern werde nach anderen M&ouml;glichkeiten suchen, um auf dem deutschen Markt weiter Fu&szlig; zu fassen. Suez sitzt am Runden Tisch in Br&uuml;ssel und wird ein derart lukratives Gesch&auml;ftsfeld nicht kampflos aufgeben. <\/p><p>Es sind jedoch weitere Vorst&ouml;&szlig;e zur &Auml;nderung der Vergabekonzessionen aus Br&uuml;ssel zu erwarten. Umso wichtiger ist es, dass B&uuml;rger die Entwicklung auf Br&uuml;sseler Ebene verfolgen und von kritischen Medien &uuml;ber Hintergr&uuml;nde informiert werden, damit sie auf demokratischer Ebene mit B&uuml;rgerbegehren und Volksabstimmungen reagieren k&ouml;nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter der &Uuml;berschrift: &bdquo;Kommunale Strukturen der Wasserwirtschaft haben Spitzenniveau &ndash; Vorrang von Gesundheits- und Umweltschutz dauerhaft sichern&ldquo; hat der Deutsche St&auml;dte- und Gemeindebund zum weltweiten Tag des Wassers am 22. M&auml;rz 2008 eine Pressemeldung herausgegeben. Der Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Deutschen St&auml;dte- und Gemeindebundes, Dr. Gerd Landsberg, erkl&auml;rte darin weiter, dass eine sichere und umweltgerechte Abwasserentsorgung elementare<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3102\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[160,28,178],"tags":[233,335],"class_list":["post-3102","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-markt-und-staat","category-privatisierung","category-ressourcen","tag-marktliberalismus","tag-wasserversorgung"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3102","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3102"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3102\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29054,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3102\/revisions\/29054"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3102"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3102"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3102"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}