{"id":3119,"date":"2008-04-04T15:27:03","date_gmt":"2008-04-04T13:27:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3119"},"modified":"2015-11-25T18:16:30","modified_gmt":"2015-11-25T17:16:30","slug":"der-bau-des-ilisu-staudamms-in-der-tuerkei-die-bundesregierung-foerdert-ein-staudamm-projekt-unter-auflagen-die-offensichtlich-von-der-tuerkischen-regierung-ignoriert-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3119","title":{"rendered":"Der Bau des Ilisu-Staudamms in der T\u00fcrkei\u2013 die Bundesregierung f\u00f6rdert ein Staudamm-Projekt unter Auflagen, die offensichtlich von der t\u00fcrkischen Regierung ignoriert werden"},"content":{"rendered":"<p>Ein Komitee unabh&auml;ngiger internationaler und nationaler Experten hat das Gebiet des geplanten und hochumstrittenen Wasserkraftwerks Ilisu in der S&uuml;dost-T&uuml;rkei besucht und aktuell drei Berichte zu den Bereichen Umwelt, Kulturg&uuml;ter und Umsiedlung vorgelegt. Das Ergebnis ist katastrophal, denn das Projekt widerspreche internationalen Standards. Die Exportkreditagenturen in Berlin, Bern und Wien, die das Projekt f&ouml;rdern, werden in dem Bericht der Kommission ebenfalls heftig kritisiert, weil die sie der T&uuml;rkei eine Zusage erteilt haben, ohne dass zu diesem Zeitpunkt Umsiedlungspl&auml;ne vorgelegen haben. Zudem wurde bem&auml;ngelt, dass die in der T&uuml;rkei f&uuml;r das Projekt zust&auml;ndigen Personen nicht einmal die Weltbankstandards kennen w&uuml;rden. Von Christine Wicht<br>\n<!--more--><br>\nExportrisikoversicherungen &uuml;bernehmen die Risiken der deutschen, schweizer und &ouml;sterreichischen Firmen f&uuml;r das Wasserkraftwerkprojekt. Die Versicherungen hatten im M&auml;rz 2007  ihre B&uuml;rgschaften an 153 Auflagen (sogenannte &lsquo;Terms of Reference&rsquo;, kurz TORs) gebunden, um sicher zustellen, dass die Weltbank-Richtlinien gew&auml;hrleistet sind. Die T&uuml;rkei hatte die Pflicht, diese bis Dezember 2007 umzusetzen. Ob die 153 Auflagen tats&auml;chlich eingehalten werden, &uuml;berwacht ein unabh&auml;ngiges, international zusammengesetztes Expertenkomitee (Committee of Experts, CoE), dessen aktueller Bericht nun vorliegt. Das  Committee of Experts besteht aus 15 Personen aus den Bereichen Umsiedlung, &Ouml;kologie und Kultur, die von den Exportkreditagenturen und der T&uuml;rkei ernannt wurden. Wenn die Auflagen nicht erf&uuml;llt werden, k&ouml;nnen die Exportkreditagenturen die Ausfallgarantien k&uuml;ndigen. Dann werden auch die Bank Austria und die deutsche DekaBank ihre Kreditzusagen zur&uuml;cknehmen.<\/p><p>Die beteiligte internationale Expertenkommission ECA-Watch ver&ouml;ffentlichte am 5. M&auml;rz einen 264-Seitigen Bericht &uuml;ber den Bau des Staudamms. Des Weiteren seien die Planungen, Ressourcen und das veranschlagte Budget bei weitem nicht ausreichend, um in Zukunft internationale Standards erreichen zu k&ouml;nnen. Das Projekt wird seit Jahren begleitet von heftigen Protesten betroffener B&uuml;rger und internationaler Umweltschutzorganisationen. Die Initiative &bdquo;Rettet Hasankeyf&ldquo; hat inzwischen eine Klage vor dem Europ&auml;ischen Gerichtshof eingereicht, die zugelassen wurde.  <\/p><p><strong>Umsiedlung der betroffenen Bev&ouml;lkerung<\/strong><\/p><p>Bez&uuml;glich der Umsiedlung geht der Bericht darauf ein, dass  von den 35 zu erf&uuml;llenden Auflagen zum Zeitpunkt der &Uuml;berpr&uuml;fung 26 noch nicht nachgekommen wurde, zu vier Auflagen lagen keinerlei Informationen vor, nur f&uuml;nf Auflagen wurden teilweise erf&uuml;llt. Kritisiert wurde auch, dass die T&uuml;rkei bereits 2007 ohne Wissen der Exportkreditagenturen begonnen  habe die Betroffenen zu enteignen. Entgegen der Auflagen wurden die Ortschaften Ilisu und Kartalkaya fast vollkommen enteignet, die betroffenen B&uuml;rger seien zudem miserabel entsch&auml;digt worden, diesbez&uuml;glich sind 449 Gerichtsverfahren anh&auml;ngig. Des Weiteren kritisiert die Kommission, dass die erforderlichen Konsultationen mit der betroffenen Bev&ouml;lkerung nicht stattgefunden haben, keine Umsiedlungsorte identifiziert worden seien und auch keine Programme zur Wiederherstellung der Lebensgrundlage erstellt wurden. Das Komitee fordert, dass mit den Bauarbeiten nicht begonnen wird, bevor nicht alle Auflagen erf&uuml;llt sind und bis Ma&szlig;nahmen ergriffen worden sind, die eine Verarmung der Bev&ouml;lkerung verhindern. Im letzten Jahr berichtete Christine Eberlein von EvB &uuml;ber das Vorgehen der t&uuml;rkischen Dammbaubeh&ouml;rde DSI, die zwar den betroffenen Familien Versprechen gemacht habe, jedoch nicht daran denke, die Ma&szlig;nahmepl&auml;ne umzusetzen. Anfangs beteuerte die Schweizer Regierung, dass die T&uuml;rkei ein verl&auml;sslicher Partner sei und sich an die Auflagen halten w&uuml;rde. Die DSI habe den zwangsumgesiedelten Familien einen steinigen, steilen und wasserlosen Hang angeboten. Die Bauern sollen zudem nur die H&auml;lfte des Wertes f&uuml;r ihre H&auml;user und den fruchtbaren Boden erhalten. (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.evb.ch\/p25013290.html\">www.evb.ch<\/a>). <\/p><p><strong>Kulturg&uuml;terschutz<\/strong><\/p><p>Auch hier wurden bislang keine Auflagen umgesetzt, es fehlen Pl&auml;ne, Grundlagendaten und Kostenvoranschl&auml;ge. Nach Meinung der Experten sei die Stadt Hasankeyf  kulturhistorisch noch bedeutender als bisher angenommen. Im Bericht wurde die Absicht kritisiert, einzelne Monumente aus Hasankeyf abzusiedeln. Die 500 Jahre alte Br&uuml;cke, Moscheen und Grabm&auml;ler sollen nach t&uuml;rkischen Pl&auml;nen auf einen h&ouml;her gelegenen Bergr&uuml;cken verlegt werden. Dieses Vorhaben wird von den Experten bezweifelt und deshalb die Einberufung eines internationalen Expertengremiums gefordert, das die Machbarkeit der Verlegung der Kulturg&uuml;ter &uuml;berpr&uuml;ft. Wissenschaftler aus der T&uuml;rkei und Europa erkl&auml;rten bereits, dass ein solches Vorhaben technisch unm&ouml;glich sei, da die Bauwerke im Innern aus Bindemittel und nicht aus Steinen best&uuml;nden und daher nicht transportiert werden k&ouml;nnen. Ferner sei nicht gekl&auml;rt, wie  Teile der Felsenburg vor der &Uuml;berflutung gerettet werden sollen oder wie die einzigartigen 6000 H&ouml;hlen versetzt werden sollen Zus&auml;tzlich w&uuml;rden in der Umgebung von Hasankeyf weitere 300 arch&auml;ologische St&auml;tten &uuml;berflutet. Dieses Vorhaben bewertete die Initiative Hasankeyf bereits in der Vergangenheit als Augenwischerei. Die Experten konnten wegen der angespannten Sicherheitslage bestimmte Gebiete nicht besichtigen.  <\/p><p><strong>Umweltschutz <\/strong><\/p><p>Die vorgeschriebenen Untersuchungen der Flora und Fauna wurden nicht durchgef&uuml;hrt, es liegen des Weiteren keine Planungen dazu vor. Die Experten machen darauf aufmerksam, dass es nicht m&ouml;glich sei, die gesamte Flora und Fauna des Gebietes zu kartieren. Die getroffenen Massnahmen zu Kl&auml;ranlagen seien inad&auml;quat, so erf&uuml;lle die im Bau befindliche Kl&auml;ranlage von Batman keine internationalen Standards. <\/p><p><strong>Der Staudamm &ndash; Konfliktpotential<\/strong><\/p><p>Die Erkl&auml;rung von Bern kritisierte bereits im letzten Jahr, dass eine Analyse der Auswirkungen auf Umwelt- und &Ouml;kosysteme, ein umfassender Managementplan und Gelder sowie Land f&uuml;r die Massenumsiedlungen, und ein Abkommen zwischen der T&uuml;rkei und den vom Staudamm betroffenen Anrainerstaaten Syrien und Irak fehle Nach Meldung des Interministeriellen Ausschusses f&uuml;r die Gew&auml;hrung von staatlichen Exportkrediten (IMA) in Deutschland wurde den Anrainerstaaten Syrien Irak zugesichert, dass die Mindestdurchflussmenge am Staudamm nicht unter 60 m&sup3; pro Sekunde f&auml;llt. Die T&uuml;rkei habe zugesagt die Nachbarstaaten umfassend &uuml;ber das Staudammprojekt zu informieren und konsultieren. Der Bau des Staudamms bietet aufgrund der Wassernutzung der T&uuml;rkei Konfliktpotential zwischen der T&uuml;rkei und den Nachbarstaaten Syrien und Irak. Beide angrenzenden L&auml;nder wurden nach Angaben der Nichtregierungsorganisation WEED (Weltwirtschaft, &Ouml;kologie und Entwicklung) von der T&uuml;rkei nicht in die Planung einbezogen, obwohl dies f&uuml;r l&auml;nder- bzw. fl&uuml;sse&uuml;bergreifende Projekte nach internationalem Recht grundlegende Prinzipien seien. 69 internationale Organisationen haben im letzten Jahr einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel geschrieben und kritisieren, dass sich die Bundesregierung international als ein Land darstelle, das f&uuml;r ein gutes Gesch&auml;ft seine eigenen Prinzipien &uuml;ber Bord werfe. Merkel w&uuml;rde einerseits besonderen Wert auf Transparenz legen, w&auml;hrend aber die Bedingungen, die das Projekt verbessern sollen, unter Verschluss gehalten w&uuml;rden.<br>\nDas Staudammprojekt<\/p><p>Der geplante Staudamm ist 135 m hoch und 1820 m lang. Der Ilisu-Staudamm und das Wasserkraftwerk werden am Tigris ca. 65 km flussaufw&auml;rts entlang der syrisch-t&uuml;rkischen Grenze gebaut. Die Gesamtkapazi&auml;t des Kraftwerks betr&auml;gt 1200 Megawatt, es soll die Energiegewinnung f&uuml;r zwei Millionen B&uuml;rger f&uuml;r die n&auml;chsten 60 Jahre sicherstellen. Daf&uuml;r muss eine Fl&auml;che von 313 Quadratkilometern geflutet werden. In dem Flutungsgebiet befinden sich zudem 52 D&ouml;rfer und 15 Kleinst&auml;dte. 7 Millionen Hektar fruchtbares Ackerland sollen unter Wasser gesetzt und mindestens 55.000 Menschen umgesiedelt werden. Zudem w&uuml;rde die 10.000 Jahre alte Stadt Hasankeyf, deren Aufnahme als Weltkulturerbe k&uuml;rzlich das Europaparlament vorgeschlagen hat, vollkommen in den Fluten untergehen, wenn der Staudamm gebaut werden sollte. Dar&uuml;ber hinaus w&uuml;rden einzigartige arch&auml;ologische Bauwerke, wie die Pfeiler einer mittelalterlichen Tigris-Br&uuml;cke und Moscheen aus dem 15. Jahrhundert von den Fluten vernichtet werden. Ilisu ist nur ein Teil des s&uuml;dost-anatolischen Projektes GAP (G&uuml;ney Anadolu Prjesi), das mit insgesamt 32 Milliarden Dollar beziffert ist. Die Errichtung von bislang sechs Staud&auml;mmen im Rahmen des gigantischen Bauprojektes, waren mit verheerenden Folgen verbunden. Die angrenzenden Staaten Syrien und Irak bekamen die Auswirkungen in Form von Wasserknappheit und Bodenversalzung zu sp&uuml;ren (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.weed-online.org\/themen\/71394.html\">www.weed-online.org<\/a>) <\/p><p><strong>Finanzieller Umfang des Projekts <\/strong><\/p><p>Das Gesamtvolumen des Auftrags umfasst 1,2 Milliarden Euro. Insgesamt wurden von den L&auml;ndern &Ouml;sterreich, Schweiz und Deutschland Exportkreditgarantien f&uuml;r Lieferungen und Leistungen in H&ouml;he von rund 450 Mio. Euro beantragt. F&uuml;r die Umsiedlung der in dieser Region lebenden Bev&ouml;lkerung und die Verlagerung von Kulturg&uuml;tern in einen eigens daf&uuml;r konzipierten Kulturpark schl&auml;gt die T&uuml;rkei weitere Projektkosten von 800 Millionen Euro an, womit sich das Gesamtvolumen des Vorhabens auf rund 2 Milliarden Euro erh&ouml;ht.<\/p><p><strong>Die beteiligten Banken <\/strong><\/p><p>Am 24. M&auml;rz 2007 bewilligte der Interministerielle Ausschuss f&uuml;r die Gew&auml;hrung von staatlichen Exportkrediten (IMA) in Deutschland trotz weltweiter Proteste eine Hermesb&uuml;rgschaft &uuml;ber rund 200 Millionen Euro f&uuml;r den deutschen Exportanteil des  geplanten Wasserkraftwerks Ilisu in der S&uuml;dostt&uuml;rkei. Die Euler Hermes Kreditversicherungs-AG und die PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftspr&uuml;fungsgesellschaft (PwC AG) bearbeiten im Auftrag und auf  Rechnung der Bundesrepublik Deutschland die staatlichen Exportkreditgarantien. Am 15. August letzten Jahres hat die t&uuml;rkische Regierung gemeinsam mit der DekaBank, der Bank-Austria und der franz&ouml;ischen Societe-Generale einen Finanzierungsvertrag abgeschlossen.  Nichtregierungsorganisationen und zivilgesellschaftliche Initiativen aus Deutschland und der T&uuml;rkei kritisieren, dass mit der Finanzierungssicherung nun auch deutsche Banken in ein Projekt eingestiegen sind, dessen &ouml;kologische und soziale Auswirkungen ethisch und menschenrechtlich nicht vertretbar und die Auswirkungen verheerend seien.  Von den g&auml;ngigen Medien weitgehend unbeachtet fanden im November 2007 Demonstrationen vor Deka-Banken in Deutschland statt. Des Weiteren demonstrierten B&uuml;rger vor der Bank-Austria und der Unicredit in Italien, die Eigent&uuml;mer der Bank-Austria ist.  <\/p><p><strong>Die beteiligten Exportkreditagenturen <\/strong><\/p><p>Angesichts wirtschaftlicher, &ouml;kologischer und sozialer Bedenken zogen  sich im Jahr 2002 alle bis dahin beteiligten Firmen und die jeweiligen Exportkreditagenturen aus dem Staudamm-Projekt zur&uuml;ck, bis auf den &ouml;sterreichischen Konzern VA Tech, der bis heute beharrlich am Bau des Staudamms festh&auml;lt. VA Tech wurde im Februar 2005 vom Siemens-Konzern &uuml;bernommen. Die deutsche Bundesregierung deckt einen Anteil von 93,5 Millionen Euro f&uuml;r den Bau von drei Umleitungstunneln und drei Druckstollen durch die Firma Ed Z&uuml;blin AG, Stuttgart ab. Hinzu kommt eine R&uuml;ckversicherung von rund 100 Mio. Euro f&uuml;r deutsche Zulieferungen an den &ouml;sterreichischen Konsortialpartner Andritz AG (Mutter-Konzern von VA Tech Hydro).  &Ouml;sterreich beteiligt sich mit 230 Mio. Euro, die &Ouml;sterreichische Kontrollbank (OeKB) hat eine Zusage zur Haftungs&uuml;bernahme &uuml;ber 285 Millionen Euro erteilt, dies gilt f&uuml;r die Lieferung von Turbinen und elektromechanischer Ausr&uuml;stung. Der Schweizer Bundesrat hat im M&auml;rz eine Exportrisikogarantie &uuml;ber 225 Millionen Franken zugesagt. Die Schweizerische Risikoversicherung, SERV, hat f&uuml;r das Wasserkraftwerkprojekt Ilisu in der T&uuml;rkei Lieferungen und Ingenieurleistungen von Alstom, Colenco, Maggia und Stucky versichert. <\/p><p><strong>Kritik von der Partei DIE LINKE an der Hermesb&uuml;rgschaft<\/strong><\/p><p>Am 18.10.2006 stellte die Fraktion DIE LINKE einen Antrag im Bundestag keine Hermes-B&uuml;rgschaft f&uuml;r das Projekt zu genehmigen und beruft sich dabei auf ein Gutachten des Weltbank- und OECD-Experten f&uuml;r Umsiedlungsfragen, Prof. Dr. Michael M. Cernea, der in einem Gutachten vom Februar 2006 zu dem Schluss kommt, dass der Umsiedlungsplan keinesfalls ausgereift genug sei, um als Grundlage f&uuml;r eine Exportkreditversicherung anerkannt zu werden. Ersatzland f&uuml;r die &uuml;ber 55.000 von der Umsiedlung Betroffenen st&uuml;nde nicht in ausreichendem Ma&szlig;e zur Verf&uuml;gung. Die geplanten Ma&szlig;nahmen zur Schaffung neuer Einkommensquellen sch&auml;tzt Cernea als v&ouml;llig unrealistisch ein. (Quelle: <a href=\"http:\/\/dip.bundestag.de\/btd\/16\/029\/1602995.pdf\">www.bundestag.de [PDF &ndash; 60 KB]<\/a>) . Die Fraktion DIE LINKE zitierte des Weiteren ein Gutachten, dass von WEED beim Wasserforschungsinstitut EAWAG und der Consultingfirma Philip Williams &amp; Associates in Auftrag gegeben wurde: Die Gutachter heben hervor, dass mit den Vers&auml;umnissen in der Alternativenpr&uuml;fung sowie der fehlenden Ber&uuml;cksichtigung grenz&uuml;berschreitender Auswirkungen erhebliche Verfahrensfehler begangen wurden. Die Gutachter bef&uuml;rchten eine dramatische Verschlechterung der Wasserqualit&auml;t, ein massives Fischsterben sowie die Zerst&ouml;rung lebenswichtiger Lebensr&auml;ume bedrohter Vogelarten und anderer Tiere. Die Antwort der Bundesregierung ist <a href=\"http:\/\/www.heike-haensel.de\/anfragen\/1601804.pdf\">hier abzurufen [PDF &ndash; 76 KB]<\/a>.<\/p><p>Das &lsquo;International Rivers Network&rsquo;, k&auml;mpft auf internationaler Ebene f&uuml;r die Integrit&auml;t der Umwelt, soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte, unterst&uuml;tzt lokale Kommunen beim Schutz ihrer Fl&uuml;sse und Wassereinzugsgebiete und versucht, Entwicklungsprojekte mit negativen Auswirkungen f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung aufzuhalten. Diese Organisation kritisiert seit Jahren, dass Deutschland und &Ouml;sterreich die einzigen europ&auml;ischen L&auml;nder in der OECD sind, die versch&auml;rfte Standards f&uuml;r Staud&auml;mme blockieren. Ein Zusammenhang zwischen lukrativen Auftr&auml;gen und der Nichtunterzeichnung der Standards liegt auch hier auf der Hand. Die Macht der Konzerne und die Aussicht der Banken auf Profite stehen weit &uuml;ber Nachhaltigkeit, Umweltschutz, dem Schutz von Kulturg&uuml;tern und der Einhaltung der Menschenrechte. Deutschland b&uuml;rgt hier f&uuml;r ein Projekt, dass fatale Auswirkungen auf die Umwelt und die Bev&ouml;lkerung hat. Seit Jahren stehen Hermes-B&uuml;rgschaften in der Kritik, nicht nur weil die finanziellen Lasten der Staatsb&uuml;rgschaften im Zweifelsfall an den Steuerzahlern h&auml;ngen bleiben. Auch die Empfehlung bei der Ber&uuml;cksichtigung von Umweltaspekten bei der Vergabe von Exportkrediten der OECD  (http:\/\/www.agaportal.de\/pdf\/ca_deutsch.pdf) reicht bei weitem nicht aus. Dar&uuml;ber hinaus wird die fehlende parlamentarische Kontrolle kritisiert. Unsere Bundesregierung w&auml;re gut beraten, keine Projekte in L&auml;ndern zu unterst&uuml;tzen, die sich &uuml;ber Standards hinwegsetzen. Zudem strebt die T&uuml;rkei die Mitgliedschaft in der Europ&auml;ischen Union an und zeigt hier, dass es nicht in der  Lage ist Gesetze, Vorgaben und Auflagen umzusetzen. Die n&auml;chste &Uuml;berpr&uuml;fung der Projektdurchf&uuml;hrung sowie der Umsetzung der Empfehlungen durch die Experten ist noch f&uuml;r  M&auml;rz\/April 2008 vorgesehen, es bleibt abzuwarten, ob die Exportkreditagenturen aus diesem unsinnigen Projekt aussteigen oder ob der n&auml;chste Bericht von den Exportkreditagenturen dementsprechend abgefasst wird, dass das Gesch&auml;ft noch durchgezogen werden kann, denn zweifelsohne sind Hermesb&uuml;rgschaften f&uuml;r die zum Allianz-Konzern geh&ouml;rende Euler-Hermes-Kreditversicherungs-AG und dem weltweit gr&ouml;&szlig;ten Wirtschaftsberatungsunternehmen, Price Waterhouse, eine lukrative Angelegenheit, da bei jeder Absicherung stattliche Verwaltungsgeb&uuml;hren f&auml;llig werden. <\/p><p><strong>Expertenbericht (auf Englisch), zur Umsiedlung kann abgerufen werden unter: <\/strong><br>\n<a href=\"http:\/\/www.evb.ch\/cm_data\/Expertenbericht_Umsiedlung_03_2008.pdf\">www.evb.ch\/cm_data\/Expertenbericht_Umsiedlung_03_2008.pdf [PDF &ndash; 836 KB]<\/a><br>\n<a href=\"http:\/\/www.evb.ch\/cm_data\/Expertenbericht_Umsiedlung_Annexe.pdf\">www.evb.ch\/cm_data\/Expertenbericht_Umsiedlung_Annexe.pdf [PDF &ndash; 1.1 MB]<\/a> <\/p><p><strong>Expertenbericht (auf Englisch) zu Kulturg&uuml;ter kann abgerufen werden unter: <\/strong><br>\n<a href=\"http:\/\/www.evb.ch\/cm_data\/Expertenbericht_Kulturgueter_03_2008.pdf\">www.evb.ch\/cm_data\/Expertenbericht_Kulturgueter_03_2008.pdf [PDF &ndash; 920 KB]<\/a><\/p><p><strong>Quellenangabe auf Deutsch zu Expertenbericht:<\/strong><br>\n<a href=\"http:\/\/www.evb.ch\/cm_data\/_Zusammenfassung_Kritik__CoE_08032008.pdf\">www.evb.ch\/cm_data\/_Zusammenfassung_Kritik__CoE_08032008.pdf [PDF &ndash; 76 KB]<\/a><\/p><p><strong>Weiterf&uuml;hrende Links zum Thema:<\/strong><\/p><p><em>Deutsche Links<\/em><br>\n<a href=\"http:\/\/www.bessereweltlinks.de\/index.php?cat=2325\">http:\/\/www.bessereweltlinks.de\/index.php?cat=2325<\/a><\/p><p><em>Englische Links<\/em><br>\n<a href=\"http:\/\/www.betterworldlinks.org\/index.php?cat=4743\">http:\/\/www.betterworldlinks.org\/index.php?cat=4743<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Komitee unabh&auml;ngiger internationaler und nationaler Experten hat das Gebiet des geplanten und hochumstrittenen Wasserkraftwerks Ilisu in der S&uuml;dost-T&uuml;rkei besucht und aktuell drei Berichte zu den Bereichen Umwelt, Kulturg&uuml;ter und Umsiedlung vorgelegt. 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