{"id":312,"date":"2005-05-23T14:13:07","date_gmt":"2005-05-23T13:13:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=312"},"modified":"2016-03-14T15:29:14","modified_gmt":"2016-03-14T14:29:14","slug":"ein-befreiungsschlag-fur-die-neoliberale-ideologie-und-fur-schroder-personlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=312","title":{"rendered":"Ein Befreiungsschlag f\u00fcr die neoliberale Ideologie &#8211; und f\u00fcr Schr\u00f6der pers\u00f6nlich"},"content":{"rendered":"<p>Seit gestern Abend denke ich dar&uuml;ber nach, was die strategischen &Uuml;berlegungen von Schr&ouml;der und M&uuml;ntefering sein k&ouml;nnten, wenn sie f&uuml;r den Herbst Neuwahlen vorschlagen. Auch beim bestem Willen kann ich nicht erkennen, dass dieser Coup unserem Land oder der SPD helfen k&ouml;nnte. Die &bdquo;geniale Vorw&auml;rtsverteidigung&rdquo; (Politologe Falter) hilft allenfalls Gerhard Schr&ouml;der, dann aber bestimmt der Union und FDP und vor allem der neoliberalen Bewegung. Sie ist der wahre Gewinner dieses angeblichen Befreiungsschlags; sie muss den f&auml;lligen Bankrott ihrer politischen Konzepte nicht erkl&auml;ren, im Gegenteil, f&uuml;r sie besorgt der Gerhard Schr&ouml;der ein neues Votum f&uuml;r die n&auml;chsten vier Jahre. Der Union und der FDP macht er damit das Bett. Und einer kommenden Oppositionspartei SPD nimmt Gerhard Schr&ouml;der die Chance, die dann von Angela Merkel betriebene konservative Fortsetzung der neoliberalen Reformen grunds&auml;tzlich in Frage zu stellen und zu kritisieren.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Schr&ouml;ders Geschenk f&uuml;r die Neoliberalen und f&uuml;r sich selbst<\/strong><\/p><p>In den letzten Wochen und Monaten wuchs die Kritik am Reformkurs. Selbst neoliberal eingef&auml;rbte Medien begannen zu fragen, wo die Erfolge der vielen Reformen denn blieben. Es war nicht mehr zu &uuml;bersehen, dass weder die vielen Steuersenkungen und -Reformen noch Hartz I bis IV den versprochenen Wirtschaftsaufschwung, den Abbau der Arbeitslosigkeit und die versprochene finanzielle Konsolidierung des Fiskus und der sozialen Sicherungssysteme erreicht hatten. Im Gegenteil: Mit Hartz I-III ersetzten Minijobs regul&auml;re Arbeitsverh&auml;ltnisse; Hartz IV wird viel teurer als erwartet; selbst der SPIEGEL, dieses Kampforgan der neoliberalen Reformer, titelte in dieser Woche: &bdquo;Die total verr&uuml;ckte Reform: Milliarden-Grab Hartz IV&ldquo;; die vielen Steuersenkungen haben nichts gebracht. Die neoliberale Bewegung in Deutschland steht vor einem Scherbenhaufen.<br>\nUnd Gerhard Schr&ouml;der hilft ihr aus der Patsche. Mit seiner Neuwahlentscheidung erstickt er die beginnende Kritik an der Reformagenda im Keim. Er isoliert die Kritiker in seiner Partei und bei den Gewerkschaften, weil es von nun an ja angeblich um die Wurst im Wahlstreit mit den noch Schlimmeren von Union und FDP geht.<br>\nDie Aktion ist &uuml;brigens typisch f&uuml;r Gerhard Schr&ouml;der. Er wei&szlig;, die Medien und auch viele Meinungsf&uuml;hrer im Bildungsb&uuml;rgertum sind beeindruckt von dieser Art Entscheidungsfreude eines Bundeskanzlers. Es ist das Konzept &bdquo;Hauptsache Aktion&rdquo;. Dar&uuml;ber nachgedacht, was dies bringt, wird nicht. Es wird schon irgendwie gut gehen, so denken Schr&ouml;der und M&uuml;ntefering. So haben sie vermutlich auch in den letzten Jahren immer gedacht: etwa bei der Entscheidung f&uuml;r die Agenda 2010, bei der Entscheidung f&uuml;r die Trennung von Parteivorsitz und Kanzlerschaft, etc.<\/p><p><strong>F&uuml;r unser Land verheerend<\/strong><\/p><p>Die Erfolglosigkeit der Reformpolitik kommt nicht auf den Tisch, es wird &uuml;ber die Gr&uuml;nde des Scheiterns nicht nachgedacht sondern eher nachgelegt und es werden weitere Reformen angek&uuml;ndigt, die notwendige Kurskorrektur und sei es nur die Hinwendung zu einer expansiven Makropolitik findet nicht statt. Das ist die sachliche Seite und dies ist schlimm f&uuml;r unser Land. <\/p><p><strong>Der W&auml;hlerwille wird &ndash; offen erkl&auml;rt &ndash; missachtet <\/strong><\/p><p>Gerhard Schr&ouml;der erkl&auml;rte am Wahlabend: &bdquo;Mit dem bitteren Wahlergebnis f&uuml;r meine Partei in Nordrhein Westfalen ist die politische Grundlage f&uuml;r die Fortsetzung unserer Arbeit in Frage gestellt.&ldquo; (Siehe unten Anhang mit der Erkl&auml;rung von BK Schr&ouml;der) Seit Jahren signalisiert die Mehrheit der W&auml;hler, dass sie von der Reformpolitik nichts halten &ndash; das ist bei Wahlen und bei Umfragen erkennbar. Es stimmt eben nicht, was Prof. Falter gestern bei Sabine Christiansen erkl&auml;rte. Es gibt keine Mehrheit f&uuml;r die jetzigen Reformen. Die Gr&uuml;nder der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft haben &uuml;brigens diese Skepsis der Mehrheit gegen&uuml;ber den Strukturreformen zum Anlass f&uuml;r ihr gro&szlig;angelegtes Brainwashing genommen. Gerhard Schr&ouml;der setzt diesen Kurs der Missachtung der Pr&auml;ferenz der Mehrheit f&uuml;r solidarische L&ouml;sungen unserer Probleme mit einem Paukenschlag fort. Er macht sich erneut zum Handlanger der &bdquo;Revolution von oben&ldquo; (siehe Tagebucheintrag vom 4.2.2004). <\/p><p>Es gibt dann noch eine andere demokratie-politische Seite des Vorgangs. Die W&auml;hlerinnen und W&auml;hler werden in einen Wahlkampf und in eine Wahl gef&uuml;hrt, bei der sie mit der SPD ernsthaft keine Alternative haben. Alternativen aufzuzeigen und Alternativen zur Wahl zu stellen, w&auml;re aber wichtig, um die Mehrheit unserer Mitb&uuml;rgerinnen und Mitb&uuml;rger und vor allem die politisch Interessierten aus der Resignation zu holen. Das trotzige &bdquo;Wir brauchen eine Best&auml;tigung f&uuml;r den Reformkurs, weil er alternativlos ist&ldquo;, ist in der Konsequenz eine Katastrophe f&uuml;r die Bereitschaft der Menschen zu politischen Beteiligung. <\/p><p><strong>Die Ruin der SPD<\/strong><\/p><p>Seit Gerhard Schr&ouml;der regiert, sind bei verlorenen Landtagswahlen sechs SPD-Ministerpr&auml;sidenten abgew&auml;hlt worden: H&ouml;ppner, Klimmt, Eichel, Gabriel, Mirow, Steinbr&uuml;ck; es sind in der gleichen Zeit reihenweise Kommunalwahlen verloren gegangen. Tausende von SPD-Mandatstr&auml;gern haben f&uuml;r Schr&ouml;ders Politik geb&uuml;&szlig;t. Hunderttausende sind aus der SPD ausgetreten, selbst in NRW hat die SPD inzwischen weniger Mitglieder als die CDU. Deutschland wird in einer Weise schwarz regiert, wie wir das nie zuvor erlebt haben. Der Befreiungsschlag, den Gerhard Schr&ouml;der jetzt versucht, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch schief gehen. <\/p><p>Hier in Stichworten einige Hinweise auf die Fehleinsch&auml;tzungen von Schr&ouml;der und offenbar auch von M&uuml;ntefering:<br>\nDie Bedeutung von Personen bei Wahlentscheidungen wird immer wieder weit &uuml;bersch&auml;tzt. Das m&uuml;sste man langsam wissen: Eichel war im Januar 1999 popul&auml;rer als Koch, Gabriel war popul&auml;rer als Wulff, Simonis war um vieles popul&auml;rer als Carstensen. Aber die CDU hat trotz geringerer Popularit&auml;t ihres Spitzenpersonals die Wahlen gewonnen. Diese Erfahrung ist eine immer wiederkehrende Erfahrung. Sie galt auch schon 1976, als der unpopul&auml;re Helmut Kohl gegen den popul&auml;ren Helmut Schmidt die CDU\/CSU zur st&auml;rksten Fraktion machte und die Beendigung der Kanzlerschaft Helmut Schmidts nur knapp verfehlte. Nur mit Ignoranz gegen&uuml;ber dieser Erfahrung kann man glauben, Gerhard Schr&ouml;ders Popularit&auml;tsvorsprung gegen&uuml;ber Angela Merkel w&uuml;rde im Herbst dieses Jahres ausschlaggebend sein.<br>\nMit seiner Popularit&auml;t allein hatte Gerhard Schr&ouml;der auch die beiden letzten Wahlen nicht gewonnen. Damals kamen wichtige andere Faktoren hinzu: 1998 die breite Aufstellung der SPD mit dem Kanzler f&uuml;r die Mitte, Gerhard Schr&ouml;der, und Oskar Lafontaine f&uuml;r die an sozialer Gerechtigkeit interessierten SPD-Anh&auml;nger, 2002 dann noch einmal ein breites B&uuml;ndnis mit Gewerkschaftern und Gegnern des Irak-Krieges, die sich als Multiplikatoren f&uuml;r die SPD geschlagen haben. Wie wichtig die Breite einer Volkspartei ist, wenn man einen hohen Anteil von W&auml;hlern erreichen will, hat R&uuml;ttgers bewiesen, der sich bewusst nicht festgelegt hat. Wie wichtig das Engagement von Multiplikatoren f&uuml;r SPD-Erfolge ist, zeigte jeder bisherige Wahlkampf &ndash; in meiner Erinnerung von 1969 &uuml;ber 1972 &ndash; dem markantesten Wahlkampf mit dem Engagement von Hunderttausenden &ndash; bis 2002. <\/p><p><strong>Von wegen Richtungswahl<\/strong><\/p><p>Am Wahlabend war gestern die Rede davon, der Wahlkampf im Herbst w&uuml;rde zu einer Richtungswahl. Das verstehe ich nicht. Die meisten Menschen verm&ouml;gen mit Recht keine wirkliche Alternative zu erkennen: Ob nun die SPD nach Hartz IV noch Hartz V bis VII will oder die CDU zus&auml;tzlich noch Hartz VIII, das macht keinen gro&szlig;en Unterschied. Ob die SPD die Privatvorsorge mit der Riesterrente obligatorisch machen will oder die CDU\/CSU die Privatvorsorge auf andere Weise propagiert, das ist kein gro&szlig;er Unterschied; beide ruinieren das Vertrauen in die gesetzliche Rente. Ob die SPD oder ob CDU und CSU z&ouml;gern, eine wirklich expansive Wirtschaftspolitik zur &Uuml;berwindung der Rezession zumachen &ndash; der Grad des Z&ouml;gerns ist keine Alternative und nicht wahlentscheidend; es k&ouml;nnte sogar so kommen, dass paradoxerweise die Union anf&auml;ngt, etwas f&uuml;r die Konjunktur zu tun. (Wenn ich sie zu beraten h&auml;tte, w&uuml;rde ich ihr das empfehlen, und die SPD w&auml;re f&uuml;r Jahrzehnte weg vom Fenster.)<br>\nDie beiden Lager k&ouml;nnten sich im Umgang mit den Gewerkschaften unterscheiden. Das ist richtig. Aber Gewerkschafter, die ein Ged&auml;chtnis haben, erinnern sich daran, dass Gerhard Schr&ouml;der auch vor den Wahlen 2002 v&ouml;llig anders &uuml;ber Gewerkschaften geredet hat als unmittelbar danach.<br>\nDas wird im Ernst keine Richtungswahl, weil die Schr&ouml;der-SPD sich in ihrer wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Konzeption leider nicht gen&uuml;gend von CDU\/CSU und FDP unterscheidet; beide plappern ja sogar die fadenscheinigen Vorw&auml;nde f&uuml;r Strukturreformen nach; selbst am Wahlabend konnte die SPD-Seite nicht von der Reforml&uuml;ge &bdquo;demographisches Problem&ldquo; lassen. Noch viel schlimmer: Indem Gerhard Schr&ouml;der die SPD zwingt, den bisherigen Reformkurs fortzusetzen, bereitet er der kommenden Regierung von CDU\/CSU und FDP das Bett f&uuml;r eine noch radikaler neoliberal gepr&auml;gte Reformpolitik. Und er macht es einer k&uuml;nftigen SPD-Opposition unm&ouml;glich, dies glaubw&uuml;rdig zu kritisieren, weil ihr entgegengehalten wird: &sbquo;wir setzen nur konsequenter um, was ihr durch eure handwerklichen Fehler vermasselt habt&rsquo;. <\/p><p><strong>Die einzige verantwortliche Strategie &hellip;<\/strong><\/p><p>&hellip;im Interesse des Landes und &uuml;brigens auch der SPD w&auml;re gewesen, den Reformkurs mit Hinweis auf seine Erfolglosigkeit zu korrigieren und dann den W&auml;hlerinnen und W&auml;hlern 2006 eine wirkliche Alternative zu pr&auml;sentieren. Die Korrektur h&auml;tte ja ma&szlig;voll sein k&ouml;nnen, es h&auml;tte ein vern&uuml;nftiger Mix von angebots- und nachfrageorientierter Wirtschaftspolitik sein k&ouml;nnen. Niemand verlangt von Schr&ouml;der und M&uuml;ntefering, dass sie den gesamten Unsinn aufessen, den sie uns bisher zugemutet haben. Korrekturen h&auml;tten sich auf sachliche Notwendigkeiten beschr&auml;nken k&ouml;nnen &ndash; zum Beispiel auf die ohnehin notwendige Vertrauensbildung f&uuml;r das Umlageverfahrens und die gesetzliche Rente; zum Beispiel auf die deutliche Korrektur von Hartz IV u.a. mit dem Ziel, die von Arbeitslosigkeit Betroffenen vor dem Absturz zu bewahren; zum Beispiel mit einem Programm zur Stabilisierung der &bdquo;Normalarbeitsverh&auml;ltnisse&ldquo; statt der jetzt gel&auml;ufigen Mode, die aus der Not der Menschen geborene Tatsache, nur befristete oder Teilzeitbesch&auml;ftigungen zu finden, zum Trend zu erkl&auml;ren; zum Beispiel auf eine Steuerpolitik, die den Gemeinden wieder mehr Geld l&auml;sst; zum Beispiel auf die Beendigung der Privatisierungen, die die &bdquo;Heuschrecken&ldquo; erst ermuntert haben, bei uns Unternehmen zu kaufen, auseinander zu nehmen und zu fleddern; zum Beispiel auf die Hinwendung zu einer undogmatischen Makropolitik, wie sie in anderen L&auml;ndern ganz selbstverst&auml;ndlich gemacht wird; zum Beispiel auf eine Korrektur der Erbschaftssteuerreformenabsicht mit ihrer sowohl sachlich als auch sozial unertr&auml;glichen Schlagseite.<br>\nWenn Schr&ouml;der und M&uuml;ntefering eine solche Strategie fahren w&uuml;rden, dann h&auml;tten sie 2006 eine Chance, weil dann die Alternative zu Union und FDP klar w&uuml;rde und sich daf&uuml;r wieder mehr Anh&auml;nger der SPD engagieren w&uuml;rden. Nur mit einer solchen Kurskorrektur k&ouml;nnte man auch klar machen, dass sich die konservativen Parteien CDU\/CSU und FDP auf einem Irrweg befinden, auf einem Weg, der jetzt schon f&uuml;r unser Land gef&auml;hrlich ist und noch gef&auml;hrlicher wird, wenn man diesen Parteien unser Land vollst&auml;ndig &uuml;berl&auml;sst. Die Kurskorrektur w&auml;re die Voraussetzung daf&uuml;r, die Union und die FDP sachlich angreifen zu k&ouml;nnen.<br>\nSo hat die SPD keinerlei Chance f&uuml;r ein eigenes Profil. Ihre F&uuml;hrung besch&auml;digt ihre Wahlkampfchance und sie zerst&ouml;rt heute schon die M&ouml;glichkeit zu einer glaubw&uuml;rdigen Opposition gegen die schwarz-gelbe Dominanz in Bund und L&auml;ndern. Deshalb ist der von Schr&ouml;der mit seiner Entscheidung beschleunigte Ruin der SPD wohl leider nicht von kurzer sondern von nachhaltiger Dauer.<\/p><p><strong>Warum macht Schr&ouml;der das?<\/strong><\/p><p>Ich bin ratlos. Rational kann ich mir diesen Vorgang nur erkl&auml;ren, wenn ich unterstelle, dass Gerhard Schr&ouml;der in die neoliberale Bewegung eingebunden ist und seit l&auml;ngerem deren Interesse und nicht mehr die Interessen der SPD und der Mehrheit der Bev&ouml;lkerung vertritt. Hinweise, die diese Vermutung entkr&auml;ften, nehme ich von Herzen gern entgegen. <\/p><p>(Mit Erg&auml;nzungen vom 24.5.2005) <\/p><p><strong>Anhang:<\/strong><\/p><p><strong>Die Erkl&auml;rung von Bundeskanzler Schr&ouml;der, mit denen er sich am 22.5.2005 gegen 20 Uhr f&uuml;r Neuwahlen im Bund ausgesprochen hat: <\/strong><\/p><blockquote><p>Deutschland befindet sich in einem tief greifenden Ver&auml;nderungsprozess. Es geht darum, unser Land unter den besonderen Bedingungen der &Uuml;berwindung der deutschen Teilung auf die Erfordernisse des 21. Jahrhunderts auszurichten. Mit der Agenda 2010 haben wir dazu entscheidende Weichen gestellt. <\/p>\n<p>Wir haben notwendige Schritte unternommen, die sozialen Sicherungssysteme zukunftsf&auml;hig zu machen und die Wettbewerbsf&auml;higkeit der deutschen Wirtschaft zu st&auml;rken. Dies sind unabdingbare Voraussetzungen f&uuml;r mehr Wachstum und Besch&auml;ftigung in Deutschland. Erste Erfolge auf diesem Weg sind un&uuml;bersehbar. <\/p>\n<p>Bis sich aber die Reformen auf die konkreten Lebensverh&auml;ltnisse aller Menschen in unserem Land positiv auswirken, braucht es Zeit. Vor allem aber braucht es die Unterst&uuml;tzung der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger f&uuml;r eine solche Politik. Mit dem bitteren Wahlergebnis f&uuml;r meine Partei in Nordrhein Westfalen ist die politische Grundlage f&uuml;r die Fortsetzung unserer Arbeit in Frage gestellt. <\/p>\n<p>F&uuml;r die aus meiner Sicht notwendige Fortf&uuml;hrung der Reformen halte ich eine klare Unterst&uuml;tzung durch eine Mehrheit der Deutschen gerade jetzt f&uuml;r erforderlich. Deshalb betrachte ich es als Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland als meine Pflicht und Verantwortung, darauf hinzuwirken, dass der Herr Bundespr&auml;sident von den M&ouml;glichkeiten des Grundgesetzes Gebrauch machen kann, um so rasch wie m&ouml;glich, also realistischerweise f&uuml;r den Herbst dieses Jahres, Neuwahlen zum Deutschen Bundestag herbeizuf&uuml;hren.&rdquo;<\/p><\/blockquote><p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit gestern Abend denke ich dar&uuml;ber nach, was die strategischen &Uuml;berlegungen von Schr&ouml;der und M&uuml;ntefering sein k&ouml;nnten, wenn sie f&uuml;r den Herbst Neuwahlen vorschlagen. Auch beim bestem Willen kann ich nicht erkennen, dass dieser Coup unserem Land oder der SPD helfen k&ouml;nnte. 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