{"id":3123,"date":"2008-04-07T08:39:11","date_gmt":"2008-04-07T06:39:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3123"},"modified":"2015-11-25T18:03:35","modified_gmt":"2015-11-25T17:03:35","slug":"nachlese-zur-sendung-mit-maybritt-illner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3123","title":{"rendered":"Nachlese zur Sendung mit Maybritt Illner"},"content":{"rendered":"<p>Ich m&ouml;chte mich auf ein paar weiterf&uuml;hrende Anmerkungen beschr&auml;nken und gleichzeitig einige wichtige Links zur weiteren Information angeben. Die Links betreffen die Sendung selbst, die ARD-Doku &bdquo;Rentenangst&ldquo;, Raffelh&uuml;schens Bekenntnisse &uuml;ber die absichtliche Verschlechterung der Leistungsf&auml;higkeit der gesetzlichen Rente, meine Speyerer Rede zur politischen Korruption, ein &auml;lteres aber aktuelles Interview im ARD-Morgen Magazin zur Interessenabh&auml;ngigkeit der von Funk und Fernsehen bekannten Wissenschaftler, den Hinweis auf die einschl&auml;gigen Seitenzahlen in unserem kritischen Jahrbuch und einen alten Essay von Tom Schimmeck. Nun die angek&uuml;ndigten Anmerkungen: Albrecht M&uuml;ller<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li>Es gab zwei Themen und sechs Personen. Kann man unter diesen Umst&auml;nden ein so komplexes und von nur Wenigen in unserem Land wahrgenommenes Thema wie die politische Korruption ansprechen, die hinter der Entscheidung f&uuml;r die Privatvorsorge und ihre massive F&ouml;rderung durch uns Steuerzahler steckt? Ich war mir des Risikos bewusst. Die Zusammenh&auml;nge sind nicht leicht und schnell zu erkl&auml;ren. Au&szlig;erdem kommt sofort der Vorwurf der Verschw&ouml;rungstheorie. &ndash; Der kommt aber sowieso. Und wenn wir beim Aufbau einer Gegen&ouml;ffentlichkeit nicht erkl&auml;ren k&ouml;nnen, warum alle Welt in der hohen Politik, in Wissenschaft und Wirtschaft die Privatvorsorge in den Himmel hebt, dann fehlt ein wichtiges Glied in der Kette der Argumentation. Norbert Bl&uuml;m sieht das &uuml;brigens &auml;hnlich wie ich.<br>\nDie verr&uuml;ckte Tatsache, dass Steuergeld zur Subvention eines Produktes bezahlt wird, das uns mit der gro&szlig;spurigen Forderung nach mehr Eigenverantwortung verkauft wird, ist nur zu erkl&auml;ren, wenn man deutlich macht und belegt, dass Korruption im Spiel ist.<\/li>\n<li>Dazu blieb in der Sendung wenig Zeit. Aber zumindest ist ein Pflock eingeschlagen, ein Pflock mehr, und langsam spricht sich diese Tatsache herum.<br>\nWir haben damit in den NachDenkSeiten und ich im Buch &bdquo;Machtwahn&ldquo; ausf&uuml;hrlich begonnen, dann kamen verschiedene Reden und Medien-Auftritte, es gab zwei Sendungen von Monitor und jetzt gab es einen richtigen Durchbruch mit der Sendung &bdquo;Rentenangst&ldquo; des Saarl&auml;ndischen Rundfunks, einer Dokumentation der beiden Journalisten Ingo Blank und Dietrich Krauss. Siehe dazu Link D.<br>\nIn meiner Speyerer Rede (B.) und in &bdquo;Das kritische Jahrbuch &ndash; Nachdenken &uuml;ber Deutschland&ldquo; (G\/Seite 75 bis 86) finden Sie eine F&uuml;lle von Material zum Thema politische Korruption und einen ausf&uuml;hrlichen Teil zur Zerst&ouml;rung des Vertrauens in die gesetzliche Rente zugunsten der Privatvorsorge. Von der Korruption der Wissenschaft, meiner Wissenschaft der &Ouml;konomie, handelt ein Interview im Morgenmagazin, siehe C.<\/li>\n<li>Alle jene, die immer noch meinen, hier seien Verschw&ouml;rungstheoretiker am Werk, sollten sich eine Passage in der ARD-Dokumentation &bdquo;Rentenangst&ldquo; besonders aufmerksam anschauen. Dort protzt der bekannte Professor Raffelh&uuml;schen vor Versicherungsvertretern damit, dass er und Kollegen in der R&uuml;rup-Kommission daf&uuml;r gesorgt h&auml;tten, die gesetzliche Rente auf eine Basisrente zu reduzieren.<br>\nDiesen Teil haben wir zu Ihrer bequemeren Nutzung in einem Auszug aus dem Manuskript der Sendung in den Hinweisen des Tages vom 18.3. schon gebracht und weisen hier ausdr&uuml;cklich unter E. noch einmal darauf hin. \n<p><strong>Bitte nutzen Sie dieses Dokument und alle anderen auch. Das Thema ist schlie&szlig;lich brisant genug und es geht um viel.<\/strong><\/p><\/li>\n<li>Hier wird eine wichtige gesellschaftliche Einrichtung, die gesetzliche Rente, mutwillig und unn&ouml;tigerweise zerst&ouml;rt. Sie wird zerst&ouml;rt, weil die Finanzwirtschaft, die Banken, die Versicherungen und die Finanzdienstleister daran Milliarden verdienen und weil sich Politiker, Wissenschaftler und Medien f&uuml;r dieses Zerst&ouml;rungswerk hergeben. In der Regel gegen Geld, oft auch aus Unwissenheit und Unkenntnis &ouml;konomischer Zusammenh&auml;nge. Das haben wir auf vielf&auml;ltige Weise schon belegt. Die unten genannten Dokumente tun das noch einmal.<\/li>\n<li>In der Sendung mit Maybritt Illner sind au&szlig;er dem Totschlagargument &bdquo;Verschw&ouml;rungstheorie&ldquo; auch noch zwei andere gel&auml;ufige Argumentationsmuster verwandt worden:\n<ul>\n<li>die Lohnnebenkosten m&uuml;ssten gesenkt werden, und<\/li>\n<li>die Alten lebten auf Kosten der Jungen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dass der Glaube an die zentrale Bedeutung der Senkung der Lohnnebenkosten so unverr&uuml;ckbar verankert ist, halte ich allm&auml;hlich f&uuml;r ein Ph&auml;nomen und f&uuml;r einen besonders schl&uuml;ssigen Beweis daf&uuml;r, dass Gehirnw&auml;sche heute ohne Zweifel m&ouml;glich ist. <\/p>\n<p>Es ist f&uuml;r mich dennoch immer wieder &uuml;berraschend, mit welcher Selbstverst&auml;ndlichkeit dieses Argument gebraucht wird. Und ich frage mich jedes Mal wieder, ob die Nutzer dieses Schlagworts daran glauben oder ob sie es als strategisches Element zu Gunsten ihrer Interessen oder ihres Milieus einsetzen.<\/p><\/li>\n<li>&Auml;hnliches gilt f&uuml;r den Hinweis darauf, die Alten lebten auf Kosten der Jungen und diese Ungerechtigkeit werde durch die Umstellung auf Privatvorsorge behoben oder gemildert. Dieser Glaube zeugt von einer solchen F&uuml;lle von schr&auml;gem Denken, dass mich an einem solchem Abend dann wirklich Zweifel am Verstand unserer Eliten insgesamt befallen: Werden durch Privatvorsorge pl&ouml;tzlich mehr Kinder geboren, werden die gleich produktiv einsetzbar? Haben die so Argumentierenden vergessen, was die ganz Alten geleistet haben? Was sie f&uuml;r die Jungen investiert und getan haben? Begreifen diese Menschen nicht, dass die Antwort auf die Frage, ob die gesetzliche Rente den heute Jungen im Alter noch etwas und vor allem etwas ausreichendes bringt, 100 mal mehr von der Frage abh&auml;ngt, ob wir die Arbeitslosigkeit abbauen, ob wir die sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverh&auml;ltnisse vermehren, ob wir die Erwerbsquote steigern, vor allem bei Frauen, und ob wir die Arbeitsproduktivit&auml;t der hier arbeitenden Menschen steigern? Und dies h&auml;ngt wiederum von guter Bildung und Ausbildung ab und von einer guten Infrastruktur &ndash; und nicht von demographischen Relationen oder von einer anderen Finanzierungsform der Altersvorsorge.<\/li>\n<li>In SpiegelOnline gab es einen Artikel zur Sendung mit Maybritt Illner, geschrieben von Reinhard Mohr, fr&uuml;her einmal Journalist des linken Pflasterstrand in Frankfurt, heute bei SpiegelOnline immer mal wieder gut f&uuml;r eine besonders dreiste Agitation zu Gunsten der neoliberalen Bewegung.\n<p>Mit Ausnahme des Hinweises darauf, dass die Sendung mit Themen und Personen zu voll gepackt war, fehlt diesem Essay jede sachliche Argumentation. Offensichtlich ist der Essay geschrieben worden, um eine Redaktion herunterzumachen und zu verunsichern, die es gewagt hat, Diskussionsteilnehmer einzuladen, die nicht nur oberfl&auml;chlich gegen die herrschende Lehre streiten. Gemeint sind Norbert Bl&uuml;m und ich.<\/p>\n<p>Einer unserer Leser machte mich auf den Beitrag von Tom Schimmeck (Siehe F.) in der TAZ vom 17.9.2005 aufmerksam, &bdquo;Arschlochalarm&ldquo;. Dieser Beitrag &uuml;ber die Entwicklung des Spiegel und seiner Macher betrifft auch die Entwicklung von Reinhard Mohr von links nach rechts und seine Schreibe. &bdquo;Arschlochalarm&ldquo; &ndash; ein passender Titel.<\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>Links zu wichtigen Dokumenten:<\/strong><\/p><ol type=\"A\">\n<li>&bdquo;Willkomen im Zweiklassenland&ldquo;<br>\nBei <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/content\/467298?inPopup=true\">Maybritt Illner<\/a> am 3.4.2008<\/li>\n<li><a href=\"?p=2727\">Speyerer Rede zur politischen Korruption<\/a> vom 25.10.2007<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/de.youtube.com\/watch?v=OLWxFm3RF0w&amp;NR=1\">Albrecht M&uuml;ller beim Morgenmagazin der ARD<\/a> &uuml;ber Wissenschaftler in Diensten der Versicherungswirtschaft<\/li>\n<li>Die <a href=\"http:\/\/de.youtube.com\/results?search_query=Rentenangst&amp;search_type=\">ARD-Doku &bdquo;Rentenangst&ldquo; auf You Tube<\/a><\/li>\n<li>Auszug zu Raffelh&uuml;schens Bekenntnissen &uuml;ber die absichtliche Verschlechterung der Leistungsf&auml;higkeit der Gesetzlichen Rente in <a href=\"?p=3074\">Hinweis Nr.3 vom 18.3.2008<\/a><\/li>\n<li>Hinweis auf einen Essay von Tom Schimmeck in der TAZ, mit Link in den NachDenkSeiten <a href=\"?p=797\">&bdquo;Arschlochalarm&ldquo;<\/a><\/li>\n<li>&bdquo;Das kritische Jahrbuch &ndash; Nachdenken &uuml;ber Deutschland&ldquo;, Seite 75 bis 86. <a href=\"?page_id=2867\">N&auml;heres hier &hellip;<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich m&ouml;chte mich auf ein paar weiterf&uuml;hrende Anmerkungen beschr&auml;nken und gleichzeitig einige wichtige Links zur weiteren Information angeben. 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