{"id":31289,"date":"2016-02-15T17:08:44","date_gmt":"2016-02-15T16:08:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31289"},"modified":"2016-02-19T09:01:06","modified_gmt":"2016-02-19T08:01:06","slug":"ein-aufschlussreicher-blick-hinter-die-berliner-kulissen-es-gibt-gute-und-es-gibt-boese-bomben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31289","title":{"rendered":"Ein aufschlussreicher Blick hinter die Berliner Kulissen: Es gibt gute und es gibt b\u00f6se Bomben!"},"content":{"rendered":"<p>In den <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31202#h01\">Hinweisen II vom 12. Februar<\/a> gab es einen <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/jungundnaiv\/videos\/vb.573823342629618\/1190627904282489\/?type=2&amp;theater\">Link auf ein Video von &bdquo;jung &amp; naiv&ldquo;<\/a>. Diese Aufnahme von der Bundespressekonferenz ist ein spannendes Dokument der Zeitgeschichte.<\/p><p>Es offenbart das einseitige Denken der Vertreter der Bundesregierung und ihre Einteilung der Welt in Gut und B&ouml;se. Deshalb pr&auml;sentieren wir es noch einmal als Video und dank der Hilfe eines NachDenkSeiten-Lesers verschriftet. Siehe unten. Dort dann auch noch ein notwendiger Widerspruch zu einer Anmerkung von Jens Berger in den Hinweisen vom Freitag zu einem Interview von Ex- Bundeswehrgeneral Kujat. Zun&auml;chst aber zur Bundespressekonferenz. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160215-naiv-und-jung-.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><ol>\n<li>Hier rechts im zweiten Bild ist der Sprecher des Ausw&auml;rtigen Amtes, und damit auch von Bundesau&szlig;enminister Steinmeier, Sebastian Fischer. Er wurde von Tilo Jung gerade gefragt, ob er ausschlie&szlig;en k&ouml;nne, dass westliche Luftangriffe in Syrien zivile Ziele getroffen haben.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160215-naiv-und-jung-02_.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p>Hier holt er sich durch Blickkontakt den Rat des Sprechers von Verteidigungsministerin von der Leyen. Der Blickkontakt kann nicht sehr ergiebig gewesen sein. Fischer beantwortet die Frage nicht und geht stattdessen in die Offensive, jedenfalls glaubt er das und vermutlich folgen ihm dabei auch einige der anwesenden Journalistinnen und Journalisten:<\/p>\n<p><em><strong>Sebastian Fischer, Ausw&auml;rtiges Amt:<\/strong> Die Frage, ob man etwas ausschlie&szlig;en kann, ist immer eine schwierige Frage. Ich frage mich ganz ernsthaft, wie Sie diese Luftangriffe denn sehen. Sehen Sie &hellip; meinen Sie, dass da genau das Gleiche stattfindet? Ist es genau dasselbe, was die Russen machen, wie die internationale Koalition?<\/em><\/p><\/li>\n<li>Der Sprecher des Ausw&auml;rtigen Amtes lebt offenbar quasi angeboren in einer Welt der Aufteilung in Gut und B&ouml;se. Nur so kann man verstehen, dass er den Journalisten Jung quasi entsetzt fragt, ob dieser wirklich glaube, das was &bdquo;die Russen machen&ldquo; dasselbe sei wie die internationale Koalition. Er unterstellt sozusagen die Aufw&auml;rmung des Feindbildes der F&uuml;nfzigerjahre und des Kalten Krieges als Allgemeingut.<\/li>\n<li>Wir lernen &uuml;brigens dabei auch noch etwas &uuml;ber die Welt, in der unser Au&szlig;enminister Steinmeier lebt. Denn es ist nicht vorstellbar, dass sein Pressesprecher so agiert, ohne dass der Chef das deckt. &bdquo;Wie der Herr so&lsquo;s Gscherr&ldquo;, sagt man hier im S&uuml;dwesten der Republik.<\/li>\n<li>Wir lernen &uuml;brigens auch noch, dass auch die arabischen Mitglieder der westlichen Kriegspartei in Syrien, also die Saudis, quasi automatisch zu den Guten geh&ouml;ren. Angesichts der Verh&auml;ltnisse am Golf ist das ein beachtlicher Reinigungsvorgang. Gemeinsame Bomben waschen wei&szlig;.<\/li>\n<li>Die Bundespressekonferenz l&auml;sst sich vom Sprecher des Verteidigungsministeriums auf &auml;u&szlig;erst billige Weise abspeisen. Tilo Jung fragt nach einem &bdquo;Update &uuml;ber die Luftangriffe&ldquo; in Syrien. Daraufhin kann sich der Sprecher des Verteidigungsministeriums ernsthaft darauf hinausreden, er k&ouml;nne f&uuml;r die dort t&auml;tige &bdquo;Koalition&ldquo; nicht sprechen und die Bundeswehr sei hier nur an der Luftbetankung und im Bereich der Aufkl&auml;rung t&auml;tig. Der fragende Journalist Jung und wir alle erhalten also keine Auskunft &uuml;ber die vom Westen einschlie&szlig;lich der arabischen Koalition&auml;re und unter Deutschlands Beteiligung geflogenen Luftangriffe &ndash; und &uuml;ber die zivilen Opfer dieser Operationen sowieso nicht.<\/li>\n<li>Man kann an den &Auml;u&szlig;erungen des Herrn Fischer und des Soldaten und Sprechers des Verteidigungsministeriums Nannt nachempfinden und entdecken, dass diese neu herangewachsene Generation der Regierungsbeamten die Zeit der Entspannungspolitik, der gemeinsamen Sicherheit in Europa und damit auch das Jahr 1990 ideologisch verschlafen haben. Wahrscheinlich ist f&uuml;r sie zum Beispiel die Charta von Paris aus dem Jahre 1990 eine Art von Betriebsunfall der Geschichte. Damals waren sich die V&ouml;lker Europas einschlie&szlig;lich Russlands und anderer Staaten der ehemaligen Sowjetunion einig, dass wir in Europa in einem System der gemeinsamen Sicherheit leben wollen und dass zwischen ihnen Abr&uuml;stung und nicht Aufr&uuml;stung angesagt sei. Die Gemeinsame Sicherheit betreffende Ausz&uuml;ge finden Sie in Anhang 2.<\/li>\n<\/ol><p>Insgesamt ist zum Ende dieser Auswertung des Videos von jung &amp; naiv anzumerken: Respekt vor der Arbeit von Tilo Jung und seinen Mitwirkenden. Ich m&ouml;chte unsere Leserinnen und Leser ausdr&uuml;cklich ermuntern, sich des Informationsangebotes von jung &amp; naiv in Erg&auml;nzung zu den NachDenkSeiten zu bedienen.<\/p><p><strong>Zu Jens Bergers Anmerkungen zum Interview des ehemaligen Generalinspekteurs der Bundeswehr Kujat mit der Passauer Neuen Presse:<\/strong><\/p><p>Der Hinweis 1 vom vergangenen Freitag enthielt nicht nur den Link auf das Video von &bdquo;jung &amp; naiv&ldquo;. Dort war in einer Anmerkung zu einem Artikel von Spiegel Online auch Kritisches von Jens Berger zu einem Interview der Passauer Neuen Presse mit Herrn Kujat nachzulesen. Wie auch einige Leser der NachDenkSeiten konnte ich die Kritik Jens Bergers nicht nachvollziehen. Kujats Interview &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160215-naiv-und-jung-03-.png\">siehe hier die einschl&auml;gigen Stellen<\/a> &ndash; war eine von wenigen m&auml;&szlig;igenden &Auml;u&szlig;erungen in einem ganzen Wust von eskalierenden bis aggressiven Artikeln und Sendungen der vergangenen Tage. Immer wieder wurde die alte Aggression gegen die Russen im Allgemeinen und gegen Putin im Besonderen aufgew&auml;rmt. Ich w&auml;hnte mich versetzt in den Kalten Krieg der f&uuml;nfziger und sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts und war deshalb froh, als ich vom Interview mit dem fr&uuml;heren Generalinspekteur Kujat las. Umso mehr hat mich die Anmerkung von Jens Berger irritiert. Sie ist durch die &Auml;u&szlig;erungen von Herrn Kujat nicht gerechtfertigt. &ndash; Jens Berger sieht im &Uuml;brigen inzwischen ein, dass die Kommentierung nicht angebracht war. <\/p><p><strong>Anhang 1: <\/strong><br>\n<strong>Verschriftung des nachstehenden &bdquo;Jung &amp; Naiv&ldquo;-Videos &ndash; Bundespressekonferenz 12.02.2016<\/strong><\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/q8KAjD9nzwo\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p>Textdubletten: jeweils kursiv gekennzeichnet.<\/p><p><strong>Tilo Jung (Blog Jung &amp; Naiv):<\/strong> <em>Herr Fischer, k&ouml;nnen Sie ausschlie&szlig;en, dass westliche Luftangriffe in Syrien zivile Ziele getroffen haben?<\/em><\/p><p><strong>Sebastian Fischer, Ausw&auml;rtiges Amt:<\/strong> <em>Die Frage, ob man etwas ausschlie&szlig;en kann, ist immer eine schwierige Frage.<\/em> Ich frage mich ganz ernsthaft, wie Sie diese Luftangriffe denn sehen. <em>Sehen Sie &hellip; meinen Sie, dass da genau das Gleiche stattfindet? Ist es genau dasselbe, was die Russen machen, wie die internationale Koalition?<\/em><\/p><p><strong>Tim Szent-Ivanyi (DuMont Redaktionsgemeinschaft sowie Vorstandsmitglied Bundespressekonferenz):<\/strong> <em>Pardon, ich w&uuml;rde ungern hier in so einen Dialog eintreten. Vielleicht k&ouml;nnen Sie das bilateral kl&auml;ren.<\/em><\/p><p><strong>Jung:<\/strong> Sie reden jetzt gerade immer von den Luftangriffen der anderen. Mich w&uuml;rde mal von Herrn Nannt interessieren, was machen denn &bdquo;unsere&ldquo; Luftangriffe, also die des Westens? K&ouml;nnen Sie uns mal sagen, wie viele Luftangriffe z.B. diese Woche geflogen wurden oder in diesem Monat? Dieses ist ja nichts anderes als was die Russen in Syrien machen.<\/p><p><strong>Fischer:<\/strong> Sie versuchen zum wiederholten Mal hier, die Luftangriffe, die es von Seiten der internationalen Koalition gibt, mit den russischen Luftangriffen gleichzusetzen, und das ist einfach nicht gleichzusetzen, Herr Jung. Das wissen Sie, das haben Sie hier schon ein paar Mal mitgeteilt bekommen, und ich frage mich ganz ernsthaft, wie Sie diese Luftangriffe denn sehen. <em>Sehen Sie &hellip; meinen Sie, dass da genau das Gleiche stattfindet? Ist es genau dasselbe, was die Russen machen, wie die internationale Koalition?<\/em><\/p><p><strong>Szent-Ivanyi:<\/strong> Pardon, ich w&uuml;rde ungern hier in so einen Dialog eintreten. Vielleicht k&ouml;nnen Sie das bilateral kl&auml;ren.<\/p><p><strong>Fischer:<\/strong> Aber ich finde es eine relevante Frage, weil diese Frage in den letzten Wochen andauernd wieder gestellt worden ist.<\/p><p><strong>Szent-Ivanyi:<\/strong> Das habe ich nicht bestritten. Ich wollte nur verhindern, dass es hier zu einem Dialog zwischen zwei Beteiligten auf dieser Pressekonferenz kommt.<\/p><p><strong>Jung:<\/strong> Sie tun ja so, als ob der Krieg gegen ISIS, den Sie f&uuml;hren, was ganz anderes ist als das, was in Syrien passiert. Also, der B&uuml;rgerkrieg in Syrien ist etwas anderes als der Krieg gegen ISIS. Das wollen Sie uns ja wei&szlig; machen, richtig?<\/p><p><strong>Fischer:<\/strong> Na ja, ich meine, wenn Sie sich also anschauen, ISIS ist eine internationale Terrororganisation, die von den Vereinten Nationen auch als solche bezeichnet worden ist. Der B&uuml;rgerkrieg in Syrien ist ausgebrochen, nachdem es dort zu friedlichen Demonstrationen gekommen ist, die darauf abzielten, dieses Land friedlich zu ver&auml;ndern. Erst als es zu massiven Repressionen des Regimes gegen die Bev&ouml;lkerung gekommen ist, hat sich daraus ein bewaffneter Aufstand entwickelt, und diese Dinge gleichzusetzen, geht glaube ich v&ouml;llig fehl.<\/p><p><strong>Jung:<\/strong> Die Frage war an Herrn Nannt. K&ouml;nnen Sie uns mal ein Update geben &uuml;ber die Luftangriffe von Ihnen in Syrien?<\/p><p><strong>Boris Nannt (Stellvertretender Sprecher Bundesverteidigungsministerium):<\/strong> Wie gesagt, Sie wissen ja, dass sich die Bundeswehr nicht an den Luftangriffen beteiligt, sondern die Bundeswehr ist dort verantwortlich f&uuml;r &hellip;<\/p><p><strong>Jung:<\/strong> Sie sind dort verantwortlich f&uuml;r die Koalition, da k&ouml;nnen Sie uns ja etwas sagen.<\/p><p><strong>Nannt:<\/strong> Ich kann nicht f&uuml;r die Koalition sprechen, ich bin hier der Sprecher des Verteidigungsministeriums, und im Bereich der Bundeswehr sind wir dort im Bereich der Aufkl&auml;rung beteiligt, wie Sie wissen. Wir machen dort auch die Luftbetankung, machen auch dort den Einsatz im Rahmen der Augsburg in der Fregatte, insofern kann ich Ihnen dazu nicht weiterhelfen.<\/p><p><strong>Szent-Ivanyi (?):<\/strong> Herr Jung mit der letzten Frage zu diesem Komplex.<\/p><p><strong>Jung:<\/strong> Vielen Dank. <em>Herr Fischer, k&ouml;nnen Sie ausschlie&szlig;en, dass westliche Luftangriffe in Syrien zivile Ziele getroffen haben?<\/em><\/p><p><strong>Fischer:<\/strong> <em>Die Frage, ob man etwas ausschlie&szlig;en kann, ist immer eine schwierige Frage.<\/em> Sie wissen, dass die westliche Allianz mit &hellip; die internationale Allianz, es sind ja auch viele arabische Staaten beteiligt, mit gr&ouml;&szlig;ter Sorgfalt und unter anderem mit Unterst&uuml;tzung aus Deutschland die Ziele aufkl&auml;rt und diese erst angreift, wenn wirklich klar ist, dass das Ziele sind, die ISIS zuzurechnen sind. Und dabei bleibt es, das ist das Ziel und Sie k&ouml;nnen sicher sein, dass da mit gr&ouml;&szlig;ter Sorgfalt und Vorsicht vorgegangen wird.<\/p><p><strong>Anhang 2:<\/strong><\/p><p><strong>CHARTA VON PARIS F&Uuml;R EIN NEUES EUROPA<\/strong><br>\nPARIS 1990<\/p><p><strong>Treffen der Staats- und Regierungschefs, der Teilnehmerstaaten der Konferenz &uuml;ber Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE): Belgien, Bulgarien, D&auml;nemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Heiliger Stuhl, Irland, Island, Italien &ndash; Europ&auml;ische Gemeinschaft, Jugoslawien, Kanada, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Monaco, Niederlande, Norwegen, &Ouml;sterreich, Polen, Portugal, Rum&auml;nien, San Marino, Schweden, Schweiz, Spanien, Tschechische und Slowakische F&ouml;derative Republik, T&uuml;rkei, Ungarn, Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, Vereinigtes K&ouml;nigreich, Vereinigte Staaten von Amerika, Zypern<\/strong><br>\nParis, 19. &ndash; 21. November 1990<\/p><p>Sicherheit<\/p><p>Festigung der Demokratie und erh&ouml;hte Sicherheit f&ouml;rdern freundschaftliche Beziehungen zwischen uns.<\/p><p>Wir begr&uuml;&szlig;en die Unterzeichnung des Vertrags &uuml;ber Konventionelle Streitkr&auml;fte in Europa durch zweiundzwanzig Teilnehmerstaaten, der zu niedrigeren Niveaus der Streitkr&auml;fte f&uuml;hren wird.<\/p><p>Die Annahme eines substantiellen neuen Satzes vertrauens- und sicherheitsbildender Ma&szlig;nahmen, der zu mehr Offenheit und Vertrauen zwischen allen Teilnehmerstaaten f&uuml;hrt, findet unsere volle Zustimmung. Beide sind bedeutende Schritte hin zu erh&ouml;hter Stabilit&auml;t und Sicherheit in Europa.<\/p><p>Die beispiellose Reduzierung der Streitkr&auml;fte durch den Vertrag &uuml;ber Konventionelle Streitkr&auml;fte in Europa wird &ndash; gemeinsam mit neuen Ans&auml;tzen f&uuml;r Sicherheit und Zusammenarbeit innerhalb des KSZE-Prozesses &ndash; unser Verst&auml;ndnis von Sicherheit in Europa ver&auml;ndern und unseren Beziehungen eine neue Dimension verleihen. In diesem Zusammenhang bekennen wir uns zum Recht der Staaten, ihre sicherheitspolitischen Dispositionen frei zu treffen.<\/p><p>Einheit<\/p><p>Das nun ungeteilte und freie Europa fordert einen Neubeginn. Wir rufen unsere V&ouml;lker dazu auf, sich diesem gro&szlig;en Vorhaben anzuschlie&szlig;en.<\/p><p>Wir nehmen mit gro&szlig;er Genugtuung Kenntnis von dem am 12. September 1990 in Moskau unterzeichneten Vertrag &uuml;ber die abschlie&szlig;ende Regelung in bezug auf Deutschland und begr&uuml;&szlig;en aufrichtig, da&szlig; das deutsche Volk sich in &Uuml;bereinstimmung mit den Prinzipien der Schlu&szlig;akte der Konferenz &uuml;ber Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa und in vollem Einvernehmen mit seinen Nachbarn in einem Staat vereinigt hat. Die Herstellung der staatlichen Einheit Deutschlands ist ein bedeutsamer Beitrag zu einer dauerhaften und gerechten Friedensordnung f&uuml;r ein geeintes demokratisches Europa, das sich seiner Verantwortung f&uuml;r Stabilit&auml;t, Frieden und Zusammenarbeit bewu&szlig;t ist.<\/p><p>&hellip;<\/p><p>Sicherheit<\/p><p>Das sich wandelnde politische und milit&auml;rische Umfeld in Europa er&ouml;ffnet neue M&ouml;glichkeiten f&uuml;r gemeinsame Anstrengungen im Bereich der milit&auml;rischen Sicherheit. Wir wollen auf den wichtigen Ergebnissen aufbauen, die im Vertrag &uuml;ber Konventionelle Streitkr&auml;fte in Europa und in den Verhandlungen &uuml;ber Vertrauens- und Sicherheitsbildende Ma&szlig;nahmen erzielt wurden.<\/p><p>Wir wollen die VSBM-Verhandlungen auf der Grundlage desselben Mandats fortsetzen und sie m&ouml;glichst bis zum KSZE-Folgetreffen in Helsinki 1992 abschlie&szlig;en. Wir begr&uuml;&szlig;en ferner den Beschlu&szlig; der betroffenen Teilnehmerstaaten, die Verhandlungen &uuml;ber Konventionelle Streitkr&auml;fte in Europa auf der Grundlage desselben Mandats fortzusetzen und sie m&ouml;glichst bis zum Folgetreffen in Helsinki 1992 abzuschlie&szlig;en. Nach einer Zeit innerstaatlicher Vorbereitung nehmen wir eine st&auml;rker strukturierte Zusammenarbeit zwischen allen Teilnehmerstaaten in Sicherheitsfragen in Aussicht, sowie Diskussionen und Konsultationen zwischen den vierunddrei&szlig;ig Teilnehmerstaaten, mit dem Ziel, 1992 nach Abschlu&szlig; des Folgetreffens von Helsinki neue, allen Teilnehmerstaaten offenstehende Verhandlungen &uuml;ber Abr&uuml;stung sowie &uuml;ber Vertrauens- und Sicherheitsbildung aufzunehmen.<\/p><p>&hellip;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31202#h01\">Hinweisen II vom 12. Februar<\/a> gab es einen <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/jungundnaiv\/videos\/vb.573823342629618\/1190627904282489\/?type=2&amp;theater\">Link auf ein Video von &bdquo;jung &amp; naiv&ldquo;<\/a>. Diese Aufnahme von der Bundespressekonferenz ist ein spannendes Dokument der Zeitgeschichte.<\/p>\n<p>Es offenbart das einseitige Denken der Vertreter der Bundesregierung und ihre Einteilung der Welt in Gut und B&ouml;se. 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