{"id":31495,"date":"2016-02-23T08:47:24","date_gmt":"2016-02-23T07:47:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31495"},"modified":"2016-02-23T08:47:24","modified_gmt":"2016-02-23T07:47:24","slug":"hinweise-des-tages-2568","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31495","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31495#h01\">Stuttgart 21, war da was?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31495#h02\">B&uuml;rger w&auml;ren dem Bankensystem ausgeliefert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31495#h03\">Sanders auf dem Vormarsch &ndash; M&ouml;glichkeit f&uuml;r revolution&auml;re Politik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31495#h04\">Raus aus der wirtschaftlichen Sackgasse &ndash; Aufruf von 80 franz&ouml;sischen &Ouml;konomen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31495#h05\">Bundestag soll &laquo;Cum-Ex&raquo;-B&ouml;rsendeals beleuchten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31495#h06\">Alle sind gleich und manche gleicher &ndash; vor den Steuergesetzen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31495#h07\">TTIP<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31495#h08\">11 Jahre ALG II &ndash; F&ouml;rdern gescheitert, Fordern erfolgreich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31495#h09\">Europa braucht marktr&auml;umende Mindestl&ouml;hne<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31495#h10\">Weitergabe von Rezeptdaten: &ldquo;Die ge&uuml;bte Praxis war in der Branche &uuml;blich&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31495#h11\">Notfall Krankenhaus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31495#h12\">Regierung gibt Bundestrojaner frei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31495#h13\">Sachsen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31495#h14\">Die Denkfabrik der Neuen Rechten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31495#h15\">100 Jahre Verdun: Die Welt als Schlachthaus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31495#h16\">Das Letzte &ndash; Zehn Thesen zur Ungleichheitsdebatte<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Stuttgart 21, war da was?<\/strong><br>\nIn Baden-W&uuml;rttemberg ist Wahlkampf, aber fast niemand will &uuml;ber Stuttgart 21 reden. Dabei k&ouml;nnten die Kosten f&uuml;r den Bahnhof auf bis zu zehn Milliarden Euro steigen.<br>\nDas gr&uuml;ne Verkehrsministerium h&auml;lt die Zahlen des B&uuml;ros Vieregg-R&ouml;ssler keineswegs f&uuml;r so luftleer wie die Bahn. 2011 hatten die M&uuml;nchner Verkehrsplaner schon einmal vorgerechnet, der neue Tiefbahnhof werde, gemessen an der Zugabfertigung zur morgendlichen Spitzenzeit, weniger leistungsf&auml;hig sein als der alte, zum Abriss stehende Kopfbahnhof. Der Minister Hermann lie&szlig; daraufhin die Zahlen von der landeseigenen Nahverkehrsgesellschaft Baden-W&uuml;rttemberg (NVBW) pr&uuml;fen, die wiederum zum Schluss kam: Die Rechnung der Gegner ist plausibel. Hermann forderte die Bahn daraufhin zu einer &ldquo;Kl&auml;rung&rdquo; auf. Aktuell schweigt Hermann. Aber aus dem Kreis seiner externen Verkehrsberater ist zu erfahren, die Gefahr einer Kostenexplosion auf bis zu zehn Milliarden Euro sei durchaus real.<br>\nZugreisende, die bei der Ankunft Stuttgarter Boden betreten, m&uuml;ssen tapfer sein. Und gut zu Fu&szlig;. Von den weit ins Gleisvorfeld verlegten Bahnsteigen geht es auf rissigen Asphaltstreifen und &uuml;ber eine Behelfsbr&uuml;cke in die traurigen Reste des einstigen Bahnhofsgeb&auml;udes, das einmal zu den Wahrzeichen dieser Stadt geh&ouml;rte. Auch diese letzten Mauern werden nicht mehr lange stehen. Guckl&ouml;cher erlauben Blicke in den morastigen Abgrund eines riesigen Bautrogs. Dort unten werden die Schnelltrassen der nahen Zukunft verlegt. Oben dagegen: Gl&uuml;ckliche Passanten, B&auml;ume, Wohnungen, Handel und Wandel. So jedenfalls lautet das Versprechen der Bahn und der vielen kommunalen Bef&uuml;rworter des Milliardenprojekts im S&uuml;dwesten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2016-02\/stuttgart-21-landtagswahlkampf-gegner-kosten\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Das ist einfach irre. Das Projekt wurde auf Biegen und Brechen durchgesetzt, obwohl es absehbar viel zu teuer ist und verkehrliche Verschlechterungen bringt. Die Bef&uuml;rworter bleiben stumm, die Gegner auch, obwohl das Projekt sogar noch gestoppt werden k&ouml;nnte. Das Projekt interessiert nur noch kommunal, obwohl es als landesweiter B&uuml;rgerentscheid ausgeschrieben wurde. F&uuml;r die Wahl, in der dar&uuml;ber wenigstens nachtr&auml;glich abgestimmt werden k&ouml;nnte, spielt das alles keine Rolle. Es geht ja nur um 10 Milliarden Euro und die Spaltung der Stadt&hellip; Das nennt man wohl &ldquo;Politik&rdquo; oder &ldquo;Realpolitik&rdquo;.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>B&uuml;rger w&auml;ren dem Bankensystem ausgeliefert<\/strong><br>\nDie Einschl&auml;ge kommen n&auml;her. Erst waren es nur ein paar Wissenschaftler, die der Abschaffung des Bargeldes das Wort redeten. Larry Summers etwa oder Kenneth Rogoff, ehemalige Chef&ouml;konomen von Weltbank und W&auml;hrungsfonds, fabulieren schon seit Jahren dar&uuml;ber, dass es keine M&uuml;nzen und Scheine mehr brauche. Schlie&szlig;lich gehe es elektronisch schneller und billiger.<br>\nDann sprangen m&auml;chtige Banker auf den Zug auf. Da sponserte etwa die amerikanische Citibank eine Studie, um nachzuweisen, dass mit dem &Uuml;bergang zum rein digitalen Zahlungsverkehr mehrere hundert Milliarden Dollar einzusparen seien. Genauso argumentierte k&uuml;rzlich auch John Cryan, der Chef der Deutschen Bank. Cash sei &bdquo;als Zahlungsmittel unglaublich ineffizient und teuer&ldquo;, sagte er und prophezeite, &bdquo;in zehn Jahren&ldquo; werde es &bdquo;keinen Bedarf an Bargeld mehr geben&ldquo;.<br>\nPrompt unternimmt nun EZB-Chef Mario Draghi, als Ex-Manager von Goldman Sachs und Mitglied der Lobbygruppe G-30 der Finanzbranche eng verbunden, den ersten Schritt. Die 500-Euro-Note soll aus dem Verkehr gezogen werden, k&uuml;ndigte er an. Nur einen Tag sp&auml;ter forderte Summers das Gleiche f&uuml;r Amerikas 100-Dollar-Scheine.<br>\nOffensichtlich, so urteilt Norbert H&auml;ring, Fachmann f&uuml;r Geldpolitik beim &bdquo;Handelsblatt&ldquo; und Autor eines in K&uuml;rze erscheinenden Buches zum Thema, laufe da &bdquo;eine abgestimmte Kampagne&ldquo; der Geldm&auml;chtigen und ihrer Freunde in Wissenschaft und Politik.<br>\nNeben dem vermeintlichen Effizienzgewinn baut die anwachsende Schar einflussreicher Bargeldver&auml;chter vor allem auf ein Argument: Geldnoten, so hei&szlig;t es allenthalben, n&uuml;tzten vor allem Kriminellen, weil sie damit anonym ihre illegalen Einnahmen erzielen und durch Erwerb legaler G&uuml;ter reinwaschen k&ouml;nnten. Weniger Bargeld, weniger Kriminalit&auml;t, lautet das Versprechen.<br>\nDoch das ist ein allzu durchsichtiger Vorwand. Die Berichte der &bdquo;Financial Action Task Force&ldquo; der OECD-Staaten belegen, dass Bankaufseher Draghi und seine Kollegen den Kampf gegen die Geldw&auml;sche gar nicht betreiben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/bargeld-abschaffen-buerger-waeren-dem-bankensystem-ausgeliefert\/12990202.html\">Harald Schumann im Tagespiegel<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Sanders auf dem Vormarsch &ndash; M&ouml;glichkeit f&uuml;r revolution&auml;re Politik<\/strong><br>\nDie Nachwahlbefragungen in New Hampshire zeigten eindeutig das Sanders denjenigen Hoffnung macht, die sich durch die Elitenvertreterin Clinton nicht angesprochen f&uuml;hlen. Sanders erreichte bei den unter 30-J&auml;hrigen &uuml;ber 80 Prozent der Stimmen. Er konnte 70 Prozent der W&auml;hlerinnen und W&auml;hler mit einem Einkommen von weniger als 27.000 Euro pro Jahr f&uuml;r sich gewinnen nur unwesentlich schw&auml;cher ware er unter denjenigen mit Einkommen zwischen 27.000 und 45.000 Euro.<br>\nNach dem Wahlsieg in New Hampshire schloss Sanders wieder einmal an seinen Slogan der politischen Revolution an, wie der demokratische Sozialist, seine Ziele umschreibt. So erkl&auml;rte er: &bdquo;Was letzte Woche in Iowa begann, was die W&auml;hler heute Abend in New Hampshire best&auml;tigt haben, ist nichts weniger als der Beginn einer politischen Revolution. Es ist eine politische Revolution, die dutzende Millionen Menschen zusammenbringen wird. Gemeinsam haben wir eine Botschaft ausgesandt, die von der Wallstreet bis Washington, von Maine bis Kalifornien Widerhall finden wird &ndash; die Regierung unseres gro&szlig;artigen Landes geh&ouml;rt allen Menschen und nicht nur einer Handvoll reicher Wahlkampfspender.&ldquo;<br>\nSanders Programm mutet revolution&auml;r an f&uuml;r ein Land, in dem schon die Forderung einer Krankenversicherung f&uuml;r alle als kommunistischer Wahnsinn tituliert wird. Sanders &uuml;berholt solche Forderungen klar von links und d&uuml;rfte der sozialistische Senatoren sein, doch sein Programm ist eher ein linkssozialdemokratisches. Er will die Steuern f&uuml;r die Reichsten erh&ouml;hen, Kriegseins&auml;tze beenden und den Mindestlohn erh&ouml;hen, sowie die sozialen Sicherungssysteme ausbauen. Forderungen, die in Europa von linken und sozialdemokratischen Parteien, unterschiedlich stark, vertreten werden.<br>\nZwar kritisiert er die demokratische Partei von links, so erkl&auml;rte gegen&uuml;ber John Nichols von dem Magazin &bdquo;the nation&ldquo;: &bdquo;Es steht au&szlig;er Frage, dass die &lsquo;Democratic Party&rsquo; ganz allgemein gesprochen viel zu sehr abh&auml;ngig ist von den Interessen des gro&szlig;en Geldes, das nicht besonders stark f&uuml;r Familien aus der Arbeiterklasse k&auml;mpft [&hellip;] Radikaler w&auml;re es, als unabh&auml;ngiger Kandidat anzutreten. Wenn man das macht, dann kandidiert man nicht nur f&uuml;r das Amt des Pr&auml;sidenten der Vereinigten Staaten sondern um eine neue politische Bewegung in Amerika aufzubauen &ndash; was vermutlich dazu f&uuml;hren w&uuml;rde, dass andere KandidatInnen au&szlig;erhalb der &lsquo;Democratic Party&rsquo; kandidieren w&uuml;rden.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/diefreiheitsliebe.de\/politik\/sanders-auf-dem-vormarsch-moeglichkeit-vor-revolutionaere-politik\/\">Die Freiheitsliebe<\/a>\n<p><strong>Dazu: I&rsquo;ll be so proud when my daughter is president and runs a corrupt oligarchy<\/strong><br>\nOther parents might say they want their mediocre children to make the world a better place. But my girl is destined to do more than that, mostly for white people.<br>\nI want my black American daughter to be president of the United States when she grows up &ndash; and to evade, at all costs, the question of whether a president of the United States of America can be morally just.<br>\nI want her to wear boring outfits and pay white people to march in front of cameras after the debates and tell everyone who will listen how well she performed in the debates, regardless of how well she actually performed in the debates.<br>\nI want her to say &ldquo;we&rsquo;re gonna build a wall&rdquo; and &ldquo;Oh, you&rsquo;re a tough guy, Jeb&rdquo; so many times that millions of lovely fed-up conservative white voters absolutely adore her.<br>\nI want my daughter to take the matter of reparations into her own gifted hands by telling these same conservative white voters how suspicious she is of Muslims, and of all those black folks who want our lives to matter and of Barack Obama (an alleged Muslim who supposedly wants our black lives to matter). Even if my daughter does not win, conservative white voters will bless my daughter with $54m dollars.<br>\nI want her to go beyond saxophonic riffs and the off-key singing of Amazing Grace when pacifying these black Democratic voters.<br>\nI want my daughter to say to irresponsible black women, but not to responsible Wall Street white men:<br>\nWe need to steer clear of this poverty of ambition, where people want to drive fancy cars and wear nice clothes and live in nice apartments but don&rsquo;t want to work hard to accomplish these things. Everyone should try to realize their full potential.<br>\nI want her to privately tell those same Wall Street white men, &ldquo;Thank you for your contributions&rdquo; while publicly saying, &ldquo;I would fight for tough new rules, stronger enforcement and more accountability that go well beyond Dodd-Frank.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.theguardian.com\/commentisfree\/2016\/feb\/22\/daughter-us-president-corrupt-oligarchy\">Kiese Laymon im Guardian<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Raus aus der wirtschaftlichen Sackgasse &ndash; Aufruf von 80 franz&ouml;sischen &Ouml;konomen<\/strong><br>\nDie franz&ouml;sische Tageszeitung Le Monde ver&ouml;ffentlichte am 10. Februar einen Aufruf von 80 franz&ouml;sischen &Ouml;konomen, in dem ein Kurswechsel f&uuml;r die franz&ouml;sische Wirtschafts- und Sozialpolitik gefordert wird. Zu den Unterzeichnern geh&ouml;ren prominente &Ouml;konomen, wie der Vater der franz&ouml;sischen Regulationstheorie, Michel Aglietta, der Wirtschaftsberater Mitterands, Dominique Plihon und Henri Sterdyniak, Abteilungsleiter des Konjunkturforschungsinstituts OFCE. Wir dokumentieren den Wortlaut des Aufrufs in deutscher &Uuml;bersetzung, mit einer kurzen Einleitung von Peter Wahl und mir.<br>\nDie makro&ouml;konomischen und sozialpolitischen Vorschl&auml;ge des Aufrufs sind nahe an denen, die auch von gewerkschaftlicher und links-keynesianischer Seite in Deutschland vertreten werden, insofern sie einen grundlegenden Kurswechsel in der europ&auml;ischen Wirtschaftspolitik fordern. Allerdings gehen sie in zwei Punkten noch deutlich dar&uuml;ber hinaus: erstens sprechen sie offen aus, dass f&uuml;r einen Kurswechsel der Bruch mit den EU-Vertr&auml;gen unvermeidlich ist, und zweitens bef&uuml;rworten sie die Schaffung einer &bdquo;Koalition der Willigen&ldquo;, die die Konfrontation mit Deutschland nicht scheut, um den Kurswechsel auch machtpolitisch durchzusetzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/raus-aus-der-wirtschaftlichen-sackgasse-aufruf-von-80-franzoesischen-oekonomen\/\">flassbeck-economics<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Bundestag soll &laquo;Cum-Ex&raquo;-B&ouml;rsendeals beleuchten<\/strong><br>\nDie jahrelangen Steuerausf&auml;lle in Milliardenh&ouml;he durch dubiose Aktiengesch&auml;fte von Banken und Investoren werden vom Parlament aufgearbeitet.<br>\nAuf Bestreben von Gr&uuml;nen und Linken hat der Bundestag einen Untersuchungsausschuss zu den sogenannten Cum-Ex-Gesch&auml;ften beschlossen.<br>\nDurch diese Deals wurde der Staat in der Vergangenheit um Milliarden geprellt, weil er die Kapitalertragsteuer f&uuml;r die umstrittenen Gesch&auml;fte rund um den Dividendenstichtag mehrfach erstattet hatte. Das Bundesfinanzministerium hat dieses Steuerschlupfloch 2012 nach Milliardenausf&auml;llen geschlossen und pocht darauf, dass die Deals bereits zuvor illegal gewesen seien.<br>\nDie Opposition will nun die Verantwortung von Regierung, Finanzverwaltung und Aufsicht f&uuml;r die von vielen Experten als betr&uuml;gerisch eingestuften Gesch&auml;fte kl&auml;ren. M&ouml;gliches staatliches Versagen solle aufgedeckt und so verhindert werden, dass sich &Auml;hnliches wiederholt. SPD und Union enthielten sich bei der Abstimmung &uuml;ber den Untersuchungsausschuss.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/bundestag-soll--cum-ex--boersendeals-beleuchten,27392182,33819244.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Da darf man gespannt sein was dabei herauskommt. Die Problematik der sogenannten Cum-Ex gesch&auml;fte ist seit langem bekannt. Von Steinbr&uuml;ck &uuml;ber bis Sch&auml;uble wurde dagegen nichts unternommen. Es w&uuml;rde ja auch zu weit gehen der deutschen Oligarchie ihre Steuerbetr&uuml;gereien zu vermiesen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu nochmals: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31297#h11\">Milliarden f&uuml;r Million&auml;re &ndash; Wie der Staat unser Geld an Reiche verschenkt<\/a><\/strong>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Alle sind gleich und manche gleicher &ndash; vor den Steuergesetzen<\/strong><br>\nEs gibt zwei Steuer-Arten: jene, die sofort abgezogen und vereinnahmt werden, wie z.B. die Lohnsteuer oder die Mehrwertsteuer. Und dann gibt es Steuern, die in Steuerkl&auml;rungen auftauchen und deren H&ouml;he erst nach einer &Uuml;berpr&uuml;fung feststeht. Der Staatshaushalt speist sich zu einem best&auml;ndig wachsenden Anteil aus jenen Steuern, die &bdquo;direkt abgezogen werden&ldquo;. Und genau diese Steuern werden vom Gro&szlig;teil der Bev&ouml;lkerung bezahlt, vom sogenannten &bdquo;kleinen Mann&ldquo;: Lohnsteuer, Mehrwertsteuer und Energiesteuer. Diese drei Steuerarten machten im Jahr 1970 noch 53 % der gesamten Staatseinnahmen aus, inzwischen ist deren Anteil am Staatshaushalt im Jahr 2012 auf fast 70 % angewachsen. Die Arbeitnehmer\/innen werden dadurch immer mehr &bdquo;zum Alleinunterhalter&ldquo; des Staates.<br>\nWarum ist das so?<br>\nDie Steuergesetze wurden in der Zeit der &bdquo;Rot-gr&uuml;nen Koalition&ldquo; sehr unternehmer- und verm&ouml;gensfreundlich gestaltet. Diese Reform betrifft aber nur einen Teil der Ursachen. Weit mehr f&uuml;hrt ein &bdquo;Zwei-Klassen-Steuervollzug&ldquo; zu massiven Steuerausf&auml;llen im Bereich der gewerblichen und selbst&auml;ndigen Eink&uuml;nfte. W&auml;hrend der Lohnsteuerzahler mit seinem &bdquo;Lohnsteuerjahresausgleich&ldquo; darum k&auml;mpfen muss, zu viel bezahlte Lohnsteuer im n&auml;chsten Jahr erstattet zu bekommen, legen die Unternehmer und Freiberufler durch ihre Steuererkl&auml;rungen fest, wieviel Steuern sie zahlen m&ouml;chten. Denn die erkl&auml;rten &bdquo;Betriebseinnahmen&ldquo; und die davon abgesetzten &bdquo;Betriebsausgaben&ldquo; kennen nur sie allein. Eine &Uuml;berpr&uuml;fung durch die Finanz&auml;mter ist kaum bis &uuml;berhaupt nicht m&ouml;glich, denn deren Amtsstuben sind personell unterbesetzt. Im Innendienst muss vor allem die Statistik stimmen, d.h. in m&ouml;glichst kurzer Zeit m&uuml;ssen m&ouml;glichst viele Steuererkl&auml;rungen veranlagt werden. Da bleiben die eingeschr&auml;nkten &Uuml;berpr&uuml;fungsm&ouml;glichkeiten des Innendienstes auf der Strecke. Eine wirkliche &Uuml;berpr&uuml;fung der Steuererkl&auml;rungen, der &bdquo;Gewinn- und Verlustrechnungen&ldquo; und der Bilanzen von Gewerbetreibenden und Freiberuflern ist nur durch die Au&szlig;enpr&uuml;fungen in den Betrieben m&ouml;glich. Also bei jenen M&auml;nnern und Frauen, die vor Ort im Unternehmen die Buchungen mit den vorhandenen Belegen abgleichen. Und genau hier beginnt das Problem bei der Ungleichheit im Steuervollzug: denn die Personalsituation der Pr&uuml;fungsdienste in den Finanz&auml;mtern ist von Bundesland zu Bundesland &auml;u&szlig;erst unterschiedlich und in manchen L&auml;ndern massiv unterbesetz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/35-2016\/++co++fdbd4736-d4ab-11e5-9846-52540066f352\">Gegenblende<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>TTIP<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Das Gegenteil von Transparenz<\/strong><br>\nIn puncto TTIP, dem Freihandelsabkommen zwischen EU und USA, wird Geheimniskr&auml;merei gro&szlig; geschrieben. Die Verantwortlichen scheuen das Licht der &Ouml;ffentlichkeit. Zu gern h&auml;tte ich alle Interessierten in die Lage versetzt, sich selber eine Meinung &uuml;ber den bisherigen Vertragstext zu bilden. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, der ja laut f&uuml;r das TTIP wirbt, hat nun seit Anfang Februar in seinem Ministerium einen Leseraum eingerichtet. Abgeordnete des Bundestages k&ouml;nnen jeweils zwei Stunden lang Einblick nehmen in die Dokumente, &uuml;ber die bereits Einigkeit besteht.<br>\nEine Freundin, die politisch interessiert ist, fragte mich am Vortag, ob sie nicht auch mal mit mir in den Leseraum k&ouml;nne. Ich musste verneinen. Nach einem langen und z&auml;hen Ringen mit der Bundesregierung d&uuml;rfen nun wenigstens die Abgeordneten den Text lesen, aber nur sie. Wir d&uuml;rfen noch nicht mal sicherheits&uuml;berpr&uuml;fte Fachreferent_innen mit in den Leseraum nehmen. Vor B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger, die ja am Ende die Folgen ausbaden m&uuml;ssen, soll der Text sogar komplett geheim gehalten werden. Transparenz sieht anders aus! Zugang wird gew&auml;hrt &mdash; parlamentarische Kontrolle als Gnadenrecht (bei Kaffee und Pl&auml;tzchen) Allein das Prozedere der Anmeldung f&uuml;r den Leseraum ist entlarvend. So bekam ich nach meiner Anmeldung f&uuml;r den Leseraum Belehrungen zugesandt. Aus diesen Merkbl&auml;ttern erfuhr ich zum einen, dass bereits die Nutzungsmodalit&auml;ten f&uuml;r den Leseraum zwischen der Europ&auml;ischen Kommission und den USA ausgehandelt wurden. Das muss man sich vergegenw&auml;rtigen: Das Abkommen ist noch nicht unterzeichnet und schon bei der Erarbeitung d&uuml;rfen die einzelnen L&auml;nder nicht selbst entscheiden, wer und wie die Vertragsunterlagen lesen darf.<br>\nBezeichnend f&uuml;r die Einstellung zur Demokratie, die hinter TTIP steht, ist folgender Auszug aus den Besucherregeln: &bdquo;Sie [also alle Abgeordneten, die wie ich den Leseraum aufsuchen wollen] nehmen zur Kenntnis und akzeptieren, dass Ihnen mit der Gew&auml;hrung von Zugang zu TTIP-Schriftst&uuml;cken ein besonderes Vertrauen entgegengebracht wird.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksfraktion.de\/im-wortlaut\/gegenteil-transparenz\/\">Die Linke<\/a><\/li>\n<li><strong>TTIP und CETA: Bundestagswissenschaftler zweifeln an EU-rechtlicher Zul&auml;ssigkeit von Schiedsverfahren f&uuml;r Investoren<\/strong><br>\nDer Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages hat erhebliche Zweifel an der europarechtlichen Zul&auml;ssigkeit von Schiedsverfahren f&uuml;r Investoren, wie sie mit den geplanten Freihandelsabkommen eingef&uuml;hrt werden sollen. In dem Gutachten der Parlamentswissenschaftler, das der Verbraucherorganisation foodwatch vorliegt, ist von &ldquo;vielen und teils offenen Rechtsfragen&rdquo; die Rede. Demnach k&ouml;nnten Schiedsverfahren insbesondere die &ldquo;Autonomie der Unionsrechtsordnung&rdquo; und die Befugnisse des Europ&auml;ischen Gerichtshofs (EuGH) untergraben, in dessen alleiniger Zust&auml;ndigkeit die &ldquo;letztverbindliche Auslegung des Unionsrechts&rdquo; liegt. Sowohl das europ&auml;isch-kanadische Handelsabkommen CETA, das kurz vor der Verabschiedung steht, als auch der geplante TTIP-Vertrag zwischen EU und USA sehen die Einf&uuml;hrung einer Sonderjustiz vor, mit deren Hilfe Investoren Schadenersatzanspr&uuml;che gegen Staaten geltend machen k&ouml;nnen.<br>\n&ldquo;Die geplanten Abkommen w&uuml;rden eine inakzeptable Paralleljustiz f&uuml;r Unternehmen einf&uuml;hren. Das ist einer von zahlreichen Gr&uuml;nden, zun&auml;chst CETA und schlie&szlig;lich TTIP zu stoppen&rdquo;, erkl&auml;rte Lena Blanken, Volkswirtin bei foodwatch. &ldquo;Schiedsgerichte ebenso wie der neuerdings diskutierte  Investitionsgerichtshof w&uuml;rden Investoren gef&auml;hrliche Sonderrechte einr&auml;umen: Sie k&ouml;nnten Staaten auch dann auf Milliardensummen verklagen, wenn sie vor den ordentlichen Gerichten keine Chance auf Schadenersatz h&auml;tten. Durch solche Klagerechte werden Staaten erpressbar gemacht.&rdquo;<br>\nDas 36 Seiten umfassende Gutachten (Ausarbeitung PE 6-3000-25\/15), das allen Bundestagsabgeordneten zur Verf&uuml;gung steht, stammt vom 24. M&auml;rz 2015. Der Wissenschaftliche Dienst vergleicht darin die europarechtlich vorgegebene Rolle des EuGH mit den Pl&auml;nen zur Einf&uuml;hrung von Investor-Staat-Schiedsverfahren (ISDS-Investor-State-Dispute-Settlement) im fertig ausgehandelten CETA-Vertragsentwurf. Auch das geplante TTIP-Abkommen sieht die Einf&uuml;hrung einer Sonderjustiz f&uuml;r Investoren vor. Anstelle von privaten Schiedsgerichten wollen die Europ&auml;ische Kommission und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hier einen internationalen Investitionsgerichtshof installieren. Die von den Parlamentswissenschaftlern vorgetragenen Bedenken beziehen sich explizit auf CETA, die Argumentation ist jedoch g&uuml;ltig f&uuml;r beide Modelle.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.foodwatch.org\/de\/presse\/pressemitteilungen\/ttip-und-ceta-bundestagswissenschaftler-zweifeln-an-eu-rechtlicher-zulaessigkeit-von-schiedsverfahren-fuer-investoren-foodwatch-veroeffentlicht-parlamentsgutachten\/\">foodwatch<\/a><\/li>\n<li><strong>Gr&uuml;ne fordern Abbruch der Verhandlungen zu TTIP<\/strong><br>\nHeute beginnt die 12. Verhandlungsrunde zum Transatlantischen Handelsabkommen. Die Zustimmung  der Deutschen zu TTIP f&auml;llt derweil laut einer Umfrage auf ein Allzeit-Tief. Die Gr&uuml;nen fordern den Abbruch der Gespr&auml;che.<br>\nVor dem Start der zw&ouml;lften Verhandlungsrunde zum Freihandelsabkommen TTIP fordern die Gr&uuml;nen den Abbruch der Gespr&auml;che. &bdquo;Die Verhandlungen laufen in die falsche Richtung&ldquo;, sagte Fraktionschef Anton Hofreiter der &bdquo;Bild am Sonntag&ldquo;. Nur auf Basis des europ&auml;ischen Verbraucher- und Umweltschutzes und ohne Schiedsgerichte &bdquo;kann man &uuml;ber ein Abkommen mit den USA sprechen&ldquo;, forderte Hofreiter.<br>\nDie TTIP-Verhandlungen hatten im Juli 2013 begonnen. Das Abkommen soll der Wirtschaft in den USA und der EU einen Schub geben, indem Z&ouml;lle und Handelshemmnisse abgebaut werden. Kritiker sehen Gefahren f&uuml;r Rechtsstaat und Demokratie, sie bef&uuml;rchten eine Erosion von Standards bei Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sowie eine Benachteiligung der europ&auml;ischen Kultur.<br>\nAuch viele Deutsche sind weiterhin skeptisch. In einer Emnid-Umfrage f&uuml;r die &bdquo;Bild am Sonntag&ldquo; meinten 41 Prozent, TTIP sei &bdquo;eher eine schlechte Sache&ldquo; f&uuml;r Deutschland. 25 Prozent nannten das geplante Abkommen eine &bdquo;eher gute Sache&ldquo;. 34 Prozent trauten sich keine Einsch&auml;tzung zu. 79 Prozent f&uuml;hlten sich &bdquo;eher schlecht&ldquo; &uuml;ber TTIP informiert, nur 19 Prozent &bdquo;eher gut&ldquo;. Emnid befragte Anfang Februar 503 Bundesb&uuml;rger.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.euractiv.de\/section\/eu-aussenpolitik\/news\/gruene-fordern-abbruch-der-verhandlungen-zu-ttip\/\">Euractiv<\/a><\/li>\n<li><strong>Warum will die Bundesregierung Schiedsgerichte?<\/strong><br>\nHeute startet die n&auml;chste TTIP-Verhandlungsrunde: Diesmal stehen die hochumstrittenen Schiedsgerichte im Mittelpunkt. Die Bundesregierung m&ouml;chte ein &ldquo;Investitionsgericht&rdquo;. Gleichzeitig ist man der Meinung, dass der Investitionsschutz f&uuml;r europ&auml;ische und amerikanische Unternehmen schon jetzt &ldquo;ausreichend gesichert&rdquo; sei. Warum setzt man sich dann also &uuml;berhaupt f&uuml;r etwas ein, was es gar nicht braucht?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/jungundnaiv\/videos\/1197577946920818\/?pnref=story\">jung und naiv<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>11 Jahre ALG II &ndash; F&ouml;rdern gescheitert, Fordern erfolgreich<\/strong><br>\nAls vor 11 Jahren das &ldquo;Vierte Gesetz f&uuml;r moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt &rdquo; in Kraft trat, wurde dies vor allen Dingen mit Worten wie Flexibilit&auml;t, Vereinfachung und Modernisierung angepriesen. Wenige waren so ehrlich wie Gerhard Schr&ouml;der, der das Gesetz als gro&szlig;en Erfolg verbuchte weil trotz der erheblichen Auseinandersetzungen mit &ldquo;starken Interessengruppen der Gesellschaft&rdquo; ein funktionierender Niedriglohnsektor, einer der besten in Europa geschaffen worden sei. Die Betroffenen wurden durch die Suggestion einfacherer Regeln und damit k&uuml;rzerer Bearbeitungszeiten gek&ouml;dert.<br>\nDoch die Vereinfachung hat nie stattgefunden. ALG II fungierte von Anfang an wie die Fingernagelschneidemaschine im Witz, deren Erfinder auf die Anmerkung, dass aber doch Menschen nun einmal verschieden lange Finger und N&auml;gel h&auml;tten, lapidar erwiderte: &ldquo;Aber nur vor dem Schneiden.&rdquo; Die Regels&auml;tze des ALG II (deren Berechnungsm&auml;ngel hier nicht noch einmal Thema sein sollen) schufen eine &ldquo;Einer f&uuml;r alle&rdquo;-Regelung.<br>\nH&auml;rtefallregelungen wie auch Mehrbedarfe mussten erst m&uuml;hsam erstritten werden. Und 11 Jahre sp&auml;ter hat sich das Chaos nicht gelichtet, im Gegenteil. Krampfhaft h&auml;lt man am Regelsatz fest und vermeidet es, z.B. Pauschbetr&auml;ge f&uuml;r etliche Mehrbedarfsf&auml;lle zu schaffen. Das Ergebnis ist f&uuml;r die Betroffenen wie auch das in den Jobcentern arbeitenden Personal fatal.<br>\nF&uuml;r die Betroffenen bedeutet es, dass sie um jede Packung Tapetenkleister im schlimmsten Fall prozessieren m&uuml;ssen, was zudem die Sozialgerichte belastet. F&uuml;r die Mitarbeiter der Jobcenter bedeutet es, dass sie fast tagt&auml;glich mit neuen Entscheidungen zurechtkommen m&uuml;ssen, welche zu beachten sind. &ldquo;Kleinkarierte Extraw&uuml;nsche&rdquo; nannte der Focus die erstrittenen Sonderzahlungen und berichtete davon, dass ca. 50% der Arbeitszeit der Mitarbeiter bereits f&uuml;r die Verwaltung und Berechnung von ALG II verwandt werde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/news\/11-Jahre-ALG-II-Foerdern-gescheitert-Fordern-erfolgreich-3112929.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Europa braucht marktr&auml;umende Mindestl&ouml;hne<\/strong><br>\n&Uuml;blicherweise sagt man: Ein europ&auml;ischer Mindestlohn sollte sich nach dem richten, was sich die L&auml;nder leisten k&ouml;nnen. Was immer vergessen wird: Er muss sich auch nach dem richten, was die L&auml;nder sich leisten m&uuml;ssen, wenn sie ihre Kapazit&auml;ten aussch&ouml;pfen und Arbeitslosigkeit vermeiden wollen.<br>\nDie Gewerkschaften fordern einen Lohn, von dem man irgendwie &uuml;berleben kann. Die Arbeitgeber argumentieren, dass ein zu hoher Mindestlohn die Unternehmen zwinge, Stellen abzubauen. Mit diesem Argument hat etwa die EU-Verwaltung unter Barroso die &bdquo;zu hohen&ldquo; Mindestl&ouml;hne in Frankreich und Slowenien kritisiert und unter vorgehaltener Hand einen Benchmark von 40 bis 50% des Medianlohnes eingefordert.<br>\nDass man von 50% des Medianlohns nicht leben kann, ist vermutlich sogar den Herren in Br&uuml;ssel klar. L&ouml;hne unter dem Existenzminimum werden trotzdem unter dem Gesichtspunkt der &bdquo;Wettbewerbsf&auml;higkeit&ldquo; nicht nur akzeptiert, sondern sogar gef&ouml;rdert, indem der Staat die Differenz &uuml;bernimmt und zu diesem Zweck eine riesige Arbeitsmarktb&uuml;rokratie aufbaut. Bei der Auseinandersetzung um den Mindestlohn geht nur noch um die Frage, wie hoch das Existenzminimum angesetzt wird, und welcher Anteil davon durch die Unternehmen (durch L&ouml;hne) oder durch den Staat (Sozialhilfe) gedeckt werden soll.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/europa-braucht-marktraeumende-mindestloehne\/\">flassbecks-economics<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Weitergabe von Rezeptdaten: &ldquo;Die ge&uuml;bte Praxis war in der Branche &uuml;blich&rdquo;<\/strong><br>\nJahrelang &uuml;bertrug Deutschlands gr&ouml;&szlig;tes Apothekenrechenzentrum VSA in M&uuml;nchen streng vertrauliche Verschreibungsdaten von gesetzlich Versicherten aus weiten Teilen Deutschlands zu Marktforschungszwecken an ein Tochterunternehmen. Das belegen Unterlagen, die SPIEGEL ONLINE vorliegen. Betroffen ist rund ein Drittel aller gesetzlich Versicherten. Offenbar ging es um eine Strafe von insgesamt 150.000 Euro gegen das Apothekenrechenzentrum VSA und die Tochterfirma.<br>\nDer Entwurf eines Bu&szlig;geldbescheides des Bayerischen Landesamts f&uuml;r Datenschutzaufsicht (BayLDA) von 2013 belegt detailliert, wie gravierend der Fall unerlaubter Daten&uuml;bermittlung war.<br>\nDie &ldquo;unbefugte Weitergabe personenbezogener Daten&rdquo; des Apothekenrechenzentrums VSA an eine Tochterfirma lief laut Entwurf des Bu&szlig;geldbescheids im Zeitraum von 1998 bis 2010 &ldquo;monatlich in unverschl&uuml;sselter elektronischer Form&rdquo;. Die Strafe allerdings bezieht sich nur auf einen Zeitraum von 11 Monaten, der Rest galt als verj&auml;hrt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/strafe-wegen-illegaler-weitergabe-vertraulicher-rezeptdaten-a-1077505.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Notfall Krankenhaus<\/strong><br>\n&Uuml;berlastetes Personal, Hygienem&auml;ngel, Protifmaximierung &ndash; was der Journalist G&uuml;nter Wallraff &uuml;ber seine verdeckte Recherche in den Horst-Schmidt-Kliniken berichtet, bringt viele auf die Palme im Audimax der Hochschule Rhein-Main. Doch es gibt auch Kritik an Wallraff &ndash; er verwende Nazi-Vokabular, sagt ein anwesender Arzt.<br>\nDen Saal betritt er durch einen Eingang neben der B&uuml;hne. Schwarze Jeans, dunkler Pullover, die dunkle M&uuml;tze bis zur Nasenwurzel gezogen. Erkannt wird er dennoch sofort, und sogleich brandet Applaus auf im Audimax der Hochschule Rhein-Main: Gut 700 Menschen haben sich versammelt, um vor allem G&uuml;nter Wallraff zu h&ouml;ren.<br>\n&bdquo;Notfall Krankenhaus&ldquo; ist die Veranstaltung betitelt, zu der die Gewerkschaft Verdi mit den Initiativen &bdquo;HSK-pro-kommunal&ldquo; und &bdquo;Gemeinwohl hat Vorfahrt&ldquo; eingeladen haben. Es geht um die Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken, denen Wallraff mit seinem Team in einer Undercover-Recherche f&uuml;r RTL gravierende M&auml;ngel und Missst&auml;nde vorgeworfen hatte.<br>\nDass der Helios-Konzern, zu dessen Klinikkonsortium auch die HSK geh&ouml;ren, den Veranstaltern (vergebens) verbieten wollte, Ausschnitte des Films zu zeigen, hat das &ouml;ffentliche Interesse eher noch befl&uuml;gelt. Als Wallraff vom Einsch&uuml;chterungsversuch der Helios-Anw&auml;lte h&ouml;rte, habe er sein Kommen trotz fiebriger Erk&auml;ltung definitiv zugesagt, berichtet Organisator Bodo Kettenberger.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wiesbaden\/wiesbaden-notfall-krankenhaus,1472860,33829894,view,asFirstTeaser.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers P.K.:<\/strong> An diese Aussage von Wallraff (T&ouml;tungsmedizin) kann ich mich nicht erinnern. Wallraff hat aus Zuschriften, die ihn in den letzten Wochen erreicht haben, zitiert. G&uuml;nter Wallraff &bdquo;Nazivokabular&ldquo; anzudichten ist emp&ouml;rend. Hier wird wieder der Versuch unternommen, berechtigte Kritik an den gesellschaftlichen Zust&auml;nden in unserem Land zu verunglimpfen. &Uuml;brigens: Der Sprecher der Initiative &bdquo;HSK pro kommunal&ldquo; ist Herr Bodo Kaffenberger(!)<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Nach neoliberaler Logik ist privat aber immer besser als &ouml;ffentlich. Dabei sollte klar sein, ein so essentielles Gut wie die Gesundheit geh&ouml;rt nicht in die Verantwortung privater Finanzspekulanten.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Regierung gibt Bundestrojaner frei<\/strong><br>\nDas Innenministerium genehmigt eine h&ouml;chst umstrittene Software, mit der die Beh&ouml;rden in die Computer und Smartphones von Verd&auml;chtigen eindringen k&ouml;nnen, um Kommunikationsvorg&auml;nge zu &uuml;berwachen. (&hellip;)<br>\nOb es allerdings &uuml;berhaupt m&ouml;glich ist, Trojaner nur auf Kommunikationsvorg&auml;nge zu beschr&auml;nken, ist umstritten. Frank Rieger, Sprecher des Chaos Computer Clubs, bezweifelte das im Deutschlandfunk: &bdquo;Die prinzipielle Unterscheidung zwischen einem Trojaner, der nur Kommunikation ausleiten soll, und einem, der generell auch zum Beispiel zur Raum&uuml;berwachung geeignet ist, ist nicht zu treffen.&ldquo;<br>\nRieger hatte mit anderen Hackern 2011 einen Trojaner analysiert, den eine bayerische Polizeibeh&ouml;rde nutzte. Dazu wurden Festplatten eines Verd&auml;chtigen ausgewertet, die dessen Anw&auml;lte zur Verf&uuml;gung stellten. Die Analyse ergab, dass die Software den Anforderungen des Bundesverfassungsgerichtes kaum standhalten konnte. Die Software erm&ouml;glichte einen weitgehenden Zugriff auf die Systeme der Verd&auml;chtigen, auch wenn Beh&ouml;rdenvertreter beteuerten, diese ausschlie&szlig;lich f&uuml;r Telekommunikations&uuml;berwachungszwecke eingesetzt zu haben.<br>\nAuch der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP) &auml;u&szlig;erte Zweifel an der Zul&auml;ssigkeit des neuen Bundestrojaners: &bdquo;Ich m&ouml;chte genau wissen, dass mit diesem Trojaner kein Missbrauch getrieben werden kann, und das ist mein Grundrecht auf Gew&auml;hrleistung und Vertraulichkeit der Integrit&auml;t informationstechnischer Systeme.&ldquo; Es sei fraglich, ob &bdquo;dieses staatliche Hacking&ldquo; vor dem Hintergrund des Grundrechts richtig und nachhaltig sei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/datenschutz\/ueberwachung-regierung-gibt-bundestrojaner-frei,1472644,33834782.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Sachsen<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Rassistische &Uuml;bergriffe: Immer wieder Sachsen<\/strong><br>\nDer p&ouml;belnde Pulk von Clausnitz, die Flammen in Bautzen &ndash; der Hass gegen Fremde und Fl&uuml;chtlinge wird kaum irgendwo so offen sichtbar wie in Sachsen. Warum?<br>\nDie Eskalation rechter Gewalt, der Erfolg von Pegida, die hohe Zahl asylfeindlicher Demonstrationen, all das, glaubt Dietrich Herrmann, Sozialwissenschaftler an der TU Dresden, geschehe nicht zuf&auml;llig in Sachsen, sondern sei das Ergebnis der politischen Kultur im Freistaat. In Sachsen seien rechtsextreme Umtriebe &uuml;ber Jahre hinweg ignoriert und verharmlost, antirassistisches Engagement beargw&ouml;hnt und kriminalisiert worden.<br>\nKurt Biedenkopf, Ministerpr&auml;sident in Sachsen nach der Wende, gab fr&uuml;h die Richtung vor. Die Sachsen seien &ldquo;immun gegen Rechtsextremismus&rdquo;, sagte der CDU-Politiker. Seine Nachfolger Georg Milbradt und Stanislaw Tillich setzten diese Politik fort. Rechte Gewalttaten werden h&auml;ufig nicht als solche benannt. 2007 jagte ein rassistischer Mob in M&uuml;geln, einer Kleinstadt in Nordsachsen, eine Gruppe Inder &uuml;ber den Marktplatz. Polizisten konnten in letzter Minute verhindern, dass die Verfolger ihre Opfer lynchten. Der fr&uuml;here s&auml;chsische CDU-Innenminister, Albrecht Buttolo, sprach von einem Gerangel, das sich &ldquo;hochgeschaukelt&rdquo; habe, selbst wenn &ldquo;rechtsextreme Spr&uuml;che&rdquo; gefallen seien, m&uuml;sse es sich nicht um eine Straftat mit rechtsextremem Hintergrund gehandelt haben.<br>\nAndrea H&uuml;bler hat f&uuml;r die Opferberatung in den vergangenen Jahren unz&auml;hlige Stunden in Prozessen gegen rechtsextreme Straft&auml;ter verbracht. Ihre Bilanz f&auml;llt bitter aus: Es dauerte zum Teil Jahre bis T&auml;ter vor Gericht gestellt werden. Allzu oft w&uuml;rden rechte Tatmotive vor Gericht ausgeblendet. Die vielbeschworene H&auml;rte des Rechtsstaats bek&auml;men rechte Gewaltt&auml;ter selten zu sp&uuml;ren.<br>\nStattdessen werden Aktivisten, die sich gegen Rassisten und Neonazis engagieren, in Sachsen geg&auml;ngelt. Antifaschisten, Oppositionelle, Fl&uuml;chtlingshelfer werden als Ruhest&ouml;rung, Einmischung, gar als Bedrohung wahrgenommen. &ldquo;Die ideologische Richtlinie hie&szlig; immer &Auml;quidistanz&rdquo;, sagte Linken-Chefin Katja Kipping der &ldquo;Zeit&rdquo;. &ldquo;Wenn wir rechte &Uuml;bergriffe ansprachen, h&ouml;rten wir: Jaja, aber es gibt auch linke Chaoten, die H&auml;user beschmieren. Da wurden ein paar autonome Antifas gleichgestellt mit braunen Gewaltt&auml;tern bis hin zu rechtsextremen Terroristen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/rassismus-in-sachsen-sichtbarer-hass-gegen-fluechtlinge-a-1078634.html\">SPON<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers P.K.:<\/strong> Das Muster der Verharmlosung rechtsradikaler &Uuml;bergriffe findet leider nicht nur in Sachsen statt. Nach jedem Brandanschlag oder t&auml;tlichen Angriffen auf Fl&uuml;chtlinge oder Fl&uuml;chtlingsunterk&uuml;nfte gibt sich die politische Klasse betroffen. Das war&lsquo;s! Ich denke dabei insbesondere an Ministerpr&auml;sident Tillich in Sachsen oder den Innenminister De Maizi&egrave;re. Auch unser SPD Justizminister Maas ist jedes mal &bdquo;betroffen&ldquo; und geht wieder zur Tagesordnung &uuml;ber. Man stelle sich vor, &uuml;ber tausend Brandanschl&auml;ge in einem Jahr w&auml;ren von sogenannten Linken gegen wen oder was auch immer zu vermelden gewesen. Wir w&uuml;rden unser Land nicht wieder erkennen. Bei &uuml;ber tausend Brandanschl&auml;gen oder &Uuml;bergriffen des rechten Mobs auf schutzlose Fl&uuml;chtlinge spricht man sein Bedauern aus und heuchelt Mitgef&uuml;hl.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Tillich und sein rechtes Sachsen: Der Wendehals<\/strong><br>\nWas f&uuml;r starke Worte: &ldquo;Das sind Verbrecher&rdquo;, sagt Sachsens Ministerpr&auml;sident Tillich &uuml;ber seine gr&ouml;lenden Landsleute, die Schutzbed&uuml;rftige bedr&auml;ngen. Doch die Emp&ouml;rung des CDU-Mannes ist scheinheilig.<br>\nDas sind keine Menschen, die so was tun&rdquo;, sagte Sachsens Ministerpr&auml;sident Stanislaw Tillich am Wochenende angesichts der entsetzlichen Szenen, die sich in Clausnitz abspielten. &ldquo;Das sind Verbrecher. Widerlich und abscheulich ist das.&rdquo;<br>\n&ldquo;Wir sind das Volk&rdquo;, gr&ouml;lte Ende vergangener Wocheeine aufgebrachte Menge einem Bus mit ankommenden Asylbewerbern entgegen. S&auml;tze wie &ldquo;Mal sehen, was hier f&uuml;r Ungeziefer aussteigt!&rdquo;, &ldquo;Weg mit dem Gelumpe!&rdquo; oder &ldquo;Asylantengesindel!&rdquo; sollen gefallen sein.<br>\nNun k&ouml;nnte man meinen, Tillich verdiene Respekt. Zeigt er doch Haltung, ist mutig mit seiner drastischen Wortwahl und stellt sich damit offensiv gegen seine eigenen Landsleute, seine potenziellen W&auml;hler.<br>\nAllein: Es ist zu sp&auml;t &ndash; und es ist scheinheilig.<br>\nSeit reichlich einem Jahr treibt Pegida in Dresden ihr Unwesen, mit verheerender Wirkung in ganz Sachsen und dar&uuml;ber hinaus. In all diesen Monaten hat man Tillich nicht ein einziges Mal wahrgenommen als jemanden, der sich an die Spitze einer Gegenbewegung gestellt h&auml;tte. Der gesagt h&auml;tte: &ldquo;Das ist nicht mein Land&rdquo;, der seine Justizbeh&ouml;rden angewiesen h&auml;tte, hart und streng gegen den Mob vorzugehen.<br>\nIm Gegenteil: Man hatte bei Tillich immer das Gef&uuml;hl, er toleriert, was seine &ldquo;besorgten B&uuml;rger&rdquo; umtreibt, die in Wahrheit keine Sorgen haben, sondern anderen Sorgen bereiten. Tillich lie&szlig; es laufen und hat damit das Klima der Ablehnung erst gedeihen lassen.<br>\nTillich ist mitverantwortlich<br>\nViel zu lange zeigte er Verst&auml;ndnis f&uuml;r Menschen, die &ldquo;Angst vor dem Islam&rdquo; haben. Er sah im &ldquo;gr&ouml;&szlig;eren Teil der Teilnehmer&rdquo; bei Pegida Menschen, mit denen sich reden lasse, um sie f&uuml;r die Demokratie zur&uuml;ckzugewinnen. Dabei war l&auml;ngst klar, dass ein gr&ouml;&szlig;erer Teil der Teilnehmer auf Krawall geb&uuml;rstet ist. Tillich war ihr Schutzpatron.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/stanislaw-tillich-und-sein-rechtes-sachsen-der-wendehals-a-1078579.html\">Spiegel<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Die Denkfabrik der Neuen Rechten<\/strong><br>\nAm Wochenende geben sich rechte Intellektuelle in Sachsen-Anhalt auf dem Rittergut Schnellroda im Institut f&uuml;r Staatspolitik ein Stelldichein. Das Wochenmagazin &ldquo;Der Spiegel&rdquo; schreibt vom &ldquo;Gipfeltreffen der rechten Vordenker&rdquo;. Wir haben versucht, mit den Gr&uuml;ndern des Instituts ins Gespr&auml;ch zu kommen, was nat&uuml;rlich zu Zeiten des L&uuml;genpresse-Vorwurfs durch die Rechten einigerma&szlig;en schwierig war. Trotzdem hat sich unser Autor davon nicht beeindrucken lassen.<br>\nHerbst in Schnellroda im unteren Unstrut-Tal. 100 Einwohner z&auml;hlt das kleine Dorf &ndash; auf halber Strecke zwischen Halle und Erfurt. L&auml;den gibt es keine, nur einen Gasthof und ein altes gelbfarbenes Rittergut im neo-barockem Stil. Hier ist das Institut f&uuml;r Staatspolitik beheimatet. Im Garten weht die Pegida-Fahne, mit dem markant gelb-schwarzem Kreuz auf rotem Untergrund. Was hochoffiziell aussieht, ist formaljuristisch ein spendenfinanzierter Verein. Eine Denkfabrik f&uuml;r das rechtsintellektuelle Milieu Deutschlands, so beschreibt es David Begrich. Ein langj&auml;hriger Beobachter der Szene.<br>\n&ldquo;Es geht ihnen darum, den jungakademischen Nachwuchs weltanschaulich zu schulen. Im Sinne eines Konservatismus, ich w&uuml;rde es nennen recht-intellekutelle Gedankenwelt, die von drei Elementen bestimmt ist. Erstes Element: Anti-Liberales Denken. Zweites Element: Klare Feindbestimmung und das ist der Liberalismus. Und das dritte Element: Auseinandersetzung mit dem Islam.&rdquo;<br>\nGr&uuml;nder war einst Redakteur der &ldquo;Junge Freiheit&rdquo;<br>\nGr&uuml;nder des Instituts ist G&ouml;tz Kubitschek, einst Redakteur f&uuml;r die Junge Freiheit. Mit dem Deutschlandfunk allerdings wollen er und seine Frau Ellen Kositza trotz mehrerer Anfragen nicht sprechen. Deshalb an dieser Stelle eine Art famili&auml;re Selbstdarstellung, ein Ausschnitt aus einem 3Sat-Fernsehportr&auml;t.<br>\nEllen Kositza: &ldquo;Klar, wir sind rechts. Ich bin rechts.&rdquo;<br>\nG&ouml;tz Kubitschek: &ldquo;Das Deutschland, in dem ich leben m&ouml;chte, das ist das Land in dem die Deutschen leben&hellip;&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/institut-fuer-staatspolitik-die-denkfabrik-der-neuen-rechten.862.de.html?dram:article_id=337403\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>100 Jahre Verdun: Die Welt als Schlachthaus<\/strong><br>\nDie Schlacht von Verdun ist das Sinnbild des menschlichen Frevels. Wir feiern die Gedenktage des Erstens Weltkriegs. Gleichzeitig steuern Ost und West mit Lust in einen neuen Gro&szlig;konflikt. Wir sind nicht in Sicherheit.<br>\nWer den Krieg immer noch f&uuml;r die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln h&auml;lt, sollte nach Verdun fahren. Die vom Tod durchpfl&uuml;gten Felder sehen. Der Journalist Frank Schirrmacher ist einmal gemeinsam mit Martin Schulz, dem Pr&auml;sidenten des Europ&auml;ischen Parlaments, &uuml;ber diese Felder gegangen. Er schrieb nachher: &ldquo;Die Antwort auf die Frage, warum es ein geeintes Europa geben m&uuml;sse, hat man eigentlich immer mit einem Wort beantworten k&ouml;nnen: Verdun.&rdquo; Aber der Mensch vergisst. Europa zerf&auml;llt vor unseren Augen. Und gegen Russland r&uuml;sten wir schon wieder auf. Der Krieg ist nicht vor&uuml;ber.<br>\nAm 1. Januar des Jahres 1901 blickte die &ldquo;Chicago Tribune&rdquo; dem neuen Jahrhundert mit Hoffnung entgegen: &ldquo;An der Schwelle des 20. Jahrhunderts sieht es so aus, als k&ouml;nne es das Jahrhundert der Humanit&auml;t und der Br&uuml;derschaft aller Menschen werden.&rdquo;<br>\nNichts war weiter von der Wirklichkeit entfernt. Die Moderne war auf ihrem kreischenden Gipfel angekommen. Sie war bereit zur Explosion. Die Lektion in Demut, die die Kollision des unsinkbaren Ozeanliners &ldquo;Titanic&rdquo; mit einem Eisberg in der Nacht des 14. April 1912 h&auml;tte sein k&ouml;nnen, wurde nicht geh&ouml;rt. Das Brausen und Rauschen und Klirren und Prasseln der neuen Zeit war zu laut.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/verdun-die-welt-als-schlachthaus-a-1078651.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Das Letzte &ndash; Zehn Thesen zur Ungleichheitsdebatte<\/strong><br>\nNimmt die Ungleichheit von Einkommen und Verm&ouml;gen tats&auml;chlich zu, werden die Armen also immer &auml;rmer und die Reichen immer reicher? Zweitens: Wie ist die Entwicklung in Deutschland im Vergleich zu anderen L&auml;ndern? Drittens: Sollte die deutsche Politik reagieren und, falls ja, wie?<br>\nDie wichtigste Antwort auf diese Fragen lautet: Die These allgemein wachsender Armut und Ungleichheit ist falsch. Die weltweite Armut hat in den vergangenen Jahrzehnten drastisch abgenommen, die Einkommensungleichheit ist zur&uuml;ckgegangen.<br>\n5. In Deutschland verteilt der Staat mehr um als in fast allen anderen OECD-L&auml;ndern. Deshalb hat die Ungleichheit der verf&uuml;gbaren Einkommen seit 1995 nur wenig zugenommen. Der Anteil der &auml;rmsten 25 Prozent der Bev&ouml;lkerung ist quasi stabil.<br>\n9. Zur Bek&auml;mpfung von Altersarmut sollte jedermann verpflichtet werden, eine private Altersvorsorge aufzubauen. Staatliche F&ouml;rderung privater Altersvorsorge sollte sich auf Bed&uuml;rftige konzentrieren.<br>\n10. Eingriffe in die Preisbildung wie gesetzliche Mindestl&ouml;hne oder Mietpreisbremsen sind kein effizientes Instrument der Verteilungspolitik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/arm-und-reich\/zew-praesident-clemens-fuest-zur-ungleichheitsdebatte-14065158.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Absolut unertr&auml;gliche, neoliberale Propaganda des neuen Ifo-Chefs Clemens Fuest. Man fragt sich angesichts dieses Textes, wie der Leiter des gewerkschaftsnahen IMK, Gustav Horn, behaupten kann, dass Fuest &bdquo;kein Ideologe&ldquo; ist?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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