{"id":31553,"date":"2016-02-24T10:38:17","date_gmt":"2016-02-24T09:38:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31553"},"modified":"2016-02-24T18:48:43","modified_gmt":"2016-02-24T17:48:43","slug":"anja-reschke-journalistin-des-jahres-unter-den-blinden-ist-die-einaeugige-koenigin-die-medien-schaffen-es-nicht-die-gruende-fuer-ihren-vertrauensverlust-zu-erkennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31553","title":{"rendered":"Anja Reschke \u2013 Journalistin des Jahres? Unter den Blinden ist die Ein\u00e4ugige K\u00f6nigin. Die Medien schaffen es nicht, die Gr\u00fcnde f\u00fcr ihren Vertrauensverlust zu erkennen."},"content":{"rendered":"<p>Am 15. Februar wurde die Chefin Innenpolitik des NDR und zugleich Moderatorin von Panorama und ZAPP zu ihrer Wahl zur &bdquo;Journalistin des Jahres&ldquo; gefeiert. Pr&auml;miert wurde ihr Kommentar vom 5. August 2015 mit dem Titel &bdquo;Aufstand der Anst&auml;ndigen&ldquo; (Anlage 2). Ihre Dankesrede wurde sehr gelobt, unter anderem vom sogenannten medienkritischen Portal &bdquo;&Uuml;ber Medien&ldquo;. Sogar die NachDenkSeiten haben diese Lobeshymne in die Hinweise &uuml;bernommen. Das war ein bisschen vorschnell. Frau Reschke macht manches gut und vermutlich manches auch besser als ihre Kollegen. Aber die Hauptgr&uuml;nde f&uuml;r den Vertrauensverlust der Medien erkennt sie genauso wenig: Das Versagen der Medien als kritischer Instanz und ihre Einbindung in Kampagnen der Meinungsbildung und Entscheidungsfindung. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9331\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-31553-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160224_Anja_Reschke_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160224_Anja_Reschke_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160224_Anja_Reschke_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160224_Anja_Reschke_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=31553-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160224_Anja_Reschke_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"160224_Anja_Reschke_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><ol class=\"abc\">\n<li><strong>Kampagnenjournalismus bl&uuml;ht. <\/strong>\n<p>Keine der gro&szlig;en gesellschaftspolitischen und sicherheitspolitischen Entscheidungen ist ohne massive Meinungsmache zustande gekommen. Journalistinnen und Journalisten haben sich daran flei&szlig;ig beteiligt. Wer das nicht sieht oder sogar rechtfertigt, hat keinen Preis verdient. <\/p>\n<p>Es gibt viele Beispiele und Belege daf&uuml;r, dass sich JournalistInnen in Deutschland willig und ohne zu z&ouml;gern in Kampagnen einspannen lassen. Kampagnen wurden gefahren <\/p>\n<ul>\n<li>gegen die &bdquo;Pleitegriechen&ldquo;,<\/li>\n<li>f&uuml;r den Jugoslawien Krieg und f&uuml;r andere Milit&auml;reins&auml;tze,<\/li>\n<li>gegen Putin und Russland,<\/li>\n<li>f&uuml;r die Agenda 2010,<\/li>\n<li>zur Besch&ouml;nigung der wirtschaftlichen Lage und ohne R&uuml;cksicht auf das wirtschaftliche Wohlergehen der vernachl&auml;ssigten Mehrheit unseres Volkes, &bdquo;uns allen geht es gut&ldquo; wurde suggeriert,<\/li>\n<li>f&uuml;r die Austerit&auml;tspolitik und die schwarze Null des Herrn Sch&auml;uble,<\/li>\n<li>f&uuml;r den Exportweltmeister Deutschland, vom damit verbundenen Export von Arbeitslosigkeit haben die meisten Medien offensichtlich noch nichts geh&ouml;rt; sie feiern in der Regel den Export&uuml;berschuss ohne R&uuml;cksicht auf die Konsequenzen f&uuml;r befreundete V&ouml;lker und die Eurozone,<\/li>\n<li>f&uuml;r die offenen Arme von Bundeskanzlerin Merkel,<\/li>\n<li>zur angeblichen Sozialdemokratisierung der Union,<\/li>\n<li>gegen die roten Socken und die Linken,<\/li>\n<li>f&uuml;r Hillary Clinton und gegen ihren demokratischen Widersacher Sanders.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Liste lie&szlig;e sich sehr verl&auml;ngern. Im Einzelnen gehe ich beispielhaft auf folgende Kampagne ein: <\/p>\n<p><strong>Kampagne zum demographischen Wandel, zur Zerst&ouml;rung der Leistungsf&auml;higkeit der Gesetzlichen Rente und zur F&ouml;rderung der privaten Altersvorsorge<\/strong><\/p>\n<p>Die Versicherungswirtschaft und die Banken haben in den neunziger Jahren nach neuen Gesch&auml;ftsfeldern Ausschau gehalten und in der Altersvorsorge ein solches Gesch&auml;ftsfeld entdeckt. Sie haben schon im Bundestagswahlkampf 1998 mit gro&szlig;fl&auml;chigen Anzeigen massiv f&uuml;r die Umstellung auf private Altersvorsorge geworben. Schon damals war f&uuml;r aufmerksame Zeitgenossen erkennbar, was gespielt wird.<\/p>\n<p>Die Mehrheit der JournalistInnen hat das offensichtlich nicht gemerkt. Sie hat sich stattdessen an den Kampagnen zur Dramatisierung des demographischen Wandels, zur Schm&auml;hung und Erosion des Vertrauens in die Gesetzliche Rente und zur Werbung und finanziellen F&ouml;rderung f&uuml;r Privatvorsorge beteiligt. Es kann ganz und gar nicht ausgeschlossen werden, dass dabei neben Nichtwissen auch politische Korruption im Spiel war. Schlie&szlig;lich ging es um viel Geld. Und die Zeichen der politischen Korruption sind &uuml;berdeutlich.<\/p>\n<p>Das Ergebnis dieser Ver&auml;nderung der Altersvorsorge: Es wurden teure und ineffiziente Modelle der privaten Altersvorsorge wie etwa die Riester-Rente, die R&uuml;rup-Rente und die Entgeltumwandlung f&uuml;r die betriebliche Altersvorsorge eingef&uuml;hrt. Vieles hat sich als Flop erwiesen. Obwohl diese Erkenntnis gerade im &bdquo;Spiegel&ldquo; dieser Woche von deutschen National&ouml;konomen verk&uuml;ndet wurde und deshalb aktuell ist, ist das f&uuml;r die Preistr&auml;gerin Reschke wie f&uuml;r die anderen Journalistinnen und Journalisten, die sich &uuml;ber den Glaubw&uuml;rdigkeitsverlust der Medien Gedanken machen, kein Thema. Ich wiederhole: die Medien sind mit ihren Kampagnen mitverantwortlich f&uuml;r die Altersarmut vieler Menschen. Und sie reflektieren nicht einmal &uuml;ber diese Mitverantwortung.<\/p>\n<p><strong>Kampagnenjournalismus gibt es in den Augen dieser Medien nicht. Deshalb betrachten sie diese Charakterisierung als Beleidigung. Eine wahrliche Groteske.<\/strong><\/p>\n<p>Es <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/ppt\/160224-dokumentation-zur-kampagne-demographie-und-privatvorsorge.ppt\">folgt hier<\/a> eine Serie von Folien aus meiner PowerPoint Pr&auml;sentation zum Thema demographischer Wandel und zur geforderten Umstellung auf Privatvorsorge. Dabei wird sichtbar, dass viele verschiedene Medien an dieser Kampagne mit gestrickt haben. Es gibt ein paar r&uuml;hmliche Ausnahmen. <\/p>\n<p>Zu nennen ist der verstorbene Frank Schirrmacher. Er hat zun&auml;chst mit seinem Buch &bdquo;Das Methusalem-Komplott&ldquo; zur Dramatisierung des demographischen Wandels beigetragen, dann aber sp&auml;ter &ndash; im Gespr&auml;ch -einger&auml;umt, dass er damit die schlimmen Konsequenzen f&uuml;r die Gestaltung der Altersvorsorge nicht ansto&szlig;en wollte. Er hat angeregt, sich gesellschaftlich auf die Ver&auml;nderung der Altersstruktur einzustellen. Diese Anregung ist absolut berechtigt.<\/p>\n<p>Zu nennen ist dann die Dokumentation &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ehu-P_o-Nw0\">Rentenangst<\/a>&ldquo;, die die beiden Journalisten Dietrich Krauss und Ingo Blank 2008 f&uuml;r den Saarl&auml;ndischen Rundfunk produzierten. Das ist ein Meisterst&uuml;ck an Aufkl&auml;rung. Dietrich Krauss, der heute im Trio der Macher der Anstalt (ZDF) mitwirkt, w&auml;re &uuml;brigens ein w&uuml;rdiger &bdquo;Journalist des Jahres&ldquo; gewesen.<\/p>\n<p>Nun also noch einmal <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/ppt\/160224-dokumentation-zur-kampagne-demographie-und-privatvorsorge.ppt\">der Link zur PowerPoint Demonstration<\/a> zum Thema demographischer Wandel und Altersvorsorge. Sie d&uuml;rfen diese Folien &uuml;brigens nutzen und auch weiterverbreiten.<\/p>\n<p>Jetzt komme ich zum <strong>zweiten, anfangs genannten wichtigen Grund f&uuml;r den Vertrauensverlust der Medien:<\/strong><\/p><\/li>\n<li><strong>Das Versagen der Medien als kritischer und informierender Instanz, dargestellt und belegt am Beispiel der Preisverleihung an Frau Reschke und die anderen Preistr&auml;ger.<\/strong>\n<ol>\n<li>Frau Reschke hat eine Dankesrede gehalten. Das sich als medienkritisch verstehende Portal &bdquo;&Uuml;ber Medien&ldquo; hat auf die Preisverleihung hingewiesen und zugleich die Rede von Frau Reschke ver&ouml;ffentlicht. &bdquo;Wir dokumentieren die bemerkenswerte Rede mit freundlicher Genehmigung Reschkes in einer gegen&uuml;ber dem frei gesprochenen Wort leicht redigierten und pr&auml;zisierten Fassung&ldquo;, hei&szlig;t es bei &ldquo;<a href=\"http:\/\/uebermedien.de\/1995\/aber-heisst-denn-das-sagen-ist\/\">&Uuml;ber Medien<\/a>&ldquo;.\n<p>Weder in Frau Reschkes Dankesrede noch in der Ank&uuml;ndigung des Portals &bdquo;&Uuml;ber Medien&ldquo; werden wir &uuml;ber die wichtigsten Umst&auml;nde der Preisverleihung informiert:<\/p><\/li>\n<li>Wir erfahren nicht, wer die preisverleihende Instanz genau ist. Der normale Leser zum Beispiel des Hinweises auf den NachDenkSeiten vom 19. Februar wird vermutlich annehmen, dass die Auszeichnung als &bdquo;Journalistin des Jahres&ldquo; von einer anerkannten Instanz verliehen wird. Gesprochen wird dar&uuml;ber nicht. Warum nicht? Frau Reschke bedankt sich nicht einmal beim Stifter des Preises. Das ist ungew&ouml;hnlich. Auf dem zur Preisverleihung abgebildeten Foto erkennen wir im Hintergrund der Preistr&auml;gerin, dass der Preisverleiher offensichtlich ein Magazin mit dem Namen &bdquo;medium magazin f&uuml;r Journalisten&ldquo; ist. Wir erfahren nicht, wer hinter diesem <a href=\"http:\/\/www.mediummagazin.de\/\">Magazin<\/a> steckt. Wir m&uuml;ssen recherchieren, um ein paar Informationen &uuml;ber das &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.mediummagazin.de\/ueber-uns\/die-redaktion\/\">medium magazin<\/a>&ldquo;, &uuml;ber die Redaktion und den Eigent&uuml;mer zu erhalten.<\/li>\n<li>Wir erfahren nicht, ob der Preis mit einer finanziellen Anerkennung verbunden ist.<\/li>\n<li>Wir erfahren nicht, wer die offensichtlich gro&szlig;e und solide ausgerichtete Preisverleihung bezahlt hat.<\/li>\n<li>Wir w&uuml;rden gerne wissen, was das Portal &bdquo;&Uuml;ber Medien&ldquo; mit der Preisverleihung zu tun hat. Schlie&szlig;lich soll es sich doch um ein medienkritisches Portal halten. Einer der beiden Tr&auml;ger des Portals, Stefan Niggemeier, macht am Rande der Feier Interviews mit verschiedenen Journalisten und anderen Personen. Irgendwie kritisch sind diese Interviews nicht. Ist &bdquo;&Uuml;ber Medien&ldquo; mit dem Preisstifter verbandelt? Waren die Interviews eine Auftragsarbeit?<\/li>\n<li>Wir erfahren nicht, wer die Jury gebildet hat und welche 80 Personen f&uuml;r die Preistr&auml;gerin Reschke gestimmt haben.<\/li>\n<li>Nur mit M&uuml;he k&ouml;nnen wir nachvollziehen, wer sonst noch unter den vielen Preistr&auml;gern dieses Jahres 2016 ist und wer fr&uuml;her die Journalisten des Jahres waren. Bernd Ulrich von der &bdquo;Zeit&ldquo; hat den Preis f&uuml;r die Kategorie Politik gewonnen. Und Stefan Kornelius geh&ouml;rte zu den Gr&uuml;ndern von &bdquo;medium&ldquo;, also des Preisverleihers. Und Claus Kleber geh&ouml;rt auch zu den Preistr&auml;gern. Naja, w&uuml;rde Uwe Kr&uuml;ger dazu sagen. Eine ganze Reihe alter Bekannter aus der Atlantiker-Truppe. Siehe <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21155\">hier zum Vergleich<\/a>.\n<p>Immerhin k&ouml;nnte man zugestehen, dass Bernd Ulrich &uuml;ber die Steuerung deutscher Journalisten durch Washington <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28997\">offen geschrieben hat<\/a>. Vielleicht hat er deshalb den Journalistenpreis f&uuml;r Politik bekommen. Wenn das so w&auml;re, dann h&auml;tten wir Bernd Ulrich gerne gefeiert. Leider lautet die Begr&uuml;ndung anders. Siehe unten Anhang 3.<\/p><\/li>\n<li>Die Dankesrede der Preistr&auml;gerin (siehe Anhang 1) ist ganz nett. Und im Anspruch gro&szlig; und in Teilen selbstkritisch. Aber im Kern eben nicht: Frau Reschke sieht das Problem der Beteiligung an Kampagnen nicht. Kampagnenjournalismus gibt es f&uuml;r sie offenbar nicht, obwohl dieser das vorherrschende Erscheinungsbild darstellt.<\/li>\n<li>Die Rede ist ein bisschen nachdenklich. Aber nicht wirklich. Das wird auch sichtbar an einer Nebenbemerkung &uuml;ber &bdquo;unser demographisches Problem&ldquo;. Welches denn bitte? &ndash; In der Passage &uuml;ber Syrien wird sichtbar, dass auch sie zu jenen geh&ouml;rt, die die Geschichte dieses schrecklichen Krieges ab da erz&auml;hlen, wo die Russen ins Spiel gekommen sind. Die ungef&auml;hr 250.000 Toten des B&uuml;rgerkriegs unter westlicher und saudischer Beteiligung und die von westlichen und saudischen Bomben zerst&ouml;rten St&auml;dte sind bei ihr offensichtlich Vergangenheit. Will die Journalistin des Jahres mit solchen einseitigen Teilerz&auml;hlungen, also mit der heute &uuml;blichen Masche, Vertrauen zur&uuml;ckgewinnen? &ndash; Dass die Demokratie heute Schaden leidet, dass wer &uuml;ber viel Geld und publizistische Macht verf&uuml;gt, oft, zu oft bestimmt, welche politischen Entscheidungen getroffen werden &ndash; f&uuml;r Frau Reschke kein Thema. Bei diesem wichtigen Thema ist sie nicht mal so weit wie der Gr&uuml;ndungsherausgeber der FAZ, Paul Sehte, im Jahre 1965, als dieser feststellte, Pressefreiheit sei die Freiheit von 200 Leuten, ihre Meinung zu &auml;u&szlig;ern.\n<p>F&uuml;r eine aktive Frau wie Frau Reschke m&uuml;sste es eine geradezu grandiose Herausforderung sein, das Frauenb&uuml;ndnis Merkel, Liz Mohn von Bertelsmann und Friede Springer von Springer aufzubrechen, jedenfalls aufzuspie&szlig;en und nicht nur treuherzig &uuml;ber Demokratie zu reden, wo man &uuml;ber quasimonopolisierte Macht reden m&uuml;sste. &ndash; &bdquo;Sagen, was ist?&ldquo; So ist diese Rede &uuml;berschrieben. Dass Frau Reschke darin ausreichend genug gesagt h&auml;tte, was ist, kann ich vor allem bei ihrer unkritischen Einstellung zum Zustand der demokratischen Willensbildung nicht sagen.<\/p><\/li>\n<li>Sagen, was ist &ndash; dieses Programm h&auml;tte auch dazu f&uuml;hren m&uuml;ssen, nach der fachlichen Qualit&auml;t der meisten Journalistinnen und Journalisten zu fragen. Bei den Lobpreisungen f&uuml;r die Export&uuml;bersch&uuml;sse, f&uuml;r das Sparen und die angeblich gute Konjunktur m&uuml;sste man sich dringend Journalisten w&uuml;nschen, die die Problematik dieser Parolen durchschauen. Unter den heutigen Wirtschaftsjournalisten gibt es kaum welche, die dazu f&auml;hig sind. Unter den politischen Journalisten sowieso nicht, was aber nicht naturgem&auml;&szlig; so sein m&uuml;sste.<\/li>\n<li>Wenn Frau Reschke die Formel &bdquo;Sagen was ist&ldquo; auf ihren eigenen Verantwortungsbereich angewandt h&auml;tte, dann h&auml;tte sie auch vom teilweisen Niedergang des medienkritischen Organs ZAPP sprechen m&uuml;ssen. In der letzten Woche gab es wieder eine Sendung. Diese war informativ und interessant in jenen Passagen, die den d&auml;nischen Fernsehjournalisten zur Sprache kommen lie&szlig;en. In den Teilen &uuml;ber RT Deutsch und &uuml;ber die angebliche Querfront war  die beim NDR inzwischen &uuml;bliche undifferenzierte Betrachtung der Akteure zu erkennen. Wenn ein medienkritisches Organ wie ZAPP von vornherein feindselig und undifferenziert gegen alle kritischen Formate im Internet angeht, dann hat es seine Mission verfehlt. Da die NachDenkSeiten auch <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28652\">zum Hassobjekt von Zapp<\/a> und des NDR aufgestiegen sind, wissen wir, wor&uuml;ber wir reden. Aber darum geht es heute nicht.<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol><p><strong>Anhang 1:<\/strong><\/p><p><strong><a href=\"http:\/\/www.journalisten-des-jahres.de\/?preistraeger=anja-reschke-2\">Die Preistr&auml;gerin, die Jury-Begr&uuml;ndung und ihre Dankesrede<\/a><\/strong><\/p><p><strong>Anja Reschke<\/strong><\/p><p>NDR<\/p><p>Kategorie: JDJ, Platz: 1 <\/p><p>Die Jury-Begr&uuml;ndung f&uuml;r die Wahl zur &ldquo;Journalistin des Jahres 2015&rdquo; lautet:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Journalistin mit Profil und klarer Haltung: Im Sommer 2015 zeigte Reschke mit ihrem&nbsp;Kommentar ,Aufstand der Anst&auml;ndigen&lsquo; in den ,Tagesthemen&lsquo;, was der Journalismus in&nbsp;Zeiten der ,L&uuml;genpresse&lsquo;-Vorw&uuml;rfe braucht: Haltung. Sie hat daf&uuml;r einen heftigen Shitstorm&nbsp;in Kauf genommen &ndash; und sich davon nicht beirren lassen. Kein einzelner journalistischer&nbsp;Beitrag hat in diesem Jahr so viel Wirkung und Wirbel erzeugt wie dieser Kommentar von&nbsp;Anja Reschke. Als neue Innenpolitik-Chefin des NDR gab sie zudem dem Magazin&nbsp;,Panorama&lsquo; in diesem Jahr st&auml;rkere Relevanz und ihren Mitarbeitern die M&ouml;glichkeit f&uuml;r&nbsp;aufwendige Recherchen. Vorbildlich.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Aber was hei&szlig;t denn das: &bdquo;Sagen, was ist&ldquo;?<\/strong><\/p><p><strong>Hier <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/fernsehen\/sendungen\/zapp\/Wir-versuchen-rauszufinden-was-ist,reschke334.html\">die Dankesrede von Anja Reschke<\/a>.<\/strong><\/p><p><strong>Anlage 2<\/strong><\/p><p><strong>Der Kommentar, der preisgekr&ouml;nt worden ist:<\/strong><\/p><p><a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/kommentar-fluechtlinge-101.html%20\">Hetze gegen Fl&uuml;chtlinge Mund aufmachen, Haltung zeigen!<\/a><\/p><p>Stand: 05.08.2015 20:09 Uhr<\/p><p>Im Internet wird die Hetze gegen Fl&uuml;chtlinge immer aggressiver. Doch Strafverfolgung alleine reicht nicht. Die Hassschreiber m&uuml;ssen kapieren, dass die Gesellschaft diese &uuml;blen Beschimpfungen nicht akzeptiert. Jeder m&uuml;sse jetzt Haltung zeigen, meint <em>Anja Reschke<\/em>.<\/p><p>Von Anja Reschke, NDR<\/p><p><strong>Anlage 3:<\/strong><\/p><p><strong><a href=\"http:\/\/www.journalisten-des-jahres.de\/?preise=politik\">Die Preistr&auml;ger in den anderen Kategorien<\/a>: <\/strong><\/p><ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.journalisten-des-jahres.de\/?preise=team\">Team<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.journalisten-des-jahres.de\/?preise=entrepreneur\">Entrepreneur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.journalisten-des-jahres.de\/?preise=kultur\">Kultur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.journalisten-des-jahres.de\/?preise=chefredaktion-regional\">Chefredaktion regional<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.journalisten-des-jahres.de\/?preise=sport\">Sport<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.journalisten-des-jahres.de\/?preise=chefredaktion\">Chefredaktion<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.journalisten-des-jahres.de\/?preise=politik\">Politik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.journalisten-des-jahres.de\/?preise=wirtschaft\">Wirtschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.journalisten-des-jahres.de\/?preise=wissenschaft\">Wissenschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.journalisten-des-jahres.de\/?preise=unterhaltung\">Unterhaltung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.journalisten-des-jahres.de\/?preise=reporter\">Reporter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.journalisten-des-jahres.de\/?preise=reporter-regional-2015\">Reporter regional<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.journalisten-des-jahres.de\/?preise=jdj\">JDJ<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.journalisten-des-jahres.de\/?preise=lebenswerk\">Lebenswerk<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.mediummagazin.de\/impressum\/\">Impressum<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.mediummagazin.de\/beta\/\">&Uuml;ber die Beta<\/a><\/li>\n<\/ul><p><strong>Ein Auszug aus der obigen Liste:<\/strong><\/p><ul>\n<li>Bernd Ulrich<br>\n&ldquo;Die Zeit&rdquo;<br>\nKategorie: Politik, Platz: 1<br>\n&ldquo;Bernd Ulrich kann Analyse, Einordnung, Leitartikel &ndash; zu erstaunlich vielen Themen. ,Die Naivit&auml;t des B&ouml;sen&lsquo; aus dem Oktober 2015 ist eine der pointiertesten Analysen zur Fl&uuml;chtlingsthematik, die im Strom der Tausenden von Nachrichten auch Wochen und Monate nach Erscheinen noch von ungebrochener Relevanz ist. Auch seine Leitartikel zu Syrien, TTIP, Pegida und L&uuml;genpresse stachen heraus und boten herausragende Orientierung bei der Meinungsbildung.&ldquo;<\/li>\n<li>Claus Kleber<br>\nZDF, heute journal<br>\nKategorie: Politik, Platz: 7<br>\n&ldquo;Er twittere zwischen Genialit&auml;t und Wahnsinn und sei der authentischte deutsche Nachrichtenmoderator, schrieb die taz ungewohnt vers&ouml;hnlich &uuml;ber Kleber. Auch 2015 konnte man Kleber nicht b&ouml;se sein, nein, man musste seine auch selbstironische Art einfach m&ouml;gen. Kleber pr&auml;sentiert ansprechend Hintergr&uuml;nde und muss dabei sogar manchmal vor der Kamera eine Tr&auml;ne vergie&szlig;en.&rdquo;<\/li>\n<li>Stefan Kornelius<br>\n&ldquo;S&uuml;ddeutsche Zeitung&rdquo;<br>\nKategorie: Politik, Platz: 9<br>\n&ldquo;Griechenland, T&uuml;rkei, Russland, Syrien: Au&szlig;enpolitik ist 2015 wieder wichtig geworden. Umso besser, dass die SZ an der Spitze ihrer au&szlig;enpolitischen Redaktion einen klar denkenden und argumentierenden Kopf hat, der Orientierung geben kann dank profunder Analyse der weltpolitischen Zusammenh&auml;nge. Und der sich nicht scheut, harte Wahrheiten klar auszusprechen &ndash; so am 13.9. mit seiner schonungslosen Kritik an der Regierung und dem europ&auml;ischen Kurs &lsquo;Wir schaffen es doch nicht&rsquo; &ndash; gegen den Mainstream der medialen Willkommenskultur.&rdquo;<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 15. Februar wurde die Chefin Innenpolitik des NDR und zugleich Moderatorin von Panorama und ZAPP zu ihrer Wahl zur &bdquo;Journalistin des Jahres&ldquo; gefeiert. Pr&auml;miert wurde ihr Kommentar vom 5. August 2015 mit dem Titel &bdquo;Aufstand der Anst&auml;ndigen&ldquo; (Anlage 2). Ihre Dankesrede wurde sehr gelobt, unter anderem vom sogenannten medienkritischen Portal &bdquo;&Uuml;ber Medien&ldquo;. Sogar die<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31553\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,123,41,183],"tags":[1544,985,273,1844,244],"class_list":["post-31553","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-audio-podcast","category-kampagnentarnworteneusprech","category-medienanalyse","category-medienkritik","tag-kampagnenjournalismus","tag-medienpreis","tag-privatvorsorge","tag-reschke-anja","tag-vierte-gewalt"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31553","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=31553"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31553\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31566,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31553\/revisions\/31566"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=31553"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=31553"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=31553"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}