{"id":3188,"date":"2008-04-28T09:12:03","date_gmt":"2008-04-28T07:12:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3188"},"modified":"2015-11-24T16:27:46","modified_gmt":"2015-11-24T15:27:46","slug":"eine-grosse-linke-sammlungspartei-fuer-einen-neuen-new-deal-schaffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3188","title":{"rendered":"Eine gro\u00dfe linke Sammlungspartei f\u00fcr einen neuen New Deal schaffen"},"content":{"rendered":"<p>Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen des in der Pariser Tageszeitung Le Monde vom 24.4.2008 erschienenen Debattenaufsatzes von Jean-Pierre Chev&egrave;nement; Originaltitel &bdquo;Un grand parti de gauche pour un New Deal&ldquo;.<\/p><p>Chev&egrave;nement sieht die tiefere Ursache der j&uuml;ngsten Finanzkrisen in der von den USA  durchgesetzten, neoliberalen Globalisierung seit dem Ende der New Deal-&Auml;ra (diese &Auml;ra setzt C. zwischen 1945-1979 an, meint also national den unbedingten Vorrang der Vollbesch&auml;ftigungspolitik im Wohlfahrtsstaat und international das Bretton-Wood-Abkommen).<br>\n<!--more--><br>\nDie fortschreitende Liberalisierung der Waren- und Kapitalm&auml;rkte mit dem Dollar als Leitw&auml;hrung habe &ouml;konomisch zur unumschr&auml;nkten Dominanz des Finanzkapitals und politisch zur  Hegemoniestellung der USA gef&uuml;hrt, die sich &uuml;ber ihre multi-nationalen Konzerne die Kontrolle &uuml;ber die wichtigsten Welt-Rohstoff-Ressourcenvorkommen verschafft h&auml;tten. Spekulations-Exzesse des liberalisierten globalen Kapitalverkehrs und massenhafte &Uuml;berschuldung der amerikanischen Privathaushalte seien die Ausl&ouml;ser der aktuellen Finanzkrise gewesen.<\/p><p>Unter Hinweis auf die historische Analyse des Yale-Professors Paul Kennedy (&bdquo;Aufstieg und Fall der gro&szlig;en M&auml;chte&ldquo;, Frankfurt\/M 1989) meint Chev&egrave;nement, die USA k&ouml;nnten durch die territoriale &Uuml;berdehnung ihres Herrschaftsraums die Rolle einer dominierenden Weltmacht nicht mehr wirklich wahrnehmen und k&ouml;nnten auch auf l&auml;ngere Sicht die Herausbildung der sich abzeichnenden multipolaren Welt (mit den Zentren Europa, Russland, China, Indien, Brasilien) nicht verhindern.<br>\nEuropa stehe heute vor der Frage, ob es neokonservativer amerikanischer Hegemonial-Politik folgen und als Westblock zusammen mit den USA in internationale Konflikte hineingezogen werden wolle oder ob es auf die globale Durchsetzung internationalen Rechts (unter dem Dach der UNO) setze, das allein Garant f&uuml;r dauerhaften Frieden in einer multipolaren und multikulturellen Welt sein k&ouml;nne.<\/p><p>Sowohl der Internationale W&auml;hrungsfonds IMF als auch die Welthandelsorganisation WTO h&auml;tten sich in ihrer gegenw&auml;rtigen Verfasstheit als zur Eind&auml;mmung der internationalen Finanzkrise unf&auml;hig erwiesen und niemand k&ouml;nne heute ernsthaft behaupten, noch mehr internationaler Freihandel k&ouml;nne neues Wirtschaftswachstum anschieben. Zum staatlichen Management der aktuellen Finanz-Krise seien selbst in ultra-liberalen Industriel&auml;ndern staatliche Interventionen und Verstaatlichungen wieder selbstverst&auml;ndliches Mittel der Politik geworden, wenn auch mit den Verstaatlichungen oft nur Verluste sozialisiert worden seien. Die gro&szlig;e aktuelle Finanzkrise m&uuml;sse jetzt von der Linken dazu genutzt werden, alle g&auml;ngigen liberalen Glaubenss&auml;tze &ndash; vom ungebremsten Freihandel &uuml;ber die systematische Zur&uuml;ckdr&auml;ngung des Staates bis zur Opferung selbst hoch entwickelter moderner Industrien dem Dogma des &bdquo;freien Wettbewerbs&ldquo; &ndash; kritisch auf den Pr&uuml;fstand zu stellen und alternative Politik-Szenarien (f&uuml;r Frankreich, Europa und die Welt) zu entwerfen. Hierzu seien u.a. die EU-Vertr&auml;ge aufgrund der bisherigen Erfahrungen zu reformieren. <\/p><p>Speziell im Hinblick auf Frankreich ist Chev&egrave;nement der Meinung, die Niederlagen der franz&ouml;sischen Linken bei den Pr&auml;sidentschaftswahlen der Jahre 1995, 2002 und 2007 seien keine Zufallsereignisse gewesen, sondern logische Konsequenz verloren gegangener Bodenhaftung linker Politik in Bezug auf die reale Lebens- und Arbeitswelt der &bdquo;kleinen Leute&ldquo; (&bdquo;couches populaires&ldquo;). Nur der &bdquo;Elektroschock&ldquo; der Neugr&uuml;ndung einer gro&szlig;en Sammlungspartei k&ouml;nne die Linke in Frankreich wieder mehrheitsf&auml;hig machen. Die Programmatik dieser Partei m&uuml;sse &ndash; an die Tradition eines Jean Jaur&egrave;s ankn&uuml;pfend &ndash; innergesellschaftliche und internationale Solidarit&auml;t miteinander verbinden und die Partei m&uuml;sse im Sinne einer fruchtbaren Diskussion neben &bdquo;realpolitischen&ldquo; auch &bdquo;radikal-utopische&ldquo; Str&ouml;mungen zu Wort kommen lassen. Am Ende m&uuml;sse ein sowohl den Herausforderungen unserer Zeit gerecht werdendes als auch  den Interessen der Bev&ouml;lkerung entsprechendes politisches Projekt stehen.<br>\nDie politische Linke sei angesichts der globalen Finanz-Krise dazu aufgerufen, dem neoliberal ausgerichteten Kapitalismus ihre Vision eines &bdquo;neuen&ldquo; New Deals monet&auml;rer, sozialer und Umwelt schonender Politik-Regularien entgegen zu setzen und zum Thema internationaler Konferenzen zu machen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen des in der Pariser Tageszeitung Le Monde vom 24.4.2008 erschienenen Debattenaufsatzes von Jean-Pierre Chev&egrave;nement; Originaltitel &bdquo;Un grand parti de gauche pour un New Deal&ldquo;.<\/p>\n<p>Chev&egrave;nement sieht die tiefere Ursache der j&uuml;ngsten Finanzkrisen in der von den USA durchgesetzten, neoliberalen Globalisierung seit dem Ende der New Deal-&Auml;ra (diese &Auml;ra setzt C. zwischen 1945-1979<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3188\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[35,50,20],"tags":[1043,895,589,233,601],"class_list":["post-3188","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aufbau-gegenoeffentlichkeit","category-finanzkrise","category-landerberichte","tag-frankreich","tag-freihandel","tag-iwf","tag-marktliberalismus","tag-wto"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3188","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3188"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3188\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28978,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3188\/revisions\/28978"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3188"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3188"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3188"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}