{"id":3189,"date":"2008-04-28T15:16:54","date_gmt":"2008-04-28T13:16:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3189"},"modified":"2015-11-24T16:24:02","modified_gmt":"2015-11-24T15:24:02","slug":"ruerup-rentner-bitte-beachten-die-normale-spar-anlage-koennte-guenstiger-sein-trotz-steuerverguenstigung-der-ruerup-rente","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3189","title":{"rendered":"R\u00fcrup-Rentner bitte beachten: Die normale Spar-Anlage k\u00f6nnte g\u00fcnstiger sein. Trotz Steuerverg\u00fcnstigung der R\u00fcrup-Rente."},"content":{"rendered":"<p>Wir haben Finanztest wegen eines Beitrags zur R&uuml;rup-Rente <a href=\"?p=3183\">kritisiert<\/a>. Daraufhin meldete sich ein Versicherungsfachmann, dessen Expertise wir einstellten. Das wiederum war Ansto&szlig; f&uuml;r einen anderen Experten. Er hat die R&uuml;rup-Rente mit einer normalen SparAnlage verglichen. Das Ergebnis: Diese Altersvorsorge (=Spar-Anlage) hat unter den gegebenen Umst&auml;nden Vorteile. Das Urteil von Finanztest wird noch unverst&auml;ndlicher. Pr&uuml;fen Sie selbst. Es folgt der Beitrag unseres Lesers mit Excel-Dateien, die es Ihnen m&ouml;glich machen, Ihre eigenen pers&ouml;nlichen Daten einzugeben. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Hier der Text des NachDenkSeiten-Lesers samt Berechnungen:<\/strong><\/p><p><strong>Altersvorsorge mit Steuerkick[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/strong><\/p><p>Ich stie&szlig; auf den Artikel in der FINANZtest 5\/2008 S. 21, habe ihn gelesen und festgestellt, es gibt sechs &bdquo;sehr gute&ldquo; Angebote zur R&uuml;rup-Rente. Die in den Beispielen und Tabellen genannten Betr&auml;ge machten mich dann etwas stutzig. Betr&auml;ge von 6.000 &euro; Einzahlung mit Laufzeiten von 25 Jahren Ansparzeit sollten bei &bdquo;sehr guten&ldquo; Anbietern nur 741 &euro; Monatsgarantierente erbringen (Tabelle Frauen S. 26). Meine geringen finanzmathematischen Kenntnisse sagten mir, das ist eigentlich keine gute Rendite auf die Anlage. Der Hinweis von Albrecht M&uuml;ller auf den Nachdenkseiten vom 17.04. und 25.4.2008 setzte meinen Wissensdrang in Bewegung. Excel gestartet und mal nachgerechnet. Hier zeigen sich teilweise Betr&auml;ge, die noch augenf&auml;lliger sind als die im Artikel der Nachdenkseiten dargestellten Werte.<\/p><p><strong>Beispiel R&uuml;rup-Rente<\/strong><a href=\"upload\/xls\/080428_Ruerup-Rente%20p-s-.xls\">[XLS &ndash; 36 KB]<\/a><\/p><p>Die Modellkundin, eine 40-j&auml;hrige ledige Rechtsanw&auml;ltin, schlie&szlig;t 2009 einen Vertrag mit einem Beitrag von 6.000,- j&auml;hrlich ab &uuml;ber eine Laufzeit von 25 Jahren. Ihre Lebenserwartung wird auf 90 Jahre angesetzt. Unterstellt wird ein derzeitiger Steuersatz von 35% in der Ansparphase und ein Steuersatz von 20% w&auml;hrend der Rentenphase.<\/p><table border=\"1\">\n<tr>\n<td width=\"405px\">Gesamtbetrag der Anlagebetr&auml;ge<\/td>\n<td width=\"100px\">150.000,00 &euro;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Eigenanteil<\/td>\n<td>103.212,00 &euro;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Steuervorteil (35% EkSt-Satz)<\/td>\n<td>46.788,00 &euro;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Ergebnis Bruttogarantierente gesamte Laufzeit[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/td>\n<td>222.300,00 &euro;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Ergebnis Nettogarantierente gesamte Laufzeit<\/td>\n<td>180.507,60 &euro;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>]FINANZtest  5\/2008 S. 21 &Uuml;berschrift des Artikels zur R&uuml;rup-Rente<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>]FINANZtest 5\/2008 S. 26 Betragsgrundlage: bester Anbieter f&uuml;r Bewertung &bdquo;garantierte monatliche Rente&ldquo; klassische R&uuml;rup-Rentenversicherung f&uuml;r Frauen ( Betrag monatlich 741,00 &euro;)<\/p>\n<\/div><table border=\"1\">\n<tr>\n<td width=\"405px\">Steueranteil auf Rentenertrag (20% EkSt-Satz)<\/td>\n<td width=\"100px\">41.792,40 &euro;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Ertrag der Nettogarantierente minus Eigenanteil<\/td>\n<td>77.295,60 &euro;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Steuervorteil minus Steueranteil auf Rentenertrag<\/td>\n<td>4.995,60 &euro;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Bruttogarantierente monatlich 25 Jahre Laufzeit<\/td>\n<td>741,00 &euro;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Nettogarantierente monatlich 25 Jahre Laufzeit<\/td>\n<td>601,69 &euro;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table><p>Die kleine Tabelle bedeutet in Worten ausgedr&uuml;ckt: F&uuml;r eine Gesamtinvestition von 150.000 &euro; (Eigenanteil + Steuervorteil) erh&auml;lt die Anlegerin eine Nettoaussch&uuml;ttung von 180.507,60 &euro; &uuml;ber 25 Jahre verteilt. Der Staat als Beteiligter hat &uuml;ber die Gesamtlaufzeit einen steuerlichen Verlust von 4.995,40 &euro;.<\/p><p>Alle Aussagen beziehen sich auf Garantierenten der Anbieter, m&ouml;gliche Bonuszahlungen k&ouml;nnen nicht ber&uuml;cksichtigt werden, da die Anbieter diese Zusatzertr&auml;ge nicht beziffern wollen und von Marktlagen bzw. zuk&uuml;nftigen Entwicklungen abh&auml;ngig machen. Dieses ist also reine Spekulation.<\/p><p>Die Ertr&auml;ge sind nicht besonders erfreulich, aber was soll man machen, getan werden muss ja was, h&ouml;rt man zumindest von morgens bis abends. Alle Medien bringen es mit Macht an den Mann und die Frau. Altersarmut soll ja praktisch unabwendbar sein, es sei denn, man tut etwas, siehe Beispiel oben.<\/p><p><strong>Ich will Sie nicht im Regen stehen lassen. Es geht auch anders, sogar besser.<\/strong><\/p><p>Sie k&ouml;nnen immer kurz bis mittelfristig Zugriff auf Ihr Geld haben, k&ouml;nnen umschichten, verbrauchen oder anders anlegen &ndash; so, wie Sie es f&uuml;r richtig halten. Dabei hilft Ihnen der Staat <strong>nicht<\/strong>, hier will er sogar Geld von Ihnen, in Form von Steuern. Dieses ist vollkommen legitim und f&auml;llt nicht &uuml;berm&auml;&szlig;ig ins Gewicht (es sein denn, Sie z&auml;hlen Gier zu einer Ihrer herausragenden Eigenschaften), denn auch Sie haben sehr brauchbare Ertr&auml;ge.<\/p><p>Nichts Kompliziertes mit Herauf- und Runterrechnen und Steuervorteilen oder allen m&ouml;glichen Finanzmarktrisiken, die einem die Rendite verhageln. Nur ein, ich gebe dir Geld, du zahlst mir Zinsen und am Ende bekomme ich alles mit Zinseszins zur&uuml;ck. Klingt ganz einfach &ndash; ist es auch.<\/p><p><strong>Alternative &Uuml;berlegungen<br>\nBeispiel Sparmodell<\/strong> <a href=\"upload\/xls\/080428_Sparanlage%20p-s.xls\">[XLS &ndash; 40 KB]<\/a><br>\nDie Beispielperson aus dem R&uuml;rup-Modell (siehe FINANZtest) legt Ihr Geld konservativ an. In einer Tabelle habe ich berechnet, welche Ertr&auml;ge erzielt werden k&ouml;nnten bei einer Festgeldanlage mit folgenden Parametern.<\/p><ul>\n<li><strong>6000,- &euro; Anlagebetrag<\/strong> einmal j&auml;hrlich<\/li>\n<li><strong>4% Zins<\/strong> (j&auml;hrliche K&uuml;ndbarkeit &ndash; in Spar- und Verzehrphase)<\/li>\n<li><strong>25 Jahre<\/strong> Laufzeit <\/li>\n<li><strong>30,5<\/strong> % <strong>Abgeltungssteuer<\/strong> und <strong>Solidarit&auml;tszuschlag<\/strong> (ab 01.01.2009) (f&uuml;r Ertr&auml;ge &uuml;ber dem Sparer-Pauschbetrag ab 01.01.2009) werden mitkalkuliert.<\/li>\n<li><strong>Rentenbezugdauer<\/strong> ebenfalls 25 Jahre bis zum 90. Lebensjahr<\/li>\n<\/ul><p>Aus meinen Berechnungen ergeben sich die folgenden Werte.<\/p><table border=\"1\">\n<tr>\n<td>Gesamtbetrag der Anlagebetr&auml;ge<\/td>\n<td>150.000,- &euro;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Eigenanteil<\/td>\n<td>150.000,- &euro;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Kapital nach 25 Jahren Sparphase<\/td>\n<td>226.570,- &euro;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Steuervorteil (35% EkSt-Satz)(gezahlte Abgeltungssteuer)<\/td>\n<td>-25.220,- &euro;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Ergebnis Bruttogarantierente gesamte Laufzeit [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]<\/td>\n<td>314.375,- &euro;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Ergebnis Nettogarantierente gesamte Laufzeit<\/td>\n<td>314.375,- &euro;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Steueranteil auf Rentenertrag (20% EkSt-Satz)(gezahlte Abgeltungssteuer)<\/td>\n<td width=\"100px\">-30.303,43 &euro;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Ertrag der Nettogarantierente minus Eigenanteil<\/td>\n<td>164.375,- &euro;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Steuerzahlungen &uuml;ber die gesamte Laufzeit<\/td>\n<td>-55.523,- &euro;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table><p><\/p><table border=\"1\">\n<tr>\n<td width=\"405px\">Bruttogarantierente monatlich 25 Jahre Laufzeit<\/td>\n<td width=\"100px\">1.048,00 &euro;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Nettogarantierente monatlich 25 Jahre Laufzeit<\/td>\n<td>1.048,00 &euro;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table><p>Die Tabelle in Worten ausgedr&uuml;ckt bedeutet: f&uuml;r eine Gesamtinvestition von 150.000 &euro; (Eigenanteil ohne Steuervorteil) erh&auml;lt die Anlegerin eine Nettoaussch&uuml;ttung von 314.375,00 &euro; &uuml;ber 25 Jahre verteilt. Der Staat als Beteiligter hat &uuml;ber die Gesamtlaufzeit der Anlage (Sparphase + Verzehrphase) einen steuerlichen Gewinn von 55.523,00 &euro;.<\/p><p>Wenn ich also mit einem Zinssatz von 4% und Sparanlage einen Gesamtertrag (Anlegerin + Staat) von 369.898,64 &euro; erwirtschaften kann, wieso gibt es dann im R&uuml;rup-Beispiel nur 222.300,00 &euro; f&uuml;r beide Beteiligten (Anlegerin + Staat)? Ist zwar nur eine &bdquo;kleine&ldquo; Differenz in beiden F&auml;llen von 147.598,64 &euro;, aber man darf ja mal fragen. Wo verbleibt beim R&uuml;rup-Modell diese kleine Differenz? Die bekommt das Anlage-Institut f&uuml;r seine M&uuml;he. Da dieses Institut aber erheblich h&ouml;here Renditen anstrebt 5, 6 oder gar 8%, steigt die Differenz zwischen dem erwirtschafteten Ertrag des Instituts und dem an den Kunden ausgesch&uuml;tteten Betrag noch st&auml;rker als oben dargestellt.<\/p><p>Nun stelle man sich vor, eine mutige Anlegerin scheut nicht das Risiko und bekommt eine Rendite\/Zinssatz von 5, 6 oder gar 7 Prozent auf Ihre selbstverwaltete Anlage. Dann wird aus der Kleinen schon eine etwas gr&ouml;&szlig;ere Differenz zwischen der eigenen Anlage und einer R&uuml;rup-Rente. Bei 5% Verzinsung und 25 Jahren Anlagezeit h&auml;tte die Anlegerin schon 250.030,34 &euro; Kapital zur Verf&uuml;gung und 35.411,75 &euro; Steuern (Abgeltungsteuer und Solidarit&auml;tszuschlag) gezahlt. Dieser Betrag ist schon h&ouml;her, als der gesamte Garan-tierentenbetrag aus der R&uuml;rup-Rente, wof&uuml;r Sie 50 Jahre (25 Jahre Ansparung + 25 Jahre Rentenzahlung) braucht.<\/p><p><strong>Betrachten wir noch kurz den Fall, dass die Modellfrau unseres Beispiels schon mit 80 Jahren statt mit 90 Jahren verstirbt. <\/strong><\/p><p>Beim R&uuml;rup-Modell liegt damit der Gesamtertrag (Anlegerin + Staat) mit 8.892,00 &euro; x 15 Jahre bei 133.380,00 &euro;. Der Restbetrag von 88.920,00 &euro;, f&auml;llt an den Versicherer. Es wurden aber immerhin 150.000,00 &euro; angespart (Anlegerin + Steuervorteil). In diesem Fall ist nach 15 Jahren nicht einmal das eingezahlte Kapital zur&uuml;ckgeflossen.<\/p><p>Nun, der Finanzmarkt hat so seine T&uuml;cken, merken ja sogar die Global Player in diesem Bereich.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>]Diese ergibt sich aus einem Excel-Blatt<\/p>\n<\/div><p>Wenn keine gesonderten Regelungen getroffen wurden, diese verursachen nat&uuml;rlich Extrakosten bzw. die Ertr&auml;ge sinken entsprechend, erl&ouml;schen die Anspr&uuml;che aus dem Vertrag im Normalfall und das Anlageinstitut freut sich doppelt.<br>\nEin Vertrag mit einer Ansparzeit von 25 Jahren birgt dar&uuml;ber hinaus weitere T&uuml;cken. Denn es k&ouml;nnen Lebensumst&auml;nde eintreten, die ein Weitersparen des Vertrages verhindern bzw. es kommt zu Zahlungsunterbrechungen.<\/p><blockquote><p>In puncto Flexibilit&auml;t haben wir unter anderem geschaut, wie viel es den R&uuml;rup-Sparer kostet, wenn er seine Beitr&auml;ge nicht mehr zahlen kann oder will und den Vertrag beitragsfrei stellt. Das Ergebnis ist oft katastrophal. So legen die Versicherer fest, dass der Kunde wenigstens so viel Betr&auml;ge bis zum Zeitpunkt der Beitragsfreistellung gezahlt haben muss, dass eine Mindestrente erreicht wird. Setzt er mit seinem Beitrag vorher aus, sieht er von seinem Geld nichts wieder.<\/p>\n<p>Die LVM (Landwirtschaftlicher Versicherungsverein M&uuml;nster a.G. d. Autor) bei-spielsweise verlangt, dass der Kunde einen Rentenanspruch von 50 Euro im Monat erwerben muss. Schafft er dies nicht bis zu dem Tag, an dem er seinen Vertrag beitragsfrei stellt, sind seine gesamten Beitr&auml;ge verloren. Ein Kunde, der 25 Jahre lang j&auml;hrlich 1200 Euro Beitrag zahlt, braucht bei der LVM acht Jahre, um auf diese j&auml;hrliche Mindestrente zu kommen. Stellt er den Vertrag vorher beitragsfrei, ist das Geld weg.&ldquo; (FINANZtest 5\/2008 S. 24)<\/p><\/blockquote><p>Im geschilderten Fall aus dem Zitat verliert der Kunde sein Kapital von 9600 &euro; plus die bisher erwirtschafteten Zinsen.<\/p><p>Wenn FINANZtest das auch so sieht, dann muss man sich dort fragen lassen, warum man so engagiert f&uuml;r die R&uuml;rup-Rente wirbt? Die &Uuml;berschrift &bdquo;Altersvorsorge mit Steuerkick&ldquo; stimmt viel zu positiv ein.<\/p><p>Dass Vertr&auml;ge nicht durchgespart werden ist keine Ausnahme, sondern f&uuml;r die Versiche-rungswirtschaft der Normalfall..<\/p><blockquote><p><strong>Die meisten Sparer halten nicht durch<\/strong><\/p>\n<p>Trotz dieser gro&szlig;en Nachteile bei der K&uuml;ndigung halten die meisten Sparer nicht durch. Im Durchschnitt schafft das nicht einmal jeder zweite. Bei langlau-fenden Vertr&auml;gen, die erst nach mehr als 30 Jahren enden, ist die Quote noch schlechter. Im Durchschnitt h&auml;lt nach Daten der Deutschen Aktuarsvereinigung nur jeder vierte Versicherte die Langl&auml;ufer bis zum Ende   <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub645F7F43865344D198A672E313F3D2C3\/Doc~E3F40F1F345514299A21302007BB97887~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ.NET<\/a>26.09.2006<\/p><\/blockquote><p>Dieses Zitat gilt f&uuml;r deutsche Lebensversicherungen, zeigt aber ann&auml;herungsweise, wie haltbar die R&uuml;rup-Rentenvertr&auml;ge sein werden.<\/p><p><strong>Aus vielen kleinen Vertr&auml;gen werden gro&szlig;e Kapitalvolumen, Anlegergeld und Steuersub-ventionen und diese werden wandern &ndash; wohin, das k&ouml;nnen Sie nun beantworten. Es bleibt die Frage, was treibt die Politiker in Berlin, einen derartigen Wahnsinn auf den Weg zu bringen und steuerlich zu f&ouml;rdern. Die Sorge um das Wohl der B&uuml;rger kann es nicht sein, auch wenn es oberfl&auml;chlich betrachtet so aussieht.<\/strong><\/p><p>Aber denken wir den anderen Fall, den mit unserer Alternative, der Sparanlage mit glei-chen Vorgaben (80 Jahre Lebenserwartung) zu Ende. Die Anlegerin bekommt (12.575,00 &euro; x 15 Jahre) 188.625,00 &euro;, der Staat bekommt an Abgeltungssteuer 51.469,00 &euro; und es werden noch 109.775,00 &euro; vererbt. Ergibt zusammen einen Betrag von 349.869,00 &euro; (f&uuml;r Anlegerin, Staat und Erben). Eine wie ich denke brauchbare Alternative.<\/p><p><strong>Nachtrag: Preissteigerungen werden nicht ber&uuml;cksichtigt.<\/strong><br>\nBei allen Finanzangeboten der Banken und Versicherungen (Kapital-Lebens- und Rentenversicherung, Riester- oder R&uuml;rup-Rente) f&uuml;r langfristige laufende Vertr&auml;ge zeigt sich, dass angebotene oder genannte Garantierenten oder die Ablaufleistung nie unter dem Aspekt des Einflusses der Inflation betrachtet werden. Dieses halte ich f&uuml;r ein gravierendes &Auml;rgernis und eine Verschleierung der Schw&auml;chen vieler Anlageprodukte. <\/p><p><strong>Erl&auml;uterung:<\/strong><br>\nDie Rente f&uuml;r die vierzigj&auml;hrige Ledige aus dem Beispiel mit den zugrunde gelegten 741,-&euro; hat bei einer unterstellten Inflation von 2% nach 25 Jahren eine Kaufkraft von noch 447,-&euro; zum heutigen Wert (2008).<\/p><p>Somit sind 500,-&euro; aktuelle Kaufkraft (Anleger + Steuervorteil) (2008) in eine Kaufkraft von 447,-&euro; in 25 Jahren (2033) getauscht worden.<\/p><p>Weiteres Problem ist der fehlende Inflationsausgleich w&auml;hrend der Rentenlaufzeit. Nach 25 Jahren Rentenbezug (bis 2058) liegt die Kaufkraft der heutigen 741,-&euro; bei gerade 270,-&euro;  monatlich. Diese Tatsache wird im Allgemeinen unterschlagen und verleitet die Anleger dazu, mit Erwartungen zu arbeiten, die so nicht erf&uuml;llt werden.<\/p><p>Will der Anleger in diesem Beispiel im Jahre 2033 einen Kaufkraftwert von heute (2008) von 741,- &euro; realisieren, so braucht er 2033 einen Betrag von 1215,- &euro; monatlich, um die Inflationsverluste zu kompensieren. Diesen Betrag erzielt er aber in dem gew&auml;hlten R&uuml;rup-Anlagemodell nur, wenn er heute j&auml;hrlich ca 9.800,- &euro; oder monatlich 820,- &euro; einzahlt. In diesem Fall tauscht er 820,- &euro; Kaufkraft (2008) in 741,- &euro; Kaufkraft (2033) nach Werten von 2008. Das Argument, niemand k&ouml;nne wissen, wie sich die Inflation in Zeitr&auml;umen von 25 oder 30 Jahren entwickelt, tr&auml;gt nicht, ich habe ja nur 2% unterstellt, meines Wissen ist das die Zielmarke der EZB. Au&szlig;erdem wissen wir ja auch ganz genau(!), wie sich das Reproduktionsverhalten der Bev&ouml;lkerung in der Bundesrepublik bis zum Jahre 2050 entwickeln wird. Genau darum brauchen wir ja die &bdquo;sehr guten&ldquo; privaten Rentenvorsorgeprodukte. Vielleicht habe ich da auch nur einiges falsch verstanden. Ein bisschen Ironie muss erlaubt sein.<\/p><p>W&uuml;rden solche Berechnungen f&uuml;r die angebotenen Vertr&auml;ge dargestellt, w&auml;ren die T&uuml;cken sofort auch f&uuml;r Laien sichtbar. Ich erziele nicht einmal einen Inflationsausgleich mit meiner Anlage. <\/p><p><strong>Warum derartige Produkte &bdquo;sehr gut&ldquo; sein sollen, ist mir schleierhaft.<\/strong><br>\nUnd welcher &bdquo;Steuerkick&ldquo; ist eigentlich gemeint, wenn FINANZtest davon scheibt? Im Beispiel der R&uuml;rup-Renten finde ich keinen, in dem von mir untersuchten Fall (=Sparmodell) sehe ich ihn schon. Ich gewinne, und die Allgemeinheit gewinnt, weil ich Steuern zahle. Steuersparen und Steuersenken ist ja eine Art Volkssport (mit Ausw&auml;rtsspielen in Liechtenstein), und sobald diese Begriffe ins Spiel kommen, sind viele Menschen ganz begeistert und das NachDenken und Nachrechnen setzt aus. Dass diese Begeisterung aber zur Falle werden kann, ist oben deutlich aufgezeigt worden.<\/p><p><em><strong>Nachtrag AM:<\/strong><br>\nWenn Sie eine R&uuml;rup-Rente abgeschlossen haben, dann reden Sie mal mit Ihrem Finanzdienstleister, mit Ihrer Versicherung oder mit Ihrer Bank. Und fragen Sie, ob und was unser Gew&auml;hrsmann falsch gerechnet hat. Und warum man Sie gegebenenfalls so falsch beraten hat. Und fragen Sie, falls Sie es noch nicht getan haben, wie viel Euro und wie viel Prozent Ihrer Einzahlung als Anlagekosten, Provisionen etc. an diese Finanzdienstleister, Versicherungen und Banken abgezweigt wird.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir haben Finanztest wegen eines Beitrags zur R&uuml;rup-Rente <a href=\"?p=3183\">kritisiert<\/a>. Daraufhin meldete sich ein Versicherungsfachmann, dessen Expertise wir einstellten. Das wiederum war Ansto&szlig; f&uuml;r einen anderen Experten. Er hat die R&uuml;rup-Rente mit einer normalen SparAnlage verglichen. Das Ergebnis: Diese Altersvorsorge (=Spar-Anlage) hat unter den gegebenen Umst&auml;nden Vorteile. Das Urteil von Finanztest wird noch unverst&auml;ndlicher. Pr&uuml;fen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3189\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[40],"tags":[273,391,221],"class_list":["post-3189","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-riester-ruerup-taeuschung-privatrente","tag-privatvorsorge","tag-stiftung-warentest","tag-versicherungswirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3189","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3189"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3189\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28976,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3189\/revisions\/28976"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3189"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3189"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3189"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}