{"id":31933,"date":"2016-03-07T11:51:17","date_gmt":"2016-03-07T10:51:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31933"},"modified":"2024-08-22T15:55:48","modified_gmt":"2024-08-22T13:55:48","slug":"die-menschenrechtsideologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31933","title":{"rendered":"Die Menschenrechtsideologie"},"content":{"rendered":"<div style=\"float:right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160307_roth.jpg\" alt=\"Rainer Roth\" title=\"Rainer Roth\"><\/div><p>Wir, die wir uns als &ldquo;der Westen&rdquo; verstehen, halten uns gern f&uuml;r die <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27768\">Zivilisiertheit<\/a> schlechthin und werfen anderen V&ouml;lkern und Kulturen gerne vor, r&uuml;ckst&auml;ndig oder barbarisch zu sein. Deswegen f&uuml;hren wir Kieg: f&uuml;r Freiheit, Gleichheit, Br&uuml;derlichkeit &ndash; und die Verwirklichung der Menschenrechte all&uuml;berall. Doch was meint das eigentlich: Menschenrechte? Woher kommen und wie entstanden Sie? Dazu sprach <strong>Jens Wernicke<\/strong> mit <strong>Rainer Roth<\/strong>, der aufdeckt, dass selbst die Sklaverei im Namen der Menschenrechte von Liberalismus und Aufkl&auml;rung verteidigt wurde und deren Realisierung noch nie bedeutete, wirklich alle Menschen w&uuml;rden frei und gleich und br&uuml;derlich.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Herr Roth, wir verdanken Ihnen neben dem Buch &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.klartext-info.de\/buecher\/Nebensache_Mensch_2005.pdf\">Nebensache Mensch<\/a>&ldquo;, in dem Sie die Ursachen der Arbeitslosigkeit und die g&auml;ngigen L&ouml;sungsvorschl&auml;ge analysieren, unter anderem zahlreiche Ausarbeitungen zu sozialen und &ouml;konomischen Fragen. Und bis 2008 auch den &bdquo;<a href=\"http:\/\/tacheles-sozialhilfe.de\/startseite\/aktuelles\/d\/n\/1419\/\">Leitfaden Arbeitslosengeld II\/Sozialhilfe von A-Z<\/a>&ldquo;. Soeben erschien nun Ihr neues Buch &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.klartext-info.de\/buecher\/Menschenrecht_Sklaverei_umschlag_inhalt_einleitung.pdf\">Sklaverei als Menschenrecht<\/a>&ldquo;. Wieso ein solches Buch? Die Sklaverei ist von den f&uuml;hrenden L&auml;ndern der b&uuml;rgerlichen Revolution doch abgeschafft worden.<\/strong><\/p><p>Richtig. Die liberalen und aufgekl&auml;rten Revolution&auml;re dieser L&auml;nder k&auml;mpften gegen die Feudalaristokratie jedoch nicht mit dem Ziel der Abschaffung der Sklaverei, sondern mit dem Ziel ihrer Ausweitung. Das wird heute weitgehend vertuscht. England wurde nach dem Sieg der b&uuml;rgerlichen Revolution im Jahre 1649 die bedeutendste Sklavenhalter- und -h&auml;ndlernation des 18. Jahrhunderts, die USA nach dem Sieg ihrer Revolution im Jahre 1783 die m&auml;chtigste Sklavenhalternation des 19. Jahrhunderts. England betrieb nach 1649 noch etwa 200 Jahre Sklavenhaltung, die USA nach 1783 noch mehr als achtzig Jahre. Und auch die franz&ouml;sischen Revolution&auml;re dachten 1789 nicht im Traum an die Abschaffung der Sklaverei. Sie weiteten sie bis 1791 sogar aus. Erst der Sklavenaufstand in Saint-Domingue, der damals reichsten Zuckerkolonie der Welt, stoppte ab August 1791 diese Entwicklung, nicht die &bdquo;Menschlichkeit&ldquo; der Bourgeoisie. <\/p><p>Auch Robespierre und die Jakobiner allgemein waren Bef&uuml;rworter der Sklaverei. Erst durch den Versuch Englands, von 1793 bis 1798 Saint-Domingue zu annektieren, sahen sie sich gezwungen, die Sklaverei abzuschaffen. Nur dadurch konnte Frankreich zusammen mit den Truppen der befreiten Sklaven England schlagen und Saint-Domingue als franz&ouml;sische Kolonie erhalten. Doch nach dem Sturz der Jakobiner im Juli 1794 kam die Franz&ouml;sische Revolution zu ihren Urspr&uuml;ngen zur&uuml;ck und f&uuml;hrte unter Napoleon die Schreckensherrschaft der Sklaverei wieder ein. In Saint-Domingue, dem sp&auml;teren Haiti, gelang das allerdings dank des bewaffneten Widerstands der ehemaligen Sklaven nicht. Diese fehlgeschlagene Wiedereinf&uuml;hrung der Sklaverei kostete 50.000 franz&ouml;sischen Soldaten und weit &uuml;ber 100.000 Schwarzen das Leben.<\/p><p><strong>Entschuldigen Sie bitte, aber Menschenrechte und Sklaverei &ndash; das schlie&szlig;t sich doch fundamental aus. Das eine geht mit dem anderen doch unm&ouml;glich &uuml;berein. &bdquo;Wir&ldquo;, der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27768\">zivilisierte Westen<\/a>, stehen doch f&uuml;r Humanismus, Aufkl&auml;rung, Freiheit, Gleichheit und Br&uuml;derlichkeit!<\/strong><\/p><p>Dass Sklaverei ein Versto&szlig; gegen die Menschenrechte war, unter deren Ideologie die b&uuml;rgerliche Revolution antrat, ist eine massive Verf&auml;lschung der Tatsachen. Die Menschenrechte beruhen von Beginn an auf <a href=\"http:\/\/www.exit-online.org\/textanz1.php?tabelle=autoren&amp;index=13&amp;posnr=120&amp;backtext1=text1.php\">wirtschaftlichen Verh&auml;ltnissen<\/a>, in denen die Versklavung von Menschen und Sklavenarbeit Gesch&auml;ftsinteressen waren und teilweise bis heute noch <a href=\"http:\/\/www.jetzt.de\/politik\/interview-mit-einer-professorin-fuer-supply-management\">sind<\/a>.<\/p><p>Diese Verh&auml;ltnisse waren Grundlage des Rechts, nicht umgekehrt das Recht Grundlage der Wirtschaft. Wir sollten uns von juristischen Illusionen verabschieden: Sklaverei war aufgrund des bedeutenden Umfangs der barbarischen Sklavenwirtschaft untrennbarer Bestandteil der Verwirklichung der b&uuml;rgerlichen Menschenrechte, ein Bet&auml;tigungsfeld unternehmerischer Freiheit. <\/p><p>Deshalb stimmten die zahlreich in der franz&ouml;sischen Nationalversammlung vertretenen Profiteure der Sklavenwirtschaft im Jahr 1789 auch <em>f&uuml;r<\/em> die Menschenrechtserkl&auml;rung, denn diese garantierte ihnen als &bdquo;geheiligtes&ldquo; Recht vor allem das Recht auf Eigentum. Damit waren auch das Recht auf Eigentum an Sklaven und die Freiheit der Sklavenhalterei geheiligt. Bestrebungen zur Befreiung der Sklaven galten als verfassungsfeindlich und als Verst&ouml;&szlig;e gegen die Menschenrechte. <\/p><p>Bis Anfang 1792 wurden die Grundlinien der franz&ouml;sischen Kolonialpolitik durch die Lameths, bedeutende Sklavenhalter in Saint-Domingue, und ihren Sprecher Antoine Barnave festgelegt, die bis Juli 1791 Jakobiner gewesen waren. Die Franz&ouml;sische Revolution stand bis Mitte 1793 unter der F&uuml;hrung der Handelsbourgeoisie, die vor der Revolution vor allem durch Sklavenhandel, Sklavenplantagen und Kolonialhandel unermesslich reich geworden war und den feudalen Grundherren deshalb den Rang abgelaufen hatte. <\/p><p>Sklaven galten <em>nicht<\/em> als Menschen, sondern als <em>Sachen<\/em>. Nicht zuletzt die Bereicherung durch die Sklaverei machte die Bourgeoisie &ouml;konomisch und politisch so stark, dass sie f&auml;hig wurde, die politische Macht schlie&szlig;lich auf revolution&auml;re Weise zu erobern. Ihre Ideologen, die Aufkl&auml;rer wie Rousseau, Montesquieu, Voltaire, Diderot usw. waren ohne Ausnahme Bef&uuml;rworter der Sklaverei und konnten sich, wie Condercet, deren Befreiung allenfalls nach einem jahrzehntelangen Prozess der Zivilisierung durch die Sklavenhalter vorstellen. Dass Menschen als Gleiche geboren seien, richtete sich nur gegen die Behauptung der nat&uuml;rlichen Ungleichheit, mit der die Feudalaristokratie ihre Privilegien rechtfertigte.<\/p><p><strong>Verstehe ich recht: Die Rede von &bdquo;den Menschenrechten&ldquo;, mit der heute noch jeder Krieg begr&uuml;ndet wird, weil man angeblich &bdquo;f&uuml;r diese k&auml;mpfen&ldquo; m&uuml;sse &ndash; diese Denkfigur beinhaltet von Beginn an, dass es Menschen und Unmenschen, Herrscher und Beherrschte, ja, Berechtigte und Entrechtete gab und gibt? Das habe ich nicht gewusst.<\/strong><\/p><p>Ja, darauf l&auml;uft es hinaus. Wie um alles in der Welt soll man etwa, um nur ein Beispiel zu nennen, im Namen des &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25535\">Krieges gegen den Terror<\/a>&ldquo;, f&uuml;r den man weit &uuml;ber eine Millionen Menschen t&ouml;tet, etwas &bdquo;f&uuml;r die Menschen&ldquo; tun? Um alle Menschen und deren wirkliche, reale, politische und soziale Freiheit ging es hier nie und geht es nach wie vor nicht. Es geht um die Freiheit, die ganze Welt privaten Profitinteressen zu unterwerfen.<\/p><p>Es ist daher h&ouml;chste Zeit, sich insbesondere von der historischen Selbstbeweihr&auml;ucherung und Verlogenheit der ehemaligen Sklavenhalternationen zu verabschieden, die sich als Verk&ouml;rperung der Humanit&auml;t darstellen, weil sie den Sklaven die Freiheit gebracht h&auml;tten. Die 1838 gew&auml;hrte Freiheit der ehemaligen Sklaven Englands war nicht zuletzt Folge von zahlreichen Sklavenaufst&auml;nden, vor allem in Jamaika. Sie war ferner Ergebnis der revolution&auml;ren Krise in England selbst, die aus dem Widerspruch zwischen dem politischen Monopol der Grundbesitzeraristokratie in England und dem Erstarken des Industriekapitalismus und der Arbeiterbewegung entsprang, die im Parlament nicht vertreten waren. <\/p><p>Erst als durch eine &Auml;nderung des Wahlrechts das parlamentarische Monopol der Grundbesitzer gebrochen war und Abgeordnete aus Manchester, Liverpool und anderen Industriezentren ins Parlament einziehen konnten, wurde die Sklaverei in den englischen Kolonien abgeschafft. Ihr Hauptprodukt Zucker war durch hohe Z&ouml;lle vor dem Weltmarkt gesch&uuml;tzt. Das hatte sich &uuml;berholt, weil das Industriekapital nach Freihandel strebte und billigere Sklavenprodukte auf dem Weltmarkt beziehen wollte. Das englische Industriekapital strebte ferner nach der Erschlie&szlig;ung des Weltmarkts und nach Kolonien in Afrika. Die Abschaffung der Sklaverei in den eigenen Kolonien war daher <em>notwendig<\/em>, um im Namen der Menschenrechte Kolonien in Afrika und anderswo zu erobern, und die Vorherrschaft auf dem Weltmarkt auszubauen. Der Kampf gegen Sklaverei und Sklavenhandel diente als Vorwand dazu. Der englische Industriekapitalismus war jedoch &uuml;berhaupt kein grunds&auml;tzlicher Feind der alten Sklaverei. Die englische Textilindustrie beruhte vielmehr auf dem US-Sklavenprodukt Baumwolle. Deswegen unterst&uuml;tzte die englische Bourgeoisie im amerikanischen B&uuml;rgerkrieg auch unverdrossen die Sklavenhalter der S&uuml;dstaaten. <\/p><p>Die Bourgeoisie trat und tritt nach wie vor im Namen des Menschen als solchem und im Namen des Volkes auf. Nicht mehr ein k&ouml;niglicher Despot, der sich nur Gott gegen&uuml;ber verantwortlich f&uuml;hlte, sondern der Mensch sollte und soll, so die Behauptung, im Mittelpunkt stehen. Nicht mehr allein die Person des K&ouml;nigs, sondern das Volk sollte souver&auml;n sein. Nicht mehr die Willk&uuml;r eines Tyrannen, sondern von einem Parlament beschlossene Gesetze sollten die Richtschnur der Politik sein. Der revolution&auml;re Sturz der feudalen Despotie im Namen des Menschen und des Volkes war sehr wohl ein gewaltiger Fortschritt in der Menschheitsgeschichte. Doch mit Mensch war und ist nach wie vor nur der egoistische b&uuml;rgerliche Mensch mit Besitz gemeint, nicht bedingungslos jeder Mensch. Denken Sie etwa an Brecht, der das wunderbar auf folgenden Punkt gebracht hat:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Es gibt viele Arten zu t&ouml;ten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen, einem das Brot entziehen, einen von einer Krankheit nicht heilen, einen in eine schlechte Wohnung stecken, einen durch Arbeit zu Tode schinden, einen zum Suizid treiben, einen in den Krieg f&uuml;hren usw. Nur weniges davon ist in unserem Staat verboten.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Gut, ich vermag zu folgen. Aber historisch ist das heute doch wirklich nicht mehr wie einst. Sicher ist nicht jeder Mensch gleich &bdquo;frei&ldquo; auf der Welt. Aber b&uuml;rgerliche Herrschaft, eine Herrschaft der Besitzenden? Wie leben doch in einer Demokratie. Was genau hat also das Damals f&uuml;r Sie mit dem Heute zu tun?<\/strong><\/p><p>Frankreich, die USA und Gro&szlig;britannien, aber auch andere b&uuml;rgerliche L&auml;nder sehen die geistige Grundlage ihrer Verfassungen weiterhin in den Menschenrechtserkl&auml;rungen Frankreichs und der USA. Sie wollen vergessen machen, dass diese Grundlage auch das barbarische Menschenrecht auf direkte Sklaverei einschloss. Warum eigentlich? Vielleicht deshalb, weil heute die Nutzung der modernen indirekten Sklaverei der Lohnarbeit ebenfalls als Menschenrecht des Privateigentums gilt? Mit der b&uuml;rgerlichen Revolution l&ouml;ste eine Minderheitenherrschaft die andere ab. Die Demokratie, die das B&uuml;rgertum erk&auml;mpfte, war im Kern nur Demokratie f&uuml;r eine Minderheit. <\/p><p>Die kapitalistische Sklavenwirtschaft verwandelte im &Uuml;brigen insbesondere die Karibik in ein Schlachthaus f&uuml;r Millionen Afrikaner. Das wird niemals der Vergessenheit anheimfallen. <\/p><p>Die Generalversammlung der Vereinten Nationen &auml;u&szlig;erte sich erst 2006 in einer Resolution &bdquo;zutiefst betroffen&ldquo; dar&uuml;ber, dass die &bdquo;internationale Gemeinschaft&ldquo; fast 200 Jahre gebraucht habe, um Sklaverei und Sklavenhandel, die zu den &bdquo;schlimmsten Menschenrechtsverletzungen in der Geschichte der Menschheit geh&ouml;ren&ldquo; als &bdquo;Verbrechen gegen die Menschlichkeit&ldquo; einzustufen. Die Vereinten Nationen wollen bis heute nicht wahrhaben, dass Sklaverei ein b&uuml;rgerliches Menschenrecht war und von Liberalismus und Aufkl&auml;rung gerechtfertigt wurde.<\/p><p>Sklaverei wird als Verbrechen eingestuft, wer aber waren die Verbrecher? Napoleon, Washington, Jefferson, die britischen Monarchen usw. waren es. Wieso gibt es dann aber allerorts Denkm&auml;ler f&uuml;r sie? Bordeaux und Nantes benennen bis heute Stra&szlig;en und Pl&auml;tze nach Sklavenh&auml;ndlern. Und die ehemaligen Sklavenhalterstaaten des S&uuml;dens der USA strotzen von Denkm&auml;lern und Erinnerungen an die heroischen K&auml;mpfer f&uuml;r die <em>Ausdehnung<\/em> der Sklaverei. <\/p><p>Und warum wird in Gro&szlig;britannien und Frankreich bis heute daran festgehalten, dass ihre Sklavenhalter mit riesigen Summen f&uuml;r den Verlust ihres Sklaveneigentums entsch&auml;digt wurden, den Sklaven derlei aber nicht zusteht? Ganz einfach, weil die Entsch&auml;digung f&uuml;r Sklavenhalter der franz&ouml;sischen Menschenrechtserkl&auml;rung entsprach. In Artikel 17 hei&szlig;t es: &bdquo;Da das Eigentum ein unverletzliches und geheiligtes Recht ist, kann es niemandem genommen werden, es sei denn, dass die gesetzlich festgestellte &ouml;ffentliche Notwendigkeit dies eindeutig erfordert und vorher eine gerechte Entsch&auml;digung festgelegt wird&ldquo;. Sklaven hatten kein Menschenrecht, sich selbst von ihren verbrecherischen Sklavenhaltern zu befreien. Sie hatten gem&auml;&szlig; den &bdquo;Menschenrechten&ldquo; ihrer Eigent&uuml;mer auch kein Menschenrecht auf Entsch&auml;digung f&uuml;r das an ihnen begangene Verbrechen. <\/p><p>Die Sklavenhalter der S&uuml;dstaaten wurden mit der rechtsstaatlichen Anerkennung von Rassentrennung und umfassender Unterdr&uuml;ckung der ehemaligen Sklaven und ihrer Nachkommen noch &uuml;ber 100 Jahre lang &bdquo;entsch&auml;digt&ldquo;, bis der &bdquo;illegale&ldquo; Widerstand der Schwarzen dem zumindest rechtlich ein Ende setzte. Und diese barbarische Vergangenheit ist nach wie vor lebendig. Der Kapitalismus, der sich durch jahrhundertelang offene Sklaverei skrupellos bereicherte, existiert in moderneren Formen weiter. Ausgerechnet die Nachfolger der gr&ouml;&szlig;ten Sklavenhalternation der Neuzeit spielen sich dabei heute als die berufenen K&auml;mpfer f&uuml;r Menschenrechte in der ganzen Welt auf und verwandeln ganze L&auml;nder in Schutthaufen, wenn sie sich dem Einfluss beispielsweise der USA zu stark entziehen. Versklavung im Namen von Freiheit und Menschenrecht ist also bis heute aktuell. Der Scho&szlig;, aus dem die Sklaverei kroch, ist auch heute noch fruchtbar. <\/p><p><strong>Danke f&uuml;r das Gespr&auml;ch, Herr Roth; jetzt kann ich Ihre Gedanken zur &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.klartext-info.de\/broschueren\/gerechtigkeit-ist_das_nicht_ungerecht.pdf\">Ungerechtigkeit der Gerechtigkeit<\/a>&ldquo; noch ein wenig besser nachvollziehen als bisher. Danke auch hierf&uuml;r.<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Rainer Roth<\/strong>, geboren 1944, war Professor f&uuml;r Sozialwissenschaft an der Fachhochschule Frankfurt und ist Vorsitzender von <a href=\"http:\/\/www.klartext-info.de\/\">Klartext e.V.<\/a> Er engagiert sich im <a href=\"http:\/\/www.rmb-ffm.de\/\">Rhein-Main-B&uuml;ndnis gegen Sozialabbau und Billigl&ouml;hne<\/a>.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Weiterlesen:<\/strong><\/p><ul>\n<li>Artikel: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.exit-online.org\/link.php?tabelle=autoren&amp;posnr=120\">Politische &Ouml;konomie der Menschenrechte<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Buch: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.alibri-buecher.de\/Trotzdem\/Noam-Chomsky-Die-politische-Oekonomie-der-Menschenrechte::225.html\">Die politische &Ouml;konomie der Menschenrechte<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>NachDenkSeiten-Interview: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27768\">Die L&uuml;ge von der Zivilisiertheit der &sbquo;westlichen Welt&lsquo;<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Artikel: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.planet-wissen.de\/geschichte\/menschenrechte\/sklaverei\/pwiemodernesklaverei100.html\">Moderne Sklaverei<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Artikel: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/zeitgeschehen\/2013-10\/moderne-sklaverei-studie\">30 Millionen Sklaven gibt es weltweit<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Artikel: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.jetzt.de\/politik\/interview-mit-einer-professorin-fuer-supply-management\">Jeder von uns h&auml;lt 60 Sklaven<\/a>&ldquo;<\/li>\n<\/ul><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Weitere Ver&ouml;ffentlichungen von <strong>Jens Wernicke<\/strong> finden Sie auf seiner Homepage <a href=\"http:\/\/www.jenswernicke.de\">jenswernicke.de<\/a>. Dort k&ouml;nnen Sie auch <a href=\"http:\/\/feedburner.google.com\/fb\/a\/mailverify?uri=JensWernicke&amp;loc=de_DE\"><strong>eine automatische E-Mail-Benachrichtigung<\/strong><\/a> &uuml;ber neue Texte bestellen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/e1307a0316ee4549b9a90e74a6e8d0fa\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float:right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160307_roth.jpg\" alt=\"Rainer Roth\" title=\"Rainer Roth\"\/><\/div>\n<p>Wir, die wir uns als &ldquo;der Westen&rdquo; verstehen, halten uns gern f&uuml;r die <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27768\">Zivilisiertheit<\/a> schlechthin und werfen anderen V&ouml;lkern und Kulturen gerne vor, r&uuml;ckst&auml;ndig oder barbarisch zu sein. Deswegen f&uuml;hren wir Kieg: f&uuml;r Freiheit, Gleichheit, Br&uuml;derlichkeit &ndash; und die Verwirklichung der Menschenrechte<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31933\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[124,209,161],"tags":[441,305,1261],"class_list":["post-31933","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-demokratie","category-interviews","category-wertedebatte","tag-freiheit","tag-menschenrechte","tag-roth-rainer"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31933","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=31933"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31933\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":120032,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31933\/revisions\/120032"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=31933"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=31933"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=31933"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}