{"id":32015,"date":"2016-03-10T12:25:50","date_gmt":"2016-03-10T11:25:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=32015"},"modified":"2016-03-10T14:32:47","modified_gmt":"2016-03-10T13:32:47","slug":"wer-keine-richtige-alternative-bietet-treibt-die-waehlerschaft-zur-falschen-alternative","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=32015","title":{"rendered":"Wer keine richtige Alternative bietet, treibt die W\u00e4hlerschaft zur falschen Alternative"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Albrecht M&uuml;ller\" title=\"Albrecht M&uuml;ller\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/autor_mueller-1.jpg\"><\/div><p>Uns erreichte eine Mail eines NachDenkSeiten-Lesers, die den Kern zur Erkl&auml;rung des Hauptmerkmals der am Sonntag zu erwartenden Wahlergebnisse beleuchtet: dass die Konkurrenten von Angela Merkel keine Alternative bieten. Der Autor der Mail, C. Moseley aus Hamburg, setzt dabei an meinem <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31801\">Beitrag vom 3. M&auml;rz<\/a> mit dem Titel &bdquo;Merkels Popularit&auml;t gr&uuml;ndet auf Vergessen, Ausblenden und dem Wunsch, dazu zu geh&ouml;ren&ldquo; an. Inzwischen sind mir noch eine Reihe anderer Belege f&uuml;r die Richtigkeit der Beobachtung begegnet. Immer deutlicher wird: die Verachtung der sich Alternative nennenden AfD ist berechtigt, aber absolut unglaubw&uuml;rdig, wenn sie von jenen Vertretern von Gr&uuml;nen und SPD vorgetragen wird, die es vers&auml;umen, eine grundlegende Alternative zur Politik von Frau Merkel zu bieten und die es obendrein vers&auml;umen, den Schleier des angeblichen Erfolgs und der Kompetenz von Merkel wegzuziehen. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDer Erfolg der AfD ist das Ergebnis der nahezu totalen programmatischen und tats&auml;chlichen Anpassungs&ldquo;leistung&ldquo; von Rot und Gr&uuml;n und im Gefolge auch schon von Teilen der Linkspartei. Rot und Gr&uuml;n machen nahezu alles mit, oft an vorderer Front: Niedriglohnsektor, Kriegseins&auml;tze, Anheizen und Neubelebung des Konflikts mit Russland, Anbiederung an die T&uuml;rkei, Austerit&auml;tspolitik, Besch&ouml;nigung der wirtschaftlichen und sozialen Lage bei uns. Das Ganze wird noch dadurch zugunsten der AfD bef&ouml;rdert, dass die Union, Merkels Parteienb&uuml;ndnis aus CDU und CSU, mit der AfD wie in einem System kommunizierender R&ouml;hren verbunden ist.<\/p><p><strong>Es folgt die anregende und &ndash; da und dort &ndash; ansto&szlig;ende Mail des NachDenkSeiten-Lesers  C. Moseley:<\/strong><\/p><blockquote><p>\nSehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p>\n<p>wie offenbar auch viele andere Ihrer Leser, war f&uuml;r mich das Lesen Ihres Artikels &ldquo;Merkels Popularit&auml;t gr&uuml;ndet auf Vergessen, Ausblenden, und dem Wunsch, dazu zu geh&ouml;ren&rdquo; eine wahre Wohltat. F&uuml;r mich war es einer der wichtigsten Artikel in den Nachdenkseiten seit langem, und er hat mich davon &uuml;berzeugt, dass meine Spende, die ich Ihrem Medium zum Jahreswechsel &uuml;berwiesen habe, gut angelegt war. (Danke vielmals, A.M.) <\/p>\n<p>Frau Merkels Politik ist zu 100% einzig und allein auf Machterhalt ausgerichtet. Sie kennt keine Werte, verfolgt keine Utopie, &nbsp;ist in keiner Weise an wie auch immer gearteten gesellschaftlichen Verbesserungen interessiert. Sie greift einfach momentane Stimmungen auf, besetzt diese, und baut darauf, dass in Vergessenheit ger&auml;t, dass sie nur kurze Zeit vorher genau die gegenteiligen Ansichten vertreten hatte. Dass diese Strategie funktioniert, sagt weniger etwas &uuml;ber sie, als vielmehr etwas &uuml;ber den allgemeinen Zustand der Gesellschaft in diesem Land aus. So bediente sie erst letztes Jahr (unter Ausserkraftsetzung diverser rechtstaatlicher Regeln) die Interessen der Propagandisten der &ldquo;Willkommenskultur&rdquo; und ihrem (vermeintlichen) Kampf gegen die &ldquo;Rechten&rdquo;, zu denen in deren Augen alle geh&ouml;rten, die sich zu einer unkontrollierten Masseneinwanderung kritisch &auml;u&szlig;erten. Jetzt, wo die Stimmung gekippt ist, fordert sie auf einmal ein &ldquo;Ende des Durchwinkens&rdquo;, die Solidarit&auml;t der anderen EU-Staaten, und eine &ldquo;schnelle Bestrafung krimineller Fl&uuml;chtlinge&rdquo;. So kann sie sich als die Bew&auml;ltigerin der Katastrophe feiern lassen, die sie zu einem wesentlichen Teil absichtlich verursacht hat; auf dem R&uuml;cken sowohl der notleidenden Fl&uuml;chtlinge als auch der einheimischen europ&auml;ischen V&ouml;lker. Dazu kommen selbstverst&auml;ndlich noch all die anderen Punkte, die Sie in Ihrem Artikel aufgelistet haben.<\/p>\n<p>Durch Merkels Trick, mit der Einladung von &uuml;ber einer Million Einwanderer in k&uuml;rzester Zeit, auf der einen Seite gro&szlig;e Teile der Linken hinter sich zu bringen, bevor diese &uuml;berhaupt registrieren konnten, dass sie damit ausgebootet wurden, und auf der anderen Seite massive &Auml;ngste in der Bev&ouml;lkerung auszul&ouml;sen, sind wir jetzt in der Situation, dass die AfD als die einzige &uuml;brig gebliebene wahre Oppositionspartei wahrgenommen wird, die nun von allen anderen Parteien aufs Erbittertste bek&auml;mpft wird. Damit kann Merkel leben. Man sollte die AfD-W&auml;hler nicht generell f&uuml;r so dumm halten, dass sie nicht w&uuml;ssten, dass die AfD gegen den Mindestlohn ist, und eher eine neoliberale Politik mit Blick auf die Bessergestellten im Sinn hat. Es ist n&auml;mlich bei der einheimischen Bev&ouml;lkerung der nicht mehr so leicht zu korrigierende Eindruck entstanden, dass als Folge des alles andere &uuml;berschattenden &ldquo;Fl&uuml;chtlingsthemas&rdquo; alle &ldquo;linken&rdquo; Parteien (sofern man diese, wie die SPD und die Gr&uuml;nen, &uuml;berhaupt noch so bezeichnen kann, aber leider auch gro&szlig;e Teile der LINKEN) nur noch damit besch&auml;ftigt sind, s&auml;mtliche einwanderungskritischen Stimmen &mdash; und damit einen gro&szlig;en Teil des Volkes &mdash; mit allen zur Verf&uuml;gung stehenden Mitteln zu bek&auml;mpfen, zu verleumden und zum Schweigen zu bringen. Deshalb halten viele die AfD trotz ihrer neoliberalen F&auml;rbung f&uuml;r das geringere &Uuml;bel.&nbsp;<\/p>\n<p>Die Linke ist nicht unschuldig an dieser Entwicklung. Sie tut sich leicht damit, sich &ldquo;nach rechts abzugrenzen&rdquo;, sprich von der AfD, den PEGIDA Demonstrationen, oder &auml;hnlichen Str&ouml;mungen. Sie war flei&szlig;ig dabei, rechte Gewalt aufs Sch&auml;rfste zu verurteilen, und harte Strafen f&uuml;r die T&auml;ter zu fordern. Aber leider hat sie es vers&auml;umt, sich von Linksextremismus und links orientierter Gewalt zu distanzieren. Um nur ein Beispiel zu nennen, wenn man als Antwort auf den Brandanschlag auf das Auto der AfD-Politikerin Beatrix von Storch im letzten Oktober nur h&auml;mische Bemerkungen &uuml;brig hat (siehe <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28097\">hier<\/a>, auf der Seite ganz unten), braucht man sich nicht zu wundern, wenn der Eindruck entsteht, man w&uuml;rde mit zweierlei Ma&szlig; messen, oder, noch schlimmer, diese Straftaten sogar noch billigend in Kauf nehmen, weil sie ja von der vermeintlich &ldquo;richtigen&rdquo; Seite k&auml;men. Seitdem sind ja unz&auml;hlige weitere Gewaltverbrechen ver&uuml;bt worden, sowohl von der Rechten als eben auch von der Linken, und es wird immer schlimmer &mdash; von den Problemen mit den vielen zum Gro&szlig;teil illegalen Einwanderern ganz zu schweigen. Mit dieser Strategie des Messens mit zweierlei Ma&szlig; haben sich Teile der Linken derselben Vorgehensweise der Merkel-Regierung mitsamt ihrer &ldquo;L&uuml;genmedien&rdquo; angeschlossen, und damit den Rechten das Feld der Gegen&ouml;ffentlichkeit in Deutschland praktisch freiwillig &uuml;berlassen. Die Motivation ist wohl, wie Sie selbst schon schrieben, der Wunsch, &ldquo;dazuzugeh&ouml;ren&rdquo;.<\/p>\n<p>Mir ist es ehrlich gesagt unverst&auml;ndlich, wie die Linke gegen TTIP, gegen die Beteiligung Deutschlands an all den Kriegen, gegen die finanzielle Ausblutung von EU-Staaten wie Griechenland, gegen die Zusammenarbeit mit Despotien wie Saudi-Arabien und neuerdings auch der T&uuml;rkei, gegen die v.a. gegen Russland gerichtete Aufr&uuml;stung der USA in Europa und die Russland-Sanktionen sein kann, auf der anderen Seite aber Merkel als Verb&uuml;ndete akzeptiert, wenn es um den vermeintlichen &ldquo;Kampf gegen rechts&rdquo; geht, der ja angeblich so viel wichtiger ist als alles andere zusammen.&nbsp;<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<\/p>\n<p>Ihr Leser C. Moseley, Hamburg\n<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" alt=\"Albrecht M&uuml;ller\" title=\"Albrecht M&uuml;ller\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/autor_mueller-1.jpg\"\/><\/div>\n<p>Uns erreichte eine Mail eines NachDenkSeiten-Lesers, die den Kern zur Erkl&auml;rung des Hauptmerkmals der am Sonntag zu erwartenden Wahlergebnisse beleuchtet: dass die Konkurrenten von Angela Merkel keine Alternative bieten. Der Autor der Mail, C. 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