{"id":3205,"date":"2008-05-07T09:16:35","date_gmt":"2008-05-07T07:16:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3205"},"modified":"2008-05-07T09:34:44","modified_gmt":"2008-05-07T07:34:44","slug":"hinweise-des-tages-643","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3205","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<br>\nVorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3205&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin. <\/a><\/p><ol>\n<li><strong>Malte Kreutzfeldt: Leere Versprechen von der Bahn<\/strong><br>\nDer Tarifvertrag mit Transnet und GDBA enth&auml;lt keine verbindliche Besch&auml;ftigungssicherung. Auch die von der SPD gew&uuml;nschte Privatisierungsbegrenzung fehlt. &ldquo;Die Jobgarantie ist ein leeres Versprechen&rdquo;, sagt etwa Hans-Gerd &Ouml;finger von der Transnet-internen Gruppe &ldquo;Bahn von unten&rdquo;. Tats&auml;chlich findet sich in dem zwischen Gewerkschaften und Bahn abgestimmten Tarifvertrag, der der taz vorliegt, keine Verl&auml;ngerung des rechtsverbindlichen Vertrags zur Besch&auml;ftigungssicherung &ndash; sondern lediglich die Zusage, dass &ldquo;bis September 2010 eine Folgeregelung [&hellip;] verhandelt wird&rdquo;.\n<p>Dar&uuml;ber hinaus legt der Vertrag fest, dass &ldquo;durch die bevorstehende Privatisierung urs&auml;chlich bedingte Beendigungsk&uuml;ndigungen&rdquo; ausgeschlossen sind. Diese Klausel sei aber nichts wert, sagte am Dienstag Claus Weselsky, frisch gew&auml;hlter Vorsitzender der mit Transnet und GBDA konkurrierenden Gewerkschaft der Lokomotivf&uuml;hrer (GDL). Eine solche Formulierung habe es schon bei der ersten Stufe der Bahnreform 1994 gegeben. &ldquo;Die galt exakt f&uuml;r eine juristische Sekunde.&rdquo;<\/p>\n<p>Ebenfalls nicht in den Tarifvertrag aufgenommen wurde die Begrenzung der Privatisierung auf 24,9 Prozent. Dies hatte die SPD zur Bedingung f&uuml;r ihre Zustimmung zum Teilverkauf gemacht und eine Verankerung im Tarifvertrag angek&uuml;ndigt. Nun findet sich dort nur die Formulierung, dass die bundeseigene DB AG die &ldquo;Mehrheit der Anteile und Stimmrechte&rdquo; an der zur Teilprivatisierung vorgesehenen Verkehrsholding behalten muss &ndash; sodass bis zu 49,9 Prozent verkauft werden k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/wirtschaft\/artikel\/1\/leere-versprechen-von-der-bahn\/?src=MT&amp;cHash=b376fb70b7%20\">taz<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> So wird den Leuten Sand in die Augen gestreut. Wir hatten es ja gestern schon so vermutet. Aber leider braucht man ja kein Prophet mehr zu sein, um vorherzusehen, dass die Gewerkschaft Transnet nur noch der Wurmfortsatz von Bahnchef Mehdorn ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Bahnprivatisierung: Die Rolle von US Investmentbanken<\/strong><br>\nMorgan Stanley ist eine der gr&ouml;&szlig;ten US Investmentbanken. Sie schrieb 2004 ein Gutachten zur Privatisierung der Bahn. Gleichzeitig ist Morgan Stanley damit jedoch f&uuml;r den Privatisierungsauftrag des Bundes pr&auml;destiniert, der bei branchen&uuml;blichen Provisionss&auml;tzen von f&uuml;nf Prozent der Platzierungssumme Gewinne im mindestens dreistelligen Millionenbereich f&uuml;r die Bank versprechen d&uuml;rfte. Aber damit nicht genug: Der deutsche Repr&auml;sentant von Morgan Stanley, Dr. Dirk Notheis, ist als ehemaliger Vorsitzender der Jungen Union Baden-W&uuml;rttemberg eng mit Volker Kauder, dem CDU\/CSU-Fraktionsvorsitzenden im Deutschen Bundestag verbandelt, einem mutma&szlig;lich gutgl&auml;ubigen Bef&uuml;rworter der Bahnprivatisierung. Die Investmentbanken sind auch daf&uuml;r bekannt, derartige Deals ihren Angestellten f&uuml;rstlich zu honorieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.t-blog.de\/41902\/hintergrunde-zur-bahnprivatisierung-investmentbanken\">Blog von Dr. Martin Weigele<\/a><\/li>\n<li><strong>SPD-Linke schl&auml;gt Fonds f&uuml;r Bankrisiken vor<\/strong><br>\nMehr Regulierung! Das ist die Lehre aus den aktuellen Turbulenzen an den Finanzm&auml;rkten, zumindest aus Sicht der SPD-Linken. Sie hat nun erstmals konkrete Vorschl&auml;ge gemacht, wie sich der Finanzsektor k&uuml;nftig st&auml;rker reglementieren l&auml;sst.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1329791\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Und wo bleibt etwa die R&uuml;cknahme der F&ouml;rderung von Kreditverk&auml;ufen durch den Bundesfinanzminister? Vgl. <a href=\"?p=2655.\">Bundesfinanzminister f&ouml;rderte den unanst&auml;ndigen Kreditverkauf zulasten der Darlehnsnehmer.<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Schatten auf der Solarwirtschaft<\/strong><br>\nDie deutsche Solarbranche kommt heftig unter Druck. Wirtschaftsforscher und Verbrauchersch&uuml;tzer fordern, die Verg&uuml;tungss&auml;tze f&uuml;r Solarstrom deutlich kr&auml;ftiger als bisher vorgesehen zu senken. Ziel: die angeblich &uuml;berh&ouml;hten Profite der Unternehmen zu senken. Die Branche protestiert. Sie warnt, eine solche Kappung werde viele der aufstrebenden Firmen in die Pleite treiben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1329793\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Anna Sleegers: Aktion&auml;rsdiktatur<\/strong><br>\nEs gibt gute Argumente daf&uuml;r, in m&ouml;glichst unterschiedliche Gesch&auml;ftsfelder zu investieren. Je weiter sie auseinanderliegen, desto weniger anf&auml;llig ist das Unternehmen von Konjunkturzyklen. Und trotzdem genie&szlig;en diversifizierte Konzerne am Kapitalmarkt zurzeit einen zweifelhaften Ruf. Sie passen nicht zum Zeitgeist, gelten als ineffizient, altmodisch und zu Verlusten neigend. Die Aktion&auml;re, die nicht nur bei TUI versuchen, ins Ruder zu greifen, hassen nichts mehr als Quersubventionierung &ndash; selbst wenn sie zeitlich befristet ist. Auf Renditejagd vergleichen Anleger am liebsten reinrassige Unternehmen mit reinrassigen Wettbewerbern. Da st&ouml;rt es nur, wenn Konzernsparten unterschiedlichen Konjunkturzyklen unterliegen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1330487\">FR<\/a>\n<p><em>Siehe dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>Heuschrecken schlagen zu<\/strong><br>\nMachtkampf bei der TUI: Finanzinvestoren wollen Sonderaussch&uuml;ttung durchsetzen<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1330488\">FR<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Der Bauch soll weg<\/strong><br>\nSo &uuml;berfl&uuml;ssig, wie die SPD und CDU in Berlin behaupten, scheint das CSU-Steuerkonzept nicht zu sein. Einen Tag nach der CSU hat die SPD eiligst verk&uuml;ndet: Wir schlagen auch Steuererleichterungen vor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/nc\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2008%2F05%2F07%2Fa0043&amp;src=GI&amp;cHash=63705afda6&amp;type=98\">taz<\/a>\n<p><em>Dazu:<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>R&uuml;rup: Sozialabgaben senken &ndash; nicht die Steuern<\/strong><br>\nDie CSU setzt mit ihrem Steuerkonzept nach Ansicht des Wirtschaftsweisen Bert R&uuml;rup am falschen Ende an: &bdquo;Deutschland hat mehr ein Problem zu hoher Sozialabgaben als zu hoher Steuern.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44\/Doc~E82213FE559AB4F5F971ACF242E4F86C0~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Der Vork&auml;mpfer des Rentenabbaus R&uuml;rup pflegt weiter den Mythos der angeblich zu hohen &bdquo;Lohnnebenkosten&ldquo;. Vgl. dazu <a href=\"?p=3172%20\">&bdquo;Deutschland bei den &bdquo;Lohnnebenkosten&ldquo; auf Rang 14 innerhalb der EU&ldquo;<\/a><br>\nWenn es aber um die Senkung der Unternehmenssteuern ging, war R&uuml;rup nat&uuml;rlich immer vorne mit dabei. <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>DIHK-Pl&auml;ne zu Karenztagen scharf kritisiert<\/strong><br>\nDie Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Vorstellungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages zur Bew&auml;ltigung des demografischen Wandels in Deutschland scharf kritisiert. Verdi-Chefvolkswirt Michael Schlecht sagte der Berliner Zeitung: &ldquo;Die Vorschl&auml;ge laufen vor allem auf zwei Dinge hinaus &ndash; auf weiteren Sozialabbau und eine Verschlechterung der Einkommens- und Lebensverh&auml;ltnisse vieler Menschen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/archiv\/.bin\/dump.fcgi\/2008\/0506\/wirtschaft\/0054\/index.html\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>ZDF: Aufstand der Alten<\/strong><br>\nDeutschlands Rentner machen mobil. Sie demonstrieren f&uuml;r mehr Einfluss und mehr Geld, finden die von der gro&szlig;en Koalition gerade beschlossene Rentenerh&ouml;hung zu niedrig. Politiker reagieren nerv&ouml;s, denn sie haben es mit der gr&ouml;&szlig;ten W&auml;hlergruppe der Zukunft zu tun.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/frontal21.zdf.de\/ZDFde\/inhalt\/27\/0,1872,7231131,00.html\">ZDF Frontal 21<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers T.F.:<\/strong> Die Inszenierung eines angeblichen Generationenkonfliktes h&ouml;rt nicht auf, dies war auch nicht zu erwarten. Das ZDF opfert nun auch seine bislang relativ seri&ouml;se Sendung &bdquo;frontal 21&ldquo; daf&uuml;r, siehe der Bericht von gestern, 6.5.2008. Es wird suggeriert, &bdquo;die Alten&ldquo; w&uuml;rden &bdquo;die Jungen&ldquo; bevormunden, diese &bdquo;Jungen&ldquo; deshalb ungerecht behandelt. Zur Begr&uuml;ndung dienen &ndash; wie immer &ndash; die Standardargumente vom demografischen Wandel bis hin zu untragbaren Rentenerh&ouml;hungen. Man kann nur immer wieder darauf hinweisen:<br>\n<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Die minimale Rentenerh&ouml;hung von 1,1% gleicht noch nicht mal die aktuelle Inflation aus, zumal Rentner seit Jahren Nullrunden hinnehmen mussten<\/em>.<\/li>\n<li><em>Wenn behauptet wird, dass heutige Rentner im Durchschnitt relativ verm&ouml;gend seien, dann ist das eben nur ein Durchschnitt. Das Argument weit schlechter gestellter gesellschaftlicher Gruppen greift nicht. Auch bei heutigen Rentnern gibt es &ndash; wie eben gesamtgesellschaftlich auch &ndash; gravierende Unterschiede: relativ wenige Personen beziehen hohe Renten und besitzen relativ viel Verm&ouml;gen, viele Rentner, besonders Frauen und Witwen, m&uuml;ssen mit einer geringen Rente auskommen.<\/em><\/li>\n<li><em>Altersarmut wird zu einem gravierenden Problem werden, je mehr die staatliche Rente gek&uuml;rzt wird. Die Proteste heutiger Rentner sind nur ein Vorgeschmack auf die Missst&auml;nde von morgen. Diese sind durch eine verfehlte, da von der Finanzwirtschaft gesteuerte Politik verursacht, unter der alle Generationen zu leiden haben.<\/em><\/li>\n<li><em>Die Gr&uuml;ndung einer Partei von Rentnern f&uuml;r Rentner ist legitim und ein guter Grund, dass sich die etablierten Parteien fragen, weswegen sich Rentner von ihnen distanzieren. Die Rentenpolitik geh&ouml;rt &ndash; auch und gerade im Sinne zuk&uuml;nftiger Rentner &ndash; auf den Pr&uuml;fstand. Was nicht gebraucht wird ist d&uuml;mmliche Panikmache in den Medien, sondern eine sachliche Diskussion und eine nicht von der Finanzwirtschaft gepr&auml;gte Rentenpolitik.<\/em><\/li>\n<li><em>Nicht legitim ist hingegen, eine &Auml;nderung des Wahlrechts zu Lasten der Rentner zu fordern. Wenn Herr Straubhaar dies anregt, muss man sich ernsthaft fragen, wie schlecht es bereits um die Demokratie steht. Sie haben dies auf den NachDenkSeiten bereits mehrfach thematisiert, doch scheint es notwendig zu sein, solche Hinweise nochmals zu ver&ouml;ffentlichen, besonders nachdem das ZDF nun auch seine bislang seri&ouml;se Sendung &bdquo;frontal 21&ldquo; f&uuml;r Boulevard-Journalismus und Pseudo-Experten zu opfern scheint.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Altersvorsorge macht Schule: Der Film zum Kurs<\/strong><br>\nIhre-Vorsorge.de hat Kursteilnehmer in die Volkshochschule und teils auch nach Hause begleitet. Der Kurzfilm zeigt, warum sie alle mitmachen und was sie aus den Kursen mitnehmen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.altersvorsorge-macht-schule.de\/kursfilm.html\">Altersvorsorge macht Schule<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Martin Betzwieser:<\/strong> &bdquo;Altersvorsorge macht Schule&ldquo; ist eine Aktion von u.a. der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverb&auml;nde, des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, der Deutschen Rentenversicherung und des DGB. Die Deutsche Rentenversicherung zweckentfremdet Rentenversicherungsbeitr&auml;ge, bezahlt damit Referenten und schult ver&auml;nstigte B&uuml;rger\/innen, wie sie am besten ihr Geld der Konkurrenz geben. Oder in Hundehalter-Deutsch: &bdquo;Da legt sich jemand eine Wurst vor die eigene T&uuml;r.&ldquo; Der DGB dagegen vertreibt kommerzielle Altersvorsorge-Produkte &uuml;ber die eigene Tochtergesellschaft &bdquo;Das Rentenplus&ldquo;. Die eigene Kampagne gegen das Renteneintrittsalter 67 wird dadurch nicht glaubw&uuml;rdiger. Aber die Zahnfleisch-Models, die an ihrem Laptop die tollen Riester-Renten-Angebote des DGB entdecken, k&ouml;nnten auch von der Internetseite jedes Versicherungskonzerns stammen &ndash; bezahlt von Beitr&auml;gen der Gewerkschaftsmitglieder!<br>\n<\/em><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.das-rentenplus.de\/index.html\">DGB-Rentenplus<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Langsam, aber sicher<\/strong><br>\nDer Union ist es nicht so wichtig, alle Vorschl&auml;ge zu verwirklichen. Es geht darum, die SPD vor sich her zu treiben &ndash; und das eine oder andere durchzusetzen. Ob Vorratsdatenspeicherung oder Onlinedurchsuchung &ndash; immer war der &Auml;rger zun&auml;chst gro&szlig;. Zu Gesetzen geworden sind diese umstrittenen Instrumente aber inzwischen alle, wenn auch unter teils erheblichen Einschr&auml;nkungen. &ldquo;Drei Schritte vor, zwei zur&uuml;ck, einer gewonnen&rdquo;, nennt der Jurist Ulrich Preu&szlig; diese Verschiebung der sicherheitspolitischen und rechtlichen Koordinaten. &ldquo;Langsam, aber sicher wird so unsere verfassungsrechtliche Ordnung unterminiert.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/nc\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2008%2F05%2F07%2Fa0104&amp;src=GI&amp;cHash=18a35fbce6&amp;type=98\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Blamabel ist nicht, dass die Sicherheitskonferenz der SPD nicht viel gebracht, sondern dass sie &uuml;berhaupt stattgefunden hat. Gel&auml;chter oder Spott w&auml;re vielleicht die angemessenere Reaktion auf diesen recht d&uuml;rftigen Versuch, mit dem gro&szlig;en Vorbild jenseits des Atlantiks gleichzuziehen. Diese reflexartigen Reaktionen der Emp&ouml;rung auf geradezu alles, was die Gegenseite ins Spiel bringt, nerven nicht nur, sondern halten gerade auch unhaltbare Themen am Laufen. &ndash; &Uuml;brigens ist der Hinweis der taz auf die St&auml;rkung des Bundessicherheitsrats im rot-gr&uuml;nen Koalitionsvertrag von 1998 irref&uuml;hrend. Es ging damals vorwiegend um die st&auml;rkere Kontrolle des R&uuml;stungsexports. Im Koalitionsvertrag von SPD und B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen hei&szlig;t es 1998:<br>\n<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Die transnationale europ&auml;ische R&uuml;stungsindustrie wird f&uuml;r ihre Exportt&auml;tigkeit einem verpflichtenden europ&auml;ischen Verhaltenskodex unterworfen. Die neue Bundesregierung wirkt darauf hin, dass ein Transparenzgebot und der Menschenrechtsstatus m&ouml;glicher Empf&auml;ngerl&auml;nder dabei als Kriterien enthalten sein sollen. Der nationale deutsche R&uuml;stungsexport au&szlig;erhalb der NATO und der EU wird restriktiv gehandhabt. Bei R&uuml;stungsexportentscheidungen wird der Menschenrechtsstatus m&ouml;glicher Empf&auml;ngerl&auml;nder als zus&auml;tzliches Entscheidungskriterium eingef&uuml;hrt. Die neue Bundesregierung wird j&auml;hrlich dem Deutschen Bundestag einen R&uuml;stungsexportbericht vorlegen.<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><strong>Wenn Raubritter die Di&auml;tenkasse pl&uuml;ndern<\/strong><br>\nDie Bundestagsabgeordneten genehmigen sich eine weitere Di&auml;tenerh&ouml;hung &ndash; schlie&szlig;lich soll der Tarifabschluss im &ouml;ffentlichen Dienst auch den Volksvertretern n&uuml;tzen. Dann sollten sie sich aber auch sonst dem normalen Arbeitnehmer anpassen &ndash; beim Pensionssystem zum Beispiel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/:Abgeordneten-Bez%FCge-Wenn-Raubritter-Di%E4tenkasse\/619418.html%20\">stern<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ich bin durchaus daf&uuml;r, dass &bdquo;Volksvertreter&ldquo; ordentlich bezahlt werden. Aber es ist nicht mehr vermittelbar, wenn ordentlich bezahlte Volksvertreter vor laufenden Kameras erkl&auml;ren, in Deutschland gebe es keine Armut, weil es ja die Hartz-Grundsicherung gibt. Es ist unglaubw&uuml;rdig, wenn sich &bdquo;Volksvertreter&ldquo; bei einem ordentlichen Einkommen einen Zuschlag von 9 Prozent genehmigen und gleichzeitig eine Rentenerh&ouml;hung von 1,1 Prozent attackieren. Es ist niemandem plausibel zu machen, dass Menschen, die Jahrzehnte in die Rentenkasse einbezahlt haben, nicht mehr als die Grundsicherung, &bdquo;Volksvertreter&ldquo; hingegen nach wenigen Jahren ein Mehrfaches an &bdquo;Rente&ldquo; erhalten.<br>\nWenn man sich schon an den Gehaltserh&ouml;hungen im &Ouml;ffentlichen Dienst orientiert, dann w&auml;re es angemessen, dass man sich auch an die viel zitierte &bdquo;Rentenformel&ldquo; anpasst. So wie das jetzt geschieht, muss sich der Eindruck verfestigen, unsere &bdquo;Volksvertreter&ldquo; haben den Bezug zu dem, wor&uuml;ber sie im Parlament debattieren, komplett verloren.<br>\n<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Liberalisierung des Postmarkts in England brachte Konsumenten und kleinen Firmen keine signifikanten Vorteile<\/strong><br>\nDer Guardian berichtet: &ldquo;Opening up the postal market to private sector competition has provided no significant benefit for consumers or smaller businesses but represents a &ldquo;substantial threat&rdquo; to the future of the Royal Mail, an independent report commissioned by the government warned today.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.guardian.co.uk\/business\/2008\/may\/06\/post.consumeraffairs\">Guardian<\/a><\/li>\n<li><strong>Bernanke schl&auml;gt Alarm<\/strong><br>\nUS-Notenbankchef: Immer mehr Zwangsversteigerungen von Immobilien. Subprime-Krise droht, Wirtschaft der Vereinigten Staaten in den Abgrund zu ziehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2008\/05-07\/038.php?print=1\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Frankreich: Aufstand der Unsichtbaren<\/strong><br>\nIn Frankreich streiken seit Mitte April aus Afrika eingewanderte K&uuml;chenhilfen f&uuml;r regul&auml;re Papiere. Seither haben sich die Belegschaften zahlreicher anderer Restaurants dem Streik angeschlossen. Und die Arbeitgeber unterst&uuml;tzen die Streikenden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1329746\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>HIS-Studie: Kostenaufteilung f&uuml;r Hochschulbildung<\/strong><br>\nDer Staat hat in England und Spanien einen niedrigeren Anteil an der Finanzierung der Hochschulbildung (36 % bzw. 40 %) als in Deutschland (58%), den Niederlanden, Norwegen und der Tschechischen Republik (52 bis 59 %). Nach unseren Berechnungen wurden in Deutschland im Jahr 2004 mehr als 30 Milliarden Euro f&uuml;r Hochschulbildung (ohne Forschung) aufgewendet. Davon trug der &ouml;ffentliche Sektor 56% und die privaten Haushalte die restlichen 44 %. Von den fast 17 Milliarden Euro, die der &ouml;ffentliche Sektor bereitstellte, wurden 58 % f&uuml;r Lehrzwecke an die Hochschulen gezahlt. Weitere 23 % gingen unmittelbar an die Studierenden und zwar &uuml;berwiegend in nichtmonet&auml;rer Form (Subventionen f&uuml;r gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung, Wohnheime, Mensen, etc.). An die Eltern von Studierenden flossen 18 % aller &ouml;ffentlichen Leistungen. Der beachtliche Anteil, der den Eltern zu Gute kam, unterstreicht dabei noch einmal, dass Studierende in Deutschland als von ihren Eltern unterhaltsrechtlich abh&auml;ngige Personen betrachtet werden.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.his.de\/pdf\/pub_mag\/mag-200802.pdf\">HIS Magazin [PDF &ndash; 1,2 MB]<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.his.de\/pdf\/pub_fh\/fh-200805.pdf\">Vollst&auml;ndiger Bericht auf Englisch [PDF &ndash; 1,6 MB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Studie ber&uuml;cksichtigt noch nicht die Einf&uuml;hrung von Studiengeb&uuml;hren in Deutschland. Sie stellt dennoch klar, dass ein Studium in Deutschland auch bisher keineswegs &bdquo;kostenlos&ldquo; ist. Immerhin tragen die privaten Haushalte nach den Berechnungen dieser Studie auch ohne Studiengeb&uuml;hren 44 % der Kosten f&uuml;r die Hochschulbildung. Interessant ist auch, dass bei den indirekten staatlichen Unterst&uuml;tzungen f&uuml;r die Familien, etwa durch Steuererleichterungen bei ausw&auml;rts wohnenden Studierenden, die Eltern mit niedrigem Einkommen keinerlei Entlastung erfahren, w&auml;hrend die Eltern mit hohem Einkommen j&auml;hrlich 982 Euro (Ausbildungsfreibetrag, Kinderfreibetrag) erhalten. Die &ouml;ffentlichen Subventionen f&uuml;r niedrige Einkommen (BAf&ouml;G und Zinssubventionen) liegen im Jahreswert nicht einmal 600 Euro h&ouml;her als bei den hohen Einkommen. Insgesamt kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass diese Steuerprivilegierung der Eltern mit hohem Einkommen die sozialen Unterschiede eher versch&auml;rft.<br>\n<\/em><br>\n<strong>Zur steuerlichen Privilegierung der Ausbildungskosen von Familien mit hohem Einkommen passt:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Steuervorteil f&uuml;r Privatsch&uuml;ler wird abgeschafft<\/strong><br>\nKeine Extrawurst mehr f&uuml;r Privatsch&uuml;ler. Eltern, die ihre Kinder auf eine Privatschule schicken, k&ouml;nnen das Schulgeld ab 2011 nicht mehr als Sonderausgabe von der Einkommensteuer absetzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/deutschland\/Schulgeld-Privatschulen;art122,2526224\">Tagesspiegel<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wetten, dass es dar&uuml;ber einen Aufstand der Wohlhabenden gibt?<br>\nDabei &uuml;bernimmt z.B. in NRW der Staat 94 Prozent der Kosten f&uuml;r private Ersatzschulen. Mit Ausnahme der Konfessionsschulen, die in der Regel Kinder mit jeweils anderen Religionen benachteiligen, sind jedoch Privatschulen &ndash; wie gut sie auch immer sein m&ouml;gen und trotz Sozialquoten &ndash;&uuml;berwiegend Schulen f&uuml;r die Wohlhabenden und Bessergestellten. Warum sollte zu den hohen Staatszusch&uuml;ssen auch noch eine Steuerprivilegierung hinzukommen?<\/em><\/p>\n<p><em>Zu guter letzt:<\/em><\/p>\n<p><strong>Neuseel&auml;ndischer Irrweg?<\/strong><br>\nDie Regierung Neuseelands hat die 1993 privatisierte Bahn wieder zur&uuml;ckgekauft. Die erste Freude deutscher Privatisierungsgegner &uuml;ber diese Renationalisierung verpuffte schnell. Ein Sprecher der Deutschen Bahn AG nahm ihnen mit der Warnung vor &ldquo;voreiligen Schl&uuml;ssen&rdquo; den Wind aus den Segeln. Die deutsche Situation lasse sich nicht mit Neuseeland vergleichen, sagte er.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spam\/0,1518,551616,00.html\">SPIEGEL<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Eine Satire &uuml;ber Privatisierung im SPIEGEL &ndash; kurios.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<br \/> Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3205","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3205","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3205"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3205\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3205"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3205"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3205"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}