{"id":3207,"date":"2008-05-08T09:19:34","date_gmt":"2008-05-08T07:19:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3207"},"modified":"2008-05-08T11:06:10","modified_gmt":"2008-05-08T09:06:10","slug":"hinweise-des-tages-644","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3207","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<br>\nVorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind.<br>\nWenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3207&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>Zerschlagung der Frankfurter Rundschau geplant<\/strong><br>\nWeil Betriebsrat und gewerkschaftliche Vertrauensleute bef&uuml;rchten, dass ein von der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der Frankfurter Rundschau angek&uuml;ndigter &bdquo;Umbau des Unternehmens in so genannte moderne, zukunftsorientierte Strukturen&ldquo; nichts anderes als die geplante Zerschlagung des Unternehmens, Tarifflucht und weitere Arbeitsplatzverluste bedeutet, beginnen Teile der Belegschaft Widerstand dagegen zu organisieren und zur Solidarit&auml;t aufzurufen. F&uuml;r Leser und &Ouml;ffentlichkeit wurde dies anl&auml;sslich der DGB-Kundgebung am 1. Mai in Frankfurt deutlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nrhz.de\/flyer\/beitrag.php?id=12371\">Neue Rheinische Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Verfassungsgericht r&uuml;gt Rot-Gr&uuml;n<\/strong><br>\nDer Bundestag h&auml;tte dem Bundeswehr-Aufkl&auml;rungseinsatz in der T&uuml;rkei 2003 zustimmen m&uuml;ssen. Das entschied das Verfassungsgericht &ndash; und st&auml;rkt die Rechte des Parlamentes.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/deutschland\/artikel\/1\/bundesregierung-ueberging-abgeordnete\/?src=MT&amp;cHash=10abb05c70&amp;type=98\">TAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Siehe zu diesem Thema auch unseren heutigen Beitrag<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Bayern bald demofreie Zone <\/strong><br>\nDie bayerische Landesregierung bereitet eine starke Einschr&auml;nkung des Demonstrationsrechts vor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/nc\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2008%2F05%2F07%2Fa0106&amp;src=GI&amp;cHash=4e30aa9bd9&amp;type=98\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Transnet-Chef Hansen wird Personalvorstand der Bahn<\/strong><br>\nWie das B&uuml;ndnis Bahn f&uuml;r Alle aus Unternehmenskreisen der Bahn erfahren hat, soll der Transnet-Vorsitzende Norbert Hansen neuer Personalvorstand bei der Bahn werden. Dem Plan zufolge soll der Vorstand der DB AG dies w&auml;hrend seiner Klausur am 8. und 9. Mai beschlie&szlig;en. Am 15. Mai soll der Aufsichtsrat diesen Beschluss best&auml;tigen. Hansen ist stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats und Mitglied des Pr&auml;sidiums.\n<p>&ldquo;Da haben wir die Erkl&auml;rung f&uuml;r die kuriose Schlingerlinie des Noch-Transnet-Vorsitzenden Hansen: Verzehnfachung des Gehalts&rdquo;, kommentierte Stefan Diefenbach-Trommer vom B&uuml;ndnis Bahn f&uuml;r Alle. &ldquo;Hansen war einer der entscheidenden Treiber der Bahnprivatisierung und hat die Transnet auf diese unkritische und fatalistische Haltung eingeschworen, Nachdem er die Weichen f&uuml;r die Privatisierung gestellt hat, macht er sich aus dem Staub, kassiert ab und l&auml;sst die Besch&auml;ftigten die Zeche bezahlen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/privatisierungstoppen.deinebahn.de\/story\/50\/2750.html\">DeineBahn.de<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Nat&uuml;rlich &uuml;berrascht uns diese Nachricht nicht. Man musste kein notorischer Verschw&ouml;rungstheoretiker sein, um die &lsquo;cohabitation&rsquo; von Gewerkschaftschef mit Bahnchef als zentrales Element des relativ lockeren B&ouml;rsengangs der Bahn zu begreifen. Der Wechsel in den Vorstand rundet das Bild nur ab. Auch auf einer allgemeineren Ebene ist uns der Vorgang wohl vertraut. Zu zahlreich sind die Beispiele, in denen Spitzenpolitiker und -beamte ihre Lobbyt&auml;tigkeit f&uuml;r die Privatwirtschaft in einer Art nachgelagerter Korruption verg&uuml;tet bekommen. Dennoch bleibt es ein Faszinosum, mit welcher Leichtigkeit deutsches F&uuml;hrungspersonal in verschiedensten Bereichen der Gesellschaft, einmal gew&auml;hlt, trotz bald einsetzender Krisensymptome unwidersprochen ihre verh&auml;ngnisvollen Projekte vorantreiben durften. Man denke an die Agendapolitik Schr&ouml;ders, die Chrysler&uuml;bernahme durch J&uuml;rgen Schrempp oder eben den B&ouml;rsengang der Bahn. Selbst wenn man sich vergegenw&auml;rtigt, dass viele Akteure verwoben in einem weitreichenden Klientelsystem nur ihr Eigeninteresse im Auge hatten, bleibt die Frage, wie eine ganze Gewerkschaft (Transnet) bzw. Partei (SPD) f&uuml;r ein derartig offensichtlich zerst&ouml;rerisches Projekt gewonnen werden konnte.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung WL:<\/strong> Am 15.April 2008 habe ich gemutma&szlig;t: &bdquo;Es w&uuml;rde einen nicht wundern, wenn f&uuml;r den Bahnvorstand der bis dahin zum Personalchef aufgestiegene Privatisierungsbef&uuml;rworter und derzeitige Vorsitzende der Bahngewerkschaft &bdquo;Transnet&ldquo;, Norbert Hansen, verk&uuml;nden w&uuml;rde, wie viel Personal eingespart werden muss, damit <a href=\"?p=3149\">die Bahn wettbewerbsf&auml;hig bleibt.&ldquo;<\/a> Die Wirklichkeit ist offenbar schlimmer, als wir angeblichen &bdquo;Verschw&ouml;rungstheoretiker&ldquo; sie ausmalen k&ouml;nnen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Rentenaufwertung f&uuml;r langj&auml;hrig Versicherte geht an vielen Frauen vorbei<\/strong><br>\nDie rentenpolitische Debatte verlagert derzeit ihren Schwerpunkt von der unbedingten Stabilisierung der Beitragss&auml;tze hin zur Armutsfestigkeit der Alterssicherung. Aktuell werden Konzepte diskutiert, die auf eine Aufwertung der Alterseink&uuml;nfte f&uuml;r langj&auml;hrig Versicherte abzielen. Sowohl der Vorschlag von NRW-Ministerpr&auml;sident J&uuml;rgen R&uuml;ttgers als auch der Rentenkompromiss der CDU sehen vor, dass Besch&auml;ftigten mit niedrigen Einkommen eine Rente oberhalb des Grundsicherungsniveaus garantiert wird, wenn sie mindestens 35 Jahre in die Gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben. Expertinnen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung haben auf Basis von Daten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) die Auswirkungen einer solchen Fokussierung auf langj&auml;hrig Versicherte analysiert. Ein zentrales Ergebnis: Die Koppelung an eine Versicherungszeit von 35 Jahren schlie&szlig;t gerade Personengruppen mit h&ouml;herem Armutsrisiko von der Unterst&uuml;tzung aus. Dazu z&auml;hlen insbesondere Selbst&auml;ndige mit kleinem Einkommen und Frauen, so die WSI-Forscherinnen Claudia Bogedan und Dr. Simone Leiber.<br>\nQuelle. <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/pm_wsi_2008_05_07.pdf\">WSI Mitteilungen [PDF &ndash; 52 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Riester-Rente f&uuml;llt MLP die Kassen<\/strong><br>\nDer Finanzmakler MLP hat zu Jahresbeginn von einer Rekordnachfrage nach Altersvorsorgeprodukten profitiert. Der operative Gewinn sei im ersten Quartal um 18 Prozent auf 23,2 Mio. Euro gestiegen, teilte MLP am Mittwoch in Wiesloch bei Heidelberg mit. Die j&uuml;ngste Rekordrendite werde in diesem Jahr trotz steigender Ertr&auml;ge aus dem Provisions- und Zinsgesch&auml;ft jedoch etwas abbr&ouml;ckeln, hie&szlig; es.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/finanzdienstleister\/:Riester%20Rente%20MLP%20Kassen\/352756.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Die Investitionen in die Werberedner Raffelh&uuml;schen und R&uuml;rup haben sich also gelohnt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Datenkrake Google: &ldquo;Wie ein Computervirus&rdquo;<\/strong><br>\nDer Autor Gerald Reischl hat sich monatelang mit dem Suchmaschinenkonzern besch&auml;ftigt. In seinem Buch &ldquo;Die Google-Falle&rdquo; warnt er vor der Macht des Unternehmens.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/magazin\/?em_cnt=1330420\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Deutsche Industrie verzeichnet Auftragsminus<\/strong><br>\nDie deutsche Industrie hat im M&auml;rz den vierten Monat in Folge weniger Auftr&auml;ge erhalten. Besonders eine Industriesparte musste einen gr&ouml;&szlig;eren R&uuml;ckgang hinnehmen. Bei den Unternehmen wurde preis- und saisonbereinigt 0,6 Prozent weniger bestellt als im Vormonat, wie das Wirtschaftsministerium am Mittwoch mitteilte.<br>\nVon Reuters befragte Volkswirte hatten dagegen mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet. Damit lag das Auftragsvolumen im ersten Vierteljahr um 1,3 Prozent unter dem des Schlussquartals 2007.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/News\/Konjunktur-%d6konomie\/Konjunktur\/_pv\/_p\/200053\/_t\/ft\/_b\/1427075\/default.aspx\/deutsche-industrie-verzeichnet-auftragsminus.html%20\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Einzelhandelsums&auml;tze gingen im M&auml;rz gegen&uuml;ber dem Vorjahr um 6,3 Prozent zur&uuml;ck. Das Auftragsvolumen der Industrie geht zur&uuml;ck. Aber immer noch wird von unseren &bdquo;Experten&ldquo; und der Bundesregierung von einem robusten Wachstum geredet, um wirtschaftspolitische Unt&auml;tigkeit oder wohl eher wirtschaftspolitische Unf&auml;higkeit zu kaschieren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Dreikampf um das Palais R&ouml;der &ndash; w&auml;hlt das Saarland 2009 wieder gegen den Bundestrend?<\/strong><br>\nWenn jemand eine Umfrage in Auftrag gibt, aber das Ergebnis unter Verschluss zu halten versucht, dann ist das Ergebnis wohl nicht so, wie es sich der Auftraggeber vorgestellt hat. Eine Wahlumfrage geheimzuhalten, ist allerdings fast unm&ouml;glich, zu engmaschig sind die Netzwerke von Politikern, Journalisten und Demoskopen gekn&uuml;pft.<br>\nDiese Erfahrung musste k&uuml;rzlich auch der saarl&auml;ndische Ministerpr&auml;sident Peter M&uuml;ller machen: Infratest prognostizierte &ndash; laut eines Berichts der Saarbr&uuml;cker Zeitung &ndash; im Auftrag der Staatskanzlei nichts anderes als einen m&ouml;glichen Regierungswechsel bei der Landtagswahl 2009 im Saarland. Zwar w&uuml;rde M&uuml;llers CDU mit 43 Prozent erneut st&auml;rkste Partei werden. Weil aber Gr&uuml;ne und FDP an der 5-Prozent-H&uuml;rde scheitern w&uuml;rden, h&auml;tten SPD (26 Prozent) und Linke (19 Prozent) eine komfortable Mehrheit im Landtag, wenn sie sich denn auf eine rot-rote Koalition verst&auml;ndigen w&uuml;rden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.readers-edition.de\/2008\/05\/05\/dreikampf-um-das-palais-roeder-waehlt-das-saarland-2009-wieder-gegen-den-bundestrend\/\">Readers Edition<\/a><\/li>\n<li><strong>Sicherheitsstaat am Ende. Kongress zur Zukunft der B&uuml;rgerrechte<\/strong><br>\nDie Politik der &bdquo;Inneren Sicherheit&rdquo; forciert seit einigen Jahren den Ausbau staatlicher Befugnisse. Der Bundestag hat allein in den vergangenen sieben Jahren &uuml;ber 50 Gesetze verabschiedet, die tief in die B&uuml;rgerrechte eingreifen. Sie reichen von der Registrierung der Konten- und Reisebewegungen &uuml;ber die Speicherung biometrischer Daten bis zur &Uuml;berwachung der Kommunikation. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht absehbar; im Sicherheitsstaat ist kein Platz f&uuml;r die Rechte der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger. Die Begr&uuml;ndungen f&uuml;r diese Politik sind beliebig austauschbar. Waren es gestern &bdquo;Organisierte Kriminalit&auml;t&rdquo;, &bdquo;Ausl&auml;nderkriminalit&auml;t&rdquo; oder &bdquo;Jugendgewalt&ldquo;, so wird heute der &bdquo;Internationale Terrorismus&rdquo; angef&uuml;hrt, vor dem nur ein m&auml;chtiger Staat sch&uuml;tzen k&ouml;nne. Das so geschaffene Klima der Angst verhindert eine n&uuml;chterne Betrachtung der vermeintlichen Bedrohungen. Statt dessen wird der Staat mit immer weitergehenden Machtbefugnissen ausgestattet. Rechtliche Grenzen werden ausgeh&ouml;hlt, unterschiedliche Sicherheitsapparate kooperieren, modernste &Uuml;berwachungstechnik wird dienstbar gemacht. Der Sicherheitsstaat stellt eine unkontrollierbare Bedrohung f&uuml;r eine liberale Gesellschaft, f&uuml;r die B&uuml;rger- und Menschenrechte dar.\n<p>Seit 1997 pr&auml;sentieren neun deutsche B&uuml;rger- und Menschenrechtsorganisationen j&auml;hrlich den Grundrechte-Report. Er berichtet &uuml;ber staatliche Freiheitseinschr&auml;nkungen und die Entwicklung der von der Verfassung garantierten Rechte. Die Bilanz f&auml;llt ein ums andere Mal negativ aus &ndash; insbesondere im Feld der Inneren Sicherheit. Die Missachtung von Grundrechten ersch&ouml;pft sich nicht in Einzelf&auml;llen, sie steht im Zusammenhang mit dem Ausbau staatlicher &Uuml;berwachung und Kontrolle. Im Rahmen der Konferenz wollen die Veranstalter diese Entwicklungen der vergangenen Jahre analysieren. Gleichzeitig sollen konkrete Vorschl&auml;ge diskutiert werden, wie Verletzungen der Grundrechte wirksamer verhindert und die F&uuml;lle staatlicher Macht eingeschr&auml;nkt und kontrolliert werden k&ouml;nnen. Die Legitimit&auml;t des Sicherheitsdenkens hat in den letzten Jahren Risse bekommen. Diese zu vertiefen, ist das Ziel des Kongresses. 23. \/ 24. Mai 2008, Humboldt-Universit&auml;t zu Berlin.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.grundrechte-report.de\/2008\/tagung\/\">Grundrechte-Report<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Geschmeidige Gestalten<\/strong><br>\nNach Eichel, Struck, M&uuml;ntefering und Stiegler: Es ist nicht absehbar, dass mit dem Generationswechsel in der SPD auch eine Kurs&auml;nderung verbunden w&auml;re.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/2008\/19\/08190402.php\">Freitag<\/a><\/li>\n<li><strong>CHE-Uniranking 2008<\/strong><br>\nDas CHE-Ranking (ver&ouml;ffentlicht wird es &ndash; neben der ausf&uuml;hrlicheren Online-Fassung &ndash; im ZEIT-Studienf&uuml;hrer) ist das umfassendste Uniranking im deutschsprachigen Raum. Gerade deswegen ist es aber auch einiger Kritik ausgesetzt, bis hin zu Boykottaufrufen. Auf der anderen Seite gibt es auch Versuche, die Ergebnisse zu Gunsten der &ldquo;eigenen&rdquo; Hochschule zu beeinflussen. Oliver Iost berichtet &uuml;ber die Vorg&auml;nge rund ums Ranking und fasst zusammen, was das aktuelle Ranking an Ergebnissen zu bieten hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.studis-online.de\/Studieren\/art-765-zeit-che-uniranking-2008.php%20\">Studis online<\/a>\n<p>Statt einer Anmerkung ein Auszug aus einem fr&uuml;heren Beitrag:<br>\nDa Wettbewerb und Konkurrenz nach der Grundphilosophie des CHE das beste und effizienteste Steuerungsinstrument ist, muss mit Ranglisten auch dort ein Wettbewerb fingiert und inszeniert werden, wo &ndash; wie etwa bei den Hochschulen &ndash; gar kein Markt existiert. Dar&uuml;ber hinaus &ndash; und das ist das eigentliche Steuerungsinstrument &ndash; wird durch die Vergleiche nicht etwa nur eine Selbsteinsch&auml;tzung der einzelnen Hochschule erm&ouml;glicht, sondern zugleich ein Konformit&auml;ts- und Anpassungsdruck auf alle Hochschulen ausge&uuml;bt. Aus den Rankings sollen sich Qualit&auml;tsvergleiche ergeben, und wer am besten abschneidet, soll nach den Vorstellungen der Veranstalter solcher Rankings die Qualit&auml;tsma&szlig;st&auml;be vorgeben. Das Ziel ist, dass sich die schlechter Platzierten im Wettbewerb an den besser Platzierten messen und dadurch eine angebliche Qualit&auml;tskonkurrenz zur &bdquo;Entfesselung&ldquo; der Hochschulen angesto&szlig;en wird.<\/p>\n<p>Man kann nun lange &uuml;ber die Sinnhaftigkeit von Benchmarks oder Rankings streiten. &Uuml;ber eine Tatsache f&uuml;hrt nichts hinweg: Wie bei allen Vergleichsmessungen geht es bei Rankings darum, dass Qualit&auml;t quantifiziert werden muss. Oder anders: Man muss Qualit&auml;t in Quantit&auml;ten ausdr&uuml;cken, denn nur so l&auml;sst sich vergleichen und messen.<br>\nBei den Rankings im Jahre 2006 wurden etwa gemessen:<\/p>\n<ul>\n<li>Drittmittel pro Wissenschaftler<\/li>\n<li>Drittmittel pro Professor<\/li>\n<li>Publikationen pro Professor<\/li>\n<li>Publikationen pro Wissenschaftler<\/li>\n<li>Zitationen pro Publikation <\/li>\n<li>Promotionen pro Professor<\/li>\n<li>Die (durch methodisch fragw&uuml;rdige Umfragen) erhobene Lehr- und die Forschungsreputation<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zudem hat man dann noch Studierende oder Personalchefs nach ihrem Urteil &uuml;ber den Arbeitsmarkt- und Praxisbezug der Lehre gefragt, dar&uuml;ber hinaus wurden die Studienorganisation, die Betreuung, der Kontakt zu Lehrenden abgefragt. Vergleichsma&szlig;st&auml;be waren ferner die Zahl der Lehrevaluationen, das Angebot an E-Learning, an AV-Medien oder die IT-Infrastruktur und &auml;hnliche Ausstattungskategorien.<br>\nWie sollte eigentlich ein Studierender den Arbeitsmarkt- oder Praxisbezug seines Studiums beurteilen k&ouml;nnen, und warum wurde nicht ein einziges Mal nach der wissenschaftlichen Qualit&auml;t der Lehre gefragt?<\/p>\n<p>Fragen Sie doch einfach einmal an Ihrer Hochschule nach, wie diese Daten erhoben worden und vor allem ob ihre Hochschule eine Kontrolle dar&uuml;ber hatte, ob Vergleichbares verglichen worden ist.Ich will nun nicht bestreiten, dass manche dieser erhobenen Daten eine gewisse Aussagekraft besitzen, wer allerdings den verobjektivierenden Eindruck erwecken will, mit solchen Umfragen und Zahlenangaben sei etwas &uuml;ber die Qualit&auml;t von Forschung oder &uuml;ber die Qualit&auml;t des Studiums oder gar etwas &uuml;ber die hoffentlich damit verbundene Bildung ausgesagt, der t&auml;uscht sich und andere.<\/p>\n<p>Ist eine Lehrveranstaltung besser oder schlechter, weil dort E-Learning oder AV-Medien eingesetzt werden, wird der der Lehrstoff didaktisch besser aufbereitet, weil die IT-Infrastrukur besser ist? So begr&uuml;&szlig;enswert solche Ausstattungen auch sein m&ouml;gen:<br>\nRankings sollen Objektivit&auml;t vorspiegeln, und deshalb heben sich solche Evaluierungen ganz bewusst von der Urteilsf&auml;higkeit der Scientific Community, der Fachkollegen untereinander oder der Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden ab.<\/p>\n<p>Die Fetischisierung der Rangliste sei Ausdruck und Symptom einer &bdquo;spezifischen Erscheinungsform von Unbildung&ldquo;, n&auml;mlich mangelnder Urteilskraft, schreibt der Wiener Philosoph Konrad Paul Liessmann in seinem Buch &bdquo;Theorie der Unbildung&ldquo;. &bdquo;Tats&auml;chlich ersetzt jede Reihung ein qualifiziertes Urteil, da sie besessen ist von der falschen Vorstellung, Urteilen hie&szlig;e Quantifizieren&ldquo;, meint Liessmann. Nun muss man den neuhumanistischen Bildungsbegriff des Philosophen nicht teilen, aber recht hat Liessman, wenn er schreibt, dass der Gedanke des Vergleichens und der Reihung in Verbindung mit dem Paradigma betriebswirtschaftlichen Denkens steht, das den Betriebsablauf von Hochschulen eher mit dem von Unternehmen vergleicht.<br>\nQuelle: <a href=\"?p=2405%20\">Von der Freiheit der Wissenschaft zur &bdquo;unternehmerischen Hochschule&ldquo;<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Die Lehre richtet sich nach &ouml;konomischen Interessen<\/strong><br>\nAn der Uni Frankfurt gibt es 36 Professuren, die von der Wirtschaft bezahlt werden. Ein Gespr&auml;ch mit Lothar Reininger, Fraktionsvorsitzender der Partei Die Linke im R&ouml;mer, dem Frankfurter Stadtparlament<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2008\/05-08\/028.php?print=1\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<br \/> Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3207","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3207","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3207"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3207\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3207"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3207"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3207"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}