{"id":3215,"date":"2008-05-09T16:56:41","date_gmt":"2008-05-09T14:56:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3215"},"modified":"2008-05-09T16:56:41","modified_gmt":"2008-05-09T14:56:41","slug":"hinweise-des-tages-2-64","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3215","title":{"rendered":"Hinweise des Tages (2)"},"content":{"rendered":"<p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind.<br>\nWenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3215&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>&Uuml;ber die Sargn&auml;gel der Mittelschicht  <\/strong><br>\nDie deutsche Mittelschicht ist eine bedrohte Spezies. Diverse Studien warnen davor, dass Millionen Deutschen in den n&auml;chsten Jahren der soziale Absturz droht. Aber warum eigentlich? stern.de erkl&auml;rt, was falsch gelaufen ist in Deutschland &ndash; und weshalb es noch Hoffnung auf Rettung gibt. Deutschland, Wirtschaftswunderland, im Jahr 2008. Es ist wie in den goldenen F&uuml;nfzigern: Der Aufschwung ist da, seit nunmehr drei Jahren. Die Auftragsb&uuml;cher der Unternehmen sind prall gef&uuml;llt, die Gewinne explodieren &ndash; und die Zahl der registrierten Arbeitslosen ist drastisch gesunken. Nur einen, wenn auch gewaltigen, Unterschied gibt es zwischen dem Boom der Heinz-Erhard-Jahre und dem Boom der Gegenwart: Der gemeine B&uuml;rger hat nichts davon. Von der positiven Entwicklung kommt nichts bei ihm an.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wirtschaft\/arbeit-karriere\/arbeit\/:Deutschland-%DCber-Sargn%E4gel-Mittelschicht\/619601.html\">Stern-online<\/a><\/li>\n<li><strong>Interessen der B&uuml;rger verkauft<\/strong><br>\nPolitische Entscheidungen herbeif&uuml;hren und anschlie&szlig;end davon profitieren &ndash; das kommt anscheinend immer mehr in Mode: Exbundeskanzler Gerhard Schr&ouml;der (SPD) machte es bei der Ostsee-Gasleitung so, und Exarbeitsminister Wolfgang Clement (SPD) sitzt im Aufsichtsrat der Zeitarbeitsfirma DIS, nachdem er als Bundesminister die Leiharbeit liberalisiert hatte. Nun setzt Norbert Hansen, jahrelanger Chef der Bahngewerkschaft Transnet und eifriger Streiter f&uuml;r die Bahnprivatisierung, noch eins drauf: Kaum ist der Bahnverkauf beschlossen, will er gut bezahlter Arbeitsdirektor der Bahn werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/nc\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a1&amp;dig=2008%2F05%2F09%2Fa0090&amp;src=GI&amp;cHash=9f023a4040&amp;type=98%20\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Kommentar AM:<\/strong> Was Sie hier in der taz heute lesen (immerhin!), k&ouml;nnen Sie in den <a href=\"?p=1150\">NachDenkSeiten seit Jahren lesen<\/a>. Sp&auml;testens seit 3.4.2006, als wir Ausz&uuml;ge aus &bdquo;Machtwahn. Wie eine mittelm&auml;&szlig;ige F&uuml;hrungselite uns zugrunde richtet&rdquo; ins Netzt stellten, dort u.a. folgendes: &bdquo;Zu Gerhard Schr&ouml;der und Kollegen<\/em><\/p>\n<p>Wege zum Geld: Die schnellen Umsteiger &ndash; mit Umsicht vorbereitet?<br>\nGerhard Schr&ouml;der (SPD) schlie&szlig;t als Bundeskanzler in unserem Auftrag einen Vertrag mit Russland &uuml;ber den Bau einer Pipeline und wird unmittelbar anschlie&szlig;end zum Aufsichtsratsvorsitzenden des deutsch-russischen Gaspipeline-Konsortiums nominiert, das diese Pipeline durch die Ostsee bauen soll.&ldquo; usw. usf.. Das Buch erschien am 20.3.2006. Aber die deutschen Medien brauchen lange, bis sie merken, was gespielt wird.<\/p><\/li>\n<li><strong>Neues aus dem ehemaligen neoliberalen Musterl&auml;ndle &ndash; Der neuseel&auml;ndische Staat kauft seine Eisenbahn wieder zur&uuml;ck<\/strong><br>\nAm 5. Mai kam das neuseel&auml;ndische Parlament &uuml;berein, die Bahn von dem australischen Unternehmen Toll Holding f&uuml;r 665 Millionen neuseel&auml;ndische Dollar (umgerechnet 336 Millionen Euro) zur&uuml;ckzukaufen. 1993 war die damals staatliche neuseel&auml;ndische Bahn, die sich &uuml;ber ein Schienennetz von 4000 Kilometern erstreckt und bei der rund 2300 Menschen besch&auml;ftigt sind, f&uuml;r 400 Millionen neuseel&auml;ndische Dollar (umgerechnet 202 Millionen Euro) an private Firmen ver&auml;u&szlig;ert worden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/27\/27893\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Gro&szlig;handelspreise April 2008: + 6,9% zum April 2007 <\/strong><br>\nDer Index der Gro&szlig;handelsverkaufspreise lag nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im April 2008 um 6,9% &uuml;ber dem Vorjahresstand. Im M&auml;rz 2008 und im Februar 2008 hatte die Jahresver&auml;nderungsrate + 7,1% beziehungsweise + 6,0% betragen. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Gro&szlig;handelspreisindex im April 2008 um 0,6%. Besonders stark stiegen gegen&uuml;ber April 2007 die Preise im Gro&szlig;handel mit Getreide, Saaten und Futtermitteln (+ 46,2%). Gegen&uuml;ber M&auml;rz 2008 sanken sie jedoch um 4,1%. Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speise&ouml;le und Nahrungsfette waren um 21,5% teurer als im Vorjahr, verbilligten sich aber ebenfalls gegen&uuml;ber dem Vormonat (&ndash; 1,5%). Auch Kaffee, Tee, Kakao und Gew&uuml;rze verteuerten sich im Vorjahresvergleich (+ 9,5%), waren aber gegen&uuml;ber M&auml;rz 2008 um 3,5% billiger.<br>\n F&uuml;r feste Brennstoffe und Mineral&ouml;lerzeugnisse wurde im April 2008 gegen&uuml;ber dem Vorjahr 16,4% mehr bezahlt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2008\/05\/PD08__176__61281,templateId=renderPrint.psml\">Statistisches Bundesamt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Das sind &uuml;berwiegend Preissteigerungen, die die Konsumenten unmittelbar treffen. Sie belasten das Budget der Menschen mit niedrigem Einkommen in besonderer Weise, da Nahrung und Heizung kaum substituierbar sind.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Diese Zahlen klagen an<\/strong><br>\nEs sind amtliche Zahlen vom Statistischen Amt der Europ&auml;ischen Union (Eurostat) und der Organisation f&uuml;r Wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD), die ich verwende.<br>\nSie klagen die falsche Wirtschafts- und Sozialpolitik Deutschlands an. Sie klagen den ziemlich extremen deutschen Sonderweg an, der aus angeblichen Gr&uuml;nden der Globalisierung und um des Exporterfolges willen die realen Arbeitseinkommen klein h&auml;lt. Und so die private Nachfrage und im Ergebnis die Binnenkonjunktur seit Jahren erheblich schw&auml;cht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1331681&amp;%20\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ich teile ausdr&uuml;cklich die hier zum Ausdruck kommende Auffassung von Jahnke, dass in Deutschland seit Jahren eine falsche Wirtschafts- und Sozialpolitik betrieben wird und dass dieser deutsche Sonderweg f&auml;lschlicherweise mit angeblichen Gr&uuml;nden der Globalisierung begr&uuml;ndet wird. Nicht &uuml;bereinstimmen kann ich mit der Auffassung, dass die Demographie bereits begonnen habe die Wirtschaftsentwicklung zu bremsen. Wir haben doch derzeit die Generation der Baby-Boomer im erwerbsf&auml;higen Alter, wir haben eher einen &bdquo;Studierenden-Berg&ldquo; zu &uuml;berwinden und wir haben eine Situation, der die H&auml;lfte der Schulabsolventen keinen regul&auml;ren Ausbildungsplatz erh&auml;lt. Wir haben wegen einer falschen Wirtschaftspolitik zu wenig Arbeitspl&auml;tze, wir haben wegen einer falschen Hochschulpolitik zu wenig Hochschulabsolventen und wegen einer v&ouml;llig unzul&auml;nglichen beruflichen F&ouml;rderung in absehbarer Zeit Restriktionen bei Facharbeitern. Diese Fehler bremsen die Wirtschaftsentwicklung und eben nicht die Demografie.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Abschied vom &Uuml;berflieger<\/strong><br>\nBerater-Deutsch kann er schon. Als allzeit alerter Wissenschaftssenator pfl&uuml;gte J&ouml;rg Dr&auml;ger Hamburgs Uni-Landschaft um und f&uuml;hrte Studiengeb&uuml;hren ein. Nach sieben Jahren in der Politik wird er nun Chef beim privaten Centrum f&uuml;r Hochschulentwicklung &ndash; eine Bilanz. Am Schluss des Gespr&auml;chs h&auml;lt er das erste Mal inne, bevor er antwortet. F&uuml;hrt die Hand zum Kinn, sieht aus dem Fenster. Jetzt nichts Falsches sagen, die Antwort muss sitzen, sonst hei&szlig;t es wieder: typisch Dr&auml;ger. Typisch Unternehmensberater, Wissenschaftsmanager, brutalstm&ouml;glicher Reformer. Also, Herr Senator, wozu ist die Universit&auml;t da?&rdquo;Sie muss Motor der gesellschaftlichen Fortentwicklung sein&rdquo;, sagt er dann. Und sie m&uuml;sse Studenten ausbilden. Und nat&uuml;rlich forschen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/0,1518,547437,00.html\">Spiegel-online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ein typischer Spiegel-Artikel: Man mokiert sich &uuml;ber Dr&auml;ger und meint damit kritisch zu sein, sagt aber kein kritisches Wort zu dessen &bdquo;Reformen&ldquo; &ndash; und rechtfertigt sie damit.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Richter-Kritik an EU: Kaum kaschiertes Gewinnstreben im Mittelpunkt der europ&auml;ischen Vertr&auml;ge<\/strong><br>\nDer konservative Bundesverfassungsrichter Siegfried Bro&szlig; hat die EU heftig kritisiert. Nicht der Mensch, sondern&bdquo;diffuses Wettbewerbsdenken und kaum kaschiertes Streben nach Gewinn f&uuml;r wenige&ldquo; st&uuml;nden im Mittelpunkt der europ&auml;ischen Vertr&auml;ge, sagte Bro&szlig; dem Nachrichtenmagazin FOCUS. Der Mensch werde&bdquo;des Profits wegen geopfert&ldquo;. Die EU beg&uuml;nstige&bdquo;die Zerschlagung der staatlichen Strukturen&ldquo; in den Mitgliedsstaaten, die ein Bollwerk gegen die Globalisierung bieten k&ouml;nnten. Die mit dem Binnenmarkt angek&uuml;ndigten Hunderttausende neuer Arbeitspl&auml;tze h&auml;tten sich nirgendwo realisiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/magazin\/kurzfassungen\/focus-richter-kritik-an-eu-kaum-kaschiertes-gewinnstreben-im-mittelpunkt-der-europaeische_aid_300630.html\">Focus<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3215","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3215","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3215"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3215\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3215"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3215"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3215"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}