{"id":32185,"date":"2016-03-16T09:09:20","date_gmt":"2016-03-16T08:09:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=32185"},"modified":"2024-09-27T04:44:21","modified_gmt":"2024-09-27T02:44:21","slug":"die-us-praesidentschaftswahl-koennte-zu-einer-auseinandersetzung-der-zwei-meistgehassten-menschen-in-amerika-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=32185","title":{"rendered":"Die US-Pr\u00e4sidentschaftswahl k\u00f6nnte zu einer Auseinandersetzung der zwei meistgehassten Menschen in Amerika werden"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160301_johnstone.jpg\" alt=\"Diana Johnstone\" title=\"Diana Johnstone\"><\/div><p>Nach den &uuml;berw&auml;ltigenden Siegen bei den gestrigen Vorwahlen am zweiten &bdquo;Super Tuesday&ldquo; scheint das Rennen bei den Demokraten gelaufen zu sein. Hillary Clinton macht ihrem Ruf, die &bdquo;Unvermeidbare&ldquo; zu sein, alle Ehre. Auch wenn Sanders der glaubw&uuml;rdige Kandidat ist, der die Massen begeistert und Ver&auml;nderungen verspricht, setzt sich Clinton bei der Basis durch. Sie repr&auml;sentiert jedoch auch das reiche Establishment, das bei vielen verhasst ist. Das hat Diana Johnstone in ihrem Buch <a href=\"http:\/\/www.westendverlag.de\/buecher-themen\/programm\/die-chaos-koenigin-diana-johnstone.html\">Die Chaos-K&ouml;nigin &ndash; Hillary Clinton und die Au&szlig;enpolitik der selbsternannten Weltmacht<\/a> eindr&uuml;cklich belegt. <strong>Diana Johnstone<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=32185#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>] hat mit <strong>Maidhc &Oacute; Cathail<\/strong> ein Interview f&uuml;r die Website &bdquo;Counterpunch&ldquo; gef&uuml;hrt, das <strong>Hans J. Pepping<\/strong> f&uuml;r die NachDenkSeiten freundlicherweise ins Deutsche &uuml;bersetzt hat.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6879\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-32185-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160316_Koenigin_des_Chaos_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160316_Koenigin_des_Chaos_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160316_Koenigin_des_Chaos_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160316_Koenigin_des_Chaos_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=32185-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160316_Koenigin_des_Chaos_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"160316_Koenigin_des_Chaos_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Frau Johnstone, mit Ihrem neuesten Buch geben Sie Hillary Clinton den Titel &bdquo;K&ouml;nigin des Chaos&ldquo;. K&ouml;nnen Sie erkl&auml;ren, warum Sie gerade diese abf&auml;llige Bezeichnung gew&auml;hlt haben, um Hillary zu beschreiben?<\/strong><\/p><p>Libyen. Ganz einfach. Hillary war so stolz auf ihre Hauptrolle bei der Entfesselung des Krieges gegen Libyen, dass sie und ihre Berater anfangs geplant hatten, den Krieg als Basis einer &bdquo;Clinton Doktrin&ldquo;, eine sogenannte &bdquo;Smart-Power-Regime-Umsturz-Strategie&ldquo;, als Slogan im n&auml;chsten Pr&auml;sidentschaftswahlkampf zu benutzen.  <\/p><p>Die Katastrophe in Libyen hat mich im Grunde dazu angeregt, dieses Buch zu schreiben. Dazu kam dann noch die steigende Gefahr eines Krieges mit Russland. Krieg schafft Chaos und Hillary war in den letzten 25 Jahren ein eifriger Verfechter jedes aggressiven US-Krieges. Kriege, die ganze L&auml;nder verw&uuml;stet und unl&ouml;sbare Fl&uuml;chtlingsprobleme verursacht haben. Chaos ist das einzige, was bei Hillarys vielgepriesener &bdquo;Erfahrung in der Au&szlig;enpolitik&ldquo; vorzuzeigen ist. <\/p><p><strong>Was w&uuml;rden Sie Frauen sagen, die Hillary gern als Pr&auml;sidentin s&auml;hen, blo&szlig; weil sie eine Frau ist? Sie sagen, dass &bdquo;es wichtiger sei, den Dritten Weltkrieg zu vermeiden, als zu beweisen, dass auch eine Frau Pr&auml;sident der Vereinigten Staaten sein kann&ldquo;. Warum glauben Sie, dass Hillary den Dritten Weltkrieg ausl&ouml;sen wird?<\/strong><\/p><p>Sie stellen mir zwei Fragen. Was die letzte Frage anbelangt, so glaube ich nicht, dass irgendjemand absichtlich den Dritten Weltkrieg vom Stapel brechen wird. Die jetzige Situation &auml;hnelt mehr jener im Vorfeld des Ersten Weltkrieges, als die Gro&szlig;m&auml;chte ger&uuml;stet und jederzeit in der Lage waren loszuschlagen, wenn sich der Anlass dazu bietet. Seit Gorbatschow ziemlich naiv den Kalten Krieg beendet hatte, begannen die hoch- oder &uuml;berger&uuml;steten Vereinigten Staaten aktiv, Russland mit Waffensystemen, aggressiven Milit&auml;r-&Uuml;bungen und NATO-Expansion zu bedr&auml;ngen. Gleichzeitig hat in den letzten Jahren die D&auml;monisierung von Wladimir Putin das Level von Kriegspropaganda erreicht. Die Russen haben also allen Grund zu f&uuml;rchten, dass die Vereinigten Staaten einen Krieg gegen sie vorbereiten. Und selbstverst&auml;ndlich werden sie Abwehrma&szlig;nahmen treffen. Diese Mischung von exzessiver milit&auml;rischer Kriegsvorbereitung und Propaganda gegen einen &bdquo;b&ouml;sen Feind&ldquo; k&ouml;nnte leicht dazu f&uuml;hren, dass ein trivialer Zwischenfall sehr schnell alles in die Luft jagt.  <\/p><p>Meine Antwort auf die erste Frage lautet, dass f&uuml;r Hillary zu stimmen, blo&szlig; weil sie eine Frau ist, &uuml;berhaupt keinen Sinn macht. Nat&uuml;rlich sollen Frauen sich zusammentun bei Angelegenheiten, die Frauen im Allgemeinen betreffen; etwa gleichwertige Anerkennung von F&auml;higkeiten, Schwangerschaftsfragen, Mutterschaftsurlaub und Kindererziehung. Aber Hillary ist ein Individuum, nicht eine Frau im Allgemeinen. Frauen k&ouml;nnen zusammen f&uuml;r das Recht von Frauen k&auml;mpfen, zum Pr&auml;sidenten gew&auml;hlt zu werden. Aber dieses Recht gibt es ja schon. Man kann das nicht auf das Recht einer einzigen Frau, Pr&auml;sident zu werden, reduzieren. Die Pr&auml;sidentschaft ist nicht einfach nur eine symbolische Position. Es geht vielmehr um wichtige Entscheidungsbefugnisse. Bei schicksalshaften Fragen, wo es um Krieg oder Frieden ging, hat Hillary erschreckend d&uuml;rftiges Urteilsverm&ouml;gen offenbart. Das sollte sie eigentlich disqualifizieren.<\/p><p><strong>Eines der Kapitel Ihres Buches lautet &bdquo;Libyen &ndash; ihr eigener Krieg&rdquo;. Bedenkt man jedoch die Rolle, welche der franz&ouml;sische Zionist Bernhard-Henri L&eacute;vy gespielt hat, um die Franzosen dazu zu &uuml;berreden, die sogenannten &bdquo;Rebellen&rdquo; zu unterst&uuml;tzen, warum heben Sie dann gerade Hillary heraus, die das Land mit der NATO zerst&ouml;rt haben soll?<\/strong><\/p><p>Bernhard-Henri L&eacute;vy hat oftmals gesagt, dass er &bdquo;als Jude&rdquo; eine milit&auml;rische Intervention in Libyen unterst&uuml;tze. Was vielleicht bedeutet, dass er die Entmachtung Gaddafis als gut f&uuml;r Israel betrachtet. Die franz&ouml;sische Regierung war m&ouml;glicherweise durch die Furcht motiviert, Gaddafis Plan, eine goldgedeckte afrikanische W&auml;hrung einzuf&uuml;hren, k&ouml;nne zur Verdr&auml;ngung des von Frankreich gest&uuml;tzten CFA-Franc f&uuml;hren, der in allen ehemaligen franz&ouml;sischen Kolonien benutzt wird. Aber Frankreich besa&szlig; weder allein noch im Verbund mit England die milit&auml;rische St&auml;rke. Die amerikanische F&uuml;hrung war gespalten und es war allein Hillary, die alle Vorbehalte von Pr&auml;sident Obama und Verteidigungsminister Gates gegen einen Kriegseintritt beiseite wischte. Erst die Vereinigten Staaten stellten die Mittel bereit, Libyen zu zerst&ouml;ren.  <\/p><p><strong>In dem Kapitel &bdquo;Die Kriegspartei&rdquo; schreiben Sie: &bdquo;Da die Kriegspartei beide Fl&uuml;gel des Zwei-Parteien-Systems beherrscht, deuten die j&uuml;ngsten Ereignisse daraufhin, dass die Republikaner einen Kandidaten aufstellen werden, der schlecht genug ist, um Hillary gut aussehen zu lassen.&rdquo; Das klingt beinah, als h&auml;tten Sie den unglaublichen Aufstieg von Donald Trump hervorgesehen.<\/strong><\/p><p>Davon kann nat&uuml;rlich keine Rede sein. Erwartet habe ich indessen den Aufstieg seines Hauptrivalen Ted Cruz, der eigentlich noch schlechter als Trump sein k&ouml;nnte. Wie Robert Reich hervorgehoben hat; Cruz ist ein rechtsradikaler Fanatiker, mit festen reaktion&auml;ren &Uuml;berzeugungen, der sicher das Falsche tun wird. Trump redet einfach, wie es ihm gerade so passt, so dass niemand wei&szlig;, was er wirklich vorhat. Mindestens will er aber einen Krieg mit Russland vermeiden. <\/p><p>Den Aufstieg von Bernie Sanders habe ich nat&uuml;rlich ebenso wenig vorhergesehen wie den Enthusiasmus, den er unter den jungen Menschen erweckt hat im Hinblick auf die Nominierung einer annehmbaren Alternative zu Hillary Clinton. Beide Ph&auml;nomene bezeugen die tiefe Unzufriedenheit der Amerikaner gegen&uuml;ber dem dysfunktionalen politischen System ihres Landes. <\/p><p><strong>In Ihrem Buch &bdquo;K&ouml;nigin des Chaos&rdquo; prophezeien Sie, dass &bdquo;so, wie es derzeit aussieht, das Rennen um die Pr&auml;sidentschaft sich zu einem Wettkampf zwischen Haim Saban und Sheldon Adelson entwickeln k&ouml;nnte. Wobei auf jeden Fall Israel der wahre Gewinner sein w&uuml;rde.&rdquo; K&ouml;nnten Sie etwas n&auml;her auf Sabans &bdquo;Einsatz&rdquo; f&uuml;r eine Hillary-Pr&auml;sidentschaft eingehen? Was w&uuml;rde das f&uuml;r die amerikanische Au&szlig;enpolitik bedeuten?<\/strong><\/p><p>Wenn Sie glauben, die amerikanische Politik k&ouml;nnte gar nicht noch einseitiger pro-Israel sein als bisher, dann warten Sie nur bis Hillary im Wei&szlig;en Haus ist. Nachdem Haim Saban versprochen hatte, &bdquo;soviel wie n&ouml;tig&ldquo; auszugeben, um sie zur Pr&auml;sidentin zu machen, versprach Hillary, innerhalb ihres ersten Monats als Pr&auml;sidentin Netanyahu ins Wei&szlig;e Haus einzuladen, um die Gelegenheit zu nutzen, &bdquo;die unzertrennlichen Bande der Freundschaft und Einheit zwischen Amerika und Israel zu bekr&auml;ftigen&ldquo; und alles zu tun, um die BDS, die Boycott-Divestment-Sanctions-Bewegung zu stoppen. Sie hatte neulich schon Kritik an der israelischen Politik als &bdquo;Antisemitismus&ldquo; bezeichnet und die Menschen in Gaza f&uuml;r die Angriffe Israels auf ihr armseliges Gebiet verantwortlich gemacht. Vorherige Pr&auml;sidenten, Obama eingeschlossen, haben des&ouml;fteren ihre Momente der Verzweiflung angesichts Israels unkontrollierbaren Verhaltens gehabt. Mit Hillary als Pr&auml;sidentin w&uuml;rde es wohl kaum Einw&auml;nde gegen die fortschreitende Zerst&ouml;rung Gazas oder gar gegen einen Angriff auf Iran geben. Sie ist absolut einverstanden mit Israels geheimer Politik, Syrien zu zerst&ouml;ren und dann zu zerlegen. <\/p><p><strong>Als Hillary gefragt wurde, welche Frauen in der Welt sie inspirierten, gab sie als Antwort &bdquo;Pussy Riot&ldquo;. Was sagt uns das &uuml;ber Hillary? Und was bedeutet das f&uuml;r die russisch-amerikanischen Beziehungen?<\/strong><\/p><p>K&ouml;nnen Sie sich Hillary und Bill beim Gruppensex in einem Museum vorstellen, wie es die radikale Anarchistin Nadezdha Tolokonnikova in einem ihrer Aktionskunst-Proteste gegen das System unternommen hat? Eine &bdquo;Inspiration&ldquo;? Wie es so oft der Fall ist, sagt Hillary ja nicht, was wahr ist. Sondern sie ergreift die Gelegenheit, um zu zeigen wie anti-Putin sie ist. Es geht &uuml;brigens der Witz um, dass Nadezdha Tolokonnikova neulich ihre Vorliebe f&uuml;r Sanders zum Ausdruck gebracht hat. <\/p><p><strong>Falls die sogenannte &bdquo;Verantwortung zum Schutz&ldquo; (responsibility to protect, engl. abgek&uuml;rzt R2P) das grundlegende Prinzip ihrer Au&szlig;enpolitik sein soll, k&ouml;nnen Sie dann erkl&auml;ren, warum das nicht gut sein w&uuml;rde f&uuml;r die Menschenrechte in aller Welt?<\/strong><\/p><p>Das Desaster in Libyen hat den meisten Menschen der Welt, Hillary ausgenommen, doch klargemacht, dass R2P eine gef&auml;hrliche Doktrin darstellt. Unter dem Vorwand, gewisse islamistische Rebellen in Benghazi zu &bdquo;sch&uuml;tzen&ldquo;, wurde die moderne Stadt Sirte durch die NATO R2P Intervention v&ouml;llig zerst&ouml;rt. Die Intervention gab R&uuml;ckendeckung f&uuml;r das rassistisch motivierte Lynchen der schwarzen Bev&ouml;lkerung Libyens, verursachte den Tod von Tausenden Zivilisten und hinterlie&szlig; das Land in Tr&uuml;mmern. <\/p><p>R2P k&ouml;nnte vielleicht Sinn machen, wenn es eine neutrale, allwissende Weltpolizei g&auml;be, die auf der Basis solider, einwandfreier Beweise eingreifen k&ouml;nnte. Aber das d&uuml;rfte nicht sehr wahrscheinlich sein. Im Falle Libyens wurden die Beweise f&uuml;r die Existenz einer &bdquo;humanit&auml;ren Notlage&ldquo; von inneren Gegnern des Regimes produziert und dann der Welt von den ergebenen Mainstream Medien pr&auml;sentiert. Diese Beweise waren fast g&auml;nzlich unwahr, und widersprechende Quellen wurden einfach ignoriert. (Vgl. Maximilian Forte, Slouching Towards Sirte. NATO&rsquo;s War on Syria and Africa.)<\/p><p>Angesichts des gegenw&auml;rtigen Kr&auml;fteverh&auml;ltnisses in der Welt kann R2P nur angewandt werden von einer Gro&szlig;macht gegen eine kleinere Macht, wobei die Gro&szlig;macht ihrer eigenen Interpretation der inneren Ereignisse folgt, die sich in  der kleineren Macht abspielen. In Wirklichkeit wird R2P nur von den Vereinigten Staaten gebraucht gegen Regime, die sie nicht m&ouml;gen. Ganz einfach. <\/p><p><strong>Sie schreiben, dass Barack Obama, der Empf&auml;nger des Friedensnobelpreises, &bdquo;sogar seine Vorg&auml;nger in der F&uuml;hrung unn&ouml;tiger aggressiver Kriege &uuml;bertraf, allerdings mit Momenten des Z&ouml;gerns, die wir von Hillary nicht erwarten k&ouml;nnen&ldquo;. Was verleitet Sie zu der Annahme, dass Hillary weniger zaghaft sein k&ouml;nnte als Obama, wenn es um die Anwendung von milit&auml;rischer Macht geht?<\/strong><\/p><p>Ganz einfach. Obama z&ouml;gerte bisweilen. Hillary nicht. Sie drang auf den Krieg mit Libyen, die Errichtung einer Flugverbotszone in Syrien, und sie h&auml;tte, nach allem, was sie von sich gegeben hat, auf sch&auml;rfere Ma&szlig;nahmen gegen Russland bestanden, als ihre vormalige Sprecherin Victoria Nuland den anti-russischen Umsturz in Kiew dirigierte. Ihr Gel&auml;chter &uuml;ber den bestialischen Mord an Gaddafi demonstriert den Mangel jedwedes menschlichen Gef&uuml;hls f&uuml;r ihre Gegner. Sie tut ihre Gegner als Untermenschen ab. Zu dem Mangel an Mitgef&uuml;hl kommt noch ihr fester Glaube an die unbegrenzte F&auml;higkeit der Vereinigten Staaten, bei bewaffneten Konflikten siegen zu k&ouml;nnen. Das aber ist &auml;u&szlig;erst gef&auml;hrlich. Sie ist bereit, jeden Gegner so weit wie m&ouml;glich unter Druck zu setzen, offensichtlich &uuml;berzeugt davon, dass der &bdquo;b&ouml;se Kerl&ldquo; schon irgendwann nachgeben wird. Selbst wenn es sich um das atomar bewaffnete Russland handelt. <\/p><p>Obama geht Hillarys Selbstsicherheit offenbar abhanden. Sein freigiebiger Gebrauch von Drohnen spiegelt das milit&auml;rische Eingest&auml;ndnis wider, dass den US-Bodentruppen Grenzen gesetzt sind. Obama ist dem best&auml;ndigen Druck der Kriegspartei ausgeliefert. Manchmal widerstand er ihrem Druck, wie z.B. im Falle der chemischen Waffen in Syrien, aber erst, nachdem Kerry Clinton als Au&szlig;enminister abgel&ouml;st hatte.  <\/p><p><strong>In Ihrem Schlusskapitel mit der &Uuml;berschrift &bdquo;Die Kriegspartei&ldquo; schreiben Sie, &bdquo;Der Aufstieg der Hillary Clinton sollte eigentlich klarmachen, dass die Unterst&uuml;tzung der Demokratischen Partei als &lsquo;das kleinere &Uuml;bel&rsquo; zum Scheitern verurteilt ist&ldquo;. Falls jedoch der Demagoge Donald Trump gegen Clinton antritt, halten Sie es dann f&uuml;r m&ouml;glich, den W&auml;hlern klarzumachen, dass Hillary nicht das kleinere &Uuml;bel ist?<\/strong><\/p><p>Das scheint in der Tat unm&ouml;glich. Wer wei&szlig;, vielleicht macht Trump die Kriegsgefahr zu einem Hauptthema. Ich glaube aber eher, dass die Wahl zwischen Hillary Clinton und Donald Trump aus dem Bauch heraus entschieden werden wird, nicht aufgrund von Themen. Ich mag mich irren, aber Au&szlig;enpolitik ist in diesem Wahlkampf von untergeordneter Bedeutung. Obwohl sie eigentlich an der Spitze stehen sollte. Trump bringt die Elite gegen sich auf, aber internet-Kommentare zeigen, dass die Stimmung gegen Hillary langsam den Siedepunkt erreicht. Das wird sich noch steigern, falls festgestellt wird, dass Bernie die Nominierung verliert aufgrund von Vorg&auml;ngen, die sehr nach Betrug aussehen. So, wie die Dinge jetzt stehen, k&ouml;nnten die Wahlen im November eine Auseinandersetzung der zwei meistgehassten Leute in Amerika werden. <\/p><p><strong>Als Alternative zur Kriegspartei, die beide Fl&uuml;gel des Zwei-Parteien-Systems dominiert, schlagen Sie eine &bdquo;Friedenspartei&ldquo; vor. Sie bringen dabei zwei bewundernsw&uuml;rdige Frauen ins Spiel, die als Teil eines &bdquo;Friedensteams&ldquo; fungieren k&ouml;nnten, um einen &bdquo;Friedenskandidaten&ldquo; zu unterst&uuml;tzen, n&auml;mlich Cynthia McKinney und Coleen Rowley. Niemand k&ouml;nnte wohl weniger gemein haben mit den Frauen, die Hillary um sich schart, wie z.B. Madeleine Albright, Susanne Nozzel, Susan Rice und Samantha Powers, nicht wahr? Sind Sie optimistisch, dass die Amerikaner eines Tages gen&uuml;gend Einsicht haben werden, um den Unterschied zu bemerken?<\/strong><\/p><p>Mit &bdquo;Friedenspartei&ldquo; meine ich etwas, das umfassender ist als eine politische Partei. Ich meine damit ein Netzwerk von informierten, prinzipientreuen Menschen, denen an der Rettung des Landes und der Welt aus einer verirrt arroganten Politik der Weltherrschaft liegt. Das Problem ist jedoch, dass die sogenannten Neocons und die liberalen Interventionisten das Au&szlig;enministerium mehr oder weniger &uuml;bernommen und neulich auch das Pentagon ges&auml;ubert haben. Diese Friedenspartei k&ouml;nnte sich zusammensetzen aus Diplomaten, Gelehrten, Milit&auml;rs, Politikern, Journalisten. Ich w&uuml;rde vorschlagen, dass all jene, die den Dritten Weltkrieg vermeiden wollen, sich am Vorbild der Neocons orientieren, die durch ein Netzwerk von Think Tanks, Kommentarseiten, finanziellen Interessen und Infiltration der Exekutive die Kontrolle &uuml;ber den politischen Entscheidungsprozess errungen haben. Kann dieser Prozess umgekehrt werden? Falls ja, wie? Es ist nicht meine Aufgabe, diese Frage zu beantworten. Doch muss diese Frage gestellt werden.<br>\nAuf Volksebene k&ouml;nnte diese Friedenspartei wirtschaftliche Forderungen als Grundlage benutzen: Einsparungen bei dem irrsinnigen Verteidigungshaushalt, um n&uuml;tzliche und produktive einheimische Projekte zu finanzieren, Stilllegung &uuml;berfl&uuml;ssiger Milit&auml;rst&uuml;tzpunkte, Einhalt der NATO-Erweiterung mit dem Ziel der Weltherrschaft, Aufhebung der Subsidien an Israel, die pro Jahr mindestens drei Milliarden Dollar betragen. Amerikanischer Reichtum, die Menschen hier und die Zukunft des Landes werden vergeudet, um immer w&uuml;stere Kriege zu f&uuml;hren. Der wahre Feind ist der US R&uuml;stungsindustrie-Komplex, der &uuml;berlebt und w&auml;chst, weil die Regierung sichere Gewinne auf finanzielle Investitionen garantiert. Wenn die Amerikaner sich erst einmal dar&uuml;ber klar w&auml;ren, dann k&ouml;nnte die Friedenspartei nat&uuml;rlich wachsen.  <\/p><p><em>(Aus dem Englischen &uuml;bersetzt von Hans J. Pepping)<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Diana Johnstone, &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.westendverlag.de\/buecher-themen\/programm\/die-chaos-koenigin-diana-johnstone.html#.VukS8xjrpcA\">Die Chaos-K&ouml;nigin &ndash; Hillary Clinton und die Au&szlig;enpolitik der selbsternannten Weltmacht<\/a>&ldquo;, Westend Verlag, 288 Seiten, 20 Euro<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160301_johnstone.jpg\" alt=\"Diana Johnstone\" title=\"Diana Johnstone\"\/><\/div>\n<p>Nach den &uuml;berw&auml;ltigenden Siegen bei den gestrigen Vorwahlen am zweiten &bdquo;Super Tuesday&ldquo; scheint das Rennen bei den Demokraten gelaufen zu sein. Hillary Clinton macht ihrem Ruf, die &bdquo;Unvermeidbare&ldquo; zu sein, alle Ehre. Auch wenn Sanders der glaubw&uuml;rdige Kandidat ist, der die Massen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=32185\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,170,190],"tags":[1090,1859,1426,1557,1877,1268,1052,1802,1800],"class_list":["post-32185","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-friedenspolitik","category-wahlen","tag-clinton-hillary","tag-cruz-ted","tag-hegemonie","tag-israel","tag-johnstone-diana","tag-kalter-krieg","tag-libyen","tag-sanders-bernie","tag-trump-donald"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/32185","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=32185"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/32185\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32195,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/32185\/revisions\/32195"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=32185"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=32185"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=32185"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}