{"id":32240,"date":"2016-03-18T09:26:34","date_gmt":"2016-03-18T08:26:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=32240"},"modified":"2024-08-22T15:50:47","modified_gmt":"2024-08-22T13:50:47","slug":"der-russische-daemon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=32240","title":{"rendered":"Der russische D\u00e4mon"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160318_hofbauer.jpg\" alt=\"Hannes Hofbauer\" title=\"Hannes Hofbauer\"><\/div><p>Die Typisierung &bdquo;des&ldquo; Russen mit allerlei negativen Adjektiven beherrscht aufs Neue die Schlagzeilen deutschsprachiger Medien. Der dabei verwendete Singular ist ein untr&uuml;gliches Zeichen f&uuml;r Distanz, Abscheu, Hass. Die meinungsbildenden Kr&auml;fte im Westen, so lehrt die Zeitgeschichte, freundeten sich mit Russland und seinen F&uuml;hrern nur in der Phase der Zerst&ouml;rung der Sowjetunion an. Schon kurz darauf schlug die Freude &uuml;ber das Ende der kommunistischen Epoche in Skepsis um. Das alte Feindbild entstand neu und durchzieht nun wie ein roter Faden die Rezeption Russlands im Westen. <strong>Jens Wernicke<\/strong> sprach hierzu mit dem Publizisten <strong>Hannes Hofbauer<\/strong>, der in seinem soeben erschienenen Buch &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.mediashop.at\/typolight\/index.php\/buecher\/items\/hannes-hofbauer---feindbild-russland\">Feindbild Russland<\/a>&ldquo; das Ph&auml;nomen der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Russophobie\">Russophobie<\/a> bis ins 15. Jahrhundert zur&uuml;ckverfolgt und als Werkzeug zur Durchsetzung von wirtschaftlicher und politischer Macht skizziert.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Herr Hofbauer, mitten in die immer schlimmer werdende Hetze gegen Russland publizieren Sie ihr neues Buch. Hoffen Sie, dass die Kriegstreiber noch aufzuhalten sind?<\/strong><\/p><p>Feindbildproduktionen reflektieren Feindschaften; das ist in der Weltpolitik nicht anders als im gesellschaftlichen Leben. Wenn wir uns die neue Auspr&auml;gung des alten Feindbildes Russland ansehen, dann hat sich das &ndash; nach einer Reihe von Z&auml;suren, &uuml;ber die noch zu sprechen sein wird &ndash; unmittelbar nach dem &bdquo;Njet&ldquo; des ukrainischen Pr&auml;sidenten Wiktor Janukowitsch zum Assoziierungsabkommen mit der Europ&auml;ischen Union im November 2013 festgesetzt. Damals wurde allen Beteiligten klar, dass der weitere Vormarsch von EU und NATO in Richtung Osten von Moskau nicht mehr so widerspruchslos hingenommen wird, wie die Erweiterungen des westlichen Einflussbereichs seit den 1990er Jahren. <\/p><p>Ich erw&auml;hne das nur gleich zu Beginn unseres Gespr&auml;chs, um klar zu machen, dass die &bdquo;Hetze gegen Russland&ldquo; handfeste wirtschaftliche und geopolitische Interessen des Westens begleitet. Seit zur Ukrainekrise eine neue Front &ndash; n&auml;mlich die im Nahen Osten &ndash; hinzugekommen ist, sinken die Chancen auf ein friedliches Miteinander und haben die Kriegstreiber Hochkonjunktur.<\/p><p><strong>Das Bild &bdquo;vom Russen&ldquo; und von Putin als b&ouml;sem Diktator, das uns t&auml;glich medial pr&auml;sentiert wird &ndash; ist das denn <em>alles<\/em> nur Hetze und Propagandaprodukt? Ich meine: Ein Vorzeige-Demokrat scheint er ja nicht gerade zu sein&hellip;<\/strong><\/p><p>Die politische Landschaft und Struktur Russlands bzw. der Russl&auml;ndischen F&ouml;deration, wie sie genau genommen hei&szlig;t, unterscheiden sich grundlegend von jenen, wie wir sie im westlichen Europa kennen. Ein b&uuml;rgerlicher Parlamentarismus, in dem sich christlich-konservative und sozialdemokratische Parteien &ndash; mit fallweise nationalen, gr&uuml;nen und puristisch-liberalen Einsprengseln &ndash; die Macht teilen, taugt als herrschaftliches Instrument f&uuml;r unsere Gesellschaften. In Russland finden sich dazu weder die kulturellen noch die Klassenvoraussetzungen. Das dortige politische System ist grunds&auml;tzlich autorit&auml;rer angelegt. Als Diktatur w&uuml;rde ich es allerdings nicht bezeichnen. Dass Wladimir Putin zum Feindbild des Westens wurde, hat aber nichts mit diesen politischen Strukturen zu tun, denn dieselben gab es schon unter Boris Jelzin. Und der war Liebkind in Berlin und Washington, w&auml;hrend Putin als Gegner betrachtet wird.<\/p><p>Um auf die Frage zur&uuml;ckzukommen: Das Anti-Russland-Bashing hat mit der Einsch&auml;tzung Diktatur oder Demokratie nichts zu tun. Wenn dem so w&auml;re, dann m&uuml;sste gegen viele Staaten und ihre Staatschefs, mit denen die USA und die EU bestens kooperieren, Hetze in unseren Medien betrieben werden. <\/p><p><strong>Es ist also nicht alles <em>wunderbar<\/em>, gleichwohl verdreht die Propaganda Tatsachen, bedient sich L&uuml;gen etc. &ndash; und konstruiert so ein Feindbild, das wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen in die H&auml;nde spielt? Woran liegt das?<\/strong><\/p><p>Jelzin &ndash; mehr noch als Gorbatschow &ndash; ging in die Geschichte als Zerst&ouml;rer der Sowjetunion ein. Und diese Zerst&ouml;rung hatte nicht nur US-Pr&auml;sident Ronald Reagan als oberste Priorit&auml;t seiner Amtszeit gesehen. Zu dieser Zerst&ouml;rung geh&ouml;rten neben dem Ende der kommunistischen Herrschaft auch territoriale Einbu&szlig;en, soziale Verheerungen und ein westliches Vorr&uuml;cken in wirtschaftlicher und milit&auml;rischer Hinsicht. <\/p><p>Mit Putin folgte dann ab 2000 eine Konsolidierung Russlands, zuerst in administrativer, sp&auml;ter  auch in sozio-&ouml;konomischer Hinsicht. Und mit dieser neuen St&auml;rke, die ab Mitte der 2000er Jahre sp&uuml;rbar wurde, erschwerten sich f&uuml;r westliche Institutionen und Investoren die Bedingungen in Russland. Sinnbildlich gesprochen: Der besoffene russische Tanzb&auml;r Jelzin tanzte nach der Pfeife des Westens, mit Putin aber war nicht mehr so leicht Kirschen essen. Oder, wie es eine russische Soziologin mir gegen&uuml;ber einmal ausdr&uuml;ckte: In der &Auml;ra Gorbatschow-Jelzin lautete die Devise im Westen, sich <em>mit<\/em> Russland zu engagieren; w&auml;hrend der ersten Putin-Jahre bis 2008 hie&szlig; es, sich mit Russland zu arrangieren; und seit 2008, sich <em>gegen<\/em> Russland zu engagieren. Das Jahr 2008 markiert den Georgienkrieg, als Moskau erstmals seit dem Ende der Sowjetunion Armee und Marine au&szlig;erhalb der Russl&auml;ndischen F&ouml;deration zum Einsatz brachte.<\/p><p><strong>K&ouml;nnten Sie ausmachen, wie es kommt, dass es zu diesem propagandistischen Feindbild in unseren Medien eigentlich keinerlei Alternativen mehr gibt? Dass diese also fast schon gleichgeschaltet erscheinen?<\/strong><\/p><p>Eine v&ouml;llige mediale Gleichschaltung sehe ich im Falle Russlands nicht. Zwar ist die Mehrheit der meinungsbildenden Medien russlandfeindlich eingestellt &ndash; ich zitiere da in meinem Buch eine Studie eines jungen Wissenschaftlers, der nach einer Untersuchung von vier deutschen Zeitungen &ndash; S&uuml;ddeutsche, Die Welt, Spiegel Online und Bild &ndash; im Jahre 2014 herausgefunden hat, dass 90 Prozent aller Kommentare ein Moskau-feindliches Bild vermittelt haben. Aber auf der anderen Seite gab es Ende 2014 auch einen von vielen Prominenten unterzeichneten Aufruf unter dem Titel &bdquo;Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen&ldquo;. Das war sicherlich keine &Uuml;bereinstimmung mit der Politik des Kreml, aber doch ein Mahnruf von Gerhard Schr&ouml;der bis Roman Herzog, einer D&auml;monisierung Russlands vorzubeugen bzw. entgegenzutreten.<\/p><p><strong>Wenn ich Ihr Buch recht verstehe, ist das Feindbild Russland auch gar nicht neu. Diesen Konflikt hat es seit Jahrhunderten gegeben und er bricht jetzt lediglich aufs Neue aus? <\/strong><\/p><p>Die konkreten Konfliktlinien sind zwar immer anders geartet gewesen, aber, ja, das Feindbild als solches reicht weit in die Geschichte zur&uuml;ck. Ich verorte es erstmals Ende des 15. Jahrhunderts. Das war jene Phase, in der Iwan III. erstmals die Tatarenherrschaft absch&uuml;tteln konnte und ein russisches Zarentum konsolidierte, das er bis an die Ostsee ausdehnen wollte. Die Binnenlage Russlands und der Wunsch aus dieser auszubrechen, ist eine &bdquo;ewige&ldquo; Konstante der Beziehungen zwischen Russland und seinen Nachbarn. Damals, Ende des 15. Jahrhunderts, waren es die livl&auml;ndisch-polnische Union und der Deutsche Orden, die gegen Moskau standen. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass die erste Welle einer Russophobie an der Universit&auml;t Krakau ihren Ausgangspunkt nahm. Dort kreierte ein ber&uuml;hmter Philosoph jener Zeit, Johannes von Glogau, das Klischee vom barbarischen, asiatischen Russen, das sich seither &uuml;ber 500 Jahre als Stereotyp gehalten hat.<\/p><p>Immer wieder im historischen Zeitenlauf ist dieses negative Russlandbild dabei auch von einem positiven unterbrochen worden. So etwa im Barock, als Peter der Gro&szlig;e Land und Volk zwang, sich nach Westen auszurichten, oder auch w&auml;hrend des 19. Jahrhunderts, als preu&szlig;ischer Adel und Herrschaft pro-russisch und die b&uuml;rgerlichen Revolution&auml;re anti-russisch waren, also ein geteiltes Russlandbild gegeben war. Seit Ende des 19. Jahrhunderts aber ist das Feindbild Russland dann mehr oder minder durchg&auml;ngig g&uuml;ltig und hat &ndash; mit der &Uuml;bernahme der Macht durch die Sowjets &ndash; &uuml;ber den Antikommunismus auch Gro&szlig;britannien und die USA erreicht. Das Feindbild Russland ist &uuml;ber den Antikommunismus in den anglo-amerikanischen Raum gekommen. <\/p><p><strong>Gibt es denn auch eine Kontinuit&auml;t in Bezug auf die Methoden der D&auml;monisierung oder wie ver&auml;ndern diese sich?<\/strong><\/p><p>Die Medien zur Verbreitung eines Feindbildes sind vielf&auml;ltig. Sie reichen im Falle Russlands von der r&ouml;misch-katholischen Kirchenkanzel, von der aus gegen die &bdquo;ungl&auml;ubigen&ldquo; Orthodoxen gepredigt wird, &uuml;ber eine &bdquo;rassenkundige Wissenschaft&ldquo; w&auml;hrend der ersten H&auml;lfte des 20. Jahrhunderts bis zu aktuellen Russlandbildern auf deutsch- und englischsprachigen Wochenmagazinen, die Russland auf Putin reduzieren und diesen als Gottseibeiuns darstellen, dem entgegengetreten werden muss, koste es, was es wolle. Da sind dann wieder bellizistische T&ouml;ne zu vernehmen.<\/p><p>&bdquo;Der Russe&ldquo; wird wieder im Singular verwendet, was rein sprachlich diskriminierend ist. Auch sind die Medien voll von Begriffen wie &bdquo;Kreml-Chef&ldquo;, wenn vom russischen Pr&auml;sidenten die Rede ist. Das soll beim Publikum Erinnerungen an den eigenen Chef wecken, der ja in der Regel kritisch gesehen wird und kein Freund ist. Auf der anderen Seite der Weltkugel ist vom &bdquo;Pentagon-Chef&ldquo; nicht die Rede, diese Wortwahl gibt es gar nicht. <\/p><p><strong>Worauf l&auml;uft das alles denn hinaus? Russland warnt ja aktuell nicht zum ersten Mal vor der Gefahr eines Dritten Weltkrieges. Will der Westen diesen oder nimmt er ihn billigend in Kauf?<\/strong><\/p><p>Auch der Papst hat diesbez&uuml;glich seine Stimme erhoben und vor einem Weltkrieg gewarnt, der sich schleichend ausbreiten k&ouml;nnte. Solche Stimmen der Vernunft sind einerseits ermutigend, zeigen jedoch andererseits, dass der Friede, in dem wir leben, keineswegs selbstverst&auml;ndlich ist. Denn wo keine konkrete Kriegsgefahr besteht, m&uuml;ssten solche Warnungen nicht ausgesprochen werden. <\/p><p>Und tats&auml;chlich gibt es einflussreiche Kreise vor allem in den USA, die vor einem gro&szlig;en Waffengang nicht zur&uuml;ckschrecken. Und da spreche ich nicht nur vom alten kalten und hei&szlig;en Krieger John McCain, der an allen Ecken dieser Welt auftaucht, um US-amerikanische Hegemonie einzufordern und &uuml;berall dort, wo das nicht &bdquo;friedlich&ldquo; klappt, milit&auml;rische Mittel promotet. Im Ukrainekonflikt haben sich auch US-Vize Joe Biden, EU-Au&szlig;enpolitikerin Catherine Ashton, der deutsche Au&szlig;enminister Guido Westerwelle und viele andere auf die Barrikaden in Kiew gestellt und angeblich im Namen der Demokratie &ndash; auf dem R&uuml;cken der Ukraine &ndash; gegen Moskau Kriegsstimmung erzeugt. Die Lage ist also wirklich Ernst; die Warnungen vor einem gro&szlig;en Krieg kommen nicht von ungef&auml;hr.<\/p><p><strong>Und wenn der Kriegstreiberei und Feindbildverbreitung etwas entgegengesetzt werden sollte, wie bewerkstelligte man das dann aktuell am ehesten? Was rieten Sie? Was k&ouml;nnen wir tun?<\/strong><\/p><p>Dabei nicht mitmachen, das w&auml;re schon ein Anfang. Und ich rede da gar nicht von Politik oder politischen Einsch&auml;tzungen. Auch kulturell w&auml;re ein wenig mehr Verst&auml;ndnis n&uuml;tzlich. Viele, auch kritische Menschen, setzen unsere westliche Zentrumskultur als Non-Plus-Ultra, als nicht hinterfragbare Lebensweise. Nehmen wir das Beispiel des Umgangs mit der Homosexualit&auml;t. Da reiben sich Gr&uuml;ne und Linke an russischen Gesetzen, die Werbung f&uuml;r gleichgeschlechtliche Liebe unter Strafe stellen. Ein solches Gesetz ist abzulehnen. Aber auch in Deutschland und &Ouml;sterreich waren Homosexuelle vor kurzem noch diskriminiert. <\/p><p>Und wenn ich daran denke, dass Obama bis Gauck und Merkel die Olympischen Spiele in Sotschi im Februar 2014 mit dem Hauptargument der Homosexuellendiskriminierung boykottiert haben &ndash; die Krim war noch ukrainisch und kein Streitfall &ndash;, dann wird mir der instrumentelle Charakter solcher &bdquo;Argumente&ldquo; klar: Zw&ouml;lf Jahre zuvor fand in Salt Lake City in den USA ebenfalls eine Olympiade statt. Im Staate Utah war nicht blo&szlig; Homosexualit&auml;t verboten &ndash; was ja in Russland gar nicht der Fall ist &ndash;, sondern wurden auch alle Sexualpraktiken, die nicht zur Reproduktion taugen, strafrechtlich verfolgt. Damals, im Jahr 2002, regte sich dar&uuml;ber niemand auf und alle fuhren brav zur Er&ouml;ffnung der Spiele in die USA. Das zeigt den sehr unterschiedlichen Umgang mit dem &bdquo;Fremden&ldquo;. <\/p><p>Auch geht es darum, eine gewisse Distanz zu wahren und eine andere Gesellschaft nicht ausschlie&szlig;lich mit unseren Ma&szlig;st&auml;ben zu messen. <\/p><p><strong>Einige verweisen aktuell ja gern auf die Entspannungspolitik unter Willy Brandt und die Strategie des &bdquo;Wandels durch Ann&auml;herung&ldquo;, die der aktuelle <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19743\">Rollback<\/a> vollst&auml;ndig zu nivellieren droht. Wie w&auml;re es daher mit einem &bdquo;Zur&uuml;ck zu Brandt&ldquo;? W&auml;re eine Reanimation dieser Politik ein guter, gangbarer Weg?<\/strong><\/p><p>Die Zeiten haben sich ge&auml;ndert. Die Entspannungspolitik im Westen war &ndash; auch &ndash; Antwort und Resultat der relativen wirtschaftlichen und geopolitischen Erfolge, die die Sowjetunion in den 1970er Jahren vorweisen konnte. Heute k&auml;mpfen Moskau und Peking gegen die Anspr&uuml;che der Troika aus USA, Nato und IWF &ndash; mit der EU als m&ouml;glicherweise strauchelndem Juniorpartner &ndash;um eine multi-polare Welt. <\/p><p>Ann&auml;herung ist dennoch n&ouml;tig, aber die politischen M&ouml;glichkeiten sind &ndash; im Angesicht der schieren Kapitalmacht &ndash; meiner Meinung nach geringer als vor 35 Jahren. <\/p><p><strong>Noch ein letztes Wort?<\/strong><\/p><p>Wor&uuml;ber wir gar nicht gesprochen haben, ist, dass ein Wirtschaftskrieg bereits im vollen Gange ist. Das m&ouml;chte ich noch erw&auml;hnen. <\/p><p>Seit im April 2014 die USA, gefolgt von der EU, ein Embargo gegen gewisse russische Importe und Exporte nach Russland verh&auml;ngt haben, ist die Weltlage eine andere. Denn solche Sanktionen kann man zwar, was bisher nicht geschah, von einem Tag auf den anderen wieder aufheben &ndash; aber das Misstrauen bleibt. Russland hat ja Gegenma&szlig;nahmen im Lebensmittelbereich verh&auml;ngt. Und darunter leiden vor allem traditionelle Exporteure gerade aus peripheren EU-L&auml;ndern wie Polen und Griechenland. Die USA mit ihrem &auml;u&szlig;erst geringen Warenaustausch mit Russland sieht sich das Ganze hingegen aus der ersten Reihe weitgehend schadensfrei an. Insofern sollte auch erw&auml;hnt werden, dass die anti-russische Politik des Westens vor allem L&auml;ndern in der EU schadet.<\/p><p><strong>Ich bedanke mich f&uuml;r das Gespr&auml;ch.<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><em><strong>Hannes Hofbauer<\/strong>, Jahrgang 1955, studierte Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universit&auml;t Wien. Er arbeitet als Publizist und Verleger. Im Promedia-Verlag sind von ihm unter anderem erschienen: &bdquo;EU-Osterweiterung. Historische Basis &ndash; &ouml;konomische Triebkr&auml;fte &ndash; soziale Folgen&ldquo; (2007), &bdquo;Diktatur des Kapitals. Souver&auml;nit&auml;tsverlust im postdemokratischen Zeitalter&ldquo; (2014) und &bdquo;Feindbild Russland. Geschichte einer D&auml;monisierung&ldquo; (2016). <\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Weiterschauen:<\/strong><\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"375\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/DIA_Dr7aXR4\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p style=\"text-align: center\"><strong>Daniele Ganser: &bdquo;Die Nato dehnt sich aus und nicht Russland&ldquo;<\/strong><\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/o5fk37mlhI0\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p style=\"text-align: center\"><strong>Sabine Schiffer: &bdquo;Im Osten nichts Neues: Alte Feindbilder, neue Propaganda&ldquo;<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><em>Weitere Ver&ouml;ffentlichungen von <strong>Jens Wernicke<\/strong> finden Sie auf seiner Homepage <a href=\"http:\/\/www.jenswernicke.de\">jenswernicke.de<\/a>. Dort k&ouml;nnen Sie auch <a href=\"http:\/\/feedburner.google.com\/fb\/a\/mailverify?uri=JensWernicke&amp;loc=de_DE\">eine automatische E-Mail-Benachrichtigung<\/a> &uuml;ber neue Texte bestellen.<\/em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/0e0e9d13594b4037843ae7ad921ac159\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160318_hofbauer.jpg\" alt=\"Hannes Hofbauer\" title=\"Hannes Hofbauer\"\/><\/div>\n<p>Die Typisierung &bdquo;des&ldquo; Russen mit allerlei negativen Adjektiven beherrscht aufs Neue die Schlagzeilen deutschsprachiger Medien. Der dabei verwendete Singular ist ein untr&uuml;gliches Zeichen f&uuml;r Distanz, Abscheu, Hass. 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