{"id":3255,"date":"2008-06-03T09:04:44","date_gmt":"2008-06-03T07:04:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3255"},"modified":"2008-06-03T09:04:44","modified_gmt":"2008-06-03T07:04:44","slug":"hinweise-des-tages-661","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3255","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind.<br>\nWenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3255&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>SPD will Stromnetz verstaatlichen<\/strong><br>\nEigentlich wollte die Kanzlerin den deutschen Energieversorgern ihre Stromnetze &uuml;berlassen. Doch die SPD stellt sich quer &ndash; sie will das Netz jetzt sogar teilweise verstaatlichen. Die vier nationalen Stromnetze sollten zu einem &ldquo;deutschen Netz zusammengef&uuml;hrt werden&rdquo;, sagte SPD-Energie-Experte Ulrich Kelber dem sozialdemokratischen Parteiorgan Vorw&auml;rts-Online zufolge. &ldquo;An dieser Deutschland-AG sollte sich die &ouml;ffentliche Hand mit 50,1 Prozent, wenigstens aber mit einer Sperrminorit&auml;t von 25,1 Prozent beteiligen, um die Daseinsvorsorge der Energienetze zu sichern&rdquo;, sagte der SPD-Politiker weiter. Seiner Meinung nach rechnet sich die Investition, da der Netzbetrieb ja Gewinne abwerfe.\n<p>Au&szlig;erdem forderte Kelber Sozialtarife bei Strom und Gas. So sollten seiner Meinung nach die ersten 500 Kilowattstunden um 25 Prozent g&uuml;nstiger als der Durchschnittspreis werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,557256,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Wahrscheinlich hei&szlig;t es jetzt wieder, SPD in den F&auml;ngen der Linkspartei.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Heinz-Josef Bontrup et al.: Stromversorger: Rendite auf Kosten der Besch&auml;ftigten<\/strong><br>\nMehr f&uuml;r Aktion&auml;re, weniger f&uuml;r Arbeitnehmer. Billiger Strom statt Monopolgewinne f&uuml;r die Versorgungsunternehmen &ndash; das war das Ziel der Markt&ouml;ffnung 1998. Tats&auml;chlich sanken nicht die Gewinne, sondern der Arbeitnehmeranteil an der Wertsch&ouml;pfung nahm ab.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/impuls_2008_09_5.pdf\">B&ouml;ckler Impuls [PDF &ndash; 136 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Hans Thie: Das Libretto vom Netto <\/strong><br>\nEine inszenierte Kampagne vernebelt den Konstruktionsfehler der Staatsfinanzierung. F&uuml;r diese zauberhafte Verwandlung von Progression in Degression sorgen die Beitragsbemessungsgrenzen der Sozialversicherung (SV). Oberhalb eines monatlichen Arbeitnehmer-Brutto von 5.300 Euro (West) und 4.500 Euro (Ost) werden in der Renten- und Arbeitslosenversicherung die Beitr&auml;ge eingefroren. Bei der Krankenversicherung ist das schon ab 3.600 Euro der Fall und erlaubt ab 4.012,50 Euro den Abgang aus der Solidarit&auml;t in die private Absicherung. F&uuml;r die Spitzeneinkommen hat die Beitragskappung eine phantastische Wirkung: Prozentual sinken die SV-Beitr&auml;ge beziehungsweise ihr an private Krankenkassen entrichtetes Pendant auf marginale Gr&ouml;&szlig;en. So bleibt von dem Grundsatz, dass sich die Belastung nach der wirtschaftlichen Leistungsf&auml;higkeit richten soll, letztlich nichts &uuml;brig. Wer diesen fundamentalen Mangel ausblendet und sich ganz auf die Diskussion von Steuertarifen einl&auml;sst, hat gegen die geschickt inszenierte Brutto-Netto-Kampagne keine treffsicheren Argumente.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/2008\/22\/08220601.php\">Freitag<\/a><\/li>\n<li><strong>Parlamentarier f&uuml;hlen sich belogen<\/strong><br>\nGerade schien die Privatisierung der Bahn in trockenen T&uuml;chern, da gibt es erneut heftigen &Auml;rger. Der Grund: Der aktuelle Entwurf des Beteiligungsvertrags zwischen Bund und Bahn l&auml;sst Verkehrspolitikern zufolge eine weitaus st&auml;rkere Beteiligung privater Investoren zu.  FDP-Verkehrsexperte Patrick D&ouml;ring f&uuml;hlt sich betrogen: Die Bundestagsdebatte am vergangenen Freitag zum Bahn-B&ouml;rsengang habe auf falscher Grundlage stattgefunden. Ein &ldquo;Akt der Parlamentsverh&ouml;hnung&rdquo;, findet er. &ldquo;Das ist ein glattes Unterlaufen des politischen Willens&rdquo;, kritisiert auch der SPD-Linke Hermann Scheer im Interview mit der Nachrichtenagentur ddp, das Ganze sei &ldquo;in der Sache nicht hinnehmbar&rdquo;. Winfried Hermann (Gr&uuml;ne) schimpfte &uuml;ber &ldquo;glatten Betrug an der &Ouml;ffentlichkeit&rdquo; und &ldquo;Beschiss der SPD-W&auml;hlerschaft&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,557252,00.html\">Spiegel-online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Eine ziemlich sp&auml;te Einsicht. Haben die sich get&auml;uscht f&uuml;hlenden Politiker nicht schon l&auml;nger bemerkt, dass sie st&auml;ndig nur verschaukelt wurden. Siehe z.B. Hermann Scheer mit seinem Eintreten f&uuml;r den Hamburger Parteitagsbeschluss und der nachtr&auml;glichen Privatisierungsentscheidung der SPD-Spitze.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Niedrige L&ouml;hne &ndash; hohe Gewinne<\/strong><br>\nTrotz Finanzkrise und teurer Rohstoffe sind deutsche Firmen so profitabel wie nie zuvor. Die Unternehmen in Deutschland werden ihre Gewinne im laufenden Jahr wohl abermals kr&auml;ftig steigern. Trotz Finanzkrise, teurem &Ouml;l, hohem Euro-Kurs und wieder st&auml;rker steigenden Lohnkosten wird &ldquo;der Aufw&auml;rtstrend der Gewinne auch im schwierigen Jahr 2008 voraussichtlich nicht gebrochen&rdquo;, so Rolf Schneider von Allianz Dresdner Economic Research. Auch werden die deutschen Firmen immer profitabler: In Sachen Kapitalrendite haben sie ihren R&uuml;ckstand zu den US-Unternehmen in den vergangenen Jahren aufgeholt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/archiv\/.bin\/dump.fcgi\/2008\/0602\/wirtschaft\/0018\/index.html\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Der beste Datenschutz ist Datenarmut&rdquo;<\/strong><br>\nIn der Telekom-Aff&auml;re haben Innenminister Wolfgang Sch&auml;uble (CDU) und Konzernchef Ren&eacute; Obermann &uuml;ber m&ouml;gliche Konsequenzen aus der Bespitzelung von Managern und Journalisten beraten. Die Gr&uuml;nen fordern den Stopp der Vorratsdatenspeicherung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/deutschland\/Telekom-Spitzelaffaere;art122,2542502\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><strong>Mehrheit der Deutschen hat Zukunftsangst<\/strong><br>\nDie Wirtschaft w&auml;chst &ndash; doch die meisten Menschen glauben laut einer Umfrage, dass es mit ihnen bergab geht. Deshalb begr&uuml;&szlig;en sie auch die Steuersenkungspl&auml;ne der CSU. Es herrscht Untergangsstimmung in Deutschland. Nur neun Prozent der Bev&ouml;lkerung glauben einer repr&auml;sentativen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der &ldquo;Stuttgarter Zeitung&rdquo; zufolge, dass es ihren Kindern einmal besser gehen wird. Trotz sinkender Arbeitslosigkeit zweifeln die Deutschen, dass es bei ihnen pers&ouml;nlich aufw&auml;rts geht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,557134,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Sind solche Umfrageergebnisse eigentlich erstaunlich. Da wird seit Jahren t&auml;glich gepredigt, &bdquo;wir&ldquo; m&uuml;ssten den G&uuml;rtel enger schnallen, wir m&uuml;ssten &bdquo;Zumutungen&ldquo; hinnehmen, die Globalisierung und der demografische Wandel erforderten Absenkungen im Lebensstandard. Da malen die leitenden Redakteure gerade des Spiegel einen &bdquo;Weltkrieg um den Wohlstand&ldquo; (Gabor Steingart) an die Wand, gerade der Spiegel wandelte sich vom &bdquo;Sturmgesch&uuml;tz der Demokratie&ldquo; zum Sturmgesch&uuml;tz des Katastrophismus. Dass die Leute Steuern senken wollen, ist so trivial, als w&uuml;rde man Freibier f&uuml;r alle versprechen. Wenn man danach fragt, ob die Abgaben gesenkt werden sollen, m&uuml;sste man eigentlich immer dazu sagen, ob sie stattdessen ihre soziale Sicherung (teurer) privat finanzieren wollen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Eine unendliche Geschichte &ndash; Die SPD-Abgrenzungsbeschl&uuml;sse gegen die SED-Nachfolgeparteien<\/strong><br>\nWiederholt sich die Geschichte? War da nicht was? 1994 zwingt der SPD-Vorsitzende Rudolf Scharping die ostdeutschen Landesverb&auml;nde die sogenannte Dresdner-Erkl&auml;rung zu unterschreiben, die eine Zusammenarbeit mit der PDS ausschlie&szlig;t. Rudolf Scharping, 1994 SPD-Parteivorsitzender: &ldquo;Es wird keine Zusammenarbeit mit der PDS geben.&rdquo; Und was wurde daraus? Rot-rote B&uuml;ndnisse in ecklenburg-Vorpommern bis 2006 und bis heute in Berlin. Rudolf Scharping? Er verlor den Parteivorsitz gegen den Linken Lafontaine. Und Kurt Beck?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.br-online.de\/daserste\/report\/archiv\/2008\/00480\/druckversion.html\">report M&uuml;nchen<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Vermutlich verfolgt der Bayerische Rundfunk die Intention weiter in der &bdquo;Glaubw&uuml;rdigkeitsfrage&ldquo; der SPD zu bohren. Aber interessant ist dieser R&uuml;ckblick schon und der Verlauf ist gleichfalls erhellend.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Gerd-Rainer Horn: Die Arbeiter und &ldquo;1968&rdquo; in West- und S&uuml;deuropa <\/strong><br>\nDieser Aufsatz widmet sich einem der wichtigsten Forschungsdesiderata: die Beteiligung der Arbeiterschaft an den Protestereignissen in und um 1968. Insbesondere in der bundesdeutschen Literatur wird die zeitgen&ouml;ssische Protestwelle kaum mit Arbeitern und den Arbeiterbewegungen in Verbindung gebracht. Demonstrierten Arbeiter und Arbeiterbewegungen nicht einmal mehr, dass sie ihre historische Rolle als Speerspitze des Antikapitalismus eingeb&uuml;&szlig;t hatten?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bpb.de\/publikationen\/ACPK0E,0,Die_Arbeiter_und_1968_in_West_und_S%FCdeuropa.html\">Bundeszentrale f&uuml;r politische Bildung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Volker Bahl:<\/strong> Mythos und Realit&auml;t der deutschen Gewerkschaften, 1968 bringt es an den Tag: die deutschen Gewerkschaften sind ein blo&szlig;es &ldquo;Sch&ouml;nwetter-Modell&rdquo; &ndash; oder wie es dazu kommen konnte, dass die deutschen Gewerkschaften den Niedergang des &ldquo;Europ&auml;ischen Sozialmodells&rdquo; einleiten. Je weiter ich mich vortaste, desto deutlicher zeichnet sich dieses Bild einer strukturellen Unf&auml;higkeit der deutschen Gewerkschaften ab, ihrer Hauptaufgabe zu gen&uuml;gen, volkswirtschaftlich angemessene L&ouml;hne durchzusetzen.<\/em><\/p>\n<p>&Ouml;konomisch zeichnet sich immer deutlicher ab, Deutschland ist beim Lohndumping das &ldquo;China Europas&rdquo;  (Gustav Horn ). Der britische Historiker Perry Anderson (&ldquo;Depicting Europe&rdquo;) hatte es noch drastischer formuliert, das deutsche Lohndumping mit der gleichzeitigen Rolle als Export-Weltmeister geht den anderen europ&auml;ischen Volkswirtschaften &ldquo;an die Gurgel&rdquo; &ndash; und schn&uuml;rt ihnen im Hinblick auf die soziale Dimension die Luft ab. &ndash; Das ganze &ldquo;Globalisierungs-Gew&auml;sch&rdquo; in Deutschland l&auml;sst jede klare Analyse vermissen und bleibt nichts als Vernebelungstaktik gegen&uuml;ber diesem so zentralen &ouml;konomischen Sachverhalt.<\/p>\n<p>Aber das ist inzwischen schon alter K&auml;se und kann allenfalls noch den\/diejenige(n) ersch&uuml;ttern, der \/ die von diesem Sachverhalt keine Ahnung hat &ndash; oder ihn einfach nicht zur Kenntnis nehmen wollte. Wenn man jedoch bei dieser empirischen Feststellung allein verharrt, f&uuml;hrt das nur zu moralisierenden Vorw&uuml;rfen in Richtung der deutschen Gewerkschaften vor allem im europ&auml;ischen Rahmen &ndash; und bei den deutschen Gewerkschaften zu vielleicht verquerem Handlungsdrang oder Resignation, weil ja doch nichts zu erreichen ist (Ausrede: Globalisierung). Nur, die f&uuml;r das gemeinsame Europa sch&auml;dliche Konsequenz dieses fortlaufenden Lohndumpings  bleibt, n&auml;mlich ein weiteres Herunterziehen des &ldquo;europ&auml;ischen Sozialmodells&rdquo;, bis es vollkommen unkenntlich geworden ist. Ich sehe keinen anderen Ausweg &ndash; lasse mich aber auch hier gerne eines Besseren belehren &ndash; als sich die Gewerkschaftsstrukturen in Europa genauer anzuschauen. Wichtig w&auml;re dabei vor allem, die Streikm&ouml;glichkeiten in Europa vergleichend zu betrachten. Streiks bleiben einfach konstitutiv f&uuml;r das gewerkschaftliche Handeln &ndash; und ihre unterschiedlichen Formen in Europa zeigen eben unterschiedliche Durchsetzungskraft.<\/p>\n<p>Zur&uuml;ck zu 68: Und der Mythos war Realit&auml;t<br>\nDas Spannende ist, bei diesem Blick zur&uuml;ck stellen wir fest, der Mythos einer &ldquo;aus eigener Kraft&rdquo; durchsetzungsstarken Gewerkschaft war in Deutschland zur damaligen Zeit noch Realit&auml;t &ndash; es waren eben Vollbesch&auml;ftigungszeiten. Oder zitieren wir aus der Studie von Gerd-Rainer Horn: &ldquo;Auch in der Folge von 68 kann man bei den bundesdeutschen Daten einen durchaus substantiellen Reallohnanstieg bundesdeutscher Arbeiter herauslesen &ndash; und dies bei unterdurchschnittlicher Streikbereitschaft und geringer Militanz&rdquo;. Das spezifisch deutsche Streikrecht &ndash; der so genannte &ldquo;Nipperdaysche K&auml;fig &ndash; zeigt hier auch seine Wirkung, aber insgesamt war in dieser Situation &ndash; um es mit diesem &ldquo;sch&ouml;nen&rdquo; Wort zu sagen &ndash; das deutsche Streikrecht funktional-&auml;quivalent &ndash; es konnte in anderer Form das gleiche Ergebnis erzielen!<\/p>\n<p>Jedoch verweist das bundesdeutsche Beispiel &ndash; immer noch im Gefolge von 68 &ndash; eine inmitten Europas verlaufende Trennlinie, die den Kontinent grosso modo in diesen Jahren &ndash; und wohl auch heute noch &ndash;  teilte. N&ouml;rdlich einer Linie, die der Maas, dem Rhein und schlie&szlig;lich stromabw&auml;rts dem Adige (Etsch) entlang f&uuml;hrte, waren soziale Konflikte traditionell proletarischer Natur eher von Seltenheitswert. Ein meist relativ hoher gewerkschaftlicher Organisationsgrad und oft vergleichsweise reibungslos funktionierende Kooperationsbeziehungen zwischen Vertretern von Lohnarbeit und Kapital unter Einschluss der Regierungen ( diese R&uuml;ckendeckung durch die Politik ist wohl ein wichtiger Faktor f&uuml;r dieses Modell ) erm&ouml;glichten die Entsch&auml;rfung und die L&ouml;sung von Konflikten oft vor dem Streikausbruch.<\/p>\n<p>Zu den Zeiten der Vollbesch&auml;ftigung der 60-er und 70-er Jahre &ndash; auch dann in Deutschland durch die Schiller`sche Konjunkturpolitik (SPD) stabilisiert &ndash; konnten die Gewerkschaften so in Deutschland eine materielle Lage f&uuml;r die Arbeiter gew&auml;hrleisten, die den s&uuml;deurop&auml;ischen L&auml;ndern nicht nachstand. In diesen volkswirtschaftlichen &ldquo;Sch&ouml;nwetter-Zeiten&rdquo; funktionierten die &bdquo;Sozialpartnerschaft&ldquo; angemessen.  Es kam dabei zwar auch in den nordeurop&auml;ischen L&auml;ndern zu einem signifikanten Anstieg von Streiks in den 60-er und insbesondere den 70-er Jahren ( vgl. die Welle von &ldquo;wilden Streiks&rdquo; in Deutschland im Herbst &acute;69),doch bleiben die Zahlen weit hinter denen der L&auml;nder im meist romanisch-sprachigen S&uuml;deuropa zur&uuml;ck.( F&uuml;r Frankreich zu 68 vgl. vor allem auch Artieres\/Zancarini-Fournell )<\/p>\n<p>Fazit f&uuml;r die Vollbesch&auml;ftigungszeit in den Jahren um 68 : eine geringere Streikt&auml;tigkeit f&uuml;hrt doch zu &auml;hnlichen Ergebnissen &ndash; trotz des b&uuml;rokratischen Gewerkschafts-Modells in Deutschland (Max Weber l&auml;sst gr&uuml;&szlig;en), wo das Individuum allenfalls am Rande eine Rolle spielen darf &ndash; und nicht wie gerade in Frankreich im Zentrum steht.<\/p>\n<p>Nur leider hat dieser Mythos &ndash; f&uuml;r die Jetzt-Zeit keine Relevanz mehr. Die mangelnde politische R&uuml;ckendeckung (siehe die &ldquo;Organisierung des freien Falls der L&ouml;hne&rdquo; durch die Hartz-Reformen) und das b&uuml;rokratische Streikrecht selbst haben die Gewerkschaften in Deutschland f&uuml;r ihre Aufgabe der solidarischen Lohndurchsetzung reichlich ineffizient werden lassen &ndash; und unter dem Dach des Euro ( vgl. Flassbeck ) &ldquo;strangulieren&rdquo; sie die in ihrer dezentralen Militanz viel flexibleren Gewerkschaften vor allem in den anderen europ&auml;ischen L&auml;ndern &ndash; wie derzeit im  Nachbarland Frankreich zu beobachten.<br>\nKein sch&ouml;ner Beitrag f&uuml;r ein &ldquo;Europ&auml;isches Sozialmodell&rdquo; aus Deutschland.<\/p><\/li>\n<li><strong>Uran-Waffen &ndash; Sorgfaltspflicht gegen&uuml;ber Parlament und Volk missachtet<\/strong><br>\nAm 23. April hat der Staatsminister im Ausw&auml;rtigen Amt, Gernot Erler, dem Pr&auml;sidenten des Deutschen Bundestages die Antwort der deutschen Bundesregierung auf eine Anfrage der Fraktion Die Linke zur Lagerung und zum Einsatz von Uranmunition und zur Auswirkung dieser Waffen auf die Bev&ouml;lkerung (Bundestagsdrucksache 16\/8735 vom 7. April 2008) zukommen lassen. Die Antwort der Bundesregierung tut alle kritischen Untersuchungen und Stellungnahmen zu Uranwaffen als &laquo;Medienberichte&raquo; ab und nimmt keine dieser Untersuchungen und Stellungnahmen wirklich zur Kenntnis. Im Ergebnis spricht die Antwort der Bundesregierung eine v&ouml;llige Entwarnung gegen&uuml;ber den Gefahren von Uranwaffen aus. Damit f&auml;llt die Bundesregierung selbst hinter den Diskussionsstand des Europ&auml;ischen Parlaments zur&uuml;ck, das sich mit &uuml;berw&auml;ltigender Mehrheit (491 von 512 abgegebenen Stimmen) in einer Resolution vom 22. Mai f&uuml;r ein sofortiges Moratorium und f&uuml;r ein weltweites Verbot des Einsatzes von DU-Munition ausgesprochen hat. [DU = Depleted Uranium, abgereichertes Uran]<br>\nDer K&ouml;lner Journalist und  Filmemacher Frieder Wagner (&laquo;Der Arzt und die Kinder von Basra&raquo;, &laquo;Deadly Dust&raquo;) hat eine Erwiderung zur Stellungnahme der Bundesregierung verfasst.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit-fragen.ch\/ausgaben\/2008\/nr22-vom-2652008\/uran-waffen-sorgfaltspflicht-gegenueber-parlament-und-volk-missachtet\/\">Zeit-Fragen<\/a><\/li>\n<li><strong>&raquo;Mit allen Mitteln&laquo;<\/strong><br>\nUnter Berufung auf Insider berichtete die New York Times letzte Woche, da&szlig; die Bush-Administration f&uuml;r August einen Angriff gegen Iran plant. Hierzu habe es von der Regierung bereits eine Einweisung f&uuml;r die f&uuml;hrenden Mitglieder des Geheimdienst-ausschusses des US-Senats gegeben.\n<p>Ma&szlig;geblich tr&auml;gt (zu den Ger&uuml;chten) die Tatsache bei, dass Bush nach dem Irak-Krieg &ouml;ffentlich versprochen hat, das Iran-Problem vor Ende seiner Amtszeit zu &raquo;l&ouml;sen&laquo;, und zwar &raquo;mit allen Mitteln&laquo;, friedlich oder anders. Dies sehe Bush, so der politische Enth&uuml;llungsjournalist Seymour Hersh, als seine &raquo;gottgegebene Aufgabe&laquo; an.<br>\nBeobachter der Washingtoner Politik nehmen an, da&szlig; durch die Ini-tiierung eines Iran-Kriegs milit&auml;rische Fakten geschaffen werden sollen, die auch den Nachfolger Bushs, egal wer es wird, auf die Fortf&uuml;hrung der bisherigen Kriegspolitik festlegen. Gestoppt werden k&ouml;nnte der Krieg jedoch noch durch eine Welle des &ouml;ffentlichen Protestes.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2008\/06-03\/013.php\">junge Welt<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Stiefkind Bachelor<\/strong><br>\nImmer mehr Bachelor-Absolventen dr&auml;ngen auf den Arbeitsmarkt. Doch die Chancen der neuen Kurzzeit-Studenten sind nicht besonders gut. Viele Unternehmen sind noch  skeptisch. Neun Jahre ist es her, dass in Deutschland die ersten Bachelor- und Master-Studieng&auml;nge als Pilotprojekte eingef&uuml;hrt worden sind. Aber noch immer ist die wichtigste Frage zum Bologna-Prozess nicht beantwortet: Wie stehen die Chancen der neuen Kurzzeit-Studenten auf dem Arbeitsmarkt? 67 Prozent aller Studieng&auml;nge an deutschen Universit&auml;ten und Fachhochschulen schlie&szlig;en inzwischen mit dem Bachelor oder Master ab, 48 Prozent der Studienanf&auml;nger haben sich im Wintersemester 2006\/07 daf&uuml;r eingeschrieben. Eine Employability-Studie der Universit&auml;t Freiburg ergab, dass Bachelor-Absolventen tats&auml;chlich benachteiligt sind. Zwar haben Gro&szlig;unternehmen wie die Deutsche Bahn AG, BASF oder die Allianz den neuen Abschl&uuml;ssen mit der &ldquo;Bachelor Welcome&rdquo;-Initiative ihr Vertrauen ausgesprochen. Bei den kleineren und mittleren Unternehmen, die zwei Drittel aller Arbeitspl&auml;tze in Deutschland stellen, sieht das Bild jedoch anders aus. Bachelor-Studenten seien als Praktikanten und Werkstudenten bereits voll integriert, im technischen Bereich sei auch ein Einsatz denkbar, der dem von Fachhochschul-Ingenieuren gleicht. &ldquo;Die Leitungspositionen werden jedoch den Master-Absolventen vorbehalten bleiben.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/jobkarriere\/artikel\/909\/177372\/\">SZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Aufh&ouml;ren!!! Anne Will entzaubert<\/strong><br>\nAnf&auml;nglich suchte und f&ouml;rderte sie offene Gespr&auml;che mit und unter ihren G&auml;sten. Sie war im Vergleich zu Sabine Christiansen auffallend freundlich, geduldig, entgegenkommend. Kurz gesagt war sie fair gegen&uuml;ber jedem Gast. Nach ein paar Ausstrahlungen kam dann aber der Bruch. Jedem aufmerksamen Beobachter wird schnell klar, dass Anne Will heute knallhart politische Ziele verfolgt und in diesem Interesse ihre G&auml;ste manipuliert. Je weniger sie ihre vorgestecktes Ziel verfeht, desto nerv&ouml;ser wird sie. Vorl&auml;ufiger H&ouml;hepunkt war die Sendung von Sonntag, dem 1.6.2008.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.readers-edition.de\/2008\/06\/02\/aufhoeren-anne-will-entzaubert%20\">Readers Edition<\/a>\n<p><em>Siehe dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>&ldquo;Irgendein Teufel ist in Sie gefahren!&rdquo;<\/strong><br>\nMal l&auml;chelt Oskar Lafontaine b&ouml;se, mal g&ouml;nnerhaft, mal kr&auml;uselt er staatsm&auml;nnisch die Stirn. Bei Anne Will fand der Saarl&auml;nder die perfekte B&uuml;hne, um das Schmierenst&uuml;ck von der historischen Wiederauferstehung der deutschen Linken zu inszenieren &ndash; eine Travestieshow.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/0,1518,557048,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Ein Musterbeispiel daf&uuml;r wie de Spiegel sich immer mehr dem Niveau der Bild-Zeitung ann&auml;hert. Aber selbst diese einseitige Parteinahme ist den Konservativen noch nicht weitgehend genug:<br>\nBild und CDU-Politiker wie Friedbert Pfl&uuml;ger fordern den <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/news\/politik\/2008\/06\/02\/lafontaine-tv-zoff\/bei-anne-will.html\">Rauswurf von Will.<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Tipp: Konferenz &ldquo;Gerechtigkeit f&uuml;r Generationen &ndash; Wie schaffen wir nachhaltig materiellen und sozialen Wohlstand f&uuml;r alle?&rdquo;<\/strong><br>\nEine Konferenz, die der Gespr&auml;chskreis Sozialpolitik der FES am 16. Juni 2008 in Berlin Hiroshimastr. 17 veranstaltet. Der Veranstalter verspricht, dass im Unterschied zu den popul&auml;ren Vorschl&auml;gen weiterer Steuer- und Abgabensenkungen und st&auml;rkerer privater Eigenvorsorge im Zentrum der Konferenz die gesamtwirtschaftliche Perspektive auf das Thema der Generationengerechtigkeit steht, und damit die Frage nach angemessenen Investitionen in soziale Produktivit&auml;t &ndash; und der gerechten Verteilung. Es referieren und diskutieren u.a. Professor Peter Bofinger, Professor Gustav Horn, Bundesministerin a.D. Edelgard Bulmahn, Staatssekret&auml;r Matthias Machnig, Annelie Buntenbach (DGB) und Randolf Rodenstock (BDA).\n<p>F&uuml;r NachDenkSeiten-Leserinnen und Leser vielleicht ganz interessant sich da einzubringen.<br>\n(Anmeldung bei der Friedrich Ebert Stiftung www.fes.de\/wiso\/ ) <\/p>\n<p><em>Zu guter letzt: <\/em><\/p>\n<p>Aus Anlass der Fu&szlig;ball-Europameisterschaft eine Erinnerung von Lukas Meyer-Blankenburg daran, warum Zinedine Zidandes Kopfsto&szlig; beim WM-Finale ein <a href=\"upload\/doc\/080603%20Hinweise%20Zu%20guter%20letzt.doc\">Akt der Menschlichkeit war. [DOC &ndash; 44 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3255","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3255","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3255"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3255\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3255"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3255"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3255"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}