{"id":32915,"date":"2016-04-11T09:22:14","date_gmt":"2016-04-11T07:22:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=32915"},"modified":"2018-12-27T11:44:27","modified_gmt":"2018-12-27T10:44:27","slug":"der-mord-in-kassel-2006-betreutes-morden-zum-zehnjaehrigen-gedenken-an-halit-yozgat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=32915","title":{"rendered":"Der Mord in Kassel 2006 \u2013 \u201ebetreutes Morden\u201c? Zum zehnj\u00e4hrigen Gedenken an Halit Yozgat"},"content":{"rendered":"<p><em>Das Gew&auml;hrenlassen des NSU hat der Rechtsanwalt Thomas Bliwier, der die Familie des NSU-Opfers Halit Yozgat vertritt, knapp und richtig als &ldquo;vom Verfassungsschutz betreute Morde&rdquo; (Hart aber fair-Sendung vom 5.3.2016) bezeichnet.<\/em><\/p><p>Der Mord in Kassel weist zwei Besonderheiten auf: Zur Tatzeit war der hessische Verfassungsschutzmitarbeiter Andreas Temme am Tatort in einem Internet-Caf&eacute; &ndash; angeblich ganz privat. Ein Verfassungsschutzmitarbeiter, der den Spitznamen <em>&rsaquo;Klein-Adolf&lsaquo;<\/em> trug, einen ortsbekannten Neonazi als V-Mann &rsaquo;f&uuml;hrte&lsaquo;, mit dem er am Mordtag in telefonischem Kontakt stand. Und es gibt eine weitere Besonderheit: Nach dem Mord an dem Besitzer des Internet-Caf&eacute;s Halit Yozgat bricht die rassistische Mordserie ab. Aus der Logik der T&auml;ter ist dies nicht zu erkl&auml;ren. Es k&ouml;nnen nur andere Umst&auml;nde sein, die daf&uuml;r ausschlaggebend waren: die <em>&raquo;Kasseler Problematik&laquo;<\/em>, vor der Temmes Vorgesetzte gewarnt hatte, in der er <em>&raquo;ein bisschen drinstreckt&laquo;<\/em>? Von <strong>Wolf Wetzel<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=32915#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>].<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_670\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-32915-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160408_Betreutes_Morden_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160408_Betreutes_Morden_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160408_Betreutes_Morden_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160408_Betreutes_Morden_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=32915-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160408_Betreutes_Morden_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"160408_Betreutes_Morden_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>In Kassel ereignete sich am 6. April 2006 der neunte Mord, der dem Nationalsozialistischen Untergrund\/NSU zugeordnet wird. Dieses Mal wurde das Opfer, der Besitzer des Internet-Caf&eacute;s Halit Yozgat, kaltbl&uuml;tig ermordet. Wie bei den vorangegangenen Morden wurde &rsaquo;zuf&auml;llig&lsaquo; auch dieser ins ausl&auml;ndische Milieu  verortet. Wieder aus Zufall wurde &raquo;nie Richtung Rechtsextremismus ermittelt&laquo; (FR vom 24.11.2011). Ebenso &rsaquo;zuf&auml;llig&lsaquo; wurden T&auml;ter im famili&auml;ren und beruflichen Umfeld des Ermordeten gesucht.<\/p><p>Das Internetcaf&eacute; ist am 6. April 2006 durchschnittlich besucht, als eine Person das Gesch&auml;ft gegen 17 Uhr betritt, an die Theke tritt, eine Pistole mit Schalld&auml;mpfer zieht und kurz darauf Halit Yozgat mit zwei Sch&uuml;ssen in den Kopf so schwer verletzt, dass dieser noch am Tatort stirbt. Patronen werden am Tatort nicht gefunden, da eine &uuml;ber die Tatwaffe gest&uuml;lpte Plastikt&uuml;te den Auswurf der Patronen verhinderte.<\/p><p>Die Mordkommission sichert kurze Zeit sp&auml;ter den Tatort. Man h&auml;lt die Personalien der noch anwesenden Internetbesucher fest, sichert die Spuren, die Internetbenutzerdaten. Dem Aufruf der Polizei, sich als m&ouml;gliche ZeugInnen des Mordes zu melden, folgen alle  bis auf einen Besucher. Die Polizei kann die Identit&auml;t dieser Person feststellen: Es ist Andreas Temme mit dem dienstlichen Aliasname Alexander Thomsen, der sich im Internet als &rsaquo;J&ouml;rg Schneeberg&lsaquo; ausgegeben hatte. Daraufhin setzen interne und staatsanwaltschaftliche Ermittlungen ein. Andreas Temme wird als Tatverd&auml;chtiger unz&auml;hlige Male vernommen. Dabei zeigt sich seine Erinnerung als &auml;u&szlig;erst biegsam: er &auml;nderte je nach (ihm zug&auml;nglich gemachtem) Ermittlungsstand seine Aussagen: <\/p><blockquote><p>\n&raquo;Erst kannte er &ndash; in dem Glauben, die Anwesenheit sei ihm nicht nachweisbar &ndash; das Caf&eacute; angeblich nicht, dann war er zu einem anderen Zeitpunkt, am 5.4.2006, dort und schlie&szlig;lich will er von den ma&szlig;geblichen Vorg&auml;ngen nichts mitbekommen haben.&laquo;\n<\/p><\/blockquote><p>(Beweisantrag der Nebenkl&auml;ger vom 12.11.2013)<\/p><p>Nachdem er nicht mehr leugnen konnte, zur Tatzeit am Tatort gewesen zu sein, erinnerte er sich wieder ganz genau: Er habe dort als Privatperson in einem Erotik-Portal gesurft. Mit diesen Aussagen macht sich die Mordkommission an die Arbeit. Sie bringt in Kenntnis, dass Andreas Temme neben behaupteter &rsaquo;Chat-Aff&auml;re&lsaquo; zur selben Zeit im operativen Einsatz war. Auf seinem Handy werden Verkehrsdaten sichergestellt, die belegen, dass er sowohl vor als auch nach seinem Internetbesuch Telefonkontakt zu einem Neonazi hatte. Damit konfrontiert, erkl&auml;rt Temme, dass er V-Mann-F&uuml;hrer dieses Neonazis sei. Um aufzukl&auml;ren, welche Rolle seine Anwesenheit am Tatort und die Telefonate mit einem Neonazi spielen, beantragt die Polizei u.a. eine Aussagegenehmigung f&uuml;r den vom VS-Mitarbeiter Temme gef&uuml;hrten Neonazi. Diese Amtshilfe wird zuerst vom Chef des hessischen Verfassungsschutzes, wenig sp&auml;ter vom hessischen Innenminister Volker Bouffier (CDU) abgelehnt: <\/p><blockquote><p>\n&raquo;Ich bitte um Verst&auml;ndnis daf&uuml;r, dass die geplanten Fragen &hellip; zu einer Erschwerung der Arbeit des Landesamtes f&uuml;r Verfassungsschutz f&uuml;hren w&uuml;rden.&laquo;\n<\/p><\/blockquote><p>(Brauner Terror &ndash; Blinder Staat &ndash; Die Spur des Nazi-Trios, ZDF-Sendung vom 26.6.2012)<\/p><p>Auch weigerte sich der Innenminister und heutige Ministerpr&auml;sident Volker Bouffier (CDU) in einer Innenausschusssitzung vom 17. Juli 2006, zum Stand der Ermittlungen Stellung zu nehmen. In der Folge wurde die ermittelnde Polizei mit unvollst&auml;ndigen, also manipulierten Aktenbest&auml;nden versorgt. Die Akten zum Neonazi und V-Mann Benjamin G&auml;rtner waren geschw&auml;rzt. Klarakten bekamen die Ermittler nie zu Gesicht.<\/p><p>Au&szlig;erdem behauptet der hessische Verfassungsschutz allen Ernstes, dass es von V-Mann-F&uuml;hrer Temme angefertigte Treffberichte mit Benjamin G&auml;rtner g&auml;be, nur keine f&uuml;r das Jahr 2006. Und das, obwohl Temme selbst best&auml;tigt, dass er den Neonazi ein bis zwei Mal im Monat getroffen habe, was dem V-Mann Benjamin G&auml;rtner die Note <em>&rsaquo;B&lsaquo;<\/em> einbrachte, die zweith&ouml;chste Bewertung f&uuml;r Quellenglaubw&uuml;rdigkeit.<\/p><p>Derma&szlig;en mit Verschleierungen der Umst&auml;nde konfrontiert, liefen alle Bem&uuml;hungen um Aufkl&auml;rung ins Leere. Besch&uuml;tzt, gedeckt und abgeschirmt, wurden die Ermittlungen gegen den V-Mann-F&uuml;hrer Temme im Januar 2007 eingestellt. Eine Meisterleistung in Sachen Behinderung der Aufkl&auml;rung und des Verschwindenlassens von taterheblichen Beweismitteln. Was haben den Chef des hessischen Verfassungsschutzes und den damaligen Innenminister Volker Bouffier als obersten Dienstherrn, dazu bewogen, dem &rsaquo;Schutz&lsaquo; des Geheimdienstes einen h&ouml;heren Rang einzur&auml;umen als der Aufkl&auml;rung eines Mordes?<\/p><p>&Uuml;ber vier Jahre lang hielten alle an dem Mordfall beteiligten Beh&ouml;rden dicht &ndash; von dem ansonsten so viel beschworenen Beh&ouml;rdenwirrwarr keine Spur. Das &auml;nderte sich erst, als Beate Zsch&auml;pe als Folge der t&ouml;dlichen Ereignisse am 4. November 2011 &ndash; mit der Versendung der Video-Kassetten &ndash; daf&uuml;r sorgte, dass die Existenz des NSU nicht mehr geleugnet werden konnte. Seitdem wissen wir noch lange nicht alles, aber genug, um die Behinderung, um die Verhinderung der Aufkl&auml;rung dieses neonazistischen Mordes im Detail belegen zu k&ouml;nnen. Fast nichts stimmte, was damals als offizielle Version bekannt gemacht wurde.<\/p><p>Dabei ist ein Beweismittel von erheblicher Bedeutung, das nun in Ausz&uuml;gen vorliegt: Die Polizei hatte den Verfassungsschutz abgeh&ouml;rt &ndash; eine Ma&szlig;nahme, die durchaus Sinn machte und sehr viel Aufschlussreiches erbrachte, gerade auch, was berufliches Umfeld von Andreas Temme angelangt. &Uuml;ber Wochen wurden die Telefonanschl&uuml;sse &uuml;berwacht und protokolliert, die dieser benutzte. Es waren &uuml;ber 200 Telefonate.<\/p><p><strong>Andreas Temme &ndash; ein verbeamteter Neonazi mit der Aufgabe, Neonazismus zu bek&auml;mpfen<\/strong><\/p><p>Andreas Temme war &ndash; dem Wortsinn nach &ndash; kein Verfassungssch&uuml;tzer, sondern ein verbeamteter Verfassungsfeind. In seiner Jugend gab man ihm den Namen &rsaquo;Kleiner Adolf&lsaquo;, dem er auch als V-Mann-F&uuml;hrer von Neonazis gerecht wurde. In seiner Wohnung fand man Ausz&uuml;ge aus Hitlers <em>&rsaquo;Mein Kampf&lsaquo;<\/em> und weitere neonazistische Propaganda.<\/p><blockquote><p>&raquo;In T.s B&uuml;ro fanden sich B&uuml;cher wie &rsaquo;Lehrplan f&uuml;r die weltanschauliche Erziehung der SS&lsaquo;, ein Lehrplan des SS-Hauptamts oder &rsaquo;Judas Schuldbuch&lsaquo;.&laquo;<\/p><\/blockquote><p>(stuttgarter-nachrichten.de vom 3.12.2013)<\/p><p>Zudem wurden <\/p><blockquote><p>&raquo;Waffen, Drogen, umfangreiche Nazi-Ver&ouml;ffentlichungen, ein Buch &uuml;ber Serienmorde sowie geheime Verfassungsschutzunterlagen gefunden&laquo;<\/p><\/blockquote><p>(Welt am Sonntag vom 17.5.2015).<\/p><p>Das ist nicht alles. Auch die Wohnung seiner Eltern wurde durchsucht: &ldquo;In der Dachgeschosswohnung hatte der Beamte bis zu seiner Heirat im Jahr zuvor gewohnt.<\/p><blockquote><p>Dort findet die Polizei in einem Tresor und in dem Hohlraum einer Dachschr&auml;ge diverse Waffen: einen Revolver der Marke Smith &amp; Wesson, eine Pistole von Heckler &amp; Koch, eine Beretta, ein Gewehr und eine Gaspistole. Dazu 240 Schuss Munition und einen Waffenschein. Temme ist Sportsch&uuml;tze.&rdquo;<\/p><\/blockquote><p>(stern.de vom 6.4.2016)<\/p><p>Und was das hessische Innenministerium &uuml;ber f&uuml;nf Jahre erfolgreich zu sch&uuml;tzen versuchte, ist mittlerweile auch bekannt: Andreas Temme hat am Tattag nicht mit irgendjemandem telefoniert, sondern mit dem Neonazi und V-Mann Benjamin G&auml;rtner, einmal um 13:06 Uhr und ein weiteres Mal um 16:10 Uhr, eine Stunde vor der Mordtat. Benjamin G&auml;rtner wurde als Gew&auml;hrsperson &rsaquo;GP 389&lsaquo;, also als Spitzel gef&uuml;hrt.<\/p><p>Dieser hatte sehr gute Kontakte zur Neonaziszene in Kassel. Dazu geh&ouml;rte auch sein Stiefbruder <em>Christian Wenzl<\/em>, der eine f&uuml;hrende Rolle in der &rsaquo;Kameradschaft Kassel&lsaquo; (ehemals &rsaquo;Nationalistische Front&lsaquo;) spielte.<\/p><p>Wenn man wei&szlig;, dass bei allen neun NSU-Morden Neonazis aus der betreffenden Region, aus der betreffenden Stadt mit dem Aussp&auml;hen von &Ouml;rtlichkeiten und Opfern eingebunden waren, dann versteht man, was das hessische Innenministerium um jeden Preis verhindern wollte: Ermittlungen, die dem Verdacht nachgehen, dass ein vom Verfassungsschutz gef&uuml;hrter Neonazi am Mord des Internetcaf&eacute;besitzers beteiligt war, Ermittlungen, die dem Verdacht nachgehen, ob der V-Mann F&uuml;hrer Andreas Temme &uuml;ber seine &rsaquo;Quelle&lsaquo; von den Mordvorbereitungen, vom Mord selbst gewusst haben k&ouml;nnte.<\/p><p>All dies erkl&auml;rt jedenfalls viel schl&uuml;ssiger, dass nicht die angebliche oder auch inszenierte &rsaquo;Chat-Aff&auml;re&lsaquo; der Grund war, seine Anwesenheit zur Mordzeit zu verheimlichen, sondern die m&ouml;gliche Verwicklung in diesen neonazistischen Mord. Bekanntlich reichen f&uuml;r den Vorwurf der Beihilfe zu Mord auch &rsaquo;unsichtbare Tatbeitr&auml;ge&lsaquo;, wie das Gew&auml;hrenlassen einer Tat, das F&uuml;hren und Decken von Mitt&auml;tern.<\/p><p>Dass Andreas Temme genau wei&szlig;, wie er seine Anwesenheit bei einem Mord &rsaquo;gestalten&lsaquo; muss, belegt ein weiteres Detail: Ein Internetbesucher, der nach dem Mord befragt wurde, erw&auml;hnte einen gro&szlig; gewachsenen Mann, der eine Plastikt&uuml;te dabei hatte, als er das Internetcaf&eacute; betrat und sich an den PC-Platz Nr.2 setzte. Der Platz, der einwandfrei Andreas Temme zugeordnet werden konnte. Der Zeuge beschreibt zudem, dass die Plastikt&uuml;te am Boden ausgebeult gewesen war, durch einen schweren &raquo;eckigen&laquo; Gegenstand. Bis heute bestreitet Temme, dass er eine Plastikt&uuml;te dabei hatte. Das ist umso bemerkenswerter, als seine Frau genau dies an ihrem Mann heftig kritisiert hatte. Auch diese Tatsache ist aufgrund der abgeh&ouml;rten Telefonate dokumentiert. Laut Telefonprotokoll hat sie ihrem Mann gesagt, <em>&raquo;willst du nicht mal auf mich h&ouml;ren? Ich sage noch, ne, nimm keine Plastikt&uuml;te mit!&laquo;<\/em> (tagesspiegel.de vom 8.6.2015)<\/p><p>Und als w&auml;re all das nicht genug, jeden Geschehensablauf f&uuml;r wahrscheinlicher zu halten als den von Andreas Temme angegebenen, zertr&uuml;mmert nun ein noch gr&ouml;&szlig;erer Stein Temmes Erinnerungsgeb&auml;ude. Ein Stein, &uuml;ber den weder die Polizei noch die Medien acht Jahre berichtet haben: Bereits 2006 hatte man in der Wohnung seiner Eltern Handschuhe bei Andreas Temme  sichergestellt, die &raquo;Schmauchspuren&laquo; aufwiesen. Was in jedem Dorfkrimi als die &rsaquo;hei&szlig;e Spur&lsaquo; ausgewertet wird, wurde hier professionell, als mit Vorsatz unterlassen:<\/p><blockquote><p>&raquo;W&auml;hrend die hessische Polizei die Spur als wichtig erachtete, wurde sie nach R&uuml;cksprache mit dem Bundeskriminalamt nicht weiterverfolgt. Das Argument lautete, Andreas T. sei Sportsch&uuml;tze, Schmauch an seiner Kleidung habe geringen Beweiswert.&laquo;<\/p><\/blockquote><p>(freiepresse.de vom 6.6.2015)<\/p><p>Eine aberwitzige Begr&uuml;ndung, die man als Strafvereitlung im Amt bezeichnen kann. Denn selbstverst&auml;ndlich kann man die Schmauchspuren an Temmes Handschuhen sehr genau den Waffen zuordnen, die er als Sportsch&uuml;tze benutzt hat. W&uuml;rde man einen solchen Abgleich vornehmen, k&ouml;nnte man feststellen, ob die Schmauchspuren tats&auml;chlich von der Waffe stammen, die er als Sportsch&uuml;tze benutzt hat.<\/p><p>Man mag es kaum glauben, aber genauso ist es passiert: Man verfolgte die <em>wichtigste<\/em> Spur in diesem Mordfall nicht!<\/p><p>Das geschah weder aus Ahnungslosigkeit noch aus Trotteligkeit, sondern aus einem ganz anderen, viel naheliegenderen Grund: Man wusste, wohin die Auswertung dieser Spur f&uuml;hren w&uuml;rde, zu Andreas Temme: Man<\/p><blockquote><p>&raquo;lie&szlig; au&szlig;er Acht, dass besagte Schmauchspur eine un&uuml;bliche chemische Zusammensetzung aufwies. Sie entsprach exakt der Treibladung der bei den Morden verwandten Munition eines tschechischen Herstellers. In T.&rsquo;s Sportsch&uuml;tzenverein geh&ouml;rte diese Munition nach &rsaquo;Freie Presse&lsaquo;-Recherchen nicht zu den &uuml;blichen Munitionstypen.&laquo;<\/p><\/blockquote><p>(ebd.)<\/p><p><strong>Hinter dem &rsaquo;Zufall&lsaquo; verbirgt sich nichts anderes als ein anderer, ein viel plausiblerer Geschehensablauf<\/strong><\/p><p>Landauf, landab werden uns die besonderen Kasseler Umst&auml;nde, also die Anwesenheit eines Verfassungsschutzmitarbeiters bei einem Mord, als Zufall beschrieben. Ganz besonders haben sich dabei Redakteure (John Goetz, Hans Leyendecker und Tanjev Schultz) der <em>S&uuml;ddeutschen Zeitung<\/em> ausgezeichnet, als sie gleich in zwei Formaten einen Beitrag zur Ehrenrettung des hessischen Verfassungsschutzes abgeliefert hatten: Einmal als Zeitungsbeitrag:<\/p><blockquote><p>&raquo;Chaostheorie &ndash; Gibt es in Deutschland einen &rsaquo;Tiefen Staat&lsaquo;&laquo;<\/p><\/blockquote><p>(SZ vom 5.7.2012) und einmal als Fernsehversion:<\/p><blockquote><p>&raquo;Pleiten, Pech und Pannen&laquo;<\/p><\/blockquote><p>(Panorama-Beitrag vom 5.7.2012).<\/p><p>In beiden F&auml;llen zielen die Beitr&auml;ge &ndash; entgegen der eigenen Erkenntnisse &ndash; darauf ab, Andreas Temme zur tragischen Figur zu stilisieren, mit dem Evergreen-Mantra vom <em>&rsaquo;Mann am falschen Ort zur falschen Zeit&lsaquo;<\/em>.<\/p><p>Ein Mantra, das umso lauter bem&uuml;ht und gesungen wird, je planvoller und l&uuml;ckenloser sich &rsaquo;Zuf&auml;lle&lsaquo; ineinanderf&uuml;gen. Am Ende dieses Mantras steht dann die Letztinstanz dieser esoterischen Weltsicht: Wer etwas anders als die offizielle Version f&uuml;r das Wahrscheinliche, f&uuml;r das immer Wahrscheinlichere h&auml;lt, ist nicht mit den Fakten vertraut, sondern irregeleitet. &rsaquo;Verschw&ouml;rungstheorie&lsaquo; wird dann geraunt, von jenen am lautesten, die die Praxis dazu sehr gut beherrschen.<\/p><p>Wie d&uuml;nn und fadenscheinig dieser Verweis auf &rsaquo;Verschw&ouml;rungstheorie&lsaquo; ist, sp&uuml;rte auch der SZ-Redakteur Hans Leyendecker, als er in der ARD-Sendung <em>Bericht aus Berlin<\/em> vom 14.4.2013 danach gefragt wurde. Geradezu panisch antwortete er in einer Endlosschleife:<\/p><p><em>&raquo;Das is <strong>ausermittelt<\/strong>. Das ist nun wirklich <strong>damals ausermittelt<\/strong>, das ist jetzt <strong>noch mal ausermittelt<\/strong>. Der sa&szlig; da, das is auch ne Figur wie eigentlich aus &lsquo;nem Roman, hat fr&uuml;her <strong>Mein Kampf<\/strong> intensiv gelesen. <strong>Es passte scheinbar alles<\/strong>. Aber <strong>es ist ausermittelt<\/strong>, er hat mit dieser Tat, wenn Sie gucken, die M&ouml;rder kamen aus Dortmund, es w&auml;re m&ouml;glich gewesen, dass sie in M&uuml;nster gemordet h&auml;tten, dass sie woanders, er hat mit dieser Tat nicht zu tun gehabt. (&hellip;) Was <strong>ausermittelt<\/strong> ist und das <strong>ist<\/strong> ausermittelt. Und dann kann ich nicht mit &lsquo;ner <strong>Verschw&ouml;rungstheorie<\/strong> noch mal um die Ecke kommen.&laquo;<\/em><\/p><p>Seine Redaktion wusste, dass genau das Gegenteil der Fall war und ist! Und das nicht aufgrund einer omin&ouml;sen Verschw&ouml;rungstheorie, sondern anhand der vorhandenen (und unterschlagenen) Ermittlungsergebnisse.<\/p><p>Wer sich mit polizeilichen Ermittlungst&auml;tigungen und -methoden besch&auml;ftigt, wird schnell erfahren, dass dort &rsaquo;der Zufall&lsaquo; &ndash; also die Lehre vom Unwahrscheinlichen &ndash; als Erkenntnismethode nicht vorkommt. Zu Recht. Denn polizeiliche Ermittlungsmethoden gehen vom Gegenteil aus: von der Wahrscheinlichkeit eines Geschehensablaufes. Denn weder die Polizei noch ein Staatsanwalt noch ein Richter kennen die Wahrheit. Sie k&ouml;nnten im besten Fall nur ein Geschehen rekonstruieren &ndash; mithilfe von Indizien, Zeugen und Spuren. Ausgangspunkt ist folglich nicht ein Geschehen, ein bestimmtes, sondern verschiedene Geschehensabl&auml;ufe, die sich aus den &rsaquo;Beweismitteln&lsaquo; ergeben. Das bekommt &ndash; in der Theorie &ndash; den Namen: Ermittlungen in <em>alle<\/em> Richtungen. Am Ende dieses Ermittlungsprozesses bleibt ein Geschehensablauf, der aufgrund der vorhandenen Beweismittel in sich konsistent ist, am plausibelsten rekonstruiert werden kann.<\/p><p>Nimmt man alle uns vorliegenden Beweismittel im Fall Kassel zur Grundlage und handelt nach diesen polizeilichen Pr&auml;missen, dann kommt man zu einem recht eindeutigen Ergebnis:<\/p><p>F&uuml;r den Geschehensablauf, den Polizei und Gericht f&uuml;r die Ereignisse in Kassel f&uuml;r plausibel halten, spricht so gut wie nichts: Einzig und allein die Tatwaffe (eine &#268;esk&aacute; 83), die im Brandschutt des Hauses gefunden wurde, in dem auch die NSU-Mitglieder wohnten, l&auml;sst eine T&auml;terschaft des NSU infrage kommen. Mehr nicht.<\/p><p>Das ist ein schwacher, um nicht zu sagen hauchd&uuml;nner Beweis. Denn damit ist weder gekl&auml;rt noch bewiesen, dass die beiden NSU-Mitglieder auch die T&auml;ter waren &ndash; selbst wenn man davon ausgeht, dass sich die Waffe tats&auml;chlich im Besitz der uns bekannten NSU-Mitglieder befand.<\/p><p>Gegen den Geheimdienstmitarbeiter Andreas Temme sprechen <em><strong>zahlreiche<\/strong><\/em> Indizien und Sachbeweise:<\/p><ol>\n<li>Ein neonazistischer Hintergrund<\/li>\n<li>Ein Duz-Verh&auml;ltnis zu einem Neonazi, der zum NSU-Netzwerk z&auml;hlt<\/li>\n<li>Die Anwesenheit zur Tat- und Mordzeit<\/li>\n<li>Das Mitf&uuml;hren einer Plastikt&uuml;te, in der sich laut Zeugenberichten die Tatwaffe befunden haben k&ouml;nnte<\/li>\n<li>Das Auffinden von Handschuhen, an denen sich Schmauchspuren befinden, die identisch mit denen sind, die die Tatwaffe hinterl&auml;sst<\/li>\n<li>Die Verweigerung einer Zeugenschaft<\/li>\n<li>Zahlreiche Falschaussagen in Verbindung mit Absprachen von Falschaussagen<\/li>\n<li>Die Verhinderung der Aufkl&auml;rung angeblicher &rsaquo;privater&lsaquo; Umst&auml;nde durch seine Vorgesetzten<\/li>\n<\/ol><p>Das Gew&auml;hrenlassen des NSU hat der Rechtsanwalt Thomas Bliwier, der die Familie des NSU-Opfers Halit Yozgat vertritt, knapp und richtig als &ldquo;<em>vom Verfassungsschutz betreute Morde<\/em>&rdquo; (Hart aber fair-Sendung vom 5.3.2016) bezeichnet.<\/p><p>Vergleicht man &ndash; ohne Ansehen der Person &ndash; die Indizien und Sachbeweise, die f&uuml;r eine T&auml;terschaft der drei stets genannten NSU-Mitglieder und\/oder f&uuml;r die (Mit-)T&auml;terschaft von Andreas Temme sprechen, dann braucht man f&uuml;r dieses Ergebnis keine kriminalistische Ausbildung.<\/p><p>Geht man &ndash; gem&auml;&szlig; der vorliegenden Beweismittel &ndash; von einer 20-prozentigen Wahrscheinlichkeit einer T&auml;terschaft der uns bekannten NSU-Mitglieder aus, so belasten die restlichen 80 Prozent den hessischen Verfassungsschutzmitarbeiter Andreas Temme wegen m&ouml;glicher Mitt&auml;terschaft bzw. Beihilfe zu Mord. F&auml;nden die polizeilichen Ermittlungsgrunds&auml;tze tats&auml;chlich Anwendung, w&uuml;rde das Ermittlungsergebnis im Mordfall Kassel geradezu zwingend zu einer Anklage gegen Andreas Temme f&uuml;hren.<\/p><p>Dass dies bis heute nicht passiert ist, hat auch nichts mit Zufall zu tun.<\/p><p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160411-netzwerk-vertuscher-kassel.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160411-netzwerk-vertuscher-kassel-small.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p><p><strong>Nahe an der Wahrheit &ndash; das System der Deckungs- und Verdunklungsarbeit<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&raquo;Ich sage ja jedem: Wenn er wei&szlig;, dass irgendwo so etwas passiert, bitte nicht vorbeifahren.&laquo;\n<\/p><\/blockquote><p>(Gerald-Hasso Hess, Geheimschutzbeauftragter des LfV Hessen in einem Telefonat mit Andreas Temme am 9. Mai 2006)<\/p><p>Mittlerweilen lassen sich sowohl das Tun des Verfassungsschutzmitarbeiters Andreas Temme als auch  die Dienstwege und Deckungsarbeiten deutscher Beh&ouml;rden konsistent rekonstruieren:<\/p><p>Der Verfassungsschutzmitarbeiter Andreas Temme traf sich mit seiner Quelle &rsaquo;GP 389&lsaquo;, mit dem Neonazi Benjamin G&auml;rtner, am 6.4.2006. Danach erledigte er B&uuml;rot&auml;tigkeiten. Dann kommt es zu den besagten zwei Telefonaten, das letzte ist zehn Minuten lang: <em>&raquo; &hellip; um 16.10 Uhr, etwa eine Stunde vor dem Anschlag, rief T. auf dem Handy von G. an.&laquo;<\/em> (welt.de vom 22.10.2013). Dann machte er sich auf den Weg nach Hause, wo seine schwangere Frau wartete, &uuml;berlegte sich&lsquo;s jedoch anders und stoppte f&uuml;r eine &rsaquo;Chat-Aff&auml;re&lsaquo; an einem Internetcaf&eacute; in der Holl&auml;ndischen Stra&szlig;e. <\/p><p>Am Rechner Nr.2 war er von 16:51 Uhr bis 17:01 Uhr eingeloggt &ndash; also zur Tatzeit. Der Internetcaf&eacute;besitzer Halit Yozgat lag bereits ermordet hinter seinem Schreibtisch, als der Geheimdienstmann seinen Platz am Computer verlie&szlig;. Ohne angeblich irgendetwas Ungew&ouml;hnliches bemerkt zu haben, ohne die &rsaquo;Tropfspuren&lsaquo; auf dem Schreibtisch gesehen haben zu wollen, bezahlte der ca. 1.90 Meter gro&szlig;e Geheimdienstmitarbeiter: &raquo;Er legte die 50 Cent f&uuml;r die Computernutzung auf die Ladentheke, hinter der wohl schon die Leiche lag. Die Polizei fand diese 50 Cent am Tatort.&laquo; (FR vom 24.11.2011)<\/p><p>Nachdem der Mordfall auch die Mitarbeiter und Vorgesetzten im LfV erreichte, kam es am 10.4.2006 zu einer Befragung von Andreas Temme durch die Kollegin und Quellenf&uuml;hrerin Frau Ehrig: Auf diese Ereignisse angesprochen erkl&auml;rte Andreas Temme, dass er weder das besagte Internetcaf&eacute; noch das Opfer kenne. Danach wurde es wieder kollegial und dienstlich. Sie beauftragte ihn, den Namen des Opfers &rsaquo;abzukl&auml;ren&lsaquo;, was Andreas Temme mit einer &ndash; &uuml;berraschend kenntnisreichen &ndash; Bemerkung kommentierte: Temme gab ihr gegen&uuml;ber an, &raquo;dass der Mord offensichtlich keinen regionalen Bezug h&auml;tte, da die Waffe bereits bei mehreren Taten im gesamten Bundesgebiet eingesetzt worden sei.&laquo; (Beweisantrag Rechtsanwaltsb&uuml;ro b|d|k aus Hamburg vom 6.11.2013)<\/p><p>Abgesehen von der Frage, woher der ahnungslose Verfassungssch&uuml;tzer seine detailreichen Kenntnisse hatte, nahm dieser Vermerk (Komplex Temme, Band 6, Blatt 81) ein merkw&uuml;rdiges Ende: Die Bundesanwaltschaft unterschlug diesen Vermerk gegen&uuml;ber dem in M&uuml;nchen tagenden Senat.<\/p><p>Dass Andreas Temme von Anfang wusste, wo er sich am 6.4.2006 aufgehalten hatte, geht auch aus einem Vermerk des Kriminalhauptkommissars Wetzel vom 22.4.2006 hervor: &raquo;Wir haben ihm vorgehalten, dass er Kollegen gegen&uuml;ber im Vorgespr&auml;ch der Vernehmung sagte, dass ihm schon &ndash; bevor die Polizei zu ihm kam &ndash; bewusst war, dass er am Tattag am Tatort war.&laquo; (Mord Yozgat SA | Hauptakte Bd. 2075, Bl.15)<\/p><p>Am 9.5.2006 kam es zu einem Telefonat zwischen dem Geheimschutzbeauftragten Gerald-Hasso Hess vom Landesamt f&uuml;r Verfassungsschutz\/LfV und den vor Vernehmungen stehenden LfV-Mitarbeiter Andreas Temme: <\/p><blockquote><p>\n&raquo;Herr Hess gibt den Rat, was er auch grunds&auml;tzlich bei der Arbeit sagt, so nahe wie m&ouml;glich an der Wahrheit zu bleiben.&laquo;\n<\/p><\/blockquote><p>(Komplex Temme, Band 15)<\/p><p>Darauf angesprochen, verkl&auml;rte er diese Empfehlung zum lockeren Witz, um ins Gespr&auml;ch zu kommen. Er wei&szlig; es besser. Denn Falschaussagen lassen sich dann am besten durchhalten, wenn man sie so nahe wie m&ouml;glich an das tats&auml;chliche Geschehen anlehnt. Kein Joke also, sondern eine Anleitung zur professionellen Falschaussage, die er ganz &bdquo;grunds&auml;tzlich&ldquo; versteht und als seine Aufgabe als Geheimschutzbeauftragter begreift.<\/p><p>Tats&auml;chlich folgte der Verfassungsschutzmitarbeiter dieser Anweisung vorbildhaft: Fortan erinnerte er sich daran, am Tattag in besagtem Internetcaf&eacute; gewesen zu sein &ndash; ohne etwas vom Mord bzw. von den T&auml;tern mitbekommen zu haben.<\/p><p>Der V-Mann F&uuml;hrer Andreas Temme bekommt noch mehr Rat und Beistand: Am 29. Mai 2006 kommt es zu einem Telefonat zwischen Herrn Fehling, Chef der Au&szlig;enstelle des LfV Hessen in Kassel, und Andreas Temme. Dieses Telefonat wurde protokolliert, als die Ermittlungsbeh&ouml;rden Andreas Temme als Tatverd&auml;chtigen gef&uuml;hrt und aus diesem Grunde seine Telefonanschl&uuml;sse abgeh&ouml;rt hatten. Den Inhalt des Gespr&auml;ches gibt die Tageszeitung DIE WELT wie folgt wider, wobei die Zeitung den Beh&ouml;rdenchef Fehling als &rsaquo;Herr F&lsaquo; legendierte:<\/p><p>&raquo;Das abgeh&ouml;rte Gespr&auml;ch der beiden Verfassungssch&uuml;tzer klingt nach einer vertraulichen Plauderei unter Freunden. Herr F. spricht am 29. Mai 2006 zu seinem untergebenen V-Mann-F&uuml;hrer Andreas T. &uuml;ber den Mord an Halit Yozgat. Was die beiden nicht wissen: Die Polizei h&ouml;rt jedes Wort mit, da sie Andreas T. als Verd&auml;chtigen f&uuml;hrt. Verfassungssch&uuml;tzer F. sch&auml;rft seinem Sch&uuml;tzling Andreas T. ein, dass er zu der Situation und dem Verlauf der Ermittlungen der Polizei gegen T. nichts sagen d&uuml;rfe. Dann sagt er noch, dass es nicht um ihn oder <em>&rsaquo;um alle&lsaquo;<\/em> gehe. Es gehe um die <em>&rsaquo;Kasseler Problematik&lsaquo;<\/em> und in dieser Problematik <em>&rsaquo;sitzt du ja ein bisschen drin, ne?,<\/em> so F. Schlie&szlig;lich spricht F. noch ein Gespr&auml;ch an, dass Andreas T. mit dem Direktor des Landesamtes f&uuml;r Verfassungsschutz Hessen, Lutz I., gef&uuml;hrt habe, und teilt T. anerkennend mit: <em>&rsaquo;Und wie du das bei dem I. gemacht hast und hast dich nicht so verhalten, wie mir das gesagt wurde, so restriktiv wie bei der Polizei, also du hast denen alles dargestellt. Ich darf und will es nicht wissen. Ich hoffe, dass es f&uuml;r dich gut ausgeht.&lsaquo;<\/em><\/p><p>Im Klartext: Andreas T. hat seinen Vorgesetzten im Amt mehr erz&auml;hlt als der ermittelnden Kriminalpolizei, wurde daf&uuml;r gelobt und ist diesem &rsaquo;restriktiven&lsaquo; Aussageverhalten &uuml;ber die Jahre treu geblieben.&laquo; (Die Welt vom 29.1.2014)<\/p><p><strong>Ein gut angelegtes und gesteuertes Wissensgef&auml;lle<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&raquo;Und, &auml;h, es ist alles ruhig, es ist alles, &auml;h, es l&auml;uft alles nach Plan und wie es weitergeht, m&uuml;ssen wir mal sehen.&laquo;\n<\/p><\/blockquote><p>(Frank-Ulrich Fehling, Chef der Au&szlig;enstelle des LfV Hessen in Kassel, im Gespr&auml;ch mit Andreas Temme)<\/p><p>Andreas Temme l&uuml;gt. Er l&uuml;gt mit R&uuml;ckendeckung und nach Plan. Sein selektives Erinnerungsverm&ouml;gen ist nicht den Ged&auml;chtnisl&uuml;cken geschuldet, sondern einem klar kalkulierten Vorgehen. Fest steht auch: Andreas Temme handelt dabei nicht alleine, sondern in bestem Einvernehmen mit seinem Abteilungsleiter, dem Direktor des Landesamtes f&uuml;r Verfassungsschutz Hessen, Lutz Irrgang, und dem Geheimschutzbeauftragten des LfV Gerald-Hasso Hess, der eigentlich f&uuml;r die Rechtm&auml;&szlig;igkeit von &rsaquo;Aktionen&lsaquo; Sorge tragen soll. Zusammen halten sie Wissen zur&uuml;ck und behindern aktiv und mit Vorsatz die Aufkl&auml;rung dieses Mordes.<\/p><p>Dass es dabei nicht alleine um die Person Andreas Temme geht, hat dessen Vorgesetzter zwar vieldeutig und doch treffend genug umschrieben: es geht um die <em>&rsaquo;Kasseler Problematik&lsaquo;<\/em>.<\/p><p>Fakt ist auch, dass das OLG M&uuml;nchen dieses &auml;u&szlig;erst wichtige Protokoll nicht in den NSU-Prozess eingef&uuml;hrt hat. Erst die Rechtsanw&auml;lte von Nebenkl&auml;gern sind darauf gesto&szlig;en, als sie die Akten bei der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe gesichtet hatten.<\/p><p>Einen halben Monat  nach dem Telefonat zwischen Fehling und Temme, am 16.6.2006, fand im Landesamt f&uuml;r Verfassungsschutz eine Besprechung statt, an der Vertreter des Verfassungsschutzes, der Staatsanwaltschaft und der Polizei teilnahmen. Staatsanwaltschaft und Polizei legten dar, warum sie eine dienstliche Erkl&auml;rung von Andreas Temme, die Sicherheitsakte des LfV-Mitarbeiters und die Vernehmung des Neonazis und V-Manns Benjamin G&auml;rtner beantragen. Die Besprechung blieb ohne Erfolg. <\/p><p><em>&raquo;Im Verlauf des Gespr&auml;ches stellte Herr Hess (Geheimschutzbeauftragter des LfV) klar, dass eine Vernehmung und der damit einhergehende Verlust der Quellen das gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glichte Ungl&uuml;ck f&uuml;r das Landesamt darstellen w&uuml;rden. Er meinte, dass, wenn solche Vernehmungen genehmigt w&uuml;rden, es f&uuml;r einen fremden Dienst ja einfach sei, den gesamten Verfassungsschutz lahm zu legen. Man m&uuml;sse nur eine Leiche in der N&auml;he eines VMs bzw. eines VM-F&uuml;hrers positionieren.&laquo;<\/em><\/p><p>Das LfV lehnte jede Zusammenarbeit ab und verwies darauf, dass das Innenministerium das letzte Wort habe. Dieses entschied im Konflikt zwischen Staatsanwaltschaft\/Polizei und Verfassungsschutz zugunsten Letzterer.<\/p><p>Vorl&auml;ufig letzter Akt dieser fortgesetzten Unterschlagung und Manipulierung von Beweismitteln und Aktenbest&auml;nden: Zum &rsaquo;Fall Temme&lsaquo; existieren &ndash; soweit bekannt &ndash; insgesamt 35 Leitzordner im Hause der Generalbundesanwaltschaft. Bis heute liegen diese weder dem in M&uuml;nchen tagenden Senat noch den Rechtsanw&auml;lten vor.<\/p><p>Soviel zur &rsaquo;Aufkl&auml;rungspflicht&lsaquo; einer Generalbundesanwaltschaft und der Aufgabe des Gerichtes, im Rahmen ihrer Aufkl&auml;rungspflicht <em>&raquo;alle nicht von vorneherein aussichtslosen Schritte zu unternehmen, um zu einer m&ouml;glichst zuverl&auml;ssigen Beweislage zu gelangen.&laquo;<\/em> (Beweisantrag der Nebenkl&auml;ger vom 12.11.2013)<\/p><p>Wer immer noch glauben will und muss, das Versagen der Beh&ouml;rden w&auml;re einem Beh&ouml;rdenwirrwarr und bedauerlichen Fehlleistungen Einzelner geschuldet (gewesen), wird hier eines Besseren belehrt. Auch am <em>Fall Kassel<\/em> l&auml;sst sich belegen, dass das System <em>&rsaquo;Cleaning&lsaquo;<\/em> in Form von Falschaussagen, Anstiftung zu Falschaussagen, Manipulationen der Beweislage, Deckungsarbeit durch Vorgesetzte bis heute sehr koordiniert vorgenommen  und von den jeweiligen Spitzen der beteiligten Beh&ouml;rden abgesegnet wird.<\/p><p><strong>Politisch gewollte Rechts- und Straffreiheit<\/strong><\/p><p>Dass bis heute an der Vertuschung der Mordumst&auml;nde festgehalten wird, dass die versprochene Aufkl&auml;rung <em>ohne Ansehen der Person<\/em> eine Farce ist, belegt Mely Kiyak als Beobachterin des NSU-Bundestagsuntersuchungsausschusses in Berlin im Juni 2012. Befragt wurde Gerhard Hoffmann, leitender Kriminaldirektor des Polizeipr&auml;sidiums Nordhessen und damaliger Leiter der <em>&rsaquo;SOKO Caf&eacute;&lsaquo;<\/em>. Aus dem Ged&auml;chtnis gibt sie folgenden Dialog zwischen Mitgliedern des Untersuchungsausschusses (UA) und dem SOKO-Chef Gerhard Hoffmann (GH) wieder:<\/p><blockquote><p>\n<em>&raquo;GH: Innenminister Bouffier hat damals entschieden: Die Quellen von Herrn T. k&ouml;nnen nicht vernommen werden. Als Minister war er f&uuml;r den Verfassungsschutz verantwortlich.<\/em><\/p>\n<p>UA: Er war doch auch Ihr Minister! Ist Ihnen das nicht komisch vorgekommen? Jedes Mal, wenn gegen V-M&auml;nner ermittelt wurde, kam einer vom Landesamt f&uuml;r Verfassungsschutz vorbei, stoppt die Ermittlung mit der Begr&uuml;ndung, der Schutz des Landes Hessen ist in Gefahr. Aus den Akten geht eine Bemerkung hervor, die meint, dass man erst eine Leiche neben einem Verfassungssch&uuml;tzer finden m&uuml;sse, damit man Auskunft bekommt. Richtig?<\/p>\n<p><em>GH: Selbst dann nicht &hellip;<\/em><\/p>\n<p>UA: Bitte?<\/p>\n<p><em>GH: Es hei&szlig;t, selbst wenn man eine Leiche neben einem Verfassungssch&uuml;tzer findet, bekommt man keine Auskunft.&laquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>(FR vom 30.6.2012)<\/p><p>Es stockt einem der Atem, wenn man dies liest und wei&szlig;, dass solche Worte keinen gr&ouml;&szlig;eren Aufschrei zur Folge hatten. Mithin fragt sich: Wie lange wird diese Art der &rsaquo;Aufkl&auml;rung&lsaquo; hingenommen? Haben Verfassungsschutz und Innenministerium &ndash; anstatt das Land und die Verfassung zu sch&uuml;tzen &ndash; nicht vielmehr Beihilfe zu Mord geleistet? <\/p><p>Liegt gegen Verfassungsschutz und Innenministerium, wenn sie auf die gezeigte Weise offen im straf- und rechtsfreien Raum agieren, nicht zumindest &ndash; einmal vorausgesetzt, der Staat w&uuml;rde auch gegen eigene staatliche Einrichtungen ermitteln &ndash; ein Anfangsverdacht zur Ermittlung nach &sect;129a StGB (Unterst&uuml;tzung einer terroristischen Vereinigung) vor? Doch selbst deren Mitarbeiter sollen fortan nicht belangt werden d&uuml;rfen. &raquo;Keine Straffreiheit f&uuml;r den Geheimdienst&laquo; forderte etwa die Humanistische Union im Juni 2015 bei einer Aktion vor dem Bundestag &ndash; mit dem Ziel, die &raquo;geplante Straffreiheit f&uuml;r V-Leute und Verdeckte Ermittler aus dem Entwurf f&uuml;r ein neues Verfassungsschutzgesetz zu streichen&laquo;.<\/p><p>Dass der Unwille, den Mordanschlag von Kassel aufzukl&auml;ren seine Fortsetzung im NSU-Prozess findet, stellt das OLG in M&uuml;nchen selbst unter Beweis. Verschiedene Nebenkl&auml;ger stellten den Antrag, dass die Telefon&uuml;berwachungs-Akten von Andreas Temme zur Einsicht und &Uuml;berpr&uuml;fung vorgelegt werden. Anstatt diesem Antrag stattzugeben, lehnte der Vorsitzende Richter G&ouml;tzl die Hinzuziehung dieser Akten ab: Die Unterlagen w&uuml;rden nichts dazu beitragen, den Fall aufzukl&auml;ren.<\/p><p>Mit dieser Entscheidung unterschreitet der Vorsitzende Richter selbst das Ermittlungsniveau der Staatsanwaltschaft Kassel, die erkl&auml;rt hatte: <em>&raquo;Der gegen Herrn Temme bestehende Anfangsverdacht konnte auch durch die weiteren gef&uuml;hrten Ermittlungen noch nicht ausger&auml;umt werden (&hellip;) Aus hiesiger Sicht ist in Anbetracht der Bedeutung der Mordserie und des bundesweiten Interesses jedoch eine sorgf&auml;ltige Abarbeitung der &rsaquo;Spur Temme&lsaquo; geboten (&hellip;)&laquo; (Schreiben der StA Kassel vom 13. Juli 2006)<\/em><\/p><p><strong>Der Schl&uuml;ssel f&uuml;r das Ende der NSU-Mordserie liegt nicht in Zwickau<\/strong><\/p><p>In der Logik der T&auml;ter war der Mord an Halit Yozgat ein Erfolg. Sie konnten unerkannt entkommen. Nicht einmal eine T&auml;terbeschreibung konnten die Zeugen liefern. Auch auf die Ermittlungsbeh&ouml;rden war Verlass. Wie bei allen Mord- und Terroranschl&auml;gen zuvor suchten die Ermittler die Motive im famili&auml;ren Umfeld des Ermordeten. Es gab keine Videoaufnahmen wie im Fall K&ouml;ln 2004. Es gab also nicht einen einzigen Grund f&uuml;r den NSU, die Pl&auml;ne f&uuml;r weitere Morde aufzugeben. Oder doch?<\/p><p>Der Grund kann nur Andreas Temme sein. W&auml;re er nur der falsche Mann am falschen Ort gewesen, h&auml;tte er keine Gefahr f&uuml;r den NSU dargestellt. Wenn hingegen der NSU damit rechnen muss, dass Andreas Temme &rsaquo;umf&auml;llt&lsaquo;, also sein gesteuertes Wissensgef&auml;lle zusammenbricht, dann stellt Andreas Temme ein dauerhaftes, unkalkulierbares Risiko dar.<\/p><p>Das wissen nicht nur die T&auml;ter, sondern auch die Ermittler:<\/p><blockquote><p>\n&raquo;Die damaligen Kasseler Ermittler gehen heute noch davon aus, dass es nur zwei Erkl&auml;rungen f&uuml;r das Verhalten von T. gibt. Entweder hat er am Tatort was gesehen und sagt es nicht. Oder er war selbst in die Tat verstrickt.&laquo;\n<\/p><\/blockquote><p>(RA Alexander Kienzle, Anwalt der Familie Yozgat, FAZ vom 1.11.2014)<\/p><p>Der Vater des Ermordeten Ismail Yozgat geht weiter. Er hat seinen Sohn als erster gefunden und kennt die &Ouml;rtlichkeiten und die zusammengetragenen Fakten im Detail. Auf der Gedenkfeier zehn Jahre nach dem Mord in Kassel erkl&auml;rt er:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Der Verfassungssch&uuml;tzer hat meinen Sohn entweder get&ouml;tet, oder er hat die M&ouml;rder gesehen. Eine andere Alternative gibt es nicht.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>(FR vom 7.4.2016)<\/p><p>Dass bis heute Andreas Temme von seinen Vorgesetzten gedeckt wird, hat nur am Rande etwas mit pers&ouml;nlichen Sympathien zu tun. Was sie zusammenschwei&szlig;t und zusammenhalten l&auml;sst, ist die berechtigte Sorge, dass sich die &rsaquo;Kasseler Problematik&lsaquo; wie ein roter Faden durch alle beteiligten Beh&ouml;rden zieht, was &ndash; angesichts eines Mordes &ndash; auch die M&ouml;glichkeit der Beihilfe einschlie&szlig;t. Und diese verj&auml;hrt nicht.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] Wolf Wetzel, Der NSU-VS-Komplex. Wo beginnt der Nationalsozialistische Untergrund &ndash; wo h&ouml;rt der Staat auf? 3. Auflage, Unrast Verlag 2015<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><em>Das Gew&auml;hrenlassen des NSU hat der Rechtsanwalt Thomas Bliwier, der die Familie des NSU-Opfers Halit Yozgat vertritt, knapp und richtig als &ldquo;vom Verfassungsschutz betreute Morde&rdquo; (Hart aber fair-Sendung vom 5.3.2016) bezeichnet.<\/em><\/p>\n<p>Der Mord in Kassel weist zwei Besonderheiten auf: Zur Tatzeit war der hessische Verfassungsschutzmitarbeiter Andreas Temme am Tatort in einem Internet-Caf&eacute; &ndash; angeblich ganz privat.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=32915\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,126,159,166],"tags":[1443,901,930,734,955,1266,1314],"class_list":["post-32915","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-audio-podcast","category-erosion-der-demokratie","category-fremdenfeindlichkeit-rassismus","category-terrorismus","tag-bouffier-volker","tag-geheimdienste","tag-justiz","tag-leyendecker-hans","tag-neonazismus","tag-nsu","tag-tiefer-staat"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/32915","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=32915"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/32915\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48033,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/32915\/revisions\/48033"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=32915"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=32915"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=32915"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}