{"id":33012,"date":"2016-04-19T08:25:39","date_gmt":"2016-04-19T06:25:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33012"},"modified":"2016-04-19T11:58:41","modified_gmt":"2016-04-19T09:58:41","slug":"hinweise-des-tages-2606","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33012","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/AM\/AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33012#h01\">Die Sch&auml;uble-Show gegen die Steuerflucht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33012#h02\">Panama Papers<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33012#h03\">Mindestlohn sollte nicht f&uuml;r Fl&uuml;chtlinge gelten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33012#h04\">Gro&szlig;e Mehrheit sagt: Arbeitnehmer sollten so viel Einfluss haben wie Arbeitgeber<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33012#h05\">Das gro&szlig;e Renten-Vergessen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33012#h06\">Steuerzahler zahlen Millionen f&uuml;r Schlecker-Pleite<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33012#h07\">Sozialer Protest in Frankreich und Gro&szlig;britannien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33012#h08\">Podemos sagt Nein zu rechtslastigem Pakt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33012#h09\">TTIP droht Referendum in den Niederlanden <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33012#h10\">Afrikas Auspl&uuml;nderung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33012#h11\">So halfen saudische Agenten den 9\/11-Terroristen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33012#h12\">Aufstand der Scheinheiligen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33012#h13\">Bernie Sanders: Der Underdog kann es selbst kaum fassen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33012#h14\">Im Zweifel f&uuml;r die Kanzlerin: der Nonsens-Konsens der Leitmedien im Fall B&ouml;hmermann<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33012#h15\">Das Letzte: &ldquo;Beeindruckender Pr&auml;sident&rdquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Die Sch&auml;uble-Show gegen die Steuerflucht<\/strong><br>\nDie F&uuml;hrung von Konten f&uuml;r Briefkastenfirmen ist bei deutschen Banken gang und g&auml;be. Umso erstaunlicher ist, wie es Deutschlands Finanzminister gelingt, trotz dieses Versagens den Skandal zur eigenen Profilierung zu nutzen. Wolfgang Sch&auml;uble, so macht er die &Ouml;ffentlichkeit glauben, ist in Wahrheit ein eiserner Vork&auml;mpfer gegen das Gesch&auml;ft mit dem schmutzigen Geld. Daf&uuml;r pr&auml;sentierte er zun&auml;chst einen 10-Punkte-Plan. Das klang schon mal gut, auch wenn nur erfolglose alte Vorhaben genannt waren.<br>\nSodann versprach er mit seinen Kollegen aus Frankreich, Spanien, Italien und Gro&szlig;britannien, dass Schluss sein soll mit anonymen Briefkastenfirmen. Ihren vorl&auml;ufigen H&ouml;hepunkt erreichte die Inszenierung am vergangenen Samstag in Washington. Da pr&auml;sentierte der Minister anl&auml;sslich des Fr&uuml;hjahrstreffens von IWF und Weltbank ein von allen G20-Staaten unterzeichnetes Communiqu&eacute;, mit dem sogar die chinesische und die russische Regierung versprechen, &bdquo;Transparenz&ldquo; beim Eigentum an Firmen jedweder Art zu schaffen und gegen alle &bdquo;Jurisdiktionen&ldquo; vorzugehen, die dabei nicht mitmachen. Dies sei schlie&szlig;lich &bdquo;der Schl&uuml;ssel&ldquo; im Kampf gegen Steuerhinterziehung und Geldw&auml;sche, erkl&auml;rte Sch&auml;uble.<br>\nDumm nur, dass dieselben Akteure das gleiche Programm 2009 schon einmal beschlossen hatten. Auch damals, beim G20-Gipfel in London, versprachen sie, gegen die Steuerfluchtl&auml;nder vorzugehen. Ein weltweiter Transparenz- Standard sollte entstehen, und Verweigerern drohten Sanktionen. Die praktische Wirkung war jedoch gleich Null. Zwar unterschrieben alle Steuerfluchtl&auml;nder entsprechende Vertr&auml;ge. Aber ihrem Gesch&auml;ft tat das keinen Abbruch. Selbst die britischen Jungferninseln, wo 20 Mal mehr Scheinfirmen als Einwohner gemeldet sind, gerieten so auf die &bdquo;wei&szlig;e Liste&ldquo; der OECD.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/panama-papers-und-die-folgen-die-schaeuble-show-gegen-die-steuerflucht\/13465452.html\">Harald Schumann im Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Wer ernsthaft glaubt, Sch&auml;uble w&uuml;rde irgendetwas tun, was der deutschen Oligarchie ernsthaft schadet, glaubt vermutlich auch an den Weihnachtsmann und an den Osterhasen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Panama Papers<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Wir zerr&uuml;tten den Rechtsstaat<\/strong><br>\nHans Richter, 68 Jahre alt, ist einer der profiliertesten Wirtschaftsstrafrechtler der Republik. Als Leiter der Schwerpunktstaatsanwaltschaft Wirtschaft in Stuttgart hat er jahrzehntelang wegen krimineller Machenschaften in Unternehmen und Banken ermittelt: im Fall des Autoherstellers Porsche, bei der Landesbank LBBW und auch nach der Insolvenz des Drogeriemilliard&auml;rs Anton Schlecker.<br>\nZEIT ONLINE: Herr Richter, was haben Sie gedacht, als die sogenannten Panama Papers ver&ouml;ffentlicht wurden?<br>\nHans Richter: Ich habe gedacht: Na endlich!<br>\nZEIT ONLINE: Weil die Papiere die grenzenlose Gier einiger Eliten &ouml;ffentlich gemacht haben, wie jetzt viele meinen?<br>\nRichter: Nein, den Begriff der Gier halte ich in diesem Zusammenhang f&uuml;r unangebracht. Sicherlich gibt es Manager, Banker und Privatpersonen, die von Gier getrieben sind. Ich selbst habe einige dieser Menschen kennenlernen d&uuml;rfen. Das eigentlich Anst&ouml;&szlig;ige an diesen Ver&ouml;ffentlichungen ist aber etwas Anderes.<br>\nZEIT ONLINE: N&auml;mlich?<br>\nRichter: Der Skandal ist, dass die Verschleierung von Verm&ouml;gen im Ausland noch immer nicht in die Illegalit&auml;t gedr&auml;ngt wurde. Dass es noch immer systematisch m&ouml;glich ist, auf diese Weise Geld und sonstiges Verm&ouml;gen zu verstecken.<br>\nZEIT ONLINE: Sie sagen also, die Politik ist das Problem &ndash; nicht die gierige Elite?<br>\nRichter: So ist es. Es ist doch zwingend, dass Manager, Banker, Unternehmer die Grenzen des Rechts ausloten. Das ist auch nicht zu verhindern oder gar zu verurteilen. Zum Problem wird das erst dann, wenn der Gesetzgeber zu viele Grauzonen offen l&auml;sst, in denen unklar ist, was strafrechtlich relevant ist und was nicht. Das zwingt die Bev&ouml;lkerung immer &ouml;fter dazu, nicht mehr mit dem Recht zu argumentieren, sondern in den Kategorien von Ethik und Moral.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2016-04\/panama-papers-wirtschaftskriminalitaet-ohnmacht-justiz-briefkastenfirmen\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Leider muss man es immer wieder betonen: Die Machtlosigkeit der Justiz gegen den grassierenden Steuerbetrug der herrschenden Eliten ist politisch gewollt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Panama &ndash; das Wegschauen der Regierungen hat System<\/strong><br>\nSeit vielen Jahren ist bekannt, welch unglaubliche Summen an privatem Finanzverm&ouml;gen offshore gehalten werden. Sch&auml;tzungen sprechen von 21.000 bis 32.000 Milliarden US-Dollar. W&auml;hrend den Staaten j&auml;hrlich weltweit hunderte Milliarden Dollar durch Steuerbetrug der Reichen und Superreichen verloren gehen, nimmt man in Europa lieber den Sozialstaat ins Visier oder plant wie in &Ouml;sterreich K&uuml;rzungen bei der finanziellen Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die Schw&auml;chsten der Gesellschaft.<br>\nIm weltweiten Offshore-Betrugssystem der wirtschaftlichen Eliten ist Panama kein Einzelfall. Seit Jahren ist bekannt, dass das Land rund 350.000 geheime Briefkastenfirmen beherbergt. Doch selbst mit dieser unglaublichen Zahl liegt das Land noch hinter Hongkong und den British Virgin Islands. Letztere lagen 2013 weltweit auf dem unglaublichen 4. Platz was die Summe an ausl&auml;ndischen &bdquo;Direktinvestitionen&ldquo; betrifft.<br>\nIronischerweise sind die British Virgin Islands auf einer &bdquo;wei&szlig;en Liste&ldquo; der OECD zu finden. Panama selbst ist &bdquo;nur&ldquo; an 13. Stelle der Rangliste der intransparentesten Finanzpl&auml;tze. All das zeigt, dass das globale Finanzsystem in weiten Teilen noch immer eine Transparenz-W&uuml;ste ist. Wie ist das m&ouml;glich?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.arbeit-wirtschaft.at\/panama-papers\/\">blog.arbeit-wirtschaft.at<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Bitte lesen Sie hierzu erneut das Interview von Jens Wernicke mit Wolf Wetzel &uuml;ber den &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=32995\">Panama-Scoop<\/a>&ldquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Wie die &ldquo;Panama Papers&rdquo; Clinton schaden<\/strong><br>\nDie &ldquo;Panama Papiere&rdquo; bringen Hillary Clinton in Bedr&auml;ngnis: Wieso sind dort so viele Unternehmer zu finden, die dem Polit-Paar Clinton nahe stehen oder standen? Einmal mehr muss die Pr&auml;sidentschaftsbewerberin ihr Verh&auml;ltnis zum gro&szlig;en Geld erkl&auml;ren.<br>\nWas haben der Rechtsau&szlig;en-Brusttrommler Donald Trump und der US-Sozialist Bernie Sanders gemeinsam? Der republikanische wie der demokratische Pr&auml;sidentschaftsbewerber reiten auf einer Welle des Establishment-Hasses unter den US-W&auml;hlern. Trump ist von einer Kandidatur f&uuml;r die Republikaner kaum noch abzuhalten und auch Sanders konnte die demokratische Pr&auml;sidentschaftsfavoritin Hillary Clinton bislang &uuml;berraschend stark unter Druck setzen. Nun geben die &ldquo;Panama Papers&rdquo; Sanders weitere Munition, um Clinton bei den W&auml;hlern als Teil ebenjenes Establishments zu diskreditieren &ndash; als Mitglied der Washingtoner Elite und Freundin des gro&szlig;en Geldes.<br>\nWie die &ldquo;S&uuml;ddeutsche Zeitung&rdquo; und die US-Mediengruppe McClatchy berichten, tauchen in den geleakten Unterlagen der Panama-Kanzlei Mossack Fonseca mehrere Wegbegleiter und gro&szlig;z&uuml;gige Spender der Clintons auf. Den Unterlagen zufolge seien weder die Clintons noch die in den Papieren entdeckten Firmen der Clinton-Spender in illegale Aktivit&auml;ten involviert, hei&szlig;t es in beiden Berichten. Dennoch zeigten sie eine fragw&uuml;rdige N&auml;he von Hillary und Ex-Pr&auml;sident Bill Clinton zu teils dubiosen Unternehmern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Wie-die-Panama-Papers-Clinton-schaden-article17492621.html\">n-tv<\/a>\n<p><strong>dazu: Wo sind all die Amis in den Panama Papers?<\/strong><br>\nEs besteht f&uuml;r US-B&uuml;rger nur ein geringer Anreiz, Verm&ouml;gen &ndash; ob legales oder illegales &ndash; in ausl&auml;ndischen Briefkastenfirmen zu verstecken.<br>\nAna Owens, eine Anw&auml;ltin f&uuml;r Steuerrecht einer renommierten Verbraucherschutz-NGO in den USA, sagt &uuml;ber die in den Panama Papers enth&uuml;llte Mossack Fonseca: &bdquo;Dies ist eine Firma unter Tausenden auf der Welt und es gibt Hunderte, wenn nicht gar Tausende solcher Firmen in den USA. [&hellip;]<br>\nWenn eine Firma in den USA genau dasselbe f&uuml;r Dich tun kann wie diese Firma in Panama, dann kannst Du auch gleich die in den Staaten nehmen. Und es ist absolut legal.&ldquo; Der winzige Bundesstaat Delaware an der Ostk&uuml;ste der USA ist die Hochburg der US-amerikanischen Steueroasen. Mit dem Ziel, Firmen aus dem benachbarten New York abzuziehen, wurde die unternehmerfreundlichste Gesetzgebung in den USA geschmiedet.<br>\nMit gr&ouml;&szlig;tem Erfolg: mehr als die H&auml;lfte aller b&ouml;rsennotierten US-Firmen hat heute ihren Sitz in Delaware. Es gibt mehr im Bundesstaat eingetragene Firmen als Einwohner. In Wilmington, der gr&ouml;&szlig;ten Stadt Delawares, haben 285,000 Firmen ihren Hauptsitz in einem einzigen kleinen Geb&auml;ude, Natasha del Toro vom Fusion Magazine hat in weniger als f&uuml;nf Minuten eine Briefkastenfirma f&uuml;r ihre Katze Suki er&ouml;ffnet &ndash; die ganze Absurdit&auml;t des Briefkastensystems in a nutshell.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/diefreiheitsliebe.de\/wirtschaft\/wo-sind-all-die-amis-in-den-panama-papers-4-theorien\/\">Die Freiheitsliebe<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Mindestlohn sollte nicht f&uuml;r Fl&uuml;chtlinge gelten<\/strong><br>\nKein Mindestlohn und gering bezahlte Praktika: So sollen dem Chef des Zentrums f&uuml;r Europ&auml;ische Wirtschaftsforschung zufolge Fl&uuml;chtlinge in den Jobmarkt integriert werden.<br>\nDer Mindestlohn soll erst mal nicht f&uuml;r Gefl&uuml;chtete gelten. Das schl&auml;gt der neue Chef des Zentrums f&uuml;r Europ&auml;ische Wirtschaftsforschung (ZEW), Achim Wambach, vor. &ldquo;Eine tempor&auml;re Aufhebung des Mindestlohns, um diese Menschen in Arbeit zu bringen, begleitet von Sprachkursen und anderen Qualifikationsma&szlig;nahmen, ist sinnvoll&rdquo;, sagte er der Nachrichtenagentur dpa in Mannheim. Allerdings solle dies keine Dauerl&ouml;sung sein, &ldquo;sondern der Schritt in den Arbeitsmarkt hinein&rdquo;. Auch Praktika, die zun&auml;chst geringer bezahlt sind, h&auml;lt Wambach f&uuml;r sinnvoll.<br>\nUm die Sprachkenntnisse zu verbessern, seien zwar Sprachkurse wichtig, allerdings k&ouml;nne es auch helfen, die neue Sprache beim Arbeiten selbst zu lernen, so Wambach weiter: &ldquo;Nat&uuml;rlich werden Sprachkurse ben&ouml;tigt, aber auf der Arbeit zu sein und mit Kolleginnen und Kollegen zu tun zu haben, ist eine gute Form, um schneller in die Sprache hineinzukommen.&rdquo; Beim Thema Integration habe die Bundesrepublik aus Wambachs Sicht viel nachzuholen.<br>\nDie gro&szlig;e Koalition will die Integration von Fl&uuml;chtlingen mit mehr Jobs und Sprachkursen erleichtern. Vorgesehen ist zum Beispiel, f&uuml;r drei Jahre bei Asylbewerbern und Geduldeten auf die Vorrangpr&uuml;fung zu verzichten, nach der ein Job zun&auml;chst einem deutschen oder europ&auml;ischen Staatsb&uuml;rger angeboten werden muss. Wambach begr&uuml;&szlig;te dieses Vorhaben. Au&szlig;erdem sollen aus Bundesmitteln 100.000 zus&auml;tzliche &ldquo;Arbeitsgelegenheiten&rdquo; &ndash; quasi Ein-Euro-Jobs &ndash; geschaffen werden. Der ZEW-Chef sagte: &ldquo;Das Ziel sollte sein, Fl&uuml;chtlinge in qualitativ h&ouml;herwertige Stellen hineinzubringen, aber Praktika oder geringf&uuml;gige Besch&auml;ftigungen k&ouml;nnen der Einstieg sein.&rdquo; [&hellip;]<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2016-04\/mindestlohn-fluechtlinge-ausnahmen\">Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Diese wiederholte Forderung der Arbeitgeberlobbyisten ist uns&auml;glich; man will die Arbeitsmarktkonkurrenz bei den Allerschw&auml;chsten noch weiter anheizen, den l&auml;cherlichen Mindestlohn noch weiter durchl&ouml;chern und die f&uuml;r alle Menschen irre wichtige Branchen Gesundheit und Pflege weiter zerst&ouml;ren. Ich wundere mich, warum nicht gleich Sklavenverh&auml;ltnisse bzw. Arbeiten gegen Kost und Logis gefordert werden&hellip; aber letztendlich l&auml;uft das &ldquo;Integrationsgesetz&rdquo; der Regierungskoalition, mit 1-Euro-Jobs und der F&ouml;rderung der Leiharbeit, auf genau dieselbe Zerst&ouml;rung jeglicher Lohnuntergrenzen hinaus. Tats&auml;chlich werden die Fl&uuml;chtlinge in Leiharbeitsjobs doch bestens in die deutsche Realit&auml;t integriert&hellip;<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Gro&szlig;e Mehrheit sagt: Arbeitnehmer sollten so viel Einfluss haben wie Arbeitgeber<\/strong><br>\nSollten Arbeitnehmer am Arbeitsplatz genauso viel Einfluss haben wie Arbeitgeber? Ja, sagen die allermeisten Besch&auml;ftigten und verbinden mit &bdquo;Betriebsrat&ldquo; oder &bdquo;Mitbestimmung&ldquo; positive Assoziationen.<br>\nArbeitnehmer sollten im Betrieb mitbestimmen &ndash; davon ist die gro&szlig;e Mehrheit der Erwerbst&auml;tigen &uuml;berzeugt, wie eine Analyse von Prof. Dr. Werner Nienh&uuml;ser, Esther Gl&uuml;ck und Dr. Heiko Ho&szlig;feld von der Universit&auml;t Duisburg-Essen zeigt. Die Forscher haben rund 1.900 Erwerbst&auml;tige &ndash; Arbeitnehmer und Arbeitgeber &ndash; nach ihren Einstellungen zur Mitsprache am Arbeitsplatz gefragt. In seiner von der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung gef&ouml;rderten Untersuchung ging das Team um den BWL-Professor Nienh&uuml;ser zweigleisig vor, um besonders valide Antworten zu bekommen: Neben Antworten auf direkte Fragen erbaten die Forscher auch Assoziationen zu Schl&uuml;sselbegriffen der Mitbestimmung, weil diese Einblick in tiefer liegende Einstellungen zum Thema zulassen. Die genannten Assoziationen lie&szlig;en die Wissenschaftler von den Befragten selbst als positiv, neutral oder negativ bewerten.<br>\nDer Anteil derjenigen, die finden, dass Arbeitnehmer mindestens gleich viel Einfluss haben sollten wie Arbeitgeber, liegt in der Befragung bei 65 Prozent. Noch deutlicher f&auml;llt die Gegenprobe aus: Der Aussage, dass Mitbestimmung falsch sei, stimmten nur 13 Prozent der Befragten zu. Dabei wurde nicht unterschieden zwischen betrieblicher Mitbestimmung und der Mitsprache in Aufsichtsr&auml;ten. Die Auswertung der Assoziationen st&uuml;tzt das Ergebnis: Beim Stichwort &bdquo;Mitbestimmung&ldquo; lag der Anteil positiver Assoziationen bei gut 67 Prozent, bei &bdquo;Betriebsrat&ldquo; kamen sogar knapp 69 Prozent positive Nennungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/hbs\/hs.xsl\/63056_64553.htm\">Hans B&ouml;ckler Stiftung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Der Anspruch, mehr (auch innerbetriebliche) Demokratie zu wagen, hat also nichts an Aktualit&auml;t und Attraktivit&auml;t verloren.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Das gro&szlig;e Renten-Vergessen<\/strong><br>\nUm kreative Umverteilungspolitik ging es 2001 bei der Riesterrente. Das ist gegl&uuml;ckt &ndash; mit der Folge Altersarmut. Bei Anne Will wird deutlich, wie die Debatte sich seitdem gedreht hat. Da w&auml;re Susanne Neumann, Putzfrau und Gewerkschaftsfunktion&auml;rin der IG Bau, als Beispiel f&uuml;r das &bdquo;Besitzstandsdenken&ldquo; von Arbeitnehmern eingeladen worden. Gestern durfte sie &uuml;ber ihre Rentenanwartschaften berichten, die bei der an Krebs erkrankten Frau eine Erwerbsminderungsrente von 735 Euro bedeuten. Das ist unter heutigen Bedingungen noch nicht einmal schlecht. Frau Neumann hat eine kontinuierliche Erwerbsbiographie, au&szlig;erdem noch Kindererziehungszeiten und Rentenanspr&uuml;che aus einer fr&uuml;heren Ehe. Diese 735 Euro kommen dabei heraus, wenn die Politik besagte &bdquo;Besitzst&auml;nde&ldquo; k&uuml;rzt. Den diversen Bundesregierungen seit dem Jahr 1989 kann man nicht vorwerfen, sie w&auml;ren tatenlos geblieben. Der Umbau unseres Rentenversicherungssystems begann mit dem Rentenreformgesetz 1992, keineswegs erst im Jahr 2001 unter der Regierung Gerhard Schr&ouml;ders. Der 1982 geborene Porschen wird sicherlich zu jung sein, um sich an die damaligen Debatten zu erinnern. Diese standen unter einer Voraussetzung, die mit dem ber&uuml;hmten demographischen Wandel nur mittelbar etwas zu tun hatten. Es ging um eine schlichte &ouml;konomische Frage: Wie k&ouml;nnen die Lohnkosten f&uuml;r die deutsche Exportindustrie reduziert werden?<br>\nWeil der Staat nicht die L&ouml;hne gesetzlich senken konnte, blieben nur die Sozialversicherungssysteme &uuml;brig. &Uuml;ber die Ausgestaltung dieser Lohnbestandteile verf&uuml;gt der Gesetzgeber. Es ging darum, den wegen des demographischen Wandels zu erwartenden Anstieg dieser &bdquo;Lohnnebenkosten&ldquo; zu reduzieren. Das betraf alle Zweige der Sozialversicherungen, aber die Rentenversicherung in besonderem Ma&szlig;e. In allen Sozialversicherungssystemen, egal wie man sie ausgestaltet, sind die Renten und Pensionen der mit Abstand teuerste Pfeiler.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/medien\/tv-kritik\/tv-kritik-anne-will-das-grosse-renten-vergessen-14184500.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Leser J.A.:<\/strong> Eine bemerkenswert klare Analyse der falschen Verteilung &uuml;ber zu niedrige L&ouml;hne und der radikalen Umverteilung von unten nach oben. Warum stehen solche guten Artikel in der FAZ immer nur im Feuilleton, w&auml;hrend die Wirtschaftslobbyisten die Ressorts Wirtschaft und Politik vollsudeln d&uuml;rfen?<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: &bdquo;Gesetzliche Rente robuster als die private Konkurrenz&ldquo;<\/strong><br>\nDeutschland diskutiert die Rente. Was bringt die private Vorsorge, wie gut ist die gesetzliche Rente? Arbeitsministerin Nahles preist ihre Vorz&uuml;ge.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/was-wird-aus-der-rente\/in-renten-debatte-aeussert-sich-andrea-nahles-zu-riester-rente-14184600.html\">FAZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Und weil die gesetzliche Umlagerente besser ist als die &ldquo;Privatvorsorge&rdquo;, m&ouml;chte Nahles die schlechtere Privatvorsorge ausweiten und die bessere gesetzliche Rente weiter sch&auml;digen. Logik &aacute; la SPD.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu auch: Die Riester-Rente muss weg<\/strong><br>\nDer Staat verteilt gro&szlig;z&uuml;gig Zusch&uuml;sse an Riester-Sparer. Das ist Geldverschwendung. Er sollte lieber das Niveau der gesetzlichen Altersvorsorge anheben.<br>\nHorst Seehofer hat vorgeschlagen, das Rentenniveau weniger stark abzusenken als geplant und gleichzeitig die staatliche F&ouml;rderung der privaten Altersvorsorge einzuschr&auml;nken. Damit hat er sich heftige Kritik eingefangen. Sie kam unter anderem vom Chef des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW) , Marcel Fratzscher, und vom Pr&auml;sidenten des Ifo-Instituts, Clemens Fuest .<br>\nDie Kritik &uuml;berrascht nicht, weil Seehofer mit seinem Vorschlag einen Kurswechsel zu mehr Staat und weniger Finanzmarkt bei der Altersvorsorge fordert. F&uuml;r die meisten &Ouml;konomen ist das auch nach der Finanzkrise nur schwer zu schlucken. Doch die Erfahrung der letzten f&uuml;nfzehn Jahre gibt Seehofer Recht. Das Konzept, die geringere staatliche Rente durch die Riester-Rente auszugleichen, ist gescheitert. Die Kosten haben einen gro&szlig;en Teil der Rendite aufgezehrt. Und in der Nullzins-Welt hat sich die Hoffnung, eine h&ouml;here Rendite als bei der gesetzlichen Rente zu erzielen, dann v&ouml;llig zerschlagen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/peter-bofinger-die-riester-rente-muss-weg-kommentar-a-1087736.html\">Peter Bofinger auf Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Leider geht auch Peter Bofinger Seehofers taktischem Wahlkampfman&ouml;ver auf den Leim. Jahrelang hat die CSU, die Zerst&ouml;rung der gesetzlichen Rentenversicherung und die Absenkung des Rentenniveaus unterst&uuml;tzt und nun erkennt man ganz pl&ouml;tzlich, dass alles falsch war?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Steuerzahler zahlen Millionen f&uuml;r Schlecker-Pleite<\/strong><br>\nDer Untergang des Imperiums von Anton Schlecker wird die Steuerzahler einen hohen dreistelligen Millionenbetrag kosten. Und die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit ist nicht der einzige gro&szlig;e Gl&auml;ubiger. Die Steuerzahler bleiben auf einem hohen dreistelligen Millionenschaden aus der Schlecker-Pleite sitzen. Das ist gut f&uuml;nf Jahre nach der spektakul&auml;ren Insolvenz der Drogeriemarktkette so gut wie sicher. Der L&ouml;wenanteil des Schadens entf&auml;llt auf die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit.<br>\nDer Zusammenbruch des einstigen Marktf&uuml;hrers nach der Stellung des Insolvenzantrags am 23. Januar 2012 war so verheerend, dass die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit monatelang Insolvenzgeld an mehr als 20.000 betroffene Besch&auml;ftigte zahlen musste. Allein die hohe Zahl der Betroffenen trieb den Schaden hoch.<br>\nZwar hat die Bundesagentur rechtlich einen Anspruch auf R&uuml;ckzahlungen aus der Insolvenzmasse, doch dass es dazu kommt, ist unwahrscheinlich. &ldquo;Bisher sind keine Auszahlungen an die Insolvenz- und Massegl&auml;ubiger erfolgt&rdquo;, stellte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Donnerstag fest. Auch die k&uuml;nftigen Chancen sind gering. Schon im Herbst 2012 hatte Geiwitz bekannt gegeben, es drohe &ldquo;Masseunzul&auml;nglichkeit&rdquo; &ndash; ein juristischer Begriff, der signalisiert, dass die Gl&auml;ubiger nur noch mit einer (in aller Regel minimalen) R&uuml;ckzahlungsquote rechnen k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article154365482\/Steuerzahler-zahlen-Millionen-fuer-Schlecker-Pleite.html\">Welt Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Sozialer Protest in Frankreich und Gro&szlig;britannien<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Europas Jugend ist im Protest gespalten<\/strong><br>\nWillkommen hier am 44. M&auml;rz&ldquo;, hei&szlig;t es zur Begr&uuml;&szlig;ung auf dem Br&uuml;sseler Kunstberg. Dann werden kurz die Regeln f&uuml;r die Debatte erkl&auml;rt. Schlie&szlig;lich ist die Bewegung neu hier in der Stadt. Die H&auml;nde sch&uuml;ttelnd nach oben recken hei&szlig;t &bdquo;Ja&ldquo;, sch&uuml;tteln nach unten ist: &bdquo;Nein&ldquo;, Arme kreuzen bedeutet: &bdquo;Geht gar nicht.&ldquo; Willkommen bei &bdquo;Nuit debout&ldquo;, der Nacht der Aufrechten. Die Protestwelle der Jungen, die sich gegen die neue Koalition der b&uuml;rgerlichen Mitte aus Manschettenknopf-Siegelring-B&uuml;gelfalten-Bourgeoisie und Bio-B&uuml;rgern richtet, die ihre Politik unter dem Verweis auf das angeblich alternativlose Notwendige verkauft, hat nach Spanien und Frankreich nun auch Europas Zentrum erreicht &ndash; und trifft sich seit dem 9. April jede Nacht.<br>\nVon Madrid nahm die Bewegung der Indignados &ndash; der Aufrechten &ndash; ihren Ausgang. Und schwappte nun nach Frankreich &uuml;ber. Von dort &uuml;bernahmen sie in Br&uuml;ssel die Bezeichnung Nuit Debout &ndash; eigentlich &bdquo;&uuml;ber Nacht wachbleiben&ldquo;, frei &uuml;bersetzt aber &bdquo;Nacht der Aufrichten&ldquo;. Rund 30 Diskutierende haben sich auf den Stufen des Kunstbergs eingefunden, die meisten unter drei&szlig;ig. Unten gl&auml;nzt die Stadt in der Sonne, in der Ferne funkelt das Atomium, links liegt die K&ouml;nigliche Bibliothek und im R&uuml;cken der Debattierrunde der Stadtpalast.<br>\nIn Spanien hat sich der Protest der Indignados an der Sparpolitik in der Eurokrise entz&uuml;ndet, konkret am R&auml;umen von Wohnungen s&auml;umiger Schuldner &ndash; die Aufrechten als Kalt-Enteignete. In Frankreich richtet er sich gegen die Arbeitsmarktreformen der sozialistischen Regierung &ndash; die Aufrechten als autonome Agenda-Gegner. In Belgien lie&szlig; die Immobilienkrise nur Banken taumeln, traf aber kaum die Eigner.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/nuit-debout-europas-jugend-ist-im-protest-gespalten,1472596,34096754.html\">FR Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Breiten sich die franz&ouml;sischen Sozialproteste auch in Deutschland aus?<\/strong><br>\nEinige Besucher dachten zun&auml;chst an eine Theaterauff&uuml;hrung, als sie im am Samstagabend am Mariannenplatz in Berlin-Kreuzberg ca. 90 Menschen sahen, die mit den Armen und H&auml;nden Zeichen gaben. Doch schnell stellte sich heraus, dass es sich um keine Kunstperformance, sondern um eine politische Aktion handelte. Es waren vor allem in Berlin lebende Franzosen, die die &ldquo;Nuit Debout&rdquo;-Aktionen auch in Deutschland etablieren wollen.<br>\nIn Frankreich besetzten in den letzten Wochen vor allem junge Menschen Nacht f&uuml;r Nacht die Pl&auml;tze verschiedener St&auml;dte, um gegen eine Arbeitsmarktreform zu protestieren, die zu massiven Einschr&auml;nkungen f&uuml;r die Rechte der Lohnabh&auml;ngigen f&uuml;hrt. Im Grunde ist es eine franz&ouml;sische Version der Agenda 2010 und soll zur weiteren Flexibilisierung des Arbeitsmarktes f&uuml;hren. Die Opposition gegen dieses Gesetz ist sehr gro&szlig;. Die Gewerkschaftenund Studierendenverb&auml;nde haben sich ebenso wie verschiedene Jugendorganisationen und selbst Teile der sozialdemokratischen Regierungspartei dagegen ausgesprochen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/news\/Breiten-sich-die-franzoesischen-Sozialproteste-auch-in-Deutschland-aus-3176917.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Es ist klar, dass dar&uuml;ber in den deutschen &bdquo;Qualit&auml;tsmedien&ldquo; nur am Rande berichtet wird. Auch &uuml;ber das nachfolgende wird nat&uuml;rlich nicht berichtet.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>150.000 Menschen auf der Stra&szlig;e<\/strong><br>\nZehntausende Menschen haben am Samstag in London gegen die K&uuml;rzungspolitik des britischen Premierministers David Cameron demonstriert. Nach Sch&auml;tzungen der Nachrichtenagentur Press Association und der kommunistischen Tageszeitung Morning Star zogen 150.000 Teilnehmer zum Trafalgar Square im Zentrum der britischen Hauptstadt. Die Polizei machte keine Angaben zu deren Zahl.<br>\nZu dem Protestzug aufgerufen hatte die unabh&auml;ngige Organisation People&rsquo;s Assembly, die gegen K&uuml;rzungen im Sozialbereich k&auml;mpft. Zu den Teilnehmern geh&ouml;rten Anh&auml;nger der oppositionellen Labour-Partei und linker Organisationen, Gewerkschafter sowie Mitglieder der Friedensbewegung. Bei der Kundgebung wurden auch Rufe nach einem R&uuml;cktritt des konservativen Regierungschefs laut.<br>\n&raquo;Der Kampf gegen die Austerit&auml;t ist ein Kampf unserer Zeit&laquo;, sagte die Labour-Politikerin Diane Abbott. Die Politik von Camerons Regierung bedrohe das britische Gesundheitssystem NHS, den Wohnungsbau der Kommunen und die Zukunft junger Menschen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/2016\/04-18\/007.php\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Wenn die SPD-Spitze den Erkenntnisstand dieser Labour-Politikerin h&auml;tte, w&auml;re hierzulande schon viel gewonnen. Aber mit dieser Parteispitze ist das offenbar vergleichbar mit dem Warten auf den Sankt Nimmerleinstag.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Anti-austerity protest: tens of thousands attend London march<\/strong><br>\nAn anti-austerity march in London has attracted tens of thousands of people wielding banners with slogans, expletive-filled placards and pig effigies.<br>\nProtesters descended on central London in hundreds of coaches on Saturday to voice their outrage at the cuts imposed on public services by David Cameron and his government.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.theguardian.com\/world\/2016\/apr\/16\/london-anti-austerity-march-draws-tens-of-thousands\">The Guardian<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Podemos sagt Nein zu rechtslastigem Pakt<\/strong><br>\nFast 90&#8197;Prozent der Sympathisanten lehnten es ab, ein B&uuml;ndnis aus Rechtsliberalen und Sozialisten zu st&uuml;tzen. Die gro&szlig;e Mehrheit der Podemos-Basis zeigt keinerlei Bed&uuml;rfnis, den Sozialisten den Steigb&uuml;gel f&uuml;r eine Regierungskoalition mit neoliberalen Parteien zu halten. Das ergab eine f&uuml;r verbindlich erkl&auml;rte Abstimmung.<br>\nNur noch ein Wunder kann Neuwahlen am 26. Juni in Spanien verhindern. Denn Mitglieder und Sympathisanten der linken Bewegung Podemos (Wir k&ouml;nnen es) haben sich mit einer Mehrheit von 90 Prozent in einer f&uuml;r verbindlich erkl&auml;rten Abstimmung klar hinter die Parteif&uuml;hrung gestellt. 150.000 Personen nahmen teil, gab Organisationssekret&auml;r Pablo Echenique am Montagmittag bekannt. Von offiziell registrierten 400.000 Sympathisanten durften 207.000 Personen abstimmen, die sich in den vergangenen zw&ouml;lf Monaten an Aktivit&auml;ten auf der Podemos-Webseite beteiligt hatten.<br>\nEchenique sprach von einer &raquo;historischen&laquo; Abstimmung, da sogar etwa 40.000 Menschen mehr teilgenommen haben als bei der Wahl von Pablo Iglesias zum Parteichef. Als die Sozialistische Arbeiterpartei Spaniens (PSOE) ihre Mitglieder k&uuml;rzlich &ndash; und das auch nur unverbindlich &ndash; &uuml;ber ihren Regierungspakt mit der neoliberalen Bewegung Ciudadanos (B&uuml;rger) abstimmen lie&szlig;, nahmen 50.000 Personen weniger teil. Dabei hat die PSOE mehr Mitglieder als Podemos aktive Sympathisanten. Das zeigte schon an, dass auch viele Sozialisten Probleme mit dem B&uuml;ndnis haben, da mit ihm viele Wahlversprechen gebrochen werden.<br>\nNun stimmten aber mehr als 88 Prozent der Podemos-Basis dagegen, diese Koalition durch Stimmenthaltung bei der Vertrauensfrage im Parlament an die Macht zu bringen, um sie der regierenden Volkspartei (PP) zu nehmen. Mehr als 90 Prozent sprachen sich dagegen f&uuml;r eine Koalition von Podemos und PSOE aus. Dies aber lehnt Sozialistenchef Pedro S&aacute;nchez ab, weil es die Unterst&uuml;tzung baskischer und katalanischer Parteien ben&ouml;tigt. Mit Podemos fordern sie, wie in Schottland &uuml;ber die Unabh&auml;ngigkeit Kataloniens abstimmen zu d&uuml;rfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1008982.podemos-sagt-nein-zu-rechtslastigem-pakt.html\">Neues Deutschland<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Bravo, es ist richtig keinen Pfifferling mehr auf die verwesenden Kadaver der Sozialdemokratie zu setzen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>TTIP droht Referendum in den Niederlanden<\/strong><br>\nAls Thierry Baudet nach dem &bdquo;Nein&ldquo; der Niederl&auml;nder zum EU-Ukraine-Vertrag vor anderthalb Wochen nach neuen Zielen gefragt wurde, nannte der Mitinitiator des Referendums neben dem Euro das geplante Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten (TTIP). Tats&auml;chlich sammelt eine Gruppe aus vier niederl&auml;ndischen Nichtregierungsorganisationen schon seit Monaten Unterschriften f&uuml;r ein solches Referendum. 108.000 Menschen haben die Petition bisher unterzeichnet. Seit dem Ukraine-Referendum verzeichnet die Initiative &bdquo;Plattform TTIP Referendum&ldquo; neuen Zulauf, teilen die Initiatoren mit. Allein in den vergangenen anderthalb Wochen haben sie im Internet 40.000 neue Unterschriften gesammelt.<br>\nAusgerechnet wenige Tage vor dem Besuch des amerikanischen Pr&auml;sidenten Barack Obama kommt damit aus den Niederlanden neuer Gegenwind f&uuml;r die ohnehin seit Monaten schwierigen Gespr&auml;che &uuml;ber TTIP. Obama wird am kommenden Sonntag gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel die Hannover Messe er&ouml;ffnen. Er will seinen Besuch nicht zuletzt daf&uuml;r nutzen, um f&uuml;r das Abkommen zu werben. Schon am Samstag wollen die Gegner in Hannover gegen TTIP und das schon ausgehandelte Freihandelsabkommen mit Kanada (Ceta) demonstrieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/ttip-und-freihandel\/ttip-droht-referendum-in-den-niederlanden-14185314.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Nat&uuml;rlich ein Horrorszenario f&uuml;r die Neoliberalen. Solche grunds&auml;tzlichen Entscheidungen sollte man selbstverst&auml;ndlich nicht dem Volk &uuml;berlassen. Entscheidungen dar&uuml;ber sind in den Parlamenten besser aufgehoben. Dort fragt man wenigstens nicht nach, &uuml;ber was man da &uuml;berhaupt abstimmt und welche Folgen dies f&uuml;r Land und B&uuml;rger hat?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Afrikas Auspl&uuml;nderung<\/strong><br>\nIn Afrika s&uuml;dlich der Sahara leben heute gut eine Milliarde Menschen, Mitte des Jahrhunderts werden es mehr als doppelt so viele sein. Und diese Menschen werden tun, was zum Menschsein dazugeh&ouml;rt: Sie werden nach einer w&uuml;rdevollen Existenz streben; nach einer Perspektive, das eigene Leben zu gestalten. Finden sich solche Perspektiven, dann kann die Zukunft des jugendlichen Wachstumskontinents Afrika tats&auml;chlich sehr erfreulich aussehen. Es gibt allerdings Gr&uuml;nde daf&uuml;r, den Optimismus vorerst noch zu z&uuml;geln.<br>\nPl&uuml;nderung von Afrikas Ressourcen, Korruption, Staatsversagen: Das sind viel zitierte Ph&auml;nomene, die nun durch das, was die Panama Papers hergeben, ein wenig konkreter an Gestalt gewinnen. Die Akten der Firma Mossack Fonseca illustrieren an Beispielen, wie einheimische Machteliten und ausl&auml;ndische Gesch&auml;ftemacher die Erl&ouml;se aus Bodensch&auml;tzen &uuml;ber Briefkastenfirmen au&szlig;er Landes schaffen, vorbei an der Mehrheit des Volkes, vorbei an den Steuerkassen. Zur&uuml;ck bleiben schwache, dysfunktionale Staaten und erniedrigte V&ouml;lker.<br>\nJedes Jahr flie&szlig;en mindestens 53 Milliarden Euro auf illegalen Wegen aus Afrika heraus, manchen Sch&auml;tzungen zufolge k&ouml;nnte es auch mehr als das Doppelte sein. Deutlich mehr jedenfalls als die Summe all dessen, was im selben Zeitraum an Entwicklungshilfe hineinflie&szlig;t. K&ouml;nnte es sein, dass die internationale Gemeinschaft, wenn es um die Bek&auml;mpfung von Armut (und, wie es neuerdings hei&szlig;t, &ldquo;Fluchtursachen&rdquo;) geht, ein paar Priorit&auml;ten falsch gesetzt hat?<br>\nKorruption und Steuerbetrug in diesen Ausma&szlig;en zerst&ouml;ren nicht nur unmittelbar die Funktionsf&auml;higkeit staatlicher Organe, sie untergraben auch langfristig das Vertrauen in den Staat. Junge Menschen, die den Staat und seine Eliten vor allem als Pl&uuml;nderer erleben, suchen sich andere Loyalit&auml;ten. Es ist kein Zufall, dass islamistische Terrorgruppen oft und erfolgreich mit Kampfansagen gegen Korruption f&uuml;r sich werben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/panama-papers-afrikas-auspluenderung-1.2953028\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>So halfen saudische Agenten den 9\/11-Terroristen<\/strong><br>\nNoch immer h&auml;lt die US-Regierung ein Dossier &uuml;ber den 11. September 2001 zur&uuml;ck. Kurz vor Barack Obamas Besuch in Saudi-Arabien werden die Verwicklungen des K&ouml;nigreichs in die Terroranschl&auml;ge bekannt.<br>\nDer Demokrat Bob Graham war achtzehn Jahre lang Mitglied des US-Senats und hatte dabei ein Jahrzehnt die Geheimdienste kontrolliert. Seit dreizehn Jahren ist er im Ruhestand. Jetzt, wenige Monate vor seinem 80. Geburtstag, hat er die USA ersch&uuml;ttert. In einem Interview mit dem Sender CBS verriet er letzte Woche ein Staatsgeheimnis.<br>\nGraham wurde auf die Hijacker angesprochen, die am 11. September 2001 vier Flugzeuge entf&uuml;hrt und sie in das World Trade Center und das Pentagon gesteuert hatten: Hatten die Entf&uuml;hrer im Vorfeld Hilfe bekommen? Ex-Senator Graham best&auml;tigte: &ldquo;Ja, von den Saudis.&rdquo; Die Hilfe sei &ldquo;substanziell&rdquo; gewesen. Und er best&auml;tigte ebenfalls, dass er mit &ldquo;den Saudis&rdquo; die dortige Regierung, einflussreiche Wohlfahrtsverb&auml;nde und wohlhabende Einzelpersonen meinte. F&uuml;nfzehn der neunzehn Entf&uuml;hrer stammten aus dem K&ouml;nigreich Saudi-Arabien. Die Attent&auml;ter ermordeten am 11. September 2001 fast 3000 Menschen.<br>\nGraham war von einem Reporter der CBS-Sendung &ldquo;60 Minutes&rdquo; interviewt worden. Thema war ein sagenumwobenes Geheimdossier, das die US-Regierung noch unter George W. Bush nach den Anschl&auml;gen unter anderem vom FBI verfassen lie&szlig;. Das 28 Seiten lange Dokument beleuchtet, wer die Entf&uuml;hrer in den USA unterst&uuml;tzte. Es ist so brisant, dass es noch immer unter Verschluss gehalten wird.<br>\nGraham geh&ouml;rte einer von zwei Kommissionen an, die kl&auml;ren sollten, ob die Sicherheitsbeh&ouml;rden der USA die Anschl&auml;ge von New York und Washington h&auml;tten verhindern k&ouml;nnen. Die Mitglieder der Kommissionen durften das Geheimdossier nur einsehen. Dar&uuml;ber sprechen d&uuml;rfen sie eigentlich bis heute nicht, ihr Wissen durfte nicht einmal in den Abschlussbericht der Kommissionen einflie&szlig;en. Doch Graham und andere Mitglieder deuteten nun in Interviews an, was in dem Papier steht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article154460697\/So-halfen-saudische-Agenten-den-9-11-Terroristen.html\">Welt Online<\/a>\n<p><strong>dazu: 28 Pages<\/strong><br>\nFormer Sen. Bob Graham and others urge the Obama administration to declassify redacted pages of a report that holds 9\/11 secrets<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.cbsnews.com\/news\/60-minutes-911-classified-report-steve-kroft\/\">CBS News<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Deppe:<\/strong> Wer &uuml;ber den 11.09.2001 nicht sprechen will, sollte &uuml;ber den IS schweigen. CBS ver&ouml;ffentlichte am 10.04.2016 ein Interview zu einem Aspekt der angeblichen Anschl&auml;ge von 19 arabischen Terroristen auf das WTC und das Pentagon. Das Interview behandelt die geheimnisvollen 28 Seiten, die zwar Bestandteil der Aufkl&auml;rung der Ereignisse durch einen Senatsausschuss sind, jedoch von Pr&auml;sident Bush von der Ver&ouml;ffentlichung ausgenommen wurden. Sie behandeln die Finanzierung und Unterst&uuml;tzung der angeblichen Terroristen durch saudi-arabische Gelder und Personen. Das Interview wie auch viele andere Ver&ouml;ffentlichungen machen deutlich, dass es in den USA eine breite Bewegung gibt, die nicht nur auf die Ver&ouml;ffentlichung der Seiten dringt, sondern mit einer gro&szlig;en F&uuml;lle von Belegen und Argumenten eine neue Untersuchung der Vorf&auml;lle vom 11.9. fordert. &hellip;<\/em><br>\n<em>Seit dem 11.9. halten der Terror und die Abwehr des Terrors die Welt in Atem, mit allen negativen Folgen f&uuml;r die Demokratie, die B&uuml;rger- und Freiheitsrechte. Basierend auf einem unfassbaren Verbrechen und anhaltendem Betrug wurden und werden Kriege angezettelt, Menschen gezielt get&ouml;tet, L&auml;nder verw&uuml;stet und die Verfassungen ausgehebelt. Unsere Politiker, die es besser wissen werden, schweigen und lassen es zu, dass die Welt in den Sog eines Dauerkriegs ger&auml;t, der von manchen als Beginn des 3. Weltkriegs bezeichnet wird (s. z.B. die Interviews mit Niels Harrit).<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Aufstand der Scheinheiligen<\/strong><br>\nBrasiliens Kongress zeigt sein wahres Gesicht. Die Mehrheit der Abgeordneten hat nicht nur f&uuml;r die Absetzung von Pr&auml;sidentin Dilma Rousseff votiert. Die Parlamentarier haben mit verfassungsrechtlich fragw&uuml;rdigen Mitteln das havarierte Staatsschiff Brasilien auf einen strammen Rechtskurs gebracht.<br>\nDie meisten Abgeordneten beriefen sich bei der Stimmabgabe auf Gott und die Familie. Jair Bolsonaro verteidigte gar in flammenden Worten einen der schlimmsten Folterer der Milit&auml;rdiktatur. Andere warnten vor der kommunistischen Gefahr, die von der linken Arbeiterpartei PT ausgehe. Der PT geh&ouml;rt Rousseff ebenso an wie Ex-Pr&auml;sident Lula.<br>\nRousseff soll die Haushaltszahlen gesch&ouml;nt und illegal Spenden eingesetzt haben. Doch es geht auch um etwas anderes: Ihr knapper Wahlsieg vor zwei Jahren t&auml;uschte dar&uuml;ber hinweg, dass ein gro&szlig;er Teil der brasilianischen Gesellschaft strukturell konservativ gesinnt ist.<br>\nDer Einfluss evangelikaler Kirchen, die im gr&ouml;&szlig;ten Land Lateinamerikas best&auml;ndig an Einfluss gewinnen, war nun auch in den Auftritten vieler Abgeordneter un&uuml;bersehbar &ndash; ebenso wie die Scheinheiligkeit, die vielen dieser Prediger eigen ist. &ldquo;Gott erbarme sich unseres Landes!&rdquo;, rief ausgerechnet der m&auml;chtige evangelikale Parlamentspr&auml;sident Eduardo Cunha, der vor dem Obersten Bundesgerichtshof wegen Korruption angeklagt ist. Er soll 40 Millionen US-Dollar Schmiergelder kassiert haben und mehrere Konten in der Schweiz besitzen.<br>\nGegen 60 Prozent der 594 Kongressmitglieder laufen Verfahren, unter anderem wegen Korruption, Stimmenkauf, Entf&uuml;hrung und Mord. Als &ldquo;Orgasmus eines verfaulten Systems&rdquo; bezeichnete der Kolumnist Clovis Rossi in der Zeitung &ldquo;Folha de Sao Paulo&rdquo; den Amtsenthebungsprozess gegen Rousseff.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/brasilien-parlament-stimmt-gegen-dilma-rousseff-die-analyse-a-1087707.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><strong>dazu: Behind Brazil&rsquo;s &lsquo;Regime Change&rsquo;<\/strong><br>\nBrazil and China shunned President George W. Bush&rsquo;s unipolar foreign policy; each supported a more multipolar view of the world. So Washington&rsquo;s neoconservatives began to strengthen ties with Brazil&rsquo;s center-right opposition. Politically, this opposition comprised conservative social democrats (PSDB), Democrats, and Lula&rsquo;s more liberal allies, juridical authorities and military leaders. Economically, it featured the narrow elite, which reigns over an unequal economy polarized by class and race, as well as conservative and highly concentrated media conglomerates owned by a few families, including Marinho brothers&rsquo; Grupo Globo. The demonstrators represent a multitude of groups, such as Free Brazil movement, neoliberal activists, Students for Liberty, Revolted Online etc. &ndash; but several have cooperated with or been funded by, the Koch brothers, the John Templeton Foundation, National Endowment for Democracy and many others.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/consortiumnews.com\/2016\/04\/03\/behind-brazils-regime-change\/\">consortiumsnews<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ein weiterer, mit Hilfe der alten Eliten Brasiliens, durch die USA inszenierter, Regime Change?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Bernie Sanders: Der Underdog kann es selbst kaum fassen<\/strong><br>\nDer Weg zu Lisa Flythe f&uuml;hrt vorbei an einem sch&auml;bigen Wellblechzaun, einer verbeulten M&uuml;lltonne und einer verrosteten Eisent&uuml;r. Das Geb&auml;ude an der Achten Stra&szlig;e in Brooklyn l&auml;sst an einen Schuppen denken, der kurz vor dem Abriss steht. In den Jahren der Prohibition wurde hier illegal Alkohol ausgeschenkt, sp&auml;ter betrieben M&uuml;tter aus der Nachbarschaft einen Windelservice; heute aber stehen Kartons mit Bernie-Sanders-Plakaten und Bernie-Sanders-Buttons kreuz und quer auf dem ganzen Boden verteilt. An einer Wandtafel steht, was &ldquo;Team Bernie New York&rdquo; am n&ouml;tigsten braucht: Es fehlen Fahrradst&auml;nder, Snacks, Erste-Hilfe-K&auml;sten, Kaffeefilter.<br>\nDrei Kilometer entfernt, im Betonambiente der Downtown Brooklyns, haben die Wahlhelfer Hillary Clintons die elfte Etage eines Hochhauses bezogen, dessen Hauptmieter die Banker von Morgan Stanley sind. Wer nicht angemeldet ist, kommt nur bis zum Rezeptionisten; der Versuch, sich anzumelden, scheitert: Oben geht niemand ans Telefon.<br>\nSo spontan und chaotisch es bei den Sanders-Leuten zugeht, so abgeschottet arbeitet der Clinton-Stab. Zwei Kandidatenb&uuml;ros, zwei Welten &ndash; exemplarisch f&uuml;r den Kontrast zwischen den Rivalen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/2000035065767\/Phaenomen-Bernie-Sanders-Der-Underdog-kann-es-selbst-kaum-fassen\">der standard<\/a>\n<p><strong>dazu: &bdquo;Change&ldquo; diesmal ohne Geld von oben<\/strong><br>\nEs ist schon beeindruckend, was sich nach mehreren Jahrzehnten demokratischer Entleerung, institutionalisierter Menschenfeindlichkeit und forcierter &ouml;konomischer Ausgrenzung aktuell in den Vereinigten Staaten beobachten l&auml;sst. Wer h&auml;tte gedacht, dass das Land, in dem sich der Neoliberalismus unter allen westlichen L&auml;ndern in seiner rohesten und r&uuml;cksichtslosesten Variante durchgesetzt hat, eine Bewegung hervorbringt, die aktuell einen Mann zumindest zum gef&uuml;hlten Pr&auml;sidenten macht, der etwas tut, von dem man im Mainstream der meisten europ&auml;ischen L&auml;nder derzeit nur tr&auml;umen kann: die zentralen und dr&auml;ngendsten gesellschaftlichen Probleme unverbl&uuml;mt und ohne B&uuml;ckling vor den herrschenden Kreisen auf die Agenda zu setzen, um so die K&ouml;pfe der Menschen zu defragmentieren und ein kollektives Bewusstsein zu schaffen, das sich so einfach nicht mehr beseitigen lassen wird.<br>\nBernie Sanders Wahlkampf kann man getrost als Aufkl&auml;rungskampagne sehen, in der die Breite der Bev&ouml;lkerung darauf aufmerksam gemacht wird, dass es sich bei den Vereinigten Staaten um keine Demokratie, sondern eben eine Oligarchie handelt, in der Wahlen gekauft werden und die Walton Milliard&auml;rsfamilie (Walmart) beispielsweise mehr Verm&ouml;gen besitzt, als die unteren 40% der US-Bev&ouml;lkerung zusammen. Sanders erinnert in seiner Kampagne an j&uuml;ngere US-Kriege und jahrzehntelange Regime Changes, die die Welt verw&uuml;stet haben und holt auf diese Weise das nach, was im Geschichtsunterricht gern ausgelassen wird. Er legt den Finger unnachgiebig in die Wunde der explodierten Ungleichheit, der enormen Armut und zerfallenden Infrastruktur und des tiefgreifenden Rassismus im Land. Dabei vertritt er einen konsequenten inklusiven gesellschaftlichen Ansatz, der die unterschiedlichsten Bev&ouml;lkerungsgruppen und benachteiligten Minderheiten zusammenf&uuml;hrt (als Antithese zu Trumps Rassismus und Misanthropie, die die &Uuml;berspitzungen eines verrohten Zeitgeistes darstellen, der &uuml;ber lange Jahre von oben angestiftet wurde). Und er ruft die Menschen dazu auf, dass sie f&uuml;reinander eintreten und sich dabei einem Establishment entgegenstellen, das egoistische und verheerende Interessen verfolgt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.maskenfall.de\/?p=10706#more-10706\">Maskenfall<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Im Zweifel f&uuml;r die Kanzlerin: der Nonsens-Konsens der Leitmedien im Fall B&ouml;hmermann<\/strong><br>\nDie Ausf&uuml;hrungen der Bundeskanzlerin klangen nachvollziehbar und um eines ihrer Standardworte zu bem&uuml;hen, geradezu &bdquo;alternativlos&ldquo;. Nicht die Politik, sondern die Justiz sei in einem Rechtsstaat f&uuml;r ein Beleidigungsverfahren zust&auml;ndig, und mit der &bdquo;Erm&auml;chtigung&ldquo; der Staatsanwaltschaft sorge man daf&uuml;r, dass der Fall genau dorthin verlagert werde, wohin er geh&ouml;re. Das war gleich doppelt falsch und ein &uuml;beraus durchsichtiges Man&ouml;ver. [&hellip;]<br>\nTats&auml;chlich basierte das gesamte rhetorische Konstrukt der Kanzlerin bei ihrer Erkl&auml;rung zum Fall B&ouml;hmermann auf einer Unwahrheit, und es w&auml;re nur billig gewesen, wenn die Leitmedien des Landes ihr daf&uuml;r en gros die Leviten gelesen h&auml;tten. Statt dessen gab es eine merkw&uuml;rdig breite Allianz der Zustimmung, die Merkel f&uuml;r ihr Vorgehen erntete. So nimmt SZ-Kommentator Heribert Prantl, selbst studierter Jurist, die Politikerin am Freitag schon mal vorsorglich gegen&uuml;ber Kritikern in Schutz: &bdquo;Dass die Justiz den Fall B&ouml;hmermann\/Erdogan pr&uuml;fen soll, (&hellip;) klingt so, als w&uuml;rde die Kanzlerin B&ouml;hmermann quasi ans Messer liefern. Aber das ist Unsinn. Die &Uuml;bergabe der Causa an die Justiz ist kein Kotau vor Erdogan (wie dies auch die SPD meint), sondern der Gang der Dinge in einem Rechtsstaat. Der Fall kommt jetzt aus der Sph&auml;re der Opportunit&auml;t in die Sph&auml;re der Legalit&auml;t. So ist es Recht.&ldquo; Wirklich?<br>\nDie FAZ spricht angesichts der auch im Ausland g&auml;ngigen Ansicht, die Kanzlerin habe vor Erdogan gekuscht, von einem &bdquo;Trugschluss&ldquo; und bringt eine ganz neue Merkel-freundliche Lesart in die Debatte: &bdquo;All diejenigen n&auml;mlich, die fordern, dass Angela Merkel den ZDF-Moderator vor einem Prozess sch&uuml;tzen m&uuml;sse; die Vertreter aus dem Kulturbetrieb oder dem Showbusiness, die meinen, dass sei allein ein Fall f&uuml;r eine publizistische Debatte &ndash; was es selbstverst&auml;ndlich auch ist -, reden einem Obrigkeitsstaat das Wort, in dem Politiker alle Macht haben, jemanden zu verfolgen oder zu sch&uuml;tzen.&ldquo; Und auch Spiegel Online (&bdquo;Eine Lektion in Sachen Rechtsstaatlichkeit&ldquo;) fiel am Freitag auf den H&uuml;tchen-Trick der Kanzlerin und ihre Nur-die-Erm&auml;chtigung-kann-die-Staatsanwaltschaft-einschalten-Gebetsm&uuml;hle herein: &bdquo;Mit der &Uuml;bernahme des Falles durch die Justiz besteht nun die Chance, dass endlich rational &uuml;ber ihn geredet werden kann. Die Kanzlerin hat heute den ersten Schritt unternommen.&ldquo; Das war Nonsens, aber bei etlichen Leitmedien Konsens. Dabei war die Faktenlage klar und m&uuml;helos zu recherchieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/meedia.de\/2016\/04\/18\/im-zweifel-fuer-die-kanzlerin-der-nonsens-konsens-der-leitmedien-im-fall-boehmermann\/\">Meedia<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Das Letzte: &ldquo;Beeindruckender Pr&auml;sident&rdquo;<\/strong><br>\nSigmar Gabriel lobt &Auml;gyptens Pr&auml;sident Al-Sissi, dessen Regime mit harter Hand regiert. Sind Gabriel Auftr&auml;ge f&uuml;r die Wirtschaft wichtiger als die Menschenrechtslage? [&hellip;]<br>\nDabei hat Gabriel die prek&auml;re Menschenrechtslage im Land am Nil durchaus offen angesprochen. Und &uuml;ber die stotternde Wirtschaftsentwicklung haben Minister und Pr&auml;sident gesprochen, auch &uuml;ber die Perspektivlosigkeit der gro&szlig;en jungen Bev&ouml;lkerung in &Auml;gypten. &ldquo;Die Stabilit&auml;t in Europa h&auml;ngt mit der Stabilit&auml;t in &Auml;gypten zusammen&rdquo;, l&auml;sst Gabriel die Journalisten wissen. Das Dilemma, zwischen diesem Sicherheitsinteresse und der deutlichen Kritik an der Brutalit&auml;t des Herrschers man&ouml;vrieren zu m&uuml;ssen, l&auml;sst sich nicht so einfach aufl&ouml;sen. Beides in der &Ouml;ffentlichkeit mit gleichem Gewicht zu versehen, ist Gabriel jedenfalls nicht gelungen. Denn trotz der Bem&uuml;hungen, die Menschenrechte nicht unter den Tisch fallen zu lassen, d&uuml;rfte bei den &auml;gyptischen, staatsnahen Medien eben doch vor allem der Satz mit dem &ldquo;beeindruckenden Pr&auml;sidenten&rdquo; h&auml;ngen bleiben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2016-04\/sigmar-gabriel-aegypten-menschenrechte-abdelfattah-al-sissi\">Zeit Online<\/a>\n<p><strong>dazu: Beeindruckende deutsche Diplomatie<\/strong><br>\n<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160419-stuttmann.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160419-stuttmann-small.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stuttmann-karikaturen.de\/karikatur\/6023\">Klaus Stuttmann<\/a>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/AM\/AT)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-33012","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/33012","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=33012"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/33012\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":33023,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/33012\/revisions\/33023"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=33012"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=33012"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=33012"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}