{"id":3304,"date":"2008-06-27T16:49:20","date_gmt":"2008-06-27T14:49:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3304"},"modified":"2008-06-27T16:49:20","modified_gmt":"2008-06-27T14:49:20","slug":"hinweise-des-tages-2-71","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3304","title":{"rendered":"Hinweise des Tages (2)"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/AM)<br>\nVorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3304&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>Der Politiker als Beute<\/strong><br>\nDie Jagd der Medien auf Kurt Beck ist zu Ende. Einer der Anf&uuml;hrer der Meute hat sie abgeblasen. &ldquo;Es reicht. Es ist Zeit innezuhalten. Nachzudenken. Kritisch und selbstkritisch&rdquo;, schreibt Hans-Ulrich J&ouml;rges, einer der profiliertesten, brutalsten und einflussreichsten Hauptstadtjournalisten im neuen &ldquo;Stern&rdquo;. Er hat ja recht. Selbstkritisches Nachdenken ist gewiss eine Tugend f&uuml;r jeden Journalisten. W&uuml;rden sie mehr aus unserer Zunft pflegen, g&auml;be es weniger von dem politischen Kampagnenjournalismus, der besonders seit dem Umzug von Parlament, Regierung und Hauptstadtmedien nach Berlin dann und wann die Oberhand gewinnt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/archiv\/.bin\/dump.fcgi\/2008\/0627\/meinung\/0018\/index.html\">Berliner Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Kommentar AM:<\/strong> Immerhin, ein Journalist schreibt in einer Zeitung, dass es Kampagnenjournalismus gibt. Diese Erkenntnis muss man nutzen, weil wir diesen Kampagnenjournalismus jeden Tag und an anderen Ecken erleben. Gegen die Hartz IV-Empf&auml;nger und f&uuml;r die Privatisierung, gegen alles Linke und f&uuml;r Frau Merkel zum Beispiel. Was der Autor im konkreten Beispiel Beck nicht ganz richtig sieht: Es geht nicht nur um die Verfolgung eines Jagdfiebers, es geht auch um die Sache. Es soll einer weggeschossen werden, bei dem man nicht 100%ig sicher ist, dass er auf so flachem Modernisierungskurs liegt wie Steinmeier. Und es soll mit Letzterem einer promoted werden, der gegen Merkel auf jeden Fall verliert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die Angst der Politiker vor der W&auml;hlermacht &ndash; Interview mit Hans Herbert von Arnim<\/strong><br>\nvon Arnim: Die Entwicklung der Medien, gerade auch der elektronischen, hat nat&uuml;rlich gewaltige R&uuml;ckwirkungen auf die Politik. Das verf&uuml;hrt Politiker etwa dazu, Dinge in den Medien zu pr&auml;sentieren, noch bevor man das in den zust&auml;ndigen Gremien beschlossen hat. Man wei&szlig;, dass die Medien Wert darauf legen, ganz fr&uuml;h informiert zu werden, und kann dann als Politiker damit gro&szlig; rauskommen. Die politischen Regeln und Abl&auml;ufe werden dadurch vielfach unterlaufen. Zum Beispiel ist es f&uuml;r Parteimitglieder gar nicht mehr interessant, von Politikern in Parteigremien informiert zu werden. Sie haben alles schon in der Zeitung gelesen. Das ist auch ein Grund f&uuml;r Leute, die nicht unbedingt Politkarrieristen sind, nicht mehr in die Parteien zu gehen.<br>\nWELT ONLINE: Warum alarmiert der Mitgliederschwund die Parteieliten nicht?\n<p>von Arnim: Der politischen Klasse &ndash; das sind voll alimentierte Mandats- und Funktionstr&auml;ger, die zwar nur zwei Prozent der Parteimitglieder ausmachen, aber in den Parteien das Sagen haben &ndash; tut der Verlust von Mitgliedern und der R&uuml;ckgang der Wahlbeteiligung nicht wirklich weh, denn sie finanzieren sich &uuml;ber die selbst bewilligte staatliche Parteienfinanzierung. Dabei wird oft gar nicht gesehen, dass die Finanzierung der eigentlichen Parteien, also diese 133 Millionen Euro, die sie auch beim R&uuml;ckgang der Wahlbeteiligung ungeschm&auml;lert erhalten, nur ein kleiner Teil ist. Der Betrag wurde vom Verfassungsgericht gedeckelt. In der Folge hat die politische Klasse den staatlichen Geldstrom auf ihre Hilfsorganisationen umgeleitet: auf Parteistiftungen und Parlamentsfraktionen. Auf diese Weise haben die Parteien sich gegen den R&uuml;ckgang ihrer Mitglieder und der Wahlbeteiligung finanziell immunisiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/article2144535\/Die_Angst_der_Politiker_vor_der_Waehlermacht.html#vote_2144421\">WELT<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Thema des Interviews ist von Arnims neues Buch &bdquo;Deutschlandakte&ldquo;. Lesen Sie dazu auch die absonderliche Besprechung in der ZEIT:<\/em><\/p>\n<p><strong>Ein deutscher Professor<\/strong><br>\nDer Parteienkritiker Hans Herbert von Arnim radikalisiert sich und bef&ouml;rdert die Demokratieverachtung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2008\/23\/von_Arnim-Deutschlandakte?page=all\">ZEIT<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Sachsen: Landesbank belastet Steuerzahler<\/strong><br>\nB&uuml;rger zahlen f&uuml;r die Pleite: Die staatlichen Hilfen f&uuml;r die ehemalige SachsenLB belasten die s&auml;chsischen Steuerzahler st&auml;rker als angenommen &ndash; sie erh&ouml;hen die Pro-Kopf-Verschuldung um 30 Prozent. Die Schuldenlast pro Einwohner w&uuml;rde um etwa 1000 Euro steigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/finanzen\/artikel\/447\/182880\/\">SZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Droht eine europ&auml;ische Lohnsenkungsspirale?<\/strong><br>\nDie Lohnpolitik in Deutschland ist seit Jahren gepr&auml;gt durch eine Lohnzur&uuml;ckhaltung, die den Export f&ouml;rdern soll und von der man sich zus&auml;tzliche Besch&auml;ftigung verspricht. W&auml;hrend sich die Exporterwartungen deutlich erf&uuml;llt haben, sind die Besch&auml;ftigungshoffnungen entt&auml;uscht worden. Zudem vollzieht sich seit 2003 in der Industrie wichtiger europ&auml;ischer Konkurrenten eine &auml;hnliche Lohnentwicklung, die den Exporteffekt deutscher Lohnzur&uuml;ckhaltung konterkariert. Es besteht die Gefahr einer Spirale wachstumshemmender Lohndrosselungen in der EU. In der EU wird Lohnpolitik bislang &uuml;berwiegend unter dem Gesichtspunkt der Inflationsvermeidung betrachtet. Aber die Lohnentwicklung ist nicht nur ein Thema der Geldpolitik, sondern ebenso der Besch&auml;ftigungspolitik. Ihre zunehmende Bedeutung f&uuml;r Wachstum und Besch&auml;ftigung in der EU geh&ouml;rt dringend auf die Agenda der EU.\n<p>Von Thomas von der Vring, Politologe,<br>\nProfessor f&uuml;r politische &Ouml;konomie, 1979&ndash;1994 Mitglied des Europ&auml;ischen Parlaments.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/id\/ipa\/05449.pdf\">Friedrich-Ebert-Stiftung [PDF &ndash; 832 KB]<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Ein Abschnitt erscheint wichtig genug, um ihn ganz zu zitieren:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>In der &ouml;konomischen Fachliteratur wird den Lohnkosten in der Regel ein starker negativer Einfluss auf die Entwicklung der Besch&auml;ftigung zugesprochen. Der neoklassischen Theorie gilt der negative Einfluss der Lohnh&ouml;he auf die Arbeitsnachfrage als selbstverst&auml;ndlich.<br>\nDas ehemalige Mitglied des Sachverst&auml;ndigenrates Horst Siebert unterstellte sogar einen 1-zu minus 1-Zusammenhang. Das w&uuml;rde bedeuten, dass die Unternehmungen jeden bei den L&ouml;hnen eingesparten Euro f&uuml;r zus&auml;tzliche Besch&auml;ftigung ausgeben w&uuml;rden &ndash; eine ebenso naive wie unglaubw&uuml;rdige Annahme. Das Standardlehrbuch &raquo;Arbeitsmarkt&ouml;konomik&laquo; von Wolfgang Franz, Mitglied des Sachverst&auml;ndigenrates, erwartet ein Verh&auml;ltnis von 1 zu minus 0,6, d. h. 1 % Lohnzur&uuml;ckhaltung w&uuml;rde die Gesamtbesch&auml;ftigung um 0,6 % erh&ouml;hen. <\/p>\n<p>Angesichts solcher problematischer Behauptungen &uuml;ber die Wirkung von wirtschaftspolitischen Entscheidungen auf die Entwicklung der Besch&auml;ftigung erschien mir eine eingehende aktuelle empirische &Uuml;berpr&uuml;fung als dringend geboten. In einer empirischen Untersuchung der deutschen Wirtschaft in den Jahren 1992 bis 20027 habe ich dazu folgendes festgestellt: <\/p>\n<ul>\n<li>Lohnzur&uuml;ckhaltung f&ouml;rdert die Exportentwicklung deutlich. <\/li>\n<li>Lohnzur&uuml;ckhaltung schw&auml;cht dagegen insbesondere den privaten Konsum. <\/li>\n<li>Zus&auml;tzliche Exporte f&ouml;rdern die Besch&auml;ftigung in der Exportwirtschaft. <\/li>\n<li>Stagnierende Binnennachfrage schw&auml;cht die Besch&auml;ftigung in der Binnenwirtschaft. <\/li>\n<li>Beide Entwicklungen sind einander entgegengerichtet. <\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Frage ist, welcher Besch&auml;ftigungssaldo sich insgesamt aus einer Lohnzur&uuml;ckhaltung ergibt. Insgesamt ergab sich f&uuml;r die Zeit 1992 bis 2002 eine sehr schwache F&ouml;rderung der Besch&auml;ftigung (in Arbeitnehmerstunden) durch Lohnzur&uuml;ckhaltung: 1 zu 0,14 bis 0,17. <\/p>\n<p>In einer sp&auml;teren Nachuntersuchung mit gleitendem St&uuml;tzbereich ergab sich allerdings, dass dieser geringe positive Effekt der Lohnzur&uuml;ckhaltung in Deutschland im Zeitraum 1998 bis 2005 v&ouml;llig verschwunden ist, und zwar sowohl in der Gesamtwirtschaft als auch in der Industrie. Dahinter steht vermutlich die Tatsache, dass die konkurrierenden Lohnst&uuml;ckkosten in den Industrien Osteuropas und Asiens so gering sind, dass ihnen gegen&uuml;ber die H&ouml;he deutscher Lohnabschl&uuml;sse f&uuml;r den Standortwettbewerb nahezu bedeutungslos geworden ist.<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><strong>Schluss mit der Erpressung<\/strong><br>\nDer Vertrag von Lissabon ist tot. Das EU-Establishment muss das jetzt begreifen. Die europ&auml;ische Integration kann schrittweise unter Beteiligung der Bev&ouml;lkerung gelingen. Ein erster Schritt w&auml;re, die vermengten Inhalte des Lissabon-Vertrages pragmatisch zu entkoppeln, indem die strukturellen Reformen der EU von politischen Glaubensbekenntnissen getrennt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2008%2F06%2F27%2Fa0046&amp;cHash=ee50fea268&amp;type=98\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Marktradikalismus und Rechtsextremismus &ndash; Teil 2\/4<\/strong><br>\nDie scheinbare &Uuml;bermacht der &Ouml;konomie gegen&uuml;ber der Politik bzw. transnationaler Konzerne gegen&uuml;ber dem einzelnen Nationalstaat zerst&ouml;rt den Glauben junger Menschen an die Gestaltbarkeit von Gesellschaft, treibt sie in die Resignation und verhindert so demokratisches Engagement, das heute n&ouml;tiger denn je w&auml;re. Durch die Modifikationen im Verh&auml;ltnis von &Ouml;konomie und Politik, wie sie der neoliberale Transformationsprozess bedingt, b&uuml;&szlig;t die Demokratie ihre Attraktivit&auml;t f&uuml;r viele B&uuml;rger\/innen ein und verliert die herk&ouml;mmliche politische Bildungsarbeit an &Uuml;berzeugungskraft, wenn nicht gar ihren Gegenstand. &bdquo;Niemand mag mehr glauben, dass in den Parlamenten die Zentren der gesellschaftlichen Willensbildung zu sehen sind, eine rege Teilnahme am parteipolitischen Leben b&uuml;rgerliche Selbstbestimmung zur Geltung bringt, die Freiheit der Medien den vernunftbestimmten Diskurs &uuml;ber Politik garantiert und sich die gesellschaftlichen Zukunftsentscheidungen dem grundgesetzlichen Sozialstaatsgebot gem&auml;&szlig; steuern lassen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nrhz.de\/flyer\/beitrag.php?id=12534\">Neue Rheinische Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Frau Meier mag die T&uuml;rken nicht<\/strong><br>\n&raquo;Ein Blick in die Mitte&laquo; zeigt es: Einer gleichnamigen Studie zufolge ist eine rassistische, antidemokratische und autorit&auml;re Gesinnung f&uuml;r einen gro&szlig;en Teil der Deutschen zur Selbstverst&auml;ndlichkeit geworden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2008\/26\/22079.html\">Jungle World<\/a><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/do\/05433.pdf\">Friedrich-Ebert-Stiftung [PDF &ndash; 1,6 MB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Einen schnellen &Uuml;berblick liefert die Tabelle auf Seite 482:&bdquo;H&auml;ufigkeit und Verteilung rechtsextremer Einstellung nach Dimensionen&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/AM)<br \/> Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3304","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3304","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3304"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3304\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3304"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3304"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3304"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}