{"id":3307,"date":"2008-06-30T09:13:01","date_gmt":"2008-06-30T07:13:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3307"},"modified":"2008-06-30T09:13:01","modified_gmt":"2008-06-30T07:13:01","slug":"hinweise-des-tages-680","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3307","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<br>\nVorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3307&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>Niedrigl&ouml;hne werden immer h&auml;ufiger<\/strong><br>\nSie reichen kaum zum Leben und doch breiten sie sich immer weiter aus. Nach Informationen des SPIEGEL erhalten mittlerweile fast ein Drittel aller Besch&auml;ftigten weniger als 7,50 Euro brutto die Stunde. Das geht aus neuen Berechnungen des Instituts f&uuml;r Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universit&auml;t Essen hervor. Demnach verdienten zw&ouml;lf Prozent aller Einzelhandelskr&auml;fte oder 317.520 Besch&auml;ftigte im Jahr 2006 sogar weniger als f&uuml;nf Euro pro Stunde. In der Zwischenzeit k&ouml;nne sich die Zahl der Niedrigl&ouml;hner noch weiter erh&ouml;ht haben.\n<p>Die Zahl der Billigkr&auml;fte, die bis maximal 400 Euro pro Monat verdienen, sei inzwischen auf mehr als 900.000 angestiegen. Zugleich gehe die Tarifbindung im Handel weiter zur&uuml;ck: Laut IAQ seien 2006 nur noch 37 Prozent der westdeutschen Betriebe Mitglied in einem Arbeitgeberverband gewesen. Drei Jahre zuvor habe das noch auf fast die H&auml;lfte der Firmen zugetroffen, schreibt das Magazin.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,562729,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Ausgaben des Bundes f&uuml;r die &ldquo;Grundsicherung f&uuml;r Arbeitsuchende&rdquo; sinken auf niedrigsten Stand seit Inkrafttreten des SGB II (Hartz IV)<\/strong><br>\nDer Bund wird seinen Anteil an den Kosten der Unterkunft und Heizung von Hilfebed&uuml;rftigen (Hartz IV) auch 2009 weiter senken und die &Uuml;berpr&uuml;fung dieses Anteils unterbinden.\n<p>Hartz IV-Finanzbeziehungen zwischen Bund, L&auml;ndern, Kommunen und Bundesagentur f&uuml;r Arbeit sind kein Thema f&uuml;r die Kommission zur Modernisierung der Bund-L&auml;nder-Finanzbeziehungen (kurz: F&ouml;deralismuskommission II)?<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/080629%20Ausgaben%20des%20Bundes%20fuer%20die%20Grundsicherung%20fuer%20Arbeitsuchende%20sinken.pdf\">Paul M. Schr&ouml;der, Bremer Institut f&uuml;r Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) [PDF &ndash; 200 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Lucas Zeise: F&uuml;r die Krise veranwortliche Privatbanken verweisen auf Sparkassen<\/strong><br>\nDer Glaube an die wohltuende Wirkung freier M&auml;rkte ist Teil unseres Kulturguts. Die nun zehn Monate dauernde globale Finanzkrise ist da eine Herausforderung f&uuml;r Ideologen. Gew&uuml;rdigt werden soll ein wirklich schickes Argument der Marktrechtfertigung. Es wird vor allem f&uuml;r deutsche Gem&uuml;ter immer wieder neu ersonnen und gegen jedwede antimarktwirtschaftliche Gesinnung in Stellung gebracht. Es lautet: Der Staat ist schuld. Die Politiker sind unf&auml;hig. Beide greifen in die Marktprozesse ein, die ansonsten zum stabilisierenden Gleichgewicht tendieren. In Deutschland wird derlei Schnickschnack aus zwei Gr&uuml;nden gern erz&auml;hlt. Einmal hat der neoliberale Kinderglaube vom segensreichen Wirken des freien Marktes unter &Ouml;konomen eine Massenbasis. (Anmerkung: Anders denkende Fachvertreter werden an Universit&auml;ten, Banken und Forschungsinstituten seit Jahrzehnten nicht mehr zugelassen).\n<p>Zum anderen gibt es hierzulande einen bedeutenden staatlichen Bankensektor. Die deutschen Landesbanken sind laut Medien die Hauptakteure der Finanzkrise. Sie haben verantwortungslos Staatsverm&ouml;gen verzockt. Bei dieser Darstellung spielt es keine Rolle, dass die privaten Banken im eigenen Land, aber auch die der soliden Schweiz oder die aus dem Finanzzentrum London oder jene aus dem Gelobten Land des freien Unternehmertums, den USA, vielfach gr&ouml;&szlig;ere Betr&auml;ge verjubelten. Da ist es ganz egal, dass das Epizentrum der Spekulationskrise in den USA liegt. Es k&uuml;mmert nicht, dass die Vorst&auml;nde der gr&ouml;&szlig;ten und bis vor kurzem renommiertesten privaten Institute j&uuml;ngst nach Milliarden-Abschreibungen gehen mussten &ndash; meist mit satten Abfindungen. Es k&uuml;mmert nicht, dass schon ein oberfl&auml;chlicher Blick erkennen l&auml;sst: Die H&ouml;he der Bankenverluste hat nichts mit ihrer Eigent&uuml;merstruktur zu tun. Allenfalls damit, in welchem Land die Bank residiert und welcher Bankenaufsicht sie unterliegt. Es ist also fair zu sagen: In Deutschland hat die Bankenaufsicht (konkret: Finanzministerium und Bundesbank) versagt. Beide Institutionen haben schlechter agiert als die in anderen europ&auml;ischen L&auml;ndern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lunapark21.net\/archiv\/lp21\/LP21_0802_52-53.pdf\">Lunapark [PDF &ndash; 100 KB]<\/a><\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch <\/em><\/p>\n<p><a href=\"?p=3090\">Umfassende Gehirnw&auml;sche ist m&ouml;glich. Beispiele: 1. Wortbruch 2. IKB = &ouml;ffentliche Bank, usw.<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Regierung beschenkt Fonds<\/strong><br>\nUnd wieder ist ein Steuergeschenk f&uuml;r die Unternehmen zu vermelden. Diesmal k&ouml;nnen sich Private Equity Fonds &uuml;ber 465 Millionen freuen, die ihnen an Steuern erlassen werden. Eine kleine Gegenleistung m&uuml;ssen die Fonds allerdings erbringen: Sie m&uuml;ssen &ldquo;privates Wagniskapital f&uuml;r junge und mittelst&auml;ndische Unternehmen&rdquo; bereitstellen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a1&amp;dig=2008%2F06%2F28%2Fa0037&amp;cHash=5de47bc578&amp;type=98\">TAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> An einem Punkt ist die Argumentation von Ulrike Herrmann etwas unklar: &ldquo;Doch ein alter Mythos war st&auml;rker: Es ist der bedenkenlose Glaube, dass man mit Subventionen den Markt lenken kann.&rdquo; Will die Autorin Subventionen grunds&auml;tzlich jegliche steuernde Wirkung absprechen? Einen Satz zuvor pl&auml;diert sie doch selbst f&uuml;r eine &ldquo;&ouml;ffentliche Direktf&ouml;rderung f&uuml;r junge Unternehmensgr&uuml;nder&rdquo;. W&auml;re das etwa keine Subvention?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Private Equity soll Banken retten<\/strong><br>\nDie US-Notenbank Fed will angeschlagenen Banken den Zugang zu dringend ben&ouml;tigtem Kapital erleichtern. Potenzielle Investoren sollen k&uuml;nftig bei Beteiligungen deutlich mehr Spielraum haben. Bisher m&uuml;ssen Investoren, die mehr als 9,9 Prozent einer Bank aufkaufen, als Holding fungieren &ndash; damit verbunden ist eine Vielzahl von Vorschriften. Die Fed plant nun, die Grenze auf 24,9 Prozent anzuheben. Auch sollen Beteiligungen genehmigt werden, die bislang wegen m&ouml;glicher Interessenkonflikte verweigert wurden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/international\/379691.html?nv=cd-topnews\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong>  Der Teufel soll also wieder einmal mit dem Beelzebub ausgetrieben werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Wirtschaftsminister &auml;ndert Teile des Armutsberichts<\/strong><br>\nDas Bundeswirtschaftsministerium hat wichtige Passagen des Armuts- und Reichtumsberichts &auml;ndern lassen. Der urspr&uuml;ngliche Entwurf, der unter Federf&uuml;hrung von Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) entstanden war, &ldquo;<em>erkl&auml;rt zu wenig offensiv die Errungenschaften des Sozialstaats und zeichnet ein zu d&uuml;steres Bild der sozialen Realit&auml;t<\/em>&ldquo;.\n<p>Ge&auml;ndert wurde vor allem die Passage zu den Mindestl&ouml;hnen. Das Recht auf einen Hauptschulabschluss f&uuml;r jeden Sch&uuml;ler, f&uuml;r das Scholz beim Entwurf noch vehement eingetreten war, taucht nicht mehr in dem Bericht auf. An der sehr umstrittenen Datenauswahl h&auml;lt man in der Endfassung fest. Danach lag die Armutsrisikoquote 2006 bei 13 Prozent der Bev&ouml;lkerung. Nach der Datenauswertung durch das Deutsche Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung lag sie dagegen bei 18 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:Soziale%20Realit%E4t%20Wirtschaftsminister%20Teile%20Armutsberichts\/378034.html\">FTD<\/a><\/p>\n<p><em>Siehe dazu nochmals Ulrike Herrmann in der taz:<\/em><\/p>\n<p>Noch perfider wirkt diese Strategie, wenn die Regierung ihre Aufschwungsbehauptungen gar nicht erst mit Zahlen untermauert. Eine falsche Statistik l&auml;sst sich meist noch entlarven, doch ohne jeden Anhaltspunkt wird es schwierig. So wird im Armutsbericht mehrfach triumphierend herausgestrichen, dass inzwischen 40,1 Millionen Menschen in Deutschland erwerbst&auml;tig seien. Auch ganz viele Arbeitslose, Migranten und Frauen w&uuml;rden nun zu neuen Jobs finden. Und nat&uuml;rlich, wie k&ouml;nnte es anders sein, sei dies direkt auf die Hartz-IV-Reformen zur&uuml;ckzuf&uuml;hren.<\/p>\n<p>Das klingt so sch&ouml;n, dass gar nicht auff&auml;llt, dass die seltsame Kehrseite dieses Rekords komplett &uuml;bergangen wird: Im Januar 2008 erhielten immer noch 5,135 Millionen erwerbsf&auml;hige Hilfsbed&uuml;rftige Arbeitslosengeld II. Hinzu kamen 1,12 Millionen, die Arbeitslosengeld I bezogen. Und weitere 538.000 waren arbeitslos, ohne eine staatliche Unterst&uuml;tzung zu empfangen. Das macht knapp 7 Millionen Menschen, die sich irgendwie im Umfeld der Arbeitsagenturen aufhalten. Der Clou: Im Februar 2005 waren es etwa genauso viele. Damals betrug die Arbeitslosigkeit jedoch offizielle 14,1 Prozent; inzwischen ist sie auf m&auml;rchenhafte 7,8 Prozent im Mai gesunken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/debatte\/kommentar\/artikel\/1\/opfer-zu-heulsusen\/\">taz<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Thomas Fricke: Operation Inflationsfreiheit<\/strong><br>\nWas Europas Zentralbanker derzeit vorhaben, erinnert an George W. Bush im Irak: Mit relativ gro&szlig;em Gesch&uuml;tz eine schlecht belegbare Gefahr pr&auml;ventiv bek&auml;mpfen. Ein gef&auml;hrliches Abenteuer. Selbst wenn sich Inflationserwartungen messen lie&szlig;en, w&auml;re immer noch fraglich, ob sie automatisch auch Preis-Lohn-Spiralen ausl&ouml;sen, wie die EZB-Stabik&auml;mpfer prophezeien. K&ouml;nnte auch sein, dass die Leute auf h&ouml;here Preise heute eher mit Verzicht reagieren. Zum Beispiel, weil sie h&ouml;here Einkommen bei st&auml;rker liberalisierten Arbeitsm&auml;rkten und geschwundenem Gewerkschaftseinfluss gar nicht mehr so einfach kriegen. Oder weil Verzicht zum Klimaschutz passt.\n<p>Die Furcht vor dem gro&szlig;en Geprasse wirkt auch absurd, weil die Deutschen ihre Ersparnisse trotz gesunkener Kaufkraft noch aufgestockt haben.<br>\nEtwas direkter formuliert es Thomas Mayer, Europa-Chef&ouml;konom der Deutschen Bank: &ldquo;Die Euro-H&uuml;ter versuchen de facto, den Lohndruck durch Erzeugung von Arbeitslosigkeit zu brechen.&rdquo; Damit nehmen sie das Risiko einer Rezession in Kauf, so die Experten der Soci&eacute;t&eacute; G&eacute;n&eacute;rale. Wer so eine Notenbank hat, braucht keine Feinde mehr.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/leitartikel\/378533.html?p=2%20\">FTD<\/a><\/p>\n<p><strong>Anmerkung:<\/strong> <em>Schade, dass Thomas Fricke auch nicht mehr anzubieten hat als den Verzicht auf &uuml;berm&auml;&szlig;ig hohe Lohnabschl&uuml;sse und Steuersenkungen.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu<\/em> <\/p>\n<p><strong>Preise fressen L&ouml;hne <\/strong><br>\nViele Jahre sind unsere Einkommen kaum gestiegen &ndash; preisbereinigt sogar gesunken. 2008 schien dieser Trend endlich gebrochen. Wir konnten erhebliche Einkommenszuw&auml;chse erstreiten. Durchschnittlich haben wir knapp drei Prozent mehr in der Tasche als 2007. Nun drohen die stark steigenden Preise diesen Erfolg wieder zunichte zu machen. Im Schnitt ist alles um drei Prozent teurer. Besonders teuer sind die t&auml;glichen Ausgaben geworden &ndash; die Fahrt zur Arbeit, Heizung, Lebensmittel. Heiz&ouml;l: + 57%; Benzin + 12%; Strom + 7%.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wipo.verdi.de\/wirtschaftspolitik_aktuell\/data\/08_13_inflation.pdf\">ver.di Wirtschaftspolitik aktuell [PDF &ndash; 56 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Wachstums-Observatorium<\/strong><br>\nAnalytisches Observatorium f&uuml;r Wachstum und Besch&auml;ftigung in Deutschland auf der Basis von Quartals- und Monatsdaten unter Einbeziehung internationaler Vergleichsdaten\n<p>Ausgabe Juni 2008<\/p>\n<p>Inhalt: Zusammenfassender Kommentar<\/p>\n<p>Bilanz der Lohnzur&uuml;ckhaltung 2000-2007 im volkswirtschaftlichen Kreislauf<\/p>\n<ol>\n<li>Wachstum<\/li>\n<li>Indikatoren und Prognosen<\/li>\n<li>Geld und Kredit<\/li>\n<li>Konsum der privaten Haushalte<\/li>\n<li>&ouml;ffentliche Finanzen<\/li>\n<li>Investitionen<\/li>\n<li>Au&szlig;enhandel<\/li>\n<li>L&ouml;hne und Kosten<\/li>\n<li>Besch&auml;ftigung<\/li>\n<\/ol>\n<p>Autor: Prof. Dr. Thomas von der Vring, zuletzt Hochschullehrer f&uuml;r Politische &Ouml;konomie an der Uni Bremen, Fachbereich Wirtschaftswissenschaft, Institut f&uuml;r Konjunktur- und Strukturforschung (IKSF), seit Oktober 2000 im Ruhestand.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tvdvring.de\/html\/observatorium.html\">Homepage Thomas von der Vring<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Eine gro&szlig;e Menge hochinteressanter Statistiken und Grafiken.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Das M&auml;rchen von N&uuml;rnberg<\/strong><br>\nChampagnerlaune in der Politik! Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck und sein Vize, Au&szlig;enminister Frank-Walter Steinmeier, sehen auf einmal gute Chancen f&uuml;r Vollbesch&auml;ftigung in Deutschland ab dem Jahr 2010. Auch ihr Parteigenosse Arbeitsminister Olaf Scholz verbreitet Zuversicht. &raquo;Vollbesch&auml;ftigung ist kein Traum, sondern ein realistisches Ziel&laquo;, sagte er im April der Bild-Zeitung. Einen Beleg f&uuml;r die die sozialdemokratische Bombenstimmung in Sachen Arbeitsmarkt liefert auch der Text &raquo;Aufstieg und Gerechtigkeit&laquo; zum &raquo;Zukunftskonvent&laquo; der Partei, der Ende Mai in N&uuml;rnberg stattfand. Er beginnt bereits mit dem Satz &raquo;Vollbesch&auml;ftigung ist m&ouml;glich&laquo;. Einen Gedanken dazu, wie die SPD dieses Ziel erreichen k&ouml;nnte, sucht man darin allerdings vergeblich. Auch in den anderen Parteien wird immer h&auml;ufiger von Vollbesch&auml;ftigung geredet. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) glaubt daran und sein Parteivorsitzender Erwin Huber auch. Und Bundespr&auml;sident Horst K&ouml;hler ist optimistisch, wenn der &raquo;Agenda 2010&laquo; seine &raquo;Reformagenda 2020&laquo; folgt.<br>\nSeit Monaten werden &raquo;Experten&laquo; nicht m&uuml;de, die Parole auszugeben, dass jeden Moment die Binnennachfrage anspringt und die sinkenden Exporte ausgleicht. Wie kommen sie nur darauf? Die deutschen Erfolge gr&uuml;nden auf den niedrigsten Lohnzuw&auml;chsen aller entwickelten Industriel&auml;nder, einer restriktiven Sozialpolitik und massiven Einsparungen bei Erziehung, Bildung und Infrastruktur. Deutschland ist einsame Spitze bei der Erzeugung von Schulversagern und Schlusslicht bei den Hochschulabsolventen. Die eingesparten Kosten entlasten die Wirtschaft und tragen wesentlich dazu bei, die Ausfuhren zu verbilligen und die Konkurrenten zu verdr&auml;ngen. So wird gegenw&auml;rtige und k&uuml;nftige Lebensqualit&auml;t dem Exporterfolg geopfert. Dass vor diesem Hintergrund ausgerechnet die Binnennachfrage die wegbrechenden Exporte ausgleichen soll, ist nicht nur reines Wunschdenken, sondern purer Zynismus. Und das Gerede von Vollbesch&auml;ftigung ist somit pure Phantasie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2008\/26\/22081.html\">Jungle World<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Eine zutreffende und umfassende Lagebeschreibung, wenn auch ohne Neuigkeiten f&uuml;r regelm&auml;&szlig;ige NachDenkSeiten-Leser.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Neoliberalismus &ndash; oder wie man eine Bev&ouml;lkerung austauscht<\/strong><br>\nGerd Nowakowski stellt im Tagesspiegel eine ganz normale Entwicklung vor: Es wird teuer, in der Stadt zu wohnen, und die einheimische Bev&ouml;lkerung kann sich das nicht leisten. (&hellip;) Der Artikel ist ein Leuchtsignal neoliberaler Unmenschlichkeit, weil er die Wirklichkeit benennt und opportunistisch guthei&szlig;t, obwohl ihm die Tragik f&uuml;r die Betroffenen v&ouml;llig bewusst ist:\n<p>Im Trendbezirk Prenzlauer Berg, so sagen Untersuchungen, ist die fr&uuml;here Bev&ouml;lkerung nahezu ausgetauscht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/feynsinn.org\/?p=857\">Feynsinn<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Der letzte Satz &ldquo;Der Artikel ist ein Leuchtsignal neoliberaler Unmenschlichkeit, weil er die Wirklichkeit benennt und opportunistisch guthei&szlig;t, obwohl ihm die Tragik f&uuml;r die Betroffenen v&ouml;llig bewusst ist&rdquo; passt &uuml;brigens auf viele aktuelle Ver&ouml;ffentlichungen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Klage der Fraktion Die Linke gegen das Zustimmungsgesetz zum Lissaboner Vertrag  vor dem Bundesverfassungsgericht<\/strong><br>\nDie Union weist &hellip; mit den Regelungen des Lissaboner Vertrages ein Defizit demokratischer Legitimation aus. Im Bereich der Gesetzgebung sehen die Kompetenzregelungen des Vertrages &hellip; vor, dass wichtige Gesetze nur durch den Rat beschlossen werden, wobei die Mehrheitsregelungen unterschiedlich sind. Der Rat ist wie die Kommission nur als Exekutive legitimiert. Wesentliche Entscheidungen m&uuml;ssen nach der Rechtsprechung des BVerfG und einhelliger Auffassung in der Literatur durch das Parlament legitimiert werden. Das geschieht in der Union nur unzureichend. Eine mittelbare Legitimation &uuml;ber die nationalen Parlamente ist unzureichend, weil eine faktische Kontrolle und Programmierung des Verhaltens der nationalen Regierungen im Rat nicht stattfindet. Im Gegenteil nutzen die nationalen Regierungen den Rat, um &bdquo;&uuml;ber Bande zu spielen&ldquo;, d.h. Entscheidungen, mit denen sie auf nationaler Ebene auf Widerstand sto&szlig;en, &uuml;ber den Umweg Europa umzusetzen. Das hei&szlig;t, die nationalen Parlamente werden entmachtet, die erforderliche Legitimation<br>\ndes administrativen Handelns der europ&auml;ischen Institutionen ist unzureichend.<br>\n(&hellip;)<br>\nDer Vertrag unterl&auml;uft das Demokratieprinzip auch insofern, als wichtige Bereiche dem politischen Prozess in einer Weise vorgeschrieben werden, die eine &Auml;nderung der politischen Richtung verunm&ouml;glicht. W&auml;hrend das Grundgesetz mit Blick auf die Wirtschaftsverfassung offen ist, wird die Europ&auml;ische Union &uuml;ber Zielbestimmungen und Detailnormierungen sowie &uuml;ber die extensive Auslegung der Grundfreiheiten in ihrer wirtschaftspolitischen Ausrichtung so stark festgelegt, dass eine andere wirtschaftspolitische Konzeption bei ver&auml;nderten Mehrheiten nicht durchzusetzen w&auml;re Der demokratische Prozess wird damit sinnentleert, die demokratische Spielregel, wonach die Minderheit Mehrheitsentscheidungen akzeptiert, soweit sie faktisch in der Lage bleibt, selbst Mehrheit zu werden und ihre politischen Konzeptionen durchzusetzen, wird aufgehoben. Die Substanz des demokratischen Mehrheitsprinzips verliert ihre Bedeutung.<br>\n(&hellip;)<br>\nSchlie&szlig;lich wird der Bundestag in seinen Rechten verletzt, weil nach den neuen Art. 42 ff EUV der Rat &uuml;ber den Einsatz von Streitkr&auml;ften im Rahmen von Missionen der EU au&szlig;erhalb ihres eigenen Gebietes beschlie&szlig;t. Damit wird der Parlamentsvorbehalt f&uuml;r Eins&auml;tze deutscher Streitkr&auml;fte konterkariert. Es geh&ouml;rt nach der Rechtsprechung des Gerichts zu den Rechten des Deutschen Bundestages &uuml;ber den Einsatz der Streitkr&auml;fte zu entscheiden, diese Kompetenz wird mit dem Vertrag auf administrative Instanzen &uuml;bertragen.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/080629%20Hinweise%20EU-Vertrag,%20Organstreitverfahren.pdf\">Fraktion die LINKE [PDF &ndash; 212 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Auf Distanz zur Demokratie<\/strong><br>\nDas Vertrauen der B&uuml;rger in die Demokratie schwindet dramatisch. Die H&auml;lfte der ostdeutschen Bundesb&uuml;rger glaubt nicht, dass das politische System Deutschlands Probleme l&ouml;sen kann. Jeder zweite Befragte denkt gar an Wahlenthaltung bei der n&auml;chsten Bundestagswahl. Jeder dritte Bundesb&uuml;rger glaubt nicht, dass die Demokratie Probleme l&ouml;se, in Ostdeutschland sind es sogar 53 Prozent. Vier von zehn Deutschen zweifeln daran, dass die Demokratie &uuml;berhaupt noch funktioniere. Jeder zweite kann sich vorstellen, bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr nicht zur Abstimmung zu gehen. Das sind die Ergebnisse einer Studie des M&uuml;nchener Instituts Polis\/Sinus, die dem Tagesspiegel am Sonntag vorliegt und zum Wochenbeginn offiziell vorgestellt werden soll. \n<p>Nur jeder Dritte (31 Prozent) geht noch optimistisch in die kommenden Jahre &ndash; der gro&szlig;e Rest bef&uuml;rchtet Einschr&auml;nkungen oder sieht die Gefahr, gesellschaftlich oder finanziell abzurutschen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/div\/Demokratie-Studie;art771,2561384\">Tagesspiegel<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> So werden die angeblichen Erfolge der Reformpolitik in der Bev&ouml;lkerung wahrgenommen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Franziska Augstein: Ich!<\/strong><br>\nDer Turbokapitalismus macht Vielen Angst, deshalb ist jetzt oft wieder die Rede vom Sozialismus. Aber was meinen die Menschen damit wirklich: historische Ideale &ndash; oder reinen Egoismus?\n<p>In einer parlamentarischen Demokratie m&uuml;ssen sich die Parteien im Rahmen des M&ouml;glichen und Vern&uuml;nftigen ein wenig danach richten, was die W&auml;hler wollen. Derzeit w&uuml;nschen sich sehr viele mehr soziale Gerechtigkeit im Gemeinwesen Bundesrepublik Deutschland. Dies Begehren: Man kann es christlich-demokratisch nennen, auch christlich-sozial oder sozialdemokratisch, theoretisch gesehen ist es zuallererst: sozialistisch. Das neoliberale Denken, das alle f&uuml;r faul oder doof erkl&auml;rt, die im Kampf um Arbeit unterliegen, hat jahrelang das &ouml;ffentliche Gespr&auml;ch bestimmt. Wie es aber mit extremen Ideen geht: Werden sie nur oft genug wiederholt, findet sich auch eine Opposition, die das Gegenteil verk&uuml;ndet. So hat das neoliberale Denken herbeigef&uuml;hrt, dass &raquo;Sozialismus&laquo; neuerdings kein Schimpfwort mehr ist. 1990 ergab eine Meinungsumfrage, dass lediglich drei&szlig;ig Prozent der Deutschen glaubten, der Sozialismus sei &raquo;eine gute Idee, die nur schlecht ausgef&uuml;hrt wurde&laquo;. Heute sind es 45 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/sz-magazin.sueddeutsche.de\/texte\/anzeigen\/25247\/1\/1#texttitel\">SZ Magazin<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Berlusconi fl&uuml;chtet vor den Richtern<\/strong><br>\nDie italienische Regierung unter Silvio Berlusconi hat ein umstrittenes Immunit&auml;tsgesetz verabschiedet. Demnach k&ouml;nnen Justizverfahren gegen hochrangige Staatsvertreter ausgesetzt werden, solange diese ihre Staats&auml;mter aus&uuml;ben. Berlusconi selbst steht unter Korruptionsverdacht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/international\/berlusconi_fluechtet__1.770736.html?printview=true\">NZZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Das Los von Wu Ying<\/strong><br>\nMillionen chinesischer Wanderarbeiter werden noch immer r&uuml;cksichtslos ausgebeutet, doch die Regierung unternimmt kaum etwas dagegen. Zwar ist viel passiert. Es gibt inzwischen Gesetze zum Schutz der Arbeiter. Chinas Regierung hat Mindestl&ouml;hne und Sozialversicherungen eingef&uuml;hrt, seit Januar gilt ein neues Arbeitsvertragsrecht, das in vielen Punkten sogar noch strenger ist als das deutsche. Auch im Westen sind viele Kunden kritischer geworden. Kein Weltkonzern kann es sich heute noch erlauben, die Arbeitsbedingungen der chinesischen Lieferanten zu ignorieren. Jeder Markenhersteller verf&uuml;gt inzwischen &uuml;ber Ethikrichtlinien, die Kinderarbeit verbieten und soziale Mindeststandards vorschreiben.<br>\nDoch das alles half nur wenig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/artikel\/570\/183002\/print.html\">SZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Traumberuf Hofberichterstatter <\/strong><br>\n&Uuml;ber die symbiotische Beziehung zwischen Journalisten und Politik in Berlin. &ndash; Seine Majest&auml;t haben allergn&auml;digst geruht &ndash; nein, nicht geschlafen, sondern: eine Erlaubnis zu erteilen. Auch im Spiel der demokratischen Kr&auml;fte sehnt sich die institutionalisierte Politik danach, die Regeln selbst bestimmen zu k&ouml;nnen. Solch h&ouml;fische Anwandlungen ziehen bald ihre eigenen H&ouml;flinge an: Die Medien spielen bereitwillig mit, hoffend auf den Status f&ouml;rdernden Abglanz im Schein der Macht &ndash; und auf privilegierte Insiderinformationen. Ist diese Korrumpierung schon zu weit fortgeschritten, um sie ohne harte Schnitte zu kurieren?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/28\/28193\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Zu guter letzt: Volker Pispers<\/strong><br>\n&ldquo;Und ich wei&szlig; auch genau, warum die SPD mit der Linkspartei nicht zusammenarbeiten will. Das ist doch ganz klar: Mit der Linkspartei m&uuml;sste sie ja Teile ihres Wahlprogramms umsetzen!&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=oqvsoze7w8g\">Youtube<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<br \/> Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3307","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3307","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3307"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3307\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3307"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3307"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3307"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}