{"id":33098,"date":"2016-04-25T09:19:58","date_gmt":"2016-04-25T07:19:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33098"},"modified":"2016-04-25T09:19:58","modified_gmt":"2016-04-25T07:19:58","slug":"hinweise-des-tages-2610","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33098","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33098#h01\">&Ouml;sterreich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33098#h02\">Gro&szlig;demonstration in Hannover<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33098#h03\">Obama in Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33098#h04\">TTIP<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33098#h05\">Merkels erneute T&uuml;rkeireise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33098#h06\">Warum sollen wir uns mit so einer wirtschaftlichen Ordnung abfinden?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33098#h07\">Rente<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33098#h08\">Kritik an EZB-Chef Draghi: Spinnen die alle? Nur der Deutsche nicht?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33098#h09\">Autobranche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33098#h10\">Mexiko warnt Europa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33098#h11\">Lebensmittel f&uuml;r Bed&uuml;rftige &ndash; Der gro&szlig;e Hunger auf die Tafeln<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33098#h12\">Sozialer Druck auf Senioren w&auml;chst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33098#h13\">Hartz IV: Sanktionen und davon betroffene Leistungsberechtigte 2015 (Jobcenter-Vergleich)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33098#h14\">USA fordern Einsatz der Bundeswehr an Nato-Ostgrenze<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33098#h15\">Neuer Nato-Oberbefehlshaber, alte T&ouml;ne: Russland als &ldquo;existentielle Bedrohung&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33098#h16\">Analyse: Das neue Anti-Terror-Paket der Gro&szlig;en Koalition<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33098#h17\">BKA<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33098#h18\">Der Populismus ist wieder da<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33098#h19\">Schulterschluss bei US-Vorwahlen: Kasich und Cruz wollen Trump gemeinsam stoppen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>&Ouml;sterreich<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Volksparteien zerlegen sich, Rechte triumphieren<\/strong><br>\nPolitische Sensation in &Ouml;sterreich: Erstmals schaffen es weder Sozialdemokraten noch Konservative in die Stichwahl zum Bundespr&auml;sidenten. Das Land erlebt einen dramatischen Rechtsruck.<br>\nAuf &Ouml;sterreich kommen bewegte Zeiten zu. Norbert Hofer Kandidat der rechtspopulistischen Freiheitlichen Partei &Ouml;sterreichs (FP&Ouml;), hat die erste Runde der Bundespr&auml;sidentenwahl mit Abstand gewonnen. Der 45-J&auml;hrige kam laut vorl&auml;ufigem Endergebnis auf 36 Prozent der abgegebenen Stimmen. [&hellip;]<br>\nBundeskanzler Werner Faymann (SP&Ouml;) wandelte sich unter diesem Druck vom Partner der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Fl&uuml;chtlingspolitik zu einem ihrer sch&auml;rfsten Kritiker. &Ouml;sterreich verfolgte pl&ouml;tzlich eine Politik der geschlossenen Grenzen und legte sich auch mit L&auml;ndern wie Griechenland und Italien an.<br>\nDie FP&Ouml; hat die &ndash; eigentlich eher langweilige &ndash; Bundespr&auml;sidentenwahl zu einer Richtungsentscheidung stilisiert und mit Forderungen nach neuen Z&auml;unen und sch&auml;rferen Asylgesetzen Wahlkampf gemacht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/oesterreich-fpoe-triumphiert-bei-bundespraesidenten-wahl-a-1089007.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Die Strategie der Etablierten war es, den &bdquo;Rechtsruck&ldquo; dadurch zu vermindern, indem man selbst rechte Positionen aufnimmt. Diese Strategie darf sp&auml;testens jetzt als gnadenlose Fehlleistung gewertet werden. Offenbar war jeder rechter Slogan aus dem Mund der SP&Ouml;- und &Ouml;VP-Granden stattdessen Wahlkampfmunition f&uuml;r die Rechtsextremen. Diese Lektion muss auch in Deutschland verstanden werden! Auch SPD und CDU\/CSU schw&auml;chen die AfD nicht, wenn sie rechte Positionen aufnehmen &ndash; ganz im Gegenteil!<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Noch hat Hofer nicht gewonnen<\/strong><br>\nBereits um 17 Uhr schrieb jemand sarkastisch auf Twitter: &ldquo;Es funktioniert immer wieder perfekt: Nach rechts r&uuml;cken, damit keiner mehr die Rechten w&auml;hlt.&rdquo; Das Duo aus Faymann\/Doskozil auf der einen und Kurz\/Mikl-Leitner auf der anderen Seite hat es wieder super hingekriegt. Was wir erlebten, ist der Untergang unserer gewohnten politischen Welt.<br>\nNorbert Hofer landet einen Kantersieg. Aber noch hat der FP&Ouml;-Kandidat nicht gewonnen. Allein die W&auml;hler von Alexander Van der Bellen und Irmgard Griss summieren sich auf 40 Prozent der Stimmen. Plus W&auml;hler der Regierungskandidaten plus eine h&ouml;here Wahlbeteiligung, und eine Mehrheit f&uuml;r van der Bellen ist in Reichweite. Aber daf&uuml;r braucht es Schwung. Und die Regierungsparteien warten mit der personellen Erneuerung besser nicht noch weitere vier Wochen ab.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/2000035649565\/Noch-hat-Hofer-nicht-gewonnen\">derStandard.at<\/a><\/li>\n<li><strong>Hofer und das &ldquo;Wundern&rdquo;: &Ouml;sterreich wird wie Ungarn<\/strong><br>\nMit dem Etappensieg von Norbert Hofer zeigt ein hoher Anteil der &ouml;sterreichischen Bev&ouml;lkerung eine Pr&auml;ferenz f&uuml;r die seit einigen Jahren in Ungarn und in Polen entwickelte autorit&auml;re Politik: Schw&auml;chung der Parlamente, Aushebelung der Gewaltenteilung, Opposition zu den Br&uuml;sseler Vorgaben und Einschr&auml;nkungen der Medienfreiheit. Wien l&auml;ge wie in der Geografie bald auch politisch &ouml;stlich von Prag.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/2000035642016\/Hofer-und-das-Wundern-Oesterreich-wird-wie-Ungarn\">derStandard.at<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Gro&szlig;demonstration in Hannover<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Demonstration in Hannover: 90.000 fordern &ldquo;TTIP &amp; CETA stoppen&rdquo;<\/strong><br>\nGemeinsame Pressemitteilung<br>\nB&uuml;ndnis &ldquo;TTIP und CETA stoppen&rdquo; (&hellip;)<br>\n* Demonstration in Hannover: 90.000 fordern &ldquo;TTIP &amp; CETA stoppen&rdquo;<br>\n* B&uuml;ndnis fordert von Merkel und Obama gerechten Welthandel statt Demokratieabbau<br>\nAm Vortag des Treffens zwischen US-Pr&auml;sident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel anl&auml;sslich der Messe in Hannover haben heute (23. April) unter dem Motto &bdquo;TTIP &amp; CETA stoppen! F&uuml;r einen gerechten Welthandel&ldquo; 90.000 Menschen gegen die Freihandelsabkommen zwischen der EU mit den USA (TTIP) sowie mit Kanada (CETA) protestiert.&#8232;Die Zahl der Teilnehmenden &uuml;bertraf die Erwartungen der Veranstalter deutlich.<br>\nZur Demonstration aufgerufen hatte ein zivilgesellschaftliches B&uuml;ndnis von rund 20 Aktivistennetzwerken, Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen, Jugendverb&auml;nden, Wohlfahrts- und Sozial- und Kulturverb&auml;nden, Gewerkschaften, B&uuml;rgerrechts- und kirchlichen Organisationen.<br>\n&bdquo;TTIP und CETA gef&auml;hrden demokratische, &ouml;kologische und soziale Standards und sollen eine konzernfreundliche Paralleljustiz schaffen&ldquo;, erkl&auml;rten die Organisator\/innen. &bdquo;Dagegen protestieren Menschen aus ganz Europa und von jenseits des Atlantiks gemeinsam.&ldquo; Die Demonstration, auf der unter anderem Ulrich Schneider (Der Parit&auml;tische Gesamtverband), Hubert Weiger (BUND), Andrea Kocsis (ver.di) und Lori Wallach von der US-amerikanischen Nichtregierungsorganisation Public Citizen sprachen, richtete an Barack Obama und Angela Merkel eine klare Botschaft: &bdquo;Wir stehen auf gegen Handelsvertr&auml;ge, die Demokratie und Rechtsstaat aush&ouml;hlen und machen uns stark f&uuml;r einen gerechten Welthandel, der sich an Arbeitnehmerrechten, Sozial-, Umwelt- und Verbraucherstandards statt an Konzerninteressen orientiert.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ttip-demo.de\/presse\/\">TTIP &amp; CETA stoppen<\/a>\n<p><em>dazu ein nettes Schreiben vom NDS-Gespr&auml;chskreis Hamburg:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Hallo Ihr Aktiven der NDS,<\/p>\n<p>von der Demo in Hannover gibt es Euch &ndash; wie nach Berlin &ndash; nur Bestes zu berichten. Dutzendfach w&uuml;rden wir angesprochen und die NDS gelobt. Dieses Lob wollen wir Euch weitergeben. Und wir vom Hamburger Gespr&auml;chskreis haben ein wenig Werbung f&uuml;r die Seite gemacht. Es hat allen viel Freude bereitet. Skandal&ouml;s allerdings der aberwitzig gro&szlig;e Polizeiaufwand zur Kontrolle der Demonstranten und zur Abschottung des Pr&auml;sidenten und seiner Freiheitsmedallientr&auml;gerin vor der deutschen &Ouml;ffentlichkeit. Willkommen im orwellschen Absurdistan. <\/p>\n<p>Mit den besten Gr&uuml;&szlig;en und W&uuml;nschen<\/p>\n<p>Udo Fr&ouml;hlich, Heike Kr&uuml;ger, Sebastian Fischer und Bettina Buff-Fr&ouml;hlich (sie hat das Foto gemacht)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160425_01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160425_01_th.jpg\" alt=\"Demo gegen TTIP, Hannover, 2016\" title=\"Demo gegen TTIP, Hannover, 2016\"><\/a><\/p>\n<p><em>Wir von den NachDenkSeiten freuen uns sehr &uuml;ber das Lob und nat&uuml;rlich f&uuml;r die tolle Werbung, die unsere Freunde f&uuml;r uns in Hannover gemacht haben. Danke!<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Wie Spiegel Online (wieder) Nachrichten manipuliert um Politik f&uuml;r TTIP zu machen<\/strong><br>\nSamstag-Nachmittag, 16:30 Uhr, Ich komme nach Hause, setze mich an den Computer und will mal schauen, was in Hannover bei der Anti-TTIP-Demo so los ist. Anscheinend nicht viel. Beim f&uuml;hrenden Online-Nachrichtenportal lese ich an dritter Nachrichtenstelle, dass &bdquo;Tausende&ldquo; demonstrieren. Auf dem Aufmacher-Video ist eine recht bescheidene  Versammlung zu sehen.<br>\nDas scheint in die Binsen gegangen zu sein f&uuml;r die TTIP-Gegner, schlie&szlig;e ich. &bdquo;Lt. Polizei 16.000 Teilnehmer&ldquo; verr&auml;t ein redaktionelles Textbanner im Video. Doch beim Wegklicken f&auml;llt mir auf, dass &uuml;ber dem Video steht &bdquo;Zehntausende demonstrieren in Hannover&ldquo;. Das passt irgendwie nicht. Zur&uuml;ck zur Nachrichtengeschichte auf der Startseite, nochmal gecheckt, da steht in der &Uuml;berschrift wirklich &bdquo;Tausende&ldquo;. Aber gleich am Anfang des Textes steht dann, dass die Polizei schon zum Auftakt der Veranstaltung 25.000 Teilnehmer gesch&auml;tzt hat. Komisch. Stammt die Zahl von 16.000 Teilnehmern im Video von vor der Veranstaltung? Ich erinnere mich dunkel, dass Spiegel Online (Spon) schon vor einem halben Jahr wegen seiner Berichterstattung zur TTIP-Demo in Berlin unter Beschuss gekommen war, und werde misstrauisch.<br>\nBei ntv.de sind es &bdquo;Zehntausende&ldquo; Demonstranten, bei FAZ.de und Handelsblatt.de auch. Bei tagesschau.de auch. 35.000 Teilnehmer laut Polizeiangaben hei&szlig;t es &uuml;bereinstimmend, nach Angaben der Veranstalter eher 90.000. Alle st&uuml;tzen sich auf Nachrichtenagenturen, u.a. dpa und Reuters, die so berichten. Nur Spon hat nicht erkennbar Agenturmaterial verwendet, sondern offenbar selbst geschrieben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/de\/27-german\/news\/604-spon-hannover#weiterlesen\">Norbert H&auml;ring<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Obama in Deutschland<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Nur noch schnell TTIP retten<\/strong><br>\nDer Exportmeister Deutschland war Obamas wirtschaftliches Vorbild. Doch jetzt besucht er ein Land, dessen B&uuml;rger freien Welthandel zunehmend skeptisch sehen. Denn sie zahlen den Preis f&uuml;r den Erfolg. [&hellip;.]<br>\nNun ist Obama zur Er&ouml;ffnung der Hannover-Messe angereist, die Montag ihre Tore &ouml;ffnet; die USA sind dieses Jahr Partnerland. Der Pr&auml;sident erlebt Paradoxes: Die Bundesrepublik ist heute ein Land, dessen Wohlstand zum gro&szlig;en Teil auf seiner exportstarken Industrie fu&szlig;t, das immer gr&ouml;&szlig;ere &Uuml;bersch&uuml;sse mit dem Rest der Welt erwirtschaftet, dessen Bev&ouml;lkerung aber internationalen Austausch zunehmend kritisch sieht.<br>\nSchon seltsam: Nur noch 56 Prozent der Bundesb&uuml;rger halten intensiveren Handel f&uuml;r eine gute Sache, 27 Prozent f&uuml;r eine schlechte. Eine massive Eintr&uuml;bung binnen nur zwei Jahren: Damals sahen noch 88 Prozent die Ausweitung des Handels positiv, nur 9 Prozent negativ, wie eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt. Besonders ablehnend stehen die Deutschen dem geplanten Handels- und Investitionsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA gegen&uuml;ber: 33 Prozent der Befragten f&auml;nden das Abkommen schlecht, nur 17 Prozent gut, so die Studie. [&hellip;]<br>\nDie Einkommen jedoch entwickeln sich ungleichm&auml;&szlig;ig: Insbesondere das wohlhabendste Zehntel der Bev&ouml;lkerung hat sp&uuml;rbar mehr Geld zur Verf&uuml;gung als im Jahr 2000, wie Berechnungen des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW) zeigen. Die Mittelschichten jedoch erleben eine Stagnation ihres Lebensstandards: Die enormen deutschen Au&szlig;enhandels&uuml;bersch&uuml;sse wurden mit Lohnzur&uuml;ckhaltung erkauft. [&hellip;]<br>\nZweitens muss Deutschland von seinen exorbitanten Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;ssen herunterkommen. Statt j&auml;hrlich Kapital im Wert von rund einer Viertel Billion Euro an den Rest der Welt zu verleihen, sollte mehr Geld im Lande bleiben: in Form von h&ouml;heren L&ouml;hnen (achten Sie auf die Tarifverhandlungen Montag und Donnerstag) und von Investitionen &ndash; damit die materiellen Segnungen der Globalisierung breiter gestreut werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/henrik-mueller-ueber-schwierige-zukunft-des-freien-welthandels-a-1088913.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Ein gewohnt schr&auml;ger, m&auml;andernder Rundumschlag des wirtschaftsliberalen Henrik M&uuml;ller, der aber klar erkannt hat, da&szlig; die deutschen Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;sse und die enorme Abh&auml;ngigkeit vom Export extrem sch&auml;dlich sind, mit Reallohnverlusten der Arbeitnehmer erkauft wurden und dringend gesenkt werden m&uuml;ssen. (Da&szlig; trotzdem die &ldquo;Exportweltmeisterschaft&rdquo; als Erfolg gesehen wird, ist etwas inkonsequent.) Trotz aller Schw&auml;chen ist M&uuml;llers Einsicht der Regierung aus SPD, CDU und CSU sowie den Oppositionsparteien Gr&uuml;ne, FDP und AfD um 10 Jahre voraus. Die genannten Parteien bestehen ja weiterhin darauf, da&szlig; Deutschland noch &ldquo;wettbewerbsf&auml;higer&rdquo; werden und die L&ouml;hne noch weiter sinken sollen, wirklich ein Wahnsinn.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Merkel verteidigt Geheimhaltung<\/strong><br>\nUS-Pr&auml;sident Obama und Kanzlerin Merkel haben das geplante Freihandelsabkommen gegen Kritik verteidigt. Merkel sagte, mit TTIP k&ouml;nnten weltweite Standards gesetzt werden. Zugleich verteidigte sie die Geheimhaltung bei den Verhandlungen.<br>\nBundeskanzlerin Angela Merkel hat die Geheimhaltung bei den Verhandlungen &uuml;ber das Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA verteidigt. Es k&ouml;nne nicht alles &ldquo;immer bereits im Vorfeld sozusagen f&uuml;r jedermann zug&auml;nglich sein&rdquo;, sagte Merkel in ihrem w&ouml;chentlichen Podcast. Daraus w&uuml;rde der Verhandlungspartner &ldquo;bestimmte Vorz&uuml;ge ziehen &ndash; was wir nicht wollen.&rdquo;<br>\nMerkel wandte sich aber gegen den Eindruck vieler Kritiker, &ldquo;wir w&uuml;rden hier irgendwas verschweigen oder wir w&uuml;rden irgendwelche Normen zur Disposition stellen&rdquo;. Das Gegenteil sei der Fall: Alles was in Europa als Norm gilt, sei gesichert, betonte die Kanzlerin. &ldquo;Wir sichern das, was im Umweltbereich, im Verbraucherschutzbereich in Europa heute gilt.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/ttip-obama-merkel-101.html\">tagesschau.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Offenbar hat Frau Merkel auch 25 Jahre nach der deutschen Einheit nichts oder zu wenig &uuml;ber Demokratie gelernt. Sie scheint lediglich &uuml;ber ein Demokratieverst&auml;ndnis des ehemals real existierenden Sozialismus der DDR bzw. von &bdquo;marktkonformer Demokratie&ldquo; zu verf&uuml;gen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Von Mittel und Zweck<\/strong><br>\nZum Deutschland-Besuch von US-Pr&auml;sident Barack Obama fordert Berlin ein ebenb&uuml;rtiges F&uuml;hrungsb&uuml;ndnis mit Washington ein. Die Bundesrepublik k&ouml;nne &ldquo;in vielen Bereichen&rdquo; mit den Vereinigten Staaten &ldquo;sehr gut mithalten&rdquo;, erkl&auml;rte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Wochenende. Bereits zuvor hatte der Bundestag verlangt, die Bundesregierung solle den USA k&uuml;nftig &ldquo;auf Augenh&ouml;he&rdquo; begegnen. Die transatlantische Kooperation sei wichtig, um &ldquo;eine neue globale Ordnung&rdquo; zu schaffen, hei&szlig;t es in einer Erkl&auml;rung, die eine hochrangig besetzte deutsch-US-amerikanische &ldquo;Task Force&rdquo; schon im vergangenen Jahr erarbeitete. Involviert waren Journalistinnen zweier &uuml;berregionaler liberaler Tageszeitungen. W&auml;hrend Berlin und Washington den Ausbau der Zusammenarbeit, die eine Zeitlang vom Konflikt um die Mittelost- und die Russland-Politik sp&uuml;rbar beeintr&auml;chtigt war, wieder zu forcieren suchen, warnen Regierungsberater, es sei riskant, allzu stark auf das transatlantische B&uuml;ndnis zu setzen. Einerseits sei die US-Wirtschaft keinesfalls vor Einbr&uuml;chen gefeit, die sich auch auf deutsche Exporteure und Investoren auswirken w&uuml;rden; andererseits best&uuml;nden in den USA massive innere Spannungen, die eskalieren k&ouml;nnten. Es sei vorteilhaft, auch im B&uuml;ndnis mit Washington strikt die Eigenst&auml;ndigkeit zu wahren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/59352\">German Foreign Policy<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>TTIP<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>TTIP-Widerstand aus den Kommunen<\/strong><br>\nAus den europ&auml;ischen Kommunen soll nach einem Treffen in Barcelona der Widerstand gegen umstrittene Freihandelsabkommen entwickelt werden<br>\nDie katalanische Metropole Barcelona hatte geladen und aus Wien, Sevilla, K&ouml;ln, Birmingham, Madrid, Grenoble, Gorna Malina, Br&uuml;ssel, Korfu und aus insgesamt 40 europ&auml;ischen St&auml;dten und neun L&auml;ndern waren B&uuml;rgermeister oder Stadtr&auml;te in den spanischen Staat gereist. Am vergangenen Donnerstag und Freitag wurde dort der Grundstein zur Vernetzung von Kommunen und Regionen gegen die umstrittenen Freihandelsabkommen gelegt, gegen die zehntausende Menschen am Samstag in Hannover demonstriert haben (Ein Signal an Obama und Merkel).<br>\nBarcelona hatte die Initiative einer internationalen Koordination aufgegriffen und Lokalpolitiker aus ganz Europa zur Konferenz &ldquo;Local Authorities and the New Generation of Free Trade Agreements&rdquo; eingeladen, um ein Netzwerk gegen die umstrittenen Abkommen TTIP, CETA und TiSA zu gr&uuml;nden. Neben der linken Stadtregierung, die seit knapp einem Jahr auch Barcelona regiert, war auch die gro&szlig;e Umweltschutzorganisation &ldquo;Umweltsch&uuml;tzer in Aktion&rdquo; an der Vorbereitung beteiligt. F&uuml;r deren Sprecher Tom Kucharz ist es &ldquo;besonders bedeutsam&rdquo;, dass sich eine so wichtige Stadt gegen TTIP stellt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/48\/48047\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers O. K.:<\/strong> Na, sieh mal einer an. Kommunen, St&auml;dte und Regionen beiderseits des Atlantiks sprechen sich gegen TTIP aus, vernetzen sich &ndash; und unsere ach so qualit&auml;tsvollen Leitmedien erz&auml;hlen &uuml;ber diese wichtige Entwicklung: Nichts! Passt wohl nicht ins Bild, das vom typischen TTIP-Gegner vermittelt werden soll (&uuml;berbesorgter, unwissender Kleinb&uuml;rger).<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Freihandel wird auch in den USA zum Reizwort<\/strong><br>\nDas einstige Musterland der Globalisierung wird zusehends Gegner von Abkommen wie TTIP. Kritik kommt von links und rechts Wenn Barack Obama die Hannover-Messe besucht, wird er f&uuml;r TTIP werben, die &ldquo;Transatlantic Trade and Investment Partnership&rdquo; mit der Europ&auml;ischen Union. Doch in Washington wachsen die Zweifel, dass der US-Pr&auml;sident das Abkommen noch unterzeichnen kann, bevor er im J&auml;nner aus dem Amt scheidet. Ein Grund f&uuml;r die Skepsis ist die amerikanische Stimmungslage, in der &ldquo;Free Trade&rdquo; f&uuml;r viele W&auml;hler zum Reizwort geworden ist. Um den Wandel zu ermessen, k&ouml;nnte man mit Thomas Friedman beginnen, dem preisgekr&ouml;nten Kolumnisten der New York Times, der 1997 auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos noch klang wie ein Triumphator. Nichts pr&auml;ge den Planeten derzeit mehr als die Globalisierung, sagte Friedman, und wenn man ein Land konzipieren m&uuml;sste, das am besten geeignet w&auml;re, auf diesem Planeten zu konkurrieren, dann s&auml;he es aus wie die Vereinigten Staaten. &ldquo;Die Globalisierung, das sind wir.&rdquo; Vergessen waren Prognosen, die Japan mit seiner geballten Effizienz im ungebremsten Aufstieg und die USA im schleichenden Niedergang sahen. Amerikanische Politiker strotzten geradezu vor Selbstbewusstsein. Obwohl Nafta, das 1994 in Kraft getretene Freihandelsabkommen mit Kanada und Mexiko, zu keiner Zeit unumstritten war, dominierten eindeutig die optimistischen T&ouml;ne.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/2000035564982\/Freihandel-wird-auch-in-den-USA-zum-Reizwort\">derStandard.at<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Merkels erneute T&uuml;rkeireise<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Der Fluch der b&ouml;sen Tat<\/strong><br>\n&bdquo;Das eben ist der Fluch der b&ouml;sen Tat, dass sie, fortzeugend, immer B&ouml;ses muss geb&auml;ren&ldquo;, schrieb Friedrich Schiller im Wallenstein. Unter der &Uuml;berschrift &bdquo;Zu Besuch im aufger&auml;umten Vorzeigecamp&ldquo; kritisiert DIE ZEIT den T&uuml;rkei-Besuch der Kanzlerin. Der Bericht schildert, wie Merkel und der t&uuml;rkische Ministerpr&auml;sident Davutoglu &bdquo;Fl&uuml;chtlingskinder herzten. Nur: Das sind weichgezeichnete Bilder, sie haben mit der dreckigen Realit&auml;t der meisten Syrer im Land nichts zu tun. Die Fl&uuml;chtlinge haben immer noch kaum Zugang zum Bildungswesen, sie sind auf sich allein gestellt, m&uuml;ssen mit unterbezahlten Jobs ihren Lebensunterhalt finanzieren. Davon bekam aber Merkel nichts zu sehen&hellip; Dass die Kanzlerin ohne Einschr&auml;nkung bei dieser Inszenierung der t&uuml;rkischen Regierung mitmacht, und au&szlig;erdem unbequeme Fragen nach der Lage der Menschenrechte sowie der Meinungs- und Pressefreiheit eher meidet, zeigt eindrucksvoll, wie sich die Machtverh&auml;ltnisse ver&auml;ndert haben.&ldquo;<br>\nHier wird die ganze Tragik der Merkelschen Fl&uuml;chtlingspolitik sichtbar. Sie ist jetzt die Gefangene ihrer Fehlentscheidungen. Viel sinnvoller w&auml;re es immer noch, auf die UNO zu setzen und ihr viele Milliarden zu geben, damit sie menschenw&uuml;rdige Fl&uuml;chtlingslager im Vorderen Orient errichten kann. So w&uuml;rde man auch den Alten, Kranken und all denen helfen, die kein Geld haben, Schlepper zu bezahlen.<br>\nWenn selbst der von der Gro&szlig;en Koalition hofierte Historiker Heinrich August Winkler feststellt, &bdquo;dass Deutschland mit seinem im Sommer 2015 begonnenen Alleingang in der Fl&uuml;chtlingspolitik gescheitert ist&ldquo;, dann ist neben dem Abbau des Sozialstaates, dem Zerfall der europ&auml;ischen Einigung, dem Abr&uuml;cken von der Ost- und Entspannungspolitik die gescheiterte Fl&uuml;chtlingspolitik ein weiterer Grund, um das Ende der Kanzlerschaft dieser v&ouml;llig &uuml;bersch&auml;tzten Politikerin herbeizuf&uuml;hren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/posts\/1075126575882142\">Oskar Lafontaine via Facebook<\/a><\/li>\n<li><strong>Auf Erdogans Gerichtsfluren<\/strong><br>\nIn der T&uuml;rkei landen immer mehr Kritiker des Pr&auml;sidenten vor dem Kadi. Kanzlerin Merkel trifft sich nicht mit den politisch verfolgten Journalisten bei ihrer T&uuml;rkeireise.<br>\nDie Entschuldigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel f&uuml;r ihre Vorverurteilung des ZDF-Satirikers Jan B&ouml;hmermann kommt zu sp&auml;t. Der Schaden ist bereits angerichtet. Vor dem Hintergrund ihrer T&uuml;rkeireise, bei der sie keinen der bedr&auml;ngten Journalisten traf, scheint dazu ein wirklicher Sinneswandel der Kanzlerin nicht in Sicht, Der t&uuml;rkische Staatspr&auml;sident Erdogan kann sich die H&auml;nde reiben. Merkel bleibt seine beste St&uuml;tze. (&hellip;)<br>\nDie Drohung Erdogans sollte sich auch auf Staatsbedienstete erstrecken. Der Oberstaatsanwalt von Adana und vier weitere an der Razzia beteiligte Staatsanw&auml;lte sowie zehn Gendarmerie-Angeh&ouml;rige sind vom Dienst suspendiert, inhaftiert und wegen Geheimnisverrat angeklagt worden. &Uuml;ber die &bdquo;Aff&auml;re&ldquo; wurde in der T&uuml;rkei eine Nachrichtensperre verh&auml;ngt, der Zugriff auf das &bdquo;Cumhuriyet&ldquo;-Video im Internet staatlicherseits blockiert (hier l&auml;sst er sich dennoch finden). (&hellip;)<br>\nSedat Ergin, Chefredakteur der t&uuml;rkischen Tageszeitung &bdquo;H&uuml;rriyet&ldquo;, wird in diesem Jahr mit dem &bdquo;Freedom of Speech Award&ldquo; der &bdquo;Deutschen Welle&ldquo; ausgezeichnet. Er ist&ndash; wie mittlerweile 2000 weitere B&uuml;rger der T&uuml;rkei &ndash; wegen &bdquo;Beleidigung&ldquo; des Pr&auml;sidenten angeklagt. Seine d&uuml;stere Bestandsaufnahme &uuml;ber die Zust&auml;nde bei Merkels Partner am Bosporus: &bdquo;Im Jahr 2016 sind die Flure in den Gerichtsgeb&auml;uden und die Gerichtss&auml;le die Heimat von t&uuml;rkischen Journalisten geworden. Die Pressefreiheit in der T&uuml;rkei ist 2016 auf die Gerichtsflure begrenzt.&ldquo;<br>\nIm aktuellen Spiegel wirft Cumhuriyet-Chef Can D&uuml;ndar Bundeskanzlerin Merkel vor, zu den Menschenrechtsverletzungen in der T&uuml;rkei zu schweigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.westendverlag.de\/index.php?id=520#.Vx2vPGNELfZ\">Sevim Dagdelen bei Westend<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Warum sollen wir uns mit so einer wirtschaftlichen Ordnung abfinden?<\/strong><br>\nSahra Wagenknecht erkl&auml;rt im Telepolis-Interview, dass Kapitalismus und Demokratie &ldquo;nicht zusammenpassen&rdquo;. Sie pl&auml;diert f&uuml;r neue Eigentumsformen bei Unternehmen<br>\nFrau Wagenknecht, Ihrem aktuellen Buch &ldquo;Reichtum ohne Gier&rdquo; stellen Sie ein bekanntes Zitat von Albert Einstein voran: &ldquo;Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas &auml;ndert.&rdquo; Sie schlagen nun unter anderem &Auml;nderungen bei der Organisation des Eigentums an Unternehmen vor, auf die wir gleich noch zu sprechen kommen werden. Das ist ohne Frage ein Minenfeld und r&uuml;hrt an den Kern der bestehenden Wirtschaftsordnung. Es gibt nicht viele Politiker, die zur Zeit so grunds&auml;tzliche Fragen aufwerfen. Die Macht der gro&szlig;en Banken, Konzerne und Lobbynetzwerke scheint festgef&uuml;gt und unab&auml;nderlich. Was gibt Ihnen die Hoffnung, dennoch eine Debatte ansto&szlig;en zu k&ouml;nnen und vielleicht sogar politische Mehrheiten f&uuml;r eine solche Reform zu gewinnen?<br>\nSahra Wagenknecht: Der Kapitalismus hatte eine Phase, in dem er zumindest in den Industriel&auml;ndern die Lebensverh&auml;ltnisse der Mehrheit verbessert und breiten Wohlstand geschaffen hat. Folgerichtig war er damals ziemlich popul&auml;r. Aber das ist l&auml;ngst vorbei. Heute ist er eigentlich nur noch eine Wirtschaftsordnung f&uuml;r die oberen 1 Prozent, die das Wirtschaftswachstum der letzten 20 Jahre weitgehend f&uuml;r sich vereinnahmen konnten. F&uuml;r die gro&szlig;e Mehrheit dagegen ist das Leben unsicherer und h&auml;rter geworden: Die Mittelschicht erodiert, es gibt immer mehr Jobs, von denen man nicht leben kann, und die Angst vor Armut im Alter oder davor, durch eine Krankheit aus der Bahn geworfen zu werden, ist allgegenw&auml;rtig. Das gilt f&uuml;r Europa ebenso wie f&uuml;r die USA.<br>\nWarum sollen wir uns mit so einer wirtschaftlichen Ordnung abfinden? Zumal der Kapitalismus auch rein &ouml;konomisch l&auml;ngst nicht mehr so innovativ und kreativ ist wie er sich gibt. Viele M&auml;rkte werden heute von wenigen Konzernen beherrscht, die sich hinter einem Wall von Patenten verschanzen und so vielfach Innovation blockieren, und die aufgrund ihrer Marktmacht Kunden wie Zulieferern die Konditionen diktieren k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/48\/48034\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Rente<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Nahles plant neue Gro&szlig;baustellen bei der Rente<\/strong><br>\nMit einer gro&szlig;en Rentenreform will die Sozialministerin auch Selbstst&auml;ndige ins Boot holen. Aus der eigenen Partei wird derweil gefordert, nicht nur Politik f&uuml;r Geringverdiener zu machen.<br>\nBundessozialministerin Andrea Nahles (SPD) plant, noch in dieser Legislaturperiode eine gro&szlig;e Rentenreform auf den Weg zu bringen, um Altersarmut zu vermeiden. Nahles sagte der Zeitung &bdquo;Bild am Sonntag&ldquo;: &bdquo;Ich will, dass das Sicherungsniveau auf heutigem Stand bleibt. Das geht nur, wenn wir alle drei S&auml;ulen in den Blick nehmen und neu justieren, also gesetzliche Rentenversicherung, Betriebsrente und Riester-Rente. Die gesetzliche Rente allein wird das nicht tragen k&ouml;nnen.&ldquo; Sie werde im Herbst ein Gesamtkonzept vorlegen.<br>\nKritikern der Riester-Rente warf sie vor, die 16 Millionen Betroffenen zu verunsichern: &bdquo;Der Staat garantiert, dass alle Riester-Inhaber ihr Geld ausgezahlt bekommen. Auch f&uuml;r die staatlichen Zulagen gibt es Vertrauensschutz, die zahlt der Staat weiterhin.&ldquo; Gleichzeitig k&uuml;ndigte Nahles allerdings eine Reform der Riester-Rente an. Die sei n&ouml;tig, weil sich die Renditehoffnungen nicht erf&uuml;llt h&auml;tten und zu wenig Geringverdiener eine solche Altersvorsorge abgeschlossen h&auml;tten. [&hellip;]<br>\nAls weiteren Punkt will Nahles die Betriebsrenten st&auml;rken. Sie sei sich mit Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble (CDU) einig, auch kleinen und mittleren Unternehmen, &bdquo;die sich aus Haftungsgr&uuml;nden da nicht herantrauen&ldquo;, eine M&ouml;glichkeit f&uuml;r Betriebsrenten zu geben. Ob Betriebsrenten verpflichtend werden, dar&uuml;ber diskutiere sie mit Sch&auml;uble noch. Nahles betonte die Vorteile der Betriebsrente mit geringeren Verwaltungskosten und Provisionsfreiheit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/was-wird-aus-der-rente\/alterssicherung-nahles-plant-neue-grossbaustellen-bei-der-rente-14196163.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Offensichtlich versucht Nahles, die hier einmal mehr Propaganda f&uuml;r die &ldquo;private&rdquo;, &ldquo;kapitalgedeckte&rdquo; Altersvorsorge macht und ansonsten den Staat bluten lassen will, um blo&szlig; die Arbeitgeberseite vor h&ouml;heren L&ouml;hnen und Rentenzahlungen zu sch&uuml;tzen, FDP-W&auml;hler zur SPD zu ziehen, indem sie &auml;hnliche Positionen vertritt. Der genannte Frenzel vom &ldquo;SPD-Wirtschaftsfl&uuml;gel&rdquo; schlie&szlig;t nahltlos an mit seiner Forderung nach Arbeiten bis zum Tode. &bdquo;Warum soll es Menschen mit 65, 67 oder 70 Jahren verboten werden, weiter zu arbeiten oder Geld zur Rente hinzuzuverdienen?&rdquo; &ndash; Man mu&szlig; doch mal sagen d&uuml;rfen&hellip; da&szlig; keinem Menschen heutzutage verboten ist, &uuml;ber das Renteneintrittsalter hinaus oder in der Rente arbeiten zu gehen. Die geforderte Erh&ouml;hung des durchschnittlichen (!!) Renteneintrittsalters auf 67 entspricht &uuml;brigens einer Verl&auml;ngerung der Lebensarbeitszeit um aktuell 6 Jahre bzw. einer Verk&uuml;rzung der Rentenbezugsdauer um etwa ein Drittel. Ist alles ziemlich deckungsgleich mit den Forderungen von Christian Lindner auf dem FDP-Parteitag.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Niedrige Renten: So sch&uuml;tzen Sie sich am besten vor Altersarmut<\/strong><br>\nWas bleibt von der Rente? F&uuml;r viele Menschen nicht viel. Gerade Geringverdienern und Teilzeitbesch&auml;ftigten droht die Altersarmut. Private Vorsorge kann helfen &ndash; doch auch dabei lauern Fallstricke. [&hellip;]<br>\nHeiraten w&auml;re auch eine Option &ndash; aber nur jemanden mit besseren Rentenaussichten. Liebe vergeht, Hektar besteht, hie&szlig; es fr&uuml;her in der Landwirtschaft.Zwei Grundprobleme k&ouml;nnen nur unsere Politiker l&ouml;sen. Erstens m&uuml;ssen sie daf&uuml;r sorgen, dass die Steuergelder zur F&ouml;rderung der privaten Altersvorsorge tats&auml;chlich bei den Kunden ankommen und nicht bei Finanzdienstleistern versickern. Sie d&uuml;rfen auch nicht verschwinden, weil sie auf die Grundsicherung angerechnet werden. Riester-Vertr&auml;ge m&uuml;ssen zertifiziert werden. Nach meiner Kenntnis ist trotz bekannter Probleme nie einem Anbieter das Zertifikat entzogen worden.<br>\nZweitens brauchen wir eine grundlegende Reform der gesetzlichen Rente, die das Thema Altersarmut angeht. Das Schrauben an den Rentenniveaus und Diskussionen &uuml;ber l&auml;ngere Lebensarbeitszeiten bringen dieses Problem seiner L&ouml;sung kaum n&auml;her.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/hermann-josef-tenhagen-ueber-altersarmut-kolumne-a-1088822.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Knapp zusammengefa&szlig;t, lauten die Tipps so: reich heiraten oder wenigstens ein paar Mietsh&auml;user erben, damit man ein Zubrot neben der Rente hat. Von den 900 Euro netto monatlich 300 Euro in einen staatlich gef&ouml;rderten ETF sparen. Und nat&uuml;rlich riestern, auf jeden Fall riestern!! Eine uns&auml;gliche Verh&ouml;hnung aller Niedrigl&ouml;hner.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Die Riester-Rente macht nur Versicherungen und Banken reich&rdquo;<\/strong><br>\nDie Fraktionschefin der Linken im Bundestag, Sahra Wagenknecht, w&uuml;rde die Riester-Rente lieber heute als morgen loswerden. Im DLF sagte sie, f&uuml;r Riester werde &ouml;ffentliches Geld verschleudert, um eine private Anlageform zu subventionieren, die nur die Versicherungsbranche und die Banken reich mache.<br>\nKein gutes Haar l&auml;sst die Co-Chefin der gr&ouml;&szlig;ten Oppositionspartei im Bundestag an den Bem&uuml;hungen der &uuml;brigen Parteien um die Rente. Sie h&auml;tten die gesetzliche Rente bewusst kaputt gemacht, um private Anlageformen wie Riester zu f&ouml;rdern, sagte Sahra Wagenknecht im Deutschlandfunk. Riester sei vor allem Provisionsmacherei. Das, was die Versicherungs- und Finanzbranche daran verdiene, sei im Vergleich zu anderen Anlageformen besonders hoch. Deshalb, so ihr Hauptvorwurf, w&uuml;rde f&uuml;r Riester &ouml;ffentliches Geld verschleudert, um etwas zu subventionieren, von dem ausgerechnet die Versicherten nichts h&auml;tten. Wagenknecht f&uuml;hrte aus, man m&uuml;sse ein biblisches Alter von 90 Jahren erreichen, um wenigsten seine Beitr&auml;ge zur&uuml;ckzubekommen. Hinzu komme die Null-Zins-Politik der Europ&auml;ischen Zentralbank. Diese mache es faktisch unm&ouml;glich, eine ordentliche Rendite anzusparen, weil es ja gar keine Rendite mehr gebe.<br>\nDie Linken-Fraktionschefin fordert daher einen anderen Weg: Eine Rentenreform m&uuml;sse auf die Wiederherstellung der gesetzlichen Rente hinauslaufen. Die Rentenk&uuml;rzungen der vergangenen Jahre m&uuml;ssten zur&uuml;ckgenommen werden. Die Beitr&auml;ge, die in die Riester-Rente gesteckt w&uuml;rden, sollten besser in die gesetzliche Rente investiert werden. Die anderen Parteien machten das Gegenteil einer Bek&auml;mpfung von Altersarmut. In diesem Kontext lehnte sie auch den j&uuml;ngsten Vorsto&szlig; von Bundesfinanzminister Sch&auml;uble zur Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre kategorisch ab.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/sahra-wagenknecht-die-riester-rente-macht-nur.694.de.html?dram:article_id=352154\">Deutschlandfunk<\/a><\/li>\n<li><strong>Wir werden l&auml;nger arbeiten m&uuml;ssen<\/strong><br>\nDer heutigen Rentnergeneration geht es so gut wie keiner zuvor, Altersarmut ist kaum ein Thema. Die Diskussion dar&uuml;ber verdeckt die eigentlichen Probleme.<br>\nDeutschland diskutiert &uuml;ber die Rente. Wieder einmal. Mit alarmistischen &Uuml;berschriften wird &uuml;ber die Zukunft der Alterssicherung gesprochen und so der Eindruck vermittelt, als drohe weiten Teilen der &auml;lteren Bev&ouml;lkerung schon bald das Schicksal, verarmt auf der Stra&szlig;e zu landen.<br>\nEs ist paradox, dass das in einer Zeit geschieht, in der die Renten so stark steigen wie seit 23 Jahren nicht. Der heutigen Rentnergeneration geht es so gut wie keiner zuvor. Nur knapp vier Prozent der Rentner brauchen Leistungen der Grundsicherung. Altersarmut ist f&uuml;r die heutige Rentnergeneration nicht wirklich ein Thema.<br>\nDie jetzige Diskussion hat aber zur Folge, dass sich nicht diejenigen angesprochen f&uuml;hlen, um die es eigentlich geht. Denn wirklich schwierig wird es f&uuml;r die heute 30- bis 50-J&auml;hrigen und den ihnen nachfolgenden Generationen. Sie werden zu einer Zeit in Rente gehen, in der auf einen Ruhest&auml;ndler nur noch zwei Beitragszahler kommen statt wie heute drei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2016-04\/jens-spahn-rente-system-2030\/komplettansicht\">Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> &ldquo;Heute wird bestraft, wer sich noch fit f&uuml;hlt und noch l&auml;nger arbeiten will.&rdquo; Derartig dummes Geschw&auml;tz kann nur jemand von sich geben, der von der Arbeitswelt keinerlei Ahnung hat. Wie zu lesen ist, sitzt Spahn seit 2002 im Bundestag und ist jetzt im zarten Alter von 35, sprich der Mann hat in seinem ganzen leben noch nie wirklich gearbeitet. Um seine Altersversorgung braucht sich Spahn sicherlich keinerlei Sorgen machen, daf&uuml;r kommt ja der Steuerzahler auf. Da kann man anderen schon einmal empfehlen, l&auml;nger zu arbeiten. Dabei ist es heute so, dass man bereits mit Ende vierzig fast keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt hat. Mit 50 ist endg&uuml;ltig Schluss. Es ist grotesk, solche Figuren &ndash; sieht man sich Spahns Vita an, ist er ein klassischer Politkarrierist, die Zeit nennt das dann &ldquo;ambitioniert&rdquo; &ndash;  entscheiden &uuml;ber die  Altersbez&uuml;ge von Millionen B&uuml;rgern.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Kritik an EZB-Chef Draghi: Spinnen die alle? Nur der Deutsche nicht?<\/strong><br>\nBilligschulden und Immobilienblasen: Das Poltern deutscher Politiker gegen EZB-Chef Mario Draghi nimmt immer heillosere Formen an. Dabei werden die Zinsen ohnehin erst wieder normal sein, wenn die Finanzkrise &uuml;berwunden ist.<br>\nJetzt muss es also ein Deutscher sein. Als n&auml;chster Chef der Europ&auml;ischen Zentralbank (EZB). Weil Deutsche mehr von stabilen W&auml;hrungen verstehen. Und weil der Italiener Mario Draghi uns die Zinsen aufs Sparen verwehrt &ndash; und &uuml;berhaupt gegen alles M&ouml;gliche verst&ouml;&szlig;t. So t&ouml;nte diese Woche das f&uuml;hrende Personal der Christlich-Sozialen Union , der CSU. Und bef&ouml;rderte das deutsche W&uuml;ten &uuml;ber die Nullzinsen damit auf ein neues Niveau.<br>\nEin zweifelhaftes. Immerhin sind ja nicht nur in Italo-Draghis Eurozone die Zinsen so niedrig &ndash; sondern fast &uuml;berall in der hochentwickelten Welt (siehe Grafik). Spinnen die alle? Selbst die Schweizer? Nur der Deutsche nicht? Nicht auszuschlie&szlig;en, klar. Allerdings sagt laut Umfragen selbst die H&auml;lfte der deutschen Wirtschaftsprofessoren, dass die Euro-H&uuml;ter zu Recht viel Geld in die Wirtschaft pumpen (Achtung, CSU, beim Ausw&auml;hlen: da muss der deutsche EZB-Chef auch aus der richtigen H&auml;lfte kommen). Ein Kl&auml;rungsversuch.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160425_02.gif\" alt=\"Leitzinsen der Notenbanken im Vergleich\" title=\"Leitzinsen der Notenbanken im Vergleich\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/kritik-an-mario-draghi-der-deutsche-traum-von-der-geldzauberei-a-1088584.html\">Thomas Fricke auf SPIEGEL Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Autobranche<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>VW k&uuml;rzt Bonus-Zahlungen der Vorst&auml;nde<\/strong><br>\nVolkswagen kappt wegen des Abgas-Skandals die Vorstandsboni um 30 Prozent. Das sagte Niedersachsens Ministerpr&auml;sident Stephan Weil nach einer Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg. Zuvor hatte der Autokonzern einen Rekordverlust verk&uuml;ndet.<br>\nDie Boni sind f&uuml;r die Manager aber noch nicht endg&uuml;ltig verloren. Sie werden in Aktien umgewandelt und geparkt, erkl&auml;rte der VW-Aufsichtsrat und nieders&auml;chsische Ministerpr&auml;sident Stephan Weil (SPD). Nach Ablauf von drei Jahren werde gepr&uuml;ft, wie sich der Aktienkurs entwickelt hat. Liegt er um ein Viertel &uuml;ber dem j&uuml;ngsten Niveau, werde das Geld ausbezahlt. Liegt er weiter dar&uuml;ber, gebe es sogar entsprechend mehr Geld zur&uuml;ck. Falls der Kurs aber unter der Schwelle von 125 Prozent liegt, bek&auml;men die betroffenen Vorst&auml;nde prozentual entsprechend weniger. Zudem greife am oberen Ende der Fahnenstange eine Deckelung bei 200 Prozent.<br>\nGr&ouml;&szlig;ter Verlust de Firmengeschichte<br>\nVW fuhr im vergangenen Jahr mit 4,1 Milliarden Euro den gr&ouml;&szlig;ten Betriebsverlust der Firmengeschichte ein. Unter dem Strich fiel ein Verlust von 1,4 Milliarden Euro an, nach dem deutschen HGB-Bilanzstandard sogar von 5,5 Milliarden Euro. 2014 hatte VW noch elf Milliarden Euro verdient.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.t-online.de\/wirtschaft\/unternehmen\/id_77631456\/volkswagen-kuerzt-vorstandsboni-nach-rekord-verlust.html\">T-Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.H.:<\/strong> Man muss sich das einmal vorstellen: VW f&auml;hrt einen Rekord-Verlust in seiner Firmengeschichte ein und die Herren Vorst&auml;nde genehmigen sich trotzdem noch die &ldquo;redlich verdienten&rdquo; Bonuszahlungen. Gleichzeitig wird dar&uuml;ber diskutiert, ob und wie Stellen eingespart werden. Die Bezeichnung &ldquo;Bananenrepublik&rdquo; ist f&uuml;r das, was in Deutschland seit Jahren Praxis ist, noch eine relativ harmlose Umschreibung!<br>\nErg&auml;nzende Anmerkung Christian Reimann: Dieser Rekord-Verlust ist nicht auf handwerkliche Fehler der Arbeitnehmerschaft, sondern offenbar auf schweres Fehlverhalten seitens des Vorstandes zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Tragisch dabei ist auch, dass ein SPD-Ministerpr&auml;sident die K&uuml;rzung der Boni um 30 Prozent als Erfolg verkaufen m&ouml;chte. Da scheint ein Realit&auml;tsverlust nicht g&auml;nzlich abwegig, wenn derselbe Ministerpr&auml;sident bei anderen Anl&auml;ssen sinngem&auml;&szlig; verk&uuml;ndet, seine Partei stehe f&uuml;r Gerechtigkeit und setze sich f&uuml;r die Arbeitnehmerschaft ein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Tricksen f&uuml;r die Gewinnmaximierung<\/strong><br>\nFast alle Autohersteller haben die Grenzwerte f&uuml;r Stickoxide weit &uuml;berschritten. Auch wenn sie sich aus juristischer Sicht nichts vorzuwerfen haben: Sie vergiften die Umwelt und setzen die Gesundheit der Menschen aufs Spiel, kommentiert Katharina Hamberger. Alles nur, um ihre Gewinne zu steigern.<br>\nBetrogen, im rechtlichen Sinne, hat also nur VW. Alle anderen Autohersteller haben nicht gegen das Gesetz versto&szlig;en. So lautet zumindest das Ergebnis der Untersuchungen der Expertenkommission des Verkehrsministeriums zur Diesel-Aff&auml;re. Sie haben lediglich die Vorschriften zu ihrem Vorteil ausgelegt.<br>\nDas klingt nach einer guten Nachricht. Ist es aber nicht. Denn so gut wie alle Autohersteller haben die zul&auml;ssigen Grenzwerte f&uuml;r Stickoxide weit &uuml;berschritten, sie haben die Umwelt vergiftet und die Gesundheit der Menschen aufs Spiel gesetzt &ndash; und sie haben sich dennoch paradoxerweise aus juristischer Sicht nichts vorzuwerfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/abgasuntersuchungen-tricksen-fuer-die-gewinnmaximierung.720.de.html?dram:article_id=352171\">Deutschlandfunk<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Mexiko warnt Europa<\/strong><br>\nNach 22 Jahren Freihandelsabkommen mit USA und Kanada zieht Mexiko eine fatale Bilanz. Was hei&szlig;t das f&uuml;r TTIP und die Europ&auml;er?<br>\nDer Verlierer hei&szlig;t &ndash; Mexiko. Das ist die bittere Bilanz, die mexikanische Gewerkschaften und Bauernverb&auml;nde 22 Jahre nach Inkrafttreten des Nordamerikanischen Freihandelsabkommen (Nafta) ziehen. Der 1994 mit den USA und Kanada vereinbarte Vertrag sollte Besch&auml;ftigung, Wohlstand und sozialen Frieden bringen. Doch heute lebt fast die H&auml;lfte aller MexikanerInnen in Armut, die Gewalt hat exorbitant zugenommen.<br>\n&bdquo;Das Abkommen war nur darauf ausgerichtet, neoliberale Reformen abzusichern&ldquo;, sagt der linke Journalist Luis Hern&aacute;ndez Navarro. Auch Wirtschaftsprofessor Enrique Dussel Peters ist kritisch. Nafta habe die mexikanische &Ouml;konomie polarisiert: &bdquo;Es gibt wenige Gewinner und sehr viele Verlierer.&ldquo;<br>\nVon gro&szlig;en Fortschritten kann tats&auml;chlich nicht die Rede sein. Mexikos Wirtschaft wuchs mit durchschnittlich 1,3 Prozent pro Jahr wesentlich weniger schnell als die Brasiliens, Chiles oder Perus. Auch seien zu wenige Arbeitspl&auml;tze entstanden, kritisiert Dussel. Bef&uuml;rworter verweisen dagegen auf Erfolgszahlen: Der Handel zwischen den drei Staaten habe sich auf ein j&auml;hrliches Volumen von einer Billion US-Dollar verdreifacht, informiert das Wirtschaftsministerium. Wer also sind die Verlierer? Wer die Gewinner? Und was sagen diese Erfahrungen &uuml;ber das Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Freihandelsabkommen-in-Nordamerika\/!5296762\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Lebensmittel f&uuml;r Bed&uuml;rftige &ndash; Der gro&szlig;e Hunger auf die Tafeln<\/strong><br>\nGut 1,5 Millionen Menschen holen sich Brot, Obst und Gem&uuml;se bei den Lebensmittel-Tafeln. Es werden immer mehr. Dabei ist die Armut hierzulande gar nicht gewachsen. [&hellip;]<br>\n&Uuml;berz&auml;hlige Lebensmittel an Bed&uuml;rftige verteilen anstatt das Essen auf den M&uuml;ll zu werfen &ndash; die aus Amerika importierte Idee ist so bestechend, dass sie seit der Gr&uuml;ndung der ersten deutschen Tafel 1993 auch hierzulande ein Erfolgsmodell geworden ist.<br>\nJeder Konzernchef w&uuml;rde sich die H&auml;nde reiben, wenn er mit Wachstumszahlen prahlen k&ouml;nnte wie der Bundesverband Deutsche Tafeln: Mehr als 900 Tafeln mit gut 2000 Ausgabestellen gibt es in Deutschland, ihre Zahl hat sich innerhalb von nur zehn Jahren verdreifacht. 2005 kamen 500.000 Menschen mehr oder weniger regelm&auml;&szlig;ig, um sich Lebensmittel abzuholen, oft gegen einen kleinen Obolus, weswegen sie von den Helfern als &bdquo;Kunden&ldquo; bezeichnet werden. Heute sind es gut 1,5 Millionen.<br>\nDabei hat sich, um im Jargon der Betriebswirte zu bleiben, die Zielgruppe kaum vergr&ouml;&szlig;ert. Zumindest weist das die Sozialstatistik so aus. Die Zahl der Haushalte, die nach der g&auml;ngigen Definition als arm oder armutsgef&auml;hrdet gelten, weil sie mit weniger als 60 Prozent vom Medianeinkommen &uuml;ber die Runden kommen m&uuml;ssen, ist seit Jahren ungef&auml;hr gleich. Daran hat nicht einmal die Hartz-IV-Reform etwas ge&auml;ndert, die seit 2005 gilt &ndash; dem Jahr, in dem die Zahl der Tafeln sprunghaft gestiegen ist. Hungern, das r&auml;umen sogar die sch&auml;rfsten Systemkritiker ein, muss in Deutschland ohnehin niemand.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/arm-und-reich\/lebensmittel-fuer-beduerftige-deutschlands-grosse-tafelrunde-14182789.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Fairerweise mu&szlig; man der FAZ zugute halten, da&szlig; sie &uuml;ber dieses f&uuml;r sie peinliche Thema schreibt. Aber immer wieder schleicht sich in die recht sachliche Beschreibung das ungl&auml;ubige &ldquo;stimmt doch alles gar nicht ein&rdquo;: doch, die Armut wird immer schlimmer, und die FAZ hat daran mitgearbeitet. Zum Gl&uuml;ck haben die &ldquo;liberalen Kreise&rdquo; eine Antwort: &ldquo;die fast kostenlose Lebensmittelausgabe nehme den Menschen den Ansporn, sich selbst aus ihrer Misere herauszuarbeiten&rdquo;. Das gilt sicher vor allem f&uuml;r Armutsrentner jenseits der 70&hellip; Und da&szlig; es in einem so reichen Land &uuml;berhaupt &ldquo;Tafeln&rdquo; gibt, das ist doch der Skandal, der vor lauter Gew&ouml;hnung schon fast unter den Teppich gekehrt wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Sozialer Druck auf Senioren w&auml;chst<\/strong><br>\nDie Razzien gegen Pflegedienste zeigen, dass die Methoden des Hartz-IV-Regimes jetzt auch nach Eintritt in die Rente ausgedehnt werden sollen<br>\nIn den letzten Tagen wurden wir in vielen Medien mit einem neuen Ph&auml;nomen vertraut gemacht, der osteurop&auml;ischen und da vor allem russischen Pflegemafia. Die Verhaftung einer in Berlin lebenden Pflegedienstleiterin wurde in vielen Medien als Beweis f&uuml;r die kriminellen Machenschaften gewertet. Unschuldsvermutungen wurden gro&szlig;z&uuml;gig ignoriert und mit nationalen Zuschreibungen ging man gro&szlig;z&uuml;gig um.<br>\nDass in Deutschland osteurop&auml;ische Pflegekr&auml;fte sehr begehrt sind, weil sie in der Regel wesentlich billiger sind als deutsche Besch&auml;ftigte wurde gar nicht erw&auml;hnt. Dass sie teilweise unter Arbeitsbedingungen besch&auml;ftigt wurden und werden, die schlicht kriminell sind, findet in den Medien l&auml;ngst nicht so viel Aufmerksamkeit, wie die rei&szlig;erisch aufgemachten Beitr&auml;ge &uuml;ber die &ldquo;osteurop&auml;ische Pflegemafia&rdquo;.<br>\nIn juristischen Blogs ging man viel sachlicher mit dem Thema um und sprach korrekt von Ermittlungen wegen Betrugs, ohne wie in den meisten Medien das Ergebnis schon vorweg zu nehmen. Auf den juristischen Blogs wird auch vor den Folgen der rei&szlig;erischen Berichterstattung gewarnt: &ldquo;Hierbei kommt es leider auch zu Vorverurteilungen in der Presse, und insbesondere z. B. russische oder t&uuml;rkische Pflegedienste werden unter Generalverdacht gestellt.&rdquo;<br>\nEs wird auch daran erinnert, dass es schon reicht, wenn eine Pflegeleistung nicht ausreichend dokumentiert war, um Ermittlungen auf sich zu ziehen. Dass fehlende Dokumentationen auch die Ursache von Personalmangel und &Uuml;berarbeitung sein kann, ist in der &ouml;ffentlichen Diskussion kein Thema.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/news\/Sozialer-Druck-auf-Senioren-waechst-3182050.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Hartz IV: Sanktionen und davon betroffene Leistungsberechtigte 2015 (Jobcenter-Vergleich)<\/strong><br>\nVon den 408 Jobcentern wurden im Jahr 2015 insgesamt 980.115 Sanktionen gegen 416.292 erwerbsf&auml;hige Leistungsberechtigte neu festgestellt. Die Ver&auml;nderungsraten der von den Jobcentern neu festgestellten und statistisch erfassten Sanktionen reichen im Vorjahresvergleich (2015-2014) von -55,5 Prozent im Jobcenter Cham bis +76,9 Prozent im Jobcenter G&ouml;ppingen. Der Jobcenter-Vergleich der &bdquo;Sanktionen-Quoten&ldquo;, der Ver&auml;nderungsraten der neu festgestellten Sanktionen, der Zahl der von neu festgestellten Sanktionen betroffenen erwerbsf&auml;higen Leistungsberechtigten und der Mehrfachsanktionierung im Verlauf eines Kalenderjahres deutet auf eine gro&szlig;e Beliebigkeit oder gar Willk&uuml;r bei der Anwendung des &bdquo;Sanktionsrechts&ldquo; (&bdquo;Sanktionenrechts&ldquo;) im SGB II hin. Die Reduzierung der Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts unter das vom Bundesverfassungsgericht geforderte &bdquo;menschenw&uuml;rdige Existenzminimum&ldquo; sollte beendet werden.<br>\nDie gesamten BIAJ-Materialien vom 22. April 2016 mit dem Jobcenter-Vergleich finden Sie hier: Download (PDF: 3 Text- und 15-Tabellen-Seiten)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/biaj.de\/archiv-materialien\/762-hartz-iv-sanktionen-und-davon-betroffene-leistungsberechtigte-2015-jobcenter-vergleich.html\">BIAJ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>USA fordern Einsatz der Bundeswehr an Nato-Ostgrenze<\/strong><br>\nDie USA fordern einem Bericht zufolge ein starkes deutsches Engagement bei der milit&auml;rischen Abschreckung gegen Russland in Osteuropa. Washington dringe darauf, dass sich die Bundeswehr signifikant an der geplanten Stationierung von einander abl&ouml;senden Nato-Einheiten an der Nato-Ostgrenze beteilige.<br>\nDas meldet der &bdquo;Spiegel&ldquo; in seiner neuen Ausgabe unter Berufung auf deutsche Regierungskreise. Vor allem von Gro&szlig;britannien und Deutschland erwarten die USA demnach Truppen und Kriegsger&auml;t f&uuml;r die Nato-Pr&auml;senz in den baltischen Staaten, Polen und Rum&auml;nien. Dies habe US-Pr&auml;sident Barack Obama bereits im Nationalen Sicherheitsrat angek&uuml;ndigt, hie&szlig; es in dem Bericht weiter.<br>\nDer &bdquo;Spiegel&ldquo; sieht die Bundesregierung nun unter Zugzwang. Berlin habe sich bei den Planungen bislang zur&uuml;ckgehalten, da die Bundeswehr bereits ma&szlig;geblich an der neuen Eingreiftruppe der Nato beteiligt sei und f&uuml;r diese Zusagen bis ins Jahr 2020 gemacht habe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/politik\/ausland\/abschreckung-gegen-russland-usa-fordern-einsatz-der-bundeswehr-an-nato-ostgrenze_id_5461589.html\">Focus Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Neuer Nato-Oberbefehlshaber, alte T&ouml;ne: Russland als &ldquo;existentielle Bedrohung&rdquo;<\/strong><br>\nDer US-General Curtis Scaparotti soll Nachfolger des NATO-Europakommandanten Breedlove werden. Seine Ank&uuml;ndigungen sind mindestens genauso scharf<br>\nDie Nato legt weiter Wert darauf, dass die Kommandof&uuml;hrung mit Scharfmachern besetzt wird. F&uuml;r Europa ist das eine schlechte Nachricht, weil durch Falken aus dem US-Generalsstab Dissonanzen zwischen den osteurop&auml;ischen und den anderen L&auml;ndern noch vertieft werden und weil Krisen mit Russland gesch&uuml;rt werden, statt sie zu entsch&auml;rfen.<br>\nDer designierte Nachfolger von General Philip M. Breedlove ist der Vier-Sterne-General Curtis M. Scaparrotti. Die Nato hatte seine Nominierung am 11. M&auml;rz f&uuml;r den Posten des Supreme Allied Commander Europe (SACEUR, in Medienberichten h&auml;ufig als Nato-Oberbefehlshaber umschrieben) best&auml;tigt.<br>\nScaparrotti hatte sich am Donnerstag dem Senats-Ausschuss Armed Services Committee zu stellen, da seine Nominierung vom Senat abgesegnet werden muss. Dessen Mehrheits-Vorsitzender ist John McCain, daher verlief die &ldquo;Bewerbungsanh&ouml;rung&rdquo; (deutsche Bundesregierung) f&uuml;r den Nachfolger Breedloves im &ldquo;freundlichen Austausch&rdquo;, wie das US-Magazin Defense News feststellt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/48\/48037\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Analyse: Das neue Anti-Terror-Paket der Gro&szlig;en Koalition<\/strong><br>\nDie Gro&szlig;e Koalition plant ein weiteres umfangreiches Anti-Terror-Paket. Vor lauter B&ouml;hmermann-Debatte ist dieses Projekt in der Berichterstattung der letzten Woche fast komplett unter den Tisch gefallen. Wir haben uns den Katalog jetzt im Hinblick auf Grundgesetzkonformit&auml;t, Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit und Privatsph&auml;re mal genauer angeschaut.<br>\nUnter dem Titel &bdquo;Handlungsbedarf &ndash; Terrorismusbek&auml;mpfung &ndash; Ma&szlig;nahmenkatalog&ldquo; hat der Koalitionsausschuss am 13. April ein umfangreiches, aber unstrukturiertes Papier (PDF) vorgelegt.<br>\nAuf den ersten Blick f&auml;llt auf: Die Bandbreite der anvisierten Ma&szlig;nahmen ist sehr gro&szlig;. Nicht nur sollen Kompetenzen von Geheimdiensten und Polizeien erweitert und zusammengelegt werden, sondern auch das Strafrecht versch&auml;rft werden. Auff&auml;llig ist, dass sich die Anti-Terror-Ma&szlig;nahmen im Papier explizit auch auf andere Straftaten beziehen.<br>\nZu den geplanten Ma&szlig;nahmen geh&ouml;ren unter anderem:\n<ul>\n<li>keine Prepaid-Karten mehr ohne Ausweiskontrolle,<\/li>\n<li>eine Ausweitung der Rechte der Bundespolizei,<\/li>\n<li>mehr Datenaustausch mit ausl&auml;ndischen Geheimdiensten<\/li>\n<li>und l&auml;ngere Speicherfristen von Dateien, die Geheimdienste und Polizei gemeinsam bearbeiten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zus&auml;tzlich soll die Providerhaftung versch&auml;rft und eine &bdquo;freiwillige Selbstkontrolle&ldquo; bei Internetunternehmen eingef&uuml;hrt werden, um terroristische Propaganda zu l&ouml;schen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2016\/analyse-das-neue-anti-terror-paket-der-grossen-koalition\/\">Netzpolitik.org<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>BKA<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Verfassungsbeschwerden gegen die Ermittlungsbefugnisse des BKA zur Terrorismusbek&auml;mpfung teilweise erfolgreich<\/strong><br>\nMit heute verk&uuml;ndetem Urteil hat der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts entschieden, dass die Erm&auml;chtigung des Bundeskriminalamts zum Einsatz von heimlichen &Uuml;berwachungsma&szlig;nahmen zur Abwehr von Gefahren des internationalen Terrorismus zwar im Grundsatz mit den Grundrechten vereinbar ist, die derzeitige Ausgestaltung von Befugnissen aber in verschiedener Hinsicht dem Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsgrundsatz nicht gen&uuml;gt. Das f&uuml;hrt dazu, dass verschiedene Regelungen aus dem Gesamtkomplex zu beanstanden waren. Die Entscheidung betrifft, eine lange Rechtsprechung zusammenf&uuml;hrend, sowohl die Voraussetzungen f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung solcher Ma&szlig;nahmen als auch die Frage der &Uuml;bermittlung der Daten zu anderen Zwecken an dritte Beh&ouml;rden sowie schlie&szlig;lich erstmals auch die Anforderungen an eine Weiterleitung von Daten an ausl&auml;ndische Beh&ouml;rden.<br>\nHinsichtlich der Voraussetzungen f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung sind die im Jahr 2009 eingef&uuml;hrten Vorschriften teilweise zu unbestimmt und zu weit; auch fehlt es zum Teil an flankierenden rechtsstaatlichen Absicherungen, insbesondere zum Schutz des Kernbereichs privater Lebensgestaltung oder zur Gew&auml;hrleistung von Transparenz, individuellem Rechtsschutz und aufsichtlicher Kontrolle. Die Vorschriften zur &Uuml;bermittlung von Daten sind &#8209; sowohl hinsichtlich inl&auml;ndischer als auch hinsichtlich ausl&auml;ndischer Beh&ouml;rden &#8209; an etlichen Stellen nicht hinreichend begrenzt. Da die Gr&uuml;nde f&uuml;r die Verfassungswidrigkeit nicht den Kern der einger&auml;umten Befugnisse betreffen, gelten die beanstandeten Vorschriften jedoch mit Einschr&auml;nkungen &uuml;berwiegend bis zum Ablauf des 30. Juni 2018 fort.<br>\nDie Entscheidung ist teilweise mit Gegenstimmen ergangen; die Richter Eichberger und Schluckebier haben ein Sondervotum abgegeben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Pressemitteilungen\/DE\/2016\/bvg16-019.html\">Bundesverfassungsgericht<\/a><\/li>\n<li><strong>De Maizi&egrave;re legt nach<\/strong><br>\nBundesinnenminister de Maizi&egrave;re hat erneut Kritik am Bundesverfassungsgericht ge&uuml;bt &ndash; mit deutlichen Worten. Es sei nicht Aufgabe der Richter, &ldquo;st&auml;ndig dem Gesetzgeber in den Arm zu fallen&rdquo;. Er bezog sich dabei auf die Rechtsprechung zu einer Reihe von Sicherheitsgesetzen. (&hellip;)<br>\nDe Maizi&egrave;re bezog sich bei seiner Kritik auf die Rechtsprechung des obersten deutschen Gerichts zu einer Reihe von Sicherheitsgesetzen. Zuletzt hatten die Karlsruher Richter am vergangenen Mittwoch das sogenannte BKA-Gesetz f&uuml;r teilweise verfassungswidrig erkl&auml;rt. Der Innenminister kritisierte die Entscheidung, weil sie den Kampf gegen den Terrorismus erschweren w&uuml;rde.<br>\n&ldquo;Ich finde, dass ein nationaler Grundrechteschutz, so wichtig er ist, auch im Angesicht der Internationalisierung von Gefahren betrachtet werden muss&rdquo;, sagte de Maizi&egrave;re. Es werde von allen Experten anerkannt, dass ein Informationsaustausch zwischen den Sicherheitsbeh&ouml;rden unerl&auml;sslich sei.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/bka-gesetz-de-maiziere-verfassungsgericht-101.html\">tagesschau.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Es ist kein gutes Zeichen, wenn zumindest ein Teil der Exekutive ein anderes wichtiges Staatsorgan, n&auml;mlich das Bundesverfassungsgericht, kritisiert. Wenn der Gesetzgeber verfassungskonforme Gesetze beschlie&szlig;en w&uuml;rde, br&auml;uchten die Karlsruher Richter ihm nicht &bdquo;st&auml;ndig (&hellip;) in dem Arm zu fallen&ldquo;.<\/em><\/p>\n<p>Dazu: <strong>Das Grundrecht ist im Weg<\/strong><br>\nDer Bundesinnenminister, der ja mal Verteidigungsminister war, hat die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum BKA-Gesetz in dieser Woche kritisiert. Es sei nicht Aufgabe der Richter, &bdquo;st&auml;ndig dem Gesetzgeber in den Arm zu fallen&ldquo;, wird der Minister im Spiegel zitiert.<br>\nDie Entscheidung des Gerichts erschwere seiner Meinung nach den Kampf gegen den Terrorismus. Mit anderen Worten: Die Grundrechte sind im Weg. Denn &uuml;ber nichts anderes, als deren Wahrung befindet das Bundesverfassungsgericht, wenn es um die Pr&uuml;fung von Gesetzen angerufen wird.<br>\nDas scheint der Minister, wie &uuml;brigens auch einer seiner Amtsvorg&auml;nger, Wolfgang Sch&auml;uble, noch immer nicht begriffen zu haben. Sch&auml;uble f&uuml;hrte seinerzeit sogar ein Streitgespr&auml;ch mit dem ehemaligen und inzwischen verstorbenen Verfassungsrichter Winfried Hassemer. Sch&auml;uble im O-Ton:<br>\n&bdquo;Wer Gesetze gestalten will, sollte sich bem&uuml;hen, Mitglied des Deutschen Bundestages zu werden.&ldquo;<br>\nBeide, Sch&auml;uble wie auch de Maizi&egrave;re erwecken damit den Eindruck, Karlsruhe h&auml;tte den Drang, an der Gesetzgebung mitgestalten zu wollen. Doch das ist eine b&ouml;swillige Unterstellung, um davon abzulenken, dass die Regierung am laufenden Band Fehler produziert. Es ist eigentlich noch schlimmer, da regelm&auml;&szlig;ig vor der Verabschiedung eines Gesetzes, das Grundrechte ber&uuml;hrt &ndash; und im Falle des BKA-Gesetzes war es genauso &ndash; alle fachlichen und rechtlichen Bedenken einfach beiseite gewischt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taublog.de\/160422_das-grundrecht-ist-im-weg\">TauBlog<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Der Populismus ist wieder da<\/strong><br>\nDie FDP will die Niedrigzinspolitik der EZB stoppen. So gewinnt die deutsche Erbengeneration &ndash; und Europa verliert.<br>\nEines muss man FDP-Chef Christian Lindner lassen: Er hat bei vielen Kommentatoren den Eindruck geschaffen, seine Partei sei eine andere geworden. Lindner habe die Partei wieder auf &bdquo;einen seri&ouml;sen Kurs&ldquo; gebracht, lobte etwa die Deutsche Welle am Samstag.<br>\nNichts ist falscher. Die FDP ist noch immer die Partei der Bessergestellten, die auch zu hemmungslosem Populismus greift, um ihre Interessen zu verteidigen. Dazu muss man nur die Attacken von FDP-Generalsekret&auml;rin Nicola Beer gegen die Niedrigzinspolitik von EZB-Chef Mario Draghi in der FAZ nachlesen. W&auml;re die FDP in der Bundesregierung, w&uuml;rde sie diese Politik stoppen, sagte Beer. [&hellip;]<br>\nDie Liberalen glauben, dass die Deutschen alles haben k&ouml;nnen: eine starke Exportwirtschaft, m&ouml;glichst wenig Steuern, aber hohe Zinsen &ndash; und eine Bev&ouml;lkerung in Frankreich und Italien, die die deutsche Hegemonie in Europa bei Wahlen mittr&auml;gt. Nun soll die EZB, die dieser bisher im Weg steht, unter Kontrolle gebracht werden. Da mag sich Christian Lindner auf Parteitagen noch so sehr als Proeurop&auml;er geben: Die Gefahr, dass Marine Le Pen in Frankreich Pr&auml;sidentin wird, steigt mit jedem Tag, an dem die FDP wieder in der Bundesregierung sitzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Kommentar-zum-FDP-Parteitag\/!5294946\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Schulterschluss bei US-Vorwahlen: Kasich und Cruz wollen Trump gemeinsam stoppen<\/strong><br>\nBei den Republikanern hat Trump derzeit die besten Aussichten auf die Pr&auml;sidentschaftskandidatur. Das wollen seine Konkurrenten Cruz und Kasich verhindern: Die Nominierung w&auml;re &ldquo;eine sichere Katastrophe&rdquo;.<br>\nIm US-Vorwahlkampf bei den Republikanern machen zwei Kandidaten nun gemeinsame Sache: Ted Cruz und John Kasich haben sich zusammengetan, um eine Nominierung Donald Trumps als Pr&auml;sidentschaftskandidat zu verhindern. Eine Kandidatur Trumps bei der Wahl gegen einen Mitbewerber der Demokraten im November w&auml;re &ldquo;eine sichere Katastrophe&rdquo;, schrieb der Wahlkampfmanager von Cruz, Jeff Roe.<br>\nCruz und Kasich gaben den Schulterschluss am Sonntagabend in zeitgleich ver&ouml;ffentlichten Statements bekannt. Demnach streben der Senator aus Texas und der Gouverneur von Ohio auf dem Parteikonvent in Cleveland eine offene Wahl eines geeigneten Kandidaten an. Bis dahin werde sich Kasich am 3. Mai aus der Vorwahl in Indiana zur&uuml;ckziehen, w&auml;hrend Cruz die Vorwahlen in Oregon am 17. Mai und New Mexico am 7. Juni auslassen werde, hie&szlig; es. In anderen Staaten treten die beiden allerdings weiterhin gegeneinander an.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/us-vorwahlen-ted-cruz-und-john-kasich-wollen-donald-trump-stoppen-a-1089035.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Das Establishment (Kasich) geht also mit dem Teufel (Cruz) ins Bett, um den Belzebub (Trump) zu verhindern. Zum wiederholten Male stelle ich hier jedoch die Frage, wer eigentlich schlimmer ist: der populistische Marktschreier Trump, den man zumindest noch einen Rest von Anstand unterstellen kann; oder der religi&ouml;se Fundamentalist Cruz, der l&auml;ngst ins Reich des kompletten Irrsinns abgedriftet ist?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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(CR\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-33098","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/33098","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=33098"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/33098\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":33102,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/33098\/revisions\/33102"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=33098"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=33098"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=33098"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}