{"id":33247,"date":"2016-05-04T08:42:04","date_gmt":"2016-05-04T06:42:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33247"},"modified":"2016-05-04T08:42:04","modified_gmt":"2016-05-04T06:42:04","slug":"hinweise-des-tages-2617","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33247","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (PS\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33247#h01\">US-Wahlkampf: Achtung, Mrs. Clinton!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33247#h02\">TTIP: Juso-Vorsitzende fordert Abbruch der Verhandlungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33247#h03\">Ukraine: Ehemaliger Chef des &raquo;Rechten Sektors&laquo; gibt zu: Wir haben den Krieg im Donbass ausgel&ouml;st<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33247#h04\">Studie &uuml;ber Hilfsprogramme: Milliardenkredite f&uuml;r Griechenland retteten vor allem Banken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33247#h05\">Extreme Niedrigzinsen: Wer spart, ist der Dumme<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33247#h06\">Neue Arbeitswelten &ndash; Allein unter B&ouml;rsenw&ouml;lfen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33247#h07\">Mindestlohn: 8,85 Euro in Sicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33247#h08\">Die Versicherungswirtschaft macht mobil<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33247#h09\">Auftragsarbeit f&uuml;r ein paar Cent<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33247#h10\">Arbeitszeitverk&uuml;rzung in China<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33247#h11\">Gegen den Tunnelblick der Angst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33247#h12\">Merkels neue Kleider<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33247#h13\">Karlsruhe verwehrt Opposition mehr Rechte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33247#h14\">AfD &ndash; Willkommen im Club der neoliberalen Einheitspartei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33247#h15\">Blauer Albtraum in &Ouml;sterreich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33247#h16\">Journalismus hat nicht mehr die Aufkl&auml;rungsautorit&auml;t wie vor 20 Jahren<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>US-Wahlkampf: Achtung, Mrs. Clinton!<\/strong><br>\nDonald Trump steht als Pr&auml;sidentschaftskandidat der Republikaner fest, jetzt k&ouml;nnte er sogar Hillary Clinton schlagen. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund. [&hellip;]<br>\nJetzt gibt es &ndash; Achtung! &ndash; wieder eine sichere Prognose vieler Experten: Trump wird bei der eigentlichen Pr&auml;sidentschaftswahl im November gegen Hillary Clinton verlieren. Das mulmige Gef&uuml;hl ist nur: Nach den Erfahrungen der letzten Monate k&ouml;nnte sich auch diese Vorhersage als falsch erweisen.<br>\nZwar liegt Clinton aktuell in vielen Umfragen klar vor Trump, sie hat die Frauen, die Afroamerikaner und die Latinos auf ihrer Seite. Sie ist die erfahrenere, die vern&uuml;nftigere Kandidatin. Doch Trump hat einen riesigen Vorteil: W&auml;hrend sie nach acht Jahren Barack Obama lediglich ein &ldquo;Weiter so&rdquo; verspricht, kann er frohgemut und unbefangen den radikalen Neuanfang verk&uuml;nden.<br>\nWas wegen Trumps P&ouml;beleien gerne &uuml;bersehen wird, ist sein eigentliches Erfolgsgeheimnis. Er inszeniert sich als Sieger, als Mann, der Wunder vollbringen kann. Er war erfolgreich als Immobilienunternehmer, als Showstar im Fernsehen. Nun erscheint sein klarer Triumph &uuml;ber Ted Cruz wie ein Beweis, dass er auch &uuml;ber politische Zauberkr&auml;fte verf&uuml;gt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/donald-trump-kommentar-zum-sieg-in-indiana-usa-a-1090707.html\">Roland Nelles auf SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Den &ndash; zumindest laut US-Analysten &ndash; wichtigsten Erfolgsfaktor Trumps unterschl&auml;gt SPIEGEL-Mann Roland Nelles; und befindet sich dabei bei seinen deutschen Kollegen in bester Gesellschaft. Trumps Wahlkampf war von Anfang an ein &bdquo;Anti-Establishment-Wahlkampf&ldquo;, er schafft es, sich als Rebell, als Nonkonformist und K&auml;mpfer gegen die verkrusteten und korrupten Washingtoner Politeliten zu positionieren. Die Amerikaner nennen eine solche Person &uuml;brigens ehrfurchtsvoll einen &bdquo;Maverick&ldquo;. Ob &bdquo;Maverick Trump&ldquo; es nun auch noch gegen Frau Clinton schafft, ist nat&uuml;rlich vollkommen offen. Sein gro&szlig;er Vorteil ist es &uuml;brigens, dass Hillary Clinton das in Teilen der Gesellschaft so verhasste Polit-Establishment wohl so sehr verk&ouml;rpert, wie kein anderer seiner denkbaren Konkurrenten  &ndash; au&szlig;er vielleicht Jeb Bush, der jedoch deshalb auch nie eine Chance hatte. Sicher, Trump hat eine gro&szlig;e Klappe und zu vielen Themen (z.B. Einwanderung, Frauen- und Familienpolitik) eine &ndash; f&uuml;r europ&auml;ische Verh&auml;ltnisse &ndash; ziemlich extreme und unsympathische Linie. W&auml;re ich Amerikaner, ich w&uuml;rde ihn sicher nicht w&auml;hlen. Auf dem gro&szlig;en Themenfeld Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik ist die nicht immer klare Linie Trumps jedoch beruhigender als die interventions- und kriegsfreudige Politik einer Hillary Clinton. W&auml;re ich Afghane, Iraker, Iraner, Syrer, Russe, Nordkoreaner oder Pal&auml;stinenser w&uuml;rde ich daher sicher nicht Frau Clinton w&auml;hlen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu auf den NachDenkSeiten: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31738\">Trump ist die Antwort auf die politischen Fehler der Vergangenheit und Gegenwart<\/a><\/strong>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>TTIP: Juso-Vorsitzende fordert Abbruch der Verhandlungen<\/strong><br>\nNach der Ver&ouml;ffentlichung der TTIP-Dokumente macht die SPD-Linke Druck auf Parteichef Sigmar Gabriel, f&uuml;r eine Beendigung der Verhandlungen von EU und USA &uuml;ber das Freihandelsabkommen einzutreten. Die Juso-Vorsitzende Johanna Uekermann sagte am Dienstag im ARD-&bdquo;Morgenmagazin&ldquo;: &bdquo;Es gibt eigentlich keine Grundlage f&uuml;r ein gemeinsames Abkommen. Deshalb bin ich daf&uuml;r abzubrechen.&ldquo; Die Ver&ouml;ffentlichung bislang geheimer Dokumente zeige, dass die Positionen der Verhandlungspartner unvereinbar seien. Ein schneller Abschluss, wie von den USA und Deutschland gefordert, sei daher ohnehin nicht m&ouml;glich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/ttip-leaks-juso-vorsitzende-fordert-abbruch-der-verhandlungen\/13535802.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><strong>Dazu: Frankreich: Hollande droht mit Ablehnung von TTIP<\/strong><br>\nFrankreich droht damit, das Freihandelsabkommen TTIP mit den USA abzulehnen. Pr&auml;sident Hollande sagte, sein Land werde niemals Grundlagen seiner Landwirtschaft und Kultur aufgeben, nur um besseren Zugang zu den M&auml;rkten der USA zu bekommen. Deswegen sage Frankreich zu diesem Zeitpunkt Nein. Die Regierung in Paris hatte in den vergangenen Wochen bereits mehrfach mangelndes Entgegenkommen der USA kritisiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/frankreich-hollande-droht-mit-ablehnung-von-ttip.447.de.html?drn:news_id=609569\">Deutschlandfunk<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Warten wir mal ab. Hollande steht momentan m&auml;chtig unter Druck. Seit Wochen demonstrieren Hunderttausende auf den Strassen gegen seine &bdquo;franz&ouml;sischen Hartz-Reformen&ldquo; &hellip; &uuml;brigens weitestgehend unter Ausschluss der deutschen Medienberichterstattung. Dass er nun erst einmal links blinkt, mag daher auch Taktik sein.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Ukraine: Ehemaliger Chef des &raquo;Rechten Sektors&laquo; gibt zu: Wir haben den Krieg im Donbass ausgel&ouml;st<\/strong><br>\nAls vor zwei Jahren bei den K&auml;mpfen um die Stadt Slowjansk am Westrand des Donbass die Aufst&auml;ndischen eine erbeutete Visitenkarte von Dmitro Jarosch, damals Chef der Schl&auml;gertruppe &raquo;Rechter Sektor&laquo;, vorf&uuml;hrten, war die Resonanz des &raquo;proukrainischen&laquo; Spektrums einstimmig: alles gef&auml;lscht und eine russische Provokation. Jetzt hat Jarosch, der inzwischen den &raquo;Rechten Sektor&laquo; verlassen hat, selbst zugegeben, dass seine Truppe damals im Donbass gek&auml;mpft hat. Er br&uuml;stete sich in einem Interview mit dem ukrainischen Portal Censor.net sogar damit, mit einem &Uuml;berfall auf eine Stra&szlig;ensperre der Aufst&auml;ndischen dem bis dahin mit den Mitteln zivilen Ungehorsams ausgetragenen antioligarchischen Aufstand der Donbass-Bewohner die &raquo;erste Angriffsoperation&laquo; entgegengesetzt zu haben. Ziel sei gewesen, den &raquo;Zerfall der ukrainischen Staatlichkeit&laquo; in der Region handfest zu dementieren. Die Provokation also gab es, aber sie war eine ukrainische. Daf&uuml;r spricht auch die Verteilung der Opfer des ersten Gefechts: Es starben sechs Angeh&ouml;rige der &raquo;Volkswehr&laquo; des Donbass und ein K&auml;mpfer des &raquo;Rechten Sektors&laquo; &ndash; bei dem anschlie&szlig;end die Visitenkarte Jaroschs gefunden wurde. (&hellip;) Dass sich Jarosch heute br&uuml;sten kann, den Krieg im Donbass losgetreten zu haben, spricht B&auml;nde &uuml;ber das geistige Klima in der Ukraine. Jarosch f&uuml;hrt es zudem auf einen &raquo;Pazifismus&laquo; der Kiewer F&uuml;hrung zur&uuml;ck, dass dieser Krieg sich nach zwei Jahren ohne Entscheidung hinzieht. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, warum die Regierung nicht daran interessiert ist, einen Waffenstillstand zu schlie&szlig;en. Am n&auml;chsten Tag h&auml;tte sie Jarosch und seinesgleichen bewaffnet auf der Matte stehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2016\/05-02\/013.php?sstr=ukraine\">Reinhard Lauterbach in der Jungen Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Studie &uuml;ber Hilfsprogramme: Milliardenkredite f&uuml;r Griechenland retteten vor allem Banken<\/strong><br>\nGriechenland kommt trotz aller Hilfsprogramme nicht aus der Krise. Ein Grund daf&uuml;r: Weniger als f&uuml;nf Prozent der Milliardenkredite kamen laut einer Studie im Haushalt an &ndash; mit dem Rest wurden europ&auml;ische Banken gerettet.<br>\nSeit sechs Jahren versucht Europa die Krise in Griechenland mit Krediten von mittlerweile mehr als 220 Milliarden Euro zu beenden und verlangt daf&uuml;r immer h&auml;rtere Spar- und Reformprogramme &ndash; alles vergeblich. Der Grund ist aber offenbar weniger die Regierung, sondern die Konstruktion der Hilfsprogramme. Einer Studie der European School of Management and Technology (ESMT) zufolge, &uuml;ber die das &ldquo;Handelsblatt&rdquo; berichtet, zeigt: Europa und der Internationale W&auml;hrungsfonds (IWF) haben in den vergangenen Jahren vor allem Banken und andere private Gl&auml;ubiger gerettet.<br>\nDieser Vorwurf wird schon lange erhoben. Doch jetzt liefert die ESMT dem Bericht zufolge in einem 24-seitigen Papier zum ersten Mal eine detaillierte Berechnung. Demnach haben sich die &Ouml;konomen jede einzelne Kredittranche angeschaut und &uuml;ber Wochen gepr&uuml;ft, an wen die knapp 216 Milliarden Euro der ersten beiden Rettungspakete geflossen sind.<br>\nDas Ergebnis ist ern&uuml;chternd: Nur 9,7 Milliarden Euro und damit weniger als f&uuml;nf Prozent landeten im griechischen Haushalt &ndash; und kamen somit den B&uuml;rgern direkt zugute. Der gro&szlig;e Rest wurde f&uuml;r die Bedienung von alten Schulden und Zinszahlungen genutzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/griechenland-hilfsmilliarden-retteten-vor-allem-banken-a-1090710.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Extreme Niedrigzinsen: Wer spart, ist der Dumme<\/strong><br>\nEigentlich machen die Deutschen alles richtig. Die B&uuml;rger sparen: Unbeeindruckt von den extrem niedrigen Zinsen legen sie im Schnitt zehn Prozent ihres Einkommens auf die hohe Kante. (&hellip;) Aber ist diese Strategie eigentlich in unserem eigenen Interesse? Ist am Ende nicht derjenige, der spart, der Dumme? Ein paar Fakten: Die Bundesrepublik ist inzwischen eine der gr&ouml;&szlig;ten Geldverleihernationen. Voriges Jahr flossen aus Deutschland netto 232 Milliarden Euro in den Rest der Welt, so die Bundesbank. Der gr&ouml;&szlig;te Teil davon wurde in Wertpapiere gesteckt, &uuml;berwiegend in Anleihen, zunehmend aber auch in Aktien. (&hellip;) Man muss bezweifeln, dass dieses Geld gut angelegt ist. Denn das deutsche Auslandsverm&ouml;gen besteht letztlich aus den Verbindlichkeiten der anderen. Wenn am Ende &uuml;berschuldete Staaten und Unternehmen ihre Schulden nicht vollst&auml;ndig zur&uuml;ckzahlen k&ouml;nnen, weil die Schuldner pleite sind, muss Deutschland Forderungen abschreiben. So einfach ist das. Derartige Verluste werden umso wahrscheinlicher, als die stark expansive Geldpolitik der Notenbanken die Kurse von Anleihen und Aktien stark in die H&ouml;he getrieben hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/sparen-kuerzen-niedrigloehne-wer-spart-ist-der-dumme-a-1090235.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Paul Schreyer:<\/strong> Die simple Tatsache, dass es entscheidend ist, wohin Gelder konkret flie&szlig;en, verdient in der Tat gr&ouml;&szlig;ere Beachtung. Wird auf der Suche nach Rendite weiter &bdquo;blind&ldquo; ein hei&szlig;laufender Aktienmarkt befeuert oder wird in gesellschaftlich sinnvolle Aufgaben investiert? Diese Frage stellt sich bei der Anlage von ersparten Verm&ouml;gen ebenso, wie auch bei der Vergabe von Krediten &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31761\">welche die Banken weitgehend frei sch&ouml;pfen<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Neue Arbeitswelten &ndash; Allein unter B&ouml;rsenw&ouml;lfen<\/strong><br>\nDie Digitalisierung der Arbeitswelt hat nicht unbedingt zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen gef&uuml;hrt: Clickworker sind profitorientierten Unternehmen ausgeliefert, und das hei&szlig;t weniger Lohn, kaum Absicherung und mehr Konkurrenz. Neue Spielregeln m&uuml;ssen her. (&hellip;) Die F&ouml;rderung der Selbst&auml;ndigkeit als Weg aus der Arbeitslosigkeit wurde 2003 im Rahmen der Hartz-Gesetze eingef&uuml;hrt und gab Arbeitslosen die M&ouml;glichkeit, Existenzgr&uuml;ndungszusch&uuml;sse von den JobCentern zu beantragen. Damit waren die sogenannten &bdquo;Ich-AGs&ldquo; (das Unwort des Jahres 2002) geboren. Zwischen 1991 und 2009 stieg die Zahl der Selbst&auml;ndigen bundesweit um 40%. Heute wird dieses Prinzip etwas abge&auml;ndert mit der Vergabe eines Gr&uuml;ndungszuschusses beziehungsweise eines Einstiegsgeldes weitergef&uuml;hrt. Die &Auml;mter z&auml;hlten insgesamt etwa 300.000 Existenzgr&uuml;ndungen im Jahr 2014, davon 36.000 aus der Arbeitslosigkeit heraus &ndash; weniger als zu Hochzeiten der Zusch&uuml;sse, aber ein Anstieg gegen&uuml;ber dem Vorjahr. Dabei wird in vielen F&auml;llen die Selbstausbeutung von Kleinstunternehmern und sogenannten Solo-Selbstst&auml;ndigen durch den gew&auml;hrten Gr&uuml;ndungszuschuss in nicht unerheblichem Ma&szlig;e in Gang gesetzt &ndash; trotz zweifelhafter Erfolgschancen. Hauptsache f&uuml;r das Amt und die Betroffenen, obgleich aus ganz unterschiedlichen Beweggr&uuml;nden: Raus aus der Arbeitslosenstatistik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.carta.info\/81756\/neue-arbeitswelten-allein-unter-boersenwoelfen\/\">Carta.info<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Paul Schreyer:<\/strong> Der Autorenblog Carta.info startet mit diesem Text eine Reihe zu den Themen &ldquo;Neue Arbeitswelten&rdquo; bzw. &ldquo;Die sozialgeteilte Nation&rdquo;. Weitere Artikel sollen im Laufe des Monats folgen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Mindestlohn: 8,85 Euro in Sicht<\/strong><br>\n8,80 Euro oder 8,85 Euro &ndash; in den n&auml;chsten Wochen entscheidet die Mindestlohnkommission &uuml;ber die erstmalige Erh&ouml;hung der gesetzlichen Lohnuntergrenze. Die Grundlage daf&uuml;r liefert der Tarifindex des Statistischen Bundesamtes. Der Index bildet die Tarifabschl&uuml;sse (ohne Einmalzahlungen) vom 1.1.2015 bis Juni 2016 ab. Am Montag ver&ouml;ffentlichten die Statistiker den aktuellen Wert: 3,0 Prozent. Wenn es bis Juni dabei bliebe, w&uuml;rde der Mindestlohn, den die Regierung Anfang 2015 einf&uuml;hrte und der bei 8,50 Euro liegt, um eben diese drei Prozent steigen. Das w&auml;ren also 25,5 Cent, und die fast vier Millionen Bezieher des Mindestlohns k&ouml;nnten dann ab 2017 mit einer entsprechenden Erh&ouml;hung rechnen. Doch es d&uuml;rften noch ein paar Cent mehr werden. (&hellip;) Auf der so genannten Mindestlohn-Hotline des DGB meldeten sich im vergangenen Jahr 12 400 Anrufer. Den Angaben zufolge gibt es noch immer spezielle Versuche von Arbeitgebern, den Mindestlohn zu umgehen: Minijobber werden neue Arbeitsvertr&auml;ge mit geringeren Arbeitszeiten vorgelegt, damit die 450- Euro-Grenze nicht &uuml;berschritten wird. Erwartet wird aber, eine Arbeitszeit im gewohnten Umfang, dann eben zum Teil unbezahlt. Ferner w&uuml;rden immer gerne Zuschl&auml;ge oder Trinkgeld auf den Mindestlohn angerechnet und Bereitschaftsdienste, Wartenzeiten (Taxifahrer) oder Ladezeiten (Lkw-Fahrer) nicht als Arbeitszeit bewertet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/erhoehung-des-mindestlohns-8-85-euro-in-sicht\/13533672.html\">Der Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Die genannten Betr&auml;ge f&uuml;r die zuk&uuml;nftige H&ouml;he des Mindestlohns m&uuml;ssten eigentlich ein Gef&uuml;hl der Peinlichkeit erzeugen: M&ouml;glich sollte hierzulande ein Mindestlohn sein, der auch vor Altersarmut sch&uuml;tzt. Die Erh&ouml;hung m&uuml;sste also um ein Vielfaches steigen &ndash; auf etwa 13 &euro; oder gar mehr.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Die Versicherungswirtschaft macht mobil<\/strong><br>\nWas wird aus Riester? Wer organisiert k&uuml;nftig die betriebliche Vorsorge? Die Versicherer k&auml;mpfen um ihr Gesch&auml;ft. Und hoffen auf Andrea Nahles. (&hellip;) Bis Sommer wollen Arbeitsministerin Andrea Nahles und Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble einen Reformentwurf vorlegen, der daf&uuml;r sorgen soll, dass die Deutschen mehr Betriebsrenten abschlie&szlig;en als bisher. F&uuml;r die Versicherer k&ouml;nnte das eine gute Nachricht sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/themen\/agenda\/betriebsrenten-und-riester-die-versicherungswirtschaft-macht-mobil\/13532674.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers T.G.:<\/strong> Ich denke, Frau Nahles wird die Versicherungswirtschaft nicht entt&auml;uschen. Daf&uuml;r aber jene, die auf eine St&auml;rkung der gesetzlichen Rente mit h&ouml;herem Rentenniveau setzen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Auftragsarbeit f&uuml;r ein paar Cent<\/strong><br>\nIm Internet kann man sich Geld nebenbei verdienen, allerdings sehr wenig. Auf der Internetkonferenz Republica wird Crowdworking scharf kritisiert. Doch warum eigentlich? [&hellip;]<br>\nObwohl die Auswirkung dieses sogenannten &bdquo;Crowdworkings&ldquo; bislang kaum erforscht ist, regt sich besonders in Deutschland Widerstand. Auf der Digitalkonferenz Republica hat sich Christiane Benner, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft IG Metall, nun daf&uuml;r ausgesprochen, gute Arbeitsbedingungen f&uuml;r die Crowd-Arbeiter in ein Gesetz zu gie&szlig;en. Nach dem Willen der Gewerkschaft sollen diese Arbeiter ebenfalls einen Mindestlohn von 8,50 Euro arbeiten. Dadurch, dass f&uuml;r einzelne Auftr&auml;ge oft nur Cent-Betr&auml;ge bezahlt werden, summiert sich die m&uuml;hsame Klick-Arbeit h&auml;ufig nur auf einen Stundenlohn von sechs bis sieben Euro. Die Gewerkschaft hat sogar ein Internetportal gestartet, das &uuml;ber diese Arbeitszweige informiert und Rechtsrat gibt und auf dem man Portale f&uuml;r Projektarbeiten bewerten kann.<br>\nGut eine Million Clickworker gebe es inzwischen in Deutschland, sagt Benner. Allerdings sei bislang nur ein Prozent davon von der Arbeit finanziell abh&auml;ngig. Meist verdienen sich Studenten etwas Geld dazu, indem sie im Internet Kleidung sortieren, Produkte beschreiben oder Logos entwerfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/netzwirtschaft\/digitalkonferenz-republica-auftragsarbeit-fuer-ein-paar-cent-14214473.html\">FAZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Arbeitszeitverk&uuml;rzung in China<\/strong><br>\nNachdem in China, der &raquo;Werkbank der Welt&laquo;, die Wachstumsraten nicht mehr zweistellig sind, r&uuml;ckt scheinbar Unvorstellbares n&auml;her: Die chinesische Regierung und lokale Verwaltungen k&uuml;rzen deutlich die Arbeitszeit. Das soll den Konsum st&auml;rken und die Besch&auml;ftigung hochhalten! (&hellip;) Jinzhong ist mit knapp vier Millionen Einwohnern eine der kleineren chinesischen Gro&szlig;st&auml;dte, und eine der beiden St&auml;dte, die zum Anfang April das Unvorstellbare eingef&uuml;hrt haben: eine politisch und &ouml;konomisch begr&uuml;ndete Verk&uuml;rzung der Wochenarbeitszeit. In Jinzhong sowie in der s&uuml;dwestlich von Schanghai gelegenen Stadt Jian in der Provinz Jiangxi sollen und d&uuml;rfen zun&auml;chst die Regierungsangestellten fortan ihr Wochenende bei vollem Lohnausgleich um einen halben Tag verl&auml;ngern. Damit haben diese St&auml;dte als erste in China ein Papier der Regierung vom August vergangenen Jahres in die Tat umgesetzt. Der Staatsrat hatte ein Dokument an die Lokalregierungen geschickt, in dem ein verl&auml;ngertes Wochenende als gut f&uuml;r den innerchinesischen Tourismus und den Konsum im Land ganz allgemein beschrieben wurde. (&hellip;) Dem Beispiel von Jinzhong und Jian folgend, haben drei weitere St&auml;dte bereits einen Termin im laufenden Jahr genannt, an dem die Arbeitszeitverk&uuml;rzung eingef&uuml;hrt werden wird. Die Provinzregierung des Ballungsraums Chongqing (30 Millionen Einwohner) hat bereits im Dezember auch private Unternehmen ermutigt, die Arbeitswoche um einen halben Tag zu k&uuml;rzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sopos.org\/aufsaetze\/57220b81e603d\/1.phtml\">Ossietzky<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Gegen den Tunnelblick der Angst<\/strong><br>\nAlarmbereitschaft, Sicherheitsma&szlig;nahmen, Bedrohungslage: Der Terror hat eine eigene Sprache, die allgegenw&auml;rtig wird. Sein Vokabular bahnt sich seinen Weg und tr&auml;gt Angst in unsere Alltagssprache hinein, meint Ofer Waldman. Deshalb sollten wir den Terror in der Sprache abwehren. Einige Wochen nach den Anschl&auml;gen in Br&uuml;ssel, als der erste Schock etwas abzuebben schien, folgte ich einem Radiointerview &uuml;ber ein neues Theaterst&uuml;ck in einem &ouml;ffentlich-rechtlichen Kulturmagazin. Pl&ouml;tzlich unterbrach die Moderatorin ihren Gespr&auml;chspartner und berichtete mit ernster Stimme, es gebe neue Informationen zu dem gesuchten Mann mit Hut aus Br&uuml;ssel. Kurz darauf entpuppten sich die Indizien als falsch: Das Interview &uuml;ber das Theaterst&uuml;ck wurde aber nicht weitergef&uuml;hrt. Nach den Terroranschl&auml;gen in Br&uuml;ssel hielt ganz Europa den Atem an, w&auml;hrend Sicherheitskr&auml;fte nach den Komplizen der Terroristen fahndeten. T&auml;glich berichteten die Medien von der Suche nach dem mysteri&ouml;sen Mann mit dem Hut. Sein unscharfes Bild, von den Sicherheitskameras am Br&uuml;sseler Flughafen festgehalten, prangte auf jeder Titelseite, kursierte wie ein Gespenst von Spanien bis Polen, von Schweden bis Italien. (&hellip;) Angst kann zum gef&auml;hrlichen politischen Werkzeug werden. Der Kampf gegen Terror brachte den USA den ber&uuml;chtigten Patriot Act, der die amerikanische Demokratie auszuh&ouml;hlen drohte. Dass Pr&auml;sident Hollande, vor dem Hintergrund der wachsenden Sozialunruhen in Frankreich, die &ouml;ffentliche Diskussion auf den Kampf gegen den Terror zu lenken versucht, steht ebenfalls in dieser beunruhigenden Tradition. Die Gefahr durch Terroranschl&auml;ge sollte ernst genommen werden. Dies ist die Aufgabe der Politik, der Justiz, und der staatlichen Sicherheitsorgane. Gleichzeitig d&uuml;rfen die Denkmuster des Antiterrorkampes nicht in alle Lebensbereiche sickern. Man muss nicht nur den Terror abwehren, sondern auch die allgegenw&auml;rtige Pr&auml;senz seiner Begriffswelt, seiner Sprache. Das zerbrechliche Gut europ&auml;ischer Freiheitskultur muss ebenfalls mit allen Mitteln gesch&uuml;tzt werden. Und dies geht nun einmal nicht mit Waffen, sondern, eben, mit einem Interview &uuml;ber ein Theaterst&uuml;ck.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandradiokultur.de\/terror-gegen-den-tunnelblick-der-angst.1005.de.html?dram:article_id=353114\">Deutschlandradio Kultur<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Merkels neue Kleider<\/strong><br>\nEs ist Wahnsinn. Aber hat es auch Methode? Angela Merkel st&uuml;tzt sich auf eine &Ouml;ffentlichkeit, die Sprunghaftigkeit und Kitsch hinnimmt. Anmerkungen zu einem immer befremdlicher werdenden Regierungsstil. (&hellip;) So sorgen Regierung und Opposition, Verb&auml;nde und Medien gemeinsam daf&uuml;r, dass der nationale Europa-Diskurs keine Interessen kennt, schon gar keine deutschen, sondern nur Ideen und eigentlich nur eine Idee, die &bdquo;europ&auml;ische&ldquo;, an die zu glauben auch f&uuml;r jene Mitgliedsl&auml;nder eine moralische Pflicht ist, denen der Euro im Interesse der deutschen Handelsbilanz das &ouml;konomische Blut aussaugt. Hinter alledem steht ein politisches System von opaker Geschlossenheit, zusammengehalten durch eine Unzahl von Sprech-, Denk- und Frageverboten, verteidigt von &bdquo;allen demokratischen Kr&auml;ften&ldquo; und zu sich selbst gekommen in einem zehnj&auml;hrigen Reifungsprozess als &bdquo;System Merkel&ldquo;. (&hellip;) Erleichtert werden derartige Wendeman&ouml;ver in Deutschland durch ein parlamentarisches Regelwerk, das es dem Kanzler erspart, wie dem britischen Premierminister viermal in der Woche dem Oppositionsf&uuml;hrer gegen&uuml;berstehen zu m&uuml;ssen, um sich von ihm ins Kreuzverh&ouml;r nehmen zu lassen; in Deutschland tritt an die Stelle der Prime Minister&rsquo;s Question Time die Plauderstunde mit Anne Will. (&hellip;) Kernst&uuml;ck der neudeutschen Ideologie ist n&auml;mlich ein Selbstverst&auml;ndnis deutscher Politik als europ&auml;ische, als Politik aus europ&auml;ischer Identit&auml;t f&uuml;r europ&auml;ische Interessen, schon deshalb, weil es deutsche Identit&auml;t und deutsche Interessen nicht mehr geben kann. Damit aber verbindet sich ein moralischer Anspruch auf die Gefolgschaft aller anderen Europ&auml;er, der nur Widerstand hervorrufen kann, noch gesteigert durch die Unberechenbarkeit einer als &bdquo;One-Woman-Show&ldquo; (Roman Herzog und sein &bdquo;Konvent f&uuml;r Deutschland&ldquo;) betriebenen deutschen Regierungspolitik, die den Imperativen einer innenpolitischen Macht- und Parteipolitik folgt, die mindestens so exzeptionell ist wie die jedes anderen Landes.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/regierungsstil-merkels-neue-kleider-14212048.html\">Wolfgang Streeck in der FAZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Karlsruhe verwehrt Opposition mehr Rechte<\/strong><br>\nDas Verfassungsgericht hat die Klage der Linkspartei auf mehr Oppositionsrechte im Bundestag zur&uuml;ckgewiesen. Dies erlaube das Grundgesetz nicht. Die Linkspartei wollte, dass Oppositionsfraktionen unabh&auml;ngig von ihrer Gr&ouml;&szlig;e Normenkontrollklagen einreichen k&ouml;nnen. (&hellip;) Die Opposition d&uuml;rfe bei der Aus&uuml;bung ihrer Kontrollbefugnisse zwar nicht auf das Wohlwollen der Parlamentsmehrheit angewiesen sein, sagte Verfassungsgerichtspr&auml;sident Andreas Vo&szlig;kuhle. Denn die Kontrollbefugnisse seien nicht nur im eigenen Interesse der Opposition, sondern sie dienten der &ouml;ffentlichen Kontrolle der Regierung.Allerdings seien die parlamentarischen Minderheitenrechte nicht auf die Opposition beschr&auml;nkt. Diese st&uuml;nden allen Abgeordneten zu. Auch Abgeordnete, die die Regierung st&uuml;tzen, k&ouml;nnten im Einzelfall opponieren. Nach &Uuml;berzeugung des Senats st&uuml;nde der Einf&uuml;hrung von spezifischen Oppositionsfraktionsrechten auch Artikel 38 Absatz 1 Satz 2 des Grundgesetzes entgegen, der die Freiheit und Gleichheit der Abgeordneten garantiere. Die Linksfraktion hatte unter anderem gefordert, dass Oppositionsfraktionen auch unabh&auml;ngig von ihrer Abgeordnetenanzahl Gesetze vor dem Bundesverfassungsgericht per Normenkontrollklage &uuml;berpr&uuml;fen lassen k&ouml;nnen. Normenkontrollklagen gelten als wichtiges Kontrollinstrument der Opposition. Mit ihnen k&ouml;nnen Gesetze auf ihre Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz &uuml;berpr&uuml;ft werden. Bekannte Beispiele sind etwa die Verfahren zum ZDF-Staatsvertrag, zur Abtreibung, zum L&auml;nderfinanzausgleich und zum Lebenspartnerschaftsgesetz. Um solch eine Klage auf den Weg bringen zu k&ouml;nnen, ist laut Grundgesetz ein Quorum von 25 Prozent aller Bundestagsabgeordneten n&ouml;tig. Derzeit halten Linke und Gr&uuml;ne aber nur etwa 20 Prozent der Sitze im Plenum. Dementsprechend ist die Rolle der Opposition in dieser Legislatur besonders schwach &ndash; und das Urteil st&auml;rkt sie nach Einsch&auml;tzung von ARD-Rechtsexperte Kolja Schwartz nicht. Damit bleibe es beim &ldquo;Weiter so&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/verfassungsgericht-oppositionsrechte-101.html\">Tagesschau.de<\/a>\n<p><strong>Dazu: Gregor Gysi: Verloren und doch gewonnen<\/strong><br>\nZum Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu den Oppositionsrechten erkl&auml;rt Gregor Gysi, der die Klage der Fraktion DIE LINKE als damaliger Fraktionsvorsitzender in Karlsruhe eingereicht und vertreten hat: &bdquo;Das Bundesverfassungsgericht hat sehr ausf&uuml;hrlich die Zul&auml;ssigkeit aller Antr&auml;ge der Fraktion DIE LINKE begr&uuml;ndet, obwohl Bundestag und Bundesregierung sie s&auml;mtlich f&uuml;r unzul&auml;ssig hielten. Unsere Antr&auml;ge, das Normenkontrollverfahren und andere Kontrollrechte, die an Quoren gebunden sind, der Opposition auch dann zu erm&ouml;glichen, wenn sie die Quoren nicht erf&uuml;llt, hat das Bundesverfassungsgericht abgelehnt. (&hellip;) Gewonnen hat DIE LINKE im Bundestag dennoch, weil in dem Urteil die Rechte auf effektive Opposition in einem Umfang ausgewiesen und dargestellt werden, wie es bisher h&ouml;chstrichterlich noch nicht geschehen ist. Am wichtigsten erscheint, dass das Urteil so zu verstehen ist, dass die Grundgesetzwidrigkeit eines Gesetzes auch im Organstreitverfahren von einer Fraktion geltend gemacht werden kann. Damit hat das Bundesverfassungsgericht einen anderen Weg als die Normenkontrollklage aufgezeigt, um auch bei einer kleineren Opposition effektiv dieses Kontrollrecht zu erm&ouml;glichen. Auch die Gegenseite scheint das Urteil so zu interpretieren. Dabei geht es um die Randnummern 87 und 88 C.1. b und c (S. 36 und 37 des Urteils). Eine Fraktion kann demnach auch dann klagen, wenn die Rechte des Bundestages durch die Grundgesetzwidrigkeit eines Gesetzes verletzt werden. Der Weg, den DIE LINKE vorgeschlagen hat, wurde vom Bundesverfassungsgericht nicht gegangen, aber ein anderer Weg er&ouml;ffnet und ausgestaltet. Das ist ein Erfolg f&uuml;r die Demokratie.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksfraktion.de\/pressemitteilungen\/verloren-doch-gewonnen\/\">Die Linke<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>AfD &ndash; Willkommen im Club der neoliberalen Einheitspartei<\/strong><br>\nDer Schriftsteller Gore Vidal sagte einmal: &bdquo;Die USA haben eine Einheitspartei mit zwei Fl&uuml;geln: Die Demokraten und die Republikaner. Beide dienen den Interessen der Konzerne und die eine (gemeint waren die Republikaner) ist etwas mehr f&uuml;r Krieg als die andere.&ldquo; In diesem Sinne habe ich vor einiger Zeit geschrieben: &bdquo;Deutschland hat eine Einheitspartei mit vier Fl&uuml;geln: CDU\/CSU, SPD, FDP und Gr&uuml;ne. Sie waren und sind alle f&uuml;r Soziallabbau, f&uuml;r ein ungerechtes Steuersystem und f&uuml;r Rohstoffkriege. Nur DIE LINKE verweigert sich diesem Konsens.&ldquo; Jetzt haben wir eine Einheitspartei mit f&uuml;nf Fl&uuml;geln: CDU\/CSU, SPD, FDP, Gr&uuml;ne und AFD. Auch die AFD ist f&uuml;r Sozialabbau, f&uuml;r ein ungerechtes Steuersystem und f&uuml;r Rohstoffkriege (&bdquo;Schlanker Staat&ldquo;, Abschaffung von Erbschafts- und Verm&ouml;genssteuer, Obergrenze f&uuml;r alle Steuern und Sozialabgaben). Dass die AFD dar&uuml;ber hinaus islamfeindlich ist, kann nicht dar&uuml;ber hinwegt&auml;uschen, dass sie zur neoliberalen Einheitspartei geh&ouml;rt. Ein Verbot von Minaretten erh&ouml;ht weder die L&ouml;hne noch die Rente noch das Arbeitslosengeld.<br>\nViele Arbeitslose und Arbeitnehmer haben bei den letzten Landtagswahlen aus Protest gegen die Politik der Einheitspartei von CDU\/CSU, SPD, FDP und Gr&uuml;ne, auch weil DIE LINKE bisher nur marginale Ver&auml;nderungen durchsetzen konnte (Mindestlohn), der AFD die Stimme gegeben. Jetzt kommt es darauf an, aufzukl&auml;ren: AFD w&auml;hlen hei&szlig;t: weniger Lohn, weniger Rente, weniger soziale Leistungen, Aufr&uuml;stung und eine Beteiligung der Bundeswehr an Rohstoffkriegen. AFD-Programm: Es ist unabdingbar, die milit&auml;rischen F&auml;higkeiten der deutschen Streitkr&auml;fte wieder herzustellen, um Anschluss an die strategischen und operativen Erfordernisse zu finden&hellip; Nato-Eins&auml;tze au&szlig;erhalb des B&uuml;ndnisbereichs, an der sich deutsche Streitkr&auml;fte beteiligen, sollten grunds&auml;tzlich unter einem UN&#8208;Mandat stattfinden und nur, wenn deutsche Sicherheitsinteressen ber&uuml;cksichtigt werden..&ldquo; Diese S&auml;tze stehen so oder &auml;hnlich auch in den Programmen von CDU\/CSU, SPD, FDP und Gr&uuml;nen. Ein Bonbon zum Schluss: Die AFD ist auch eine Partei der Fl&uuml;chtlinge &ndash; der Steuerfl&uuml;chtlinge. AFD-Programm: &bdquo;Steuerdaten deutscher B&uuml;rger sind sensible Daten und sollten vom Staat vertraulich behandelt und nicht mit anderen Institutionen oder fremden Staaten ausgetauscht werden. Die AfD setzt sich daher f&uuml;r die Wiederherstellung von Bank&#8208; und Steuergeheimnis ein.&ldquo; Da freuen sich Deutschlands prominente Steuerbetr&uuml;ger. Und auch Konzerne und Banken mit Briefkastenfirmen lachen sich ins F&auml;ustchen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/photos\/a.198567656871376.47953.188971457830996\/1081518721909594\/?type=3&amp;theater\">Oskar Lafontaine via Facebook<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Blauer Albtraum in &Ouml;sterreich<\/strong><br>\nEin Kommentar zum FP&Ouml;-Erfolg von einem muslimischen &Ouml;sterreicher<br>\nSchon im Vorfeld der Pr&auml;sidentschaftswahl hatte man erwartet, dass die beiden Regierungsparteien &ndash; Konservative und Sozialdemokraten &ndash; eine heftige Schlappe erleiden w&uuml;rden. So kam es dann auch: Die Gewinnerin der Wahl war die Freiheitliche Partei &Ouml;sterreichs (FP&Ouml;), eine Partei, die man mit gutem Recht nicht nur als rechtspopulistisch, sondern als rechtsextrem bezeichnen kann und soll.<br>\nMehr als 31 Prozent der W&auml;hler stellten sich hinter Norbert Hofer, den Kandidaten der &ldquo;Blauen&rdquo;. All diese Menschen haben sich damit f&uuml;r eine Partei entschieden, die seit Jahrzehnten nichts Weiteres tut, als zu polarisieren. Diese Polarisierung fand immer wieder auf eine Art und Weise statt, die man nur als ekelerregend bezeichnen kann. Wer die Aktionen der FP&Ouml; in den letzten Jahren beobachtet hat, kann dies nur best&auml;tigen.<br>\nAngefangen mit den Worten einer Susanne Winter, einer vor Kurzem ausgeschlossenen FP&Ouml;-Politikerin, die einst vor versammelter Runde den islamischen Propheten Mohammad als &ldquo;Kindersch&auml;nder&rdquo; bezeichnete, bis hin zu den rechtsradikalen und menschenverachtenden Kommentaren, die man immer wieder auf der Facebook-Seite des Parteichefs Heinz-Christian Strache finden kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/48\/48124\/1.html\">Emran Feroz auf Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Journalismus hat nicht mehr die Aufkl&auml;rungsautorit&auml;t wie vor 20 Jahren<\/strong><br>\nVertrauen in die Medien auf der einen Seite, Zweifel an der Unabh&auml;ngigkeit auf der anderen: F&uuml;r Journalistikprofessor Michael Haller sind diese Ergebnisse einer Studie Ausdruck von Ratlosigkeit vieler Menschen. Daf&uuml;r gebe es verschiedene Ursachen, sagte er im Deutschlandfunk. (&hellip;)<br>\nDeutschlandfunk: &bdquo;Woher kommt denn dieses Unbehagen?&ldquo;<br>\nHaller: (&hellip;) &bdquo;Da spielt schon mal eine gro&szlig;e Rolle, dass im Verlauf der letzten, sagen wir mal, 10, 15, 20 Jahre die gro&szlig;en, die meinungsstarken und auch meinungspr&auml;genden Medien, also die sogenannten Leitmedien, gerade was die Au&szlig;enpolitik betrifft, Europa, Westen gegen&uuml;ber Russland und so weiter, eine sehr gro&szlig;e &Uuml;bereinstimmung zeigen mit der politischen Linie der bundesdeutschen Regierung. Da ist eine erhebliche N&auml;he. Man kann sagen, die politischen Eliten und die Eliten in der Wirtschaft und im Journalismus, die verstehen sich gut, verstehen sich gut auch im Sinne von, wir sind grosso modo einer Meinung. Ob man jetzt die Frage des Engagements Deutschlands in Afghanistan nimmt, ob die in den letzten Jahren viel diskutierte Ukraine- und demgegen&uuml;ber Russland-Politik meint, das Griechenland-Bashing, viele solcher Dinge, die geben den Leuten das Gef&uuml;hl, da ist eigentlich keine kritische Kontrolle und vor allen Dingen auch das, was viele Menschen bewegt, die zu solchen Vorg&auml;ngen und solchen politischen Entscheidungen auch andere Auffassungen haben. Die finden sie dann in den gro&szlig;en meinungsf&uuml;hrenden Medien nicht mehr.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/glaubwuerdigkeit-der-medien-journalismus-hat-nicht-mehr-die.694.de.html?dram:article_id=353123\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Paul Schreyer:<\/strong> Professor Michael Haller ist &ndash; als ehemaliger Mitarbeiter von Spiegel und Zeit, sowie auch als Betreuer der Dissertation von Uwe Kr&uuml;ger (&bdquo;<a href=\"http:\/\/www.halem-verlag.de\/meinungsmacht-und-elite-journalismus\/\">Meinungsmacht<\/a>&ldquo;) &ndash; im Bilde &uuml;ber den Stand der Forschung zur Vertrauenskrise der Medien. Viele Alpha-Journalisten versuchen derweil noch immer, diesen Befund als blo&szlig;e &bdquo;Meinung&ldquo; oder &bdquo;Verunsicherung&ldquo; abzutun und verweigern sich weiterhin einer Debatte der kritischen Punkte, die Haller hier im Interview anf&uuml;hrt &ndash; insbesondere des zu beobachtenden Gleichklangs zwischen Leitmedien und Elitennetzwerken bei wichtigen politischen Fragen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: Lauter politisch korrekte Volksp&auml;dagogen<\/strong><br>\nNach Ansicht des Medienwissenschaftlers Norbert Bolz von der TU Berlin sind f&uuml;r das mangelnde Vertrauen vieler B&uuml;rger in die Medien die Journalisten verantwortlich. Gerade in den &ouml;ffentlich-rechtlichen Medien verst&uuml;nden sich Journalisten als Volksp&auml;dagogen, die die Menschen auf den richtigen Weg f&uuml;hren wollten: Dies sei gerade in der Fl&uuml;chtlingsberichterstattung deutlich geworden, betonte der Berliner Medienwissenschaftler. &ldquo;Insofern kann ich dieses Misstrauen dieses gro&szlig;en Teils der Bev&ouml;lkerung ganz gut verstehen.&rdquo; (&hellip;)<br>\nBolz: &bdquo;Aber ich glaube, dieses Moment, dass viele Journalisten &ndash; gerade &uuml;brigens im &ouml;ffentlich-rechtlichen Bereich &ndash; sich auch nicht nur als Journalisten, sondern als Volksp&auml;dagogen verstehen und glauben, man m&uuml;sste auch tats&auml;chlich gewisse Informationen dem Volk vorenthalten, weil es noch nicht reif genug ist, damit umzugehen, das sind Tendenzen, die doch sehr, sehr stark sich in der letzten Zeit entwickelt haben. Und da m&uuml;ssten die Journalisten vielleicht tats&auml;chlich ein bisschen umdenken, sich zur&uuml;ckbesinnen auf ihren eigentlichen Auftrag, n&auml;mlich schlicht Information zu vermitteln.&ldquo; (&hellip;)<br>\nDeutschlandradio: &bdquo;Herr Bolz, was ist denn Ihre Handlungsanweisung heute zum Tag der internationalen Pressefreiheit, was sind Ihre Empfehlungen, was sind die Ansagen, die Sie machen, das muss passieren im Journalismus, damit die Glaubw&uuml;rdigkeit zur&uuml;ckkommt?&ldquo;<br>\nBolz: &bdquo;Sehr, sehr einfach, nur eine einzige Empfehlung: sich zur&uuml;ckorientieren zu dem urspr&uuml;nglichen Auftrag, n&auml;mlich zu berichten und Nachrichten und Informationen zu &uuml;bermitteln ohne Zensur, ohne p&auml;dagogische Zwischen&uuml;berlegungen, ohne Anpassung an politische Korrektheit, schlicht berichten, was passiert, was man wei&szlig;. Und den B&uuml;rgern selber das Urteil &uuml;berlassen. Ich glaube, das w&auml;re die richtige Strategie, um wieder ganz glaubw&uuml;rdig zu werden.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandradiokultur.de\/journalisten-lauter-politisch-korrekte-volkspaedagogen.1008.de.html?dram:article_id=353133\">Deutschlandradio Kultur<\/a>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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