{"id":33258,"date":"2016-05-04T17:06:17","date_gmt":"2016-05-04T15:06:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33258"},"modified":"2016-05-06T08:32:41","modified_gmt":"2016-05-06T06:32:41","slug":"einen-schlimmeren-rechtsruck-als-das-ruecksichtslose-durchboxen-von-ttip-die-agenda-2010-und-kriegseinsaetze-gibt-es-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33258","title":{"rendered":"Einen schlimmeren Rechtsruck als das r\u00fccksichtslose Durchboxen von TTIP, die Agenda 2010 und Kriegseins\u00e4tze gibt es nicht"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/autor_mueller-1.jpg\" title=\"Albrecht M&uuml;ller\" alt=\"Albrecht M&uuml;ller\"><\/div><p>Die AfD treibt nur auf die Spitze, was die etablierten Parteien vorgemacht und vorbereitet haben. Beim Umgang mit TTIP wird sichtbar, dass CDU\/CSU, SPD und Gr&uuml;ne auf die Demokratie pfeifen; die Agenda 2010 war der Abschied vom Konzept der Sozialstaatlichkeit; die Kriegseins&auml;tze und die Beteiligung der Bundeswehr bei Kriegseins&auml;tzen au&szlig;erhalb des NATO-Bereichs beginnend 1999 mit dem Jugoslawien Krieg und die Forcierung des West-Ost-Konfliktes sowie die Abkehr vom Konzept der Entspannungspolitik sind massive Bewegungen nach rechts. Der Boden f&uuml;r die wirklich schlimme AfD ist bestens vorbereitet worden. Die Fl&uuml;chtlingspolitik der Bundeskanzlerin ist nur das T&uuml;pfelchen auf dem i. &ndash; Korrekturen sind in allen Bereichen n&ouml;tig. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2337\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-33258-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160505_Schlimmer_Rechtsruck_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160505_Schlimmer_Rechtsruck_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160505_Schlimmer_Rechtsruck_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160505_Schlimmer_Rechtsruck_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=33258-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160505_Schlimmer_Rechtsruck_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"160505_Schlimmer_Rechtsruck_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Jens Berger hat auf den NachDenkSeiten am 27. April einen Beitrag zum Disput &uuml;ber den Rechtsruck geleistet. (&bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33159\">Europas Rechtsruck, die Fl&uuml;chtlingskrise und die politische Linke &hellip; Zeit f&uuml;r eine unaufgeregte Debatte<\/a>&ldquo;) Das war verdienstvoll, bedarf aber einiger Erg&auml;nzungen: <\/p><p><strong>TTIP und der Umgang damit ruiniert das Ansehen der Demokratie. Demokratie geh&ouml;rt zur Kernsubstanz fortschrittlichen Denkens<\/strong><\/p><ol>\n<li>Das Freihandelsabkommen, das jetzt auf Druck der USA mit aller Macht durchgeboxt werden soll, ist ein Vertragswerk zugunsten der Wirtschaft und dabei insbesondere jener der USA. Es wird unter Umst&auml;nden betrieben, die mit demokratischer Willensbildung nichts aber auch gar nichts zu tun haben: unsere Abgeordneten, die dar&uuml;ber letztlich entscheiden sollen, werden nicht informiert, sie m&uuml;ssen sich unter unw&uuml;rdigen Verh&auml;ltnissen in ausgelagerten und speziell eingerichteten R&auml;umen informieren. Das alleine ist schon ein solcher Skandal, dass all den etablierten Politikern von Merkel bis Gabriel, die dieses Verfahren abgesegnet haben, die Schamr&ouml;te ins Gesicht steigen m&uuml;sste. Ist das parlamentarische Demokratie? Ist das Demokratie? Die Gegner der Demokratie brauchen doch nur auf dieses Verfahren hinzuweisen, um dieses System der L&auml;cherlichkeit preiszugeben.\n<p>Dieser Umgang mit einem wichtigen Gesetzesvorhaben liegt auf der Linie dessen, was wir vorher schon von unseren politischen Oberen geh&ouml;rt haben: Merkels Spruch von der marktkonformen Demokratie hat verh&ouml;hnenden Charakter; die ber&uuml;hmte Klage des fr&uuml;heren SPD-Vorsitzenden und Ministers M&uuml;ntefering &uuml;ber die W&auml;hler, die nach einer Wahl auch noch verlangen, dass das Versprochene umgesetzt wird, war &auml;hnlich verh&ouml;hnend. <\/p>\n<p>Und jetzt also soll ein Vertragswerk durchgesetzt werden, das nicht nur den W&auml;hlerinnen und W&auml;hlern nicht zur Abstimmung vorlag, als sie 2013 ihre Abgeordneten w&auml;hlten; es soll jetzt auch an den gew&auml;hlten Abgeordneten vorbeigeschleust werden. Daraus spricht Verachtung f&uuml;r die Demokratie. Und das ist ausgesprochen rechtsradikal.<\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>Der Rechtsruck und spiegelbildlich der Niedergang fortschrittlicher Parteien findet schon seit l&auml;ngerem statt &ndash; und er fand und findet im Inneren der Parteien statt<\/strong><\/p><ol start=\"2\">\n<li>Zun&auml;chst: es ist in diesem Zusammenhang nicht m&ouml;glich, jedenfalls nicht erhellend, wenn man von der &bdquo;Linken&ldquo; spricht. Wer ist gemeint? Die SPD? Die Linkspartei? Die Gr&uuml;nen? Alle fortschrittlichen Menschen und Verb&auml;nde?<\/li>\n<li>Wenn man zum Beispiel die SPD damit meint, dann muss man ja wohl feststellen, dass der Rechtsruck gleich in mehrerer Hinsicht schon fr&uuml;her stattgefunden hat: zum einen hat die SPD schon im Jahre 2009 mit 23 % bei der Bundestagswahl ein miserables Ergebnis erreicht; diese Linke war damals schon halbiert, gemessen am besten Ergebnis mit 45,8 %. <\/li>\n<li>Wenn man auf die SPD und auf die Gr&uuml;nen schaut, dann sieht man ohne Schwierigkeiten, dass diese den Rechtsruck im Innern schon lange vor dem Fl&uuml;chtlingsproblem vollzogen haben.  Und mit gro&szlig;er Wirkung f&uuml;r die Gesellschaft: 1999 haben sie zugelassen und dabei mitgewirkt, die Bundeswehr au&szlig;erhalb des NATO-Bereichs zu Milit&auml;reins&auml;tzen einzusetzen. Einen gravierenderen Rechtsruck gibt es eigentlich nicht.\n<p>Der entscheidende Rechtsruck fand so in den neunziger Jahren statt: das Ende der Bereitschaft, wirklichen Frieden in Europa zu schlie&szlig;en, der Beginn der Fortf&uuml;hrung der Konfrontation mit dem Osten, in diesem Fall Russlands, durch die Regierung Clinton, durch Albright und ihre Ableger in Deutschland, vor allem Joschka Fischer. Seitdem wird der Krieg wieder als Mittel der Politik betrachtet. Gibt es einen eklatanteren Ausdruck f&uuml;r Rechtsruck als dieses? Und dann die praktischen Kriege unserer Verb&uuml;ndeten und unsere offene oder versteckte Beteiligung &ndash; im Irak, der Drohnenkrieg, im Jemen, in Afghanistan, in Libyen. Daran wird auch sichtbar, dass die Bereitschaft zum Einsatz von Gewalt und zum Einsatz von Mord und Totschlag Teil der Politik dieses Westens ist und Teil der etablierten Parteien. Ist das, was die AFD vertritt, noch schlimmer? Schlimm ist es. Aber schlimmer?<\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>Die Agenda 2010 &ndash; ein massiver Rechtsruck<\/strong><\/p><ol start=\"5\">\n<li>Die etablierten Parteien haben dann wenige Jahre sp&auml;ter, im M&auml;rz 2003, die Agenda 2010 verabschiedet, ein massiver Rechtsruck. Sie haben schon 2002 unsere Altersvorsorge teilprivatisiert. Und Schr&ouml;der hat sich des Aufbaus des besten Niedriglohnsektors ger&uuml;hmt. Das haben Menschen in prek&auml;ren Arbeitsverh&auml;ltnissen oder ohne Arbeit wahrgenommen. Auf diesen Rechtsruck in der aktuellen Politik haben manche mit ihrem pers&ouml;nlichen Rechtsruck geantwortet, sie sind in die innere Emigration gegangen, haben sich nicht mehr an Politik beteiligt. Sie haben das &uuml;brigens auch deshalb getan, weil ihnen die SPD zum Beispiel keine Alternative bot.<\/li>\n<li>&Uuml;brigens ist die Gesellschaft durch die rechten Ideologen um Herrn Otto Graf Lambsdorff und dann um die Regierung Kohl schon 1982 nach rechts verschoben worden. Das wurde nur &uuml;berlagert durch die Propaganda der Union und ihrer Helfer, die behaupteten, die Union sei &bdquo;sozialdemokratisiert&ldquo; worden. Tats&auml;chlich wurde Sozialstaatlichkeit abgebaut, zum Beispiel wurde das gleiche Kindergeld f&uuml;r alle Kinder wieder abgeschafft und durch Kindersteuerfreibetr&auml;ge, die den besser Verdienenden mehr Entlastung pro Kind bringen, ersetzt. Das hat &uuml;brigens der sogenannte linke Dr. Gei&szlig;ler als Familienminister zu verantworten. Und dann wurden &ouml;ffentliche Einrichtungen und Unternehmen privatisiert. Am laufenden Band. Das war keine linke Programmatik.<\/li>\n<\/ol><p><strong>Die konservativen Parteien und die Liberalen in Europa sind wie mit kommunizierenden R&ouml;hren mit den eigentlichen Rechtsparteien verbunden.<\/strong><\/p><ol start=\"7\">\n<li>Sie fr&ouml;nen dem Neoliberalismus. Sie attackieren die Sozialstaatlichkeit. Der verstorbene Westerwelle hat als FDP-Vorsitzender &uuml;ber die Hartz IV Empf&auml;nger gespottet, wie man sich das bei Frau Petry kaum gekonnter vorstellen kann. Sie glauben, jeder sei seines Gl&uuml;ckes Schmied. Und sie haben sich in der Asyldebatte der Neunzigerjahre des letzten Jahrhunderts so gegeben und verhalten wie die AfD heute. So hat sich zum Beispiel die Anti-Asylantenpropaganda der CSU, ihres Ministerpr&auml;sidenten Max Streibl und des Bayerischen Rundfunks zu Anfang der Neunzigerjahre nicht von dem unterschieden, was wir heute von der FP&Ouml; oder von manchen in der AfD h&ouml;ren.<\/li>\n<li>Den Rechtsruck in Europa gibt es schon lange: Blair hat Labour in den neunziger Jahren nach rechts verschoben, bis zur Nicht-mehr-Wiedererkennung: New Labour nannte man das. Das war der Vorlauf zu Schr&ouml;der sozusagen. Und dann hat er erst die Macht in Gro&szlig;britannien gewonnen und dann verloren. Und &auml;hnlich ging es in vielen anderen L&auml;ndern Europas: in D&auml;nemark, in Schweden, in Norwegen, in Frankreich, in Italien und Portugal. Berlusconi ist das herausragende Symbol f&uuml;r den Rechtsruck in Europa. Wo haben eigentlich Sozialdemokraten noch regiert? Rechtsruck ohne Fl&uuml;chtlingsstr&ouml;me.<\/li>\n<li>Und dann haben sich sogenannte linke Parteien, die Sozialdemokraten und andere linke Parteien Europas so sehr selbst nach rechts geschoben, dass ihre Politik kaum mehr zu unterscheiden war von den Konservativen. Das gilt f&uuml;r den erw&auml;hnten Gerhard Schr&ouml;der wie auch f&uuml;r Frankreich unter Hollande.<\/li>\n<li>&Uuml;brigens begann in Deutschland diese Verschiebung zugunsten rechter Positionen schon bei der Abl&ouml;sung von Brandt durch Schmidt. Damals fing es zumindest an und gegen Ende der Regierung Schmidt wechselte dieser Bundeskanzler Ausgangs der siebziger Jahre st&auml;ndig von progressiven Positionen zu Positionen, die er selbst gelegentlich vertrat oder unter dem Druck von Graf Lambsdorff, seinem Wirtschaftsminister und dessen Staatssekret&auml;r Hans Tietmeyer, &uuml;bernommen hat. Es sei an dieser Stelle an die Operation 82 erinnert, eine Sparaktion zulasten des Sozialstaats, gegen die sich die IG Metall unter dem Vorsitz von Franz Steink&uuml;hler mit gro&szlig;en Demonstrationen aufgelehnt hat. <\/li>\n<li> So muss man als entscheidende Beobachtung f&uuml;r die Bilanz des Rechtsrucks festhalten, dass die linken Parteien, fr&uuml;her die SPD allein, und heute die SPD und die Gr&uuml;nen und einige Elemente der Linkspartei schon gar nicht mehr versuchen, eine politische Alternative zum Neoliberalismus zu formulieren und schon gar nicht versuchen, diese Alternative geistig und weltanschaulich und mit einer Wertorientierung zu unterf&uuml;ttern. Egoismus und &bdquo;jeder ist seines Gl&uuml;ckes Schmied&ldquo; ist auch ihre Ideologie, mit kleinen Variationen. Sie haben schon in den neunziger Jahren und nachdr&uuml;cklich im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts ihren Willen zur fortschrittlichen Gestaltung unseres Landes aufgegeben &ndash; mit wenigen Ausnahmen, das betraf meist die Homo-Ehe oder etwas &auml;hnliches und die Rechte der Frau. Lauter wichtige Sachen, aber sie sind nicht entscheidend f&uuml;r die Pr&auml;gung einer linken Alternative. Sie haben den Willen zur Gestaltung unserer Gesellschaft im fortschrittlichen Sinne aufgegeben. <\/li>\n<\/ol><p><strong>Der Kampf gegen die Beteiligung linker Kr&auml;fte an der Macht ist weltweit angelegt und wird weltweit gef&uuml;hrt<\/strong><\/p><ol start=\"12\">\n<li>Man kann heute einen Text &uuml;ber das Verschwinden und die Strategie der Linken nicht schreiben, ohne wahrzunehmen, was weltweit abgeht: alles, was wirklich fortschrittlich ist, wird Gegenstand von Intervention zum Regime Change: in Brasilien, in Venezuela, in Kuba, wenn auch getarnt als Freundlichkeit. Alles Linke wird bek&auml;mpft, so in den USA und in Gro&szlig;britannien und in Frankreich, und in Spanien. Und Griechenland. Dort hat man die linke Regierung am ausgestreckten Arm verhungern lassen, damit sie keinen Erfolg hat.<\/li>\n<\/ol><p><strong>Die entscheidende Beobachtung und Erkl&auml;rung zum Niedergang der Linken und zum Rechtsruck: fr&uuml;her oder sp&auml;ter werden alle linken Bewegungen fremdbestimmt<\/strong><\/p><ol start=\"13\">\n<li>Die M&auml;chtigen in der Welt versuchen, jede linke Bewegung im Keim zu ersticken oder sie so zu beeinflussen, zu ver&auml;ndern und zu pr&auml;gen, dass von links nichts mehr &uuml;brigbleibt. Deshalb gilt: Man kann heute nicht &uuml;ber das Versagen der Linken bzw. der Parteien, die man als links betrachten k&ouml;nnte, schreiben und sprechen, ohne wenigstens wahrzunehmen, dass dieser Versuch der Fremdbestimmung und der Unterwanderung von au&szlig;en immer wieder gemacht wird. In der SPD gibt es fast keine F&uuml;hrungspersonen mehr, von denen man annehmen kann, sie seien nicht fremdbestimmt und die Linkspartei wird immer in der Gefahr stehen, dass man es bei ihr auch versucht. (Siehe auch: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=84\">Die fremdbestimmte Linke<\/a> &ndash; Albrecht M&uuml;ller, Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik, 10\/2003, S. 1162-1165)<\/li>\n<li>Die g&auml;ngig gewordene politische Korruption ist der Katalysator, das &Ouml;l sozusagen im Feuer des Rechtsrucks. Wenn man einen politisch korrupten Politiker aus Luxemburg zum Pr&auml;sidenten der europ&auml;ischen Union macht, dann braucht man sich dar&uuml;ber nicht mehr zu wundern. Und wenn man die Altersvorsorge so privatisieren l&auml;sst wie bei uns, dann braucht man sich auch nicht dar&uuml;ber zu wundern, dass das Vertrauen in die Demokratie verloren geht.<\/li>\n<\/ol><p><strong>Das Imperium sorgt f&uuml;r die Fremdbestimmung und sorgt f&uuml;r den Rechtsruck.<\/strong><\/p><ol start=\"15\">\n<li>Das US-Imperium k&uuml;mmert sich um die Innereien anderer V&ouml;lker.\n<p>Die Fremdbestimmung l&auml;uft &uuml;ber die Medien. Sie sind das Hilfspersonal des Rechtsrucks.<\/p>\n<p>Und sie l&auml;uft f&uuml;r die Parteien. Sie haben sich schon in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts einer wenigstens ein bisschen anspruchsvolleren programmatischen Debatte entledigt.<\/p><\/li>\n<li>Kritische Medien wurden ihres Bisses beraubt. Beste Beispiele sind der Spiegel und der Stern und auch die meisten Magazine in den &ouml;ffentlich-rechtlichen Sendern.\n<p>In einer gro&szlig;en Gemengelage von Politik, Wirtschaft und Medien haben sich die sogenannten Atlantiker ausgebreitet. Sie bestimmen heute weitgehend die Meinungsbildung bei CDU\/CSU, FDP, SPD und Gr&uuml;nen. Und bei den wichtigsten Medien: von den &ouml;ffentlich-rechtlichen &uuml;ber die privaten Sender bis zu den gro&szlig;en regionalen Zeitungen und den Presseagenturen.<\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>Die Ohnmacht der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger<\/strong><\/p><ol start=\"17\">\n<li>Angesichts der gewaltigen Macht der bestimmenden Kr&auml;fte bleibt den meisten B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern eigentlich gar nichts anderes &uuml;brig, als sich ohnm&auml;chtig zu f&uuml;hlen. Die Zerst&ouml;rung der sozialen Sicherheit war ein wichtiger Katalysator des Rechtsrucks, genauso wie auch der Aufbau des Niedriglohnsektors, Leiharbeit, prek&auml;re Arbeitsverh&auml;ltnisse.\n<p>Die Konsequenz aus der Ohnmacht: Verschwinden des politischen Interesses, Entpolitisierung, Wahlenthaltung. Sie brechen aus, wenn es eine Alternative gibt und manche sehen in der AfD eine Alternative. Deshalb ist die Wahlbeteiligung bei den letzten Wahlen gestiegen. Das ist sozusagen ein Notschrei. <\/p>\n<p>Das Kernproblem: die linken haben in den letzten Jahrzehnten keine Alternative mehr geboten. Im Gegenteil, bei ihrem st&auml;ndigen irren Versuch, Mehrheiten dadurch zu gewinnen, dass sie in die Mitte r&uuml;ckten (was das auch immer f&uuml;r Bl&ouml;dsinn bedeutet), sind sie immer weiter nach rechts ger&uuml;ckt.<\/p><\/li>\n<li>CDU\/CSU, SPD und Gr&uuml;ne haben den Boden f&uuml;r die AfD bereitet.\n<p>Der Name der AfD ist &uuml;brigens sehr geschickt gew&auml;hlt. In der Tat geht es n&auml;mlich darum, dass wir eine Alternative zur herrschenden Ideologie und zur herrschenden praktischen Politik gebrauchen. Aber wir brauchen nicht die AfD.<\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>Wir brauchen eine wirkliche fortschrittliche Alternative. <\/strong><\/p><p><strong>Deren Inhalt und Profil ist leicht zu formulieren: Sozialstaatlichkeit, aktive Besch&auml;ftigungspolitik, eine Wirtschafts-, W&auml;hrungs- und Finanzpolitik, die die L&auml;nder Europas wieder zusammenf&uuml;hrt Friedenspolitik und keine milit&auml;rischen Interventionen, gemeinsame Sicherheit in Europa, auch mit Russland. Kampf gegen die Ursachen der Fl&uuml;chtlingsbewegung: die Kriege und die Zerst&ouml;rung der L&auml;nder im Nahen und mittleren Osten. Verabschiedung der USA aus Europa und St&auml;rkung der UNO.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/autor_mueller-1.jpg\" title=\"Albrecht M&uuml;ller\" alt=\"Albrecht M&uuml;ller\"\/><\/div>\n<p>Die AfD treibt nur auf die Spitze, was die etablierten Parteien vorgemacht und vorbereitet haben. 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