{"id":3331,"date":"2008-07-11T16:36:50","date_gmt":"2008-07-11T14:36:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3331"},"modified":"2008-07-11T16:36:50","modified_gmt":"2008-07-11T14:36:50","slug":"hinweise-des-tages-2-72","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3331","title":{"rendered":"Hinweise des Tages (2)"},"content":{"rendered":"<p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3331&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>Arbeitgeber-Chef will mit Gewerkschaften Mindestlohn bek&auml;mpfen<\/strong><br>\nArbeitgeberpr&auml;sident Hundt versucht, eine ungew&ouml;hnliche Koalition zustande zu bringen: Er hat die deutschen Gewerkschaften aufgerufen, gemeinsam mit den Arbeitgebern gegen Mindestl&ouml;hne zu k&auml;mpfen. Arbeitgeber und Gewerkschaften sollten &ldquo;<em>gemeinsam f&uuml;r den Vorrang von Tarifvertr&auml;gen vor staatlicher Lohnfestsetzung eintreten<\/em>&ldquo;, schreibt der Arbeitgeberpr&auml;sident. Es k&ouml;nne nicht im Interesse der Gewerkschaften sein, sich selbst mit der Forderung nach Mindestl&ouml;hnen die Gesch&auml;ftsgrundlage zu entziehen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,druck-565210,00.html\">Spiegel Online<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1365731\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Da haben die Arbeitgeberverb&auml;nde jahrelang die Fl&auml;chentarifvertr&auml;ge bek&auml;mpft, da wurden f&uuml;r 12 Prozent aller Besch&auml;ftigten, im verarbeitenden Gewerbe gar f&uuml;r 27 Prozent betriebliche B&uuml;ndnisse durchgesetzt, da ist die Zahl der tarifgebundenen Betriebe ist in den letzten zehn Jahren erheblich zur&uuml;ckgegangen. 1996 arbeiteten in Westdeutschland 69 Prozent der Besch&auml;ftigten in Betrieben, in denen ein Fl&auml;chentarifvertrag galt. Im Jahr 2006 waren es nur noch 57 Prozent. <a href=\"?p=2411\">In Ostdeutschland sank der entsprechende Anteil der Besch&auml;ftigten von 56 auf 41 Prozent.<\/a> Und jetzt wo es um den Mindestlohn geht, will der Arbeitgeberpr&auml;sident die Gewerkschaften mit dem Fl&auml;chentarifvertrag locken.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Versch&auml;rftes Poldermodell<\/strong><br>\nK&uuml;rzungen bei Arbeitslosen, Rente ab 67: Die Niederlande erneuern ihren sozialen Kooperatismus.\n<p>Mitte Juni pr&auml;sentierte eine von der gro&szlig;en Koalition aus Christlich-Demokratischem Appell (CDA), der sozialdemokratischen Partei der Arbeit (PvdA) und der kleinen Christen-Union (CU) eingesetzte Kommission unter dem Vorsitz des Vorstandschefs des Postkonzerns TNT, Peter Bakker, ihren Abschlu&szlig;bericht, der Vorschl&auml;ge f&uuml;r neue wirtschaftsliberale Reformen enth&auml;lt. Unter anderem empfiehlt das Gremium, die Arbeitslosenunterst&uuml;tzung statt der heute 38 Monate nur noch maximal 12 bis 18 Monate zu zahlen. Die H&ouml;he des Arbeitslosengeldes soll schrittweise auf das Niveau der Sozialhilfe gesenkt werden, Abfindungen sollen k&uuml;nftig nur noch einen Bruchteil der heutigen Summen betragen und die Besch&auml;ftigten w&auml;hrend eines Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisses dazu gezwungen werden, Geld anzusparen, das sp&auml;ter f&uuml;r Umschulungen verwendet werden kann. Zudem ist eine Erh&ouml;hung des Rentenalters von 65 auf 67 Jahre geplant.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2008\/07-11\/011.php\">junge Welt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Es scheint so als habe sich Peter Hartz nach seinem Rauswurf bei VW als Berater in die Niederlande abgesetzt. Oder sind diese Pl&auml;ne nur ein Beweis daf&uuml;r, dass sich das deutsche Sozialdumping nun aus Gr&uuml;nden der Wettbewerbsf&auml;higkeit auch bei unseren Nachbarn durchsetzt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Gro&szlig;handelspreise Juni 2008: + 8,9% zum Juni 2007 <\/strong><br>\nDer Index der Gro&szlig;handelsverkaufspreise lag nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Juni 2008 um 8,9% &uuml;ber dem Vorjahresstand. Dies war die h&ouml;chste Jahresteuerungsrate seit Januar 1982 (+ 9,5%). Im Mai 2008 und im April 2008 hatte die Jahresver&auml;nderungsrate + 8,1% beziehungsweise + 6,9% betragen. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Gro&szlig;handelspreisindex im Juni 2008 um 0,9%.\n<p>Preiserh&ouml;hungen gegen&uuml;ber Juni 2007 waren insbesondere im Gro&szlig;handel mit festen Brennstoffen und Mineral&ouml;lerzeugnissen (+ 24,3%) zu beobachten. Gegen&uuml;ber dem Vormonat verteuerten sich die Waren hier um 3,7% (Mai 2008: + 5,3%). Erze, Eisen, Stahl, Nicht-Eisen-Metalle und deren Halbzeug wurden im Vorjahresvergleich um 12,3% teurer, gegen&uuml;ber Mai 2008 wurde 3,8% mehr bezahlt.<\/p>\n<p>Getreide, Saaten und Futtermittel verteuerten sich im Juni 2008 im Vorjahresvergleich um 27,9%. Gegen&uuml;ber Mai 2008 sanken die Preise auf Gro&szlig;handelsebene jedoch saisonbedingt um 4,0% (nach &ndash; 7,5% im Mai gegen&uuml;ber April 2008). Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speise&ouml;le und Nahrungsfette waren um 13,5% teurer als im Vorjahr. Gegen&uuml;ber dem Vormonat ver&auml;nderten sich die Preise hier kaum (+ 0,2%), nachdem sie im Mai gegen&uuml;ber dem Vormonat um 4,1% gefallen waren. Bei Kaffee, Tee, Kakao und Gew&uuml;rzen lag das Preisniveau um 11,2% &uuml;ber dem des Vorjahres. Gegen&uuml;ber Mai 2008 stiegen die Preise in diesen Bereichen um 1,6%.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2008\/07\/PD08__251__61281,templateId=renderPrint.psml\">Statistisches Bundesamt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Hier zeigt sich, wie die Steigerung der Energie- und Nahrungsmittelpreise auf das Preisniveau durchschl&auml;gt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Antwort der Bundesregierung: Fiskalische Effizienz der Abgeltungsteuer<\/strong><br>\nDie Steuermindereinnahmen durch Einf&uuml;hrung einer Abgeltungsteuer waren im Zusammenhang mit der Reform der Unternehmensbesteuerung mit 870 Mio. Euro beziffert worden. Eines der Ziele der ab 2009 geltenden Abgeltungsteuer &ndash; mit der Deutschland eine moderne Kapitalertragsbesteuerung erh&auml;lt &ndash; ist es, Kapitalabfl&uuml;sse zu reduzieren und einen Anreiz f&uuml;r Kapitalr&uuml;ckfl&uuml;sse zu setzen. Der attraktive Abgeltungsteuersatz von 25 Prozent bietet einen wirksamen Anreiz f&uuml;r steuerehrliches Verhalten. Bislang waren Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne aus Wertpapieren &ndash; abgesehen von sog. Finanzinnovationen im Sinne des &sect; 20 Abs. 2 Nr. 4 des Einkommensteuergesetzes &ndash; au&szlig;erhalb der Jahresfrist grunds&auml;tzlich steuerfrei. Dies hat zu der Entwicklung einer un&uuml;berschaubaren und st&auml;ndig wachsenden Zahl von komplizierten Finanzprodukten gef&uuml;hrt, die zur Steueroptimierung laufenden Ertrag in steuerneutrale Ver&auml;u&szlig;erungs- bzw. Kursgewinne umgestalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/16\/098\/1609827.pdf\">Deutscher Bundestag [PDF &ndash; 52 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Staat schafft weniger Ausgleich<\/strong><br>\nDie Einkommen streben weiter auseinander. Die staatliche Umverteilung gleicht die zunehmenden Diskrepanzen nur zum Teil aus &ndash; unter anderem deshalb, weil Spitzenverdiener immer weniger zum Steueraufkommen beitragen. Der Anteil der Steuern, die vor allem die Bezieher mittlerer und niedriger Einkommen aufbringen, ist in den vergangenen Jahrzehnten st&auml;ndig gewachsen, betont Sch&auml;fer. \n<p>So machten die so genanntenMassensteuern &ndash; vor allem Lohn-, Mehrwert- und Mineral&ouml;lsteuer &ndash; 1960 knapp 38 Prozent des gesamten Steueraufkommens aus. 2006 waren es jedoch bereits 70 Prozent. Der Anteil aller Gewinnsteuern sank im gleichen Zeitraum von 35 auf 20 Prozent. Als Folge der j&uuml;ngsten Unternehmensteuerreform und der bevorstehenden Abgeltungsteuer rechnet der Verteilungsexperte mit einem weiteren R&uuml;ckgang. Besserverdiener zahlen relativ zu ihrem Einkommen auch weniger in die Sozialversicherung ein als Durchschnittsverdiener, erg&auml;nzt IMK-Forscher Rudolf Zwiener.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/impuls_2008_12_3.pdf\">B&ouml;ckler impuls [PDF &ndash; 72 KB]<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Ziel dieser Abgeltungssteuer ist nach Ansicht der Bundesregierung, die internationale Kapitalflucht einzud&auml;mmen. Dazu meint allerdings der Vorsitzende der Deutschen Steuergewerkschaft, Dieter Ondracek: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/wirtschaft\/artikel\/1\/abgeltungssteuer-geschenkt\/?src=MT&amp;cHash=903108280e%20\">&ldquo;Wir stellen fest, dass wegen der Abgeltungssteuer mehr Geld ins Ausland flie&szlig;t.&rdquo;<\/a> <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Verbrauchersch&uuml;tzer verklagen Bausparkassen: Es geht um mehrere Milliarden Euro<\/strong><br>\nDer Versuch einer Einigung in letzter Minute ist gescheitert: Die nordrhein- westf&auml;lische Verbraucherschutz- zentrale   wird in einem Musterprozess drei der 25 deutschen Bausparkassen verklagen. Das berichtet die in Essen erscheinende &ldquo;Westdeutsche Allgemeine Zeitung&rdquo; (WAZ, Freitag). Grund: Die Verbrauchersch&uuml;tzer bewerten die Tatsache, dass die Bausparkassen bei Abschluss eines Vertrags mehrere hundert  Euro Geb&uuml;hren verlangen, als &ldquo;rechtlich unzul&auml;ssig&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/linkszeitung.de\/content\/view\/169217\/1\/\">Linkszeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Wer fr&uuml;her stirbt, hat draufgezahlt<\/strong><br>\nPrivate Rentenpolicen versprechen satte Renditen und einen sorglosen Ruhestand. Die Realit&auml;t sieht aber anders aus. Wer nicht alt wird wie Methusalem, erleidet oft herbe Verluste.\n<p>Ist es realistisch, f&uuml;r die Versicherungsnehmer eine durchschnittliche Lebenserwartung von 89 Jahren anzusetzen?<\/p>\n<p>An dieser Stelle verweisen die Verbrauchersch&uuml;tzer auf eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung zur Lebenserwartung m&auml;nnlicher Rentner und Pension&auml;re. Diese gelangt zu v&ouml;llig anderen Ergebnissen. So lag etwa im Jahr 2003 die durchschnittliche Lebenserwartung von Rentnern nach Erreichen des 65. Lebensjahres nur bei knapp 81 Jahren.<\/p>\n<p>Legt man den Berechnungen zur Rentabilit&auml;t diese (realistischen) Zahlen zugrunde, erscheint die Rentenversicherung pl&ouml;tzlich minder attraktiv.<br>\nDie Rentner insgesamt w&uuml;rden im Durchschnitt bei der Allianz auf eine Verzinsung von gerade einmal 0,2 Prozent kommen; bei der Z&uuml;rich droht sogar ein Verlust von 0,74 Prozent pro Jahr. <\/p>\n<p>Rentner, die in bescheidenen wirtschaftlichen Verh&auml;ltnissen leben, m&uuml;ssen mit noch weniger rechnen. Ihnen droht bei der Allianz ein Minus von einem Prozent pro Jahr und bei der Z&uuml;rich sogar von knapp zwei Prozent. Real, also nach Ber&uuml;cksichtigung der Inflation, w&auml;ren die Ergebnisse noch desastr&ouml;ser.<br>\nFazit der Verbrauchersch&uuml;tzer: Wer eine private Rentenversicherung abschlie&szlig;t, muss ein ziemlicher Optimist sein, was seine pers&ouml;nliche Lebenserwartung angeht &ndash; oder sich damit abgefunden haben, dass er seinem Versicherer vermutlich eine Menge Geld schenken wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/altersvorsorge\/privatrente\/rente-wer-frueher-stirbt-hat-draufgezahlt_aid_317299.html\">Focus<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung 2009: Unions-Mittelstand will 2,8 Prozent<\/strong><br>\n&ldquo;<em>Da ist 2,8 Prozent drin und nicht nur 3,0<\/em>&ldquo;, sagte der Vorsitzende des Unions-Parlamentskreises Mittelstand, Michael Fuchs (CDU), diese Woche in Berlin. Die positive Entwicklung der Einnahmen der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit lie&szlig;e dies zu. Bisher wird vor allem &uuml;ber eine Senkung von derzeit 3,3 auf 3,0 Prozent des Bruttoeinkommens diskutiert. Der niedrigere Beitragssatz k&ouml;nnte vom 1. Januar 2009 an gelten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.haufe.de\/SID41.AtiXT0h3PHQ\/sozialversicherung\/newsDetails?newsID=1215692484.47&amp;portal=HPO&amp;d_start:int=0&amp;\">Haufe online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Martin Betzwieser:<\/strong> Die Absenkung von 3,3% auf 3% ist ja wohl schon beschlossene Sache. Das und weitere Senkungspl&auml;ne werden dann &uuml;berall als deutliche Entlastung der Menschen dargestellt. Wer mal nachrechnet, wird feststellen, dass eine Beitragssenkung von 0,2% (Arbeitnehmer\/innen und Arbeitgeber je zur H&auml;lfte!) tats&auml;chlich eine Entlastung von 10 Cent pro &euro; 100,00 Sozialversicherungsbrutto bedeuten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Eine Versicherung f&uuml;r alle Erwerbslagen<\/strong><br>\nDie Arbeitslosenversicherung f&auml;ngt nur den eine Zeitlang auf, der eine sozialversicherungspflichtige Besch&auml;ftigung verliert. Heutige Erwerbsbiografien sind jedoch viel facettenreicher. Eine weiter gefasste Besch&auml;ftigungsversicherung k&ouml;nnte besser dazu passen. Vor allem atypische Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse und kritische &Uuml;berg&auml;nge zwischen verschiedenen Arbeits- und Besch&auml;ftigungsformen werden von der Arbeitslosenversicherung nicht ausreichend abgesichert, konstatiert der Arbeitsmarktexperte.\n<p>Schmid schl&auml;gt vor, die Beitr&auml;ge zur Arbeitslosenversicherung zu splitten: in einen Versicherungsbestandteil und in ein pers&ouml;nlich zu verantwortendes Entwicklungskonto. Jeder Erwerbst&auml;tige k&ouml;nnte selbst entscheiden, ob er daraus Gelder entnimmt f&uuml;r Weiterbildung, den Ausgleich reduzierter Arbeitszeiten oder die &Uuml;berbr&uuml;ckung geminderter Verdienste. Nutzt er es nicht, verf&auml;llt es am Ende des Erwerbslebens. Ein Prozentpunkt des bisherigen Beitrags k&ouml;nnte in ein solches Konto flie&szlig;en. Zus&auml;tzlich m&uuml;sste es aus allgemeinen Steuermitteln so erg&auml;nzt werden, dass alle Besch&auml;ftigten unabh&auml;ngig von ihrem Beitrag auf den gleichen Kontostand kommen. Auch Tarifvertr&auml;ge k&ouml;nnten das Konto aufstocken.<\/p>\n<p>Die derzeit geltende Abgabenfreiheit f&uuml;r eine Nebenbesch&auml;ftigung bis zu 400 Euro geh&ouml;re (&hellip;) abgeschafft, denn: &ldquo;<em>Sie stellt eine sozialpolitische Fehlallokation in der Gr&ouml;&szlig;enordnung von ein bis zwei Milliarden Euro dar, die den ,Insidern&rsquo;, aber nicht den arbeitslosen ,Outsidern&rsquo; zugute kommt<\/em>&ldquo;, urteilt der Wissenschaftler.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/32014_91486.html\">B&ouml;ckler Impuls<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Aktion&auml;re sind die Gewinner der Liberalisierung in der Elektrizit&auml;tswirtschaft<\/strong><br>\nDie Gewinne in der Elektrizit&auml;tswirtschaft sind seit der Marktliberalisierung um 105 % gestiegen, die Personalaufwendungen um 2,5 % gesunken, so eine Studie von &Ouml;konomen der FH Gelsenkirchen. Preissenkungen, zu denen die Stromanbieter von der Politik noch gezwungen werden k&ouml;nnten, gingen zu Lasten der Besch&auml;ftigten und der &Ouml;kologie, schreiben die Autoren.\n<p>Von der Liberalisierung der Elektrizit&auml;tswirtschaft haben zum &uuml;berwiegenden Teil die Kapitaleigner profitiert. Zwischen 1998 und 2005 sind die Gewinne in der Branche um 105 % gestiegen, die Personalaufwendungen sind im gleichen Zeitraum um 2,5 % gesunken. Zu diesem Ergebnis kommen die &Ouml;konomen Heinz-J. Bontrup, Ralf-Michael Marquardt und Werner Vo&szlig; von der FH Gelsenkirchen in einer Untersuchung, die von der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung finanziert wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.vdi-nachrichten.com\/vdi_nachrichten\/aktuelle_ausgabe\/akt_ausg_detail.asp?source=volltext&amp;cat=1&amp;id=39375\">VDI-Nachrichten<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Der asoziale Sozialstaat<\/strong><br>\nReflexhaft mehr Geld zu verteilen ist wieder in Mode. Von Juli an flie&szlig;en &uuml;ber 40 Prozent des Bruttolohns in die Sozialkassen. Millionen Armen n&uuml;tzt das wenig. Das System birgt haarstr&auml;ubende Fehler.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2008\/27\/Armut\">Die Zeit<\/a>\n<p>Statt einer Anmerkung ein Leserbrief von Christoph Butterwegge:<\/p>\n<p><em><strong>Asoziale Eliten<\/strong><br>\nElisabeth Niejahr und Kolja Rudzio: &bdquo;Der asoziale Sozialstaat&ldquo;, ZEIT Nr. 27<br>\nUm die Behauptung, der deutsche Sozialstaat gleiche einem Selbstbedienungsladen und verteile &bdquo;reflexhaft mehr Geld&ldquo;, auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu &uuml;berpr&uuml;fen, bieten sich zwei Untersuchungsmethoden an: ein internationaler und ein interner (historischer) Vergleich. Die empirische Wohlfahrtsstaatsforschung zeigt, dass die Bundesrepublik entgegen dem allgemeinen Bewusstsein keineswegs den &bdquo;gro&szlig;z&uuml;gigsten&ldquo; europ&auml;ischen Sozialstaat besitzt, sondern hinsichtlich der Leistungsgew&auml;hrung unter den 15 alten EU-L&auml;ndern bestenfalls im Mittelfeld rangiert. <\/em><\/p>\n<p>Betrachtet man die Entwicklung der Sozialleistungsquote (Anteil der Sozialausgaben am Bruttoinlandsprodukt) &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum hinweg, erkennt man ein hohes Ma&szlig; an Kontinuit&auml;t. Trotz erheblicher Zusatzbelastungen durch die deutsche Vereinigung, regionale Ungleichgewichte, die Massenarbeitslosigkeit und milliardenschwere Transferleistungen von West- nach Ostdeutschland ist die Sozialleistungsquote (knapp &uuml;ber 30 Prozent) heute niedriger als Mitte der 1970er-Jahre. Hieraus folgt, dass der Wohlfahrtsstaat weder aus dem Ruder gelaufen noch ein F&uuml;llhorn sozialer Wohltaten &uuml;ber den Menschen ausgesch&uuml;ttet worden ist.<\/p>\n<p>Nicht der Sozialstaat ist &bdquo;asozial&ldquo;, wie Elisabeth Niejahr und Kolja Rudzio behaupten, sondern eine Gesellschaft, die glaubt, ihn sich nicht l&auml;nger leisten zu k&ouml;nnen, obwohl sie so wohlhabend ist wie noch nie. Vor allem die (west)deutschen Eliten haben sich vom Konsensmodell der fr&uuml;hen Bundesrepublik verabschiedet und nehmen zumindest billigend in Kauf, dass immer mehr Menschen arm werden und selbst Mittelschichtangeh&ouml;rige zunehmend Angst vor dem sozialen Absturz haben. Nur ein gro&szlig;z&uuml;giger Sozialstaat, der auch Normalverdiener vor allgemeinen Lebensrisiken wie Erwerbslosigkeit, Krankheit, Pflegebed&uuml;rftigkeit und drastischen Einkommensverlusten im Alter sch&uuml;tzt, kann dem Zerfall der Gesellschaft erfolgreich begegnen.<\/p>\n<p>Prof. Dr. Christoph Butterwegge, K&ouml;ln<br>\nAutor des Buches &bdquo;Krise und Zukunft des Sozialstaates&ldquo;<\/p><\/li>\n<li><strong>Regierung: Datenaustausch mit den USA umfasst auch sensible Daten<\/strong><br>\nSowohl die Gewerkschaftszugeh&ouml;rigkeit, als auch Daten zum Sexualleben und Informationen zur Rasse oder ethnischen Herkunft einer Person k&ouml;nnen in Ausnahmef&auml;llen von Relevanz f&uuml;r die Bek&auml;mpfung des internationalen Terrorismus sein. Das schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (16\/9534) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (16\/9279). In dem Abkommen zum Datenaustausch zwischen der Bundesrepublik und den USA stelle jedoch Artikel 12 eine Schutzvorschrift f&uuml;r besonders sensible personenbezogene Daten dar, hei&szlig;t es weiter. F&uuml;r die dort genannten Datenkategorien w&uuml;rden besondere Anforderungen im Hinblick auf die Erforderlichkeit und Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit der Daten&uuml;bermittlung gelten. Deutschland habe sich im Rahmen der Verhandlungen f&uuml;r die Aufnahme einer solchen besonderen Schutzvorschrift f&uuml;r besonders sensible Daten ausgesprochen. Die Bundesregierung r&auml;umt ein, dass &ldquo;jede &Uuml;bermittlung eines personenbezogenen Datums in erster Linie einen Eingriff in das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung darstellt&rdquo;. Ob daneben m&ouml;glicherweise in weitere Grundrechte eingegriffen werde, sei anhand der Umst&auml;nde des Einzelfalls zu pr&uuml;fen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/aktuell\/hib\/2008\/2008_207\/04.html\">Deutscher Bundestag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Dieses Eingest&auml;ndnis der Bundesregierung sollte man sich merken. Die Frage ist nur, warum dieses Abkommen mit den USA dennoch abgeschlossen wurde.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Deutsche sind pessimistischer denn je<\/strong><br>\nDie Bundesb&uuml;rger haben Angst: Noch nie seit der Wiedervereinigung 1990 beurteilten die Deutschen ihre Zukunft so zur&uuml;ckhaltend wie heute. Ein Grund: die steigenden Preise. Gerade hat die Teuerungsrate im Gro&szlig;handel einen neuen Rekord geknackt.\n<p>Die Stimmung ist miserabel: Seit 1990 sch&auml;tzten die Deutschen ihre wirtschaftliche Lage nicht mehr so schlecht ein wie heute. Das stellte die Umfrage &ldquo;ZDF-Politbarometer&rdquo; fest. Demnach gehen 41 Prozent der Menschen hierzulande davon aus, dass es ihnen in einem Jahr finanziell schlechter gehen wird. Nur 15 Prozent rechnen mit besseren Verh&auml;ltnissen.<\/p>\n<p>Besonders belastet die Deutschen die grassierende Teuerung: Das Thema Kosten, Preise und L&ouml;hne ist laut Politbarometer inzwischen mit 60 Prozent der Nennungen das mit Abstand wichtigste vor der Arbeitslosigkeit mit 34 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,565310,00.html\">SPIEGEL<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung J.A.:<\/strong> &bdquo;Der Aufschwung kommt bei den Menschen an&hellip;&ldquo; &ndash; &bdquo;Wir haben die Sozialsysteme zukunftsfest gemacht&hellip;&ldquo; &ndash; usw. &ndash; komisch nur, dass es aus der Sicht der meisten Menschen immer schlimmer wird. Und Merkel hat 68% Zustimmung als Regierungschefin, vollkommen unerkl&auml;rlich.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Schwan tritt an &ndash;  Mehr Demokratie wagen<\/strong><br>\nBei einer ihrer letzten Vorlesungen stellte die kandidatin der SPD f&uuml;r das Bundespr&auml;sidentenamt so etwas wie ihr Programm vor : Mehr Demokratie wagen<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/print-archiv\/printressorts\/digi-artikel\/?ressort=tz&amp;dig=2008%2F07%2F11%2Fa0157&amp;cHash=5f6b5f6284&amp;type=98\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>US-Finanzkrise &ndash; Am Ende haftet der Steuerzahler<\/strong><br>\nDie Finanzkrise in den USA hat mittlerweile derartige Ausma&szlig;e angenommen, dass eines klar ist: Die Politik dort kommt aus der Mithaftung nicht mehr heraus.\n<p>Politik und Notenbank stecken in einer Falle. Sp&auml;testens seit der dramatischen Rettung der Investmentbank Bear Stearns, bei der die Fed in einer Nacht-und-Nebel-Aktion erhebliche Risiken &uuml;bernahm, gehen alle Finanzmarktakteure davon aus, dass der Staat im Notfall als Bankenretter einspringt. Diese implizite Staatsgarantie l&auml;dt Banker zu weiterem riskantem Verhalten ein.<\/p>\n<p>Die Finanzkrise hat aber mittlerweile solche Ausma&szlig;e, dass die Politik aus der Mithaftung nicht mehr herauskommt. Schon gar nicht bei den als Government Sponsored Enterprises verfassten Fannie Mae und Freddie Mac. Die Regierung hat zwar stets betont, dass sie f&uuml;r diese Institutionen keine Garantien abgebe. Die beiden Finanzierer sind aber heute unverzichtbar, denn nur sie halten den Hausmarkt noch halbwegs &uuml;ber Wasser. Nie war offenkundiger, dass es de facto eben doch eine Staatshaftung gibt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/kommentare\/384421.html?mode=print\">FTD<\/a><\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>US-Regierung pr&uuml;ft Verstaatlichung von Fannie Mae und Freddie Mac<\/strong><br>\nIn Washington schrillen die Alarmglocken: Medienberichten zufolge erw&auml;gt die Regierung, die beiden gr&ouml;&szlig;ten US-Hypothekenfinanzierer unter staatlichen Schutz zu stellen. Die Zeche m&uuml;sste der Steuerzahler begleichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/finanzdienstleister\/:Krise%20Hypothekenfinanzierer%20US%20Regierung%20Verstaatlichung%20Fannie%20Mae%20Freddie%20Mac\/384177.html\">FTD<\/a> <\/p><\/li>\n<li><strong>Nominierungsphase f&uuml;r die Worst EU Lobbying Awards 2008 l&auml;uft<\/strong><br>\nDie Nominierungsphase f&uuml;r die Worst EU Lobbying Awards 2008 hat begonnen. Die Worst EU Lobbying Awards richten das Scheinwerferlicht auf anst&ouml;&szlig;ige Lobby-Aktivit&auml;ten, die eine demokratische Entscheidungsfindung untergraben. Bis zum 12. September k&ouml;nnen unter www.worstlobby.eu Kandidaten f&uuml;r zwei Kategorien eingereicht werden:\n<p>F&uuml;r die Kategorie des Worst EU Lobbying Award k&ouml;nnen Lobby-Kampagnen nominiert werden, die bei der Beeinflussung von EU-Entscheidungen auf Irref&uuml;hrung, Verschleierung oder andere anst&ouml;&szlig;ige Lobby-Taktiken zur&uuml;ckgriffen.<\/p>\n<p>F&uuml;r den neuen Sonderpreis f&uuml;r den schlimmsten Interessenskonflikt, den &bdquo;<em>Worst Conflict of Interest Award<\/em>&ldquo;, k&ouml;nnen Europaabgeordnete, EU-Kommissare oder andere Mitarbeiter der EU vorgeschlagen werden, bei denen aufgrund ihres Hintergrunds, Nebent&auml;tigkeiten oder enger Beziehungen zu Lobbyisten ernste Bedenken bestehen, dass sie nicht mehr objektiv und im Sinne des Gemeinwohls handeln k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Mitte Oktober beginnt dann die Internet-Abstimmung &uuml;ber die &bdquo;Top-Kandidaten&ldquo; in jeder Kategorie. Die Preisverleihung findet in der zweiten Dezemberwoche in Br&uuml;ssel statt.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2008\/07\/nominierungsphase-fur-die-worst-eu-lobbying-awards-2008-lauft\/\">LobbyControl<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.worstlobby.eu\/2008\/_de\">Worst Lobby<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3331","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3331","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3331"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3331\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3331"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3331"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3331"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}