{"id":33348,"date":"2016-05-12T16:59:47","date_gmt":"2016-05-12T14:59:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33348"},"modified":"2016-05-13T15:27:19","modified_gmt":"2016-05-13T13:27:19","slug":"vom-niedergang-der-oekonomischen-wissenschaft-und-publizistik-dargestellt-an-der-rentenpolitik-und-am-makrooekonomischen-unverstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33348","title":{"rendered":"Vom Niedergang der \u00f6konomischen Wissenschaft und Publizistik \u2013 dargestellt an der Rentenpolitik und am makro\u00f6konomischen Unverstand"},"content":{"rendered":"<p>Es ist immer wieder erstaunlich, feststellen zu m&uuml;ssen, dass es in der Entwicklung der Menschheit so etwas wie eine Regression, also einen Niedergang, eine R&uuml;ckw&auml;rtsentwicklung des Wissens und der Erkenntnis gibt. Heiner Flassbeck hat dies heute am Beispiel der rentenpolitischen Debatte belegt: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/journalistischer-renten-mischmasch-oder-wie-man-ein-wichtiges-thema-mit-vorurteilen-erledigt-obwohl-die-loesung-auf-der-hand-liegt\/\">Journalistischer Renten-Mischmasch &ndash; oder wie man ein wichtiges Thema mit Vorurteilen erledigt, obwohl die L&ouml;sung auf der Hand liegt.<\/a> &ndash; Mit Hilfe einer wichtigen Rede des Bundeswirtschaftsministers Karl Schiller vom April 1967 kann man belegen, wie die makro&ouml;konomischen Erkenntnisse und Einsch&auml;tzungen abgest&uuml;rzt sind. Beredtes Zeichen der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Relevanz des Absturzes ist das immer wieder erz&auml;hlte Vorurteil, in den siebziger Jahren sei die von Keynes gepr&auml;gte aktive Besch&auml;ftigungs- und Konjunkturpolitik gescheitert. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9898\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-33348-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160513_Makrooekonomischer_Unverstand_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160513_Makrooekonomischer_Unverstand_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160513_Makrooekonomischer_Unverstand_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160513_Makrooekonomischer_Unverstand_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=33348-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160513_Makrooekonomischer_Unverstand_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"160513_Makrooekonomischer_Unverstand_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Auf die Rede von Professor Schiller hat Gerhard Kilper hingewiesen. Kilper ist &Ouml;konom, er verfolgt mit gro&szlig;em Sachverstand und Energie auch fr&uuml;here relevante Texte. Ich zitiere zun&auml;chst aus der Mail von Gerhard Kilper und erg&auml;nze das dann durch eigene Beobachtungen bei der Lekt&uuml;re der Rede Schillers. <\/p><p><strong>Vorweg noch einige Informationen zur Einordnung:<\/strong><\/p><p>Professor Dr. Karl Schiller war ein gro&szlig;er Makro&ouml;konom. Er wurde Bundeswirtschaftsminister, als die SPD im Dezember 1966 mit der CDU\/CSU unter dem Bundeskanzler Kiesinger (CDU) eine gro&szlig;e Koalition einging. Hauptzweck dieser Koalition war die Wiederbelebung von Konjunktur und Besch&auml;ftigung. Schillers Gegenspieler war damals der CSU-Vorsitzende Franz Josef Strau&szlig;. Dabei kann man f&uuml;r die erste Zeit dieser Koalition nicht von einem Gegeneinander sprechen. Der SPD-Mann Schiller und der CSU-Mann Strau&szlig; haben gut zusammengearbeitet &ndash; mit gro&szlig;em Erfolg. Die Rezession der Jahre 1966\/67 war schon sp&auml;testens 1969 vollst&auml;ndig &uuml;berwunden. Konzeptionell federf&uuml;hrend war Schiller. &ndash; Noch eine pers&ouml;nliche Erg&auml;nzung: ab August 1968 war ich Redenschreiber von Karl Schiller und dann im Wahlkampf 1969, der mit einem inhaltlichen Schwerpunkt um die Frage der Aufwertung der D-Mark kreiste, in Schillers Auftrag f&uuml;r diese Thematik des Wahlkampfes verantwortlich. <\/p><p>Die damalige Rede Schillers ist interessant und aktuell. Die Lekt&uuml;re ist all jenen NachDenkSeiten-Leserinnen und Lesern zu empfehlen, die sich f&uuml;r wirtschaftliche Zusammenh&auml;nge und m&ouml;gliche wirtschaftspolitische L&ouml;sungen interessieren. Gerhard Kilper schreibt dazu:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Karl Schillers Rede bei der Beratung des dritten Jahresgutachtens des Sachverst&auml;ndigenrates im Bonner Bundestag am 27. April 1967,&nbsp;enth&auml;lt viele heutzutage immer noch aktuelle wirtschafts- und finanzpolitische &Uuml;berlegungen und Aussagen, z.B. zur Planung und Durchf&uuml;hrung einer damals erforderlichen antizyklischen Haushaltspolitik (Vorziehen &ouml;ffentlicher Investitionen in Verbindung mit der Einbringung eines Zusatzhaushalts oder mehrfach der Hinweis zur Notwendigkeit der Herstellung eines au&szlig;enwirtschaftlichen Gleichgewichts &hellip;).\n<\/p><\/blockquote><p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/160509-schiller-rede.pdf\">Schillers Redetext (14 Seiten) finden Sie hier gescannt als pdf-Datei<\/a>. Sie ist entnommen dem Buch: BMWI Texte, Reden zur Wirtschaftspolitik 1 von Prof. Dr. Karl Schiller, Bundesminister f&uuml;r Wirtschaft; herausgegeben von der Pressestelle des Bundesministeriums f&uuml;r Wirtschaft, Bonn 1968. Der Text ist abgedruckt auf den Seiten 95-108.<\/p><p>Schillers Rede bzw. seine Argumentation halte ich insofern f&uuml;r aktuell, als 1967 konjunkturell eine vergleichbare Stagnations-\/Rezessionsphase wie heute in der Eurozone bestand und weil die Vorg&auml;nger-Regierung Erhard wohl durch ideologische Scheuklappen nicht in der Lage war, ein abgestimmtes wirtschafts- und finanzpolitisches Ma&szlig;nahmeb&uuml;ndel in Richtung konjunkturelle Expansion auf den Weg zu bringen. <\/p><p>Staatssekret&auml;r M&uuml;ller-Armack, der z.B. f&uuml;r aktive Konjunkturpolitik, f&uuml;r die dynamische Rente &ndash; die Rentenreform 1958 wurde von ihm gegen den Willen Erhards mit Adenauers Unterst&uuml;tzung durchgesetzt &ndash; oder f&uuml;r eine gerechtere Verm&ouml;gensverteilung stand, war 1963 von seinem Amt zur&uuml;ckgetreten. M&uuml;ller-Armack hatte sich seit 1950 Erich Preiser als f&uuml;hrenden Berater-Kopf und wohl &bdquo;Erfinder&ldquo; des &bdquo;Magischen Dreiecks&ldquo; in den Wissenschaftlichen Beirat beim Bundeswirtschaftsministerium geholt.<\/p><p>Schillers &Uuml;berlegungen und Ma&szlig;nahmen-Vorschl&auml;ge w&uuml;rden m.E. grunds&auml;tzlich auch f&uuml;r die Wirtschafts- und Finanzpolitik in Euroland Sinn machen, wenn in der Lohnpolitik Deutschland in einer Art &bdquo;Konzertierten europ&auml;ischen Aktion&ldquo; bereit w&auml;re, nachholend sein Lohnniveau entsprechend den Produktivit&auml;tsfortschritten zumindest der letzten 5 Jahre zu erh&ouml;hen.&nbsp;<\/p><p>Schiller hielt seine Rede f&uuml;r die damalige Regierung der Gro&szlig;en Koalition, ihre Inhalte wurden also auch vom damaligen Finanzminister und VWL-Studenten Strau&szlig; mitgetragen. Derma&szlig;en also haben sich die Koordinaten und Argumentationsniveaus hin zum heutigen Juristen Sch&auml;uble verschoben.&ldquo;<\/p><p>So viel von Gerhard Kilper.<\/p><p><strong>Hier meine erg&auml;nzenden Anmerkungen auf der Basis der Lekt&uuml;re der Schillerrede:<\/strong><\/p><ol>\n<li>Es ist erstaunlich, wie schnell und aktuell die damalige Bundesregierung auf konjunkturelle Ver&auml;nderungen reagierte und die eigene Politik nachjustierte. Es geht in der zitierten Rede vor allem um &ouml;ffentliche Ausgaben, um das Vorziehen solcher, und um Sonderabschreibungen, weil man beobachtete, dass die Konjunktur noch eines Schubs bedurfte usw. Und dies alles nach nur sieben Monaten Regierungsverantwortung. So anders kann Wirtschaftspolitik sein!<\/li>\n<li>Welch ein Sachverstand in der Bundesregierung! Verglichen mit Sch&auml;uble, dem Sparonkel. Und verglichen mit dem Bundeswirtschaftsminister von heute, der sich offensichtlich &uuml;berhaupt nicht um Konjunktur und Besch&auml;ftigung k&uuml;mmert. Jedenfalls h&ouml;rt man nichts davon.<\/li>\n<li>Es ist dann auch erstaunlich, wie schnell und erfolgreich die Volkswirtschaft auf die wirtschaftspolitischen Ma&szlig;nahmen reagierte.<\/li>\n<li>Zu diesen Ma&szlig;nahmen geh&ouml;rte damals herausragend die benutzte Sprache und man k&ouml;nnte auch sagen die Aufschwungspropaganda. Schiller bediente sich und das Publikum mit einer sehr bildhaften Sprache, zum Beispiel: Wir &uuml;berwinden die Talsohle. Aufschwung nach Ma&szlig;. Expansive Wirtschaftspolitik. Die Pferde m&uuml;ssen wieder saufen. Z&uuml;ndungsaggregat des Investitionshaushalts. Konzertierte Aktion. Antizyklisch. Die Richtung stimmt. Das wurde in Anzeigen der Bundesregierung und auf Streichholzschachteln, untermalt mit einem Pfeil nach oben und dem Slogan &bdquo;Die Richtung stimmt&ldquo;, unters Volk gebracht.\n<p>Schiller selbst zitiert in seiner Rede einen Beobachter von au&szlig;erhalb, der die Bedeutung der Sprache f&uuml;r die Wirtschaftspolitik erkannt hat und beschreibt.<\/p><\/li>\n<li>Schiller attackiert die Stabilisierungspolitik um jeden Preis. Das ist das, was wir zurzeit mit Sch&auml;uble und Merkel haben.<\/li>\n<li>Freim&uuml;tig attackiert er auch die Bundesbank. Diese war damals und dann ganz besonders in den siebziger Jahren der Hauptagent zulasten der Besch&auml;ftigungspolitik. &ndash; Offensichtlich hatte damals im Jahre 1967 die Bundesbank Nein zu konjunkturpolitischen Konsequenzen aus einem Sondergutachten des Sachverst&auml;ndigenrates gesagt. Darauf Karl Schiller: &bdquo;Die Bundesregierung hat daher &hellip; k&uuml;hl festgestellt, es sei allein Sache der Bundesregierung, einen m&ouml;glichen zweiten Eventhaushalt beim Parlament zu beantragen.&ldquo;<\/li>\n<li>Der Sachverst&auml;ndigenrat muss etwas besser besetzt gewesen sein; jedenfalls geht Bundeswirtschaftsminister Schiller mit diesem relativ freundlich um. <\/li>\n<li>Richtig spannend und hochaktuell sind die Anmerkungen des damaligen Bundeswirtschaftsministers zur au&szlig;enwirtschaftlichen Absicherung und zu den sogenannten Export&uuml;bersch&uuml;ssen. Anders als die Laienprediger von heute hat sich der damalige Bundeswirtschaftsminister nicht der Export&uuml;bersch&uuml;sse ger&uuml;hmt und sich als Exportweltmeister gepriesen. Er hat anders als heute auch an unsere au&szlig;enwirtschaftlichen Partner gedacht, als er feststellte, &bdquo;dass der Export&uuml;berschuss f&uuml;r das internationale Zahlungsbilanzgleichgewicht schon ein recht problematisches Ausma&szlig; erreicht hat.&ldquo;\n<p>Schiller spricht mit Berufung auf seine Mitarbeiter von &bdquo;Einfuhr-Defizit&ldquo;. Bei diesem Begriff schwingt anders als bei &bdquo;Export&uuml;berschuss&ldquo; eine andere Wertung, eine korrekte Wertung, mit. Er erg&auml;nzt: &bdquo;Wenn diese Entwicklung unver&auml;ndert anh&auml;lt, steht die Bundesrepublik in der Gefahr, erneut zum St&ouml;renfried f&uuml;r die internationalen Wirtschaftsbeziehungen gestempelt zu werden.&ldquo; <\/p>\n<p>Wenn dieser damalige Schiller die Eurozone konstruiert h&auml;tte oder erlebt h&auml;tte, was seit Beginn des gemeinsamen W&auml;hrungsraums passiert ist, welche Rolle Deutschland als St&ouml;renfried internationaler Wirtschaftsbeziehungen de facto spielt, er w&auml;re dagegen angegangen. Die heutigen Matadore sonnen sich im Glanz der zerst&ouml;rerischen Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;sse\/Export&uuml;bersch&uuml;sse unseres Landes. So anders ist die Welt gewesen und zu einf&auml;ltig ist sie geworden. So deutlich kann man die Regression, den Niedergang des Sachverstandes der &ouml;konomischen Wissenschaft und der Publizistik festmachen. <\/p>\n<p>Damals erntete Schiller mit dieser einsichtigen Politik bei den meisten, auch bei konservativen Journalistinnen und Journalisten, Zustimmung. Heute verstehen wahrscheinlich die meisten schon nicht mehr, um was es geht. Daf&uuml;r spricht, dass sie sowohl die sogenannte Sparpolitik als auch die Export&uuml;berschusspolitik der heutigen Bundesregierung meist applaudierend mitgemacht haben.<\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>Anhang:<\/strong><br>\n<strong>Ein weiterer Hinweis von Gerhard Kilper auf einen <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/1963\/14\/bruening-war-an-allem-schuld\">interessanten fr&uuml;heren Text<\/a> in der &bdquo;Zeit&ldquo;:<\/strong><\/p><blockquote><p>\nLieber Herr M&uuml;ller,<\/p>\n<p>bitte erlauben Sie, dass ich Sie nochmals wegen eines anderen Textes aus den 1960er Jahren anschreibe, an den ich &uuml;ber eine Fu&szlig;note aufmerksam wurde und den man heute auch dem neoliberalen &Ouml;konomie-Mainstream in Sachen Finanzpolitik vorhalten k&ouml;nnte (falls Sie etwas zur Schiller Rede schreiben, k&ouml;nnten sie ja diesen Artikel u.U. noch anh&auml;ngen &ndash; wenn das irgendwie passt).<\/p>\n<p>Es ist eine Ver&ouml;ffentlichung des ehemaligen Frankfurter Wirtschaftsprofessors Albert Hahn in der ZEIT vom&nbsp; 5.4.1963 mit dem Titel &bdquo;Br&uuml;ning war an allem schuld&ldquo;.&nbsp;In dem Artikel prangert selbst dieser, in seinen Schriften nach dem Krieg (er war seit Mitte der 30er Jahre in die USA emigriert) sonst emotional-unvern&uuml;nftig anti-keynesianisch argumentierende enge ordo-liberale Gefolgsmann Erhards, die Br&uuml;ningschen Austerit&auml;tspolitik wegen ihrer Haushalts- und Steuerpolitik an, bzw. er geht mit Br&uuml;nings Finanzpolitik hart ins Gericht.<\/p>\n<p>Hahn hatte 1920 eine an Wicksell orientierte f&uuml;r den deutschsprachigen Raum damals bahnbrechend neue Geldtheorie entwickelt, in der er die de facto unbegrenzte Geldsch&ouml;pfungsm&ouml;glichkeit der Privatbanken darlegte. Er war mit u.a. Hans Gestrich Unterst&uuml;tzer des Lautenbach-Plans, der 1932 an Br&uuml;ning geschickt und von diesem abgelehnt wurde.&nbsp;<\/p>\n<p>(Wilhelm Lautenbach und Hans Gestrich geh&ouml;rten zusammen mit dem jungen Erich Preiser zu den Keynesianern des &bdquo;Freiburger Kreis&ldquo; oppositioneller &Ouml;konomen, die sich in den 1930er Jahren im Hause Walter Euckens in Freiburg trafen. Nach inhaltlichem Dauer-Streit &uuml;ber die Bedeutung von Keynes und die auch von Lautenbach\/Gestrich &auml;hnlich entdeckten makro&ouml;konomischen Kreislaufzusammenh&auml;nge, trennte sich Wilhelm Lautenbach von den Freiburgern, Gestrich und Preiser blieben dabei, ohne von ihren Keynes-Standpunkten abzur&uuml;cken. Im Gegensatz zu Eucken und seinem Anh&auml;nger Erhard glaubten Preiser\/Gestrich nie an die Hauptaussage des ordo-liberalen Modells, der reglementierender Rahmen einer Rechtsordnung im Zusammenspiel mit einem &uuml;ber &uuml;ber den wirtschaftlichen Interessen stehenden starkem Staat gen&uuml;ge schon f&uuml;r das konjunkturlose Funktionieren des Neoklassik-Modells).\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Nachbemerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Ich habe diese Erg&auml;nzung gerne angeh&auml;ngt, weil sie zum Thema geh&ouml;rt und au&szlig;erdem noch mal auf Erich Preiser hinweist. Ich habe diesen sehr guten &Ouml;konomen und Keynesianer beim Studium, bei der Diplompr&uuml;fung und dann als Kollegen meines Chefs Hans M&ouml;ller in M&uuml;nchen erlebt. Fast in jeder Hinsicht ein Genuss. Preisers B&uuml;cher sind sicher auch noch lesenswert und vermutlich auch aktuell.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist immer wieder erstaunlich, feststellen zu m&uuml;ssen, dass es in der Entwicklung der Menschheit so etwas wie eine Regression, also einen Niedergang, eine R&uuml;ckw&auml;rtsentwicklung des Wissens und der Erkenntnis gibt. Heiner Flassbeck hat dies heute am Beispiel der rentenpolitischen Debatte belegt: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/journalistischer-renten-mischmasch-oder-wie-man-ein-wichtiges-thema-mit-vorurteilen-erledigt-obwohl-die-loesung-auf-der-hand-liegt\/\">Journalistischer Renten-Mischmasch &ndash; oder wie man ein wichtiges Thema mit Vorurteilen erledigt,<\/a><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33348\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,13,54,30],"tags":[499,477,1151,319,487],"class_list":["post-33348","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-audio-podcast","category-denkfehler-wirtschaftsdebatte","category-gestaltete-pdf","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-handelsbilanz","tag-keynesianismus","tag-konjunkturpolitik","tag-lohnentwicklung","tag-produktivitaet"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/33348","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=33348"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/33348\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":33369,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/33348\/revisions\/33369"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=33348"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=33348"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=33348"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}