{"id":3337,"date":"2008-07-16T09:28:55","date_gmt":"2008-07-16T07:28:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3337"},"modified":"2008-07-17T09:08:55","modified_gmt":"2008-07-17T07:08:55","slug":"hinweise-des-tages-692","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3337","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<\/p><p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p><ul>\n<li>Verfassungs&auml;nderung f&uuml;r Jobcenter<\/li>\n<li>Privat statt Staat &ndash; B&uuml;rger zahlen drauf<\/li>\n<li>Postbank trommelt f&uuml;r private Pflichtversicherung<\/li>\n<li>Euro so teuer wie noch nie<\/li>\n<li>Mehdorn musste zu ICE-Kontrollen gezwungen werden<\/li>\n<li>US-Kreditkrise<\/li>\n<li>Studienabbruchsquoten<\/li>\n<\/ul><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3337&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>Jobcenter-Streit beendet: Verfassungs&auml;nderung angestrebt<\/strong><br>\nLangzeitarbeitslose sollen auch k&uuml;nftig eine Betreuung aus einer Hand erhalten. Damit dies m&ouml;glich bleibt, wollen Bund und L&auml;nder das Grundgesetz &auml;ndern. Dies nicht ohne Kritik.\n<p>Zu der &uuml;berraschenden Verst&auml;ndigung kam es gestern auf einer Sonderkonferenz der Arbeits- und Sozialminister in Berlin. Ein monatelanges Tauziehen auf allen Ebenen wurde dadurch verhindert. Erst die angestrebte Verfassungs&auml;nderung macht es m&ouml;glich, das vom Bundesverfassungsgericht beanstandete Modell der Jobcenter von Kommunen und Arbeitsagenturen fortzuf&uuml;hren. F&uuml;r eine Grundgesetz&auml;nderung ist in Bundestag und Bundesrat jeweils eine Zwei- Drittel-Mehrheit notwendig.<\/p>\n<p>Der Beschluss der L&auml;nder zur &Auml;nderung der Verfassung erfolgte einstimmig, teilte der Hamburger Sozialsenator Dietrich Wersich (CDU) als Vorsitzender der Arbeitsministerkonferenz im Anschluss an das Treffen mit. Er sprach von einem &laquo;Durchbruch&raquo;. Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) begr&uuml;&szlig;te das Ergebnis als &laquo;wirklichen Fortschritt&raquo; und k&uuml;ndigte an, die gesetzlichen &Auml;nderungen sollten rasch &ndash; sp&auml;testens bis Jahresende &ndash; umgesetzt werden.<br>\nDas Bundesverfassungsgericht hatte im vergangenen Dezember die von der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit und Kommunen gemeinsam organisierten Arbeitsgemeinschaften (ARGEN) als unzul&auml;ssige Mischverwaltung beanstandet und eine &Auml;nderung bis Ende 2010 gefordert.<\/p>\n<p>Mit dem Beschluss, der diese ARGEN langfristig absichert, erhalten auch zehntausende von Besch&auml;ftigten der Jobcenter eine Perspektive. &laquo;Wir haben jetzt eine Chance, das, was die ARGEN heute tun, besser zu machen&raquo;, zeigte sich der nordrhein-westf&auml;lische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) zufrieden. Die rheinland-pf&auml;lzische Sozialministerin Malu Dreyer (SPD) sagte, die &laquo;gute Konstruktion&raquo; der ARGEN werde nun &laquo;verfassungsgem&auml;&szlig; gemacht&raquo;.<br>\nScholz zeigte sich erfreut, dass die Verst&auml;ndigung mit den L&auml;ndern bereits ein gutes halbes Jahr nach dem Urteil aus Karlsruhe erreicht werden konnte. &laquo;Wir haben jetzt einen Weg miteinander gefunden.&raquo; Erwartet worden war, dass es &uuml;ber die Neuorganisation der Hartz-IV- Verwaltung ein erbittertes und langes Tauziehen geben w&uuml;rde.<\/p>\n<p>Die Reaktion auf den Beschluss fiel positiv aus: Dieser verhindere, dass die bisherigen Strukturen zur Beratung und Vermittlung von Langzeitarbeitslosen &laquo;auf den Kopf&raquo; gestellt werden m&uuml;ssten, sagte die Berliner Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (Linke). Der schleswig-Holsteinische Arbeitsminister Uwe D&ouml;ring (SPD) sprach von einem &laquo;gro&szlig;en Schritt in die richtige Richtung&raquo;. Die Arbeitsexpertin der Gr&uuml;nen, Brigitte Pothmer, sieht einen &laquo;Sieg der Vernunft&raquo;.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.haufe.de\/SID21.IFqh2Uh8hdY\/sozialversicherung\/newsDetails?newsID=1216102833.61&amp;portal=SGB&amp;d_start:int=0&amp;\">Haufe Online<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.pnp.de\/nachrichten\/artikel.php?cid=29-20679954&amp;Ressort=pol&amp;Ausgabe=a&amp;RessLang=&amp;BNR=0%20\">Passauer Neue Presse<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Dem Kommentar des DGB, wie er von der Passauer Neue Presse wiedergegeben wurde, ist kaum etwas hinzuzuf&uuml;gen: &bdquo;Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisierte die Entscheidung der Arbeitsminister gestern scharf. &bdquo;Wir erwarten, dass nicht unsere bew&auml;hrte Verfassung an die schlechte Praxis angepasst wird, sondern umgekehrt&ldquo;, erkl&auml;rte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach im Gespr&auml;ch mit der PNP. Es sei &bdquo;ein Armutszeugnis&ldquo;, dass statt einer sinnvollen Hartz IV-Reform der faule Kompromiss zu den Arbeitsgemeinschaften (ARGEN) und Optionskommunen von damals &bdquo;mit all dem b&uuml;rokratischen Chaos in Beton gegossen und daf&uuml;r auch noch das Grundgesetz ge&auml;ndert werden soll.&ldquo; <\/em><\/p>\n<p>Die zentrale Herausforderung, die Unterst&uuml;tzung und Betreuung Langzeitarbeitsloser m&ouml;glichst unb&uuml;rokratisch und effektiv aus einer Hand zu organisieren, w&uuml;rde damit nicht erf&uuml;llt, &bdquo;sondern um Lichtjahre hinausgeschoben&ldquo;. Au&szlig;erdem sei zu bef&uuml;rchten, &bdquo;dass eine Verfassungs&auml;nderung noch eine ganze Reihe von Begehrlichkeiten weckt, die Arbeitsmarktpolitik weiter zu zerfleddern, um Einzelinteressen zu befriedigen&ldquo;, so Buntenbach. Der DGB verlange, dass die jeweilig unterschiedlichen Kompetenzen von Bundesagentur und Kommunen gest&auml;rkt und geb&uuml;ndelt werden. &bdquo;Die jetzige Situation mit einer Integrationsquote von 3,4 Prozent &uuml;ber eine Grundgesetz&auml;nderung in Stein zu mei&szlig;eln, w&auml;re eine bittere Botschaft f&uuml;r jeden Arbeitslosen&ldquo;, warnte Buntenbach.&ldquo;<\/p>\n<p><em>Au&szlig;er vielleicht noch dieses:<\/em><\/p>\n<p><strong>Weise kritisiert &laquo;Katastrophe&raquo; Jobcenter<\/strong><br>\nDer Chef der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit h&auml;lt die derzeitige Aufgabenverteilung in den Jobcentern f&uuml;r katastrophal. Die bundesweiten Arbeitsgemeinschaften, in denen beide Seiten je zur H&auml;lfte Verantwortung tr&uuml;gen, seien &laquo;ein Mitternachtsbierdeckelkompromiss von beruflich unerfahrenen Menschen&raquo; gewesen, sagte Weise am Samstag im Deutschlandradio Kultur.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.netzeitung.de\/politik\/deutschland\/1085817.html\">Netzeitung<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Interview mit Heiko Habbe, einem Redakteur des Grundrechte-Reports &hellip;<\/strong>\n<p>(&hellip; )zum Stand der Dinge: &ldquo;Ich w&uuml;rde von einer Erm&uuml;dungstaktik sprechen&rdquo;.<\/p>\n<p>Als Alternative zum allj&auml;hrlich pr&auml;sentierten Verfassungsschutzbericht wird seit 1997 von verschiedenen B&uuml;rgerrechtsorganisationen der Grundrechte-Report herausgegeben, welcher die Lage der Mensch- und B&uuml;rgerrechte zum Inhalt hat. Deswegen wurden die Verfasser und Herausgeber des Projekts dieses Jahr mit der Theodor-Heuss-Medaille geehrt. Telepolis sprach mit dem Grundrechte-Report-Redakteur Heiko Habbe &uuml;ber die Verfassungswirklichkeit: &bdquo;Was uns als Herausgebern und Autoren des Grundrechte-Reports besondere Sorge macht, ist, dass von Jahr zu Jahr eine st&auml;rkere Tendenz von Legislative und Exekutive feststellbar ist, ihre Aufgabe bei der verfassungsm&auml;&szlig;igen Ausgestaltung der Rechtsordnung zu missachten (&hellip;) <\/p>\n<p>Die Rechtsvereinheitlichung im europ&auml;ischen Raum weckt Bedenken insbesondere wegen der immer noch unterentwickelten parlamentarischen Kontrolle. Zu viele Entscheidungen werden in Br&uuml;ssel auf der Ebene von Regierungskonferenzen hinter verschlossenen T&uuml;ren getroffen &hellip; Die Auswirkungen lassen sich beispielhaft an der im Werden begriffenen europ&auml;ischen Asylpolitik studieren. Hier setzen sich mit unsch&ouml;ner Regelm&auml;&szlig;igkeit die jeweils niedrigsten Standards durch, wobei die deutschen Regierungen verschiedener Couleur nicht selten erst in Br&uuml;ssel Lobbyarbeit f&uuml;r restriktive Regelungen gemacht haben, um dann anschlie&szlig;end im nationalen Recht Versch&auml;rfungen durchzusetzen mit dem Hinweis, das europ&auml;ische Recht verlange dies.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/bin\/tp\/issue\/r4\/dl-artikel2.cgi?artikelnr=28256&amp;mode=print\">Telepolis<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Privat statt Staat &ndash; B&uuml;rger zahlen drauf<\/strong><br>\n&Ouml;ffentlich-private Partnerschaften gelten in Zeiten knapper Haushaltskassen f&uuml;r viele Kommunen als eine Art Allheilmittel beim Bau und Erhalt &ouml;ffentlicher Einrichtungen. Dabei erweist sich das so genannte &ldquo;Public Private Partnership&rdquo;-Modell (PPP) immer h&auml;ufiger als finanzieller Flop &ndash; zu Lasten der B&uuml;rger.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/frontal21.zdf.de\/ZDFde\/inhalt\/28\/0,1872,7265660,00.html\">Frontal 21<\/a><\/li>\n<li><strong>Gewiefte Banker, ahnungslose K&auml;mmerer<\/strong><br>\nEs ist ein Streit um Millionen zwischen einer kleinen Kommune und dem gr&ouml;&szlig;ten Kreditinstitut Deutschlands: Am Mittwoch urteilt das Wuppertaler Landgericht &uuml;ber eine Schadenersatzforderung der Stadt Hagen gegen die Deutsche Bank. Die westf&auml;lische Kommune bef&uuml;rchtet, wegen eines Zinsoptimierungsgesch&auml;fts, das die damalige Stadtk&auml;mmerin 2005 mit der Bank abgeschlossen hatte, insgesamt rund 50 Millionen Euro zu verlieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1368042\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Postbank-Studie: Altersvorsorge in Deutschland<\/strong><br>\n42 % der noch nicht in Rente befindlichen Deutschen halten die eigene Altersvorsorge f&uuml;r nicht ausreichend. Und 16% aller Deutschen geben sogar an, dass sie ihren Lebensunterhalt im Alter absehbar nicht aus eigenen Mitteln bestreiten k&ouml;nnen. Jeder 6. Deutsche droht demnach im Alter zu verarmen. Dies sind die Kernergebnisse der f&uuml;nften repr&auml;sentativen Studie &bdquo;Altersvorsorge in Deutschland 2007\/2008&ldquo; der Postbank in Zusammenarbeit mit dem Institut f&uuml;r Demoskopie Allensbach.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.postbank.de\/postbank\/pr_dossier_altersvorsorge.html\">Postbank<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Alle Jahre wieder schafft die Postbank durch eine Allensbach-Umfrage einen Medien-Event. Der Tenor ist immer der gleiche: Die Deutschen sind zur Eigenvorsorge nicht willig. Wenn Du Staat nicht willst, dass Dir k&uuml;nftig die armen Alten auf der Tasche liegen oder sie wom&ouml;glich sogar einfach auswandern, dann musst Du die Deutschen durch noch mehr Subvention zu privaten Rentenversicherungen &bdquo;anreizen&ldquo;, und wenn das alles noch nicht hilft, dann musst Du die Leute zu ihrem Gl&uuml;ck zwingen, indem Du eine gesetzliche Pflicht zur privaten Altersvorsorge schaffst. Dann h&auml;tte die Versicherungswirtschaft ihr Endziel erreicht: Eine riesige Umsatzsteigerung in H&ouml;he von vielen Milliarden und entsprechenden Gewinnerl&ouml;sen per Gesetzeszwang &ndash; Rendite per Gesetz sozusagen.<br>\nSiehe dazu nochmals zur letzten Umfrage: <a href=\"?p=2052%20\">Postbank fordert mehr staatliche Subventionen f&uuml;r die private Altersvorsorge und am besten gleich eine private Pflichtrente &ndash; Rendite per Gesetz<\/a><\/em><\/p>\n<p>Auf dem Interneteintrag der Postbank wird gleich noch ein Vortrag von Meinhard Miegel, dem &bdquo;Running Gag&ldquo; der privaten Altersvorsorge, verlinkt. Siehe dazu z.B.:  <a href=\"?p=2040\">Meinhard Miegel kann hellseherisch ausrechnen, dass ein 2040 geborener Mann f&uuml;r 100 Euro Rentenbeitrag im Jahr 2107 gerade noch 89 Euro Rente bekommt<\/a> Dass f&uuml;r 73 % der Deutschen eine staatliche Rente grunds&auml;tzlich zur idealen Alterssicherung z&auml;hlt, kommt nat&uuml;rlich nur am Rande vor. Dass also fast drei Viertel w&uuml;nschten, dass es eine gesetzliche Rente g&auml;be, die sie vor Altersarmut sch&uuml;tzt, f&uuml;hrt aber nicht zur Forderung, diese Form der Rente wieder zu stabilisieren, sondern die Postbank fordert eine h&ouml;here Subventionierung der privaten Rente und am besten eine gesetzliche private Pflichtversicherung.<\/p>\n<p>Dass diese Umfrage nur eine Propagandama&szlig;nahme der Postbank f&uuml;r ihre eigenen Versicherungsangebote darstellt, kann man schon daran erkennen, dass sie sich gleich nach der Darstellung der Studie als die &bdquo;Altersvorsorgebank&ldquo; anpreist. <\/p><\/li>\n<li><strong>Keine Entlastung der Normalverdiener beim Gaspreis vorgesehen<\/strong><br>\nDie Bundesregierung plant keine &ldquo;besonderen Ma&szlig;nahmen&rdquo;, um so genannte Normalverdiener, die keine staatlichen Transferleistungen erhalten, beim Gaspreis zu entlasten. In ihrer Antwort (16\/9919) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (16\/9681) hei&szlig;t es, grunds&auml;tzlich m&uuml;ssten vertretbare Energiepreise f&uuml;r alle Verbraucher im Vordergrund stehen. Die Kostenbelastung der privaten Haushalte k&ouml;nnte dadurch begrenzt werden, dass das Kartellrecht strikt angewendet wird und Ma&szlig;nahmen zur Energieeinsparung gef&ouml;rdert werden. Im &Uuml;brigen steige der Staatsanteil an den Energiekosten seit 2003 nicht mehr, weil seither keine wesentlichen Steuererh&ouml;hungen vorgenommen worden seien. Dagegen seien die Energiepreise erheblich gestiegen. Der prozentuale Steueranteil bezogen auf den Energiepreis sei also gesunken.\n<p>Die Bindung des Gaspreises an den &Ouml;lpreis ist laut Regierung Bestandteil in langfristigen, privatrechtlichen Gasimportvertr&auml;gen zwischen ausl&auml;ndischen Gasproduzenten und inl&auml;ndischen Importeuren. Es gebe keine staatlichen Eingriffsm&ouml;glichkeiten auf diese Preisgestaltung. Andere Mechanismen zur Preisbestimmung zu finden, sei Sache der Unternehmen. Aber auch bei anderen Modellen der Preisgestaltung w&auml;re angesichts der Marktmacht der Gas produzierenden L&auml;nder &ldquo;wohl kaum mit sinkenden Gaspreisen&rdquo; zu rechnen, hei&szlig;t es in der Antwort weiter. Bei der Weiterverteilung des Gases im Inland w&uuml;rden bereits jetzt Liefervertr&auml;ge auch ohne &Ouml;lpreisbindung angeboten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/aktuell\/hib\/2008\/2008_209\/10.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> An die Gasimportvertr&auml;ge, die den Gaspreis an den &Ouml;lpreis koppeln kommt also die Regierung nicht ran. Interessant zu wissen w&auml;re jedoch, wie sich die Gas produzierenden L&auml;nder und die Gasimporteure die Windfall-Profits aus dieser Preisbindung aufteilen. Konkreter: Sahnt nicht nur z.B. Gazprom ab oder auch etwa Ruhrgas als Importeur? Wie sind die Importeure mit den Produzenten miteinander verbandelt, so dass diese Importvertr&auml;ge Vertr&auml;ge zu Lasten der Konsumenten sind? <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Euro so teuer wie noch nie<\/strong><br>\nDer Euro ist am Dienstag auf den h&ouml;chsten Stand in seiner Geschichte gestiegen. Die Gemeinschaftsw&auml;hrung erreichte am Vormittag ein Rekordhoch von 1,6038 Dollar, bevor sie wieder unter 1,60 Dollar sackte. Ausgel&ouml;st wurde der erneute Schw&auml;cheanfall der amerikanischen W&auml;hrung durch die Zuspitzung der Immobilienkrise in den Vereinigten Staaten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44\/Doc~EDF4E4CDC94BC4F20B03E35D1634D4511~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ.Net<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Am Tag der Einf&uuml;hrung des Euro am 1. Januar 2002 musste ein Amerikaner, wenn er seine Dollars in Euro einwechselte, f&uuml;r einen Euro weniger als einen Dollar, n&auml;mlich nur 89 US-Cents bezahlen. Vergleicht man einmal die Gelassenheit, mit der auf das Rekordhoch des Euro und dessen Einfluss auf die internationale Wettbewerbsf&auml;higkeit reagiert wird, mit dem &ouml;ffentlichen Get&ouml;se, dass etwa um die Lohnabschl&uuml;sse, vor allem aber um die Bedeutung der Senkung der sog. &bdquo;Lohnnebenkosten&ldquo; gemacht wird, so ist das schon bemerkenswert.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu:<\/em> <a href=\"wp-print.php?p=2739\">Der H&ouml;henflug des Euros gilt als weitgehend unsch&auml;dlich, aber die sog. Lohnnebenkosten schaden der internationalen Wettbewerbsf&auml;higkeit<\/a><\/p>\n<p><em>Siehe dazu: <\/em><\/p>\n<p><strong>Wirtschaftsexperte Franz: &ldquo;Es wird keine Rezession geben&rdquo;<\/strong><br>\nHoher &Ouml;lpreis, starker Euro und Finanzkrise in den USA &ndash; die Aussichten f&uuml;r die deutsche Konjunktur sind miserabel. Doch der Wirtschaftsweise Franz warnt vor Panikmache.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/boerse\/finanzkrise\/wirtschaftsforscher-es-wird-keine-rezession-geben_aid_318067.html\">Focus<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> So sicher wie das Amen in der Kirche wird aber der Wirtschaftsweise Franz im n&auml;chsten Gutachten des Sachverst&auml;ndigenrats wieder weitere &bdquo;Strukturreformen&ldquo; (d.h. die Senkung der Sozialabgaben) und moderate Lohnabschl&uuml;sse fordern.<br>\nWann merken die Deutschen endlich, dass sowohl die Finanzkrise als auch der st&auml;ndiger Anstieg des Euro gegen&uuml;ber dem Dollar, aber auch gegen&uuml;ber anderen W&auml;hrungen, auf ihren Knochen ausgetragen werden. Es sind im Wesentlichen immer nur die Arbeitnehmer und die Sozialleistungsempf&auml;nger, die daf&uuml;r eintreten m&uuml;ssen, dass die deutsche Wirtschaft weitere Exporterfolge erzielt und dass die Verluste aus der Finanzkrise aufgefangen werden k&ouml;nnen.<br>\nDer Sozialstaat und die L&ouml;hne als variable Verf&uuml;gungsmasse der W&auml;hrungs- und Finanzpolitik.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu passt: <\/em><\/p>\n<p><strong>Steinbr&uuml;ck hetzt gegen Sozialleistungsempf&auml;nger<\/strong><br>\n&ldquo;Eine Erh&ouml;hung um acht oder zehn Euro hat den Gegenwert von zwei Schachteln Zigaretten oder zwei gro&szlig;en Pils. Ich f&uuml;rchte, das Geld kommt bei den Kindern in vielen F&auml;llen nicht an&rdquo;, sagte Steinbr&uuml;ck in den &bdquo;Ruhr Nachrichten&ldquo; im Zusammenhang mit der geplanten Erh&ouml;hung des Kindergeldes.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegen-hartz.de\/nachrichtenueberhartziv\/0344e19ad20b0d401.php\">Gegen Hartz.de<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Das Zitat von Steinbr&uuml;ck ist ziemlich typisch f&uuml;r die Vorurteile der rechten Sozialdemokraten &uuml;ber Sozialleistungen, wonach die Eltern das Kindergeld versaufen und verrauchen. <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Heiner Flassbeck: Im W&uuml;rgegriff der Globalisierung?<\/strong><br>\nDie einfache Lohn- und Gewinnregel garantiert auf der einen Seite die Teilhabe der breiten Masse der Bev&ouml;lkerung an der Produktivit&auml;tsentwicklung via Lohnkostenzuwachs. Sie garantiert auf der anderen Seite, dass die Gesellschaft die Dimension des Sozialen in der Marktwirtschaft auch bei v&ouml;llig offenen M&auml;rkten frei festlegen kann, solange auch dies, die Lohnnebenkosten also, von der Produktivit&auml;t gedeckt sind.\n<p>Letzteres war in Deutschlands Wirtschaftswunderzeiten immer der Fall. Dagegen f&uuml;hrte der mit der Agenda 2010 forcierte Versuch, die breite Masse wegen vermeintlichen Globalisierungsdrucks &uuml;ber Jahre hinweg beim Lohn und bei den Einnahmen f&uuml;r das Soziale von der Teilhabe auszuschlie&szlig;en, zu mangelnder Binnennachfrage und zu einer massiven St&ouml;rung in der internationalen Arbeitsteilung. Denn Deutschland zwingt andere L&auml;nder, &uuml;ber ihren Verh&auml;ltnissen zu leben. Weil das nicht von Dauer sein kann, braucht Deutschland in der Tat eine Agenda 2020 &ndash; aber sie muss ein genau umgekehrtes Vorzeichen haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1367448\">FR<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>F&uuml;r Hartz-IV-Kinder lohnt sich ein Ferienjob kaum<\/strong><br>\nDie Hartz-IV-Gesetze liefern immer wieder Lehrst&uuml;cke f&uuml;r Demotivation und Benachteiligung. Beispiel Ferienjob: Sch&uuml;ler, die in einem Hartz-IV-Haushalt leben, m&uuml;ssen ihr aufgebessertes Taschengeld den Eink&uuml;nften der Eltern zurechnen lassen. Von der Anrechnung ausgenommen ist lediglich der Grundfreibetrag von 100 Euro je Monat. Von dem Betrag, der diese Grenze &uuml;berschreitet, muss der Sch&uuml;ler 80 Prozent von dem Einkommen aus dem Ferienjob in dem Topf der Bedarfsgemeinschaft werfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,566006,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung T.K.:<\/strong> Die einen &ndash; Kinder reicher Eltern &ndash; brauchen nicht in den Ferien arbeiten; die anderen &ndash; Kinder armer Eltern &ndash; d&uuml;rfen nicht; na, wenigstens k&ouml;nnen sie dann ihre Ferien genie&szlig;en (was ja auch Sinn und Zweck der Ferien ist). <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Eilerla&szlig; gegen Mehdorn<\/strong><br>\nEs war nicht, wie in allen Medien verk&uuml;ndet, die Deutsche Bahn AG, die in den vergangenen Tagen als &raquo;Vorsichtsma&szlig;nahme&laquo; alle ICE-3-Einheiten zu einer &raquo;Zusatzuntersuchung mit Ultraschall&laquo; beordert hatte. Vielmehr handelte es sich um einen Beschlu&szlig; der Aufsichtsbeh&ouml;rde Eisenbahn-Bundesamt (EBA), der der Bahn aufgezwungen werden mu&szlig;te. Nach der Entgleisung eines ICE-3 in K&ouml;ln am 9. Juli lie&szlig;en Bahnchef Hartmut Mehdorn und der Bahnvorstand die ICE-3-Z&uuml;ge weiterfahren, auch mit Tempo 300. Das EBA dr&auml;ngte auf sofortige Ultraschallpr&uuml;fungen. Als der Bahnvorstand dazu nicht bereit war, wurde diesem am Freitag der EBA-Bescheid &uuml;bermittelt: Alle im Einsatz befindlichen ICE-3, die seit der letzten Ultraschall&uuml;berpr&uuml;fung mehr als 60000 Kilometer Laufleistung hinter sich hatten, seien &raquo;aus dem Betrieb zu nehmen&laquo; und &raquo;als Leerzug in eine Werkstatt zur Durchf&uuml;hrung von Ultraschallpr&uuml;fungen&laquo; auf &raquo;Rissfreiheit&laquo; zu &uuml;berf&uuml;hren. Es d&uuml;rften &raquo;nur solche Fahrzeuge (&hellip;) wieder in Betrieb genommen werden, f&uuml;r die die Rissfreiheit der Triebradsatzwellen (&hellip;) mittels mechanisierter Ultraschallpr&uuml;fung nachgewiesen ist&laquo;. Schlie&szlig;lich steht dort weiter, da&szlig; die &raquo;sofortige Vollziehung dieses Bescheides (&hellip;) wegen Gefahr im Verzug als Notstandsma&szlig;nahme im &ouml;ffentlichen Interesse (&hellip;) angeordnet&laquo; wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2008\/07-16\/063.php\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Wenn stimmt, was Winfried Wolf berichtet &ndash; und davon gehe ich aus -, dann muss die Tatsache, dass man dies bei nahezu keinem anderen Medium erfuhr, erschrecken. Denn das bedeutet, dass alle, die die Version der Bahn verbreiteten, an der Leine von Mehdorns PR-Maschinierie gef&uuml;hrt werden und auch in einer solchen f&uuml;r viele Menschen lebensgf&auml;hrlichen Aff&auml;re nicht an Aufkl&auml;rung interessiert sind. Ein ger&uuml;ttelt Ma&szlig; an gleichgerichteter Meinungsmache. Wahrlich.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>St&ouml;rfall f&uuml;r Schwarz-Gr&uuml;n<\/strong><br>\nDie Atomdebatte legt den Flirt zwischen Union und &Ouml;kos auf Eis. &Uuml;ber Gespr&auml;che mit Merkel nach der Wahl 2009 wird jetzt nur gespottet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/kommentare\/?em_cnt=1368113\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Nat&uuml;rlich nutzt Gr&uuml;n die Chance zur Profilierung, aber Frau Merkels Gesp&uuml;r f&uuml;r Macht sollte nicht untersch&auml;tzt werden. Falls eine Koalitionschance besteht, wird Frau Merkel die Atomdebatte beenden, die Gr&uuml;nen werden das mit gro&szlig;em Get&ouml;se als ihren Sieg herausstellen und sich wieder in gehobener Stellung auf der Berliner B&uuml;hne tummeln d&uuml;rfen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Wolfgang M&uuml;nchau: In die Katastrophe<\/strong><br>\nDie Ereignisse vom Wochenende zeigen, wie hochgradig ansteckend die Kreditkrise geworden ist. Fannie und Freddie haben n&auml;mlich gar nichts mit der Subprime-Krise zu tun. Im Gegenteil: Beide spielen nur in den seri&ouml;sesten Segmenten des US-Hypothekenmarkts. Der Grund f&uuml;r die De-facto-Pleite dieser beiden Hypotheken-Riesen liegt im Verfall der H&auml;userpreise. Viele Hausbesitzer sind nicht mehr in der Lage, die Schulden abzubezahlen. In einigen F&auml;llen k&ouml;nnten sie es, wollen es aber nicht. Wenn ein Schuldner seinen Verpflichtungen nicht nachkommt, kann nach dem Recht vieler US-Bundesstaaten die Bank nur das Haus zur&uuml;ckfordern, aber nicht mehr. Wenn Hauspreise nun um 20 oder 30 Prozent fallen, wie zum Beispiel in Kalifornien, dann f&auml;llt in vielen F&auml;llen der Wert des Hauses unter die Hypothekenschuld. Da ist es nur logisch, wenn der Hauseigent&uuml;mer seinen Hausschl&uuml;ssel an die Bank zur&uuml;ckschickt. Er ist dann zwar sein Haus los &ndash; die Bank hat aber den schwarzen Peter.\n<p>Die Schulden von Freddie und Fannie belaufen sich auf ungef&auml;hr 5000 Mrd. $, ungef&auml;hr 40 Prozent der gesamten amerikanischen Staatsschulden. Wenn man Freddie und Fannie in die Staatsbilanz konsolidiert, dann liegt die amerikanische Schuldenquote bei rund 100 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/leitartikel\/:Kolumne%20Wolfgang%20M%FCnchau%20In%20Katastrophe\/386072.html\">FTD<\/a><\/p>\n<p><em>Eine andere Sicht der Dinge:<\/em><\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Fannie, Freddie und die L&auml;sterzungen<\/strong><br>\n&bdquo;Fannie Mae&ldquo; ist der gel&auml;ufige Name f&uuml;r die Federal National Mortgage Association. Sie wurde 1938 im Rahmen von Roosevelts New Deal Politik gegr&uuml;ndet, um den Immobilienmarkt zu stabilisieren und es dem &bdquo;kleinen Mann&ldquo; einfacher zu machen, seine eigenen vier W&auml;nde zu besitzen. Lokale Banken und Immobilienfinanzierer konnten die einzelnen Hypotheken an die &bdquo;Fannie Mae&ldquo; auslagern, die sie geb&uuml;ndelt an Gro&szlig;investoren weiterverkaufte. Damit hatten sie freie Mittel, um neue Hypotheken zu vergeben. Bis ins Jahr 1968 war &bdquo;Fannie Mae&ldquo; eine Beh&ouml;rde, 1968 wurde sie privatisiert und ist seitdem ein &bdquo;staatlich gef&ouml;rdertes Unternehmen&ldquo;, welches zwar als private Aktiengesellschaft firmiert, aber aufgrund der gemeinwirtschaftlichen Aufgaben spezielle Vorz&uuml;ge genie&szlig;t und auch spezielle Auflagen hat. &bdquo;Freddie Mac&ldquo; &ndash; eigentlich Federal Home Loan Mortgage Corporation &ndash; wurde 1970 als Konkurrenz gegr&uuml;ndet und ist &bdquo;Fannie Maes&ldquo; Zwilling.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/370\/fannie-freddie-und-die-lasterzungen\">Spiegelfechter<\/a>\n<\/li>\n<p><em>Dazu:<\/em> <\/p>\n<li><strong>Robert von Heusinger: Bitter<\/strong><br>\nDie Banken kann man durch Verstaatlichung retten, wie in Amerika geschehen. Die Konjunktur muss der Staat stabilisieren, wenn die Krise einged&auml;mmt bleiben soll. Das alles kostet viel Geld &ndash; und f&ouml;rdert hoffentlich die Einsicht, dass die Deregulierung unverantwortlich war.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1368130\">FR<\/a>\n<\/li>\n<p><em>Siehe auch: <\/em><\/p>\n<li><strong>US-Kreditkrise: Wie Fannie und Freddie Milliarden verzockten<\/strong><br>\nMit einer dramatischen Rettungsaktion hat die US-Regierung die Hypothekengiganten Fannie Mae und Freddie Mac vor dem Kollaps bewahrt. Es ist ein einzigartiger Eingriff des Staates in die Privatwirtschaft &ndash; die Rechnung bezahlt der Steuerzahler (&hellip;)\n<p>Das gilt auch f&uuml;rs j&uuml;ngste Kapitel dieses Dramas. In dessen Mittelpunkt stehen zwei ebenso gigantische wie obskure US-Unternehmen mit seltsamen Namen: Fannie Mae und Freddie Mac. Fannie und Freddie, wie sie meist nur genannt werden, sind die beiden gr&ouml;&szlig;ten Hypothekenfinanzierer der USA: Fast die H&auml;lfte aller US-Hypotheken sind &uuml;ber sie abgesichert &ndash; insgesamt 5,2 Billionen Dollar (&hellip;)<\/p>\n<p>Denn die saftige Rechnung, so viel war klar, d&uuml;rfte am Ende dem US-Steuerzahler pr&auml;sentiert werden: Fannie und Freddie stehen vor weiteren Riesenverlusten &ndash; und die wird die Regierung nun aus der Staatskasse begleichen m&uuml;ssen. Das ist eine frappierende Entwicklung f&uuml;r ein Land, dem die private Marktwirtschaft heilig ist. &ldquo;Ich verstehe nicht, woher diese Kerle die Dreistigkeit haben, sich unser Geld, unser Steuerzahlergeld zu nehmen&rdquo;, schimpfte Gro&szlig;investor Jim Rogers, der fr&uuml;here Gesch&auml;ftspartner des Hedgefondsk&ouml;nigs George Soros, gestern auf Bloomberg TV. (&hellip;)<\/p>\n<p>Private Gewinne &ndash; sozialisierte Verluste (&hellip;)<\/p>\n<p>Es ist nicht ohne Ironie: In der Hochburg der freien Marktwirtschaft ist der Staat die letzte Hoffnung der Finanzbranche geworden. &ldquo;Wenn du ein Sozialist bist&rdquo;, l&auml;sterte Michael Lind von der New America Foundation in der &ldquo;New York Times&rdquo;, &ldquo;dann solltest du dich freuen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,565867,00.html\">SPIEGEL<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> &bdquo;Wacht da jemand auf?&ldquo; fragt einer unserer Leser, &bdquo;Der SPIEGEL trommelt doch sonst f&uuml;r die Privatisierung von allem, was nicht niet- und nagelfest ist, aber trotzdem zur Daseinsvorsorge z&auml;hlt und am Ende immer vom Staat gerettet werden muss&ldquo;.<\/em><\/p>\n<p>Erg&auml;nzung AM: Wenn Marc Pitzke aus den USA schreibt, dann ist das meist informativ und nicht spiegelgem&auml;&szlig; angepasst. Damit Sie aber nicht auf falsche Gedanken kommen und denken, beim Spiegel tue sich wirklich eine neue Hoffnung auf kritischen Journalismus auf, weisen wir auf <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/0,1518,druck-565291,00.html\">Reinhard Mohr<\/a> zur letzten Sendung mit Anne Will hin. Ein Klischee nach dem andern, schon in den vier Zeilen des Einstiegs. Interessant ist der Versuch, die parlamentarische Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin der Linken, Dagmar Enkelmann, als antidemokratisch darzustellen, weil sie folgenden Satz gesagt hat:<\/p>\n<p>&ldquo;Auch ich finde, diese Demokratie l&ouml;st die Probleme der Menschen nicht.&rdquo;<\/p>\n<p>&bdquo;Diese Demokratie&ldquo; &ndash; damit kann ja wohl die Demokratie gemeint sein, in der die Gewinne privatisiert und die Verluste sozialisiert werden (siehe oben), in der wichtige &ouml;ffentliche Unternehmen wie die Deutsche Bahn privatisiert wird, weil einige daran verdienen wollen, in der angepasste Journalisten wie Reinhard Mohr das Sagen haben. Oder, noch schlimmer, die auf leisen Sohlen und v&ouml;llig legal in einen Zustand verf&auml;llt, wie wir ihn heute in Italien erleben. Siehe dazu den Hinweis auf Berlusconis Sultanat (Hinweise von gestern Ziffer 11). Diese Sorge hat den &bdquo;bedeutenden&ldquo; Spiegelredakteur Reinhard Mohr noch nicht erreicht. Solange der Spiegel von dieser Art von schwadronierenden Journalisten gepr&auml;gt wird, muss man die Hoffnung auf Besserung leider erfahren lassen.<\/p><\/li>\n<li><strong>Gr&ouml;&szlig;te US-Sparkasse wankt &ndash; Riesen-Bankrott in Spanien<\/strong><br>\nDie weltweite Krise bei Hypotheken und Kreditgesch&auml;ften hat mit der gr&ouml;&szlig;ten US-Sparkasse Washington Mutual und dem spanischen Immobilien-Giganten Martinsa Fadesa zwei neue Opfer gefunden. Dem US-amerikanischen Institut drohen Verluste in H&ouml;he von 26 Mrd. Dollar, die aus dem angeschlagenen Hypothekengesch&auml;ft stammen. In Spanien bef&uuml;rchten Finanzexperten mittlerweile ein Platzen der Spekulationsblase auf Immobilien. W&auml;hrend sich die Krise auch in Gro&szlig;britannien dramatisch zuspitzt, zwingen Verluste am Aktienmarkt aufgrund fehlender Mittel zur Refinanzierung den Martinsa Fadesa-Konzern in die Insolvenz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/linkszeitung.de\/content\/view\/169248\/1\/\">Linkszeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>&ldquo;EU in der Krise &ndash; Ist Europa noch zu retten?&rdquo; <\/strong><br>\nGaby Dietzen diskutiert mit Prof. Hans Herbert von Arnim (Hochschule Speyer, EU-Kritiker), Prof. Wichard Woyke (Politikwissenschaftler, Universit&auml;t M&uuml;nster) und Prof. Karl Albrecht Schachtschneider (Universit&auml;t Erlangen-N&uuml;rnberg).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.phoenix.de\/sixcms\/detail.php?id=189591&amp;template=d_ph_videostream_popup&amp;format=4&amp;transfer=2\">Phoenix<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Eine recht interessante Diskussion, die aber nat&uuml;rlich, wie immer bei solchen Sendungen, sehr an der Oberfl&auml;che blieb. Aber immerhin wurden die Demokratiedefizite der EU angesprochen und es wurde deutlich, wie sehr die ver&ouml;ffentlichte Meinung bei ihrer Aufkl&auml;rungsfunktion &uuml;ber die Inhalte des EU-Reformvertrages versagt hat.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Genua bleibt unges&uuml;hnt<\/strong><br>\nSieben Jahre nach den Polizei&uuml;bergriffen beim G8-Gipfel in Genua sind 15 Beamte zu insgesamt 24 Jahren Haft verurteilt worden. Doch die Strafen verj&auml;hren, noch ehe sie rechtskr&auml;ftig werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/?em_cnt=1368122\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>HIS-Bericht &ldquo;Die Entwicklung der Schwund- und Studienabbruchquoten an den deutschen Hochschulen&rdquo;<\/strong><br>\nSchon im Februar 2008 berichtete die HIS Hochschul-Informations-System GmbH &uuml;ber die Entwicklung der Studienabbruchquoten an den deutschen Hochschulen. Unter den Studienanf&auml;ngern der Jahrg&auml;nge von Anfang 2000 ist diese Quote an Universit&auml;ten auf 20 % gefallen, an den Fachhochschulen aber auf 22 % gestiegen. Zum ersten Mal konnten dabei auch Werte f&uuml;r die neu eingef&uuml;hrten Bachelor-Studieng&auml;nge vorgelegt werden.\n<p>Im Rahmen einer erweiterten Berechnung der Erfolgsbilanzen an den deutschen Hochschulen legt HIS jetzt auch Studienabbruchquoten f&uuml;r weitere Abschlussarten vor. Demnach zeigt sich eine besonders g&uuml;nstige Situation in den F&auml;chern, die mit einem Staatsexamen abschlie&szlig;en. Hier liegt der Studienabbruch nur bei rund 7 %. In den bisherigen Diplom- und Magister-Studieng&auml;ngen an Universit&auml;ten betr&auml;gt der Studienabbruch demgegen&uuml;ber 29 % und in den Diplom-Studieng&auml;ngen der Fachhochschulen 21 %. Wie schon gemeldet, weisen die Studienf&auml;nger im Bachelor-Studium der Jahre 2000 bis 2004 an den Universit&auml;ten einen Studienabbruch von 25 % und an den Fachhochschulen von 39 % auf. F&uuml;r die Ingenieurwissenschaften und einen Teil der mathematisch-naturwissenschaftlichen Studieng&auml;nge hohe Studienabbrecheranteile und Wechselquoten charakteristisch. Dem starken Schwund an Immatrikulierten steht nur ein geringer Zuwachs an Studierenden aus anderen Bereichen entgegen, so dass der bilanzierte Verlust mit rund 50 % sehr hoch ausf&auml;llt.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/pages\/de\/news?print=1&amp;id=269354\">IDW<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.his.de\/pdf\/21\/his-projektbericht-studienabbruch_2.pdf\">HIS Studie [PDF &ndash; 2,3 MB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Wissenswirtschaft besch&auml;ftigt immer mehr Fachkr&auml;fte<\/strong><br>\nIm Jahr 2007 entfiel jede dritte Neueinstellung einer Fachkraft mit Berufsausbildung oder Studium auf die forschungsintensiven Industrien und wissensintensiven Dienstleistungen. Der Anteil der sogenannten Wissenswirtschaft an den Stellenbesetzungen im Fachkr&auml;ftebereich ist damit in den letzten Jahren deutlich gewachsen: Im Jahr 2000 lag ihr Anteil an den neueingestellten Fachkr&auml;ften erst bei einem Viertel, berichtet das Institut f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). \n<p>Gerade die Betriebe der Wissenswirtschaft sehen sich besonders h&auml;ufig mit Stellenbesetzungsproblemen konfrontiert, zeigt eine repr&auml;sentative Befragung des IAB von 16.000 Betrieben. Ob Betriebe alle Stellen f&uuml;r Fachkr&auml;fte besetzen k&ouml;nnen, sei aber auch vom Engagement der Betriebe selbst abh&auml;ngig, betonen die N&uuml;rnberger Arbeitsmarktforscher. Diejenigen Betriebe, die gezielt personalpolitische Ma&szlig;nahmen wie Aus- und Weiterbildung nutzen, erwarten der IAB-Studie zufolge auch seltener Probleme bei der Stellenbesetzung. <\/p>\n<p>Im internationalen Vergleich der Industriel&auml;nder hat Deutschland den zweith&ouml;chsten Anteil der forschungsintensiven Industrien und wissensintensiven Dienstleistungen an der gesamtwirtschaftlichen Wertsch&ouml;pfung. Die Wissenswirtschaft erarbeitet rund ein Drittel des gesamtwirtschaftlichen Umsatzes. Lediglich in der Schweiz ist dieser Anteil noch h&ouml;her.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/doku.iab.de\/forschungsbericht\/2008\/fb0308.pdf%20\">IAB [PDF &ndash; 1,4 MB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Ein Blatt im Wind<\/strong><br>\nDie Turbulenzen sind heftig bei der &ldquo;Berliner Zeitung&rdquo;. Weil der Besitzer mehr Gewinn fordert, soll es K&uuml;ndigungen im gro&szlig;en Stil geben. Leser und Angestellte wollen wissen, wie es weitergeht. Sie bekommen keine Antworten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/zeitung\/Die-Dritte-Seite-Berliner-Zeitung;art705,2572798?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>J&uuml;rgen Todenh&ouml;fer: &ldquo;Warum t&ouml;test Du, Zaid?&rdquo;<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/video.google.de\/videosearch?q=todenh%C3%B6fer&amp;sitesearch=#\">Bei Kerner<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<\/p>\n<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen:<\/p>\n<ul>\n<li>Verfassungs&auml;nderung f&uuml;r Jobcenter<\/li>\n<li>Privat statt Staat &ndash; B&uuml;rger zahlen drauf<\/li>\n<li>Postbank trommelt f&uuml;r private Pflichtversicherung<\/li>\n<li>Euro so teuer wie noch nie<\/li>\n<li>Mehdorn musste zu ICE-Kontrollen gezwungen werden<\/li>\n<li>US-Kreditkrise<\/li>\n<li>Studienabbruchsquoten<\/li>\n<\/ul>\n<p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3337","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3337","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3337"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3337\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3337"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3337"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3337"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}