{"id":33554,"date":"2016-05-27T08:46:14","date_gmt":"2016-05-27T06:46:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33554"},"modified":"2016-05-27T08:46:14","modified_gmt":"2016-05-27T06:46:14","slug":"hinweise-des-tages-2632","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33554","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JW\/AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33554#h01\">Wie Europa mit brutalen Regimen kooperiert um Fl&uuml;chtlinge abzuhalten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33554#h02\">Brasilien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33554#h03\">Hartz IV<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33554#h04\">Ausbeutung am laufenden Band<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33554#h05\">Expertenstreit um Zukunft der Rente<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33554#h06\">Die Wohnungskrise in Zeiten der Migration<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33554#h07\">Frankreich auf den Barrikaden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33554#h08\">Weiter am Tropf der Gl&auml;ubiger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33554#h09\">Freihandel: Standards geraten unter Druck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33554#h10\">Trade in Services Agreement<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33554#h11\">Erdogans Zensoren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33554#h12\">Hass und Morddrohungen in Deutschland: Ein Land verliert seine Hemmungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33554#h13\">Alles AfD oder was?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33554#h14\">&bdquo;Klare Kante&ldquo;? Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33554#h15\">Deutschland, du Opfer!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33554#h16\">Das Letzte: Generation Y: Ihr macht uns arm!<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Wie Europa mit brutalen Regimen kooperiert um Fl&uuml;chtlinge abzuhalten<\/strong><br>\nErdogan. Mittlerweile kennt fast jeder den Namen des t&uuml;rkischen Pr&auml;sidenten. Seitdem Europa und die T&uuml;rkei einen Deal zur Bew&auml;ltigung des Fl&uuml;chtlingsaufkommens verhandeln und seitdem ein deutscher Komiker ins Kreuzfeuer dieses Deals ger&auml;t, wird Erdogan als &bdquo;Sultan der T&uuml;rkei&ldquo;, als &bdquo;Irrer vom Bosporus&ldquo; gebrandmarkt. Doch im Schatten des T&uuml;rkei-Deals kooperiert und verhandelt die EU mit noch schlimmeren Regimen, um die Opfer dieser Regime von der Flucht nach Europa abzuhalten. Die Herrscher dieser L&auml;nder haben Millionen von Menschen massakriert (Sudan, S&uuml;dsudan) und beitreiben ein Freiluftgef&auml;ngnis, in dem sie ihre eigene Bev&ouml;lkerung einsperren (Eritrea). Indem die EU gesuchten Menschenrechtsverbrechern Hilfsgelder anbietet und die Ausbildung ihrer Polizei &uuml;bernimmt, missachtet es die Menschenrechte. Europa tr&auml;gt so nicht zur &Uuml;berwindung von Fluchtursachen bei, sondern verfestigt diese Fluchtursachen. Und indem es mit Unrechtsregimen kooperiert, ignoriert Europa die Grunds&auml;tze guter Regierungsf&uuml;hrung, die es anderen so gerne vorschreibt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/zebralogs.wordpress.com\/2016\/05\/26\/wie-europa-mit-brutalen-regimen-kooperiert-um-fluechtlinge-abzuhalten\/\">Zebralogs<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Brasilien<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li>Das erste Interview mit Pr&auml;sidentin von Brasilien nach ihrer Suspendierung<br>\nIn ihrem ersten Interview seit der Suspendierung f&uuml;r maximal 180 Tage spricht die gew&auml;hlte Pr&auml;sidentin von Brasilien, Dilma Rousseff, mit Glenn Greenwald von &ldquo;The Intercept&rdquo;. Das Amtsenthebungsverfahren wurde mit angeblichen Haushaltsman&ouml;vern (&ldquo;pedaladas&rdquo;) von Rousseff begr&uuml;ndet, die das tats&auml;chliche Haushaltsdefizit verschleiern sollten.<br>\nObwohl Rousseff weiterhin die amtierende Pr&auml;sidentin ist und im Pr&auml;sidentenpalast weilt, werden ihre pr&auml;sidialen Aufgaben von ihrem Vizepr&auml;sidenten Michel Temer ausgef&uuml;hrt. Temer hat bereits ein konservatives Kabinett benannt, das nur aus wei&szlig;en, korrupten M&auml;nnern besteht.<br>\nIn diesem Interview spricht Dilma Rousseff mit Glenn Greenwald &uuml;ber die folgenden Themen:\n<ul>\n<li>die Machenschaften Temers nach Amtsantritt als &Uuml;bergangspr&auml;sident;<\/li>\n<li>zivilen Ungehorsam in Brasilien;<\/li>\n<li>die Einfl&uuml;sse auf internationale und wirtschaftliche Beziehungen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/video\/153110\/interview-dilma-rousseff\">amerika21<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>New Political Earthquake in Brazil: Is It Now Time for Media Outlets to Call This a &ldquo;Coup&rdquo;?<\/strong><br>\nBut, unlike the events of the last two weeks, these transcripts are not merely clues or signs. They are proof: proof that the prime forces behind the removal of the president understood that taking her out was the only way to save themselves and shield their own extreme corruption from accountability; proof that Brazil&rsquo;s military, its dominant media outlets, and its Supreme Court were colluding in secret to ensure the removal of the democratically elected president; proof that the perpetrators of impeachment viewed Dilma&rsquo;s continued presence in Brasilia as the guarantor that the Car Wash investigations would continue; proof that this had nothing to do with preserving Brazilian democracy and everything to do with destroying it. (&hellip;)<br>\nUntil now, The Intercept, like most international media outlets, has refrained from using the word &ldquo;coup&rdquo; even as it (along with most outlets) has been deeply critical of Dilma&rsquo;s removal as anti-democratic. These transcripts compel a re-examination of that editorial decision, particularly if no evidence emerges calling into question either the most reasonable meaning of Juc&aacute;&rsquo;s statements or his level of knowledge. This newly revealed plotting is exactly what a coup looks, sounds, and smells like: securing the cooperation of the military and most powerful institutions to remove a democratically elected leader for self-interested, corrupt, and lawless motives, in order to then impose an oligarch-serving agenda that the population despises.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/theintercept.com\/2016\/05\/23\/new-political-earthquake-in-brazil-is-it-now-time-for-media-outlets-to-call-this-a-coup\/\">Glenn Greenwald in The Intercept<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Paul Schreyer:<\/strong> Was in Brasilien stattfand, war offenkundig ein Putsch, wie Glenn Greenwald hier klarstellt. Die deutschen Leitmedien sind aber noch weit davon entfernt, die Dinge so deutlich beim Namen zu nennen. &Uuml;berhaupt wird hierzulande bermerkenswert wenig zu den aktuellen Enth&uuml;llungen aus Brasilien berichtet. Die S&uuml;ddeutsche Zeitung schreibt zur&uuml;ckhaltend von &ldquo;intrigantem Verhalten&rdquo; eines der Putschisten. <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2016-05\/brasilien-romero-juca-uebergangsregierung-korruption\">Zeit Online<\/a> spricht zwar von einem &ldquo;Komplott&rdquo;, lobt die Drahtzieher aber zugleich, &ldquo;echte Politik&rdquo; zu machen, vermeintlich auch &ldquo;aus der &Uuml;berzeugung heraus, dass die notleidende Wirtschaft des Landes gerettet werden muss.&rdquo; Bei der FAZ gab es &uuml;ber eine Agenturmeldung hinaus zun&auml;chst keinen eigenen Bericht zu der Enth&uuml;llung. Auch auf Spiegel Online suchte man Analysen und Kommentare zum Putsch im f&uuml;nftgr&ouml;&szlig;ten Staat der Erde selbst zwei Tage nach Bekanntwerden vergeblich.<\/em><\/p>\n<p>dazu: <strong>Abh&ouml;rskandal belegt Putsch in Brasilien<\/strong><br>\nDer Pr&auml;sident der PMDB, Romero Juc&aacute;, spricht in geleakten Aufnahmen von Absprachen mit Milit&auml;r und Richtern und gibt Gr&uuml;nde f&uuml;r Amtsenthebung preis<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/48\/48334\/1.html\">Telepolis<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Hartz IV<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Spaltung mit System<\/strong><br>\nUnter dem sch&ouml;nen Namen &raquo;Rechtsvereinfachungsgesetz&laquo; befindet sich im Gesetzgebungsverfahren ein Vorschlag des Sozialministeriums zur &Auml;nderung von Hartz IV. Nach Worten des Ministeriums soll dadurch unn&ouml;tige B&uuml;rokratie vermieden und das Gesetz b&uuml;rgerfreundlicher werden. Leider ist die Erf&uuml;llung dieser hehren Ziele nicht zu erwarten.<br>\n&Ouml;ffentliche Aufmerksamkeit erhielt besonders der Aspekt der Neuregelungen f&uuml;r Kinder, die bei getrennt lebenden Eltern aufwachsen. Alleinerziehende sind besonders armutsgef&auml;hrdet in Deutschland. Diese leiden bereits unter der vollst&auml;ndigen Anrechnung von Kinder- und Elterngeld. An ihnen geht auch wirtschaftlicher Aufschwung vorbei, da die Betreuungsm&ouml;glichkeiten f&uuml;r Kinder nicht ausreichen. So sind konstant &uuml;ber ein Drittel aller Alleinerziehenden Hartz-IV-Empf&auml;nger_innen. F&uuml;r diese Gruppe sind nun weitere gravierende K&uuml;rzungen geplant.<br>\nDie K&uuml;rzungen sind auch noch mit einer erheblichen B&uuml;rokratisierung verkn&uuml;pft, da Eltern nun nachweisen m&uuml;ssen, wann sich das Kind wo aufgehalten hat, denn nur f&uuml;r diese Tage sollen Leistungen gew&auml;hrt werden. Dar&uuml;ber hinaus soll, wenn das Kind weniger als die H&auml;lfte der Zeit bei einem Elternteil verbringt, diesem der sogenannten Mehrbedarf f&uuml;r Alleinerziehende vollst&auml;ndig gek&uuml;rzt werden. Die geplanten &Auml;nderungen stellen somit einen origin&auml;ren Beitrag zur Versch&auml;rfung von Kinderarmut dar. Dass die &Auml;nderungsentw&uuml;rfe ausgerechnet aus dem von der Alleinerziehenden Andrea Nahles geleiteten Ministerium kommen, zeigt den lebensweltlichen Abstand, der zwischen der Sozialdemokratie und ihrer urspr&uuml;nglichen W&auml;hlerschaft besteht &ndash; und der einer der vielen Gr&uuml;nde f&uuml;r den Absturz der Partei ist. Neben dieser &raquo;absurden&laquo; &Auml;nderung (Die Welt) sind aber noch weitere Versch&auml;rfungen geplant.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.akweb.de\/ak_s\/ak616\/17.htm\">analyse&amp;kritik<\/a><\/li>\n<li><strong>Repressionsvereinfachung<\/strong><br>\nAngeblich will die Bundesregierung mit ihrer Hartz-IV-Reform Klarheit f&uuml;r Bezieher schaffen. Leichter wird aber das K&uuml;rzen und Streichen<br>\nVier Jahre hat die Bundesregierung an der neunten &Auml;nderung des Zweiten Sozialgesetzbuches (SGB II) unter dem Titel &raquo;Rechtsvereinfachungen&laquo; gebastelt. Geplant ist die Verabschiedung nun f&uuml;r den 1. August, noch vor der Sommerpause will das Kabinett seinen Gesetzentwurf durch das Parlament bringen. Ein letztes Mal werden dazu am Montag Sachverst&auml;ndige unterschiedlicher Interessengruppen im Ausschuss f&uuml;r Arbeit und Soziales geh&ouml;rt. Das Urteil der Sozialverb&auml;nde und -experten fiel zuletzt vernichtend aus: Die Situation f&uuml;r Betroffene werde durch die Regelungen weiter versch&auml;rft. Doch die Organisationen wurden bislang ebensowenig erh&ouml;rt wie die Opposition.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2016\/05-27\/012.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Hartz IV: Revision der Grundsicherungsstatistik &ndash; Revisionseffekte im Bund und in den L&auml;nden<\/strong><br>\nIm April 2016 wurde die Statistik der Grundsicherung f&uuml;r Arbeitsuchende (SGB II) umfassend revidiert. In den BIAJ-Materialien ist dargestellt, wie sich die Revision der amtlichen Grundsicherungsstatistik auf die Begrifflichkeiten und wichtige Bestandsdaten und SGB II-Hilfequoten in den Jahren 2007 bis 2015 im Bund, in den L&auml;ndern und in den beiden bremischen St&auml;dten auswirkt &ndash; unter besonderer Beachtung der erheblich ver&auml;nderten Erfassung von Kindern in SGB II-Bedarfsgemeinschaften.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/biaj.de\/archiv-materialien\/770-hartz-iv-revision-der-grundsicherungsstatistik-revisionseffekte-im-bund-und-in-den-laenden.html\">BIAJ<\/a><\/li>\n<li><strong>Nach 45 Jahren Arbeit nicht mal Hartz IV?<\/strong><br>\nHelmut Engel ist Trockenbauer und hat mehr als vier Jahrzehnte gearbeitet. Nun sind seine Knie zerschunden. Er meldet sich arbeitslos &ndash; und erh&auml;lt nichts.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ardmediathek.de\/tv\/Exakt\/Nach-45-Jahren-Arbeit-nicht-mal-Hartz-IV\/MDR-Fernsehen\/Video?bcastId=7545124&amp;documentId=35566944\">ARD<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Ausbeutung am laufenden Band<\/strong><br>\nGewerkschaften im Norden kritisieren das neue Leiharbeitsgesetz als Minimalkonsens: Der Missbrauch von Werkvertr&auml;gen werde nicht gestoppt.<br>\nIn der Fleischindustrie sind sie mittlerweile das h&auml;ufigste Arbeitsverh&auml;ltnis: befristete, mies bezahlte Werkvertr&auml;ge ohne arbeitsrechtlichen Schutz. &bdquo;Bei den vier gr&ouml;&szlig;ten Schlachtkonzernen T&ouml;nnies, Vion, Westfleisch und Danish Crown arbeiten zwei Drittel der Besch&auml;ftigten mit Werkvertr&auml;gen&ldquo;, sagt Bernd Maiweg von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastst&auml;tten (NGG) in Hamburg.<br>\nVertreter des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) kritisierten in Hannover das neue Leiharbeitsgesetz von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD): Es bilde einen Minimalkonsens ab, sei aber nicht geeignet, den Missbrauch von Werkvertr&auml;gen zu stoppen.<br>\nDer Austausch von Stammbelegschaften gegen Billigl&ouml;hner ist keineswegs auf die Nahrungsmittelindustrie begrenzt. Im Daimler-Werk Bremen w&uuml;rden Logistikarbeitspl&auml;tze per Werkvertrag an billigere Dienstleister vergeben, sagt Betriebsrat Ralf Wilke. Und in vielen Krankenh&auml;usern auch im Norden putzt, kocht und pflegt l&auml;ngst nicht mehr das Stammpersonal, wie Uwe Ostendorff von der Gewerkschaft Ver.di beklagt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Kritik-am-neuen-Leiharbeitsgesetz\/!5303659\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Vielleicht sollten die Gewerkschaften gr&ouml;&szlig;eren Wert auf Distanz zur SPD-Spitze legen. Seit der Schr&ouml;der-&Auml;ra betreibt die Partei in ihren Regierungszeiten eine Arbeitgeber-orientierte Politik &ndash; mit Stichworten sei auf folgende Beispiele hingewiesen:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Ausdehnung der Leiharbeit,<\/em><\/li>\n<li><em>Aufbau eines Niedrigleohnsektors,<\/em><\/li>\n<li><em>&ldquo;Hartzgesetzgebung&rdquo;,<\/em><\/li>\n<li><em>Teilprivatisierung der Rente,<\/em><\/li>\n<li><em>&ldquo;Prostitutionsgesetz&rdquo;,<\/em><\/li>\n<li><em>zu niedriger und zu l&ouml;chriger Mindestlohn.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>U.a. diese Vorhaben dienten &uuml;berwiegend den Arbeitgebern w&auml;hrend die gro&szlig;e Mehrheit der Bev&ouml;lkerung mehr oder minder leiden muss.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Expertenstreit um Zukunft der Rente<\/strong><br>\nFachinger: Ziel ist aus dem Blick geraten. B&ouml;rsch-Supan: Gef&auml;hrdete Gruppen beachten.<br>\nDer Richtungsstreit um die k&uuml;nftige Bedeutung der gesetzlichen Rente wird unter Experten mit zunehmender Sch&auml;rfe gef&uuml;hrt. Stellvertretend f&uuml;r die kontr&auml;ren Positionen auch in der Forschung zur Alterssicherung haben jetzt der &Ouml;konom und Demografieforscher Uwe Fachinger (Bild links) sowie der Wirtschaftswissenschaftler Axel B&ouml;rsch-Supan (Bild rechts) f&uuml;r die Zeitschrift &ldquo;Wirtschaftsdienst&rdquo; die wichtigsten Argumente beider Seiten einander gegen&uuml;bergestellt. W&auml;hrend Fachinger f&uuml;r die R&uuml;ckkkehr zu einer starken umlagefinanzierten Rente pl&auml;diert, spricht sich B&ouml;rsch-Supan f&uuml;r eine zielgenaue Nachjustierung der derzeitigen Rentenpolitik aus (Link unten).<br>\nNach Ansicht von Demografie-Forscher Fachinger ist die demografische Entwicklung in Deutschland f&uuml;r die Rentenreformen der Jahre 2001 und 2004 &ldquo;instrumentalisiert&rdquo; worden. Das Rentenniveau werde mit dem &ldquo;(Schein-)Argument der Nicht-Finanzierbarkeit&rdquo; einer stabilen gesetzlichen Rente reduziert, wirft Fachinger der aktuellen Rentenpolitik vor (von knapp 53 Prozent im Jahr 2000 bis auf etwa 44,5 Prozent im Jahr 2030, d. Red.). Entscheidend f&uuml;r die Stabilit&auml;t des Rentensystems sei aber nicht das Zahlenverh&auml;ltnis von &auml;lteren und j&uuml;ngeren Menschen, &ldquo;sondern die Zahl der Beitragszahler und der Leistungsempf&auml;nger&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.ihre-vorsorge.de\/index.php?id=55&amp;tx_ttnews[tt_news]=14631&amp;cHash=cecd1904b3c4d9fa967f4537ff592386\">Ihre-Vorsorge.de<\/a>\n<p>dazu: <strong>CDU will Rentenbeginn an Lebenserwartung kn&uuml;pfen<\/strong><br>\nFinanzminister Sch&auml;uble hat vorgeschlagen, das Rentenalter automatisch an die Lebenserwartung zu koppeln. Nun stellt sich seine Partei zunehmend hinter die Idee.<br>\nBundesfinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble hat vor einigen Wochen vorgeschlagen, k&uuml;nftig das Renteneintrittsalter quasi automatisch an die Lebenserwartung der Menschen zu koppeln. Das w&uuml;rde beispielsweise bedeuten, dass sich der Ruhestand umso weiter verschiebt, je &auml;lter wir werden. Die Junge Union hatte der 73 Jahre alte CDU-Politiker sofort auf seiner Seite. Etwas sp&auml;ter empfahlen auch die Experten des Internationalen W&auml;hrungsfonds der Bundesrepublik genau das.<br>\nNun stellt sich offensichtlich auch die CDU insgesamt zunehmend hinter diese Idee. Das CDU-Pr&auml;sidiumsmitglied Jens Spahn und der Vorsitzende des Arbeitnehmerfl&uuml;gels der Partei, Karl-Josef Laumann, haben nach einem Bericht der &bdquo;Bild&ldquo;-Zeitung einen entsprechenden Entwurf vorbereitet.<br>\nDemnach soll das Renteneintrittsalter ab dem Jahr 2030 nicht mehr starr festgeschrieben sein, sondern entsprechend der Lebenserwartung ansteigen. Zugleich solle das Rentenniveau bis zum Jahr 2050 festgeschrieben werden, in welcher H&ouml;he sei allerdings noch offen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/was-wird-aus-der-rente\/renten-diskussion-cdu-will-rentenbeginn-an-lebenserwartung-knuepfen-14245298.html\">FAZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Diese Verkn&uuml;pfung klingt eigentlich wie eine Schnapsidee. Denn selbst wenn die durchschnittliche Lebenserwartung steigen sollte, sagt das nichts &uuml;ber den konkreten gesundheitlichen Zustand von einzelnen Personen aus der Arbeitnehmerschaft aus &ndash; l&auml;nger leben bedeutet eben nicht l&auml;nger arbeits- bzw. berufsf&auml;hig zu sein. Ergo: Es d&uuml;rfte den Unionsvertretern im Kern um die K&uuml;rzung von Renten gehen. Der Arbeitnehmerschaft soll also Schaden zugef&uuml;gt werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Die Wohnungskrise in Zeiten der Migration<\/strong><br>\nEs fehlen bezahlbare Wohnungen f&uuml;r breite Schichten der Bev&ouml;lkerung in den deutschen Ballungszentren. Der erh&ouml;hte Zuzug von Fl&uuml;chtlingen versch&auml;rft die Konkurrenz, er ist aber keineswegs die Ursache f&uuml;r die strukturellen Probleme der Wohnraumversorgung. Die heute zu beobachtende Krise der Fl&uuml;chtlingsunterbringung macht einmal mehr die wohnungspolitischen Fehler der Vergangenheit deutlich.<br>\nMan kann diese Entwicklung am Beispiel Berlins illustrieren. Seit Mitte der 2000er Jahre erf&auml;hrt die Stadt einen enormen Bev&ouml;lkerungszuwachs, w&auml;hrend der Wohnungsbau so gut wie zum Erliegen kam. Heute leben &uuml;ber 270.000 Menschen mehr in Berlin als noch vor zehn Jahren; die Fl&uuml;chtlinge, die vergangenen Jahres in die Stadt kamen, sind hier noch nicht mitgez&auml;hlt. Bei einer durchschnittlichen Haushaltsgr&ouml;&szlig;e von 1,8 Personen ergibt das einen Bedarf an etwa 150.000 zus&auml;tzlichen Wohnungen. In derselben Zeit wurden jedoch nicht einmal 40.000 Wohneinheiten fertiggestellt. Gut die H&auml;lfte davon befindet sich in Ein- und Zweifamilienh&auml;usern. Zieht man diese sowie die zahlreichen Eigentumswohnungen im Mehrgeschossbau ab, so bleibt eine fast schon verschwindend geringe Anzahl neuer Mietwohnungen &uuml;brig. Und &uuml;ber die H&ouml;he der Miete ist dabei noch nichts gesagt. Zieht man noch in Betracht, dass auch Wohnh&auml;user nicht ewig leben, dass sie abgerissen oder dass Mietwohnungen in Eigentum oder Gewerberaum umgewandelt werden, so wird klar, dass diese Baut&auml;tigkeit nicht viel mehr als eine bestandserhaltende Funktion erf&uuml;llt.<br>\nVor diesem Hintergrund erschlie&szlig;t sich, warum sich auf dem Mietwohnungsmarkt ein eklatantes Missverh&auml;ltnis von Angebot und Nachfrage eingestellt hat. Dieses Missverh&auml;ltnis wird nicht nur bei der Wohnungssuche sp&uuml;rbar, sondern es &uuml;bt auch einen enormen Druck auf die Bestandsmieten aus. Wenn auch nicht in dieser Dramatik, so gilt diese Entwicklung in der Tendenz und erst recht von ihrem Resultat her f&uuml;r so gut wie alle deutschen Ballungszentren: Es fehlen schlichtweg bezahlbare Wohnungen f&uuml;r breite Schichten der Bev&ouml;lkerung &ndash; und zwar in einer Zahl, die sich bundesweit im hohen sechsstelligen Bereich bewegt. Dabei handelt es sich nicht um irgendwelche Wohnungen, sondern vorrangig um kleine bis mittelgro&szlig;e Mietwohnungen im unteren Drittel des Preissegments. Dort besteht die gr&ouml;&szlig;te Nachfrage und ein strukturell zu geringes Angebot. Um diese Wohnungen schlagen sich die Wohnungssuchenden gegenseitig die K&ouml;pfe ein.<br>\nEs geh&ouml;rt zu den Bewegungsgesetzen der Marktwirtschaft, dass sich dieses Missverh&auml;ltnis ohne staatliche Interventionen nicht beheben l&auml;sst. Der dringend n&ouml;tige Neubau g&uuml;nstiger Wohnungen wird privatwirtschaftlich nicht erfolgen, weil er sich schlicht nicht rechnet. Im Bestand wird niemand billig vermieten, wenn er teuer vermieten kann. Und auf der Nachfrageseite gibt es immer einen &Uuml;berhang, weil auch zahlungskr&auml;ftigere Haushalte m&ouml;glichst g&uuml;nstige Wohnungen nachfragen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.akweb.de\/ak_s\/ak616\/11.htm\">analyse&amp;kritik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Frankreich auf den Barrikaden<\/strong><br>\nIm gr&ouml;&szlig;ten Einkaufscenter Europas ging am Dienstagnachmittag vor&uuml;bergehend das Licht aus: ein Black-out in Plan de Campagne, einem riesigen Shoppingparadies n&ouml;rdlich von Marseille. Zugleich fiel auch in der Atlantikmetropole Nantes in einigen Stadtteilen der Strom aus.<br>\nKeine Panne, die Unterbrechung der Elektroversorgung war ein gezieltes Man&ouml;ver der Gewerkschaft CGT-Energie. Und nur der Auftakt: Am Mittwoch beschlossen die Angestellten im Atomkraftwerk Nogent-sur-Seine, dem wichtigsten Kraftwerk f&uuml;r die Region Paris, die Drosselung der Stromproduktion.<br>\nAuch an den anderen AKW-Standorten lie&szlig; die Arbeitnehmerorganisation dar&uuml;ber abstimmen, ob die Leistung der Meiler heruntergefahren wird, wom&ouml;glich bis zum Stillstand von zwei Reaktoren.<br>\nIm Streit um die Reform des Arbeitsrechts hat Frankreichs gr&ouml;&szlig;te Gewerkschaft (690.000 Mitglieder) nachgelegt. Im Gegensatz zu gem&auml;&szlig;igten Verb&auml;nden stemmt sich die CGT, einst verl&auml;ngerter Arm der Kommunistischen Partei, gegen die Liberalisierung des Arbeitsmarkts.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/frankreich-auf-den-barrikaden-so-wehrt-sich-das-land-gegen-die-arbeitsmarktreform-a-1094225.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Felix Francia kann man da nur sagen. H&auml;tte es diesen Widerstand 2005 in Deutschland gegeben, w&auml;re nicht nur den Menschen in Deutschland, sondern in ganz Europa viel Leid erspart geblieben. Wie es aussieht wird der Widerstand gegen die neoliberalen &ldquo;Reformen&rdquo; in Frankreich wesentlich von den Gewerkschaften getragen. In Deutschland dagegen wurde die Agenda 2010 von den Gewerkschaften abgenickt. Eine Tatsache, die gegen&uuml;ber dem Verrat der SPD zu wenig thematisiert wird.<br>\nNat&uuml;rlich d&uuml;rfen Meinungsmache und Hetze nicht fehlen, wenn deutsche &ldquo;Qualit&auml;tsjournalisten&rdquo; &uuml;ber den Widerstand gegen den Neoliberalismus berichten. Klar, muss unbedingt erw&auml;hnt werden, dass die CGT, &ldquo;einst verl&auml;ngerter Arm der Kommunistischen Partei&rdquo; war, um dumpfen Antikommunismus zu reaktivieren. Wer gegen die &ldquo;alternativlosen&rdquo; neoliberalen Reformen ist, kann ja nur Kommunist sein und nat&uuml;rlich herrschen deswegen &ldquo;chaotische Zust&auml;nde&rdquo; in Frankreich.<br>\nEine v&ouml;llig j&auml;mmerliche Gestalt gibt dabei der franz&ouml;sische Pr&auml;sident Hollande ab, der sogar in seiner Semantik, &ldquo;Frankreich geht es besser&rdquo;, zeigt, dass er der Erf&uuml;llungsgehilfe Merkels bei der Durchsetzung der neoliberalen Agenda in Europa ist.<\/em><\/p>\n<p>dazu: <strong>Der Streik bekommt einen Schnauzbart<\/strong><br>\nEin massiger Mann mit dunklem Schnauzbart verk&ouml;rpert fortan den Kampf gegen die franz&ouml;sische Arbeitsrechtsreform. Er hei&szlig;t Philippe Martinez und leitet die Conf&eacute;d&eacute;ration g&eacute;n&eacute;rale du travail (CGT), eine der linken Gewerkschaften, die 2012 zur Wahl Fran&ccedil;ois Hollandes aufgerufen hatte. Aber daran will Martinez nicht erinnert werden. Der Gewerkschaftschef setzt auf ein Kr&auml;ftemessen mit den M&auml;chtigen im &Eacute;lys&eacute;e-Palast, denen er die linke Gesinnung aberkennt. Der Pr&auml;sident hat die Entschlossenheit des Schnauzb&auml;rtigen untersch&auml;tzt, so scheint es jetzt, und wirkte am Dienstag ein wenig erschrocken. Er sagte im Radiosender France Culture, es sei nicht akzeptabel, dass &bdquo;eine Minderheit&ldquo; versuche, das Land zu blockieren. Es klang irgendwie verzagt.<br>\nTats&auml;chlich hat die Regierung lange davon profitiert, dass dem Kampf gegen die Arbeitsrechtreform eine F&uuml;hrungsfigur fehlte. Die Forderungen der Bewegung &bdquo;Nuit Debout&ldquo; am Place de la R&eacute;publique und jene der Demonstranten, die gegen das Gesetzesvorhaben auf die Stra&szlig;e gingen, blieben lange verschwommen. Doch jetzt gibt es einen Wortf&uuml;hrer, der eine klare Sprache spricht: Martinez will mit aller Gewalt den R&uuml;ckzug des Gesetzentwurfes erzwingen. &bdquo;Wir rufen zu einer Generalisierung des Streiks auf, &uuml;berall, in allen Betrieben&ldquo;, dr&ouml;hnte Martinez im Fernsehsender BFM-TV am Mittwochmorgen.<br>\nDer Premierminister verfolgt die Eskalation des Konflikts aus der Ferne. Er wollte im Nahen Osten Frieden stiften, aber jetzt brennen in Frankreich die Barrikaden. Manuel Valls, dessen Umfragewerte in den Keller purzeln, regiert weiter mit H&auml;rte. Er lie&szlig; Polizisten gegen die Streikenden ausr&uuml;cken. In Fos-sur-Mer in der N&auml;he von Marseille kam es zu b&uuml;rgerkriegs&auml;hnlichen Szenen, als die Polizeibeamten die Blockade zu r&auml;umen versuchten. Mehrere CGT-Mitglieder wurden verletzt. CGT-Sprecher Emmanuel L&eacute;pine warf der Polizei ein gewaltsames Vorgehen vor. F&uuml;r die Gewerkschaft verk&ouml;rpert die Polizei schon seit l&auml;ngerem eine au&szlig;er Kontrolle geratene Staatsgewalt. Die CGT z&auml;hlt zu den wortreichsten Gegnern der Notstandsgesetze, die bis zum 26. Juli verl&auml;ngert wurden. Auf einem Plakat prangerte die Gewerkschaft k&uuml;rzlich den vorgeblichen Missbrauch von Gewalt durch die Polizeibeamten an. Neben einer Blutlache auf dem Kopfsteinpflaster waren ein Polizeiabzeichen und ein Schlagstock abgebildet. Plakate wie diese zeugen von der aufgeheizten Stimmung im Land. Dabei ist selbst f&uuml;r Frankreich ungew&ouml;hnlich, dass eine linke Gewerkschaft gegen eine linke Regierung in den Kampf zieht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/europa\/arbeitskampf-in-frankreich-der-streik-bekommt-einen-schnauzbart-14251068.html\">FAZ<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>Proteste gegen Arbeitsmarktreform: &ldquo;Zuschlagen, wo es wehtut&rdquo;<\/strong><br>\nIn Frankreich haben die Gewerkschaften ihren nationalen Aktionstag gestartet. Mit Streiks und Demonstrationen protestieren sie gegen die umstrittene Arbeitsmarktreform der Regierung. Bei Le Havre haben Aktivisten eine Br&uuml;cke besetzt und Reifen angez&uuml;ndet. Ziel ist eine Blockade von &Ouml;leinfuhren. Beh&ouml;rden und Medien berichten au&szlig;erdem von Aktionen in Brest und Rennes.<br>\n&ldquo;Wir m&uuml;ssen zuschlagen, wo es weh tut&rdquo;, forderte Gewerkschaftsvertreter Gilles Guyomard. Das sei dort, wo die Geldb&ouml;rsen der Bosse seien. Gewerkschaftsvertreter hatten in den vergangenen Tagen bereits Benzindepots und Raffinerien blockiert, um den Stra&szlig;enverkehr zum Erliegen zu bringen. Hinter der Protestkampagne steht die Gewerkschaft CGT.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/frankreich-proteste-105.html\">Tagesschau<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Wernicke:<\/strong> Auch eine Art, die Opfer unseres Gesellschaftssystems, die sich nun wehren, als T&auml;ter darzustellen, die &bdquo;zuschlagen, wo es wehtut&ldquo;. Das klingt brutal und schafft Distanz. Und genau das ist offenbar auch bezweckt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Weiter am Tropf der Gl&auml;ubiger<\/strong><br>\nMit der Einigung der Eurogruppe auf weitere Hilfskredite f&uuml;r Griechenlands ist kein Problem gel&ouml;st. Deutschland ist das Haupthindernis. Jetzt ist Griechenland aber wirklich gerettet, und die Schuldenlast wird auch endlich verringert! Diese frohe Botschaft verk&uuml;ndet die Eurogruppe nach ihrer Nachtsitzung in Br&uuml;ssel, die bis vier Uhr Morgens dauerte. Doch sie stimmt nicht.<br>\nKein einziges Problem ist gel&ouml;st, Deutschland bleibt das Haupthindernis f&uuml;r eine nachhaltige Entspannung der Lage. Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble war es, der eine rasche Einigung auf Schuldenerleichterungen verhinderte, wie sie der Internationale W&auml;hrungsfonds (IWF) gefordert hatte. Sofort, umfassend und ohne Vorbedingungen wollte der IWF Griechenland entlasten. Stattdessen sind nun kurz-, mittel- und langfristige &bdquo;Ma&szlig;nahmen&ldquo; geplant, die alle an Bedingungen gebunden sind.<br>\nEinen echten Schuldenschnitt wird es nicht geben, daf&uuml;r hat Sch&auml;uble gesorgt &ndash; immer die CDU\/CSU-Fraktion und die AfD fest im Blick, die sich gegen &bdquo;Opfer der deutschen Steuerzahler&ldquo; stemmen. Aber auch eine echte Umschuldung steht noch in den Sternen. Dar&uuml;ber will die Eurogruppe erst 2018 befinden &ndash; nach der Bundestagswahl. Auch das hat Sch&auml;uble durchgesetzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Kommentar-Hilfen-fuer-Griechenland\/!5307672\/\">Eric Bonse in der taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Freihandel: Standards geraten unter Druck<\/strong><br>\nFreihandelsabkommen wie &ldquo;TTIP&rdquo; oder &ldquo;TISA&rdquo; senken Standards nicht? An dieser Behauptung sind Zweifel angebracht. Um L&ouml;hne und Arbeitsbedingungen unter Druck zu setzen, gen&uuml;gt es, die Konkurrenz zwischen L&auml;ndern und Unternehmen zu intensivieren. Und genau das ist Ziel der Freihandelsabkommen.<br>\nIn den 1990er Jahren hat die damalige CDU\/CSU-FDP-Bundesregierung unter Helmut Kohl zahlreiche &bdquo;Reformen&ldquo; durchgef&uuml;hrt. Man hat beispielsweise ein neues Arbeitszeitgesetz beschlossen, zahlreiche Sozialleistungen gek&uuml;rzt und Steuern f&uuml;r Unternehmen gesenkt. Ab 1998 verfolgte die rot-gr&uuml;ne Bundesregierung unter Gerhard Schr&ouml;der &auml;hnliche Strategien: Die &bdquo;Lohnnebenkosten&ldquo; und Steuern wurden weiter gesenkt, Arbeit billiger und flexibler gemacht. All dies bedeutete nichts anderes als die Senkung von Standards. Und all dies diente letztlich einem Ziel: Die Unternehmen in Deutschland &bdquo;wettbewerbsf&auml;higer&ldquo; zu machen. &bdquo;Globalisierung&ldquo; und &bdquo;Standort Deutschland&ldquo; waren daf&uuml;r die Stichworte &ndash; und sie sind es bis heute f&uuml;r die Politik von Br&uuml;ssel bis Bad Bevensen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.annotazioni.de\/post\/1836\">annotazioni<\/a>\n<p>dazu: <strong>Geheime Studie zu BaW&uuml; und Freihandel: Gr&uuml;ne in der Ceta-Falle<\/strong><br>\nEine Studie zeigt seit Monaten, wie Ceta die Daseinsvorsorge der L&auml;nder beschneidet. Kreschmanns Regierung wollte das geheim halten &ndash; eigentlich. [&hellip;]<br>\nDie Bitte von &bdquo;Mehr Demokratie&ldquo;, die Studie zu bekommen, wurde vom Staatsministerium zun&auml;chst abgelehnt &ndash; mit Verweis darauf, dass es noch nicht abschlie&szlig;end bewertet sei. Erst als der Verein einen offiziellen Antrag nach dem Informationsfreiheitsgesetz stellte, gab das Haus von Winfried Kretschmann nach &ndash; wohl im Wissen, dass man im Zweifel vor Gericht ohnehin unterliegen w&uuml;rde. Seit dieser Woche steht die Studie darum nun im Internet &ndash; auf einer untergeordneten Webseite der Landesregierung. Eine Pressemitteilung gibt es dazu ebenso wenig wie eine Bewertung. &Uuml;ber die Suchfunktion von der Homepage aus ist das Gutachten nicht zu finden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Geheime-Studie-zu-BaWue-und-Freihandel\/!5304561\/\">taz<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Trade in Services Agreement<\/strong><br>\nToday, Wednesday, 25 May 2016, 11:30am CEST, WikiLeaks releases new secret documents from the huge Trade in Services Agreement (TiSA) which is being negotiated by the US, EU and 22 other countries that account for 2\/3rds of global GDP.<br>\nThis release includes a previously unknown annex to the TiSA core chapter on &ldquo;State Owned Enterprises&rdquo; (SOEs), which imposes unprecedented restrictions on SOEs and will force majority owned SOEs to operate like private sector businesses. This corporatisation of public services &ndash; to nearly the same extent as demanded by the recently signed TPP &ndash; is a next step to privatisation of SOEs on the neoliberal agenda behind the &ldquo;Big Three&rdquo; (TTIP,TiSA,TPP).<br>\nOther documents in todays release cover updated versions of annexes to TiSA core chapters that were published by WikiLeaks in previous releases; these updates show the advances in the confidential negotiations between the TiSA parties on the issues of Domestic Regulation, New Provisions, Transparency, Electronic Commerce, Financial Services, Telecommunication Services, Professional Services and the Movement of Natural Persons. WikiLeaks is also publishing expert analyses on some of these documents.<br>\nThe annexes on Domestic Regulation, Transparency and New Provisions have further advanced towards the &ldquo;deregulation&rdquo; objectives of big corporations entering overseas markets. Local regulations like store size restrictions or hours of operations are considered an obstacle to achieve &ldquo;operating efficiencies&rdquo; of large-scale retailing, disregarding their public benefit that foster livable neighbors and reasonable hours of work for employees. The TiSA provisions in their current form will establish a wide range of new grounds for domestic regulations to be challenged by corporations &ndash; even those without a local presence in that country.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/wikileaks.org\/tisa\/\">WikiLeaks<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Sven Giegold via Facebook:<\/strong> LEAK von TiSA-Dokumenten: Auf Wikileaks wurden zahlreiche Verhandlungsdokumente zum Dienstleistungsabkommen TiSA ver&ouml;ffentlicht. Das Leak zeigt: Regierungen sollen vor der Verabschiedung regulatorischer Gesetze (z.B. Gesundheit- oder Umweltauflagen), Partnerstaaten und Konzerne vorab dar&uuml;ber informieren, wie neue Gesetze ihre Handels- und Gesch&auml;ftsinteressen beeinflusst. Im Klartext hei&szlig;t das: Ein Staat soll auf die Interessen ausl&auml;ndischer Konzerne bei der Gesetzgebung R&uuml;cksicht nehmen und Lobbyisten noch mehr Einflussm&ouml;glichkeiten bieten. &Auml;hnlich wie bei den anderen Handelsabkommen, die die EU derzeit verhandelt, TTIP und CETA, bef&ouml;rdert auch TiSA eine gef&auml;hrliche Machtverschiebung von &ouml;ffentlichen zu privaten Interessen. Deshalb sagen wir ganz deutlich: Nein zu TTIP, CETA und TiSA!<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Erdogans Zensoren<\/strong><br>\nIm eigenen Land l&auml;sst der t&uuml;rkische Pr&auml;sident Recep Tayyip Erdogan gerne mal soziale Medien sperren. Doch reicht sein langer Arm bis nach Deutschland. Auch hier sehen sich Face&not;booknutzer zensiert, die sich mit der kurdischen Thematik befassen. Darauf machte jetzt der Berliner Linksparteiaktivist Florian Wilde, bis vor kurzem Gewerkschaftsreferent bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung, aufmerksam.<br>\nImmer wieder wurden Bilder von kurdischen Demonstrationen von Wildes Facebookseite entfernt und sein Konto als Strafe tagelang gesperrt. Betroffen waren nicht nur Fotos, auf denen Symbole der auch in Deutschland verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zu erkennen waren. Im April etwa f&uuml;hrten Fotos von einer Kundgebung in Hamburg zu einer einw&ouml;chigen Sperre, weil darauf Fahnen der lediglich in der T&uuml;rkei verfolgten Organisation &raquo;Partisan&laquo; mit dem Konterfei ihres 1973 zu Tode gefolterten Gr&uuml;nders Ibrahim Kaypakkaya zu sehen waren. &raquo;Diese Zensurpolitik macht es faktisch unm&ouml;glich, auf Facebook kurdische Demonstrationen oder Proteste gegen Erdogan zu dokumentieren&laquo;, beklagt Wilde gegen&uuml;ber junge Welt.<br>\nRegelm&auml;&szlig;ig zensiert werden insbesondere Facebookseiten kurdischer Organisationen wie die des Verbandes der Studierenden aus Kurdistan, YXK. Der Nachrichtenseite &raquo;Kurdische Nachrichten &ndash; Nuc&ecirc;&laquo; droht aufgrund massiver Sperrungen nach Angaben ihrer Administratoren sogar das Aus. Mit &uuml;ber 100.000 Abonnenten ist die Seite ein angesichts des eskalierenden Krieges in der Ostt&uuml;rkei ein wichtiges Medium der Gegeninformation.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/2016\/05-26\/016.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Hass und Morddrohungen in Deutschland: Ein Land verliert seine Hemmungen<\/strong><br>\nDortmund. Job-Center, nahe dem Hauptbahnhof. Hier beginnt die Reise. Eine Reise durch ein anderes Deutschland. In dem &ldquo;Gutmensch&rdquo; ein Schimpfwort ist, so weit ist es schon. Es ist ein k&uuml;hler Fr&uuml;hlingstag. Die Aktivisten des K&uuml;nstlerkollektivs &ldquo;Peng!&rdquo; treffen sich an einer Stra&szlig;enecke in der Innenstadt, unweit des Jobcenters, geben letzte Anweisungen. Die jungen Menschen schleppen Utensilien hinter sich her f&uuml;r den Flashmob, der gleich im Dortmunder Job-Center steigen soll. Peng!-Aktivist Jean Peters ist bei dieser Aktion nur Zuschauer, er wird sie sp&auml;ter filmen.<br>\n&ldquo;Ja, ich komm gerade &hellip; gestern Abend angekommen, und es ist sch&ouml;n, mir so eine Aktion mal anzuschauen, von au&szlig;en&hellip;&rdquo;<br>\nDie letzte &ldquo;Peng!&rdquo;-Aktion war der Tortenwurf auf AfD-Vize Beatrix von Storch. Und der 32-j&auml;hrige Peters war es, der ihr die Torte ins Gesicht warf. Jean Peters sagt, nur so k&ouml;nne man mit der AfD in den Dialog treten. Peters, leger gekleidet, Hose mit leichtem Schlag, kurze, etwas krause Haare, Dreitagebart. Das Peng!-Kollektiv macht mit spektakul&auml;ren Aktionen, Flashmobs oder Fakes auf Schieflagen in der Gesellschaft aufmerksam, auf Umweltprobleme, soziale Ungleichheit oder eben die AfD.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandradiokultur.de\/hass-und-morddrohungen-in-deutschland-ein-land-verliert.1076.de.html?dram:article_id=354793\">Deutschlandradio Kultur<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Alles AfD oder was?<\/strong><br>\nEs kehrt so langsam Ruhe ein in die Asyldebatte, was vor allem an der intensivierten Abschottung Europas liegt. Auch an die AfD scheinen sich Medien und Politik langsam zu gew&ouml;hnen. Entgegen der Annahme, die AfD werde an R&uuml;ckhalt verlieren, wenn weniger Fl&uuml;chtlinge k&auml;men, steigt die Partei weiter in der Gunst der Bev&ouml;lkerung. Momentan liegt sie Umfragen zufolge bei satten 15 Prozent. Die derzeitige Diskussion um einen linken Umgang mit der AfD bleibt daher notwendig, auch um eine Praxis gegen den Rechtstrend zu entwickeln. Ende April unternahmen Aktivist_innen einen Versuch, den AfD-Bundesparteitag in Stuttgart zu blockieren. Durch den Fokus auf die AfD droht allerdings eine andere Frage aus dem Blick zu geraten: Was macht eigentlich die Bundesregierung? Die ist gerade recht gesch&auml;ftig. Eine umfassende Hartz-IV-Reform ist auf den Weg gebracht &ndash; vor allem zu Lasten Alleinerziehender und Langzeitarbeitsloser. Nach einem weiteren Gesetzentwurf von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sollen EU-Migrant_innen erst nach f&uuml;nf Jahren Anspruch auf Arbeitslosengeld II und Sozialhilfe haben.<br>\nAu&szlig;erdem wird es bald ein Integrationsgesetz aus dem Innenministerium geben. Es sieht Leistungsk&uuml;rzungen vor, wenn Gefl&uuml;chtete Integrationsma&szlig;nahmen ablehnen. Deutschland wolle schlie&szlig;lich keine &raquo;Integrationssimulanten&laquo;, wie Sigmar Gabriel Mitte April schnaubte. Dass in der Realit&auml;t etwa die Angebote f&uuml;r Deutschkurse nicht ausreichen und Gefl&uuml;chtete h&auml;ufig lange auf diese warten m&uuml;ssen, spielt f&uuml;r den SPD-Chef keine Rolle.<br>\nDie Bundesregierung bem&uuml;ht sich indes, die Ausbeutungsm&ouml;glichkeiten zu verbessern: Dank des Integrationsgesetzes kommen Asylbewerber_innen schon bald in den zweifelhaften Genuss, als Leiharbeiter_innen besch&auml;ftigt werden zu k&ouml;nnen. Au&szlig;erdem sieht das Gesetz vor, 100.000 Ein-Euro-Jobs f&uuml;r Gefl&uuml;chtete einzurichten &ndash; &raquo;zur niedrigschwelligen Heranf&uuml;hrung an den deutschen Arbeitsmarkt&laquo;, wie es in dem Eckpunktepapier zum Gesetz so sch&ouml;n hei&szlig;t. Kritische Stimmen merkten bereits an, die Bundesregierung versuche, mit diesen Ma&szlig;nahmen der AfD Wind aus den Segeln zu nehmen. In der Tat: Einige der getroffenen Entscheidungen entsprechen den Forderungen der Rechtspartei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.akweb.de\/ak_s\/ak616\/42.htm\">analyse&amp;kritik<\/a>\n<p>dazu: <strong>Grundrechte &amp; Demokratie im Programm der AfD<\/strong><br>\nEs kostet &Uuml;berwindung, im AfD-Programm zu lesen, erweist sich aber in mancherlei Hinsicht als aufschlussreich. Selbstverst&auml;ndlich gilt auch hier: &bdquo;an den Taten sollt ihr sie messen&ldquo;, einerseits &ndash; andererseits gilt es vorzubeugen, damit es nicht nach solchen &bdquo;Taten&ldquo; dereinst wieder hei&szlig;en muss: Man h&auml;tte es wissen k&ouml;nnen, es stand zu lesen.  Als Mitglied im Komitee f&uuml;r &bdquo;Grundrechte &amp; Demokratie&ldquo; liegt die Versuchung nahe, jenes Programm speziell in dieser Hinsicht zu inspizieren.<br>\n&bdquo;Wir sind freie B&uuml;rger unseres Landes. Wir sind &uuml;berzeugte Demokraten&ldquo; hei&szlig;t es einleitend; die Rede ist von der Aush&ouml;hlung des Rechtsstaats, von der Entm&uuml;ndigung der B&uuml;rger und einer gezielten Schw&auml;chung von B&uuml;rgerrechten. Klingt gut, aber es &sbquo;lohnt&lsquo; sich, weiterzulesen: Schnell wird klar, dass man es hier nicht mit einer B&uuml;rgerrechtsbewegung zu tun hat &ndash; oder doch allenfalls um eine solche, die den Rechten &bdquo;freier deutscher B&uuml;rger&ldquo; einen neuen Sinn verleihen will. In puncto Grund-, Menschen- und B&uuml;rgerrechten ist der Sprachgebrauch entlarvend:<br>\n&bdquo;Grundrechte&ldquo; werden ins Feld gef&uuml;hrt gegen Abtreibungen und Beschneidungen und als Legitimation f&uuml;r Islamfeindlichkeit, w&auml;hrend das Asyl-Grundrecht zur &bdquo;Institutsgarantie&ldquo; herabgestuft werden soll.<br>\n&bdquo;Menschenrechte&ldquo; werden ins Feld gef&uuml;hrt als Schranke der Religionsfreiheit (auch deshalb geh&ouml;re der Islam nicht zu Deutschland) und gegen den Schwangerschaftsabbruch, der kein &bdquo;Menschenrecht&ldquo; sei; auf der UN-Ebene werden universelle Menschenrechte in einem Atemzug genannt mit dem &bdquo;Schutz deutscher und anderer Minderheiten&ldquo;.<br>\nUnter der &Uuml;berschrift &bdquo;Freie B&uuml;rger sein, keine Untertanen&ldquo; kann es nicht verwundern, dass sog. &bdquo;B&uuml;rgerrechte&ldquo; erheblich mehr Bedeutung erhalten, als Grund- und Menschenrechte. &bdquo;Grundrechte&ldquo; gelten als &bdquo;markante Umschreibung des b&uuml;rgerlichen Freiheitsbereichs&ldquo;. Allerdings sei &bdquo;nur so viel Freiheit m&ouml;glich, wie die Sicherheitslage es zul&auml;sst.&ldquo; Die AfD h&auml;lt daher Einschr&auml;nkungen der &bdquo;Freiheitsrechte unbescholtener (!) B&uuml;rger&ldquo; f&uuml;r kritisch. Sie widersetze sich &ndash; so ist auch zu lesen &ndash; &bdquo;jeder Einschr&auml;nkung von B&uuml;rgerrechten &hellip; durch eine Versch&auml;rfung des Waffenrechts&ldquo;! Und die wieder einzuf&uuml;hrende allg. Wehrpflicht sei &bdquo;Voraussetzung daf&uuml;r, dass sich das Bewusstsein f&uuml;r eine wehrhafte Demokratie wieder belebt&ldquo;. Denn &bdquo;nur die nationalen Demokratien, geschaffen durch ihre Nationen in schmerzlicher Geschichte, verm&ouml;gen ihren B&uuml;rgern die n&ouml;tigen und gew&uuml;nschten Identifikations- und Schutzr&auml;ume zu bieten. Nur sie erm&ouml;glichen gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliche individuelle und kollektive Freiheitsrechte.&ldquo;<br>\nDanke, das reicht! Verwahren wir uns vor solchen freien, deutschen, unbescholtenen B&uuml;rgern!<br>\n&bdquo;Parteien gef&auml;hrden unsere Demokratie&ldquo;, stand da auch zu lesen  &ndash; die AfD wird sich selbst aber wohl nicht meinen: Sorgen wir daf&uuml;r, dass es nicht &bdquo;ihre&ldquo; Demokratie wird!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.grundrechtekomitee.de\/node\/780\">Grundrechtekomitee<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>&bdquo;Klare Kante&ldquo;? Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht!<\/strong><br>\nWas sich gut anf&uuml;hlt, ist noch lange keine kluge Strategie im Kampf gegen Rechts. Denn wenn die H&auml;lfte der W&auml;hler f&uuml;r die Botschaften der Rechten empf&auml;nglich wird, haben wir es nicht mehr mit einer Minderheit zu tun, die man ausgrenzen kann. Eine Erwiderung auf Frank Stauss. (&hellip;)<br>\n&bdquo;Klare Kante. Klare Haltung. Kein Anbiedern. Klare Abgrenzung. Kein verstehen wollen, wo es kein Verst&auml;ndnis geben kann.&ldquo; So schw&ouml;rt Frank Stauss in seinem Artikel &bdquo;Keine Sorge der Welt&ldquo; die verschreckten Demokraten auf den Kampf gegen Rechts ein. Recht hat er: Wir haben die moderne, tolerante Gesellschaft nicht geschenkt bekommen, sondern m&uuml;ssen sie jeden jeden Tag neu erk&auml;mpfen. Kein Fu&szlig;breit den Faschisten! Wohl jeder, der in den letzten Monaten dem Siegeszug der Rechtspopulisten rund um den Erdball mit Entsetzen zusieht, will allzu gerne einstimmen in diesen Chor. Aber was sich gut anf&uuml;hlt, ist noch lange keine kluge Gegenstrategie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.carta.info\/82106\/klare-kante-gut-gemeint-ist-das-gegenteil-von-gut-gemacht\/\">carta.info<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Deutschland, du Opfer!<\/strong><br>\n&raquo;Am besten gar nicht mehr hinfahren&laquo;, schrieb ein erboster Kommentator irgendwo bei Facebook und bezog sich auf den Eurovision Song Contest. Ein abgekartetes Spiel zwischen den Osteurop&auml;ern sei das n&auml;mlich. Andere sahen nicht ein, dass Deutschland dieses Event mit so viel Geld ausstattet, nur um am Schluss gedem&uuml;tigt zu werden. Als eine Kommentatorin einwarf, man sollte vielleicht auch mal mit etwas Distanz die Qualit&auml;t des deutschen Beitrages hinterfragen, fing sie sich gleich einige verbale Ohrfeigen ein. Dann ging das Schaulaufen der J&auml;mmerlinge weiter. Sie weinten dem an ihnen begangenen Betrug wortreich nach und waren sich einig, k&uuml;nftig nicht mehr mitspielen zu wollen. Und falls Deutschland doch so bl&ouml;d w&auml;re, auch im kommenden Jahr einen Beitrag zu entsenden, so wollten sie zumindest nicht mehr den Fernseher anschalten. Fr&uuml;her verschr&auml;nkte man beleidigt die Arme, wenn man schmollte. Heute h&auml;mmert man auf eine Tastatur.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1013154.deutschland-du-opfer.html\">Heppenheimer Hiob<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Das Letzte: Generation Y: Ihr macht uns arm!<\/strong><br>\nDass die Rentner mehr Geld bekommen, freut unseren Autor Alard von Kittlitz. Noch mehr w&uuml;rde er sich freuen, wenn es nicht sein Geld w&auml;re.<br>\nGeld ist eine feine Sache. Alle sollten mehr davon haben und es unter die Leute bringen. Das hat sich wohl auch die Bundesregierung gedacht, als sie vor ein paar Wochen eine Rentenerh&ouml;hung beschloss. Wie ich las, war es die &uuml;ppigste Rentenerh&ouml;hung in 23 Jahren. 4,25 Prozent rauf im Westen, 5,95 rauf im Osten. Und in den kommenden dreizehn Jahren soll es mit den Erh&ouml;hungen weitergehen.<br>\nIch freue mich f&uuml;r die Rentner, die sich jetzt ein Schnitzel mehr leisten k&ouml;nnen. Top. Wobei das Problem der Altersarmut ja ohnehin st&auml;ndig bek&auml;mpft wird &ndash; w&auml;hrend ein anderes Problem ebenso st&auml;ndig &uuml;bersehen wird. Schlechte Zeiten n&auml;mlich f&uuml;r mich und meine Generation, die zwischen 1980 und 1995 Geborenen, die sogenannte Generation Y. Sie haben sicher schon von uns geh&ouml;rt. Man spricht uns viele Eigenschaften zu, die wir uns alle nicht selbst ausgedacht haben, das machen &auml;ltere Menschen, die uns aus der Ferne beobachten. Ich pers&ouml;nlich habe nicht den Eindruck, dass wir eine besonders homogene Gruppe sind, &uuml;ber die sich pauschal reden lie&szlig;e. Uns eint allerdings, dass wir politisch nicht ins Gewicht fallen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2016\/21\/generation-y-geld-rente-rentner-altersarmut-soziale-ungleichheit\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Ist es Voraussetzung, von einer Sache &uuml;berhaupt keine Ahnung zu haben, damit man bei der ZEIT schreiben darf? Der Autor beklagt sich &uuml;ber die Rentenerh&ouml;hungen. Nun sind das erstens die Rentenerh&ouml;hungen, die auch ihm einmal zugutekommen werden. Zum Zweiten: wo sieht der Autor denn den Zusammenhang zwischen der H&ouml;he der Renten und der von ihm beklagten ausufernden prek&auml;ren, unterbezahlten Besch&auml;ftigung seiner Generation? Inwiefern haben die gesetzlichen Regelungen, die Leiharbeit en masse und sachgrundlose Befristungen erlauben, und inwiefern hat Hartz IV mit der H&ouml;he der Renten zu tun? Dar&uuml;ber hinaus ist das auch sachlich falsch, denn die H&ouml;he der Rentenbeitr&auml;ge liegt heute (18,7 Prozent) deutlich unter dem Satz des Jahres 2000 (19,9 Prozent) und ist der Anteil der Renten am Bruttosozialprodukt in dieser Zeit wegen der Rentenreformen nicht gestiegen. Der Autor zahlt prozentual *weniger* Abgaben als z. B. ich im Jahr 2000 (und bekommt, verdienterma&szlig;en, keine Rente, von der er leben k&ouml;nnte). Er beklagt Rentnerarmut und Jugendarmut (zu Recht) &ndash; wo bleibt denn dann in einer wachsenden Wirtschaft das Geld? Anscheinend w&auml;re der Hinweis auf die viel zu niedrige Lohnquote Klassenkampf und sowas von unmodern&hellip; Sorry, aber ich w&uuml;rde einen so unwissenden Autor, egal zu welchem Lohn, f&uuml;r gar nichts besch&auml;ftigen, nicht einmal prek&auml;r.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Wieder &uuml;belster publizistischer Schmutz, der wieder einmal Alt gegen Jung ausspielen will, um den fundamentalen gesellschaftlichen Antagonismus zwischen Arm und Reich zu verschleiern. Man fragt sich, wie kommt jemand dazu solch einen unreflektierten Unsinn zu verfassen? Ist es Unerfahrenheit und Naivit&auml;t, die ihn die Parolen der Neoliberalen nachplappern lassen? Oder ist es blanker Opportunismus? Um seine Karriere als &bdquo;Qualit&auml;tsjournalist&ldquo; voran zu bringen, ist es sicher besser das zu verbreiten, was die herrschenden Eliten h&ouml;ren wollen, anstatt sich kritisch mit einem Thema auseinanderzusetzen. Man kann von Kittlitz nur empfehlen zum Thema Rente einmal etwas auf den NachDenkSeiten zu recherchieren.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JW\/AT)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-33554","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/33554","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=33554"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/33554\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":33558,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/33554\/revisions\/33558"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=33554"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=33554"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=33554"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}