{"id":33608,"date":"2016-06-01T09:11:58","date_gmt":"2016-06-01T07:11:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33608"},"modified":"2016-06-01T10:14:59","modified_gmt":"2016-06-01T08:14:59","slug":"mit-feinem-gespuer-fuer-das-denkbare","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33608","title":{"rendered":"Mit feinem Gesp\u00fcr f\u00fcr das Denkbare"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160601_schmidte.jpg\" alt=\"Erich Schmidt-Eenboom\" title=\"Erich Schmidt-Eenboom\"><\/div><p>Kriminalromane aus dem Dunstkreis der Nachrichtendienste sind d&uuml;nn ges&auml;t in Deutschland. Zu denken ist da in erster Linie an den 1975 erschienenen Schl&uuml;sselroman &bdquo;Besondere Kennzeichen: Augen katzengr&uuml;n&ldquo; von Dieter Sinn. Der mixte real existente Spitzenpolitiker wie Willy Brandt und Walter Ulbricht mit fiktiven Geheimdienstlern wie der Ost-Agentin Andrea Wintrich. Die Handlung kreist um illegale Waffenexporte und den verdeckten Krieg zwischen Bundesnachrichtendienst und Ministerium f&uuml;r Staatssicherheit, zwischen dem israelischen Mossad und ermordeten arabischen Agenten. &bdquo;Dieter Sinns Schl&uuml;sselroman &uuml;ber einen unbekannten Spionagefall erregt Bonn&ldquo;, titelte die Tageszeitung Die Welt im Juli 1975. F&uuml;r Aufruhr sorgte das in Starnberg erschienene und damit auch vom Verlagsort nahe an Pullach angesiedelte Werk auch im BND, weil ein &bdquo;Generalmajor Hans Klingmann&ldquo; und seine Entourage im Camp Nikolaus erheblichen Wiedererkennungswert zeitigten.<br>\nNun hat Markus Kompa, bislang als Sachautor zu zahlreichen nachrichtendienstlichen Themen bekannt, <a href=\"http:\/\/www.westendverlag.de\/buecher-themen\/programm\/das-netzwerk-markus-kompa.html\">zur Feder gegriffen<\/a>, um ins Feld der Fiktion zu wechseln. Von <strong>Erich Schmidt-Eenboom<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33608#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>].<br>\n<!--more--><br>\nDie Rahmenhandlung seines Thrillers aus der Reihe Westend Crime ist brandaktuell. Sie spiegelt den Zustand der deutschen Sicherheitsbeh&ouml;rden nach dem NSU-Skandal des Verfassungsschutzes und nach dem NSA-Skandal des BND. Der Autor erlaubt sich im Text auch immer wieder R&uuml;ckgriffe auf die zahllosen Verwerfungen in den bundesrepublikanischen Sicherheitsbeh&ouml;rden von der Kie&szlig;ling-Aff&auml;re des Milit&auml;rischen Abschirmdienstes &uuml;ber die Verquickung des Verfassungsschutzes mit dem braunen Th&uuml;ringer Heimatschutz bis hin zur Observation von Journalisten durch den BND. Dabei gelingt ihm das Kunstst&uuml;ck, dieses im Nachwort verdichtete Einordnungswissen so zu dosieren, dass der Spannungsbogen nicht leidet. Vielmehr bilden die Einblicke in den modus operandi und die Denkungsmuster der Dienste eine brauchbare Folie f&uuml;r die eigentliche Handlung.<\/p><p>Die ist fiktiv und tagebuchartig auf einen Zeitraum vom 24. Juni bis zum 24. September 2013 verdichtet. Sie wird getragen von einer frischen Pr&auml;sidentin des Bundesamts f&uuml;r Verfassungsschutz &bdquo;Ellen Strachwitz&ldquo;, einem ergrauten BND-Chef &bdquo;Jens Fricke&ldquo; und einem in seiner Machtf&uuml;lle ein wenig &uuml;berzeichnetem Pr&auml;sidenten des MAD Generalmajor &bdquo;Malte Lehr&ldquo;. In einer Rezension die story zu erz&auml;hlen, verbietet sich schon deshalb, weil es den Lesern das Beste rauben w&uuml;rde, was dieser Thriller zu bieten hat, die Spannung. Nur so viel: Einen Handlungsstrang und Motor der Geschichte bildet ein Hauptfeldwebel des Kommandos Spezialkr&auml;fte der Bundeswehr mit mysteri&ouml;sem Mordauftrag, den zweiten eine anonyme und nachrichtendienstlich unterwanderte Hackergruppe und den dritten die R&auml;nkespiele der Geheimdienste bei der Bearbeitung einer neuen rechtspopulistischen Partei namens AED.<br>\nDie langj&auml;hrige Erfahrung von Kompa bei der Analyse unterschiedlichster Geheimdienstaktivit&auml;ten erlaubt ihm diese drei Handlungsstr&auml;nge abwechslungsreich miteinander zu verkn&uuml;pfen und die Spannung &uuml;ber knapp 300 Seiten aufrecht zu erhalten. Erfunden ist die Geschichte von A bis Z, erfunden aber mit feinem Gesp&uuml;r f&uuml;r das Denkbare. <\/p><p><a href=\"http:\/\/www.westendverlag.de\/buecher-themen\/programm\/das-netzwerk-markus-kompa.html#.V06Kj2Z8ei4\">Markus Kompa: Das Netzwerk<\/a><strong>, Westend Verlag: Frankfurt\/M. 2016, 284 Seiten, ISBN 978-3-86489-121-2<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] Erich Schmidt-Eenboom ist Publizist und Autor und gilt als einer der fachkundigsten Experten auf dem Gebiet der Geheimdienste<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160601_schmidte.jpg\" alt=\"Erich Schmidt-Eenboom\" title=\"Erich Schmidt-Eenboom\"\/><\/div>\n<p>Kriminalromane aus dem Dunstkreis der Nachrichtendienste sind d&uuml;nn ges&auml;t in Deutschland. Zu denken ist da in erster Linie an den 1975 erschienenen Schl&uuml;sselroman &bdquo;Besondere Kennzeichen: Augen katzengr&uuml;n&ldquo; von Dieter Sinn. 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