{"id":33645,"date":"2016-06-03T12:15:54","date_gmt":"2016-06-03T10:15:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33645"},"modified":"2024-08-21T23:08:49","modified_gmt":"2024-08-21T21:08:49","slug":"spd-zuendet-nebelkerzen-zur-informationsfreiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33645","title":{"rendered":"SPD z\u00fcndet Nebelkerzen zur Informationsfreiheit"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160405-gaby-weber.jpg\" alt=\"Gaby Weber\" title=\"Gaby Weber\"><\/div><p>Freiheit, Gleichheit, Br&uuml;derlichkeit. F&uuml;r alle! Und, ach ja: Gerechtigkeit! Daf&uuml;r stehen sie <a href=\"http:\/\/www.klartext-info.de\/broschueren\/gerechtigkeit-ist_das_nicht_ungerecht.pdf\">allesamt<\/a>: Die b&uuml;rgerlichen Parteien, denen wir bei der Wahl unser Kreuzchen geben sollen. Eine jede von ihnen tritt daf&uuml;r ein; auf eine jeweils eigene, ganz spezielle Art. Eigenartig nur, dass angesichts dieser mannigfachen Bem&uuml;hungen dennoch nichts freier oder gleicher oder br&uuml;derlicher, geschweige denn gerechter geworden ist im Land. Man k&ouml;nnte fast denken, vieles an politischer Rhetorik und Vorhaben diene nicht etwa der Abhilfe bestimmter Zust&auml;nde, sondern nur der Verschleierung der Ursachen derselben. Da werden dann eben <a href=\"http:\/\/blog.fefe.de\/?ts=a9b00934\">0815-Gesetze<\/a> verabschiedet, die popul&auml;re Ver&auml;nderungen &bdquo;simulieren&ldquo; statt realisieren; und da werden Phrasen &uuml;ber Phrasen gedroschen, um den real existierenden Kampf gegen Arme als Kampf gegen Armut auszugeben. Zum Unterschied zwischen politischem Theater und Politik sprach <strong>Jens Wernicke<\/strong> mit der Journalistin und Filmemacherin <strong>Gaby Weber<\/strong>, die im letzten Jahr den Alternativen Medienpreis erhielt.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Frau Weber, ob Ihrer journalistischen Ethik, auch wirklich die Wahrheit zu recherchieren und hierf&uuml;r auf die M&auml;chtigen dieser Welt keine besondere R&uuml;cksicht zu nehmen, <a href=\"http:\/\/www.gabyweber.com\/prozesse.php\">verklagen<\/a> Sie in trauter Regelm&auml;&szlig;igkeit Staaten, Geheimdienste etc., die zwar gerne PR und Desinformation verbreiten, sich hierbei aber nicht gern in die Karten schauen lassen. Warum ist das n&ouml;tig, sagen Sie? Wir leben doch, wie man uns glauben machen will, in der demokratischsten aller m&ouml;glichen Welten &ndash; verf&uuml;gen &uuml;ber ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Informationsfreiheitsgesetz\">Informationsfreiheitsgesetz<\/a> und anderes. Da sollten solche Auseinandersetzungen doch gar nicht n&ouml;tig sein.<\/strong><\/p><p>Schauen Sie doch mal genauer hin, was in diesen Gesetzen steht. So nimmt das sogenannte Informationsfreiheitsgesetz etwa die Geheimdienste ausdr&uuml;cklich von ihrer Auskunftspflicht aus &ndash; was ich f&uuml;r verfassungswidrig halte, da die Geheimdienste &uuml;ber eine Vielzahl Geheimschutzvorschriften verf&uuml;gen, eine grunds&auml;tzliche Ausnahme in einer Demokratie aber nicht machbar ist. Da gibt es also nichts zu feiern. <\/p><p>Abgesehen davon tun sich deutsche Beh&ouml;rden allerdings schwer, ihrer wenigen, gesetzlichen Pflicht auch nachzukommen, und werden dabei von der Politik unterst&uuml;tzt, die sich selbst st&auml;ndig von ihren Verpflichtungen zu entbinden versucht. Und dabei scheint der Politik keine Ausrede zu bl&ouml;d zu sein, um ihre Machenschaften blo&szlig; nicht offenzulegen. <\/p><p>Da haben brisante interne Gutachten pl&ouml;tzlich &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/netzpolitik\/urheberrecht-innenministerium-mahnt-fragdenstaat-de-ab-a-944855.html\">Urheberrechte<\/a>&ldquo; und sollen geheim bleiben. Ein Regierungsgutachten zur <a href=\"http:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik\/meinung\/kommentar-wie-lange-gilt-in-deutschland-noch-die-meinungs--und-pressefreiheit--23844716\">Causa B&ouml;hmermann<\/a> bleibt unter Verschluss, weil dieses B&ouml;hmermann <a href=\"http:\/\/blog.fragdenstaat.de\/2016\/aa-boehmermann\/\">schaden<\/a> k&ouml;nne. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: nach dieser Auffassung w&auml;re eine klare Auskunft ein Verbrechen &ndash; nicht aber die Vorverurteilung Merkels wider B&ouml;hmermann und die Pressefreiheit. <\/p><p>Und uns wird die Antwort der USA auf die Frage der deutschen Bundesregierung <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2014\/informationsfreiheits-ablehnung-des-tages-antwort-der-usa-wird-beeinflusst-wenn-frage-oeffentlich-wird\/\">vorenthalten<\/a>, worin denn eigentlich die Straftaten des Whistleblowers Snowden bestanden haben sollen. <\/p><p><strong>Was genau sind die Defizite unserer &bdquo;B&uuml;rgerrechte auf Transparenz und Information&ldquo;? Wo hakt es genau?<\/strong><\/p><p>Wie erw&auml;hnt, werden einige Bereiche wie die Dienste grunds&auml;tzlich ausgenommen. Wo zum Beispiel liegen die Unterlagen des Bundessicherheitsrates? Das w&auml;re mal eine interessante Frage. Dort liegen zum Beispiel die Unterlagen, was die Gew&auml;hrung von Exportgenehmigungen von Waffenexporten angeht. <\/p><p>Und: Wie werden in der Praxis B&uuml;rger von den Beh&ouml;rden behandelt, wenn sie einen Auskunftsantrag stellen? Wenn sie &uuml;berhaupt eine Antwort bekommen, dann meist nur eine partielle und wenn sie sich dagegen gerichtlich wehren, m&uuml;ssen sie mit Prozesskosten von mehreren tausend Euro rechnen. Vor allem aber wird uns erst einmal grunds&auml;tzlich vorenthalten, was eigentlich da ist. <\/p><p>Ich w&uuml;rde gerne mal wissen, was das Kanzleramt &uuml;ber die Jahrzehnte bei sich sammelt und nicht an das Koblenzer Bundesarchiv abgegeben hat. Da w&uuml;rde ich gerne einen Blick in den aktuellen Aktenbestand werfen. Im Koblenzer Bestand finden Sie aus dem Kanzleramt vielleicht ein paar Gesetze und Zeitungsausschnitte, aber keine Vermerke, Gutachten und andere Interna. Die genau w&auml;ren aber notwendig, um die Geschichte so schreiben zu k&ouml;nnen, wie sie jenseits aller Propaganda wirklich war, und um das Agieren der Regierung &uuml;berpr&uuml;fen zu k&ouml;nnen. <\/p><p><strong>Am 1. Juni veranstaltete die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin eine Fachtagung mit dem Titel &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.fes-forumberlin.de\/pdf_2016\/einladung-infofreiheit-2016-www.pdf\">Von der Informationsfreiheit zur Transparenzgesetzgebung<\/a>&ldquo;. Mit dabei war auch die Deutsche Gesellschaft f&uuml;r Informationsfreiheit. Und auch Sie waren als Zuh&ouml;rerin mit dabei. Freuen Sie sich, dass die SPD nun endlich mit neuen Gesetzen die Informationsfreiheit ausweiten und eine &bdquo;Transparenzkultur&ldquo; etablieren will, wie es im Flyer so sch&ouml;n hei&szlig;t? Geht es endlich voran&hellip;?<\/strong><\/p><p>W&auml;re es so, freute mich das. Allerdings machte die Ebert-Stiftung wie so oft wieder mal viel L&auml;rm um nichts &ndash; respektive, es sollte eine tolle PR werden, war aber am Ende nur peinliches Politik-Blabla. <\/p><p>Das sah man bereits an der Auswahl der Referenten: Da war zun&auml;chst mal die unvermeidbare Andrea Vo&szlig;hoff, Bundesbeauftragte f&uuml;r den Datenschutz und die Informationsfreiheit, eher eine beamtete Bremserin als eine engagierte Streiterin. Ihr Vorg&auml;nger, Peter Schaar, hatte sich einen Namen gemacht, weil er seinen Spielraum ausnutzte. Der h&auml;tte sicher Interessanteres aus dem N&auml;hk&auml;stchen erz&auml;hlen k&ouml;nnen. Aber die Dame Vo&szlig;hoff langweilte mit allgemeinem Statements und der Behauptung, dass es bei uns doch so gut laufe mit der Transparenz. <\/p><p>Dann kamen die Vertreter aus der Politik: der Landesbeauftragte f&uuml;r Datenschutz und die Informationsfreiheit aus dem SPD-regierten Rheinland-Pfalz sowie die Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion. G&auml;hnfaktor hoch drei, man versicherte, man habe sich eifrig bem&uuml;ht&hellip;<\/p><p><strong>Dabei ist das Thema Transparenz zu Zeiten von Massen-Total&uuml;berwachung, NSU-Komplex und anderem doch so wichtig wie nie zuvor. Und hat sich auch rechtlich zuletzt doch das ein oder andere getan&hellip;<\/strong><\/p><p>In der Tat. Aber auch bei diesem Thema hat die FES voll ins Klo gegriffen. Neben den Politikern hat sie ausgerechnet den Anwalt der BILD eingeladen, Christoph Partsch, der &uuml;ber die &bdquo;Entwicklung der Rechtsprechung&ldquo; vortrug. <\/p><p><strong>Hat der nicht 2010 f&uuml;r BILD den BND in Sachen Eichmann-Akten verklagt?<\/strong><\/p><p>Ja, das war zu dem Zeitpunkt, als ich in dieser Sache vor dem Bundesverwaltungsgericht Leipzig bereits gewonnen hatte und die Akten damit deklassifiziert waren. Die Klage, die 2008 begonnen wurde und schlie&szlig;lich in meinem Sinne entschieden wurde, war damals mit einem ziemlichen Risiko verbunden, weil das Informationsfreiheitsgesetz eben die Geheimdienste von der Offenlegungspflicht ausnimmt. Dieses Risiko bin ich damals eingegangen und mein Anwalt, der sehr bekannte Reiner Geulen, st&uuml;tzte sich auf das Bundesarchivgesetz, und wir gewannen den Prozess weitgehend. <\/p><p><strong>Die Bildzeitung, vertreten durch Herrn Partsch, ist also Trittbrett gefahren?<\/strong><\/p><p>Genau so sehe ich das. Ich habe mich damals auf das Bundesarchivgesetz gest&uuml;tzt, das eine Aktenoffenlegung nach 30 Jahren vorschreibt &ndash; auch f&uuml;r die Geheimdienste. <\/p><p>Aber es ist sicher richtig, dass sich die Rechtsprechung in letzter Zeit g&uuml;nstig entwickelt hat &ndash; ich vermute, nur deshalb kriegt die Politik ihren Allerwertesten etwas hoch: die sehen, da ist was im Gang, da m&uuml;ssen wir reagieren. <\/p><p>Aber dass sich etwas juristisch verbessert hat, ist nicht vom Himmel gefallen. Da ist zun&auml;chst die von mir erstrittene Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts. Au&szlig;erdem klage ich derzeit erneut gegen den BND und gegen das Bundesamt f&uuml;r Verfassungsschutz &ndash; da geht es um deren Akten zur argentinischen Milit&auml;rdiktatur in den siebziger Jahren. Wieder st&uuml;tze ich mich auf das Bundesarchivgesetz und zus&auml;tzlich auf das IFG, denn ich finde, die Obergerichte sollen sich einmal mit der Frage befassen, ob die Regelung, wonach das IFG die Geheimdienste von ihrer Auskunftspflicht ausnimmt, verfassungskonform ist. <\/p><p>Die Reaktion des BfV ist nur peinlich. Es behauptete, zu Argentinien &uuml;berhaupt gar kein einziges Blatt Papier zu besitzen, und der BND hat von den Berichten seines Residenten an der Deutschen Botschaft in Buenos Aires nur ein paar Blatt herausger&uuml;ckt. <\/p><p>Ich halte das f&uuml;r dumme Ausreden und habe angeboten, selbst zu suchen. Mir ist es wichtig, die kompletten Berichte einsehen zu k&ouml;nnen. Mein Anwalt, Raphael Thomas, hat daher die &Uuml;berlassung all dieser Unterlagen sowie der Findmittel &ndash; also Register und Inhaltsverzeichnisse &ndash; beantragt. Diese Verfahren sind anh&auml;ngig. Ich denke aber, die Chancen stehen gut. <\/p><p><strong>Vor dem Bundesverfassungsgericht ist Ihr Verfahren gegen das Bundesarchiv anh&auml;ngig. Und vor kurzem ging durch die Presse, dass die Bundesregierung Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt aufgefordert hat, sein Privatarchiv ans Bundesarchiv zu &uuml;bergeben. Hat das mit Ihrem Verfahren zu tun?<\/strong><\/p><p>Ja, in meinem Verfahren geht es um die Unart der Politiker, ihre Dienstakten mit nach Hause zu nehmen, statt sie dem Bundesarchiv zu &uuml;berlassen. In meinen Augen ist das Diebstahl. Und undemokratisch nat&uuml;rlich auch. Denn diese Akten werden damit der &Ouml;ffentlichkeit vorenthalten. <\/p><p>Bei mir geht es um die Akten von Hans Globke zum Wiedergutmachungsverfahren mit Israel und die von Hermann Abs zum Londoner Schuldenabkommen &ndash; beide aus dem Jahr 1952. <\/p><p>Diese Akten wurden von ihren jeweiligen Erben der Konrad-Adenauer-Stiftung bzw. dem Historischen Institut der Deutschen Bank &uuml;berreicht, die sie mir entweder nicht oder nur teilweise zeigen wollten.<\/p><p>Das Bundesarchiv hat diese Praktiken &uuml;ber Jahrzehnte hingenommen, da habe ich es wegen Unt&auml;tigkeit verklagt, und die Sache liegt zur Entscheidung in Karlsruhe. <\/p><p>Ich hoffe auf eine positive Entscheidung der Verfassungsrichter. Sie haben ein Gutachten beim Bundesjustizministerium eingeholt, und mich hat besonders gefreut, dass sich das &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.forumjustizgeschichte.de\/\">Forum Justizgeschichte<\/a>&ldquo; mit einem sogenannten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amicus_Curiae\">Amicus Curiae-Brief<\/a> &ouml;ffentlich in die Debatte eingemischt hat.<\/p><p>Es h&auml;tten also, um eine spannende Diskussion bei der Fachtagung zustande zu bringen, interessante Fachleute zur Verf&uuml;gung gestanden: Anw&auml;lte, die die Verfahren mit vollem Risiko durchgezogen haben, Richter und Mitstreiter, die daf&uuml;r gesorgt haben, dass sich das allgemeine Bewusstsein in der Bev&ouml;lkerung zum Thema Informationsfreiheit ge&auml;ndert hat.<\/p><p><strong>Referierte denn bei der Konferenz niemand, der von der Basis kommt?<\/strong><\/p><p>Nein: es waren die Berufspolitiker, der Anwalt der BILD und Sven Berger von der dgif, vor der sich kein Aktenverstecker f&uuml;rchten muss. Der meinte etwa auf die Frage, warum er die Ausnahmeregelungen des Informationsfreiheitsgesetzes bez&uuml;glich der Geheimdienste bisher nicht gerichtlich und verfassungsrechtlich habe &uuml;berpr&uuml;fen lassen, nur, dass man dazu zu wenig Personal habe und sich zu geringe Erfolgsaussichten verspr&auml;che. Naja, wer&lsquo;s glaubt&hellip; <\/p><p>Und zum Thema &bdquo;Transparenzkultur&ldquo; h&auml;tte ich mir jemanden vom CCC oder von netzpolitik.org gew&uuml;nscht, die wegen der Ver&ouml;ffentlichung eines harmlosen Papiers vom Bundesamt f&uuml;r Verfassungsschutz wegen Landesverrates angeklagt worden sind und jetzt eine sehr interessante Initiative vorgestellt haben: <a href=\"http:\/\/verklagdenstaat.de\/\">VerklagDenStaat.de<\/a> &ndash; mit konkreten Handlungsanweisungen und Grundsatzurteilen, wie die B&uuml;rger Auskunftsantr&auml;ge stellen sollen. Das w&auml;re von Interesse, weil Relevanz gewesen!<\/p><p><strong>Ist das denn auf der Tagung alles so widerspruchslos hingenommen worden? Ich meine, dieses Berieselungsprogramm&hellip;<\/strong><\/p><p>Nein, nach den langweilenden Vortr&auml;gen vom Podium herab kam es aus dem Publikum ausschlie&szlig;lich zu kritischen Nachfragen, Netzpolitik und andere junge Aktivisten, B&uuml;rger aus dem Umweltbereich und andere erz&auml;hlten, wie sie von den Beh&ouml;rden abgeschifft werden, und sogar der Journalist Saure von der BILD war &uuml;ber die Auskunftspraxis der Beh&ouml;rden emp&ouml;rt. Auf diese sehr konkreten Probleme und Fragen gab es aber nur lapidare Antworten. Die Ebert-Stiftung machte hier wirklich alles andere als eine gute Figur. <\/p><p><strong>Was br&auml;uchte es denn, damit wirklich Transparenz und Informationsfreiheit best&uuml;nden? Und, unter uns: Sind diese in der gesellschaftlichen Ordnung, in der wir leben, denn &uuml;berhaupt denkbar?<\/strong><\/p><p>Das h&auml;ngt davon ab, wie ernst wir es mit der Demokratie nehmen. Ist Demokratie das Recht, alle vier Jahre irgendwo sein Kreuzchen zu malen und ansonsten den Regierenden ausgeliefert zu sein? Damit meine ich die staatliche B&uuml;rokratie, vor allem aber diejenigen, die die Macht in der Hand haben: die wirtschaftliche Macht&hellip;<\/p><p>Wie k&ouml;nnen wir von einer &bdquo;Transparenzgesellschaft&ldquo; reden, w&auml;hrend der Verfassungsschutz unter dem Verdacht steht, eine M&ouml;rderbande <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31571\">gesch&uuml;tzt<\/a> und gef&ouml;rdert zu haben, w&auml;hrend die NSA und die anderen Geheimdienste problemlos in unsere Privatsph&auml;ren <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26198\">eindringen<\/a> und die Politik uns ein TTIP zumutet, das sogar Abgeordneten keinen kompletten Einblick gew&auml;hrt? Da verkommt das h&uuml;bsche Wort &bdquo;Transparenz&ldquo; zu einer leeren H&uuml;lle. <\/p><p>Und, ja, die Friedrich-Ebert-Stiftung wirft offenbar ebenfalls mit Nebelkerzen, damit der Ernst der Lage und die Parteilichkeit der Politik gegen uns B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger und somit gegen die Demokratie nicht zu offenkundig wird. Ein Trauerspiel&hellip; <\/p><p><strong>Ich bedanke mich f&uuml;r das Gespr&auml;ch.<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Gaby Weber<\/strong>, 1954 in Stuttgart geboren, Magister und Promotion an der FU Berlin, ist seit 1978 hauptberufliche Journalistin, arbeitete zuerst f&uuml;r den stern und ab 1981 f&uuml;r die ARD. Seit 1985 ist sie freiberuflich als S&uuml;damerika-Korrespondentin t&auml;tig. Ihre Homepage ist <a href=\"http:\/\/gabyweber.com\">gabyweber.com<\/a>.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Weiterlesen:<\/strong><\/p><ul>\n<li>NachDenkSeiten-Interview mit Gaby Weber: &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=32745\">The Revolution Will Not Be Televised<\/a>&rdquo;<\/li>\n<li>NachDenkSeiten-Interview mit Gaby Weber: &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28254\">Der Niedergang des Journalismus<\/a>&rdquo;<\/li>\n<li>Gaby Weber: <a href=\"http:\/\/www.gabyweber.com\/artikel.php\">Serie auf WDR 5 &uuml;ber den Sinn und Unsinn von Geheimdiensten<\/a><\/li>\n<\/ul><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Weitere Ver&ouml;ffentlichungen von Jens Wernicke<\/strong> finden Sie auf seiner Homepage <a href=\"http:\/\/www.jenswernicke.de\">jenswernicke.de<\/a>. Dort k&ouml;nnen Sie auch <strong><a href=\"http:\/\/feedburner.google.com\/fb\/a\/mailverify?uri=JensWernicke&amp;loc=de_DE\">eine automatische E-Mail-Benachrichtigung<\/a><\/strong> &uuml;ber neue Texte bestellen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/21150bc844ad4fc7a06bc4b11f38a238\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160405-gaby-weber.jpg\" alt=\"Gaby Weber\" title=\"Gaby Weber\"\/><\/div>\n<p>Freiheit, Gleichheit, Br&uuml;derlichkeit. F&uuml;r alle! Und, ach ja: Gerechtigkeit! Daf&uuml;r stehen sie <a href=\"http:\/\/www.klartext-info.de\/broschueren\/gerechtigkeit-ist_das_nicht_ungerecht.pdf\">allesamt<\/a>: Die b&uuml;rgerlichen Parteien, denen wir bei der Wahl unser Kreuzchen geben sollen. 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