{"id":33733,"date":"2016-06-09T09:30:51","date_gmt":"2016-06-09T07:30:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33733"},"modified":"2024-08-21T23:06:59","modified_gmt":"2024-08-21T21:06:59","slug":"legal-illegal-scheissegal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33733","title":{"rendered":"Legal, illegal, schei\u00dfegal"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160609_menne.jpg\" alt=\"Peter Menne\" title=\"Peter Menne\"><\/div><p>Es gibt einen sch&ouml;nen Spruch von Brecht, der eine der zentralen Fragen unserer Zeit thematisiert. Er lautet: &bdquo;Es gibt viele Arten zu t&ouml;ten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen, einem das Brot entziehen, einen von einer Krankheit nicht heilen, einen in eine schlechte Wohnung stecken, einen durch Arbeit zu Tode schinden, einen zum Suizid treiben, einen in den Krieg f&uuml;hren usw. Nur weniges davon ist in unserem Staat verboten.&ldquo; Nach wie vor ist das Verh&auml;ltnis zwischen Arm und Reich eines zwischen Macht und Ohnmacht, zwischen Legalit&auml;t und Kriminalit&auml;t. &Uuml;ber das global obere, eine Prozent etwa wissen Politik und Wissenschaft so gut wie nichts; &uuml;ber Hartz IV-Bezieher existieren in aller Regel meterhohe Aktenberge. Und eben auch: W&auml;hrend auf der einen Seite die internationalen Eliten und ihre Multis wie Heuschrecken von Land zu Land zu ziehen und dabei Raubbau an <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=29219\">Natur<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26726\">Gesundheit<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23757\">Arbeitsrecht<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23757\">Sozialstaatlichkeit<\/a> betreiben, finden sich auf der anderen Seite immer mehr Arme auch in unserem Land, die vermittels der <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/online\/2006\/20\/Schreiner\">Maxime<\/a> von &bdquo;Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen&ldquo; eines vermeintlichen Sozialdemokraten in auch noch das letzte denkbare Ausbeutungsverh&auml;ltnis gezwungen werden sollen. Kurzum: Die einen sind kriminell und werden als solche sanktioniert und verfolgt. Die anderen aber&hellip; Ja, welche <em>anderen<\/em> eigentlich? Und welche Kriminalit&auml;t? &Uuml;ber die ganz legale Kriminalit&auml;t gewisser Kreise in unserer vorgeblich sozialen Marktwirtschaft sprach <strong>Jens Wernicke<\/strong> mit <strong>Peter Menne<\/strong>, Mitglied im Vorstand von Business Crime Control.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7292\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-33733-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160609_Legal_illegal_scheissegal_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160609_Legal_illegal_scheissegal_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160609_Legal_illegal_scheissegal_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160609_Legal_illegal_scheissegal_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=33733-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160609_Legal_illegal_scheissegal_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"160609_Legal_illegal_scheissegal_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Herr Menne, die halbe Welt spricht ob der sogenannten &bdquo;Panama Papers&ldquo; gerade &uuml;ber Briefkastenfirmen und Steuerhinterziehung. Sie sind Mitglied im Vorstand von <a href=\"http:\/\/www.businesscrime.de\/\">Business Crime Control<\/a>, einem Verein, der sich gegen &bdquo;Wirtschaftskriminalit&auml;t&ldquo; engagiert. Wozu braucht es denn solches Engagement? Und was genau verstehen Sie unter Wirtschaftskriminalit&auml;t?<\/strong><\/p><p>Das Engagement braucht es, weil zu viele &ldquo;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/White-collar_crime\">White-collar crime<\/a>&rdquo; als Kavaliersdelikte bagatellisieren. Wirtschaftsstraftaten sind mit nur 1,7 Prozent der polizeilich bekannt gewordenen Straftaten einerseits zwar ein Randph&auml;nomen. Andererseits hat dieses &ldquo;Randph&auml;nomen&rdquo; es in sich, denn hierdurch entstehen rund 60 Prozent des durch Kriminalit&auml;t insgesamt verursachten Schadens, der zudem allein den strafrechtlich sanktionierten Teil der Wirtschaftskriminalit&auml;t betrifft.<\/p><p>Damit komme ich zu Ihrer zweiten Frage: Wirtschaftskriminalit&auml;t muss man unserer Ansicht nach deutlich breiter verstehen als nur all&rsquo; die Bestechungen, Steuerhinterziehungen, Korruptions- und Geldw&auml;schedelikte, &uuml;ber die man unter diesem Label &uuml;blicherweise spricht. Was da an gerade noch legalen oder halblegalen Aktionen l&auml;uft, um den eigenen Profit zu Lasten der Gemeinschaft, zu Lasten aller steuerehrlichen B&uuml;rger zu erh&ouml;hen: das alles ergibt in Summe ein Vielfaches von der durch die polizeiliche Kriminalstatistik bekanntgewordenen Summe.<\/p><p><strong>&hellip;und eigentlich ja auch einen guten Indikator f&uuml;r den <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23757\">Klassenkampf<\/a> des oberen einen Prozent gegen den Rest der Menschheit? Ich meine, wenn es um &bdquo;Sch&auml;den&ldquo; geht, die &bdquo;der Gemeinschaft&ldquo; zugef&uuml;gt werden und die die Justiz &uuml;blicherweise gar nicht sieht oder sehen mag. Ich denke da nur an die Etablierung der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=27052\">Finanzdiktatur<\/a> in Griechenland, die sogenannte &bdquo;Bankenrettung&ldquo; etc. pp.<\/strong><\/p><p>Nun, das ist zumindest eine naheliegende Interpretation, auch wenn wir nicht so weit gehen w&uuml;rden, die Entwicklungen in Griechenland als &bdquo;Wirtschaftskriminalit&auml;t&ldquo; zu klassifizieren.<\/p><p>Aber es gibt ein anderes gutes Beispiel: Panama ist weit &#9472; aber Luxemburg unser direkter Nachbar. Die <em>Lux Leaks<\/em> gingen durch die Presse. Aktuell stehen zwei Mitarbeiter der Wirtschaftspr&uuml;fungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers und ein Journalist in Luxemburg wegen Geheimnisverrats vor <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/luxleaks-luxemburg-stellt-enthueller-vor-gericht,1472780,34153752.html\">Gericht<\/a>, weil sie &ouml;ffentlich gemacht haben, mit welchen Absprachen internationale Konzerne in Absprache mit dem Luxemburger Finanzamt und letztlich mit Einverst&auml;ndnis der Luxemburger Regierung ihre Steuern verk&uuml;rzt haben. Gleichwohl kam unl&auml;ngst die EU-Kommission zu dem klaren Schluss, dass die Luxemburger Steuerverg&uuml;nstigungen &ldquo;unerlaubte staatliche Beihilfen&rdquo;, also &ldquo;illegal&rdquo; waren. Aber ist das strafrechtlich relevant? Oder nur zivilrechtlich, muss also nachgezahlt werden ohne weitere strafrechtliche Konsequenzen?<\/p><p>Und werden solche Kriminellen, die M&auml;chtigen der Welt, wirklich verfolgt? Warum werden Menschen, die gro&szlig;e Verbrechen zulasten der Allgemeinheit aufdecken, so viel sch&auml;rfer verfolgt? Werden Whistleblower wie <a href=\"https:\/\/le-bohemien.net\/2015\/08\/01\/warum-die-postdemokratie-whistleblower-zu-staatsfeinden-erklaert\/\">Staatsfeinde<\/a> verfolgt, w&auml;hrend gegen die eigentlichen T&auml;ter oft kaum etwas geschieht? In diesem Sinne macht Ihre Rede vom &bdquo;Indikator f&uuml;r Klassenkampf&ldquo; hier schon Sinn.<\/p><p>Die Sch&auml;den f&uuml;r die Gemeinschaft sind n&auml;mlich bei solchen Machenschaften enorm. Weil sie aber eben in einer Grauzone liegen oder vielleicht unter Wettbewerbsrecht oder irgendein zivilrechtliches Gebiet, mangels Unternehmensstrafrecht aber nicht unters Strafrecht fallen, genau deshalb muss der Begriff &ldquo;Wirtschaftskriminalit&auml;t&rdquo; breiter gefasst werden als blo&szlig; das strafrechtlich sanktionierte Verhalten aufgrund der bisherigen Rechtslage.<\/p><p>Internationale Konzerne zahlen die horrenden Stundens&auml;tze von Beratern wie zum Beispiel PricewaterhouseCoopers nat&uuml;rlich nicht aus Jux und Tollerei, sondern weil sie von deren Rat deutlich h&ouml;here Ersparnisse erwarten und sich im Vertrauen auf deren Verschwiegenheit auch keine Gedanken &uuml;ber &ouml;ffentliche Debatten oder gar juristische Konsequenzen machen m&uuml;ssen. Ob das nun &ldquo;unerlaubte staatliche Beihilfe&rdquo; oder was auch immer ist: Hauptsache, geringere Abgaben und hierdurch h&ouml;herer Gewinn. Global Player orientieren sich am Profit &#9472; wenn Gesetze und Verordnungen den f&ouml;rdern, werden sie und der &ldquo;Rechtsstaat&rdquo; hoch gelobt. Wenn sie aber das Gesch&auml;ft st&ouml;ren, werden sie gerne <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!5295140\/\">umgangen<\/a>.<\/p><p><strong>Was halten Sie in diesem Kontext denn von den sogenannten &bdquo;Panama Papers&ldquo; und der Art und Weise, wie die Debatte hierzu verl&auml;uft und gef&uuml;hrt wird? Einige Journalisten attackieren Sch&auml;uble aktuell ja etwa wegen seiner &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/panama-papers-und-die-folgen-die-schaeuble-show-gegen-die-steuerflucht\/13465452.html\">Blendgranaten<\/a>&ldquo; zum Thema; und andere insistieren darauf, dass Wegschauen der Regierungen bei derlei Dingen international <a href=\"http:\/\/blog.arbeit-wirtschaft.at\/panama-papers\/\">System<\/a> habe. Beides Dinge, von denen im <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31990\">Medien-Mainstream<\/a> wenig die Rede ist&hellip;<\/strong><\/p><p>Das sind zwei Fragen. Zuerst zum &ldquo;Wegschauen&rdquo;: Da kann man tats&auml;chlich bef&uuml;rchten, dass das System hat. Rainer Mausfeld hat sehr gut nachvollziehbar die Techniken <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Rx5SZrOsb6M\">dargelegt<\/a>, wie in der Politik alte H&uuml;te als neuester Modeschrei verkauft werden k&ouml;nnen. So l&auml;sst sich Sch&auml;uble aktuell f&uuml;r einen 10-Punkte-Plan feiern, der nichts wirklich Neues bringt. Warum aber legt er jetzt das vor, was er 2009 nicht durchsetzen konnte &#9472; dieselbe alte Kamelle, nochmal neu aufgew&auml;rmt? Weil er das Problem eigentlich gar <a href=\"http:\/\/www.attac.de\/startseite\/detailansicht\/news\/steuervermeidung-schaeuble-blockiert-konzern-laenderberichte\">nicht anpacken<\/a> will, also nur ein Ablenkungsman&ouml;ver? Oder konnte er sich 2009 nicht durchsetzen und versucht deshalb mit dem neuen Skandal im R&uuml;cken jetzt einen zweiten Anlauf? Dann lautete die Frage: Woran war er sieben Jahre lang gescheitert? An den EU-Kollegen, die f&uuml;r Gebiete wie <em>Jersey<\/em> oder <em>Cayman Inseln<\/em> zust&auml;ndig sind? Oder an Kollegen, die auf die <a href=\"http:\/\/www.sven-giegold.de\/2016\/informeller-ecofin-amsterdam-schaeuble-muss-seinen-widerstand-europa-gegen-mehr-steuertransparenz-aufgeben\/\">paradiesischen deutschen Zust&auml;nde<\/a> insbesondere f&uuml;r Nicht-EU-Ausl&auml;nder verweisen? An Interessengruppen, die ihr Gesch&auml;ftsmodell weiter am Laufen halten wollen? Oder an anderen, <a href=\"http:\/\/www.sven-giegold.de\/2016\/geldwaesche-bekaempfung-schaeuble-darf-nicht-von-eigenen-versaeumnissen-ablenken\/\">hausgemachten Problemen<\/a>? Beide Sichtweisen bieten gute Argumente. Sich auf nur eine zu verengen: damit liefe man Gefahr, komplexe Wirklichkeit zu stark zu reduzieren.<\/p><p>Deshalb zur anderen Frage, was ich von den &bdquo;Panama Papers&ldquo; halte. Nat&uuml;rlich bin ich froh, dass die an die &Ouml;ffentlichkeit gelangt sind und damit Steuerhinterziehung und Steuervermeidung wieder auf der politischen Tagesordnung stehen. Eine Unmenge Material, das da aufgearbeitet und ausgewertet werden muss, irgendwann auch von den zust&auml;ndigen Steuerfahndern.<\/p><p>Zugleich ist das aber das Material von nur <em>einer<\/em> Kanzlei aus <em>einzig<\/em> Panama. Allein dort gibt es Dutzende Kanzleien, die dasselbe Gesch&auml;ft betreiben. J&uuml;rgen Mossacks deutsche Herkunft kann ein Grund daf&uuml;r gewesen sein, dass er viele europ&auml;ische Kunden hatte. Ein US-Amerikaner k&ouml;nnte seine Klientel vorzugsweise in den USA finden oder jemand mit asiatischen Wurzeln in anderen Regionen: Wenn jetzt dar&uuml;ber spekuliert wird, warum keine US-Amerikaner bei den Mossack-Fonseca-Papieren aufgeflogen sind, halte ich nichts von verschw&ouml;rungshypothetischen Gedankenspielen. Viel wahrscheinlicher ist hingegen, dass die schlicht von einer anderen Kanzlei bedient wurden und werden. Oder die sind in US-eigene Steueroasen wie <em>Delaware<\/em> gegangen.<\/p><p>Panama ist eben nur <em>eine<\/em> Steueroase &#9472; von vielen. Es gibt davon zu viele &#9472; und hier sollten wir unseren Satirikern danken: knapper als beispielsweise der <a href=\"http:\/\/www.der-postillon.com\/\">Postillon<\/a> mit seiner Schlagzeile &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.der-postillon.com\/2016\/04\/panama-papers-zwingen-superreiche-funf.html\">Superreiche gezwungen, f&uuml;nf Minuten nach neuer Steueroase zu suchen<\/a>&ldquo; kann man das kaum zusammenfassen. Was aber folgt daraus? Sich zur&uuml;cklehnen in Zynismus? Oder lieber vor Ort anfangen, die Zust&auml;nde zu &auml;ndern? Also die Steuervermeidungstechniken f&uuml;r Konzerne nicht irgendwo, sondern hier, <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/kommentar-zu-fiat-ohne-scham,1472780,26040210.html\">in Europa<\/a> einmal genauer unter die Lupe zu nehmen!<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/wNsmIFjVAuw\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p style=\"text-align: center;\"><strong>Sahra Wagenknecht: &bdquo;Es geht um organisierte Kriminalit&auml;t der Reichen und M&auml;chtigen&ldquo;<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Was f&uuml;r &bdquo;Profiterh&ouml;hungs- und Steuervermeidungstricks&ldquo; gibt es denn da? An wen sollten wir denken, wenn wir uns einmal an der sprichw&ouml;rtlichen eigenen Nase kratzen w&ouml;llten?<\/strong><\/p><p>Zun&auml;chst einmal: international aufgestellte Unternehmen genie&szlig;en massive Wettbewerbsvorteile gegen&uuml;ber Selbstst&auml;ndigen, Handwerkern oder regionalen Mittelst&auml;ndlern. Laut EU-Steuerkommissar Pierre Moscovici m&uuml;ssen die kleinen, nur national t&auml;tigen Unternehmen etwa eine um <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/recht-steuern\/konzerne-umgehen-fiskus-steuervermeidung-kostet-eu-laender-viele-milliarden-14037749.html\">30 Prozent h&ouml;here Steuerlast<\/a> tragen als die gro&szlig;en Konzerne.<\/p><p>Die Apologeten der Marktwirtschaft schw&auml;rmen zwar immer gerne von deren Internationalit&auml;t &#9472; dabei sind die Randbedingungen f&uuml;r M&auml;rkte stets regional: Arbeitszeitbestimmungen, Umweltschutz- oder eben Steuergesetze. Selbst Steuern sind nicht mal national einheitlich, sondern teils kommunale Angelegenheit. Denken Sie nur an die Gewerbesteuer: die d&uuml;rfen die Kommunen innerhalb einer gewissen Bandbreite selbst festlegen, was manche Kommunen dann als &ldquo;Standortvorteil&rdquo; vermarkten. Deshalb hat die Frankfurter Wertpapierb&ouml;rse etwa der Stadt Frankfurt <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/finanzen\/artikel\/a-528126.html\">den R&uuml;cken gekehrt<\/a> und sitzt nun seit einigen Jahren im &ldquo;Frankfurter Speckg&uuml;rtel&rdquo;, in Eschborn.<\/p><p>Wobei das weniger ein &ldquo;Trick&rdquo; ist als vielmehr das ganz offen gepredigte, in sich widerspr&uuml;chliche Markt-Credo: der &ldquo;Standortwettbewerb&rdquo;, bei dem Kommunen darum wetteifern, Firmen auf ihrem Gebiet anzusiedeln. Widerspr&uuml;chlich, weil nach der Logik der Markt-Verfechter alle den gleichen Zugang zum Markt haben sollten und m&uuml;ssten. Tats&auml;chlich werden aber regionale Besonderheiten ausgenutzt.<\/p><p>Wie gesagt, ist das die ganz offene Seite von Konkurrenz, insofern weder &ldquo;Trick&rdquo; noch illegal&hellip;<\/p><p><strong>&hellip; doch genau diese Tricks sind doch interessant. Was genau wird da praktiziert? Vielleicht k&ouml;nnten sie ja einmal ein, zwei Beispiele benennen.<\/strong><\/p><p>Nehmen wir zum Beispiel die sogenannte &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/patentbox-lizenz-zum-steuersparen,1472780,27975480.html\">Patentbox<\/a>&ldquo;. Die gibt es unter anderem in den Niederlanden. Der Steuersatz f&uuml;r Unternehmen bewegt sich dort irgendwo im Mittelfeld: nicht besonders hoch, aber auch kein Niedrigsteuerland. Anders sieht es bei Erfindungen aus: die werden deutlich niedriger besteuert. &ldquo;Super!&rdquo;, mag sich da mancher denken, das f&ouml;rdert doch Innovation, vielleicht kommen wir so schneller zu n&uuml;tzlichen Sachen. <\/p><p>Leider ist das etwas zu kurz gedacht, denn der Steuervorteil gilt genauso f&uuml;r Marken. Rechtlich sind die von Erfindungen kaum zu unterscheiden, wie sich auch am &ldquo;Deutschen Patent- und Markenamt&rdquo; zeigt: ob Lizenzgeb&uuml;hren f&uuml;r die Produktion von Medikamenten oder f&uuml;r das Nutzen eines bunten Logos gezahlt werden, bleibt finanztechnisch weitgehend gleich. Das hei&szlig;t, das holl&auml;ndische Erfindungs-Privileg gilt genauso f&uuml;r diejenigen, die sich eine Marke, ein Logo, ein Schriftbild eintragen lassen.<\/p><p><strong>Das klingt ja interessant. Was aber hat das mit der Sache zu tun?<\/strong><\/p><p>Das kann ich Ihnen sagen. Nehmen wir beispielsweise den M&ouml;belfilialisten Ikea: Der w&auml;chst in Deutschland weiter, er&ouml;ffnet kontinuierlich neue Filialen. Da muss das Gesch&auml;ft gut laufen. Mir klingt noch der Werbeslogan vom &ldquo;<em>unm&ouml;glichen M&ouml;belhaus aus Schweden<\/em>&rdquo; in den Ohren. Ikea schwedisch? Aus dem fr&uuml;her mal hochbesteuerten Wohlfahrtsstaat? Glauben viele &#9472; doch seit 1982 ist der Hauptsitz von Ikea in <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/stiftung-im-steuerparadies-ein-labyrinth-namens-ikea-1581197.html\">Holland<\/a>. Nicht, weil man dort so viele M&ouml;bel verkauft. Sondern weil dort Gewinne aus Marken-Lizenzgeb&uuml;hren &#9472; genauso wie Erfindungen! &#9472; deutlich <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lizenzbox#Verbreitung_der_Lizenzbox_in_Europa\">niedriger besteuert<\/a> werden.<\/p><p>Konkret bedeutet das: F&uuml;r jedes &ldquo;Billy&rdquo;-Regal, jede Kaffeetasse oder worauf auch immer ein Ikea-Logo gepappt ist, zahlen deutsche Ikea-Filialen genauso wie die M&ouml;belh&auml;user aus allen anderen <a href=\"http:\/\/www.ikea.com\/ms\/de_DE\/this-is-ikea\/about-the-ikea-group\/index.html\">27 L&auml;ndern<\/a> Lizenzgeb&uuml;hren an die holl&auml;ndische Muttergesellschaft. Deren H&ouml;he legt die Muttergesellschaft fest. Und die M&ouml;belh&auml;user aus Deutschland &#9472; dem <a href=\"http:\/\/www.giessener-zeitung.de\/giessen\/beitrag\/90070\/das-steuersparmodell-von-ikea\/\">umsatzst&auml;rksten Land<\/a> &#9472; und den anderen Landesgesellschaften setzen das selbstverst&auml;ndlich als Betriebsausgabe ab. <\/p><p>Allein f&uuml;r Deutschland sind das <a href=\"http:\/\/www.3sat.de\/page\/?source=\/boerse\/magazin\/180043\/index.html\">60 Millionen Euro<\/a> pro Jahr: Um den Betrag sinkt der Gewinn, der hier versteuert werden muss. In den Niederlanden steigt der Gewinn mit den vereinnahmten Lizenzgeb&uuml;hren. Nur ist&rsquo;s da kein &ldquo;<em>Gewinn aus Gewerbebetrieb<\/em>&ldquo;, zu versteuern mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lizenzbox#Verbreitung_der_Lizenzbox_in_Europa\">25 Prozent<\/a>, sondern eben &ldquo;<em>Gewinn aus Patenten &amp; Lizenzen<\/em>&rdquo; &#9472; wof&uuml;r nur 5 Prozent f&auml;llig werden. <\/p><p>Der Gewinn wird also aus dem Land, in dem er erwirtschaftet wird, in ein anderes Land verlagert, um so insgesamt Steuern zu sparen. Alles ganz legal. Gegen&uuml;ber dem deutschen Fiskus erscheint die deutsche Ikea ziemlich arm &#9472; und muss daf&uuml;r keineswegs bis Panama fahren. Wie gesagt: alles korrekt bilanziert &#9472; nur eben so, dass f&uuml;r die &Ouml;ffentliche Hand au&szlig;er ein paar Brosamen nichts &uuml;brig bleibt.<\/p><p><strong>Und gibt es denn auch Tricks, die weiter in die Grauzone hineinragen? Eine &bdquo;noch&ldquo; schmutzigere Praxis, wenn Sie so wollen&hellip;?<\/strong><\/p><p>Allerdings gibt es die. Nehmen wir beispielsweise den internen Einkauf bei Firmen mit Niederlassungen in verschiedenen L&auml;ndern: F&uuml;r eigentlich alle technischen G&uuml;ter vom Auto &uuml;ber Maschinen bis zu Flugzeugturbinen braucht&rsquo;s Ersatzteile, Wartung etc. Der Service l&auml;uft entweder &uuml;ber konzerneigene Tochterfirmen oder freie bzw. Vertragswerkst&auml;tten. Gerade im Investitionsg&uuml;terbereich wissen die Kunden, beispielsweise Luftfahrtgesellschaften, was ein Ersatzteil kosten darf. Bietet der Hersteller es &uuml;berteuert an, greifen freie Werkst&auml;tten statt zum Originalteil zu &auml;quivalenten Produkten anderer Hersteller. Es mag einen Marken-Aufschlag geben, doch die Preise f&uuml;r externe Kunden m&uuml;ssen sich im Rahmen halten. <\/p><p>Anders bei den Tochterunternehmen: die m&uuml;ssen die Originalteile der Muttergesellschaft kaufen &ndash; und zwar zu den Preisen, die die Mutter vorschreibt. So kann es vorkommen, dass der konzerneigene Turbinen-Reparaturbetrieb seiner US-Muttergesellschaft das Doppelte f&uuml;r dasselbe Ersatzteil zahlen muss. Die Kosten in Deutschland sind damit so hoch, dass kaum ein Gewinn anf&auml;llt. Stattdessen wird der anderswo versteuert &ndash; zu dortigem Steuertarif. <\/p><p>Weiterer angenehmer Effekt f&uuml;r den Konzern: die Arbeitnehmer lassen sich wunderbar unter Druck setzen. Weil die Tochterfirma stets an der Grenze zu roten Zahlen arbeitet, ist sie stets von Schlie&szlig;ung bedroht. Dass sie bei den Einkaufsbedingungen gar nicht profitabel arbeiten kann, dass sich die &uuml;berh&ouml;hten Preise nicht durch h&ouml;here Arbeitsproduktivit&auml;t und Effizienz ausgleichen lassen: das geht im Bilanz-Klagegeheul einfach unter. Stattdessen werden Arbeitnehmer beispielsweise zu unbezahlter Mehrarbeit gedr&auml;ngt, weil es der Tochterfirma ja so schlecht gehe und ihr Arbeitsplatz deshalb auf der Kippe stehe&hellip;<\/p><p>Zwar kontrollieren hier zunehmend auch Finanz&auml;mter, doch solange die nur Preislisten anderer Wettbewerber heranziehen, behaupten Firmen gerne, dass ihr Produkt ein ganz spezielles und eben nicht durch Fremdprodukte ersetzbar sei &ndash; gerade bei technischen Spezialprodukten eine nur mit M&uuml;he widerlegbare Behauptung.<\/p><p>Was generell fehlt, was bei all den internationalen Abkommen eigentlich l&auml;ngst &uuml;berf&auml;llig w&auml;re, ist eine international einheitliche Unternehmenssteuer &#9472; aber nicht etwa am unteren Ende des <a href=\"http:\/\/www.isw-linz.at\/themen\/dbdocs\/LF_giegold_3_03.pdf\">Steuersenkungswettlaufs<\/a>, sondern besser am anderen. In der EU werden <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/steuern-fuer-konzerne-kritik-am-plan-der-eu-kommission-a-1086821.html\">allererste Ans&auml;tze<\/a> hierzu diskutiert &#9472; die aber l&auml;ngst nicht ausreichen.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/TAhcyujFbZY\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p style=\"text-align:center;\"><strong>Report Mainz: Ausgebremste Steuerfahnder<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Und macht derlei dabei das Gros der &bdquo;Wirtschaftskriminalit&auml;t&ldquo; in Ihrem Sinne aus? Oder was gibt es da noch, dass die M&auml;chtigen dieser Welt aus Profitinteresse gegen das Gemeinwohl praktizieren, von dem jedoch kaum jemand wei&szlig; oder spricht? Aktuell fordert ja etwa Filmemacher Michael Moore gerade die <a href=\"http:\/\/michaelmoore.com\/ArrestGovSnyder\/\">Inhaftierung<\/a> des Gouverneurs seines Bundesstaates, da der f&uuml;r eine kriminelle &ndash; und &uuml;brigens mit dem Totschlagargument der &bdquo;leeren &ouml;ffentlichen Kassen&ldquo; neoliberal herbeiideologisierte &ndash; Umweltverschmutzung, dank derer 100.000 Menschen <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/panorama\/verseuchtes-wasser-flint-im-us-bundesstaat-michigan-menschen-vergiftet-1.2827781\">vergiftet<\/a> wurden, verantwortlich sein soll! Das ist schon harter Tobak, aber sicher auch ein Einzelfall&hellip;<\/strong><\/p><p>Auch jeder Amoklauf ist jaimmer ein &bdquo;Einzelfall&ldquo;. Aber das ist erst die halbe Wahrheit: schaut man sich mal die Waffengesetze an und rechnet die Opfer pro Jahr zusammen, dann sieht man schon deutliche Unterschiede zwischen dem Risiko, in Deutschland oder in den USA Opfer eines Amokl&auml;ufers zu werden&hellip; Absolute Sicherheit gibt es keine, auch keine vor Verbrechen. Aber h&ouml;chst unterschiedliche Gef&auml;hrdungen gibt es schon: Statt also &ldquo;Einzelf&auml;lle&rdquo; zu beschw&ouml;ren, gilt es, das Risiko abzusch&auml;tzen und auf ein ertr&auml;gliches Ma&szlig; zu senken.  <\/p><p>Genau das gilt auch f&uuml;r &ldquo;Wirtschaftskriminalit&auml;t&rdquo;: Das ist eine Grauzone &#9472; von strikt legalem Verhalten wie etwa bei Ikea, wo eben alle M&ouml;glichkeiten, die die national unterschiedlichen Steuergesetze bieten, radikal ausgesch&ouml;pft werden und die Firma zugleich im Brustton der &Uuml;berzeugung <a href=\"https:\/\/utopia.de\/0\/gutefragen\/fragen\/zahlt-ikea-in-deutschland-steuern\">verk&uuml;nden<\/a> kann, dass sie &ldquo;alle in Deutschland zu entrichtenden Steuern und Abgaben&rdquo; zahle, bis hin zu definitiv illegalem Handeln, wie wir es etwa von der sizilianischen Mafia erwarten. <\/p><p>Dazwischen ist alles m&ouml;glich, wie man beispielsweise mit Blick auf die Atomenergie sehen kann. Da haben wir ja gerade zwei traurige <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31260\">Jubil&auml;en<\/a>: 5 Jahre Fukushima und 30 Jahre Tschernobyl. Die jeweiligen Aufr&auml;umarbeiten sind l&auml;ngst nicht beendet, die Ruinen strahlen weiter. Wie gef&auml;hrdet sind aber die Menschen, die dort leben m&uuml;ssen? Da gibt es ganz unterschiedliche Aussagen, bis hin zu der Behauptung, dass durch das Fukushima-Ungl&uuml;ck noch kein einziger Mensch gestorben sei. Und dann wird flei&szlig;ig gemessen &#9472; mit sehr unterschiedlichem Ergebnis, je nachdem, ob IPPNW, Greenpeace oder japanische Beh&ouml;rden es tun. Alex Rosen von den Internationalen &Auml;rzten f&uuml;r die Verh&uuml;tung des Atomkrieges hat im <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31260\">Interview<\/a> mit Ihnen erkl&auml;rt, wie das funktioniert: Rund um das Messger&auml;t ein paar Bleiakkus aufbauen &#9472; nat&uuml;rlich nur zur Vorsorge, wenn mal der Strom ausf&auml;llt! &#9472; und schon ist das Messger&auml;t von genau der Strahlung abgeschirmt, die es eigentlich messen sollte.<\/p><p>Und falls Sie sich nun fragen, warum so etwas passiert: F&uuml;r Japan spricht man vom <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/atomkraft--alle-akw-muessen-abgeschaltet-werden-,1472596,34177822.html\">Atom-Dorf<\/a>: &ldquo;ein Netzwerk aus Konzernen wie Tepco, Wissenschaftlern, dem Wirtschaftsministerium und der Regierung&rdquo;, wie Japans ex-Premier Naoto Kan es nannte:   Man kennt sich, arbeitet gut und zum gegenseitigen Vorteil zusammen. Wirklich kritisch gefragt oder kontrolliert wird nicht. Gerade bei hierarchischen Gro&szlig;organisationen bilden sich gerne solche Strukturen &#9472; ganz &auml;hnlich lag es wohl beim milit&auml;risch-industriellen Komplex in den USA. Oder bei der deutschen Atomaufsicht bis zum rot-gr&uuml;nen Atomausstieg: <em>Danach<\/em> wurden die falsch verd&uuml;belten K&uuml;hlwasserleitungen in Biblis entdeckt&hellip; Dass VW&rsquo;s falsche Abgaswerte zuerst in den USA entdeckt wurden: wirklich eine &Uuml;berraschung? Oder sollte man fragen: wer will schon in Deutschland bei einem so gro&szlig;en Arbeitgeber so besonders genau hinschauen? <\/p><p>Nicht, dass da immer alles v&ouml;llig unkritisch abgenickt w&uuml;rde. Die Frage ist eher: wie weit reicht die Kontrolle? Wenn gleichzeitig der &ldquo;Wirtschaftsstandort gef&ouml;rdert&rdquo;, Arbeitspl&auml;tze gesichert&rdquo; werden sollen &#9472; oder wie die immergleichen Totschlag-Argumente gerade hei&szlig;en: wenn Betreiber und Aufsicht aus dem gleichen Stall kommen, die gleiche Ausbildung mitbringen m&uuml;ssen: dann liegt es nahe, dass die Kritik keine grunds&auml;tzliche wird. Nat&uuml;rlich gibt es immer wieder mal Ausnahmen wie den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lauschaff%C3%A4re_Traube\">Fall Traube<\/a> &#9472; doch Ausnahmen best&auml;tigen die Regel.<\/p><p><strong>Auf Ihrer Jahrestagung in diesem Jahr ging es ja unmittelbar darum, &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.businesscrime.de\/unsere-jahrestagung-2016\/\">Wie Konzernmacht die Demokratie unterminiert<\/a>&ldquo;. Welche Entwicklungen beobachten Sie hier aktuell? Und inwiefern sind diese eine Bedrohung f&uuml;r welche Demokratie?<\/strong><\/p><p>Auf der Tagung wurde sehr sch&ouml;n die Abstufung von gemeinschaftssch&auml;dlichem, aber noch legalem Verhalten bis hin zu dezidiert illegalem Verhalten aufgezeigt. Ein ganz wichtiges Thema waren nat&uuml;rlich die Steuern, Steuervermeidung und Steuerhinterziehung. Man kann nicht oft genug betonen, dass das keine Kavaliersdelikte sind. Sondern dadurch entstehen Sch&auml;den in Milliardenh&ouml;he; Sch&auml;den, die die durch Bankraube bei weitem &uuml;bertreffen.<\/p><p>En d&eacute;tail wurden die Aktivit&auml;ten der Deutschen Bank und des Bayer-Konzerns beleuchtet: Die eine macht R&uuml;ckstellungen in Milliardenh&ouml;he f&uuml;r ihre &ldquo;vielen tausend Rechtsstreitigkeiten&rdquo;, wie Wolfgang Hetzer auf der Tagung ausf&uuml;hrte. Der andere vermarktet Antibabypillen und andere Medikamente aggressiv, die heftige Nebenwirkungen zeitigen und zu Todesf&auml;llen f&uuml;hren k&ouml;nnen. In &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.cbgnetwork.org\/29.html\">Stichwort Bayer<\/a>&ldquo; sowie auf der Webseite der &bdquo;<a href=\"http:\/\/cbgnetwork.org\/\">Coordination gegen BAYER-Gefahren<\/a>&ldquo; finden Sie Details zu solchen Gesch&auml;ftspraktiken, die zugleich hochprofitabel und gesundheitsgef&auml;hrdend sind.<\/p><p>Was aus den Beispielen deutlich wird, sind die konkreten Gefahren f&uuml;r eine demokratische Gesellschaft:<\/p><p>Zun&auml;chst mal sind es die <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/recht-steuern\/konzerne-umgehen-fiskus-steuervermeidung-kostet-eu-laender-viele-milliarden-14037749.html\">50 bis 70 Milliarden<\/a> j&auml;hrlich allein aus gerade noch legaler Steuervermeidung, die den EU-Staaten fehlen. Die illegale Steuerhinterziehung ist da noch nicht eingerechnet. Doch einfach, um die Gr&ouml;&szlig;enordnung zu verdeutlichen: das reicht fast an die 93 Milliarden heran, die allein im deutschen Bundeshaushalt f&uuml;r <a href=\"http:\/\/www.bundeshaushalt-info.de\/#\/2016\/soll\/ausgaben\/einzelplan\/1102.html\">Rente und Grundsicherung im Alter<\/a> ausgegeben werden m&uuml;ssen. Oder das Geld, das fehlt, um die gerade auch von Unternehmen gew&uuml;nschte und ben&ouml;tigte &ldquo;Infrastruktur&rdquo; &#9472; von Bildung bis Verkehr &#9472; zu schaffen bzw. aufrechtzuerhalten.<\/p><p>Wichtiger ist der Einfluss auf politische Entscheidungen: gar mancher Gesetzesentwurf wird inzwischen von Lobbyisten <a href=\"http:\/\/www.mz-web.de\/politik\/transparency-international-lobby-schreibt-gesetze-selbst-3068426\">mitgetextet<\/a>. Manche Regierung will das als erfolgreiche Variante von PPP, also Public-Private-Partnership verkaufen &#9472; tats&auml;chlich steht dann aber zu bef&uuml;rchten, dass die Gesetze privaten Profit zu Lasten vieler B&uuml;rger erm&ouml;glichen. Wo verl&auml;uft die Grenze zu Korruption und Bestechung? Wenn ein Unternehmensvertreter das K&ouml;fferli mit den Bankn&ouml;tli &ouml;ffnet, ist das offensichtlich Bestechung &#9472; die wir in allen m&ouml;glichen sogenannten &ldquo;Bananenrepubliken&rdquo; anprangern. Wie gro&szlig; ist aber der Unterschied zum Wechsel von Politikern in die Vorstandsetagen genau der Konzerne, die sie zuvor beaufsichtigt, deren Gesch&auml;ftsfelder sie zuvor &ldquo;reguliert&rdquo; hatten? Zu wessen Nutzen wird die &ldquo;Regulierung&rdquo; da ausgefallen sein?<\/p><p>Die &ouml;ffentliche Meinung spielt in freien Gesellschaften schon eine Rolle &#9472; weshalb sie von einer ganzen Branche &#9472; den PR-Agenturen &#9472; massiv beeinflusst wird. Wer kann sich die Dienste einer PR-Agentur leisten? Was ist davon zu halten, wenn die Konditionierung auf Marken und Unternehmensinteresse schon in <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/lobbyismus-in-schulen-wenn-der-silberne-stern-im-physikheft-prangt,1472596,34067678.html\">Schulen<\/a> beginnt? Die &ouml;ffentlichen Etats sind knapp &#9472; womit wir wieder beim anderen Thema sind: Steuervermeidung. Da freut sich jede Schule &uuml;ber graphisch sch&ouml;n gestaltetes Unterrichtsmaterial, das ihnen von Unternehmen kostenlos zur Verf&uuml;gung gestellt wird. Scheinbar kostenlos &#9472; denn selbstverst&auml;ndlich sind die Kosten f&uuml;r solche Werbeaktionen, &uuml;ber die das Unternehmenslogo schon bei Kindern fr&uuml;h verankert wird, als Betriebsausgabe absetzbar: mindern den Gewinn, damit die Steuern &#9472; die der Staat einnehmen k&ouml;nnte, um sein Lehrmaterial selbst und nach p&auml;dagogischen Aspekten statt Marketingstrategien zu gestalten.<\/p><p>Erste Lichtblicke gibt es: Australien k&uuml;ndigt nicht nur an, gegen die Praxis <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/australien-sagt-google-und-co-den-kampf-an-1.18540474\">steuersparender Gewinnverlagerung<\/a> &ndash; dort vor allem nach Singapur &ndash; vorzugehen, sondern hat, wie die Frankfurter Rundschau Anfang Mai berichtete, jetzt ein entsprechendes Gesetz verabschiedet.<\/p><p>Daneben stehen aber weiter gro&szlig;e Gefahren wie zum Beispiel das geplante &ldquo;Freihandelsabkommen&rdquo; TTIP: Nach dem gerade geleakten Stand der Verhandlungen droht immer noch, dass die demokratische Selbstbestimmung eines Landes durch &ldquo;regulatorische Zusammenarbeit&rdquo; und internationale Schiedsgerichte ausgehebelt wird. Wie solch&rsquo; &ldquo;Schutz von Investitionen&rdquo; aussieht, konnten wir gut bei der Fu&szlig;ball-WM in Brasilien beobachten: auch da gibt es Hooligans, und auch in Brasilien steigt die Gewaltbereitschaft mit steigendem Alkoholpegel. Ein guter Grund, Alkohol in den Fu&szlig;ballstadien zu verbieten &#9472; was Brasilien 2008 getan hatte. Doch da hatte das Land die Rechnung ohne den Wirt &#9472; pardon: das Gesetz ohne den Fifa-Sponsor gemacht. Der Braukonzern Anheuser-Busch <a href=\"http:\/\/www.ab-inbev.de\/\">InBev<\/a> <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/sport\/fussball-wm-in-brasilien-fifa---keine-wm-ohne-bier-,1472784,11475194.html\">beklagte sich<\/a> bei der Fifa. Sorry, den Namen &ldquo;Inbev&rdquo; kennt kaum jemand &#9472; wohl aber die Marken des belgisch-amerikanischen Braukonzerns: &ldquo;Budweiser&rdquo;, &ldquo;Becks&rdquo;, &ldquo;Franziskaner&rdquo;, um nur einige zu nennen.<\/p><p>Der Fifa jedenfalls war ihr Sponsor wichtiger als die Entscheidungen und Gesetze des brasilianischen Parlaments. Also setzte der &#9472; private! &#9472; Verein &ldquo;Fifa&rdquo; den Staat Brasilien unter Druck, damit der Sponsor Budweiser sein Bier doch in den Stadien verkaufen durfte. Was ist wichtiger: ein Gesetz, das <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/fifa-und-brasilien-das-bier-geht-vor,1472780,27496084.html\">Sicherheit und Gesundheit der Fu&szlig;ballfans<\/a> sch&uuml;tzt? Oder die Interessen des Sponsors, sein Gebr&auml;u gerade in ausverkauften Stadien zu verkaufen? Brasilien knickte ein, erlaubte den Bierverkauf zur WM per Sondergesetz. Anschlie&szlig;end zeigte sich der <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/sport\/2014-07\/fussball-wm-brasilien-alkohol-fifa\">Fifa-Generalsekret&auml;r &uuml;berrascht von den vielen Betrunkenen<\/a>, die sich &ldquo;<em>gar nicht gut benommen<\/em>&rdquo; h&auml;tten. Ja, wer h&auml;tte das ahnen k&ouml;nnen? Etwa der Budweiser-Controller, der den Zusatzgewinn im Verh&auml;ltnis zu den Sponsoring-Kosten berechnet hat?<\/p><p>An genau das Fu&szlig;ball-Ereignis sollten wir uns erinnern, wenn jetzt TTIP diskutiert wird: Schlie&szlig;lich geht es da ja <a href=\"http:\/\/www.der-postillon.com\/2016\/05\/ratgeber-ttip.html\">blo&szlig;<\/a> darum, Investoren vor ungerechtfertigten Staatseingriffen zu sch&uuml;tzen &#9472; wie es Brasilien mit seinem Alkoholverbot in Fu&szlig;ballstadien versucht hat.<\/p><p>Je h&ouml;her der zu erwartende Gewinn, desto h&ouml;her die Wahrscheinlichkeit, dass jede Vernunft ausgeblendet wird. Marktgeschehen mag vieles sein &#9472; sicher nicht jedoch das Ergebnis von Einsicht und Vernunft. Der kriminellen Spielart Einhalt zu gebieten: dazu ist Business Crime Control angetreten. Schauen Sie doch mal auf unsere <a href=\"http:\/\/www.businesscrime.de\/\">Webseite<\/a> oder in unsere Zeitschrift <a href=\"http:\/\/www.businesscrime.de\/big-abonnieren-2\/\">BIG Business Crime<\/a>!<\/p><p><strong>Ich bedanke mich f&uuml;r das Gespr&auml;ch.<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><em><strong>Peter Menne<\/strong>, Jahrgang 1964, M.A., studierte Germanistik und Soziologie. Er arbeitet als Unternehmensberater, entwickelte f&uuml;r die Personalberatung eine <a href=\"http:\/\/doku.iab.de\/mittab\/1999\/1999_2_MittAB_Menne.pdf\">funktionale Klassifikation von Arbeit<\/a>. Als Photograph stellte er zu verschiedensten Themen aus, darunter &bdquo;<a href=\"http:\/\/hpd.de\/artikel\/12720\">Immer dichter wohnen?<\/a>&ldquo;  oder &bdquo;Maghreb &ndash; Reise ins Landesinnere&ldquo;. Er engagiert sich seit langem in Initiativen f&uuml;r B&uuml;rgerrechte und s&auml;kularen Humanismus, wurde 2015 in den Vorstand von <a href=\"http:\/\/www.businesscrime.de\/wir-ueber-uns\/\">Business Crime Control<\/a> gew&auml;hlt. Er ist Tr&auml;ger der Hessischen Medaille f&uuml;r Zivilcourage und gemeinsam mit Reiner Diederich Herausgeber von &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.denkladen.de\/Kirchen-Religionskritik\/Kontroversen-Provokationen\/Diederich-Menne-Hrsg-Der-Muell-die-Stadt-und-der-Skandal::2362.html\">Der M&uuml;ll, die Stadt und der Skandal. Fassbinder und der Antisemitismus heute<\/a>&ldquo;.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Weiterlesen:<\/strong><\/p><ul>\n<li>NachDenkSeiten-Interview: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33212\">Es herrscht Klassenkampf<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>NachDenkSeiten-Interview: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=32995\">Der &sbquo;Panama-Scoop&lsquo;<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>NachDenkSeiten-Interview: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33274\">Die Schattenwelt der Reichen und M&auml;chtigen<\/a>&ldquo;<\/li>\n<\/ul><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Weitere Ver&ouml;ffentlichungen von <strong>Jens Wernicke<\/strong> finden Sie auf seiner Homepage <a href=\"http:\/\/www.jenswernicke.de\">jenswernicke.de<\/a>. Dort k&ouml;nnen Sie auch <strong><a href=\"http:\/\/feedburner.google.com\/fb\/a\/mailverify?uri=JensWernicke&amp;loc=de_DE\">eine automatische E-Mail-Benachrichtigung<\/a><\/strong> &uuml;ber neue Texte bestellen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/603b4730f999480d849d7d185e45bc2e\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160609_menne.jpg\" alt=\"Peter Menne\" title=\"Peter Menne\"\/><\/div>\n<p>Es gibt einen sch&ouml;nen Spruch von Brecht, der eine der zentralen Fragen unserer Zeit thematisiert. Er lautet: &bdquo;Es gibt viele Arten zu t&ouml;ten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen, einem das Brot entziehen, einen von einer Krankheit nicht heilen,<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33733\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,126,209,127,138],"tags":[1262,699,1160,1342,266,1321,895,1760,1927,1378,1907,1813,440,443,1207,1087],"class_list":["post-33733","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-audio-podcast","category-erosion-der-demokratie","category-interviews","category-lobbyismus-und-politische-korruption","category-steuerhinterziehungsteueroasensteuerflucht","tag-atomkatastrophe","tag-australien","tag-bayer","tag-business-crime-control","tag-deutsche-bank","tag-fifa","tag-freihandel","tag-kriminalitaet","tag-luxleaks","tag-niederlande","tag-panama-papers","tag-patentrechte","tag-schaeuble-wolfgang","tag-standortwettbewerb","tag-unternehmenssteuer","tag-whistleblower"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/33733","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=33733"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/33733\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":119971,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/33733\/revisions\/119971"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=33733"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=33733"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=33733"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}