{"id":33760,"date":"2016-06-10T16:14:54","date_gmt":"2016-06-10T14:14:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33760"},"modified":"2016-06-10T16:14:54","modified_gmt":"2016-06-10T14:14:54","slug":"hinweise-des-tages-ii-251","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33760","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33760#h01\">Der Ausnahmezustand vom Ausnahmezustand<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33760#h02\">Lohn oder Kapital?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33760#h03\">It&rsquo;s the Economy &ndash; Gefl&uuml;chtete und Arbeitsmarkt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33760#h04\">Wie man die Benachteiligung von Frauen kleinrechnen kann, oder: Die Unstatistik als Unstatistik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33760#h05\">Wer t&uuml;rkisch klingt, hat schlechte Chancen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33760#h06\">Milde Gaben: Wieviel Geld bekommt ein EM-Spieler, wieviel ein Handicap-Sportler?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33760#h07\">Neoliberalismus? War nur so eine Idee<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33760#h08\">Europa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33760#h09\">Mit TTIP und CETA droht weitere Explosion an Konzernklagen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33760#h10\">&bdquo;Eines der extremsten &Uuml;berwachungsgesetze, das je in einer Demokratie verabschiedet wurde&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33760#h11\">Wie es zum B&uuml;rgerkrieg in der Ukraine kam<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33760#h12\">Als Bomben auf die Br&uuml;cke von Varvarin fielen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33760#h13\">Ostasiens Mittelmeer (II)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33760#h14\">15 Jahre 9\/11: Die Saudi-Connection ist nicht alles<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33760#h15\">SPD<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33760#h16\">Wo ist die Gegenseite? Es gibt keine linke Querfront<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33760#h17\">Bilderberg-Konferenz: Was geschieht in Dresden?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33760#h18\">Zu guter Letzt: Ist Maa&szlig;en ein russischer Agent?<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Der Ausnahmezustand vom Ausnahmezustand<\/strong><br>\nEin gro&szlig;es Fu&szlig;ballturnier kann im besten Falle Ablenkung vom Alltag sein. Das &raquo;Kribbeln&laquo; will jedoch noch nicht einsetzen. Das liegt am Turnier selbst &ndash; in einer Zeit, in der Undenkbares zur Normalit&auml;t geworden ist.<br>\nVielleicht liegt es einfach am Alter. Mit jedem gro&szlig;en Turnier, sei es eine Welt- oder wie die heute beginnende Fu&szlig;ball-Europameisterschaft, stellt sich die Spannung, das Kribbeln auf das Turnier sp&auml;ter ein. Das kann daran liegen, dass man schon so viele Turniere verfolgt hat. Dass der Fu&szlig;ball generell nicht mehr so eine gro&szlig;e Rolle im eigenen Leben spielt wie bis ins junge Erwachsenenalter.<br>\nVielleicht liegt es aber auch am Turnier selbst und den Zeiten, in denen es stattfindet. Ein Abschalten vom Alltag l&auml;sst es wohl kaum zu. Der positive Ausnahmezustand, den so ein Ereignis erzeugen kann &ndash; er ist l&auml;ngst dem allt&auml;glichen Ausnahmezustand gewichen, in den sich das Ereignis f&uuml;gt. In Frankreich ist er Regierungspraxis. Terroristische Attacken sind nach den Anschl&auml;gen von Paris und Br&uuml;ssel keine abstrakte Bedrohung, sie sind konkrete Gefahr. Aber &raquo;Ausnahmezustand&laquo; &ndash; das sind auch schwerbewaffnete Soldaten, denen man unversehens in den Gewehrlauf blickt, Taschendurchsuchungen an jeder Ecke. In einem Land, dass gerade innenpolitisch in den Auseinandersetzungen um eine &raquo;Arbeitsmarktreform&laquo; ersch&uuml;ttert wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1014704.der-ausnahmezustand-vom-ausnahmezustand.html\">Neues Deutschland<\/a>\n<p>dazu: <strong>Streiks und Krisengeschrei: Und wenn Frankreich gewinnt?<\/strong><br>\nWenn es um die Franzosen und ihre Wirtschaft geht, rattert hierzulande die Klischeemaschine: Tats&auml;chlich k&ouml;nnten die vermeintlichen Reformverweigerer bald als Gewinner dastehen &ndash; nicht nur auf dem Platz. [&hellip;]<br>\nOb man die Entbehrungen der vergangenen Jahre nun &ouml;konomisch richtig findet oder nicht: Sie k&ouml;nnten erkl&auml;ren, warum der eine oder andere mittlerweile genug von immer neuen K&uuml;rzungen hat. Nach Analyse der Experten vom Pariser Forschungsinstitut OFCE sind die Gewinnmargen der Unternehmen in keinem anderen gr&ouml;&szlig;eren europ&auml;ischen Land in den vergangenen beiden Jahren so stark gestiegen. Und auch bei den Exporten hat der Trend gedreht: Seit Sommer 2014 haben Frankreichs Unternehmen 3,6 Prozent Marktanteile gewonnen. Die Ausfuhren legten 2015 um gut 6 Prozent zu.<br>\nMehr noch: Selbst die Investitionen der privaten Unternehmen ziehen wieder an und lagen Anfang 2016 um stattliche 5 Prozent h&ouml;her als ein Jahr zuvor. Jenseits aller Streiks und Turbulenzen mehren sich die Anzeichen, dass die Konjunktur anzieht &ndash; gerade weil die Regierung mittlerweile aufgeh&ouml;rt hat, immer mehr zu k&uuml;rzen oder Steuern anzuheben. Frankreichs Strukturdefizit sinkt 2016 erstmals seit Jahren kaum noch.<br>\nAll das ist noch kein rauschender Aufschwung, es wackelt, und es wird auch dauern, bevor sich Besserung im Alltag bemerkbar macht. Ein Grund mehr, auf neue K&uuml;rzungsorgien und Symbolk&auml;mpfe ums Reformieren zu verzichten, Monsieur le Pr&eacute;sident. Jedenfalls passt der Trend schon jetzt nicht mehr zum grotesken deutschen Klischee vom arbeitsscheuen, sozialverw&ouml;hnten Franzosen und seiner Reformweigerung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/streik-kultur-in-frankreich-bald-stehen-sie-als-gewinner-da-kolumne-a-1096777.html\">Thomas Fricke auf Spiegel Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Lohn oder Kapital?<\/strong><br>\n&Uuml;ber die Ursachen der Krise in der Europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion ist eine Kontroverse entbrannt. Es fehlt allerdings dabei an theoretischer Klarheit, weil man sich nicht explizit mit den neoklassischen Irrungen und Wirrungen befasst.<br>\nTeil 1<br>\nSeit einigen Wochen gibt es in Deutschland, teilweise sogar heftige, Diskussion dar&uuml;ber, ob die deutsche Lohnzur&uuml;ckhaltung zu Beginn der Europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion wirklich verantwortlich ist f&uuml;r die gewaltigen Ungleichgewichte, die in den Leistungsbilanzen der Mitgliedsl&auml;nder dieser Union entstanden sind. Besonders im linken politischen Spektrum gibt es viele, die der von Hans-Werner Sinn vertretenen These zuneigen, wonach Kapitalstr&ouml;me eine viel gr&ouml;&szlig;ere Rolle spielten als die Lohndifferenzen. Wobei Sinn durchaus ambivalent argumentiert: Die Bedeutung der Lohnst&uuml;ckkostendifferenzen r&auml;umt er ein, allerdings betont er immer nur die &bdquo;zu hohen&ldquo; Lohnzuw&auml;chse in den Krisenl&auml;ndern, vergisst aber meist die &bdquo;zu niedrigen&ldquo; Lohnzuw&auml;chse in Deutschland zu erw&auml;hnen.<br>\nSinn ist allerdings insoweit konsequent, als er als Neoklassiker die Position vertritt, dass es auch im Inland die &bdquo;Ersparnisse&ldquo; (also die inl&auml;ndischen Kapitalstr&ouml;me) sind, die Investitionen induzieren, was nichts anderes hei&szlig;t, als dass mehr Ersparnisse gut sind, weil sie mehr Investitionen mit sich bringen. Das &uuml;bertr&auml;gt er einfach auf die Au&szlig;enbeziehungen und argumentiert folgerichtig, dass das Kapital immer in der F&uuml;hrungsrolle ist, wenn es um mehr Investitionen geht. In bester neoklassischer Tradition unterstellt er, dass es einen funktionsf&auml;higen Zinsmechanismus gibt, der die Ersparnisse quasi automatisch und reibungslos zu Investitionen macht. Ob das von den Autoren auf der Linken auch vertreten wird, wei&szlig; ich nicht. Es w&auml;re aber schon komisch, wenn man eine These vertr&auml;te, bei der dieser Mechanismus im Inland ganz anders abliefe als in der Beziehung zum Ausland.<br>\nIch will in dieser dreiteiligen Serie die beiden Mechanismen miteinander vergleichen und meine eigene Deutung der Vorg&auml;nge dagegenstellen, so dass jeder entscheiden kann, welche Position er f&uuml;r plausibler h&auml;lt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2016\/06\/die-eurokrise-lohn-oder-kapital\/\">Makroskop<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>It&rsquo;s the Economy &ndash; Gefl&uuml;chtete und Arbeitsmarkt<\/strong><br>\nDie Situation am &ouml;sterreichischen Arbeitsmarkt ist nicht gerade erfreulich: hohe Arbeitslosigkeit und zunehmende Prekarisierung sind bedenkliche Entwicklungen. Doch der Ausschluss von Fl&uuml;chtlingen vom Arbeitsmarkt ist kein Erfolgsrezept dagegen. Es braucht einen grundlegenden politischen Kurswechsel.<br>\nKeine Frage, die Arbeitsmarktsituation in &Ouml;sterreich ist angespannt: h&ouml;chste Arbeitslosigkeit seit den 1950er-Jahren, Zunahme atypischer, oft prek&auml;rer Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse, steigende Arbeitsmigration aus dem EU-Ausland und daraus resultierende Verdr&auml;ngungseffekte. Neu hinzu kamen 2015 Zehntausende Fl&uuml;chtlinge. Allein in &Ouml;sterreich haben 2015 fast 90.000 Menschen Asyl beantragt. Im Dezember 2015 waren 21.154 Asylberechtigte und subsidi&auml;r Schutzberechtigte beim AMS gemeldet, f&uuml;r 2016 rechnen AMS und Sozialministerium mit weiteren 30.000 Fl&uuml;chtlingen, die dem &ouml;sterreichischen Arbeitsmarkt zur Verf&uuml;gung stehen.<br>\nDie Integration Zehntausender Arbeitssuchender in den Arbeitsmarkt ist eine enorme Herausforderung, ohne Zweifel. Allerdings verleitet sie nur allzu schnell zu populistischen Schnellsch&uuml;ssen. Da wurde das Aussetzen der Personenfreiz&uuml;gigkeit in der EU als L&ouml;sung f&uuml;r die Arbeitsmarktprobleme gefordert. Oder man meint, den Arbeitsmarkt vor neuen Arbeitskr&auml;ften &bdquo;sch&uuml;tzen&ldquo; zu k&ouml;nnen, indem man auf alten Zugangsbarrieren beharrt oder neue aufzieht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.arbeit-wirtschaft.at\/its-the-economy\/\">blog.arbeit-wirtschaft.at<\/a>\n<p>dazu: <strong>Ein-Euro-Jobs f&uuml;r Fl&uuml;chtlinge sind nur 80-Cent-Jobs<\/strong><br>\nFl&uuml;chtlinge, die in Deutschland bleiben, sollen nicht auf Dauer zu Langzeitarbeitslosen werden. Damit das nicht nur auf dem Papier steht, will Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) f&uuml;r die Gefl&uuml;chteten 100 000 neue Arbeitsgelegenheiten schaffen, bekannt als Ein-Euro-Jobs. &ldquo;Der beste Weg zu einer ordentlichen Integration ist Arbeit&rdquo;, sagt Nahles. So k&ouml;nnten Asylbewerber w&auml;hrend des Wartens auf ihren Asylbescheid schon &ldquo;etwas Vern&uuml;nftiges tun&rdquo; und den deutschen Arbeitsmarkt kennenlernen. Das klingt einleuchtend, trotzdem bekommt die Ministerin jetzt wegen ihrer Initiative &Auml;rger. Die 100 000 Ein-Euro-Jobs sind n&auml;mlich gar keine Ein-Euro-Jobs, sondern zun&auml;chst nur 80-Cent-Jobs.<br>\nDerzeit bekommen die mehr als 80 000 Ein-Euro-Jobber in Deutschland meist 1,05 Euro pro Stunde. In Einzelf&auml;llen k&ouml;nnen es auch knapp zwei Euro sein. Gezahlt wird dabei eine &ldquo;Mehraufwandsentsch&auml;digung&rdquo;, das Geld gilt nicht als Arbeitslohn oder Taschengeld. Auch Asylbewerber mit so einer auf maximal sechs Monate befristeten Arbeitsgelegenheit bekamen bislang 1,05 Euro. Der von Nahles und Bundesinnenminister Thomas de Maizi&egrave;re (CDU) vorgelegte Entwurf f&uuml;r das Integrationsgesetz sieht nun aber vor, asylsuchenden Teilnehmern k&uuml;nftig nur noch 80 Cent zu zahlen. Ausnahme: Der Ein-Euro-Jobber kann &ldquo;h&ouml;here notwendige Aufwendungen&rdquo; im Einzelnen nachweisen, die sich durch die &Uuml;bernahme des Jobs ergeben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/fluechtlinge-ein-euro-jobs-fuer-fluechtlinge-sind-nur-cent-jobs-1.3027433\">S&uuml;ddeutsche<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Der Niedriglohnsektor wird also &ndash; auch durch die SPD &ndash; ausgeweitet und die Lohnspirale nach unten gedr&uuml;ckt. Ist das die &ldquo;soziale Gerechtigkeit&rdquo;, von der Herr Gabriel k&uuml;rzlich noch gesprochen hatte?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Wie man die Benachteiligung von Frauen kleinrechnen kann, oder: Die Unstatistik als Unstatistik<\/strong><br>\nSozialwissenschaftliche Methodik ist nie frei von normativen Annahmen und politischen Bez&uuml;gen. Sie ist nie neutral. Ein Beispiel, wie man mit der Begr&uuml;ndung sozialwissenschaftlicher (statistischer) Methodik eine politische Aussage unpolitisch erscheinen lassen kann, findet sich in der &bdquo;Unstatistik des Monats&ldquo; vom 31. M&auml;rz.<br>\nEinmal pro Monat ver&ouml;ffentlichen der Berliner Psychologe Gerd Gigerenzer, der Dortmunder Statistiker Walter Kr&auml;mer und RWI-Vizepr&auml;sident Thomas Bauer ihre &bdquo;Unstatistik des Monats&ldquo;. Damit wollen sie sowohl statistische Zahlen als auch deren Interpretation kritisch hinterfragen &ndash; nicht selten zu Recht, aber immer mit einer gewissen liberal-konservativen Schlagseite.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.annotazioni.de\/post\/1875\">annotazioni<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Wer t&uuml;rkisch klingt, hat schlechte Chancen<\/strong><br>\nEine Studie zeigt, dass Menschen mit ausl&auml;ndischen Namen von Jobcentern bei Anfragen diskriminiert werden: Mustafa Yilmaz ist somit schlechter gestellt, als Anna Sch&auml;fer.<br>\nWenn Mustafa Yilmaz beim Jobcenter um Hilfe bei einem Hartz-IV-Antrag bittet, bekommt er h&auml;ufig eine schlechtere Auskunft als Anna Sch&auml;fer. Menschen, deren Namen nicht Deutsch klingen, werden bei Anfragen diskriminiert: Das zeigt eine bisher unver&ouml;ffentlichte Studie des Wissenschaftszentrums Berlin f&uuml;r Sozialforschung, die der FR vorliegt. &bdquo;Der Unterschied in der Behandlung ist signifikant und substantiell&ldquo;, sagt Anselm Rink, einer der beiden Autoren.<br>\nDie Diskriminierung macht sich dabei nicht daran fest, ob &uuml;berhaupt auf E-Mails geantwortet wird, sondern am Inhalt: Kamen die Anfragen von Personen mit t&uuml;rkisch oder rum&auml;nisch klingenden Namen, war die Qualit&auml;t der Antworten deutlich schlechter als bei Absendern mit typisch deutschen Namen. Es fehlten etwa Informationen oder es wurde suggeriert, das Hartz-IV-Verfahren sei wesentlich voraussetzungsreicher als es tats&auml;chlich ist, fanden die Forscher heraus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/jobcenter-wer-tuerkisch-klingt--hat-schlechte-chancen,1472596,34345418.html\">FR Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Milde Gaben: Wieviel Geld bekommt ein EM-Spieler, wieviel ein Handicap-Sportler?<\/strong><br>\nZahlen k&ouml;nnen verr&auml;terisch sein. Bei der Pressekonferenz zu den 30. Internationalen Deutschen Schwimmeisterschaften der Behinderten am Donnerstag in Berlin konnte man von Organisationschef Matthias Ulm erfahren, dass der Berliner Senat die paralympischen Sportarten pro Jahr mit 4.750 Euro f&ouml;rdert, wohlgemerkt nicht eine, sondern alle. Auch wenn diese bescheidenen Mittel von Behindertensportverband und Landessportbund noch um einiges aufgestockt werden &ndash; &raquo;damit k&ouml;nnen wir im internationalen Wettbewerb nur Trittbrettfahrer sein&laquo;, sagte Ulm. Dass es dennoch Erfolge, Medaillen und Siege bei Paralympics, WM und EM gibt, zeigt den besonderen Spirit des Behindertensports.<br>\n300.000 Euro betr&auml;gt &uuml;brigens die Pr&auml;mie f&uuml;r die DFB-Kicker, die der Verband zahlt, wenn sie die EM in Frankreich als Sieger beenden &ndash; wohlgemerkt nicht f&uuml;r die Mannschaft, sondern f&uuml;r jeden einzelnen Spieler. F&uuml;r den Finaleinzug gibt es 150.000 Euro gezahlt, die Halbfinalteilnahme bringt 100.000, das Viertelfinale 50.000 Euro. Ausgehandelt hat das DFB-Schatzmeister Reinhard Grindel, der inzwischen Pr&auml;sident des Verbandes ist. Nach Bekanntgabe der Pr&auml;mien hie&szlig; es, das Team habe &raquo;Charakter&laquo; gezeigt, die Einigung zwischen DFB und Mannschaft wurde als &raquo;ma&szlig;volle, vern&uuml;nftige Regelung&laquo; verkauft.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/2016\/06-10\/081.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Neoliberalismus? War nur so eine Idee<\/strong><br>\nDer Internationale W&auml;hrungsfonds stellt seine alten Konzepte in Frage. &Uuml;berzeugende neue hat er jedoch nicht. Ausgerechnet in einer Phase, in der politische Populisten in aller Welt mit Erfolg Globalisierung und Freihandel f&uuml;r alles verantwortlich machen, was in ihren L&auml;ndern schiefgeht, distanziert sich der Internationale W&auml;hrungsfonds (IWF) von der sogenannten &bdquo;neoliberalen Agenda&ldquo;. F&uuml;hrende K&ouml;pfe der Institution melden in Aufs&auml;tzen und Reden Zweifel an: Hat die Globalisierung wirklich die Ernte gebracht, die versprochen war? Haben die Spar- und Privatisierungsprogramme die erwarteten Ertr&auml;ge gezeitigt? War es gut, auf die &Ouml;ffnung von Kapitalm&auml;rkten zu dr&auml;ngen? Der IWF wirft die Fragen in selbstpr&uuml;fender Absicht auf und beantwortet sie mit einem leicht reum&uuml;tigen: &bdquo;Wir haben es wohl &uuml;bertrieben.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/kommentar-neoliberalismus-war-nur-so-eine-idee-14274541.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Verwirrung allerorten, gerade bei den ideologischen Horten des Neoliberalismus wie der FAZ. &ldquo;Wie soll der IWF-Manager vor Ort noch Sparprogramme durchsetzen, wenn die Fonds&ouml;konomen selbst nicht dran glauben?&rdquo; &ndash; Wenn die Theorie Mist und die Sch&auml;dlichkeit solcher Programme empirisch erwiesen ist, dann sollte man am besten solche Programme &uuml;berhaupt nicht mehr durchsetzen, oder? Nur die FAZ hat mangels einer vern&uuml;nftige Wirtschaftstheorie ein Problem mit der Abschaffung von Austerit&auml;tsprogrammen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Europa<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Sisyphos, Tantalos und ein Gefangenendilemma<\/strong><br>\nWenn sich die europ&auml;ische Politik nicht erheblich &auml;ndert, wird Griechenland fr&uuml;her oder sp&auml;ter den Euroraum verlassen m&uuml;ssen &ndash; die Frage ist nur wann und wie. [&hellip;]<br>\nAber als der Europ&auml;ische Rat tats&auml;chlich damit gedroht hatte, Griechenland in den Abgrund zu sto&szlig;en (&bdquo;akzeptiert unsere Bedingungen oder verlasst den Euro&ldquo;), machte Griechenland einen R&uuml;ckzieher. Nach einer langen und schmerzhaften Verhandlungsnacht akzeptierte Tsipras schlie&szlig;lich die Bedingungen des Europ&auml;ischen Rates. Seitdem hat Griechenland allem zugestimmt, was die Institutionen verlangt haben. Allem, wirklich allem, egal wie unvern&uuml;nftig es war. [&hellip;]<br>\nTrotz ihres Namens repr&auml;sentiert die Eurogruppe im Wesentlichen die europ&auml;ischen Gl&auml;ubiger, da ihre Mitglieder die Finanzminister der Eurostaaten sind. Sie wollen ihr Geld zur&uuml;ck. Und zwar jeden Cent. Ihr alleiniges Ziel in diesem Spiel ist es, die volle R&uuml;ckzahlung zu erreichen. Sie haben kein Interesse daran, der griechischen Wirtschaft wieder auf die Beine zu helfen, au&szlig;er es hilft ihnen dabei, mehr Geld herauszuziehen.<br>\nSeit dem Sieg beim Felskanten-Spiel sind sie psychologisch in der Oberhand &ndash; die europ&auml;ischen Gl&auml;ubiger wissen, dass Griechenland nicht das Risiko eingeht, aus dem Euro gedr&auml;ngt zu werden, und daher k&ouml;nnen sie jede x-beliebige Forderung stellen, denn Griechenland wird sich f&uuml;gen. Die Gl&auml;ubiger k&ouml;nnen nicht verlieren, solange nicht etwas vollkommen Unvorhergesehenes passiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/makronom.de\/griechenland-sisyphos-tantalos-und-ein-gefangenendilemma-15415\">Makronom<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers P.F.:<\/strong> Wenn es nicht so schmerzhaft w&auml;re, w&uuml;rde ich nach der Lekt&uuml;re dieses Textes jetzt noch mal alle deutschen Kommentare aus dem letzten Jahr lesen, die behaupteten dass die b&ouml;sen Griechen die Europ&auml;er erpressen w&uuml;rden, obwohl es doch genau andersrum war.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Zehn Gr&uuml;nde, warum wir UK nicht brauchen<\/strong><br>\n&bdquo;Please don&rsquo;t go&ldquo;: Nach den deutschen Politikern fleht nun auch der &bdquo;Spiegel&ldquo; die Briten an, in der EU zu bleiben. Dabei ist UK schon jetzt nur noch halb drin &ndash; und oft kaum zu gebrauchen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/lostineu.eu\/zehn-gruende-warum-wir-uk-nicht-brauchen\/?\">Eric Bonse auf Lost in Europe<\/a><\/li>\n<li><strong>Ist Europa am Ende?<\/strong><br>\nIm Lokal des Aktionsradius Wien am Gau&szlig;platz 11 f&uuml;hrte Hannes Hofbauer vom Promedia Verlag ein Gespr&auml;ch mit Willy Wimmer zu den Themen, die Europa derzeit bewegen: Konflikte im Nahen Osten, V&ouml;lkerrecht, Migration, Kriegsstrategien, Ukraine-Krise, europ&auml;isch-russische Beziehungen, neuer Kalter Krieg u.a. Willy Wimmer geh&ouml;rte 33 Jahre dem deutschen Bundestag an, war verteidigungspolitischer Sprecher der CDU\/CSU, von 1994 bis 2000 OSZE-Vizepr&auml;sident und zur Zeit der Wiedervereinigung als Parlamentarischer Staatssekret&auml;r im Verteidigungsministerium f&uuml;r die Integration der Streitkr&auml;fte in Deutschland und die Beziehungen zu den sowjetischen Streitkr&auml;ften in Deutschland politisch verantwortlich. Heute meldet sich der Ex-Politiker zum aktuellen politischen Geschehen immer wieder im Klartext zu Wort: &bdquo;Wenn die Bundesregierung ihre Rolle als die eines Pudels der USA betrachtet, dann werden wir unseren Aufgaben nicht gerecht.&ldquo; Deutschland m&uuml;sse seine Interessen mit den Nachbarn in &Uuml;bereinstimmung bringen und sich bem&uuml;hen, die Beziehungen zu Russland auf eine bessere Grundlage zu stellen, mahnte er etwa im Zusammenhang mit der Sicherheitskonferenz in M&uuml;nchen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=942-X-xmUHY\">YouTube<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Mit TTIP und CETA droht weitere Explosion an Konzernklagen<\/strong><br>\nEin neuer Bericht der UNCTAD* zeigt, dass sich die Anzahl der Konzernklagen gegen Staaten mittels Investitionsschutzabkommen weltweit auf einem neuen Rekordhoch befindet. Allein 2015 gab es weltweit 70 neue Klagen gegen Staaten, die Anzahl der &ouml;ffentlich bekannten Klagen stieg damit auf insgesamt 696 an. In 52 Prozent der F&auml;lle gewann dabei der Konzern oder es kam zu einem Vergleich.<br>\nF&uuml;r Attac best&auml;tigt dieser Trend auch die Warnungen vor TTIP und CETA: &bdquo;Mit TTIP k&ouml;nnten 47.000 US-Konzerne (statt bisher 4.500) gegen 28 (statt bisher neun) EU-Mitgliedstaaten klagen. Damit w&auml;ren 99 Prozent aller US-Investitionen in der EU abgedeckt &ndash; eine wahre Explosion an Konzernklagen gegen unliebsame Umwelt- oder Sozialgesetze w&uuml;rde die Folge sein &ldquo;, warnt Alexandra Strickner von Attac &Ouml;sterreich. Allein TTIP w&uuml;rde mehr Investitionen sch&uuml;tzen als weltweit alle bisherigen Investitionsschutzabkommen zusammen. Bisher sind rund 20 Prozent der globalen Investitionen mittels entsprechender Abkommen vom Investitionsschutz erfasst. Mit den neuen gro&szlig;en Handelsabkommen der EU und der USA (TTIP, CETA, TPP) w&uuml;rde dieser Wert auf rund 80 Prozent steigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.attac.at\/news\/detailansicht\/datum\/2016\/06\/10\/neuer-un-bericht-konzernklagen-auf-rekordhoch.html\">attac &Ouml;sterreich<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>&bdquo;Eines der extremsten &Uuml;berwachungsgesetze, das je in einer Demokratie verabschiedet wurde&ldquo;<\/strong><br>\nNicht nur Deutschland versucht, die von Snowden aufgedeckte &Uuml;berwachungspraxis zu legalisieren und auszubauen. In Gro&szlig;britannien hat das Unterhaus gerade den Investigatory Powers Bill verabschiedet. Pam Cowburn von der Open Rights Group im Interview &uuml;ber das umfangreiche &Uuml;berwachungsgesetz und wie es noch aufzuhalten sein k&ouml;nnte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2016\/eines-der-extremsten-ueberwachungsgesetze-das-je-in-einer-demokratie-verabschiedet-wurde\/\">netzpolitik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Wie es zum B&uuml;rgerkrieg in der Ukraine kam<\/strong><br>\nDie Ukraine mit ihren unterschiedlichen Sprachen und nationalen Minderheiten (Russen, Ungarn, Slowenen, Moldauer, Armenier, Griechen, Juden) als Staat zu erhalten, gelang nur, solange der Westen kein Exklusivrecht auf Einfluss in der Ukraine beanspruchte. Doch die 2014 von der EU geforderte Entscheidung zwischen der EU-Assoziation oder einer Zollunion mit Russland verst&auml;rkte die politische und kulturelle Spaltung des Landes und beg&uuml;nstigte die Entwicklung hin zum B&uuml;rgerkrieg.<br>\nDie ukrainischen Pr&auml;sidenten Krawtschuk, Kutschma und Janukowitsch, welche die Ukraine von 1991 bis 2004 und von 2010 bis 2014 leiteten, hatten erkannt, dass die Ukraine als Staat nur mit guten Beziehungen zu Russland und zur EU &uuml;berleben kann. Die drei Pr&auml;sidenten hofften von der EU und von Russland profitieren zu k&ouml;nnen und machten eine Schaukelpolitik, die sowohl der EU als auch Russland das Gef&uuml;hl gab, in der Ukraine mitreden zu k&ouml;nnen.<br>\nDoch die nationalistischen Kr&auml;fte in der Ukraine, die von der ukrainischen Diaspora in Kanada und den USA unterst&uuml;tzt wurden, waren nicht an einem Status quo interessiert. Schon seit Ende der 1980er Jahre, zu Zeiten von Gorbatschows Perestroika, gr&uuml;ndeten sich in der westukrainischen Stadt Lviv (Lemberg) verschiedene ukrainisch-patriotische Organisationen. Das Spektrum reichte von der gem&auml;&szlig;igten Dissidenten-Vereinigung &ldquo;Ruch&rdquo; &uuml;ber die ultranationalistische Versammlung der ukrainischen Nationalisten UNA mit ihre milit&auml;rische Arm UNSO bis hin zu der 1991 gegr&uuml;ndeten Sozial-Nationalen Partei der Ukraine, die nazistisches Gedankengut vertrat und sich aus taktischen Gr&uuml;nden 2004 in &ldquo;Swoboda&rdquo; (&ldquo;Freiheit&rdquo;) umbenannte.<br>\nEiner der Gr&uuml;ndungsmitglieder der National-sozialen Partei war Andrej Parubi. Er war im Winter 2013\/14 Kommandant des Maidan in Kiew. Regierungskritiker in Odessa vermuten, dass Parubi der Drahtzieher des Massakers von Odessa am 2. Mai 2014 war. Am 14. April 2016 wurde der ultranationalistische Politiker von den Abgeordneten der Werchowna Rada zum Sprecher des ukrainischen Parlaments gew&auml;hlt.<br>\nHistorisch geh&ouml;rte der &auml;u&szlig;erste Westen der heutigen Ukraine lange zur &ouml;sterreichisch-ungarischen Monarchie. 1918, nach dem Zerfall des Habsburger Reiches, fiel Galizien an Polen. Durch den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt und das geheime Zusatzprotokoll fiel der Gro&szlig;teil Galiziens dann 1939 an die Sowjetunion. Wer begreifen will, warum es heute in der Ukraine ein hohes Ma&szlig; von Gewalt gegen Andersdenkende gibt, warum Krieg gegen die eigenen Landsleute im Osten gef&uuml;hrt wird und warum es gegen die anti-russische, nationalistische Aufheizung der Gesellschaft im Land so wenig &ouml;ffentlichen Widerstand gibt, muss einige Schl&uuml;sselprobleme ber&uuml;cksichtigen, die sich bereits in den 1990er Jahren andeuteten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/48\/48447\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Als Bomben auf die Br&uuml;cke von Varvarin fielen<\/strong><br>\nIm Mai 1999 t&ouml;teten Nato-Bomben zehn Zivilisten in der serbischen Kleinstadt. Die Nato rechtfertigte die Opfer als &ldquo;notwendiges &Uuml;bel&rdquo;<br>\nZoran Milenkovi&#263; steht im Regen am Grab seiner Tochter und z&uuml;ndet eine Kerze an. &ldquo;Sanja w&auml;re heute 32 Jahre alt und h&auml;tte sicherlich die Universit&auml;t abgeschlossen&rdquo;, sagt er. Das Grab besteht aus einem H&auml;uschen und einem kleinen Vorplatz. An der Wand h&auml;ngen Bilder von Sanja. Sie zeigen sie beim Sommerurlaub am Strand und bei Familienfesten. &ldquo;Sie war sehr gut in Mathematik&rdquo;, sagt ihr Vater, &ldquo;aber dann kam alles anders.&rdquo; Der Grund daf&uuml;r findet sich an einer Grabtafel, auf der in kyrillischen Lettern geschrieben steht: &ldquo;Im Gedenken an die Opfer der Nato-Bombardierung vom 30. Mai 1999.&rdquo; Als am 24. M&auml;rz 1999 die Bombardierung Serbiens durch die Nato begonnen hatte, holte der B&uuml;rgermeister Zoran Milenkovi&#263; seine Tochter nach Varvarin zur&uuml;ck. Die damals 15-j&auml;hrige Sanja besuchte die neunte Klasse eines mathematischen Gymnasiums in der serbischen Hauptstadt. &ldquo;Hier war es sicherer als in Belgrad, sie hatten ja keinen Grund, unser kleines St&auml;dtchen zu bombardieren&rdquo;, sagt Milenkovi&#263; heute. [&hellip;]<br>\nIm Jahr 1999 gab es in Varvarin keine Luftabwehr, keine Kaserne und kein milit&auml;risches Ger&auml;t. Es gab nur eine Br&uuml;cke, &uuml;ber die, so behauptet es die Nato, Nachschub f&uuml;r Milosevi&#263;s Truppen im Kosovo transportiert wurde. Die Bewohner sagen aber, die Br&uuml;cke sei f&uuml;r den Nachschub bedeutungslos gewesen. Obwohl die serbische Luftabwehr bereits nach k&uuml;rzester Zeit geschlagen war und den Nato-Bombern nichts mehr entgegenzusetzen hatte, weigerte sich der damalige Pr&auml;sident Slobodan Milo&scaron;evi&#263;, bedingungslos zu kapitulieren und seine Armee aus dem Kosovo zur&uuml;ckzuziehen. Nachdem die milit&auml;rischen Ziele in der Bundesrepublik Jugoslawien ausgeschaltet waren, begann die Nato deshalb vermehrt damit, zivile Ziele zu bombardieren. [&hellip;]<br>\nSanja &uuml;berquert mit zwei Freundinnen die Br&uuml;cke, um den Markt zu besuchen, als zwei Bomber am Horizont auftauchen. Au&szlig;er ihnen befindet sich noch ein Auto auf der Br&uuml;cke. Die beiden Insassen kamen vom Markt und waren auf dem Weg nach Hause. Um 13.01 trifft eine Bombe den Mittelpfeiler der Br&uuml;cke, die in sich zusammenbricht. Die drei M&auml;dchen klammern sich an dem Br&uuml;ckengel&auml;nder fest, um nicht in die Morava zu fallen. Vom nahe gelegenen Markt laufen die Menschen zum Ufer, um den M&auml;dchen und den anderen zu Hilfe zu kommen. Die F-16 fliegt &uuml;ber die Br&uuml;cke und wirft eine zweite Bombe ab. Zehn Tote, 27 Verletzte. Die 15-j&auml;hrige Sanja Milenkovi&#263; verblutet auf dem Weg ins Krankenhaus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/2000038314165-3474\/Die-Bruecke-von-Varvarin\">der Standard<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Ostasiens Mittelmeer (II)<\/strong><br>\nDie EU soll zur Durchsetzung eines Rechts auf &ldquo;Navigationsfreiheit&rdquo; Kriegsschiffe in Gew&auml;sser nahe der Volksrepublik China entsenden. Wie der franz&ouml;sische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian am vergangenen Wochenende ank&uuml;ndigte, wird Frankreich eine entsprechende Debatte vorantreiben und regelm&auml;&szlig;ige EU-Marinepatrouillen im S&uuml;dchinesischen Meer durchsetzen. Deutsche Regierungsberater hatten bereits im vergangenen Jahr unter Verweis auf die Marinepr&auml;senz Frankreichs im Pazifik empfohlen, Berlin und die EU sollten sich in den Konflikten in Ostasien &ldquo;um ein eigenst&auml;ndiges Profil bem&uuml;hen&rdquo;. Hintergrund ist die Forderung der westlichen M&auml;chte, auch Kriegsschiffe m&uuml;ssten in unmittelbarer N&auml;he der zahlreichen Inseln und zunehmend milit&auml;risch befestigten Riffe im S&uuml;dchinesischen Meer volle &ldquo;Navigationsfreiheit&rdquo; in Anspruch nehmen d&uuml;rfen. China, aber auch mehrere Staaten S&uuml;dostasiens lehnen dies aus Schutzgr&uuml;nden dezidiert ab. Wie die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) urteilt, geht es bei dem Streit letztlich um die &ldquo;Weltmachtrolle&rdquo; der USA.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/59383\">German Foreign Policy<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Teil (I) finden Sie <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33730#h12\">hier<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>15 Jahre 9\/11: Die Saudi-Connection ist nicht alles<\/strong><br>\nAuch die Ver&ouml;ffentlichung von 28 geschw&auml;rzten Seiten des US-Kongressberichts zu 9\/11 wird die Verbrechen nicht aufkl&auml;ren. Der Puzzlestein macht aber einmal mehr deutlich, dass von Grund auf neu ermittelt werden muss, argumentiert RT-Gastautor Mathias Br&ouml;ckers.<br>\n&bdquo;Die Geschichte von 9\/11 muss neu geschrieben werden&rdquo; titelte in der vergangenen Woche das ARD-Magazin &bdquo;Monitor&ldquo; mit einem Zitat des US-Senators Bob Graham, der &bdquo;erstmals im deutschen Fernsehen&ldquo; ein Interview gab. Das Thema waren 28 geschw&auml;rzte Seiten in dem Abschlussbericht, den der Untersuchungsausschuss des US-Kongresses bereits im Jahr 2002 herausgegeben hatte. Schon damals, noch bevor die offizielle 9\/11-Untersuchungskommission ihre Arbeit aufnahm, hatten diese aus Gr&uuml;nden der &bdquo;nationalen Sicherheit&ldquo; zur&uuml;ckgehaltenen Informationen f&uuml;r geh&ouml;rige Aufregung gesorgt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/international\/38832-15-jahre-911-saudi-connection\/\">RT Deutsch<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>SPD<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Spargelfahrt ohne Ausstieg<\/strong><br>\nSigmar Gabriel, der noch vor eineinhalb Jahren die Wiedereinf&uuml;hrung der Verm&ouml;gensteuer ablehnte &ndash; sie sei tot, diagnostizierte er &ndash; geht jetzt auf die Linken zu und &raquo;lieb&auml;ugelt&laquo;, wie sich die &raquo;Frankfurter Allgemeine Zeitung&laquo; am Donnerstag &auml;ngstigte, mit der Idee, die Reichen h&ouml;her zu besteuern. Keine Angst &ndash; der bei&szlig;t nicht zu, er &auml;ugelt nur. Das sei doch alles so kompliziert, lie&szlig; er inzwischen verlauten.<br>\nLinke SPD-Politik, wie sie Sigmar Gabriel versteht, ist heute eine Spargelfahrt auf dem Wannsee. Dazu hatte am Dienstag &ndash; wie allj&auml;hrlich &ndash; der Reserveoberst und Sprecher des Seeheimer Kreises Johannes Kahrs seine Genossen geladen. &raquo;Keiner geht von Bord&laquo;, befahl der Vorsitzende Gabriel und insistierte: &raquo;Keiner geht von Bord, ehe wir nicht das Ziel erreicht haben!&laquo; Fr&uuml;her durften Genossen, die sich in diesem Kreis nicht wohl f&uuml;hlten, schon an der Glienicker Br&uuml;cke aussteigen. Wer diesmal auf den Kahrs-Dampfer stieg, musste bis zum Ende der Vergn&uuml;gungsfahrt der Seeheimer durchhalten &ndash; da gab es kein Entrinnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1014810.spargelfahrt-ohne-ausstieg.html\">Otto K&ouml;hler, Neues Deutschland<\/a><\/li>\n<li><strong>Von Andrea zu Frauke<\/strong><br>\nKeine f&uuml;nfzehn Jahre ist es her, da war Andrea Nahles noch arg gegen die Agenda 2010 und damit auch gegen Hartz IV. Sie hatte etwas gegen die &raquo;soziale Unwucht&laquo;, die das Reformpaket f&uuml;r den Arbeitsmarkt und das Sozialwesen beinhaltete. Gemeinsam mit Ottmar Schreiner mahnte sie, den sozialdemokratischen Weg nicht zu verlassen. Der alte Gewerkschafter verlieh der jungen Frau, von der man behauptete, sie geh&ouml;re dem linken Fl&uuml;gel ihrer Partei an, eine gewisse Reputation. Nach den ersten schweren Verlusten der Sozialdemokraten bei Landtagswahlen war es unter anderem Nahles, die die Niederlagen als Konsequenz der verlorenen Parteiseele ansah. Seinerzeit habe ich die Frau erstmals wahrgenommen. Von ihren Widerstand gegen den Schr&ouml;der-Kurs zehrte sie noch einige Jahre. Als sie schon nicht mehr so unvers&ouml;hnlich tat, weil sie von M&uuml;ntefering mit in die Agenda geholt wurde, schrieben die Zeitungen noch immer von einer Parteilinken, die vielleicht einst der Partei ihre traditionellen Vorstellungen zur&uuml;ckgeben k&ouml;nnte. Lafontaine soll sie gar mal als &raquo;Gottesgeschenk f&uuml;r die Partei&laquo; bezeichnet haben. Das war zwar lange vor der Agenda 2010 und somit in einem anderen Zusammenhang gemeint, kann aber dennoch als Indikator gelten.<br>\nBekanntlich kam es geringf&uuml;gig anders. Gegen Armut hat die Frau, die die Agenda ablehnte, aber tats&auml;chlich etwas gemacht. Sie hat sie abgeschafft. Fast restlos, k&ouml;nnte man sagen. Die Armut, die sie vor vielen Jahren wegen Hartz IV am Horizont erblickte, redet sie jetzt einfach weg. Armut sei n&auml;mlich Definitionssache. Es gehe uns gut, lie&szlig; sie sich vor einigen Wochen zitieren. Bereits letztes Jahr lobte sie die Reformen aus Schr&ouml;ders &Auml;ra ziemlich deutlich, eine so arrogante Analyse der allgemeinen Befindlichkeit jedoch, unterblieb da noch. Jetzt hat es uns gut zu gehen. Armutsbek&auml;mpfung per Harmoniesucht. Kurz vor ihrer Ernennung zur Ministerin glaubte sie noch, dass es durchaus Nachbesserungsbedarf g&auml;be. Nicht alles sei falsch, aber vieles eben auch nicht richtig gewesen. Der Werdegang zeichnet sich ab. Von sozialdemokratischer Kritik am Neoliberalismus hin zum Postschr&ouml;derianismus, zur Sachwalterin eines Erbes, dessen Aussaat sie noch vereiteln wollte.(&hellip;).<br>\nDieser Werdegang ist exemplarisch f&uuml;r dieses Zeitalter, da die Sozialdemokratie wie wir sie kannten, abgewirtschaftet hat. Diese Vita personalisiert, was die Gesamtpartei als Organ ereilt hat. Beides bedingt einander. Das sind die Werdeg&auml;nge, die der aktuellen Entwicklung eine Grundlage verliehen. Viten voller Karrierismus und Opportunismus besiegelten die Entsozialdemokratisierung, nahmen den Arbeitern und Angestellten, die dringend eine politische Vertretung brauchten, eine w&auml;hlbare Alternative und so m&uuml;ndet schlie&szlig;lich alles in dieser falschen Alternative, die derzeit den Takt der politischen Situation im Lande vorgibt. Es l&auml;sst sich hier leicht eine Linie ziehen: Weil es solche wie Andrea gibt, laufen sie zur Frauke.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/rubrik\/heppenheimer\/\">Heppenheimer Hiob<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.M.H.:<\/strong> Exemplarisch an Andrea Nahles beschreibt der Autor hervorragend die Metamorphose von &uuml;berzeugten zu Berufs-Politikern, die sich dann wirklich f&uuml;r nichts mehr zu schade sind. Dieser Beitrag passt hervorragend zum gestern auf den NachDenkSeiten ver&ouml;ffentlichten Kapitel des Buches &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33739\">Eine Demokratie haben wir schon lange nicht mehr<\/a>&rdquo; von Wolfgang Koschnick. Ebenfalls zum Thema passend der Forenbeitrag von &ldquo;Kornelia&rdquo; zum Artikel &ldquo;Echsen sind nicht schuld&rdquo; auf Kontext-Wochenzeitung, der gestern als Nr. 13 in den Hinweisen des Tages gelistet wurde. Wie sich solche Politiker &ldquo;in Verantwortung&rdquo; dieser dem Wahlvolk gegen&uuml;ber immer wieder entziehen, zeigt sich u.A. auch sehr deutlich, wenn sie sich, mit unangenehmen Fragen von Journalisten konfrontiert, wortlos umdrehen und weggehen. Vom Kommunalpolitiker bis zum Bundeskabinettsmitglied ist dieses uns&auml;gliche Verhalten heute weit verbreitet. Und hierin ist Frau Nahles eine wahre Meisterin.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Rot-Rot-Gr&uuml;n ist sich einig<\/strong><br>\nEin Regierungsb&uuml;ndnis von SPD, Gr&uuml;nen und Linken? Kriegen wir hin, meinen die Jugendorganisationen und sagen, was sie &auml;ndern wollen.<br>\n&bdquo;Erst wenn wir anfangen zu reden, glauben die da drau&szlig;en, dass die Pause vorbei ist&ldquo;, sagt Stefan Liebich. Der Bundestagsabgeordnete der Linkspartei sitzt an diesem Abend in der Wei&szlig;enseer Brotfabrik, ein Kulturzentrum im Ostteil der Stadt, links neben ihm sitzen Johanna Uekermann, Jamila Sch&auml;fer und Josephine Michalke. Uekermann ist Bundesvorsitzende der Jusos, Sch&auml;fer gew&auml;hlte Sprecherin der Gr&uuml;nen Jugend und Michalke vertritt die Linksjugend [&lsquo;solid].<br>\nVor ihnen balancieren Leute Wein- und Biergl&auml;ser zu ihren Pl&auml;tzen. Liebigs Satz bezieht sich auf das tr&ouml;delnde Publikum, aber er passt auch gut zur Veranstaltung, einem Spitzentreffen der besonderen Art: die K&ouml;pfe der Jugendverb&auml;nde von SPD, Gr&uuml;nen und Linkspartei tauschen sich &uuml;ber Rot-Rot-Gr&uuml;n als alternatives Regierungsb&uuml;ndnis nach der Bundestagswahl 2017 aus und die Chancen einer gemeinsamen Kandidatin f&uuml;r die Bundespr&auml;sidentInnenwahl.<br>\nIhre jeweiligen Mutterparteien haben Rot-Rot-Gr&uuml;n in den letzten Jahren kaum noch erw&auml;hnt, also reden wir eben dar&uuml;ber, so der Gedanke hinter dem Treffen. Entstanden urspr&uuml;nglich aus Frust &uuml;ber das kollektive Schweigen der Parteioberen, findet das Treffen zu einer Zeit statt, in der die Idee einer gemeinsamen Pr&auml;sidentschaftskandidatin im Raum steht und erstmals wieder Optimismus aufkeimt, dass eine rot-rot-gr&uuml;ne Alternative zur Gro&szlig;en Koalition m&ouml;glich w&auml;re.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Treffen-von-Jungpolitikern\/!5311840\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Die &Uuml;berschrift soll wohl Optimismus signalisieren. Aber besteht dazu Anlass? Zumindest k&ouml;nnen Zweifel durchaus berechtigt erscheinen &ndash;  u.a. durch diese Fragen angedeutet:<\/em><\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li><em>Ist Herr Liebich als <a href=\"http:\/\/www.stefan-liebich.de\/de\/topic\/131.mitgliedschaften.html\">bekennendes Mitglied der Atlantik-Br&uuml;cke<\/a> f&uuml;r die Linkspartei repr&auml;sentativ?<\/em><\/li>\n<li><em>K&ouml;nnen diese Jugendorganisationen ihre Mutterparteien von Rot-Rot-Gr&uuml;n &uuml;berzeugen?<\/em><\/li>\n<li><em>Ist insbesondere diese SPD-Spitze, die zumindest mehrheitlich an der Einf&uuml;hrung und Durchsetzung der Politik der Agenda 2010 und anderer Ma&szlig;nahmen zugunsten der Arbeitgeberseite beteiligt war, nun ernsthaft an einer Politik f&uuml;r die Bev&ouml;lkerungsmehrheit interessiert?<\/em><\/li>\n<li><em>Kann diese SPD-Spitze diesen Politikwechsel &uuml;berhaupt glaubw&uuml;rdig der W&auml;hlerschaft vermitteln?<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p><em>Die beiden zuletzt genannten Fragen k&ouml;nnte sich auch das Spitzenpersonal von B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen stellen. Oder ziehen sie einen Wandel hin zu Schwarz-Gr&uuml;n vor?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Wo ist die Gegenseite? Es gibt keine linke Querfront<\/strong><br>\nAm Donnerstag vergangener Woche gab Anetta Kahane, die Vorsitzende der Amadeu-Antonio-Stiftung, dem Weserkurier ein Interview, in dem sie kundtat, es gebe eine linke und eine rechte Querfront, die sich tendenziell vereinigen wollten. [&hellip;]<br>\nHistorisch kommt der Begriff &raquo;Querfront&laquo; f&uuml;r Kahane &raquo;aus der Weimarer Zeit. Da gab es eine linke Str&ouml;mung in der NSDAP, die extrem antikapitalistisch war. Die wollte einen Sozialismus von rechts.&laquo; Gemeint ist der Fl&uuml;gel um die Br&uuml;der Gregor und Otto Strasser, der sich gegen Adolf Hitler nicht durchsetzen konnte, der aber ebenso antimarxistisch und antisemitisch orientiert war.<br>\nTats&auml;chlich aber geht der Begriff &raquo;Querfront&laquo; zur&uuml;ck auf die zwischen M&auml;rz 1930 und Januar 1933 amtierenden Minderheitsregierungen unter den Reichskanzlern Heinrich Br&uuml;ning, Franz von Papen und Kurt von Schleicher. Diese verfolgten den Plan, ein &raquo;Querfront&laquo;-B&uuml;ndnis aus Reichswehr, Gewerkschaften und dem Strasser-Fl&uuml;gel der NSDAP zu schaffen. Das Projekt &raquo;Querfront&laquo; war das Konzept der konservativen Reichsregierung und keines, das sich irgendwie als &raquo;links&laquo; bezeichnen lie&szlig;e. Zu gerne h&auml;tten die Herrschenden schon damals die Gewerkschaften vor ihren reaktion&auml;ren Karren gespannt. Geschichtsklitterungen nach dem Muster &raquo;links gleich rechts&laquo; dienen den Repr&auml;sentanten, Sprechern und Medien der politischen Klasse in der Bundesrepublik dazu, linke Politik pauschal zu diskreditieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2016\/06-09\/042.php\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.B.:<\/strong> Meiner Ansicht nach bietet der offensive Ansatz dieses Artikels &uuml;ber den Gegenvorwurf der Geschichtsklitterung einen effektiven Hebel gegen die uns&auml;glichen Querfrontkampagnen in j&uuml;ngster Zeit. Wenn man mit Dreck beworfen wird &ndash; und was anderes sind ja solche Querfrontvorw&uuml;rfe nicht -, bleibt leider immer etwas h&auml;ngen, auch wenn man sich noch so gut zu verteidigen wei&szlig;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Bilderberg-Konferenz: Was geschieht in Dresden?<\/strong><br>\nDie einen sehen ein Treffen der geheimen Weltregierung, die anderen versuchen, es in seiner Bedeutung herunterzuspielen<br>\nW&auml;hrend rechte Verschw&ouml;rungstheoretiker das Bilderberg-Treffen in Dresden zu einem Treffen der geheimen Weltregierung oder zumindest der Global Player der NWO kolportieren, bem&uuml;hen sich &ldquo;Experten&rdquo; und Medien darum, das Treffen in seiner Bedeutung herunterzuspielen. Beides tr&uuml;bt den Blick auf ein im Wesen demokratiefeindliches Treffen selbsternannter westlicher Eliten.<br>\nDie Bundesregierung verlautbart, dass auf der Bilderberg-Konferenz &ldquo;ein informeller Gedankenaustausch &uuml;ber aktuelle politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen&rdquo; stattfindet. &ldquo;Austausch und Dialog, insbesondere in internationalen Formaten, sind der Bundesregierung grunds&auml;tzlich wichtig, auch ohne dass hierbei konkrete Ergebnisse erzielt werden m&uuml;ssen.&rdquo; Offensichtlich gibt es nicht einmal ein Problembewusstsein innerhalb der politischen Klasse, die demokratietheoretisch als Stellvertreter des Souver&auml;ns rechenschaftspflichtig w&auml;re, sich aber faktisch als Politelite versteht und von den Untertanen Gehorsam oder zumindest uneingeschr&auml;nktes Vertrauen erwartet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/48\/48486\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<p>dazu: <strong>Jung &amp; Naiv<\/strong><br>\nDie ber&uuml;hmte Bilderberg-Konferenz findet ab morgen in Dresden statt: Auch Mitglieder der Bundesregierung sind dabei. Doch was machen Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Innenminister Thomas de Maizi&egrave;re dort? Mit dem Grund f&uuml;r die Teilnahmen m&ouml;chte man nicht so wirklich herausr&uuml;cken&hellip; Komisch.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/jungundnaiv\">Jung &amp; Naiv via Facebook<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Ist Maa&szlig;en ein russischer Agent?<\/strong><br>\nNein, ist er nat&uuml;rlich nicht, aber die Frage kann man ja mal stellen, oder? Immerhin nutzt der Verfassungsschutzchef &auml;hnliche Argumente, um Snowden zu diskreditieren.<br>\nHans-Georg Maa&szlig;en glaubt, Edward Snowden sei ein russischer Spion. Nicht, dass er Beweise f&uuml;r seine Behauptung h&auml;tte. Der Pr&auml;sident des Bundesamtes f&uuml;r Verfassungsschutz findet nur &ndash; aufgrund seiner Erfahrung als Geheimdienstler, wie er sagte &ndash;, dass es plausibel sei. Russland f&uuml;hre schlie&szlig;lich einen Propagandakrieg gegen Westeuropa, Snowden schade der Beziehung zwischen Europa und den USA, also sei es doch gut m&ouml;glich, dass er von Russland angestiftet wurde, um Teil dieses Feldzuges zu sein. Das zumindest behauptete Maa&szlig;en mehrfach als Zeuge im NSA-Untersuchungsausschuss.<br>\nEs gibt kein Indiz f&uuml;r diese Theorie. Sie ist nach allem, was bisher bekannt wurde, abenteuerlich. Selbst hohe amerikanische Geheimdienstler gehen nicht so weit. Die einzigen, die diese Theorie verbreiten, sind Hans-Georg Maa&szlig;en und Patrick Sensburg. Der Vorsitzende des NSA-Untersuchungsausschusses hatte sie in einem Beitrag f&uuml;r Frankfurter Allgemeine Zeitung erw&auml;hnt. Er sagte: &ldquo;Snowden hat sich entschieden, nach Russland zu reisen. Er hat sich damit auf eine Seite des Propagandakriegs zwischen Moskau und dem Westen geschlagen.&rdquo; Sensburg gab in diesem Interview vor allem die Meinung von &ldquo;Sicherheitskreisen&rdquo; weiter, wahrscheinlich also die von Maa&szlig;en.<br>\n&ldquo;Haben Sie einen Beleg daf&uuml;r, dass Snowden ein russischer Agent ist?&rdquo;, fragte Andr&eacute; Hahn von der Linkspartei im NSA-Ausschuss. &ldquo;Nein&rdquo;, sagte Maa&szlig;en. &ldquo;Aber es h&auml;tte eine hohe Plausibilit&auml;t.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2016-06\/edward-snowden-maassen-verfassungsschutz-nsaua\">Kai Biermann auf Zeit Online<\/a>\n<p>dazu: <strong>Ob Verfassungsschutz-Pr&auml;sident Maa&szlig;en Agent der NSA ist, kann derzeit nicht belegt werden. Es gibt Indizien.<\/strong><\/p>\n<div class=\"external-2click\" data-provider=\"X (Twitter)\" data-provider-slug=\"twitter\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Tweets werden Daten an X (ehemals Twitter) &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von X (Twitter) zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><blockquote class=\"external-2click-target twitter-tweet\" data-lang=\"de\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Ob Verfassungsschutz-Pr&auml;sident Maa&szlig;en Agent der NSA ist, kann derzeit nicht belegt werden. Es gibt Indizien.  <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/NSAUA?src=hash\">#NSAUA<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/C6X9KMkQ4N\">pic.twitter.com\/C6X9KMkQ4N<\/a><\/p>\n<p>&mdash; netzpolitik (@netzpolitik) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/netzpolitik\/status\/741255673808363520\">10. Juni 2016<\/a><\/p><\/blockquote><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"twitter\">Inhalte von X (Twitter) nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div>\n<p><script async src=\"\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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