{"id":33793,"date":"2016-06-14T10:04:48","date_gmt":"2016-06-14T08:04:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33793"},"modified":"2024-08-21T23:04:36","modified_gmt":"2024-08-21T21:04:36","slug":"es-gibt-keine-linke-querfront","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33793","title":{"rendered":"Es gibt keine linke Querfront"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160614_bauer.jpg\" alt=\"Rudolph Bauer\" title=\"Rudolph Bauer\"><\/div><p>Das System immunisiert sich zunehmend gegen Kritik und greift dabei zunehmend gern auf pseudo-linke Kronzeugen zur&uuml;ck. Sahra Wagenknecht etwa sei, so lesen wir, irgendwie rechts; und TTIP-Kritik, ja, die sei nachweisbar &bdquo;nationalistisch&ldquo; und &bdquo;antiamerikanisch&ldquo;. Wer gegen Krieg und Militarisierung argumentiert, steht ebenfalls schnell in Verdacht, irgendwie &bdquo;rechts&ldquo; zu sein. Worum geht es bei dieser ganzen &bdquo;Querfront&ldquo;-Debatte? Und welchen Interessen arbeiten die pseudo-linken Demagogen, die diese bedienen, zu? Zu diesen Fragen sprach <strong>Jens Wernicke<\/strong> mit dem Autor und Friedensforscher <strong>Rudolph Bauer<\/strong>, der sicher ist: Eine &bdquo;linke Querfront&ldquo;, die gab es nie.  <\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8241\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-33793-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160614_Keine_linke_Querfront_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160614_Keine_linke_Querfront_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160614_Keine_linke_Querfront_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160614_Keine_linke_Querfront_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=33793-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160614_Keine_linke_Querfront_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"160614_Keine_linke_Querfront_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Herr Bauer, vor kurzem erschien in der Tageszeitung junge Welt ein Artikel von Ihnen mit dem Titel &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/2016\/06-09\/042.php\">Wo ist die Gegenseite? Es gibt keine linke Querfront<\/a>&ldquo;. Wie kommen Sie auf so etwas? Wir lesen es doch best&auml;ndig in den gro&szlig;en wie kleinen Medien: Immer mehr Linke w&uuml;rden mit Nazis zusammenarbeiten und also an der Abschaffung der Demokratie mitwirken &hellip;<\/strong><\/p><p>Der Titel des Beitrags wurde von der Redaktion ohne vorherige R&uuml;cksprache mit mir ge&auml;ndert. Eingereicht hatte ich den Beitrag unter der &Uuml;berschrift &bdquo;Geschichtsklitterung im &sbquo;Kampf gegen Rechts&rsquo; als Wasser auf die Neonazi-M&uuml;hlen&ldquo;. <\/p><p>Mein Vorwurf der Geschichtsklitterung bezieht sich dabei auf ein <a href=\"http:\/\/www.weser-kurier.de\/startseite_artikel,-%E2%80%9EQuerfrontler-sehen-Weltverschwoerung%E2%80%9C-_arid,1389499.html\">Interview<\/a> von Frau Anetta Kahane, der Vorsitzenden der Amadeu-Antonio-Stiftung. Diese bundesweit t&auml;tige Stiftung finanziert und f&ouml;rdert Projekte, die vorgeben, sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus zu engagieren. <\/p><p>Neonazis, Fremdenfeindlichkeit und Vorurteile lassen sich aber nicht erfolgreich bek&auml;mpfen, wenn man im Kampf gegen sie genauso vorgeht und agitiert wie die Gegenseite: ohne Geschichtskenntnis, mit diffuser Begrifflichkeit und ohne wissenschaftliche Ursachenanalyse. Ganz im Gegenteil: Indem die Stiftungsvorsitzende Kahane sich derselben Methoden bedient wie ihre angeblichen Gegner, leitet sie Wasser auf deren M&uuml;hlen.<\/p><p><strong>Wie habe ich das zu verstehen, dass Frau Kahane geschichtsblind ist und sich einer diffusen Begrifflichkeit bedient?<\/strong><\/p><p>Ich beziehe mich auf das Interview, das die Stiftungsvorsitzende k&uuml;rzlich anl&auml;sslich einer Vortragsreihe in Bremerhaven und Bremen der Regionalzeitung Weser-Kurier gegeben hat. Darin verwendet sie den Begriff &bdquo;Querfront&ldquo; und definierte eine solche als &bdquo;eine linke Str&ouml;mung in der NSDAP, die extrem antikapitalistisch war&ldquo;. <\/p><p>Das stellt eine Behauptung dar, die bar jeder Geschichtskenntnis ist. Erstens l&auml;sst sich der von ihr angesprochene Strasser-Fl&uuml;gel in der NSDAP schwerlich als links bezeichnen. Er war antimarxistisch, rassistisch und antisemitisch orientiert. Und das soll links gewesen sein? Ganz sicher nicht! Seine scheinbar antikapitalistische Sto&szlig;richtung war gegen das &bdquo;j&uuml;dische Gro&szlig;kapital&ldquo; und gegen die ebenso angebliche &bdquo;j&uuml;dische Weltverschw&ouml;rung&ldquo; gerichtet, aber nicht gegen den Kapitalismus als Wirtschaftssystem und Gesellschaftsordnung. <\/p><p>Zweitens: Geschichtlich geht der Begriff zur&uuml;ck auf die Politik der zwischen M&auml;rz 1930 und Januar 1933 amtierenden Minderheitsregierungen, zuletzt unter dem Reichskanzler General Kurt von Schleicher, eines engen Vertrauten des Reichspr&auml;sidenten Paul von Hindenburg. Schleicher verfolgte den Plan, als politische Massenbasis ein &bdquo;Querfront&ldquo;-B&uuml;ndnis aus Reichswehr, Gewerkschaften und dem Strasser-Fl&uuml;gel der rassistischen NSDAP zu schaffen. Das Querfront-Projekt scheiterte, woraufhin Schleicher am 28. Januar 1933 demissionierte. Am 30. Januar 1933 wurde an seiner Stelle Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Querfront war historisch also ein Konzept der konservativen Reichsregierung und keines, das sich irgendwie als links bezeichnen lie&szlig;e. Zu gerne h&auml;tten die Herrschenden schon damals die Gewerkschaften vor ihren reaktion&auml;ren Karren gespannt.<\/p><p><strong>Und Ihr Vorwurf diffuser Begrifflichkeit, worauf st&uuml;tzt der sich beispielsweise?<\/strong><\/p><p>Nun, ganz einfach: Die Vorsitzende der Amadeu-Antonio-Stiftung argumentiert nach dem Muster &bdquo;links gleich rechts&ldquo;, &bdquo;kapitalismuskritisch gleich antisemitisch&ldquo;, &bdquo;pazifistisch gleich Putinfreund&ldquo;. Bei ihrem Vortrag in Bremen, bei dem ich anwesend war, subsumierte sie unter den Oberbegriff &bdquo;Querfrontler&ldquo; dabei alle m&ouml;glichen Gruppierungen: v&ouml;lkische, populistische, antikapitalistische, &bdquo;anti-amerikanische&ldquo;, rassistische, antisemitische, homophobe, antiliberale, europaskeptische, globalisierungskritische, antidemokratische und angeblich verschw&ouml;rungstheoretische. <\/p><p>Nat&uuml;rlich auch Linke, Friedensfreunde, Antimilitaristen und NATO-Gegner. Alles durcheinander, Kraut und R&uuml;ben, Hackepeter und Sachertorte. Fakten spielen bei ihr keine Rolle. Argumente und Analysen ebenso wenig. <\/p><p>Hier wird ein Stil der politischen Auseinandersetzung als &bdquo;demokratisch&ldquo; und &bdquo;liberal&ldquo; hoff&auml;hig gemacht, der bei den Rechten beheimatet ist, um Linke damit pauschal zu diskreditieren und zu denunzieren. <\/p><p><strong>Ebenso wie ein gewisser Herr Storz das <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33750\">pseudo-wissenschaftlich<\/a> vor einiger Zeit f&uuml;r die vermeintlich linke Otto-Brenner-Stiftung getan hat? Alles vermischen und behaupten, nichts belegen, schwammig bleiben und Menschen mit Dreck bewerfen, deren Meinung nicht mehr im Sinne der Herrschenden einzunorden ist? Verfahren und Methode haben zurzeit ja offenbar Hochkonjunktur&hellip;<\/strong><\/p><p>Leider ist es wohl so.<\/p><p><strong>Die Vorsitzende der Amadeu-Antonio-Stiftung war zu DDR-Zeiten bekanntlich Informelle Mitarbeiterin der Stasi. Sie macht daraus heute zwar keinen Hehl und entsorgt ihre Vergangenheit mit dem Hinweis, dass sie sich noch vor 1989 in den Westen abgesetzt habe. Man gewinnt aber leicht den Eindruck, dass sie sich in ihrer heutigen Funktion nicht minder verleumderisch hervortut wie ehedem, diesmal nur anders herum&hellip;<\/strong> <\/p><p>Ja, im zitierten Interview scheute sich Frau Kahane nicht einmal, beispielsweise Sahra Wagenknecht, die Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, braun anzuschw&auml;rzen und in die rechte Ecke zu bugsieren. Sie bezichtigte Wagenknecht allen Ernstes eines &bdquo;gewissen Chauvinismus und Rassismus&ldquo;. Das ist unerh&ouml;rt und <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33624\">bar jeden Argumentes<\/a>.<\/p><p>Tats&auml;chlich wird andersherum ein Schuh daraus: Die Neonazis, wie auch schon die NSDAP, tarnen ihre reaktion&auml;ren Programm-Versatzst&uuml;cke mit &bdquo;linken&ldquo; Themen, Parolen, Symbolen, Dress- und Sprachcodes. <\/p><p><strong>So, wie uns auch die Neoliberalen in den letzten Jahren Privatisierung als &bdquo;Autonomie&ldquo;, Unterwerfung als &bdquo;Freiheit&ldquo;, Krieg als &bdquo;Friedensmission&ldquo; und eine immer &uuml;bler grassierende Armut im Land als &bdquo;Armutsgef&uuml;hl&ldquo; zu verkaufen gesucht haben?<\/strong><\/p><p>Ja, eine alte, uralte Strategie der M&auml;chtigen und der Macht: semantische Enteignung. Dasselbe passiert auch beim aktuell zu beobachtenden &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33258\">Rechtsruck<\/a>&ldquo;. Er wird mit linken Begriffen getarnt, um Verwirrung zu stiften und Zustimmung zu heischen. <\/p><p><strong>Und wie ordnen Sie diese &bdquo;Querfront-Argumentation&ldquo; in diesem Kontext ein? Worum geht es dabei; worauf zielt das Ganze ab?<\/strong> <\/p><p>Die Herrschenden sowie ihre gut bezahlten Stichwortgeber und medialen Handlanger verwenden das Querfront-Argument, um fortschrittliche Kr&auml;fte einerseits negativ abzustempeln, sie als &bdquo;rechts&ldquo; zu etikettieren und sie &ouml;ffentlich zu diskreditieren. Andererseits dient der Querfront-Vorwurf dazu, der linken Bewegung interne Auseinandersetzungen aufzun&ouml;tigen, um sie in Lager zu spalten, politisch zu l&auml;hmen und handlungsunf&auml;hig zu machen. <\/p><p>Man braucht sich nur an den so genannten &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28643\">Friedenswinter<\/a>&ldquo; zu erinnern, als die Friedensbewegung wegen des Auftretens bestimmter Personen bei den Montagsmahnwachen in Misskredit gebracht wurde. Und auch die TTIP-Demonstrationen werden angefeindet, sie seien &bdquo;anti-amerikanisch&ldquo;. Kritik an der EU wird als &bdquo;nationalistisch&ldquo; verteufelt. Nicht zuletzt dient der Antisemitismus-Vorwurf als Rote Karte, um Demonstrationen gegen die &Uuml;bergriffe der Besatzungspolitik durch das israelische Milit&auml;r zu disqualifizieren. Hauptangriffsziel des Querfront-Verdachts sind die pazifistische und antimilitaristische Bewegung. <\/p><p>Das Ziel ist also, demokratischen Widerstand zu vereiteln, Kritik zu entkr&auml;ften und l&auml;cherlich zu machen, die Diskussion und Forderung sozio&ouml;konomischer Alternativen zu verhindern, die wahrlich ganz Anderes zum Ziel haben als etwa die stramm rechte &bdquo;Alternative f&uuml;r Deutschland&ldquo;. <\/p><p>An dieser Pauschalisierungs-Kampagne beteiligen sich nicht nur CDU\/CSU und SPD sowie die Gro&szlig;medien einschlie&szlig;lich der taz. Auch B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen und Teile der Linkspartei tun sich im Gezeter und Geblaffe &uuml;ber eine angebliche Querfront hervor.<\/p><p><strong>Woran denken Sie denn dabei, wenn Sie die Gr&uuml;nen und Linken ebenfalls kritisieren?<\/strong><\/p><p>Zun&auml;chst, es waren die Gr&uuml;nen der Hansestadt, die Frau Kahane von der Amadeu-Antonio-Stiftung nach Bremen und Bremerhaven eingeladen hatten. Schon im Gr&uuml;ndungskuratorium der Stiftung sa&szlig; 1998 der Gr&uuml;nen-Vorsitzende Cem &Ouml;zdemir. Die Gr&uuml;nen mit Marieluise Beck, der russophoben Bremer Bundestagsabgeordneten, sympathisieren mit der Querfront-Ideologin der Stiftung. Das erstaunt umso mehr, als es gerade die Gr&uuml;nen waren, die sich in ihren Anfangsjahren gegen den Vorwurf zu verteidigen hatten, selbst eine Art &bdquo;Querfrontler&ldquo;-Partei zu sein. In ihren Reihen waren unter anderem sowohl Anh&auml;nger des Kommunistischen Bundes Westdeutschland versammelt als auch Vertreter rechtskonservativer Couleur wie Herbert Gruhl. <\/p><p>Und was nun die Linken angeht: Da empfehle ich die zwei guten Analysen &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.hintergrund.de\/20100317759\/politik\/inland\/die-linke-von-innen-umzingelt.html\">Die Linke &ndash; von innen umzingelt<\/a>&ldquo; und &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/2016\/06-04\/015.php\">Torte aus Stiftungspulver<\/a>&ldquo; zur geneigten Lekt&uuml;re. <\/p><p><strong>Die Amadeu-Antonio-Stiftung wirbt auf ihrem Logo mit der Zeile &bdquo;Initiativen f&uuml;r Zivilgesellschaft und demokratische Kultur&ldquo;. Nehme ich Ihre Bemerkungen zur Stiftungsvorsitzenden ernst, dann tut sich da ein Widerspruch auf: Wo Demokratie draufsteht, fehlt jede Form intellektueller Auseinandersetzung und demokratischer Streitkultur. Wo von Zivilgesellschaft die Rede ist, werden tats&auml;chlich die antimilitaristischen und pazifistischen Verfechter des Zivilen in die Pfanne gehauen.<\/strong><\/p><p>In der Tat, so ist es. Mir stellt sich daher die Frage, wer da den Bock zur G&auml;rtnerin machte und jemanden wie Frau Kahane an die Spitze der Amadeu-Antonio-Stiftung berief &ndash; einer Stiftung, die nach Amadeu Antonio Kiowa benannt worden ist, der von einer Neonazi-Bande im November 1990 in Eberswalde ermordet wurde. <\/p><p>Mir erscheint es naheliegend, dass der Stiftungsgr&uuml;nder, der 1918 geborene Karl Konrad Wilhelm Alexander Graf von der Groeben-Ponarien, mit der Berufung der &uuml;beraus transatlantisch gesinnten Vorsitzenden von Amadeu-Antonio eine Dankesschuld abzutragen w&uuml;nschte. Im Interview des Weser-Kuriers wetterte Frau Kahane gegen all jene, die &bdquo;nur bereit sind, eine Art von Imperialismus zu sehen, und das ist der amerikanische&ldquo;. <\/p><p>Laut Wikipedia-Eintrag erhielt der Stiftungsgr&uuml;nder 1951 aus Mitteln des Marshallplans &bdquo;einen gro&szlig;z&uuml;gigen (US-)amerikanischen Kredit, mit dessen Hilfe er eine Coca-Cola-Abf&uuml;llanlage in Gie&szlig;en bauen konnte&ldquo;. So entstand, nach weiteren Werken in Mainz und Wiesbaden, ein riesiges Getr&auml;nke-Imperium. Der Graf ver&auml;u&szlig;erte es nach 35 Jahren, und vor seinem Tod 2005 zweigte er aus seinem Verm&ouml;gen einen Betrag in H&ouml;he von rund 380.000 Euro ab, um den Kapitalstock f&uuml;r die Stiftung zu legen.<\/p><p><strong>Die Amadeu-Antonio-Stiftung sch&uuml;ttet j&auml;hrlich 1,5 Millionen Euro aus, um Projekte zu unterst&uuml;tzen. Woher kommt dieses Geld angesichts des doch ziemlich knappen Stiftungsverm&ouml;gens?<\/strong><\/p><p>Zum Ausgleich des j&auml;hrlichen Budgets tragen Spender und F&ouml;rderer bei. Dazu geh&ouml;ren unter anderem das Bundesministerium f&uuml;r Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das Magazin &bdquo;stern&ldquo; und die Freudenberg Stiftung, die den CIVIS-Medienpreis verleiht. Schirmherr der Preisverleihung: Bundespr&auml;sident Gauck. <\/p><p>Man sieht, da stricken ein Ministerium der Bundesregierung, ein Wochenmagazin aus dem Hause Bertelsmann und eine andere Stiftung, die mittels ihrer Preisvergabe unter Pr&auml;sidentenbeschirmung den Mainstream-Journalismus belobigt, an einer wirkm&auml;chtigen Querfront-Verleumdungskampagne, die sich offiziell gegen Rechts positioniert, dieses aber in einer Weise tut, die teils unterschwellig, teils offen gegen linke Kritik und au&szlig;erparlamentarische Oppositionsans&auml;tze gerichtet ist. <\/p><p>Wie gesagt: Was ihre Methoden und Inhalte betrifft, leitet die Vorsitzende der Stiftung reichlich Wasser auf die M&uuml;hlen der Reaktion. Der in Ihrer Ausgangsfrage wiedergegebenen Ansicht, dass immer mehr Linke mit Nazis zusammenarbeiten w&uuml;rden und also an der Abschaffung der Demokratie mitwirkten, muss insofern entschieden widersprochen werden. Es sind Leute wie die Stiftungsvorsitzende Kahane, die an der Abschaffung der Demokratie mitwirken!<\/p><p><strong>Ich bedanke mich f&uuml;r das Gespr&auml;ch.<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Rudolph Bauer<\/strong> ist Politikwissenschaftler und war Professor an der Universit&auml;t Bremen. Seine Beitr&auml;ge zu aktuellen Fragen werden unter anderem in &ldquo;Ossietzky&rdquo;, &ldquo;Marxistische Bl&auml;tter&rdquo; und &ldquo;junge Welt&rdquo; ver&ouml;ffentlicht. Eine italienische &Uuml;bersetzung seiner Arbeiten erschien k&uuml;rzlich im Verlag epubli und tr&auml;gt den Titel &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.epubli.de\/shop\/buch\/Nel-mezzo-di-una-guerra--per-un-pacifismo-radicale-Milena-Rampoldi-9783737590655\/49912\">Nel mezzo di una guerra &hellip; per un pacifismo radicale<\/a>&ldquo;. <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Weiterlesen:<\/strong><\/p><ul>\n<li>NachDenkSeiten-Interview: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33624\">Pseudo-linke Neocons &ndash; die Antideutschen und die Linke<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>NachDenkSeiten-Interview: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28643\">Die Querfront-Kampagne gegen die Friedensbewegung<\/a>&ldquo;<\/li>\n<\/ul><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Weitere Ver&ouml;ffentlichungen von Jens Wernicke<\/strong> finden Sie auf seiner Homepage <a href=\"http:\/\/www.jenswernicke.de\">jenswernicke.de<\/a>. Dort k&ouml;nnen Sie auch <strong><a href=\"http:\/\/feedburner.google.com\/fb\/a\/mailverify?uri=JensWernicke&amp;loc=de_DE\">eine automatische E-Mail-Benachrichtigung<\/a><\/strong> &uuml;ber neue Texte bestellen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/ea092dd8b1084c19b77158b987b56fa4\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160614_bauer.jpg\" alt=\"Rudolph Bauer\" title=\"Rudolph Bauer\"\/><\/div>\n<p>Das System immunisiert sich zunehmend gegen Kritik und greift dabei zunehmend gern auf pseudo-linke Kronzeugen zur&uuml;ck. Sahra Wagenknecht etwa sei, so lesen wir, irgendwie rechts; und TTIP-Kritik, ja, die sei nachweisbar &bdquo;nationalistisch&ldquo; und &bdquo;antiamerikanisch&ldquo;. 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