{"id":3384,"date":"2008-08-07T09:18:15","date_gmt":"2008-08-07T07:18:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3384"},"modified":"2008-08-07T09:18:15","modified_gmt":"2008-08-07T07:18:15","slug":"hinweise-des-tages-708","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3384","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<\/p><p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: <\/p><ul>\n<li>Dauerthema Finanzkrise: Banken wollen sich selbst kontrollieren<\/li>\n<li>Industrieauftr&auml;ge brechen weg<\/li>\n<li>W&auml;hrungsfonds sieht schwarz f&uuml;r die Insel<\/li>\n<li>EZB an den Pranger <\/li>\n<li>Rechnungshof r&uuml;gt Zust&auml;nde in Krankenkassen <\/li>\n<li>47% der Krankheitskosten entstehen im Alter <\/li>\n<li>Rechtsextreme Gewalttaten extrem brutal<\/li>\n<li>Nochmals Clement<\/li>\n<li>Wirtschaft bestellt Bachelor<\/li>\n<li>Lehrermangel und zu gro&szlig;e Klassen<\/li>\n<\/ul><p><!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>Die Welt will betrogen sein<\/strong><br>\nGoldman Sachs will nicht an Reputation verlieren, was den meisten anderen Banken inzwischen egal ist. Die st&ouml;rt allein der drohende politische Eingriff in die heilige Freiheit des Geldmachens. Es gibt eine geradezu erbitterte Abwehr jeder sch&auml;rferen Regulierung. Obwohl die internen Kontrollen der Banken wieder und wieder versagt haben, wollen sie sich weiter selbst kontrollieren. Was das hei&szlig;t, wissen wir jetzt genauer.<br>\nDerzeit sitzt der Feind besonders in Br&uuml;ssel. Die EU-Kommission hat j&uuml;ngst vorgeschlagen, wie man die Spekulationsrisiken bei verbrieften Anleihepapieren mindern k&ouml;nne. Danach sollte der Verk&auml;ufer mindestens zehn Prozent davon in seinen B&uuml;chern behalten. Die Branche hielt sofort dagegen: Mit dieser Regel w&uuml;rden Kredite knapp und teuer und unbezahlbar f&uuml;r Franz H&auml;uslebauer. Mit anderen Worten &ndash; ohne den weltweiten, schwunghaften Handel mit chic verpackten und hoch riskanten Kreditderivaten funktioniert der Kapitalmarkt nicht mehr. Aber genau diese Gesch&auml;ftspraxis &ndash; die Verwandlung von Krediten in fiktive Handelswaren -, die jede Bank sofort weiterreicht, ohne einen Gedanken an die Risiken zu verschwenden, ist eine der zentralen Ursachen der derzeitigen Finanzkrise.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/2008\/32\/08320801.php\">Freitag<\/a>\n<p><em>Dazu auch: <\/em><\/p>\n<p><strong>Verschwinds&uuml;chtig<\/strong><br>\nBei alledem handelt es sich nicht um eine klassische zyklische Bewegung, denn seit fast 30 Jahren hat die Konjunktur der Real&ouml;konomie ihre eigene Tragf&auml;higkeit verloren. Das Auf und Ab der Weltwirtschaft wurde zunehmend von verselbstst&auml;ndigten Finanzm&auml;rkten gesteuert. Ursache war nicht die &ldquo;Gier&rdquo; von Spekulanten, sondern die Unf&auml;higkeit des Kapitals, unter den Bedingungen der dritten industriellen Revolution menschliche Arbeit als Substanz der realen Wertsch&ouml;pfung im erforderlichen Ausma&szlig; zu mobilisieren. Tats&auml;chlich konnte die &ldquo;neoliberale Revolution&rdquo; die in den siebziger Jahren zu Tage getretene strukturelle Wachstumsschw&auml;che nicht &uuml;berwinden. Stattdessen wurde der Weltmarkt inklusive der asiatischen Exportwalze von ausufernder Verschuldung und Finanzblasen getragen. Die Kehrseite waren Massenarbeitslosigkeit, Unterbesch&auml;ftigung und Billiglohn. Jetzt hat das &ldquo;finanzgetriebene&rdquo; Wachstum ausgesorgt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/2008\/32\/08320101.php\">Freitag<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Industrieauftr&auml;ge brechen weg: &ldquo;Gruselige Zahlen&rdquo;<\/strong><br>\n&Ouml;lpreisschock, Eurohoch, Finanzkrise &ndash; der Konjunkturpessimismus greift immer st&auml;rker um sich. Nun brechen auch noch den deutschen Industrieunternehmen die Bestellungen weg. Der Auftragsr&uuml;ckgang war im Juni so gro&szlig; wie seit einem Jahr nicht mehr. Eine Bank bezeichnete die Zahlen als &ldquo;gruselig&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub050436A85B3A4C64819D7E1B05B60928\/Doc~E269BFC569B964D1DAFAC4C7F05BDF9AD~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>W&auml;hrungsfonds sieht schwarz f&uuml;r die Insel<\/strong><br>\nLaut dem am Mittwoch ver&ouml;ffentlichten L&auml;nderbericht prognostiziert der Internationale W&auml;hrungsfonds (IWF) f&uuml;r 2009 nur noch 1,1 Prozent Wachstum &ndash; nach 1,4 Prozent 2008. &ldquo;Die Wirtschaft bremst scharf ab&rdquo;, hei&szlig;t es in dem Bericht. Im Weltwirtschaftsausblick im April wie auch noch Mitte Juli hatte der IWF f&uuml;r 2008 und 2009 1,8 und 1,7 Prozent erwartet.<br>\nAngesichts der starken Abschw&auml;chung warnt der IWF die Bank of England (BoE) vor Zinserh&ouml;hungen. Zugleich sieht er aktuell aber &ldquo;keinen Spielraum&rdquo; f&uuml;r sinkende Zinsen, weil die hohe Inflation das Risiko berge, dass es Zweitrundeneffekte gibt. F&uuml;r 2008 erwartet er im Schnitt 3,8 Prozent Inflation. 2009 liegt sie demnach bei 3,1 Prozent.<br>\nDer IWF betont in seinem Papier, dass sich die Binnenwirtschaft abschw&auml;cht, w&auml;hrend die externe Nachfrage schwach bleibt. &ldquo;Damit ist das Risiko einer negativen Wechselwirkung zwischen Hauspreisen, Kreditkonditionen, Arbeitsmarkt und Binnennachfrage gestiegen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:Gro%DFbritannien_in_der_Krise_W%E4hrungsfonds_sieht_schwarz_f%FCr_die_Insel\/395194.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Robert von Heusinger: EZB an den Pranger<\/strong><br>\nDie Konjunkturindikatoren rasseln st&auml;rker in die Tiefe, als es die EZB unterstellt hat. Sie hat die Dramatik des Abschwungs total untersch&auml;tzt. Dagegen nimmt die viel beschworene Inflationsgefahr mit jedem Preisr&uuml;ckgang beim &Ouml;l rapide ab. Sie hat zus&auml;tzlich die Inflationsgefahren total &uuml;bersch&auml;tzt.<br>\n&Uuml;berall kriselt es. Das bekommt jetzt Deutschland, der Profiteur des Aufschwungs, mit aller Wucht zu sp&uuml;ren.<br>\nNun ist klar, dass die Rezession hierzulande kaum mehr abzuwenden ist, von Spanien, Italien und Frankreich ganz zu schweigen. Sp&auml;testens jetzt muss die europ&auml;ische &Ouml;ffentlichkeit die EZB an den Pranger stellen. Sie hat hochriskant gewettet und verloren. Die Rezession und die wieder steigenden Arbeitslosenzahlen m&uuml;ssen von nun an EZB-Rezession und EZB-Arbeitslosigkeit genannt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1398391&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Bez&uuml;ge der Vorst&auml;nde oft &uuml;berzogen &ndash; Rechnungshof r&uuml;gt Zust&auml;nde in Krankenkassen<\/strong><br>\nScharfe Kritik an den Kassen &uuml;bt der Bundesrechnungshof: Zuweilen agierten sie an der Grenze der Legalit&auml;t. F&uuml;r die Kassenchefs verlangt er eine Gehaltsobergrenze und mehr Transparenz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44\/Doc~E06CCFFE6E5C844C2BF4E9B19290DDE8C~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Diese Kritik ist wohl grunds&auml;tzlich berechtigt, doch in der FAZ wirkt sie unaufrichtig. Unter dem Beifall dieser Zeitung wurde eine Vielzahl mehr oder weniger staatlicher Organisationen (von den Stadtwerken bis zum Arbeitsamt) u.a. zu dem Zweck umstrukturiert, den Vorstandsmitgliedern enorme Gehaltssteigerungen zu erm&ouml;glichen (die ber&uuml;hmte &bdquo;Angleichung an markt&uuml;bliche Verh&auml;ltnisse&ldquo;). Warum h&auml;lt die FAZ dies nur bei den Gesetzlichen Krankenkassen f&uuml;r falsch?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>47% der Krankheitskosten entstehen im Alter <\/strong><br>\nWie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, entstanden im Jahr 2006 bei der &auml;lteren Bev&ouml;lkerung ab 65 Jahren Krankheitskosten von rund 111,1 Milliarden Euro. Damit entfielen 47% der gesamten Krankheitskosten in Deutschland auf &auml;ltere Menschen. Das zeigen die neuesten Ergebnisse der Krankheitskostenrechnung, einem Rechensystem des Statistischen Bundesamtes, das die &ouml;konomischen Konsequenzen von Krankheiten f&uuml;r die deutsche Volkswirtschaft absch&auml;tzt.<br>\n&Uuml;ber alle Altersgruppen hinweg summierten sich die Krankheitskosten im Jahr 2006 auf einen Betrag von rund 236,0 Milliarden Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2008\/08\/PD08__280__23631,templateId=renderPrint.psml\">Statistisches Bundesamt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Das ist wieder einmal eine Meldung des Statistischen Bundesamtes, die an deren (politischer) Neutralit&auml;t Zweifel aufkommen lassen. Wie etwa bei den Modellrechnungen zur Bev&ouml;lkerungsentwicklung kommt die Vermutung auf, dass hier dem g&auml;ngigen demografischen Alarmismus gefolgt wird.<br>\nEs war seit Menschgedenken so, dass &Auml;ltere den gr&ouml;&szlig;ten Teil der Gesundheitskosten verursachen &ndash; vor allem im letzten Lebensjahr und zwar unabh&auml;ngig vom Lebensalter.<br>\nWie wenig alarmierend die Meldung tats&auml;chlich ist, mag sich daraus ergeben, dass die durchschnittlichen Pro-Kopf-Kosten im Alter von 65 Jahren und mehr seit 2002 um knapp 4% angestiegen sind, in der Altergruppe bis 65 Jahren aber nur unwesentlich geringer, n&auml;mlich um 3,5 %. Aus dieser Abweichung eine derartige Schlagzeile zu machen, grenzt an Irref&uuml;hrung.<br>\nBer&uuml;cksichtigt man ferner die Inflationsrate, dann sind die Pro-Kopf-Kosten real eher gesunken.<br>\nWenn Menschen &auml;lter werden und damit mehr Menschen &uuml;ber 65 Jahre existieren, ist die Erh&ouml;hung des Anteils der Gesundheitskosten f&uuml;r &Auml;ltere trivial.<br>\nWer aus den Angaben des Statistischen Bundesamtes wieder einmal Honig f&uuml;r eine Kampagne gegen eine Umlagefinanzierung saugen wollte, sollte bedenken, dass anders als bei der gesetzlichen Rentenversicherung Krankenversicherte bis zu ihrem Lebensende Krankenkassenbeitr&auml;ge bezahlen &ndash; diese werden allerdings mit den Rentensenkungen der letzten Jahre sinken. Wenn also die Budgets der Kassen knapper werden, dann hat das zu einem guten Teil auch mit der Rentenpolitik und vermutlich nicht vorrangig mit dem &Auml;lterwerden oder dem demografischen Wandel zu tun.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Extrem brutal<\/strong><br>\nNeueste Zahlen belegen, dass die rechtsextremen Gewalttaten in Deutschland auf hohem Niveau verharren. Experten sprechen allerdings von einer neuen Qualit&auml;t der Gewalt. Wie gef&auml;hrlich ist die rechte Szene?<br>\nDie als schwarzer Block der Neonazis auftretenden und den linksautonomen Gegner kopierenden Autonomen Nationalisten &bdquo;attackieren Linke und Polizisten mit einer Aggressivit&auml;t, die man als Strategiewechsel werten kann&ldquo;. Fr&uuml;her h&auml;tten Neonazis aus taktischen Gr&uuml;nden bei Aufm&auml;rschen weitgehend auf Gewalt verzichtet, &bdquo;aber das scheint nicht mehr zu gelten&ldquo;, sagt Ziercke. Verfassungssch&uuml;tzer sehen in Teilen der Neonazi-Szene, nicht nur bei den Autonomen Nationalisten, eine &bdquo;Enthumanisierung&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/zeitung\/Fragen-des-Tages;art693,2587623?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><strong>Geiselnahme in der SPD<\/strong><br>\nEs geht nicht um den innerparteilichen Pluralismus der Meinungen. Clement h&auml;tte die Meinung, dass Andrea Ypsilantis Energiepolitik die W&auml;hlbarkeit der SPD gef&auml;hrdet, unbeanstandet &auml;u&szlig;ern k&ouml;nnen. Stattdessen hat er zur Nichtwahl der SPD aufgerufen. Dass das ein sanktionsw&uuml;rdiges Fehlverhalten ist, bestreitet niemand &ndash; au&szlig;er dem Delinquenten. Die Schiedskommission war bereit, es bei der R&uuml;ge, der niedrigsten Sanktion, zu belassen, falls Clement sie akzeptiert, also Unrechtsbewusstsein bekundet h&auml;tte. Clements diesbez&uuml;gliche Weigerung musste das Parteigericht als Androhung der Wiederholung des inkriminierten Handelns werten. Ein ordentliches Gericht h&auml;tte das genauso gesehen. Zum Schutz der &bdquo;demokratischen Willensbildung&ldquo;, die das Grundgesetz f&uuml;r die inneren Verh&auml;ltnisse der Parteien vorschreibt, hat die Schiedskommission Clements Ausschluss verf&uuml;gt. Gegen Geiselnehmer muss sich die Partei zur Wehr setzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE\/Doc~EBA4B47E456004AE98FE2E9E364AB27D1~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Nochmals ein Beitrag aus der FAZ, der sich um Sachlichkeit bem&uuml;ht.<br>\nBei dieser Gelegenheit m&ouml;chte ich noch auf einen Aspekt hinweisen, der in der gesamten Diskussion &uuml;ber die &bdquo;Causa Clement&ldquo; bisher nicht angesprochen wurde:<br>\nDen langfristigen Ausstieg aus der Kernenergie, den Clement nunmehr als den Untergang Deutschlands darzustellen versucht, hat Gerhard Schr&ouml;der mit seinen Wirtschaftsministern Werner M&uuml;ller <strong>und<\/strong> Wolfgang Clement vereinbart. Diese Politik war und ist in der SPD Mehrheitsmeinung. Es ist also nicht so, dass Clement mit seinen Angriffen auf den Ausstieg aus dem Atomstrom eine Linie der SPD vertritt und etwa Ypsilanti davon abwiche.<br>\nAu&szlig;erdem: Clement spielt sich in der aktuellen Auseinandersetzung als der Retter der Agenda-Politik gegen seine Abweichler auf. Er wirft sich in die Opferpose, gerade so als habe ihn die Linke in der SPD aus dem Amt des Superministers gedr&auml;ngt. Das Gegenteil ist richtig: Es waren nicht die inhaltlichen Kritiker der Agendapolitik, sondern Gerhard Schr&ouml;der und Franz M&uuml;ntefering, die Wolfgang Clement, aus welchen Gr&uuml;nden auch immer, bei der Bildung der Gro&szlig;en Koalition aus dem Kabinett entfernt und fallengelassen haben.<br>\nEs kann deshalb nicht verwundern, dass Wolfgang Clement seit diesem Zeitpunkt nicht mehr aktiv an dem Leben &bdquo;in&ldquo; seiner Partei teilnimmt, sondern sich andere Plattformen sucht und diese auch gefunden hat (z.B. B&uuml;rgerKonvent, Welt am Sonntag-Kolumne), um sich mit seiner Meinung zu Wort zu melden. Das ist sein gutes Recht, aber ebenso Ausdruck des zerr&uuml;tteten Verh&auml;ltnisses zwischen ihm und der SPD, das nur am Rande etwas mit einem Fl&uuml;gelkampf zu tun hat.<\/em><\/p>\n<p><em>Im v&ouml;lligen Gegensatz zu diesem um Sachlichkeit bem&uuml;hten Artikel in der FAZ steht die Berichterstattung im &bdquo;stern&ldquo; und da vor allem das <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/:Hubertus-Heil-Br%FCckenbauer-Handicap\/633729.html\">&bdquo;Gespr&auml;ch&ldquo; im Caf&eacute; Einstein zwischen Ulrich J&ouml;rges und Manfred G&uuml;llner<\/a>. Der Forsa-Chef vertritt dort tats&auml;chlich die Meinung, dass diejenigen, die aus der SPD abgewandert sind, Anh&auml;nger der Mitte und Clement-Sympathisanten sind.<\/em><\/p>\n<p><em>Als ich mir das Video mit den beiden Herren in ihrer eitlen Selbstverliebtheit und inmitten der abgehobenen Kunstwelt des Caf&eacute; Einstein ansah und das geradezu l&auml;cherliche Spiel beobachtete, wie J&ouml;rges das St&ouml;ckchen warf und G&uuml;llner brav apportierte, da erinnerte mich dies spontan an den herrlichen Essay des taz-Gr&uuml;nders Tom Schimmeck unter dem treffenden Titel <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/index.php?id=archivseite&amp;dig=2005\/09\/17\/a0015\">&bdquo;Arschlochalarm&ldquo;<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Einen Bachelor, bitte<\/strong><br>\nDas Unternehmen bestellt, die Hochschule liefert gegen Bezahlung: Immer mehr Bachelorstudieng&auml;nge werden auf die Bed&uuml;rfnisse einzelner Firmen zugeschnitten. Davon profitieren beide Seiten.<br>\nImmer mehr Unternehmen suchen passgenau ausgebildete Mitarbeiter und versuchen, &uuml;ber Bildungsangebote ihr Image zu verbessern. Die Zahl der Studieng&auml;nge auf Bestellung steigt. Besonders private Hochschulen, die ohne staatliche Zusch&uuml;sse kostendeckend arbeiten m&uuml;ssen, sind aufgeschlossen f&uuml;r Kooperationen mit Unternehmen.<br>\nDie Zurich-Versicherungsgruppe bestellte f&uuml;r 20.000 Euro pro Student bei der Fachhochschule K&ouml;ln einen f&uuml;r den eigenen Vertrieb &ldquo;ma&szlig;geschneiderten&rdquo; Bachelor in Financial Service Management, wie Personalvorstand Rolf Niemann berichtet. Da die Hochschule schon einige allgemeine Studieng&auml;nge im Bereich Versicherungswirtschaft anbietet, sind die Experten daf&uuml;r bereits im Hause. Damit die 25 Zurich-Studenten weiterarbeiten k&ouml;nnen, wechseln sich in dem f&uuml;r sie entwickelten Curriculum Pr&auml;senzstudium, Selbstlernphasen und Mentoring ab.<br>\nNoch einen Schritt weiter geht die Fachhochschule f&uuml;r angewandtes Management in Erding mit ihren Serviceangeboten. Sie schickt ihre Professoren f&uuml;r Seminare sogar in die Unternehmen, zum Beispiel ins 100 Kilometer entfernte Schongauer Land.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/forschung_bildung\/bildung\/:Studium_auf_Bestellung_Einen_Bachelor_bitte\/394760.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Mit einem wissenschaftlichen Studium, ja selbst mit einer beruflichen Ausbildung haben solche passgenaue Trainee-Ma&szlig;nahmen kaum noch etwas gemein. Hier sourcen Unternehmen die Last einer soliden Berufsausbildung an Hochschulen aus. Zumal bei &ouml;ffentlichen Hochschulen ist es eben billiger, die betrieblichen Ausbildungskosten an die Hochschulen zu verlagern.<br>\nDa wird st&auml;ndig von einem raschen Wandel der beruflichen Anforderungen gesprochen, da wird davon geredet, dass die Zeit, in der man kontinuierlich in einem Beruf arbeitet, endg&uuml;ltig vorbei sei, da wird lebenslanges Lernen gefordert, ein Lernen das nur auf einer soliden Basis an Grundkenntnissen fortentwickelt werden kann. Und was machen die Unternehmen, sie verlangen das Gegenteil. Das ist ein Verst&auml;ndnis von Lernen, bei dem wie bei einem Pit-Stop st&auml;ndig neue Lernmodule eingebaut werden.<br>\nWenn es um sich greift, dass der Bachelor nicht mehr als ein Job-Training ist, dann ist die Arbeitslosigkeit der so Ausgebildeten bei jeder Ver&auml;nderung der Arbeitsanforderungen vorprogrammiert.<br>\nEs hat sich immer wieder erwiesen, dass eine Ausbildung zur Berufsfertigkeit statt zur Berufsbef&auml;higung ein Irrweg ist.<br>\nDie Hoffnung, dass just in time st&auml;ndig neuer Nachschub produziert werden k&ouml;nnte, missachtet alle Erkenntnisse und Erfahrungen eines Bildungsprozesses.<br>\nAber das braucht die Unternehmen ja nicht zu k&uuml;mmern. Das Risiko geht zu Lasten der so jeweils in die aktuellen betrieblichen Anforderungen Eingepassten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Lehrermangel und zu gro&szlig;e Klassen &ndash; Hauptbedrohung f&uuml;r Bildungsqualit&auml;t <\/strong><br>\n20 000 Lehrer fehlen im Herbst!<br>\n30 000 Klassen in Deutschland mit mehr als 30 Sch&uuml;lern!<br>\nIn dem sich zum n&auml;chsten Schuljahr nochmals dramatisch versch&auml;rfenden Lehrermangel vor allem in den alten Bundesl&auml;ndern und in den zu hohen Klassenst&auml;rken sieht der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, die gegenw&auml;rtig gr&ouml;&szlig;ten Probleme und Schwachstellen des deutschen Bildungswesens.<br>\nEr wies in Berlin darauf hin, dass zu Beginn des n&auml;chsten Schuljahres insbesondere an Gymnasien, Gesamt-, Real- und Berufsschulen rund 20 000 Lehrerinnen und Lehrer mit abgeschlossener p&auml;dagogischer Ausbildung fehlen w&uuml;rden. &bdquo;Der Lehrermangel betrifft dabei vor allem die mathematischen und naturwissenschaftlichen F&auml;cher (so genannte MINT-F&auml;cher: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Damit droht die in diesen F&auml;chern angestrebte Qualit&auml;tsoffensive und der Versuch, mehr Sch&uuml;ler f&uuml;r diese F&auml;cher zu begeistern, ernsthaften Schaden zu nehmen&ldquo;, sagte Meidinger.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dphv.de\/index.php?id=20&amp;tx_ttnews[tt_news]=164&amp;tx_ttnews[backPid]=16&amp;cHash=ee4d84972e\">Deutscher&nbsp;Philologenverband (DPhV)<\/a><\/li>\n<li><em>Zu guter letzt:<\/em>\n<p><strong>Oktoberfest M&uuml;nchen am 20.09.08 M&uuml;nchen, Theresienwiese<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Sitzplatz L&ouml;wenbr&auml;ufestzelt (abends incl. 1 Hendl &amp; 2 Ma&szlig; Bier)299,00 &euro;<\/li>\n<li>Sitzplatz Armbrustsch&uuml;tzenzelt (abends incl. 1 Hendl &amp; 2 Ma&szlig; Bier)299,00 &euro; <\/li>\n<li>Sitzplatz Hippodrom (abends incl. 1 Hendl &amp; 2 Ma&szlig; Bier)379,00 &euro;<\/li>\n<li>Sitzplatz Winzerer F&auml;hnd&rsquo;l (abends incl. 1 Hendl &amp; 2 Ma&szlig; Bier)289,00 &euro; <\/li>\n<li>Sitzplatz Sch&uuml;tzenfestzelt (abends incl. 1 Hendl &amp; 2 Ma&szlig; Bier)289,00 &euro; <\/li>\n<li>Sitzplatz Augustinerfesthalle (abends incl. 1 Hendl &amp; 2 Ma&szlig; Bier)299,00 &euro; <\/li>\n<li>Sitzplatz Weinzelt (abends incl. 70 Euro Verzehrgutschein)299,00 &euro; <\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.ticketpool.de\/tickets\/Oktoberfest-Muenchen-Theresienwiese.html-Vu_Daten_Id=329008-\">Ticket Pool <\/a> <\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Da muss ein Hartz-IV-Empf&auml;nger lange sparen, bis er zu einem &bdquo;Volks&ldquo;-fest gehen kann.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<\/p>\n<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: <\/p>\n<ul>\n<li>Dauerthema Finanzkrise: Banken wollen sich selbst kontrollieren<\/li>\n<li>Industrieauftr&auml;ge brechen weg<\/li>\n<li>W&auml;hrungsfonds sieht schwarz f&uuml;r die Insel<\/li>\n<li>EZB an den Pranger <\/li>\n<li>Rechnungshof r&uuml;gt Zust&auml;nde in Krankenkassen <\/li>\n<li>47% der Krankheitskosten entstehen im Alter <\/li>\n<li>Rechtsextreme Gewalttaten extrem brutal<\/li>\n<li>Nochmals Clement<\/li>\n<li>Wirtschaft bestellt Bachelor<\/li>\n<li>Lehrermangel und zu gro&szlig;e Klassen<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3384\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3384","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3384","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3384"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3384\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3384"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3384"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3384"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}