{"id":3397,"date":"2008-08-13T09:27:53","date_gmt":"2008-08-13T07:27:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3397"},"modified":"2008-08-13T09:35:24","modified_gmt":"2008-08-13T07:35:24","slug":"hinweise-des-tages-712","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3397","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<\/p><p>Heute unter anderem zu folgenden Themen<\/p><ul>\n<li>Reformen in Holland: Auf der anderen Seite ist das Gras immer gr&uuml;ner<\/li>\n<li>Neues Taktgef&uuml;hl bei der Arbeit<\/li>\n<li>Schwarzarbeit als Notwehr gegen den Staat?<\/li>\n<li>Enteignung von Fr&uuml;hrentnern<\/li>\n<li>10.000 Euro sind den &Auml;rzten nicht genug<\/li>\n<li>1758 Euro f&uuml;r einen Job<\/li>\n<li>Atomm&uuml;ll nach Celle<\/li>\n<li>Heuschrecken erfinden sich neu<\/li>\n<li>Machenschaften um die IKB werden nicht untersucht<\/li>\n<li>10 Prozent Lohnerh&ouml;hung reichen &Auml;rzten nicht <\/li>\n<li>Georgisches Milit&auml;r in Deutschland trainiert<\/li>\n<li>Gorbatschows Kaukasus-Analyse<\/li>\n<li>UN: Deutsche Schulen diskriminieren sozial Benachteiligte &ndash; Deutsche sehen das auch so<\/li>\n<li>Studieren auf Hartz IV &ndash; Niveau<\/li>\n<li>Leerveranstaltungen an Privatuni<\/li>\n<li>Medienkritik<\/li>\n<li>Nochmals Haftung bei Atomunf&auml;llen<\/li>\n<\/ul><p>Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\nWir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=3397&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/p><ol>\n<li><strong>Niederlande: Brodeln im Vollbesch&auml;ftigungsland<\/strong><br>\nDie Niederlande haben die geringste Arbeitslosigkeit in der Europ&auml;ischen Union. Doch mit den Reformen ist noch lange nicht Schluss. Denn dem Land drohen die Arbeitskr&auml;fte auszugehen. Deshalb soll der Sozialstaat wieder einmal umgebaut werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C\/Doc~E613FCBFCC6DD4CB7903D2198E65F5DB8~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Zitat: <\/p>\n<blockquote><p>Wenn Niederl&auml;nder erst einmal unbefristet angestellt sind, genie&szlig;en sie einen in Europa fast einzigartigen Schutz. Denn K&uuml;ndigungen k&ouml;nnen nur durch die Arbeitsvermittlung CWI oder die Gerichte ausgesprochen werden. Das ist in der Regel langwierig und teuer: Vergangenes Jahr gaben die Unternehmen f&uuml;r Abfindungen rund 3,5 Milliarden Euro aus.<\/p><\/blockquote>\n<p>In den Niederlanden gibt es einen Mindestlohn von 8,17 Euro pro Stunde. Das wird die FAZ nicht daran hindern, K&uuml;ndigungsschutz und Mindestlohn auch in Zukunft f&uuml;r besch&auml;ftigungssch&auml;dlich zu erkl&auml;ren.<\/p><\/li>\n<li><strong>Neues Takt-Gef&uuml;hl<\/strong><br>\n&ldquo;Menschliche Arbeitswelten&rdquo; waren gestern: An den Flie&szlig;b&auml;ndern hat eine stille Revolution begonnen &ndash; vorw&auml;rts in die Vergangenheit stupider Handgriffe wie zu Zeiten Henry Fords.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/0,1518,druck-571270,00.html\">SPIEGEL<\/a><\/li>\n<li><strong>Schwarzarbeit boomt gewaltig<\/strong><br>\nAuch der Staat macht Jagd auf Schwarzarbeiter. Kein Wunder: Durch nicht gezahlte Steuern und Sozialbeitr&auml;ge entstehen Sch&auml;den in Milliardenh&ouml;he. Expertensch&auml;tzungen zufolge hatte die Schattenwirtschaft im vergangenen Jahr in Deutschland ein Volumen von rund 350 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 3,5 Milliarden gegen&uuml;ber 2006.<br>\nDie enorme Belastung der L&ouml;hne durch Steuern und Sozialabgaben ist laut Wirtschaftswissenschaftlern Hauptursache f&uuml;r Schwarzarbeit. Prof. Karl-Heinz Paqu&eacute;, Wirtschaftswissenschaftler an der Universit&auml;t Magdeburg.\n<p>Fakt ist aber: mit den Abz&uuml;gen f&uuml;r Steuern und Sozialabgaben liegt Deutschland weltweit im Spitzenfeld.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.daserste.de\/plusminus\/beitrag_dyn~uid,smmi0zqzg388rfux~cm.asp\">ARD plusminus<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Roger Strassburg:<\/strong> Detektive im Auftrag der Personalabteilung, die einen Mitarbeiter beschatten, der krankfeiert und schwarz arbeitet. Man schaut bei den Ermittlern zu, es kommt einem wie eine Verbrecherjagd vor. Und siehe da, der Mitarbeiter arbeitet schwarz, wie es viele tun, weil sie von ihrem normalen Lohn nicht leben k&ouml;nnen.<\/em><\/p>\n<p>Die L&ouml;sung? Was k&ouml;nnte es sonst sein, als die &ldquo;enormen&rdquo; Steuern und Sozialabgaben zu senken, denn &ldquo;mit den Abz&uuml;gen f&uuml;r Steuern und Sozialabgaben liegt Deutschland weltweit im Spitzenfeld. Immer mehr Menschen sind knapp bei Kasse.&rdquo; Ja, da haben wir es wieder, der Staat ist daran schuld. Kein Wort dar&uuml;ber, dass dies nur die Belastung f&uuml;r Sozialvorsorge vom Arbeitgeber auf den Arbeitnehmer verlagern, also den &uuml;berlasteten Mitarbeiter noch mehr belasten statt entlasten w&uuml;rde. <\/p>\n<p>Auf die naheliegende Idee mehr Brutto zu bezahlen oder gar einen Mindestlohn einzuf&uuml;hren, kommt man nat&uuml;rlich nicht.<br>\nDie Mehr-Netto-Kampagne geht weiter, in diesem Fall mit unseren Rundfunkgeb&uuml;hren. Dreister geht&rsquo;s nimmer.<\/p>\n<p>Erg&auml;nzende Anmerkung WL: Schwarzarbeit wird &auml;hnlich wie Steuerhinterziehung oder Steuerflucht als Notwehr gegen den alles verschlingenden Staat dargestellt.<br>\nDer Beitrag strotzt dar&uuml;ber hinaus nur so von Fehlinformationen und tendenzi&ouml;sen Behauptungen.<\/p>\n<p>Da wird z.B. Schwarzarbeit mit &bdquo;Schattenwirtschaft&ldquo; gleichgesetzt, zur Schattenwirtschaft geh&ouml;ren aber etwa auch Drogen-, Frauen- und Waffenhandel, Diebstahl, Hehlerei usw.. Was von den angeblichen 350 Milliarden zu halten ist siehe <a href=\"?p=181\">Schwarzarbeit in Deutschland oder die langen Schatten des Prof. Schneider<\/a>. <\/p>\n<p>Dem Statistischen Bundesamt zufolge liegt Deutschland im Vergleich mit 27 EU-Staaten beim Gesamtanteil der &bdquo;indirekten&ldquo; Arbeitskosten auf Platz 14, bei den per Gesetz vorgeschriebenen Arbeitgeberbeitr&auml;gen zur Sozialversicherung sogar nur auf Rang 17 (vgl. Das kritische Jahrbuch, Nachdenken &uuml;ber Deutschland und <a href=\"?p=2101\">Lohnnebenkosten &ndash; die Wirklichkeit zerst&ouml;rt einen Mythos nach dem anderen<\/a>).<br>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Wie k&uuml;nftige Rentner enteignet werden<\/strong><br>\nBis Ende 2007 konnten Erwerbslose, die mindestens 58 Jahre alt waren, weiterhin Arbeitslosengeld oder ALG II beziehen, ohne dem Arbeitsmarkt zur Verf&uuml;gung stehen zu m&uuml;ssen. Nach Auslaufen dieser Regelung ist das f&uuml;r rund 360000 ALG-II-Empf&auml;nger vorbei &ndash; obwohl es f&uuml;r sie praktisch keine Jobs gibt. Auch Arbeitssuchende ohne Leistungsbezug, die zum Teil kurz vor der M&ouml;glichkeit stehen, in Rente zu gehen, werden mit neuen Sanktionen bedacht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2008\/08-13\/006.php?print=1\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> 2008 endete die befristete 58er-Regelung, die noch aus der &Auml;ra Kohl stammt. Damit konnten &auml;ltere Arbeitslose offiziell darauf verzichten, dass ihnen ein neuer Job vermittelt wird, und erhielten trotzdem weiter Arbeitslosenunterst&uuml;tzung. F&uuml;r &auml;ltere Hartz-IV-Empf&auml;nger hat es schwerwiegende Folgen, wenn diese Bestimmung gestrichen wird. Statt bis 65 Arbeitslosengeld II zu beziehen, ohne dass ihnen Jobs angeboten werden, m&uuml;ssen sie dann so fr&uuml;h wie m&ouml;glich in Rente gehen &ndash; auch wenn das dauerhafte Abschl&auml;ge beim Ruhegeld bis zu 18 Prozent bedeutet. Und wenn sie nicht selbst den Rentenantrag stellen, kann das an ihrer Stelle die zust&auml;ndige Beh&ouml;rde tun, sogar gegen ihren Willen.<\/em><\/p>\n<p>Arbeitslose, die 58 Jahre oder &auml;lter sind und die von der sog. &ldquo;58er-Regelung&rdquo; Gebrauch gemacht haben, m&uuml;ssen sich von der Politik in besonders zynischer Weise get&auml;uscht f&uuml;hlen. Viele Menschen, die sich mit dem Versprechen, bis zur Rente ohne Abschl&auml;ge Arbeitslosengeld oder &ndash;hilfe beziehen zu k&ouml;nnen, aus ihrem (ungek&uuml;ndigten oder gar unk&uuml;ndbaren) Beruf haben dr&auml;ngen lassen, werden sich nun ein weiteres Mal betrogen f&uuml;hlen.<\/p><\/li>\n<li><strong>10.000 Euro sind nicht genug<\/strong><br>\nSollen die &Auml;rzte gut verdienen? Ja, selbstverst&auml;ndlich. Sollen sie sehr gut verdienen? Ja, meinetwegen gern. Darum geht es nicht. Es geht um die Frage: Sollen sie sehr gut verdienen, gleichzeitig st&auml;ndig jammern und 10 Prozent Lohnerh&ouml;hung als unzureichend zur&uuml;ckweisen?\n<p>Derzeit verhandeln die &Auml;rzte-Funktion&auml;re (Kassen&auml;rztliche Bundesvereinigung, Andreas K&ouml;hler) mit den Krankenkassen &uuml;ber eine Erh&ouml;hung des &Auml;rztehonorars ab 1. Januar 2009. Die Kassen haben den &Auml;rzten 2 Milliarden Euro angeboten. Die &Auml;rzte-Funktion&auml;re sagen, die angebotene Erh&ouml;hung betrage, wenn man richtig rechne, nur 1,4 Milliarden Euro. Gut. Gehen wir mal davon aus, es seien &bdquo;nur&ldquo; 1,4 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>Die Kassen&auml;rztliche Bundesvereinigung hat 132.900 &Auml;rzte als Mitglieder, dazu kommen 15.400 Psychotherapeuten. Zieht man von der Gesamtzahl die Privat&auml;rzte ohne Kassenzulassung ab, kommt man auf rund 140.000 &Auml;rzte. Bereits die von den Krankenkassen angebotenen 1,4 Milliarden Euro w&uuml;rden also f&uuml;r jeden Arzt durchschnittlich eine Honorarerh&ouml;hung von 10.000 Euro pro Jahr bedeuten, pro Monat w&auml;re es ein Plus von 830 Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/blog\/42_markus_grill\/archive\/1774_10000_euro_sind_nicht_genug.html\">stern blogs<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Berlin will Ausschuss zur IKB abwenden<\/strong><br>\nDie Aff&auml;re um Milliardenverluste der IKB wird aller Voraussicht nach nicht Gegenstand eines Untersuchungsausschusses. Die Bundesregierung hat der FDP stattdessen ein Gespr&auml;ch zur Aufkl&auml;rung der Aff&auml;re angeboten. Den Liberalen, ohne deren Zustimmung die Opposition keinen Ausschuss erzwingen kann, kommt das Angebot gelegen.<br>\nIn FDP-Kreisen zeigte man sich erleichtert &uuml;ber das Angebot. Denn Parteispender aus der Bankenszene hatten zuvor bei Liberalen vorgesprochen, um den m&ouml;glichen Ausschuss zu verhindern. Sie f&uuml;rchten ein &ouml;ffentliches Spie&szlig;rutenlaufen angesichts der Fehler in der IKB-Aff&auml;re. Um eine Pleite der IKB abzuwenden, mussten der Bund, die staatliche KfW-Bankengruppe und die deutschen Banken Risiken in H&ouml;he von 8,5 Mrd. Euro &uuml;bernehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/berlin-will-ausschuss-zur-ikb-abwenden;2022208\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Unter anderem w&auml;re in einem Untersuchungsausschuss zu kl&auml;ren, ob die IKB nicht die <a href=\"?p=3029\">M&uuml;llhalde f&uuml;r faule US-Kredite der Deutschen Bank<\/a> gewesen ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Ein Job kostet 1785 Euro<\/strong><br>\nDie Arbeitsagentur in Frankfurt am Main grenzt Arbeitssuchende mit Hilfe privater Zwischenh&auml;ndler vom Jobmarkt aus, droht Sanktionen an und feuert sie aus der Erwerbslosenstatistik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2008\/08-13\/004.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Atomm&uuml;ll: Verstrahlte Lauge nach Celle transportiert<\/strong><br>\nIn das ehemalige Kalisalzbergwerk Mariagl&uuml;ck ist offenbar seit Jahren Lauge aus dem Atomm&uuml;llversuchslager Asse geleitet worden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/133\/306096\/text\/\">SZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Heuschrecken erfinden sich neu<\/strong><br>\nDie Finanzinvestoren sitzen auf Bergen von Geld, das m&ouml;glichst gewinnbringend angelegt werden will. F&uuml;hrende Private-Equity-H&auml;user wie Texas Pacific Group (TPG) und Blackstone haben deshalb Anlagevehikel gegr&uuml;ndet, die den Banken Kredite abkaufen. Meistens geht es dabei ausgerechnet um Kredite, die zuvor f&uuml;r gro&szlig;e Firmen&uuml;bernahmen an andere Finanzinvestoren vergeben wurden.\n<p>Immerhin wurde publik, dass Lonestar f&uuml;r die Merrill-Kredite im Wert von urspr&uuml;nglich 30,6 Milliarden Dollar lediglich 6,7 Milliarden bezahlte. Pro Dollar also lediglich 22 Cent. Das rechnet sich &ndash; selbst wenn ein Teil der Kredite ausfallen sollte. Und bezahlt wird wie gehabt mit m&ouml;glichst wenig Eigenmitteln, f&uuml;r den Rest wird ein neuer Kredit aufgenommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1470563&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">FR<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Deutsche Schulen diskriminieren nach Einsch&auml;tzung des Uno-Sonderberichterstatters Vernor Mu&ntilde;oz sozial benachteiligte, ausl&auml;ndische und behinderte Sch&uuml;ler<\/strong><br>\nMu&ntilde;oz forderte am Mittwoch vor dem Uno-Menschenrechtsrat in Genf die deutsche Politik auf, die Aufteilung in Haupt-, Realschulen und Gymnasien zu &uuml;berdenken, um Ungleichheit und Chancengerechtigkeit zu beseitigen. &ldquo;Ich glaube, dass das gegliederte System und die Art der Aufteilung der Sch&uuml;ler soziale Ungleichheit betont&rdquo;, sagte Mu&ntilde;oz. Auf die Kritik reagierten Bildungsfunktion&auml;re zum Teil mit scharfen Worten.<br>\nQuelle. <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:Uno%20Bericht%20Schulen%20Diskriminierung\/176359.html\">FTD<\/a>\n<p><em>Wie Mu&ntilde;oz denkt offenbar auch die H&auml;lfte der Deutschen:<\/em><\/p>\n<p><strong>H&auml;lfte der Deutschen h&auml;lt Schulsystem f&uuml;r ungerecht<\/strong><br>\nDie deutsche Bev&ouml;lkerung gibt dem Bildungssystem schlechte Noten: Fast jeder Zweite findet es ungerecht, eine deutliche Mehrheit pl&auml;diert daf&uuml;r, dass Kinder l&auml;nger gemeinsam lernen sollen &ndash; am besten sechs statt nur vier Jahre. Das zeigt eine neue Umfrage.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/0,1518,druck-571253,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Man darf gespannt sein, wie die Bertelsmann AG die Umfrage auswerten wird. Wetten, dass dabei etwas mit Eigenverantwortlichkeit, Wettbewerbsf&auml;higkeit und Wirtschaftlichkeit herauskommt. Der Kommentar von J&ouml;rg Dr&auml;ger, dem neuen Stiftungsvorstand und neuen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Centrums f&uuml;r Hochschulentwicklung (CHE) l&auml;sst das schon erahnen: &ldquo;Der ausgepr&auml;gte Reformwille der Bev&ouml;lkerung ist eine Chance f&uuml;r den z&uuml;gigen Umbau unseres Bildungssystems&rdquo;. In Hamburg hat Dr&auml;ger mit der Einf&uuml;hrung der Studiengeb&uuml;hren deutlich gemacht, in welche Richtung der &ldquo;z&uuml;gige Umbau unseres Bildungssystems&rdquo; gehen soll, und sich f&uuml;r die h&ouml;heren Weihen der Bertelsmann-Stiftung empfohlen &ndash; trotz oder vielleicht wegen seines schlechten Abschneidens beim letzten Ranking deutscher Bildungspolitiker (f&uuml;nf minus). Dennoch machen es sich manche Kritiker Dr&auml;gers zu einfach, wenn sie schreiben: &ldquo;Gehen Sie nicht &uuml;ber Kompetenz, gehen Sie direkt aus dem Amt und verlassen Sie das Spielfeld.&rdquo; Denn mit dem Wechsel zu Bertelsmann wechselt er in das Feld Kompetenzkompetenz, d.h. sich Zust&auml;ndigkeiten zu verschaffen, von denen die eigentlichen Kompetenzkompetenzler nichts merken sollen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Georgisches Milit&auml;r in Deutschland trainiert<\/strong><br>\nMit umfassenden diplomatischen Initiativen und der Entsendung eines Sonderbeauftragten interveniert die Bundesregierung im bewaffneten Konflikt zwischen Georgien und Russland. Man sehe sich dort &ldquo;in besonderer Verantwortung&rdquo;, umschreibt das Ausw&auml;rtige Amt den deutschen Anspruch, im S&uuml;dkaukasus als Mittler aufzutreten. Die drei s&uuml;dkaukasischen Staaten, darunter Georgien, geh&ouml;ren zu den besonderen Interessengebieten der Berliner Au&szlig;enpolitik: Sie bilden einen prowestlichen Staateng&uuml;rtel s&uuml;dlich von Russland und er&ouml;ffnen dem Westen den direkten Zugang zu den Energieressourcen des Kaspischen Beckens.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nrhz.de\/flyer\/beitrag.php?id=12748\">Neue Rheinische Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Gorbatschows Kaukasus-Analyse<\/strong><br>\nDie USA bezichtigen Russland der Aggression. Das ist verlogen, meint Friedensnobelpreistr&auml;ger Michail Gorbatschow. Tats&auml;chlich habe Georgien den Krieg gestartet &ndash; weil Pr&auml;sident Saakaschwili sicher mit der Unterst&uuml;tzung des Westens rechnete. Jetzt m&uuml;ssten EU und USA umdenken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,571584,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Studieren auf Hartz-IV-Niveau<\/strong><br>\nNach einer repr&auml;sentativen Umfrage des Online-Antiquariats ZVAB haben zwei Drittel aller Studierenden weniger als 600 Euro pro Monat zur Verf&uuml;gung, ein Drittel sogar weniger als 400 Euro. Damit d&uuml;rften viele nach Abzug der Wohnkosten noch deutlich unter dem Hartz-IV-Regelsatz von 351 Euro und damit unter dem Existenzminimum liegen. Wenig verwunderlich also, dass die meisten Studierenden einen Nebenjob brauchen, um das Studium &uuml;berhaupt bestreiten zu k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/linkszeitung.de\/content\/view\/169544\/42\/\">Linkszeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Deutschlands erste kommerzielle Hochschule macht keine Ums&auml;tze <\/strong><br>\nDer gro&szlig; angek&uuml;ndigte Start der Hanseuniversit&auml;t in Rostock, Deutschlands erster kommerzieller Hochschule, ist gr&uuml;ndlich misslungen. Gerade einmal drei Studenten sind f&uuml;r den Bachelorstudiengang Business Administration eingeschrieben. F&uuml;r das zweite angebotene Fach, Information Technology, konnte sich bislang niemand erw&auml;rmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/forschung_bildung\/bildung\/:Misslungener_Start_Leerveranstaltung_in_der_Privatuni\/398588.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>B&uuml;rger halten den Einfluss der Medien f&uuml;r gr&ouml;&szlig;er als ihren eigenen<\/strong><br>\nDer politische Einfluss der Medien wird als gr&ouml;&szlig;er eingesch&auml;tzt als der Einfluss der B&uuml;rger selbst. Dies geht aus einer im Juni durchgef&uuml;hrten Umfrage bei mehr als 1000 Personen hervor. Nach Meinung der Befragten ist der Einfluss der Medien auf die politischen Entscheidungen in den letzten Jahren sogar noch gestiegen. Die Befragten sehen allerdings den Einfluss der Medien auf die eigene politische Meinungsbildung als gering an, sehr viel st&auml;rker w&uuml;rde aber durch die Medien beeinflusst, was die Allgemeinheit politisch denkt.\n<p>Dieses Ph&auml;nomen ist in der Fachliteratur als &ldquo;Third-Person-Effect&rdquo;, eine Art &ldquo;Selbstt&auml;uschung &uuml;ber anonyme Dritte&rdquo;, bekannt. Die anderen werden manipuliert, man selbst aber selbstverst&auml;ndlich nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/linkszeitung.de\/content\/view\/169543\/55\/\">Linkszeitung<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>&bdquo;Andrea Ypsilanti steht f&uuml;r die SPD&ldquo;<\/strong><br>\nMit ihrer Hinwendung zur Linken verabschiedet sich die SPD vom Wettstreit darum, wie die Fliehkr&auml;fte der modernen Gesellschaft zusammengehalten und die Chancen des Einzelnen gef&ouml;rdert werden k&ouml;nnen. Sie &uuml;berlassen einer schwarz-gelben Koalition das zentrale Feld politischer Gestaltung f&uuml;r die n&auml;chsten Jahre. Denn f&uuml;r die SPD steht jetzt Andrea Ypsilanti. Ihr Name ist zum politischen Programm geworden. Auch Kurt Beck hat sich ihr unterworfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ksta.de\/html\/artikel\/1218352604118.shtml\">K&ouml;lner Stadt-Anzeiger<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Angst bedeutet immer auch Realit&auml;tsverlust. In panischer Angst vor der Linken verlieren viele Medien offenbar jeden Wirklichkeitsbezug. Da wird die Beck-, Steinmeier-, Steinbr&uuml;ck-, Clement-SPD dann pl&ouml;tzlich zur Ypsilanti-SPD. Aus politischen Kr&auml;ften, die die Spaltung der Gesellschaft vorangetrieben haben, werden dann pl&ouml;tzlich solche, die die &bdquo;Fliehkr&auml;fte der modernen Gesellschaft&ldquo; zusammenhalten. Der K&ouml;lner Stadt-Anzeiger scheint komplett auf die Linie des Aufsichtsratsmitglieds seines Verlages, Wolfgang Clement, eingeschwenkt zu sein. <\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu etwa auch: <\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ksta.de\/html\/fotolines\/1218405678561\/rahmen.shtml?1\">Aktenzeichen &bdquo;Frau XY&ldquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ksta.de\/html\/artikel\/1218405678475.shtml\">Kurt Beck, der neue Charlie Brown<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ksta.de\/html\/artikel\/1218352603182.shtml\">&bdquo;Steinmeier muss Farbe bekennen&ldquo;<\/a><\/p>\n<p>Der K&ouml;lner Stadt-Anzeiger auf <a href=\"?p=3396\">M&uuml;ller-Vogg-Niveau<\/a>.<\/p>\n<p>Siehe dazu: <\/p>\n<p><strong>Roberto De Lapuente: Ypsilanti &amp; Lafontaine basteln an einem neuen Deutschland<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.com\/2008\/08\/de-dicto.html\">ad sinistram<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Im Menschenzoo<\/strong><br>\nTV-Journalisten machen au&szlig;erhalb ihrer nat&uuml;rlichen Umgebung eine noch schlechtere Figur als Politiker. Erst recht, wenn sie mit einem B&auml;h-Linken wie Oskar Lafontaine sprechen m&uuml;ssen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/997\/305962\/text\/\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Immerhin empfand auch die SZ dieses &bdquo;Sommerinterview&ldquo; nur noch peinlich.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Nochmals zu Anne Will: Hungern muss hier keiner<\/strong><br>\nEine detaillierte Analyse der Sendung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/notatio.blogspot.com\/2008\/05\/der-untergang-des-abendprogrammes.html\">notatio<\/a><\/li>\n<li><strong>Hinweis in eigener Sache:<\/strong>\n<p>Gestern hatten wir in <a href=\"?p=3395#more-3395\">Hinweis Ziffer 6<\/a>  auf einen Telepolis-Beitrag verwiesen, dort wurde gesagt, dass in &Ouml;sterreich und Deutschland die Haftung bei Atomunf&auml;llen unbegrenzt sein.<\/p>\n<p><strong>Unser Leser W.B. merkt dazu an:<\/strong><\/p>\n<p>Ich lese regelm&auml;&szlig;ig Ihre Informationen im Internet und bin stets &uuml;ber Ihre sachlichen Berichte\/Infos und Meinungen angenehm &uuml;berrascht. Heute finde ich allerdings einen Verweis, dass in &Ouml;sterreich und Deutschland die Haftung bei nuklearen Schaden unbegrenzt. sei. Da frage ich mich unwillk&uuml;rlich, wer da haftet. Der AKW-Betreiber der einzelnen KK-Werke, oder tr&auml;gt die Last im GAU-Fall der Staat also der Steuerzahler? Das Kernkraftwerk Brunsb&uuml;ttel zum Beispiel wird von der &ldquo;Kernkraftwerk Brunsb&uuml;ttel GmbH &amp; Co. OHG&rdquo; betrieben, der selbstredend nur mit dem eingesetzten\/vorhandenen Kapital haftet Die Gesellschafter sind Vattenfall und E.ON. Da diese Gesellschaft aber eine GmbH ist, ergibt sich, dass etwaige Gewinne immer brav an Vattenfall und E.ON abgef&uuml;hrt werden k&ouml;nnen. Ob die Kernkraftwerk Brunsb&uuml;ttel GmbH &amp; Co. OHG auch unbegrenzt haftet? Nat&uuml;rlich zahlt der Steuerzahler die Zeche bei dieser rechtlichen Konstruktion &ndash; oder? <\/p>\n<p>F&uuml;r Risikoabsch&auml;tzungen, Schadensermittlungen und -regulierungen ist niemand kompetenter als die Versicherungswirtschaft. In den allgemeinen Versicherungsbedingungen aller deutschen Haftpflichtversicherer steht jedoch geschrieben: &bdquo;Nicht versichert sind ohne R&uuml;cksicht auf mitwirkende Ursachen Sch&auml;den &hellip;. durch Kernenergie.&rdquo; Mit Fu&szlig;note ist vermerkt: &bdquo;Der Ersatz dieser Sch&auml;den richtet sich in der Bundesrepublik Deutschland nach dem Atomgesetz. Die Betreiber von Kernanlagen sind zur Deckungsvorsorge verpflichtet und schlie&szlig;en hierf&uuml;r Haftpflichtversicherungen ab.&rdquo; Diese Pflichtversicherung deckt aber &ndash; mit politischer Billigung &ndash; weniger als 0,1% des m&ouml;glichen Schadens ab! Daran &auml;ndert sich auch nichts, wenn die Deckungssumme in einem novellierten Atomgesetz auf 5 Milliarden DM angehoben w&uuml;rde.<\/p>\n<p>Es widerspricht den Prinzipien der Ethik und der Gerechtigkeit, Risiken und m&ouml;gliche Sch&auml;den mit solch ungeheurem Ausma&szlig; aus privatwirtschaftlicher T&auml;tigkeit der Allgemeinheit aufzub&uuml;rden und von den Energiekonzernen, die Atomkraftwerke betreiben, keine betriebliche Haftpflicht in der Gr&ouml;&szlig;enordnung des real m&ouml;glichen Schadens zu verlangen, wie dies in allen anderen Wirtschaftsbereichen Standard ist.<\/p>\n<p>Siehe hierzu den Artikel im SPIEGEL 23\/2001 vom 02.06.2001, Seite 42, Autor: Gerd Rosenkranz:<\/p>\n<p><strong>Peanuts f&uuml;r den Ernstfall<\/strong><\/p>\n<p>&hellip; m&uuml;ssten die Atomstromer ihre 19 hier zu Lande betriebenen Meiler tats&auml;chlich gegen das Risiko eines verheerenden Super-GAUs versichern wie jeder Pkw-Besitzer seine Limousine gegen den Crash auf der Stra&szlig;e, w&uuml;rde sich die Kilowattstunde Atomstrom schlagartig von heute f&uuml;nf bis acht Pfennig um eine volle Mark verteuern &ndash; so errechnete es das Baseler Prognos-Institut schon 1992. <\/p>\n<p>Ein Super-GAU &ndash; etwa im hessischen Atomkraftwerk Biblis &ndash; w&uuml;rde schlimmstenfalls Sach- und Personensch&auml;den von bis zu 10 Billionen (10 000 Milliarden) Mark verursachen. Schon nach der Reaktorkatastrophe im mehr als 1000 Kilometer entfernten Tschernobyl zahlte der Bund 1986 etwa 400 Millionen Mark an Entsch&auml;digungen. Nach geltendem Recht sind die Betreiber aber nur gegen Sch&auml;den von 500 Millionen Mark versichert, f&uuml;r weitere 500 Millionen m&uuml;sste der Staat einstehen. Peanuts. <\/p>\n<p>Die rot-gr&uuml;ne Bundesregierung hat seit ihrer Wahl immer wieder versichert, die Schieflage wenigstens entsch&auml;rfen zu wollen. Dazu sollen sich die Betreiber k&uuml;nftig gegen Sch&auml;den in H&ouml;he von f&uuml;nf Milliarden Mark absichern, immerhin eine Verzehnfachung ihrer bisherigen Eigendeckung. <\/p>\n<p>Wenige Tage bevor Bundeskanzler Gerhard Schr&ouml;der, die Minister J&uuml;rgen Trittin und Werner M&uuml;ller und die Vorstandschefs der wichtigsten Reaktorbetreiber am 11. Juni in Berlin die Atomkonsens-Vereinbarung unterzeichnen wollen, wird die verabredete Aufstockung der so genannten Deckungsvorsorge unvermittelt zum Stolperstein. <\/p>\n<p>Zuletzt waren die Stromer w&auml;hrend der Konsensverhandlungen im vergangenen Jahr gegen rotgr&uuml;ne Versuche Sturm gelaufen, &ldquo;der Kernenergie durch wirtschaftliche Erschwernisse und Sonderlasten den Garaus zu machen&rdquo;. Auch die Erh&ouml;hung der Haftpflicht im Fall eines schweren Unfalls, mutma&szlig;te E.on-Energie-Vorstand Walter Hohlefelder, diene als &ldquo;Stellschraube f&uuml;r den kalten Ausstieg&rdquo;, weil so Atomstrom &ldquo;sp&uuml;rbar&rdquo; teurer werde. <\/p>\n<p>Doch dann, nach der Paraphierung des Vertrags im Juni 2000, in dem die Aufstockung der Schadensvorsorge auf f&uuml;nf Milliarden Mark best&auml;tigt wurde, herrschte pl&ouml;tzlich Ruhe. Die Politik wiegte sich in Sicherheit. Auch w&auml;hrend der nachfolgenden Auseinandersetzungen um das Ausstiegsgesetz, das den Atomkonsens umsetzen soll, spielte die Haftungsfrage kaum eine Rolle. <\/p>\n<p>Der tiefere Grund f&uuml;r die entspannte Haltung der Konzerne erschloss sich erst, als deren Juristen Beamten aus dem Umwelt- und aus dem Wirtschaftsministerium Ende Januar offenbarten, wie sie die F&uuml;nf-Milliarden-Deckung bewerkstelligen wollen. Danach werden die vier gro&szlig;en AKW-Betreiber E.on Energie, RWE Power, Energie Baden-W&uuml;rttemberg und Hamburgische Electricit&auml;ts-Werke im Katastrophenfall &ldquo;solidarisch f&uuml;reinander eintreten&rdquo;. <\/p>\n<p>Im Falle eines Unfalls in einem Kernkraftwerk w&uuml;rden also nicht nur der Betreiber und dessen Mutterunternehmen f&uuml;r Sach- und Personensch&auml;den in der Umgebung geradestehen, sondern auch die anderen &ldquo;Solidarpartner&rdquo;, und zwar umso mehr, je gr&ouml;&szlig;er ihr Anteil am gesamten deutschen Reaktorarsenal ist. <\/p>\n<p>Das klingt altruistisch, ist es aber nicht. Die Atomkraftwerker agieren, als w&auml;ren sie ihre eigenen Versicherer &ndash; ein Etikettenschwindel, denn &ldquo;unbegrenzt&rdquo; haften m&uuml;ssten sie auch ohne das Solidarkonstrukt. Vor allem ersparen sich die Atomstromer mit ihrem trickreichen Modell der Selbstversicherung Pr&auml;mien in H&ouml;he von rund 100 Millionen Mark pro Jahr. Es bliebe wie bisher bei einer j&auml;hrlichen Belastung von rund 12 Millionen Mark. <\/p>\n<p>Die Beamten des Umweltministeriums f&uuml;rchten, dass die in den Konzernzentralen ausgeheckte Billigl&ouml;sung im Ernstfall zu Lasten der Opfer und Gesch&auml;digten eines Super-GAUs geht. In einer Ministervorlage f&uuml;r Trittin meldeten die Fachbeamten Anfang Mai weiteren &ldquo;Kl&auml;rungsbedarf&rdquo; an. <\/p>\n<p>Unklar sei zum Beispiel, was mit den anderen Meilern geschehe, wenn ein schwerer Unfall tats&auml;chlich passiere. Sie w&auml;ren dann schlagartig ohne entsprechenden Versicherungsschutz. Die Atommanager entgegneten, sie k&ouml;nnten im Fall dieses &ldquo;absolut unrealistischen Szenarios&rdquo; auch &ldquo;mehrfach f&uuml;reinander einstehen&rdquo;. <\/p>\n<p>Sauer auf das neue Deckungsmodell reagiert vor allem die Versicherungswirtschaft. Die in der Deutschen Kernreaktor-Versicherungsgemeinschaft (DKVG) in K&ouml;ln zusammengeschlossenen Assekuranzen hatten wegen der Verzehnfachung der Deckungsvorsorge lange auf ein h&uuml;bsches Zusatzgesch&auml;ft gehofft. <\/p>\n<p>Man sei keinesfalls bereit, erkl&auml;rten die Versicherungsvertreter ver&auml;rgert, Sch&auml;den aufzunehmen und zu regulieren, die &uuml;ber die bisherige Haftungssumme von 500 Millionen Mark hinausgingen, wenn nicht gleichzeitig &ldquo;die Versicherungssumme erheblich ausgeweitet&rdquo; werde. Mit anderen Worten: Nach einem schweren Unfall m&uuml;ssten die Atomstromer nicht nur Millionen Betroffene entsch&auml;digen, sondern auch selbst die aufwendige Schadensregulierung &uuml;bernehmen. <\/p>\n<p>&ldquo;Darauf&rdquo;, schimpft ein Experte aus der Versicherungsbranche, &ldquo;sind die Energieunternehmen &uuml;berhaupt nicht eingerichtet.&rdquo; Zwar wollen die AKW-Betreiber nun 220 Millionen f&uuml;r die Schadensregulierung gesondert ausweisen. Doch diese Summe halten die Versicherungen f&uuml;r viel zu gering. Das Chaos bei der Abwicklung der Sch&auml;den w&auml;re programmiert. <\/p>\n<p>In den Konzernzentralen belastet das niemand, weil dort ohnehin keiner an den ganz gro&szlig;en Unfall in einem deutschen Meiler glaubt. Die Politik m&ouml;chte das Problem am liebsten verdr&auml;ngen. Mit der Einladung des Bundeskanzlers an die Konzernherren zur Unterzeichnung der Konsensvereinbarung seien &ldquo;Fakten geschaffen&rdquo;, hei&szlig;t es im Kanzleramt. <\/p>\n<p>Die Haftungsfrage, best&auml;tigt auch Trittins Staatssekret&auml;r Rainer Baake, werde den Atomkonsens nicht verz&ouml;gern. Fraglich nur, ob die Regierungsfraktionen den Versicherungsrabatt im bevorstehenden Gesetzgebungsverfahren durchwinken. Baakes gr&ouml;&szlig;ter Wunsch: &ldquo;Nicht noch einmal lange dran rumdiskutieren.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wissen.spiegel.de\/wissen\/dokument\/54\/17\/dokument.html?titel=Peanuts+f%C3%BCr+den+Ernstfall&amp;id=19337145&amp;top=SPIEGEL&amp;suchbegriff=atomkraftwerker&amp;quellen=&amp;vl=0\">SPIEGEL<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Zu guter letzt:<\/strong>\n<p>Heute ist der 13. August. Vor 47 Jahren wurde von Ulbricht in Berlin die Mauer errichtet.<br>\nDiesen Hinweis vor allem deshalb, damit uns die BILD-Zeitung nicht vorhalten kann, wir, die NachDenkSeiten, h&auml;tten selbst an diesem Tag mit unserer Kritik nicht eingehalten, ohne des Mauerbaus gedacht zu haben.<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<\/p>\n<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen<\/p>\n<ul>\n<li>Reformen in Holland: Auf der anderen Seite ist das Gras immer gr&uuml;ner<\/li>\n<li>Neues Taktgef&uuml;hl bei der Arbeit<\/li>\n<li>Schwarzarbeit als Notwehr gegen den Staat?<\/li>\n<li>Enteignung von Fr&uuml;hrentnern<\/li>\n<li>10.000 Euro sind den &Auml;rzten nicht genug<\/li>\n<li>1758 Euro f&uuml;r einen Job<\/li>\n<li>Atomm&uuml;ll nach Celle<\/li>\n<li>Heuschrecken erfinden sich neu<\/li>\n<li>Machenschaften um die IKB<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3397\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-3397","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3397","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3397"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3397\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3397"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3397"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3397"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}