{"id":3400,"date":"2008-08-14T08:49:32","date_gmt":"2008-08-14T06:49:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3400"},"modified":"2015-11-15T15:29:35","modified_gmt":"2015-11-15T14:29:35","slug":"am-falschen-ende-gespart-5500-euro-pro-studierendem-im-jahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3400","title":{"rendered":"Am falschen Ende gespart &#8211; 5.500 Euro pro Studierendem im Jahr"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Betrag entspricht nach <a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/16\/099\/1609912.pdf%20\">Angaben der Bundesregierung [PDF &ndash; 84 KB]<\/a> in etwa den &bdquo;j&auml;hrlichen Ausgaben pro Studierenden f&uuml;r eigentliche Bildungsdienstleistungen&ldquo; in der Bundesrepublik Deutschland. Der Durchschnittsbetrag f&uuml;r die &bdquo;eigentlichen Bildungsdienstleistungen&ldquo; in H&ouml;he von 5.500 Euro ist die Berechnungsgrundlage f&uuml;r den Hochschulpakt, mit dem der erwartete, demografisch bedingte &bdquo;Studentenberg&ldquo; bew&auml;ltigt werden soll. Aus dieser Annahme l&auml;sst sich auch ablesen, in welchen F&auml;chern eine Ausweitung der Studienplatzkapazit&auml;ten angestrebt wird, n&auml;mlich bei den &bdquo;billigen&ldquo; Buchwissenschaften, wie BWL oder Jura, nicht jedoch bei den teuren Ingenieurwissenschaften oder gar in der Medizin. Wolfgang Lieb<br>\n<!--more--><br>\nMit dem Hochschulpakt sollen f&uuml;r die von der <a href=\"http:\/\/www.kmk.org\/statist\/hochschulprognose.htm\">Kultusministerkonferenz<\/a> bis 2012 prognostizierte Zunahme der Zahl der Studierenden um je nach &Uuml;bergangsquote zwischen 400.000 bis 600.000 zus&auml;tzliche Studienkapazit&auml;ten geschaffen werden.<br>\nDie Bundesregierung stellt f&uuml;r die Jahre 2007 bis 2010 565,7 Mio. Euro f&uuml;r den Hochschulpakt 2020 bereit. Die L&auml;nder sollen, je nach der Schaffung zus&auml;tzlicher Kapazit&auml;ten diesen Betrag verdoppeln.<br>\nRund 1,3 Milliarden wollen also Bund und L&auml;nder &uuml;ber vier Jahre einsetzen um bei Zunahme der Studierenden um gesch&auml;tzte 20 bis 30 Prozent wenigstens den unbefriedigenden Status Quo zu halten.<br>\nMan muss, um diese &bdquo;Investition in das Humankapital&ldquo; einmal beurteilen zu k&ouml;nnen, diese Zahl nur einmal mit Steuererleichterungen f&uuml;r das Sachkapital im Rahmen der letzten Steuerreform vergleichen. Mit der am 1.1.2008 in Kraft getretenen letzten Unternehmenssteuerreform wurde den Unternehmen eine Bruttoentlastung von 28 bis 30 Milliarden und eine Nettoentlastung von j&auml;hrlich mindestens 5 Milliarden und eher deutlich mehr zugestanden.<br>\nOder nehmen wir eine andere Vergleichszahl: Eine Verm&ouml;genssteuer auf private Verm&ouml;gen in H&ouml;he von 1% bei einem Freibetrag von 500.000 Euro unter der Annahme dass Immobilien- und Grundverm&ouml;gen zu 80% ihres Marktwertes angesetzt w&uuml;rden br&auml;chte 14 Milliarden Euro.<br>\nSo sehen also die Priorit&auml;ten in der von Merkel ausgerufenen &bdquo;Bildungsrepublik&ldquo; aus.<\/p><p>Die &ouml;ffentlichen Durchschnittskosten pro Studienplatz lagen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahre 2003 bei 7.170 Euro pro Jahr. Wenn also im Hochschulpakt nur 5.500 Euro pro Studienplatz angenommen werden, f&uuml;hrt dies konsequenterweise dazu, dass die Kapazit&auml;ten vor allem in den sog. &bdquo;billigen&ldquo; F&auml;chern, also Betriebswirtschaftslehre oder Jura ausgebaut werden d&uuml;rften. Ein BWL-Studieplatz kostet 1.990 Euro pro Jahr, ein Studienplatz in der Medizin jedoch 28.000 Euro pro Jahr. Auch die Ingenieur- oder Naturwissenschaften liegen weit &uuml;ber dem im Hochschulpakt angenommen Betrag. <\/p><p>Da sowohl die L&auml;nder, vor allem aber die Hochschulen aus betriebswirtschaftlichen Kalk&uuml;len einen m&ouml;glichst hohen Nutzen aus dem Hochschulpakt mit einem m&ouml;glichst geringen Aufwand erzielen m&ouml;chten, dann f&uuml;hrt das zu einem Kapazit&auml;tsausbau vor allem bei kosteng&uuml;nstigeren F&auml;chern, aber gerade nicht in solchen F&auml;chern, in denen schon heute ein hoher Bedarf besteht und wo es eine Knappheit an Absolventen gibt.<\/p><p><strong>Fazit:<\/strong> In Deutschland wird am falschen Ende gespart.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Betrag entspricht nach <a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/16\/099\/1609912.pdf%20\">Angaben der Bundesregierung [PDF &ndash; 84 KB]<\/a> in etwa den &bdquo;j&auml;hrlichen Ausgaben pro Studierenden f&uuml;r eigentliche Bildungsdienstleistungen&ldquo; in der Bundesrepublik Deutschland. 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