{"id":34001,"date":"2016-06-28T13:30:59","date_gmt":"2016-06-28T11:30:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34001"},"modified":"2016-06-28T16:09:10","modified_gmt":"2016-06-28T14:09:10","slug":"in-grossbritannien-wird-gegen-den-labour-vorsitzenden-geputscht-und-die-deutschen-medien-schweigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34001","title":{"rendered":"In Gro\u00dfbritannien wird gegen den Labour-Vorsitzenden geputscht &#8230; und die deutschen Medien schweigen"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right;margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160628_corbyn.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Stellen Sie sich einmal vor, dass es in der Spitze einer bedeutenden europ&auml;ischen Partei zu einem offenen Putsch kommt und die deutschen Medien dieses Thema nahezu komplett verschweigen. Das gibt&acute;s nicht? Doch. Seit Sonntag befindet sich die F&uuml;hrungsspitze der britischen Labour-Partei im offenen Krieg. Eine Gruppe von Abgeordneten des rechten Parteifl&uuml;gels hat sich zusammengetan, um den zum linken Fl&uuml;gel geh&ouml;renden Parteivorsitzenden Jeremy Corbyn zu st&uuml;rzen. Mittlerweile ist fast das komplette Schattenkabinett Corbyns <a href=\"http:\/\/www.theguardian.com\/politics\/2016\/jun\/26\/labour-shadow-cabinet-resignations-jeremy-corbyn-who-has-gone\">zur&uuml;ckgetreten<\/a> oder von ihm entlassen worden. Der Putsch der alten Seilschaften aus dem Blair-Lager ist im vollen Gange. <strong>Christian Wohlland<\/strong> hat f&uuml;r uns einen <a href=\"http:\/\/www.versobooks.com\/blogs\/2728-they-want-their-party-back\">Beitrag<\/a> des britischen Politologen <strong>Richard Seymour<\/strong> zusammengefasst, der das Informationsvakuum der deutschen Medien zumindest zum Teil beseitigen kann. Am Ende des Textes finden Sie eine Anmerkung von <strong>Jens Berger<\/strong> zu den vermeintlichen Hintergr&uuml;nden des Putsches, auf die selbst in den britischen Medien kaum eingegangen wird.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Sie wollen ihre Partei zur&uuml;ck<\/strong><\/p><p>Richard Seymour, britischer Journalist und Autor, der bereits den Aufstieg Corbyns zum Labour-Vorsitzenden analysiert hatte, analysiert in einem <a href=\"http:\/\/www.versobooks.com\/blogs\/2728-they-want-their-party-back\">Artikel f&uuml;r den Verso Books Verlag<\/a> die treibenden Kr&auml;fte innerhalb der Labour Partei, die Corbyn in Folge des Brexit-Referendums als Parteivorsitzenden demontieren wollen. Sein Fazit lautet: Corbyn ist nicht Grund der Krise der Labour-Partei, sondern die Antwort darauf. Labour ist arg in Not, und zwar egal wer gerade Parteivorsitzender w&auml;re. <\/p><p>Bereits Wochen vor dem Brexit-Referendum h&auml;tten Mitglieder der Labour-Partei und Aktivisten ihm signalisiert, dass nach dem Referendum ein Coup gegen Corbyn anst&uuml;nde, egal wie das Referendum ausgehen w&uuml;rde.<\/p><p>Er habe dies als falsch abgetan, weil es ein idiotischer Zug w&auml;re. Warum, so seine Argumentation, solle der rechte Fl&uuml;gel der Labour-Partei nach dem &uuml;berw&auml;ltigenden Wahlerfolg Corbyns und inmitten der schweren Krise, in der sich die Tories befinden, diesen Schachzug machen? Weder h&auml;tten sie einen Kandidaten, noch erkennbare L&ouml;sungen, und sie erscheinen auch nicht w&auml;hlbarer als Corbyn, was auch schon vor neun Monaten, als Corbyn ins Amt kam, so war. Zynisch gesprochen w&auml;re doch das Beste, das sie tun k&ouml;nnten, Corbyn mehr von dem Strick zu geben, an dem er sich selbst erh&auml;ngen solle.<\/p><p>Aber wenige Tage nach dem Brexit-Referendum betreiben einige Labour-Parlamentsabgeordnete unter F&uuml;hrung von Mitgliedern des Schattenkabinetts den Sturz Corbyns. Hillary Benn hat mit dem R&uuml;cktritt von seinem Posten aus dem Schattenkabinett den Anfang gemacht, ein ums andere Mitglied des Schattenkabinetts sind seinem Schritt gefolgt, und Tom Watson h&auml;tte Corbyn den Gnadenschuss verpassen sollen, ist dann aber doch nicht so weit gegangen. Denn so zynisch der Coup ist, so schr&auml;g ist er auch, denn weder gibt es einen Vorschlag, wer Corbyn beerben solle, noch konkrete Kritik an seinen politischen Positionen. Abgesehen von unrealistischen Tr&auml;umereien gibt es keinen Plan. Viele der R&uuml;cktritte aus dem Schattenkabinett wirken verzweifelt mit ihrer Bitte an Corbyn, jetzt nur bitte &bdquo;das Richtige zu tun&ldquo;.<\/p><p><strong>Tats&auml;chlich n&auml;mlich hat Corbyn eine breite Unterst&uuml;tzung unter den Parteimitgliedern, und zw&ouml;lf Gewerkschaften haben sich zu seiner Verteidigung zusammengetan.<\/strong> Nur ein kleiner Teil der Parlamentsfraktion, die sich nie mit seinem Parteivorsitz anfreunden konnte, will den Umsturz. Um also erfolgreich zu sein, gibt es nur zwei M&ouml;glichkeiten: Eine Neuwahl zu verhindern oder daf&uuml;r zu sorgen, dass Corbyn bei einer Neuwahl nicht zur Wahl steht (wobei Corbyn nur 15% der Labour-Abgeordneten f&uuml;r eine Nominierung gewinnen m&uuml;sste). Beide Varianten sind ein derart offensichtlicher Affront gegen die parteiinterne Demokratie, dass es schwierig sei, sich vorzustellen, wie das zum Ziel f&uuml;hren soll. Es handle sich also klar um eine Taktik der verbrannten Erde, die die Chancen der Labour-Partei bei einer vorgezogenen Neuwahl dadurch schm&auml;lern soll, dass man eine erbitterte interne Schlacht f&uuml;hrt.<\/p><p>Es sei nicht das erste Mal, dass die Parteirechte alles tun, um ihre eigene Partei zu sabotieren. Einige, wie John Mann, hatten bereits versucht, die Wahl zum Vorsitzenden abzusagen, als erkennbar wurde, dass Corbyn gewinnen k&ouml;nnen w&uuml;rde. Andere, wie Blairs fr&uuml;herer Redenschreiber Peter Hyman, hatten offen von einer Abspaltung einer neuen sozialdemokratischen Partei gesprochen, wenn Corbyn gewinnen sollte. Darin kommt eine gewisse Panik zum Ausdruck, denn man beruft sich doch nicht auf ein Experiment, das in der Erinnerung der Partei eines ist, das den Konservativen drei Wahlsiege in Folge erm&ouml;glicht hatte. Der fr&uuml;here stellvertretende Vorsitzende John Prescott kritisiert diese Verbitterten, wie er sie nennt, dass sie das Ergebnis der Vorstandswahl nicht anerkennen wollten und stattdessen eine Kampagne zur Sabotage der Wahlchancen der Partei starten. Zum Beispiel h&auml;tten sich Parlamentsabgeordnete in informellen Gespr&auml;chen sogar gegen Sadiq Khan als B&uuml;rgermeisterkandidaten von London ausgesprochen &ndash; also gegen jemanden, der ganz sicher nicht zu Corbyns Parteifl&uuml;gel geh&ouml;rt &ndash; nur weil dessen Erfolg wom&ouml;glich Corbyns Position in der Partei gest&auml;rkt h&auml;tte. Nach au&szlig;en sorgen sie sich um die W&auml;hlbarkeit Corbyns, w&auml;hrend ihre wirkliche Sorge ist, dass er am Ende tats&auml;chlich gewinnen k&ouml;nnte.<\/p><p>Sofern sie &uuml;berhaupt eine Begr&uuml;ndung anf&uuml;hren, beklagen die Putschisten in den Nachrichtensendungen mit eher-bek&uuml;mmert-als-w&uuml;tend-Minen, dass Corbyn die Kampagne zum EU-Referendum schlecht gemanagt habe. Dabei hatte Alan Johnson gemeinsam mit Hillary Benn die mitleiderregende Kampagne gef&uuml;hrt, also mit eben jener Person aus dem Schattenkabinett, die jetzt den Coup gestartet hat. Trotz alledem wird behauptet, Corbyn habe die Remain-Kampagne sabotiert, indem er das angeblich obskure TTIP zum Thema gemacht und &bdquo;leise Kritik an der EU&ldquo; ge&auml;u&szlig;ert habe.<\/p><p>Es stimmt allerdings, dass Corbyn die Wahl zum Parteivorsitz unter anderem dank einer EU-kritischen Kampagne gef&uuml;hrt und gewonnen hatte. Und TTIP ist wohl kaum unbedeutend in seinen Auswirkungen auf die &ouml;ffentliche Daseinsvorsorge und die parlamentarische Demokratie. Und die Labour-Partei hat gerade erst katastrophale Erfahrungen gemacht bei einer gemeinsamen Kampagne zum Referendum mit den Konservativen, bei dem man keine Differenzen zwischen den Parteien herausstellen konnte. Das hatte Labour in Schottland dezimiert und lustigerweise auch die Position der Partei-Rechten geschw&auml;cht, was Corbyn erst den Weg ins Amt er&ouml;ffnete. H&auml;tte Corbyn denselben Fehler gemacht, er w&auml;re wohl in Nord- und Mittelengland f&uuml;r die Zerst&ouml;rung der Labour-Partei gegei&szlig;elt worden. Und doch war es so, dass zwei Drittel der Labour-W&auml;hler trotz Corbyns vieler Auftritte mit einer eher nuancierten Argumentation am Ende mit &sbquo;Remain&lsquo; gestimmt haben. Es ist deshalb mehr als tendenzi&ouml;s, zu behaupten, Corbyns Kurs sei verantwortlich f&uuml;r den Brexit.<\/p><p>Die blinde Wut der Labour-Rechten, ihr Wille, vors&auml;tzlich die eigenen Wahlchancen zu zerst&ouml;ren, ist nicht gerade eine klare Strategie. Adam Phillips sagt, man k&ouml;nne aus Wutanf&auml;llen herauslesen, welches Anspruchsdenken wir h&auml;tten. Wir erregen uns, wenn die Welt in der Realit&auml;t nicht unseren (im wesentlichen unbewussten) Anspr&uuml;chen entspricht. Was sagt uns also die Wut der Partei-Rechten und ihrer medialen Partner &uuml;ber ihre Anspr&uuml;che? Ihr Leugnen der Tatsache, dass die Unterst&uuml;tzung in der Partei f&uuml;r Corbyn sehr tief ist, ihr anscheinender Glaube, ein Recht darauf zu haben, vor den kritischen und manchmal harschen Worten der Aktivisten gesch&uuml;tzt zu werden, all das legt einen begierigen Besitzanspruch an die Partei nahe.<\/p><p>Und es w&auml;re ein Fehler, diese Annahme zu schnell zu verwerfen, denn sie fu&szlig;t auf einer gewissen Realit&auml;t: Einen Gro&szlig;teil ihrer Vergangenheit ist die Labour-Partei n&auml;mlich nicht von ihren Mitgliedern gef&uuml;hrt worden. Die &uuml;bliche Aufteilung war die, dass Gewerkschaftsf&uuml;hrer und f&uuml;hrende Kr&auml;fte der Partei-Rechten oder Partei-Mitte die Politik bestimmt haben, w&auml;hrend der linke Fl&uuml;gel daf&uuml;r zust&auml;ndig war, W&auml;hler zu mobilisieren. Lewis Minkin, Autor einer bekannten Studie &uuml;ber das parteiinterne Management von Labour, beschreibt, wie der Kern der innerparteilichen F&uuml;hrung mit der Zeit von den Gewerkschaftsf&uuml;hrern zu den Parlamentariern und der Kaste der professionellen Wahlkampfmanager gewandert ist, die ihnen zuarbeiten. Zu keinem Zeitpunkt sei die Parteimitgliedschaft etwas anderes gewesen als ein Objekt, das es zu managen und zu disziplinieren gegolten habe, ein Handwerk, das unter Blair und seinen Strategen zu einer Kunstform ausgebaut worden sei. Insofern ist die Macht der Mitglieder, eine F&uuml;hrung vom radikalen linken Fl&uuml;gel zu etablieren, eine immense Frustration f&uuml;r das traditionelle Management.<\/p><p>Aber was bei all dem Wahnsinn vergessen wird, was keiner der Verleumder zugeben will, ist, dass Corbyn nicht der Grund der Parteikrise ist, sondern die Antwort darauf. Labour ist arg in Not, und zwar egal, wer gerade Parteivorsitzender w&auml;re. Als Folge von New Labour ist die Mitgliederzahl auf das niedrigste Niveau seit 1918 gefallen, der Stimmanteil auf den tiefsten Stand seit 1983. Fr&uuml;here gewaltige Mehrheiten sind nivelliert, breite Streifen fr&uuml;heren Kernlands sind zu den Liberalen, zu SNP, Plaid Cymru und sogar zu den Gr&uuml;nen abgewandert. F&uuml;r diesen Prozess gibt es tiefe soziologische Ursachen, die mit der Dekomposition fr&uuml;her gro&szlig;er Bataillone organisierter Arbeitnehmer, mit langfristigen &Auml;nderungen von Besch&auml;ftigungsstrukturen und mit der Atomisierung des Alltagslebens zu tun haben.<\/p><p>Die Vorstellung, die Probleme der Partei einem einzelnen Parteif&uuml;hrer, einer bestimmten politischen Position oder einer einzelnen Kampagne anzulasten, ist absurd. Gleichwohl, wenn die streitlustigen Hinterb&auml;nkler nach einer Parteif&uuml;hrung oder einer Politik suchen wollen, die f&uuml;r einen dramatisch steilen Zusammenbruch der Basis steht, dann brauchen sie nur auf die &Auml;ra des New Labour zu schauen, zu deren Politik sie so gerne zur&uuml;ckkehren m&ouml;chten. Corbyns Ansatz ist doch genau der Versuch, das zu schaffen, was Miliband nicht gekonnt hat: Den Trend umzukehren, das Zugeh&ouml;rigkeitsgef&uuml;hl der Mitglieder und die Stammw&auml;hlerschaft wiederherzustellen, die Partei wieder in Gewerkschaften und sozialen Bewegungen zu verankern und die sterbende Sozialdemokratie vom Verm&auml;chtnis Blairs zu befreien.<\/p><p>Die Chancen f&uuml;r einen Erfolg Corbyns standen schon immer schlecht, nicht erst seit diese verbissene Kampagne, erst von den Hinterb&auml;nklern und jetzt auch von seinem Schattenkabinett, gegen ihn gefahren wird. Die Labour-Partei steckt in demselben Dilemma, in dem auch andere europ&auml;ische sozialdemokratische Parteien stecken. Die einzige charakteristische sozialdemokratische Politik, die je Erfolg gehabt hat, der &bdquo;Nachkriegs-Kompromiss&ldquo;, hing von zuvor nicht gekannten Wachstumsraten ab und von einer Wirtschaft, deren Gro&szlig;unternehmen zu Tarifverhandlungen und staatlicher Koordination bereit waren &ndash; Bedingungen, deren Wiederkehr eher unwahrscheinlich ist. Aus dieser Sicht betrachtet ist die Forderung an Corbyn, eine gedanklich stimmige Anti-Austerit&auml;ts-L&ouml;sung zu entwickeln, die in Wahlen erfolgversprechend und nach einem Wahlsieg umsetzbar ist, eine Mammutaufgabe. Die Alternative allerdings, den neoliberalen Rahmen zu akzeptieren und die eigenen Priorit&auml;ten nur innerhalb dessen Grenzen zu modulieren, hat man ja bereits ausreichend probiert, und sie hat in die aktuelle Katastrophe gef&uuml;hrt.<\/p><p>Was die Umst&uuml;rzler dadurch, dass sie Corbyn gar nicht erst den Versuch machen lassen, zum Ausdruck bringen, ist, dass die Idee einer landesweiten Arbeiterpartei, die die Facetten in aller Breite einschlie&szlig;t, wohl ausgedient hat. Es scheint immer unwahrscheinlicher, dass die Partei-Rechte bereit sein wird, sich in einer von links gef&uuml;hrten Partei zu arrangieren. Wenn das aber der Fall ist, w&auml;re der einzige ehrenvolle Ausweg die SDP-Option. Der einzige Grund, warum dieser Schritt noch nicht gegangen wird, ist, wie die fr&uuml;here SDP-Abgeordnete Polly Toynbee und der Blair nahestehende Journalist Jon Rentoul &uuml;bereinstimmend meinen, dass die Bedingungen f&uuml;r eine erfolgreiche Abspaltung noch nicht ausreichend sind. Die Partei-Rechten tun also das, was sie im Moment k&ouml;nnen. Ohne Inhalte, ohne Plan und ohne einen Kandidaten begeben sie sich auf einen Weg der Sabotage, der die Partei zugrunde richten wird. Sie hoffen, dass die Partei auf diese Weise gedem&uuml;tigt zu ihren traditionellen Eigent&uuml;mern zur&uuml;ckkehren wird. Mit anderen Worten: Sie wollen ihre Partei zur&uuml;ck, koste es, was es wolle.<\/p><p><em>Anmerkung Jens Berger: Gestern &ndash; also nach Erscheinen des Artikels von Seymour &ndash; wurde aus Kreisen des F&uuml;hrungszirkels von Labour bekannt, dass die Hauptverantwortlichen des Putschversuchs, Hilary Benn, unter Tony Blair einst Minister f&uuml;r internationale Entwicklung, und Angela Eagle, die unter Gordon Brown zur Staatssekret&auml;rin des Schatzamtes berufen wurde, schon seit neun Monaten ihre R&auml;nke schmieden und dabei immer wieder gezielt Interna an die Murdoch-Presse haben durchsickern lassen. Insidern zufolge gab es seit Dezember 2015 bereits mehrfach Putschversuche, die jedoch allesamt auch und vor allem am Unverm&ouml;gen der Putschisten scheiterten. Das Brexit-Referendum war in diesem Zusammenhang offenbar nur Mittel zum Zweck. Den Insidern zufolge geht es den Putschisten vor allem darum, Corbyn vor dem 6. Juli von der Parteispitze zu entfernen. Dann wird n&auml;mlich voraussichtlich der &bdquo;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Iraq_Inquiry\">Chilcot-Report<\/a>&ldquo; ver&ouml;ffentlicht, der m&ouml;gliche Verbrechen der Regierung Blair w&auml;hrend des Irak-Kriegs untersucht. Corbyn hatte bereits angek&uuml;ndigt, dass Corbyn eine Klage gegen Blair und dessen Gehilfen einreichen will, wenn der Report &ndash; wovon auszugehen ist &ndash; Belege liefert, dass die britische Regierung Kriegsverbrechen begangen, in Auftrag gegeben oder toleriert hat. Der Putsch stellt &ndash; diesen Aussagen zufolge &ndash; somit auch einen &bdquo;Pr&auml;ventivschlag&ldquo; gegen Corbyn dar und ist auch darauf ausgerichtet, Kriegsverbrechen der Blair-Regierung zu vertuschen. <\/em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg03.met.vgwort.de\/na\/cce86eafacba46919857754e23b8ea51\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right;margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160628_corbyn.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Stellen Sie sich einmal vor, dass es in der Spitze einer bedeutenden europ&auml;ischen Partei zu einem offenen Putsch kommt und die deutschen Medien dieses Thema nahezu komplett verschweigen. Das gibt&acute;s nicht? Doch. Seit Sonntag befindet sich die F&uuml;hrungsspitze der britischen Labour-Partei im offenen Krieg. 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