{"id":3403,"date":"2008-08-15T09:06:08","date_gmt":"2008-08-15T07:06:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3403"},"modified":"2015-11-15T15:25:12","modified_gmt":"2015-11-15T14:25:12","slug":"wirtschaft-schrumpft-gegenueber-dem-ersten-quartal-2008-um-05-prozent","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3403","title":{"rendered":"Wirtschaft schrumpft gegen\u00fcber dem ersten Quartal 2008 um 0,5 Prozent"},"content":{"rendered":"<p>Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2008 zum ersten Mal seit knapp vier Jahren wieder geschrumpft: Um 0,5% war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) &ndash; preis-, saison- und kalenderbereinigt &ndash; niedriger als im ersten Quartal 2008. In den ersten drei Monaten des Jahres war das BIP, das den Wert der im Inland erwirtschafteten Leistung misst, um 1,3% gestiegen. Einen R&uuml;ckgang verzeichnete die deutsche Wirt&shy;schaft zuletzt im dritten Quartal 2004 (&ndash; 0,2%). Auch die Wirtschaftsleistung der gesamten europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion ging im zweiten Quartal zur&uuml;ck. Sie sank laut <a href=\"http:\/\/epp.eurostat.ec.europa.eu\/pls\/portal\/docs\/PAGE\/PGP_PRD_CAT_PREREL\/PGE_CAT_PREREL_YEAR_2008\/PGE_CAT_PREREL_YEAR_2008_MONTH_08\/2-14082008-DE-AP.PDF%20\">Eurostat [PDF &ndash; 140 KB]<\/a> um 0,2 Prozent gegen&uuml;ber dem Vorquartal.<\/p><p>Wie das <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2008\/08\/PD08__290__811,templateId=renderPrint.psml\">Statistische Bundesamt (Destatis)<\/a> weiter mitteilt, waren f&uuml;r die Wirtschaftsentwicklung im zweiten Quartal r&uuml;ckl&auml;ufige Konsumausgaben der privaten Haushalte und geringere Anlageinvestitionen kennzeichnend. Insbesondere die Bauinvestitionen waren deutlich niedriger als im ersten Vierteljahr. Positive Impulse kamen vom Au&szlig;enhandel, was aber vor allem auf einen signifikanten R&uuml;ckgang der Importe zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist. Anmerkungen von Wolfgang Lieb.<br>\n<!--more--><\/p><p>&ldquo;Insgesamt sieht es gut aus f&uuml;r die deutsche Wirtschaft&rdquo;, sagte ein Statistiker laut BILD. &bdquo;Trotz des R&uuml;ckgangs im zweiten Quartal ist der Aufschwung noch intakt&ldquo;, sagte der Konjunkturchef des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW), Christian Dreger WELT ONLINE. Thomas Straubhaar, ein liberaler &Ouml;konom aus Hamburg versucht in Focus Online zu beruhigen: &bdquo;Wir erleben jetzt nach besonders guten Jahren einmal ein schlechteres Jahr, aber das ist noch keine Rezession. Das ist die R&uuml;ckkehr zur Normalit&auml;t.&ldquo; <\/p><p>In dieser Tonlage reden die Optimisten unter den &bdquo;Experten&ldquo; und sie bilden noch die Mehrheit.<\/p><p>Es gibt inzwischen aber auch warnende Stimmen:<\/p><p>Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, d&auml;mpft die Hoffnung, dass die schlechten Zahlen nur ein kurzes Intermezzo sein k&ouml;nnten: &bdquo;Ich erwarte, dass wir im dritten Quartal in die Rezession rutschen.&ldquo; &Auml;hnlich pessimistisch zeigt sich Peter Bofinger, Mitglied im Sachverst&auml;ndigenrat der Bundesregierung. Auch er ist &uuml;berzeugt: Der Aufschwung ist vorbei. 2009 werde es kein Wachstum geben. (Focus Online)<\/p><p>Die Bundesregierung h&uuml;llt sich bisher in Schweigen und l&auml;sst erkl&auml;ren, dass sie nach wie vor f&uuml;r 2008 ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent nach 2,5 Prozent im Vorjahr sieht. <\/p><p>Die Regierung tut so als w&auml;ren Konjunkturschwankungen wie Wasserstandsmeldungen, deren &Auml;nderungen eben vom Wetter abhingen und die man eben schicksalhaft hinnehmen m&uuml;sse.<\/p><p>Dazu siehe noch einmal: <a href=\"?p=3402\">&bdquo;Der t&ouml;richte deutsche Widerstand&ldquo;<\/a> <\/p><p>Und der Europ&auml;ische Zentralbank f&auml;llt in dieser Situation mal wieder nichts Sinnvolleres eine als bei r&uuml;ckl&auml;ufige Konsumausgaben vor <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,572165,00.html\">h&ouml;heren L&ouml;hnen zu warnen<\/a>.<\/p><p>Um blo&szlig; einem Wechsel in der Wirtschaftspolitik oder gar einem Konjunkturprogramm vorzubeugen, holen die &bdquo;Struktur&ldquo;-Reformer wieder ihre alte Rezeptur aus dem Medizinschrank und verlangen eine Erh&ouml;hung der &bdquo;Reform&ldquo;-Dosis:<\/p><p>Der Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Deutschen Industrie (BDI), Werner Schnappauf, bezeichnete den R&uuml;ckgang im zweiten Quartal als ein &bdquo;Alarmsignal f&uuml;r die Wirtschaftspolitik.&ldquo; Sie solle jetzt eine langfristig angelegte Strategie durchsetzen um so das Wachstumspotenzial zu st&auml;rken. <\/p><p>Diese Strategie ist ja hinl&auml;nglich bekannt: Steuern runter, Sozialabgaben runter, Entstaatlichen und Privatisierungen, Deregulieren. Und vor allem: &bdquo;<em>Deutschland braucht kein konjunkturelles Strohfeuer, das nach kurzem Auflodern nur einen Haufen Asche hinterl&auml;sst<\/em>.&ldquo; <\/p><p>Auch der Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Martin Wansleben, sprach sich f&uuml;r &bdquo;strukturelle Ma&szlig;nahmen&ldquo; etwa in der Energie- und Steuerpolitik aus. Er fordert von der Regierung eine Erbschaftssteuerreform, die zu Investitionen ermutige. <\/p><p>Aha, also mit der Senkung oder besser gleich der Abschaffung der Erbschaftssteuerreform kommt also die Konjunktur wieder in Gang! Daran l&auml;sst sich einmal mehr die Taktik der Wirtschaftsverb&auml;nde ablesen. Man nutzt eine schlechte Stimmung oder schlechte Wirtschaftsdaten um seine ganz handfesten Verm&ouml;gens- oder Kapitalinteressen besser durchsetzen zu k&ouml;nnen. Und die deutsche Politik f&auml;llt auf diesen Trick seit Jahren herein.<\/p><p>&bdquo;Anderswo diskutieren Experten angesichts konjunktureller Absturzrisiken derzeit eher dar&uuml;ber, wie man Konjunkturhilfen am besten gestaltet &ndash; und weniger, ob man so etwas &ldquo;grunds&auml;tzlich&rdquo; eigentlich gut finden soll. Ein zweifelhafter deutscher Anachronismus, der im Abschwung eine Menge Jobs zu kosten droht&ldquo;, schreibt Thomas Fricke in der <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/leitartikel\/399871.html?mode=print\">FTD<\/a> und widerlegt Punkt f&uuml;r Punkt die anachronistischen Einw&auml;nde der Gegner eines Konjunkturprogramms.<\/p><p>Das Beispiel Spanien: <\/p><p><strong>Spanien pumpt Milliarden in die Wirtschaft<\/strong><br>\nDie spanische Wirtschaft lahmt &ndash; und die Regierung schreitet zur Tat: Sie wird ein milliardenschweres Hilfspaket auflegen. Der spanische Ministerpr&auml;sident Zapatero hat daf&uuml;r eigens seinen Urlaub abgebrochen.<\/p><p>Die Regierung will in den Jahren 2009 und 2010 insgesamt 20 Milliarden Euro f&uuml;r den sozialen Wohnungsbau und die Unterst&uuml;tzung kleiner und mittlerer Unternehmen ausgeben. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums ist dies das <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,572178,00.html\">umfangreichste Konjunkturprogramm in der Europ&auml;ischen Union<\/a>.<\/p><p><em>Siehe auch:<\/em><\/p><p> <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_em_cms\/_globals\/print.php?em_ssc=MSwwLDEsMCwxLDAsMSww&amp;em_cnt=1501020&amp;em_loc=31&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/&amp;em_ivw=fr_wirstart\">Erstmals schrumpft ganz Euroland<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2008 zum ersten Mal seit knapp vier Jahren wieder geschrumpft: Um 0,5% war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) &ndash; preis-, saison- und kalenderbereinigt &ndash; niedriger als im ersten Quartal 2008. In den ersten drei Monaten des Jahres war das BIP, das den Wert der im Inland erwirtschafteten Leistung misst, um<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3403\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[133,30],"tags":[290,537,519,1021,499,405,1591],"class_list":["post-3403","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wichtige-wirtschaftsdaten","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-binnennachfrage","tag-bofinger-peter","tag-diw","tag-eurostat","tag-handelsbilanz","tag-statistisches-bundesamt","tag-straubhaar-thomas"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3403","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3403"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3403\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28721,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3403\/revisions\/28721"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3403"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3403"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3403"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}