{"id":34166,"date":"2016-07-12T08:29:05","date_gmt":"2016-07-12T06:29:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34166"},"modified":"2016-07-12T08:29:05","modified_gmt":"2016-07-12T06:29:05","slug":"hinweise-des-tages-2664","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34166","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34166#h01\">Steuerzahler arbeiten ab Dienstag f&uuml;r sich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34166#h02\">Die Schw&auml;che der deutschen Gewerkschaften und die Schw&auml;che des Euro<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34166#h03\">Machtkampf bei Labour: Abgeordnete Eagle fordert Parteichef Corbyn heraus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34166#h04\">Brexit &ndash; &ldquo;Kein Aufstand gegen die EU, sondern gegen Westminster&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34166#h05\">Brexit und Italien-Krise: Euro-Gruppen-Chef schlie&szlig;t neue Bankenrettung aus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34166#h06\">Der Bremsklotz f&uuml;r den Abenomics-Turbo<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34166#h07\">Die gesetzliche Rente ist viel besser als ihr Ruf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34166#h08\">Lufthansas next Topmodel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34166#h09\">Greenpeace: TTIP zerst&ouml;rt Energiewende<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34166#h10\">NATO-Gipfeltreffen in Warschau: Das 360-Grad-B&uuml;ndnis geht in die Offensive<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34166#h11\">Tony Blair und George W. Bush sollten angeklagt werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34166#h12\">Dauer-Hartz-IV-Bezieher: Falschmeldung der BILD-Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34166#h13\">Wir sind nicht eure Kuscheltiere<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34166#h14\">Geschenke sind nicht umsonst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34166#h15\">Das Letzte &ndash; Wagenknecht torpediert Rot-Rot-Gr&uuml;n<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Steuerzahler arbeiten ab Dienstag f&uuml;r sich<\/strong><br>\nRein rechnerisch haben die deutschen Steuerzahler bisher nur f&uuml;r den Staat und die Sozialkassen gearbeitet. Erst ab Dienstag landet das Einkommen der Arbeitnehmer in ihrem Portemonnaie. Das hat der Bund der Steuerzahler ausgerechnet. M&uuml;ssten die Arbeitnehmer und Betriebe in Deutschland zuerst die gesamten Steuern und Sozialabgaben eines Jahres bezahlen, h&auml;tten sie bisher nur f&uuml;r die Staatskasse gearbeitet &ndash; und erst ab Dienstagnachmittag 14.44 Uhr w&uuml;rden ihre Einkommen und Einnahmen in ihrem eigenen Portemonnaie landen. Das erkl&auml;rte der Steuerzahlerbund am Montag in Berlin und ernannte den Dienstag deshalb zum &ldquo;Steuerzahlergedenktag&rdquo;. Damit haben Arbeitnehmer und Betriebe in diesem Jahr l&auml;nger in die Staatskassen eingezahlt als in den Vorjahren. Zwischen 2012 und 2014 fiel der &ldquo;Steuerzahlergedenktag&rdquo; jeweils auf den 8. Juli. Die &ldquo;volkswirtschaftliche Einkommensbelastungsquote&rdquo; werde im Jahr 2016 bei voraussichtlich 52,9 Prozent liegen, erkl&auml;rte der Steuerzahlerbund weiter. Von jedem verdienten Euro blieben also nur 47,1 Cent &uuml;brig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.haz.de\/Nachrichten\/Wirtschaft\/Deutschland-Welt\/Steuerzahlerbund-Steuerzahler-arbeiten-ab-Dienstag-fuers-eigene-Portemonnaie\">Hannoversche Allgemeine<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers E.V.:<\/strong> Es ist schlimm, dass es eine solche vor Dummheit strotzende Meldung in die Presse schafft! Damit soll den B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern auf propagandistische Weise deutlich gemacht werden, dass der &ldquo;b&ouml;se&rdquo; Vater Staat ihnen ungef&auml;hr die H&auml;lfte des sauer verdienten Lohnes abkn&ouml;pft, sie also ein halbes f&uuml;r den &ldquo;b&ouml;sen Staat&rdquo; und nur ein halbes Jahr f&uuml;r sich selber arbeiten.<\/em><\/p>\n<p><em>Das ist in jeglicher Hinsicht verf&auml;lschend und irref&uuml;hrend! Denn:<\/em><\/p>\n<ol>\n<li><em>sind die gezahlten Steuern ja nicht einfach weg, sondern sie kommen den B&uuml;rgern in Form von Schulen, Stra&szlig;en, Umweltschutz, Polizei und Justiz usw. wieder zugute.<\/em><\/li>\n<li><em>In den ca. 50 Prozent Abz&uuml;gen sind auch die Zahlungen in die gesetzlichen Renten-, Pflege-, Arbeitslosen- und Krankenkassen enthalten. Das hei&szlig;t, dieses Geld flie&szlig;t gar nicht in die Staatskasse, wie vom dubiosen Steuerzahlerbund behauptet. Denn diese Kassen sind selbstverwaltet oder quasi privatwirtschaftlich organisiert und auch dies Geld ist nicht weg, wie jeder, der schon mal krank gewesen ist, bezeugen kann. Wenn nun der so genannte Steuerzahlerbund die gesetzlichen Sozialversicherungen abschaffen will, dann k&ouml;nnen sich nur noch Reiche einen Arzt oder gar eine Krankenhausbehandlung leisten!<\/em><\/li>\n<li><em>Es gibt ihn gar nicht, den vom Steuerzahlerbund vorgef&uuml;hrten deutschen Steuerzahler, denn u.a. durch die Steuerprogression und das Ehegattensplitting ist die prozentuale Steuerbelastung der Arbeitnehmer sehr unterschiedlich und es gibt auch Steuerzahler, wie z.B. die Beamten, die gar nicht in die gesetzlichen Sozialversicherungssysteme einzahlen.<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p><em>Fazit: Billige Stimmungsmache mit verf&auml;lschenden Behauptungen! H&auml;tte der Steuerzahlerbund wirklich ein Interesse daran, die Steuerbelastung der Arbeitnehmer zu senken, k&ouml;nnte er ja mal eine gerechte Besteuerung der Unternehmen, der Erben, des Verm&ouml;gens oder der internationalen Gro&szlig;konzerne, die z.B. in Luxemburg z.T. nur 0,003 Prozent Steuern zahlen, fordern. Mit diesen zus&auml;tzlichen Einnahmen k&ouml;nnte man die Steuerlast der Arbeitnehmer erheblich senken und zugleich noch in die Infrastruktur f&uuml;r die Zukunft investieren!<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Zu erg&auml;nzen w&auml;re, dass der Name &bdquo;Bund der Steuerzahler&ldquo; ein unversch&auml;mter Euphemismus ist, da dieser neoliberale Lobbyverein, mitnichten die Interessen der B&uuml;rger im Fokus hat. Statements wie: &bdquo;Gegen ausufernde Staatsverschuldung hilft nur eins. Die Ausgaben der &ouml;ffentlichen Hand m&uuml;ssen sinken.&ldquo;  oder &bdquo;Der Staat sollte sich auf wichtige Aufgaben beschr&auml;nken, z. B. auf die Wahrung der &auml;u&szlig;eren und inneren Sicherheit, Bildung, ein ausgewogenes Ma&szlig; an sozialem Ausgleich und den Schutz nat&uuml;rlicher Lebensgrundlagen.&ldquo;, machen deutlich wo der Verein einzuordnen ist.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu sind auch entsprechende Beitr&auml;ge auf den NachDenkSeiten erschienen.<\/em><\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23363\">Wie der Bund der Steuerzahler die &Ouml;ffentlichkeit t&auml;uscht<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=8073\">Wessen Interessen vertritt der Bund der Steuerzahler?<\/a><\/em><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Die Schw&auml;che der deutschen Gewerkschaften und die Schw&auml;che des Euro<\/strong><br>\nGewerkschaftsnahe &Ouml;konomen beklagen sich &uuml;ber unsere Kritik an zu niedrigen Lohnabschl&uuml;ssen. Sie verweisen auf die Machtverh&auml;ltnisse, die nichts anderes zulassen. Wenn das so ist, fragt man sich, warum die Gewerkschaften in der &Ouml;ffentlichkeit so verhalten agieren. Gustav Horn hat k&uuml;rzlich (hier) die Gewerkschaften gegen meinen Vorwurf (hier) verteidigt, sich in der Tarifpolitik zu sehr zur&uuml;ckzuhalten. Er argumentiert, dass dann, wenn die Gewerkschaften k&ouml;nnten wie sie wollten, l&auml;ngst alles gut w&auml;re, weil sie so hohe L&ouml;hne durchsetzen w&uuml;rden, dass die Deflation in Europa verschw&auml;nde und die deutsche Wettbewerbsf&auml;higkeit erheblich verringert w&uuml;rde. Die Machtverh&auml;ltnisse am Arbeitsmarkt, so Horn, verhinderten allerdings bessere Abschl&uuml;sse. Diese Machtverh&auml;ltnisse k&ouml;nne man aber nicht den Gewerkschaften vorwerfen. Er schlie&szlig;t:\n<blockquote><p>\n&bdquo;Die &bdquo;Schuld&ldquo; am unbefriedigenden Ergebnis allein den Gewerkschaften aufzub&uuml;rden, ist also eine sehr asymmetrische Betrachtungsweise.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich dachte mir, dass ich mal einen Moment warte, bevor ich ihm antworte, weil die Gewerkschaften alle paar Wochen selbst den besten Beweis daf&uuml;r liefern, dass seine Behauptung einfach nicht stimmt. Jetzt ist es schon so weit. Der oberste deutsche Gewerkschaftler, DGB-Chef Reiner Hoffmann, wurde in Reaktion auf den Brexit von Spiegel-Online (hier) gebeten, aufzuschreiben, wie sich die EU reformieren sollte. Er hat darauf mit einem Gastbeitrag geantwortet und gezeigt, dass es eben nicht nur die Ohnmacht der Gewerkschaften ist, die verhindert, dass das Richtige geschieht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/2016\/07\/die-schwaeche-der-deutschen-gewerkschaften-und-die-schwaeche-des-euro\/\">Makroskop<\/a><\/p>\n<p><strong>Dazu: Europa zerbricht<\/strong><br>\n&bdquo;Die Peripherisierung eines ganzen europ&auml;ischen Staates ruft dauerhaften politischen Widerstand hervor. Man kann Griechenland nicht aufgeben wie ein Schweizer Bergdorf, dazu m&uuml;ssten politische Rahmenbedingungen vollst&auml;ndig umgestaltet werden. Das umgekehrte Problem haben schlie&szlig;lich die konkurrenzf&auml;higen Staaten des Zentrums: Sie m&uuml;ssten Transfers zustimmen, die die Randexistenz ertr&auml;glich machen.&ldquo; Eine gemeinsame W&auml;hrung erfordert letztlich &bdquo;ein gemeinsames sozio&ouml;konomisches Regime, einen gemeinsamen Staat&ldquo;, der das Steuer- und Sozialsystem kontrolliert. An dieser Stelle r&uuml;ckt das deutsche Problem ins Zentrum. Deutschland ist der Hauptnutznie&szlig;er des Euro. Die deutsche Wettbewerbsf&auml;higkeit durch die Globalisierung wurde verbessert und durch die ungleiche Lohn- und Produktivit&auml;tsentwicklung noch verst&auml;rkt: &bdquo;Der s&uuml;dliche Teil der Eurozone, inklusive Frankreich, verlor schon 2007 den Anschluss an das deutsche Zentrum.&ldquo; Von 2003 bis 2007 stieg der deutsche Leistungsbilanz&uuml;berschuss, vor allem durch die Exporterl&ouml;se, auf 7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), nach der Krise (2014) waren es wieder 7,6 Prozent des BIP oder 220 Milliarden Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/das-blaettchen.de\/2016\/07\/europa-zerbricht-36581.html\">Das Bl&auml;ttchen<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Machtkampf bei Labour: Abgeordnete Eagle fordert Parteichef Corbyn heraus<\/strong><br>\nKaum scheinen die britischen Tories befriedet, k&uuml;ndigt sich ein Machtkampf bei Labour an. Die Abgeordnete Angela Eagle m&ouml;chte die Partei f&uuml;hren.<br>\nDie britischen Parteien sind nach dem Brexit-Votum in Aufruhr. Bei den Konservativen scheint sich die Suche nach einem neuen Vorsitzenden gekl&auml;rt. Theresa May hat sich gegen ihre Rivalen durchgesetzt, sodass sie wohl bald an der Spitze der Tories stehen wird. Auch bei der sozialdemokratischen Labour-Partei k&ouml;nnte es einen Wechsel in der F&uuml;hrung geben. Die Abgeordnete Angela Eagle forderte am Montag offiziell Jeremy Corbyn, 67, heraus. Damit steht wieder eine Urwahl der Parteibasis bevor.<br>\nEagle, 55, z&auml;hlte zu Corbyns Schattenkabinett, bevor eine parteiinterne Revolte gegen ihn losbrach. Nach dem Votum f&uuml;r den EU-Austritt des Landes beim Referendum am 23. Juni ist der Parteichef unter Druck geraten. Corbyn habe nur halbherzig f&uuml;r den Verbleib in der EU gek&auml;mpft, so Eagle. &ldquo;Er ist kein schlechter Mann. Aber er ist kein politischer F&uuml;hrer&rdquo;, lautet ihr Urteil.<br>\nCorbyn erkl&auml;rte, er sei entt&auml;uscht von Eagle &ndash; werde aber zu einer Urwahl antreten. Erst k&uuml;rzlich hatten die Labour-Abgeordneten ein Misstrauensvotum gegen ihren Chef mit breiter Mehrheit verabschiedet &ndash; dennoch weigert sich Corbyn bislang zu gehen. Er verweist darauf, dass die Parteibasis ihn erst im September 2015 mit breiter Mehrheit an die Spitze gew&auml;hlt habe.<br>\nW&auml;hrend Corbyn in der w&ouml;chentlichen Fragestunde im Parlament rednerisch bislang wenig &uuml;berzeugen konnte, erwies sich Eagle in ihren Wortgefechten mit Finanzminister George Osborne als &ldquo;pointiert und witzig&rdquo;, wie der konservative &ldquo;Daily Telegraph&rdquo; befand. Eagle wurde am 17. Februar 1961 im englischen Bridlington geboren und trat schon mit 17 Jahren in die Labour-Partei ein. Sie geh&ouml;rt zum linken Parteifl&uuml;gel und hielt zu den fr&uuml;heren Parteichefs Tony Blair und Gordon Brown Distanz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/grossbritannien-angela-eagle-will-labour-chefin-nach-corbyn-werden-a-1102442.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Die politische Ausrichtung des SPIEGEL ist ja bekannt: neoliberal bis zum Erbrechen. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Angela_Eagle#Politik\">Wikipedia schreibt &uuml;ber Eagle<\/a>: &ldquo;Im Juni 2007 wurde sie von Gordon Brown als Staatssekret&auml;rin des Schatzamtes (Exchequer Secretary to the Treasury) in die Regierung berufen. Im Jahr 2003 unterst&uuml;tzte Eagle den Kurs der Labour-Regierung unter Tony Blair und stimmte f&uuml;r die britische Beteiligung am Irakkrieg. Untersuchungen der US-gef&uuml;hrten Invasion lehnte sie immer wieder ab. Sie unterst&uuml;tzt die Einf&uuml;hrung von Studiengeb&uuml;hren, die Vorratsdatenspeicherung sowie das britische Atomwaffen-Programm Trident. 2015 geh&ouml;rte sie zu den Labour-Abgeordneten, die nicht gegen die Sozialk&uuml;rzungen der konservativen Regierung stimmten.&rdquo; (In der <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Angela_Eagle#Parliamentary_career\">englischsprachigen Wikipedia<\/a> kommt noch klarer zum Ausdruck, da&szlig; sie zum rechten, neoliberalen Rand von Labour geh&ouml;rt. Daran gemessen, ist die Beschreibung von Angela Eagle durch den SPIEGEL, sagen wir mal, &ldquo;interessant&rdquo;: &ldquo;Sie geh&ouml;rt zum linken Parteifl&uuml;gel und hielt zu den fr&uuml;heren Parteichefs Tony Blair und Gordon Brown Distanz.&rdquo; L&uuml;genpresse? Hier tritt also in Wahrheit eine exponierte Vertreterin des Rechtsau&szlig;en-Fl&uuml;gels von Labour gegen Corbyn an; eine Entscheidung f&uuml;r Eagle w&auml;re tats&auml;chlich eine Grundsatzentscheidung zugunsten des Blair-Fl&uuml;gels.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Was daran so erb&auml;rmlich ist, dass die herrschenden Eliten immer wieder Verr&auml;ter finden, die mithelfen jeden politischen und sozialen Fortschritt zu verhindern. Der SPD fehlt ein Jeremy Corbyn, daf&uuml;r hat sie einen Sigmar Gabriel, welcher der deutschen Oligarchie jeden Wunsch von den Lippen abliest.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Paul Schreyer:<\/strong> Erg&auml;nzend zum Kommentar von J.A.: Die Formulierung im Spiegel-Artikel &ldquo;Eagle geh&ouml;rt zum linken Labour-Fl&uuml;gel und hielt zu den fr&uuml;heren Parteichefs Tony Blair und Gordon Brown Distanz&rdquo; findet sich wortw&ouml;rtlich auch in einem Text der <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/newsticker\/news1\/article156924683\/Abgeordnete-Eagle-macht-Corbyn-Chefposten-bei-Labour-Partei-streitig.html\">WELT<\/a> sowie bei weiteren Bl&auml;ttern. Offenbar entstammt der Satz einer <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/2000040764192\/LabourAngela-Eagle-will-Corbyn-stuerzen\">Agenturmeldung<\/a>. Um so interessanter, wie diese inhaltlich offenbar <a href=\"http:\/\/www.independent.co.uk\/news\/uk\/politics\/angela-eagle-policies-voting-record-iraq-welfare-cuts-vote-syria-trident-tuition-fees-snoop-marriage-a7111696.html\">falsche Einordnung<\/a> nun m&uuml;helos ihren Weg in mehrere gro&szlig;e Zeitungen findet.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Brexit &ndash; &ldquo;Kein Aufstand gegen die EU, sondern gegen Westminster&rdquo;<\/strong><br>\n&ldquo;Wenn drei Viertel der Gesellschaft glaubt, sie k&ouml;nne nicht mehr aufsteigen, dann ist das ein Drama&rdquo;: Die Vernachl&auml;ssigung gro&szlig;er Teile Gro&szlig;britanniens habe zu einer Bef&uuml;rwortung des Brexit gef&uuml;hrt, sagte der Publizist Thomas Kielinger im DLF. Dieses Votum sei kein Populismus, betonte Kielinger, sondern ein Schrei aus der Tiefe, der die politische Klasse wachr&uuml;tteln werde.<br>\nK&ouml;hler: Wir haben es uns kurz nach dem Brexit einfach gemacht und haben gesagt, na ja, die Armen, die Alten, die Ungebildeten, die haben den Ton angegeben, deshalb sind die rausgeflogen. Das sind die Entt&auml;uschten, das sind die sozialen Abstiegs&auml;ngste. Lassen Sie uns einen Blick doch mal darauf werfen, was da los ist. Haben wir es in England, in United Kingdom immer noch mit einem undurchl&auml;ssigen Klassensystem zu tun, das soziale Mobilit&auml;t verhindert?<br>\nKielinger: Ihre Frage trifft den Kern &uuml;brigens, und zwar will ich sie beantworten mit einer Studie, die vor einer Woche, gerade vor wenigen Tagen herauskam, wonach 76 der befragten Briten &auml;u&szlig;erten, sie halten ihre Aufstiegschancen f&uuml;r beendet. 76 Prozent sagten, die &ldquo;upward mobility&rdquo;, die Mobilit&auml;t in der Gesellschaft ist ans Ende gekommen. Jeder sitzt dort in seinem Mus, wo er sitzen kann und sich nicht mehr verbessern. Wenn drei Viertel der Gesellschaft glaubt, sie k&ouml;nnen nicht mehr hochklettern, dann ist hier ein Drama, ein S.O.S. ausgerufen, welches Ihnen sagt, dass in der Tat die Elite s&uuml;ndhafterweise &uuml;bersehen hat, was sich im Rest des Landes tut, welcher Abstieg, welcher Verlust an Lebensqualit&auml;t, und das kommt jetzt scharf zum Vorschein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/grossbritannien-und-der-brexit-kein-aufstand-gegen-die-eu.694.de.html?dram:article_id=359671\">Deutschlandradio<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Brexit und Italien-Krise: Euro-Gruppen-Chef schlie&szlig;t neue Bankenrettung aus<\/strong><br>\nBanker und Verm&ouml;gensverwalter rufen wieder nach dem Staat: Die Steuerzahler sollen die Banken rekapitalisieren, um eine neue Krise zu verhindern. Die Euro-Gruppe bleibt jedoch vorerst hart. Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem lehnt ein neues Bankenrettungsprogramm ab. &ldquo;Die Probleme m&uuml;ssen in den Banken geregelt werden&rdquo;, sagte der Niederl&auml;nder beim Treffen der Eurofinanzminister am Montag in Br&uuml;ssel. Die Einfachheit, mit der einige Banker mehr &ouml;ffentliche Gelder forderten, um ihre Probleme zu l&ouml;sen, sei problematisch. &ldquo;Das muss ein Ende haben.&rdquo;<br>\nDer Chef&ouml;konom der Deutschen Bank, David Folkerts-Landau, hatte am Wochenende gefordert, 150 Milliarden Euro in die Rekapitalisierung der europ&auml;ischen Banken zu stecken. Vorbild sind die USA: Sie hatten alle Gro&szlig;banken in der Finanzkrise von 2008 mit milliardenschweren Finanzspritzen versorgt, sie damit stabilisiert &ndash; und am Ende damit auch noch Geld verdient. Das Problem: Staatliche Hilfen f&uuml;r angeschlagene Banken d&uuml;rfen laut EU-Regeln erst flie&szlig;en, nachdem Aktion&auml;re und private Gl&auml;ubiger herangezogen wurden. Das wurde nach der Finanzkrise beschlossen. Folkerts-Landau will diese Regeln nun aufweichen: Notfalls m&uuml;sse f&uuml;r die Bankenrettung ein Bruch der neuen EU-Bankenrichtlinie akzeptiert werden, sagte er.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/brexit-debatte-um-staatshilfen-fuer-banken-flammt-wieder-auf-a-1102474.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Das entscheidende Wort scheint mir &ldquo;vorerst&rdquo; zu sein: vorerst ist eine Bankenrettung durch die Staaten ausgeschlossen. Sollte sich die Situation in den kommenden Wochen verschlechtern, dann wird aus einem &ldquo;vorerst&rdquo; wohl irgendwann ein &ldquo;vielleicht leider doch, wenn auch schwer vermittelbar&rdquo; und schlie&szlig;lich &ldquo;systemrelevant&rdquo; und &ldquo;alternativlos&rdquo;. Wenig sp&auml;ter werden die Folkerts-Landaus dieser Welt den Staaten die hohe Verschuldung und die viel zu hohen Sozialausgaben vorwerfen&hellip; f&uuml;r mich nicht nachvollziehbar, aber seit 2008 kommen die Neoliberalen mit dieser L&uuml;ge durch, die eine Bankenkrise in eine Staatsschuldenkrise verwandelt hat.<\/em><br>\n<em>Letztendlich sind aber in diesem Fall anscheinend die italienischen Banken nur teilweise selber schuld. Das Hauptproblem ist wohl die extrem schlechte wirtschaftliche Entwicklung vor allem in Italien, aber auch im Rest von Europa. In diesem rezessiven Umfeld haben die Banken kaum eine Chance, erfolgreich zu wirtschaften. M&ouml;glicherweise w&auml;re es tats&auml;chlich am besten, die Banken zwangsweise zu rekapitalisieren &ndash; aber wenn weiterhin die katastrophale Wirtschaftspolitik verfolgt wird, die Folkerts-Landau et al. fordern, dann ist das alles f&uuml;r die Katz.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Es ist unfassbar, die Kampagne l&auml;uft an wie geschmiert, der sogenannte Chef&ouml;konom der Deutschen Bank hat das Stichwort geliefert und die obersten Repr&auml;sentanten der Finanzindustrie sekundieren sofort. Die n&auml;chste Bankenrettung oder besser die Rettung der Verm&ouml;gen der Reichen und Superreichen auf Kosten der &uuml;berwiegenden Mehrheit der B&uuml;rger wird kommen, was die Br&uuml;sseler Eliten auch immer verlautbaren m&ouml;gen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. <\/em><br>\n<em>Blackrock alleine verwaltet ein Verm&ouml;gen von 4,5 Billionen (!) Dollar. Kein Politiker der Welt wird es wagen dagegen anzugehen. Schon gar nicht ein Jeroen Dijsselbloem, der als Finanzminister der Niederlande, Finanzminister einer der gr&ouml;&szlig;ten europ&auml;ischen Steueroasen ist.<\/em><br>\n<em>Was bei der ganzen Sache aber von den deutschen &bdquo;Qualit&auml;tsmedien&ldquo; wieder einmal v&ouml;llig ausgeblendet wird, ist eine der Ursachen der italienischen Krise. Seit 2008 ist Italiens Wirtschaftsleistung um zehn, die Industrieproduktion um 25 Prozent gesunken. Wesentliche Ursache ist das fortgesetzte deutsche Lohn- und Sozialdumping.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Der Bremsklotz f&uuml;r den Abenomics-Turbo<\/strong><br>\nAm Tag Eins nach seinem Triumph in den Oberhauswahlen k&uuml;ndigte Japans Ministerpr&auml;sident Shinzo Abe an, seinem Wahlversprechen treu zu bleiben. Die Wahlen h&auml;tten ihm den Auftrag gegeben, die &bdquo;Abenomics&ldquo; zu beschleunigen, sagte er am Montag im Hauptquartier seiner Liberaldemokratischen Partei (LDP). &bdquo;Wir werden umfassende und mutige Konjunkturstimuli umsetzen, um die heimische Nachfrage deutlich zu st&auml;rken.&ldquo;<br>\nBereits am Dienstag will er Nobuteru Ishihara, den Minister f&uuml;r Wirtschaft- und Haushaltsplanung, mit der Ausarbeitung eines Konjunkturprogramms in noch unbekannter H&ouml;he beauftragen. Es wird spekuliert, dass es &uuml;ber 88 Milliarden Euro gro&szlig; sein k&ouml;nnte. Unter anderem soll in den Schienenverkehr investiert werden, k&uuml;ndigte Abe am Montag an. Au&szlig;erdem wird gepr&uuml;ft, ob ein Teil des notwendigen Extrahaushalts erstmals seit vier Jahren mit Aufbaubonds finanziert werden wird.<br>\nTats&auml;chlich k&ouml;nnte das Votum der W&auml;hler kaum klarer sein. Die Koalition aus seiner Liberaldemokratischen Partei (LDP) und der Neuen Gerechtigkeitspartei eroberte nicht nur eine haushohe Mehrheit. Nur einen Sitz mehr, und Abes Partei h&auml;tte sogar erstmals seit 27 Jahren aus eigener Kraft eine absolute Mehrheit im Oberhaus gehabt. Mehr noch: Der Regierungschef hatte die Wahl f&uuml;r die eigentlich weniger wichtige obere Kammer des Parlaments zum Plebiszit dar&uuml;ber gemacht, ob er wie beabsichtigt neue Konjunkturprogramme auflegen und eine Mehrwertsteuererh&ouml;hung verschieben darf, die zur Haushaltssanierung geplant war.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/verfassungsaenderung-in-japan-der-bremsklotz-fuer-den-abenomics-turbo\/13859764.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> 88 Milliarden Euro f&uuml;r ein Konjunkturprogramm in Japan. 150 Milliarden in Europa zur Rettung der Banken und Verm&ouml;gen der Reichen und Superreichen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die gesetzliche Rente ist viel besser als ihr Ruf<\/strong><br>\nMan muss dem quirligen Herrn Bl&uuml;m schon mal in einem Punkt Recht geben: Die Rente ist insofern sicher, als aus der Rentenkasse jeden Monat stets zuverl&auml;ssig das Geld &uuml;berwiesen wird &ndash; ohne, dass irgendeiner sagen kann, vom n&auml;chsten Mal an gibt es zum Beispiel 50 Euro weniger. Die Rentenversicherung hat mehr als 125 Jahre &uuml;berlebt. Darunter zwei Weltkriege, eine Hyperinflation, die deutsche Einheit, die New-Economy-Blase und die Finanz- und Eurokrise. An den Aktienm&auml;rkten k&ouml;nnen sich Billionen Euro in Luft aufl&ouml;sen und Zertifikate der US-Pleitebank Lehman &uuml;ber Nacht wertlos werden, die Rente kommt trotzdem p&uuml;nktlich.<br>\nEs ist ein Gl&uuml;cksfall, dass die gesetzliche Alterssicherung nicht vom Auf und Ab der Aktienkurse und Zinsen abh&auml;ngt und niemand an ihr Geld verdient. Weder wenn der Beitrag eingezahlt, noch wenn die Rente ausgezahlt wird, kann irgendeine Bank, Versicherung oder Dr&uuml;ckerkolonne Provisionen f&uuml;r sich abzweigen. Es gibt keine Geb&uuml;hren, keine Werbung, die das Geld der Versicherten wegfrisst. Die Rentenversicherung mag wie eine angestaubte Beh&ouml;rde aus vergangenen Zeiten wirken, aber sie arbeitet effizient. Die Verwaltungskosten belaufen sich auf 1,4 Prozent ihrer Gesamtausgaben. Bei Riester-Vertr&auml;gen k&ouml;nnen sie um ein Vielfaches h&ouml;her sein. Da sind schnell nur f&uuml;r den Abschluss mehr als 3000 Euro weg. Einfach so.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/samstagsessay-alt-aber-gut-1.3069502\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Nun ja, wer wollte, konnte das schon seit langem auf den NachDenkSeiten lesen. Es ist trotzdem lobenswert, dies in der SZ, deren Wirtschaftsteil eigentlich streng neoliberal ausgerichtet ist, an prominenter Stelle zu finden.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Lufthansas next Topmodel<\/strong><br>\nDie Lufthansa sucht dringend Flugbegleiter. In ihrer Personalnot greift die Fluglinie auf ein beliebtes Fernsehformat zur&uuml;ck. Wie weit ist es eigentlich noch her mit dem einstigen Traumberuf? [&hellip;]<br>\nEs ist ein innovativer Versuch, mit dem die Lufthansa versucht, schnell und effizient den Personalengpass zu &uuml;berbr&uuml;cken, der sich diesen Sommer aufgetan hat. Klaus Jacobsen, studierter Psychologe, betreut die Kabinenbesatzung der Fluggesellschaft und entwarf das Konzept des Castings. Die urspr&uuml;ngliche Idee dahinter ist simpel: &bdquo;Wir wollten es den Bewerbern ein St&uuml;ck weit leichter machen, indem wir zu ihnen kommen.&ldquo; Die Konkurrenten Emirates und Turkish Airlines haben schon &auml;hnliche erfolgreiche Castings durchgef&uuml;hrt. Die Lufthansa, die aus Personalmangel in diesem Sommer auf Langstreckenfl&uuml;gen schon mit einem Flugbegleiter weniger in der Economy-Klasse fliegt, beschloss, das Konzept zu &uuml;bernehmen.<br>\nMit Erfolg: Nach zwei von vier geplanten Castings konnte die Fluggesellschaft immerhin 250 Bewerbern eine Zusage erteilen. Klaus Jacobsen hat dennoch einen n&uuml;chternen Blick auf die Dinge. &bdquo;Nat&uuml;rlich kostet so eine Veranstaltung auch.&ldquo; [&hellip;]<br>\nMichael Lamberty, Pressesprecher der Lufthansa, r&auml;umt au&szlig;erdem ein: &bdquo;Nat&uuml;rlich ist es auch ein anstrengender Beruf: Zu Zeit- und Klimaumstellungen kommen noch die unregelm&auml;&szlig;igen Arbeitszeiten hinzu. Wer damit nicht umgehen kann, hat ein Problem. Daf&uuml;r ist der Beruf aber auch ungeheuer flexibel, bei uns hat jeder Flugbegleiter ein Mitspracherecht an seinem Einsatzplan.&ldquo; Zumal die unregelm&auml;&szlig;igen Arbeitszeiten auch Hauptgrund f&uuml;r die immer noch gute Bezahlung sind. Die monatliche Einstiegsverg&uuml;tung von 1416 Euro wird erheblich durch die Schichtzulage verbessert, die zum Teil nicht versteuert werden muss. Damit kommt ein gerade angelernter Flugbegleiter auf ein monatliches Bruttogehalt von circa 2000 Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/beruf-chance\/arbeitswelt\/suche-nach-flugbegleitern-lufthansas-next-topmodel-14329613.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Sch&ouml;ne Satire, die pr&auml;zise darstellt, da&szlig; die Arbeitgeberseite immer nur &uuml;ber Kosten jammert. Da&szlig; die Lufthansa f&uuml;r diesen Stre&szlig;job mit unregelm&auml;&szlig;igen Arbeitszeiten, Schichten und Tagen fern von zu Hause tats&auml;chlich l&auml;cherliche 2.000 Euro brutto (Einstiegsgehalt) bietet, das eine &ldquo;immer noch gute Bezahlung&rdquo; nennt und glaubt, Bewerber zu finden: Schenkelklopfer! Und Eurowings zahlt 500 Euro weniger, also 1.500 Euro brutto, was ein Witz!!! &mdash; Nein, ist ja gar kein Witz. Die meinen das ernst, jammern &uuml;ber einen Personalmangel und zu wenige Bewerber&hellip; Unfa&szlig;bar. Was ist aus dem deutschen Arbeitsmarkt geworden, ein Sklavenmarkt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Greenpeace: TTIP zerst&ouml;rt Energiewende<\/strong><br>\nIn dieser Woche kommen die Vertreter aus der EU und den USA zur 14. Verhandlungsrunde &uuml;ber das Freihandelsabkommen TTIP in Br&uuml;ssel zusammen. Eigentlich wollten beide Seiten schon wesentliche Schritte weiter sein: In den USA wird im Herbst gew&auml;hlt, ob ein halbfertiger Verhandlungstext nach Pr&auml;sident Barack Obama &uuml;berhaupt Chancen hat, ist v&ouml;llig offen. Auch deshalb beschwor die EU-Handelskommissarin Cecilia Malmstr&ouml;m k&uuml;rzlich bei einem Auftritt in Washington ihre Zuh&ouml;rer beim Atlantic Council: &raquo;Wenn wir unser Ziel bis zum Jahresende erreichen wollen, m&uuml;ssen wir schneller arbeiten&laquo;.<br>\nF&uuml;r diese Runde hat die EU-Kommission ein erstes Verhandlungspapier zum Thema Energie vorgelegt. Die Umweltorganisation Greenpeace hat die Vorlage am Montag ver&ouml;ffentlicht und kritisierte bei einer Protestaktion in Berlin: &raquo;TTIP zerst&ouml;rt die Energiewende.&laquo; So setze die EU bei der Energieeffizienz lediglich auf Freiwilligkeit. Konkret hei&szlig;t es in der Vorlage, freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen erreiche &raquo;die politischen Ziele schneller und kosteng&uuml;nstiger als obligatorische Vorschriften&laquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1018310.greenpeace-ttip-zerstoert-energiewende.html\">Neues Deutschland<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>NATO-Gipfeltreffen in Warschau: Das 360-Grad-B&uuml;ndnis geht in die Offensive<\/strong><br>\nBemerkenswert sind auch die Bekenntnisse zur st&auml;rkeren NATO-EU-Zusammenarbeit, insbesondere bei der Fl&uuml;chtlingsbek&auml;mpfung. Mittendrin &ndash; oder besser: ganz vorne &ndash; ist bei all dem die Bundesregierung, die ganz offensichtlich mit ihrem erkl&auml;rten Anspruch, k&uuml;nftig als milit&auml;rische F&uuml;hrungsmacht handeln zu wollen, ernst macht.<br>\nWie sich die Zeiten doch &auml;ndern k&ouml;nnen &ndash; hie&szlig; es doch in der Abschlusserkl&auml;rung des NATO-Gipfels von Rom im Jahr 1990 noch: &bdquo;Die Mitgliedsl&auml;nder der Nordatlantischen Allianz schlagen den Mitgliedsstaaten des Warschauer Paktes eine gemeinsame Erkl&auml;rung vor, in der wir feierlich erkl&auml;ren, dass wir nicht l&auml;nger Feinde sind.&ldquo;[3] Nicht zuletzt die jahrzehntelange anti-russische Politik der NATO und die russischen Reaktionen darauf haben daf&uuml;r gesorgt, dass vom damaligen Geist nichts mehr &uuml;brig ist. So hei&szlig;t es heutzutage in der Gipfelerkl&auml;rung von Warschau: &bdquo;Russlands aggressive Handlungen, einschlie&szlig;lich provozierender milit&auml;rischer Aktivit&auml;ten an der Peripherie des NATO-Gebietes, und seine zur Schau gestellte Bereitschaft, politische Ziele durch die Drohung und Anwendung von Gewalt zu erreichen, sind die Ursache regionaler Instabilit&auml;t, fordern die Allianz fundamental heraus, haben die euro-atlantische Sicherheit besch&auml;digt und gef&auml;hrden unser langfristiges Ziel eines geeinten, freien und friedlichen Europa.&ldquo; (Absatz 5)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.imi-online.de\/2016\/07\/11\/nato-gipfel-warschau\/\">Informationsstelle Militarisierung<\/a>\n<p><strong>Dazu: Gorbatschow und Merkel<\/strong><br>\nZu den j&uuml;ngsten Beschl&uuml;ssen der Nato sagt Michail Gorbatschow: &bdquo;Sie sprechen nur &uuml;ber Verteidigung, aber im Grunde treffen sie Vorbereitungen f&uuml;r Angriffshandlungen&hellip; Von einem Kalten Krieg geht die Nato zu den Vorbereitungen f&uuml;r einen hei&szlig;en Krieg &uuml;ber.&ldquo;<br>\nGorbi, Gorbi, jubelten die Deutschen, als der sowjetische Staatspr&auml;sident Michail Gorbatschow die deutsche Einheit erm&ouml;glichte. Der Westen hatte versprochen &ndash; das wird heute geleugnet &ndash; die Nato nicht nach Osten auszudehnen. Gorbatschow sprach vom europ&auml;ischen Haus, in dem Russland seinen Platz haben sollte und bot an, die Nato durch ein kollektives Sicherheitssystem unter Einbeziehung der Sowjetunion (Russlands) zu ersetzen.<br>\nDie USA wollen die Welt beherrschen und sehen in einem Gegeneinander von Russland und Deutschland eine g&uuml;nstige Voraussetzung f&uuml;r ihre unangefochtene Vormachtstellung als einzige Weltmacht. Merkel &ndash; anders als Schr&ouml;der &ndash; gab diesem Druck nach und lie&szlig; zu, dass die aggressive US-Politik vieles von dem zerst&ouml;rte, was Willy Brandt und Michail Gorbatschow aufgebaut haben.<br>\nWir brauchen eine neue Au&szlig;enpolitik in Deutschland und Europa, die sich an der Friedenspolitik von Brandt und Gorbatschow orientiert und verhindert, dass sich der Kalte Krieg zu einem hei&szlig;en Krieg entwickelt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/?fref=nf\">Oskar Lafontaine via Facebook<\/a><\/p>\n<p><strong>Dazu auch: An der russischen Grenze<\/strong><br>\nMit erneuten Aufr&uuml;stungsbeschl&uuml;ssen ist am Samstag der NATO-Gipfel in Warschau zu Ende gegangen. Im Mittelpunkt standen dabei Ma&szlig;nahmen, die das westliche Kriegsb&uuml;ndnis gegen Russland in Stellung bringen sollen. So werden in Polen und den baltischen Staaten vier NATO-&ldquo;Battle Groups&rdquo; in Bataillonsst&auml;rke stationiert, von denen eine von Deutschland gef&uuml;hrt werden soll. Dar&uuml;ber hinaus unterst&uuml;tzt die NATO die Streitkr&auml;fte der Ukraine und verst&auml;rkt ihre Pr&auml;senz am Schwarzen Meer. Propagandistisch orientiert sich das westliche Kriegsb&uuml;ndnis weiterhin am Kalten Krieg und skizziert vorgebliche Bedrohungsszenarien, die damaligen Modellen nachempfunden sind. So hei&szlig;t es in Anklang an das &ldquo;Fulda Gap&rdquo; (&ldquo;L&uuml;cke von Fulda&rdquo;), es gebe heute eine &ldquo;L&uuml;cke von Suwa&#322;ki&rdquo; in Nordostpolen und S&uuml;dlitauen, in der mit einem Vorsto&szlig; russischer Truppen aus Belarus nach Kaliningrad zu rechnen sei; die NATO sei dagegen &ldquo;hilflos&rdquo;. Statistiken zeigen, dass die &ldquo;hilflose&rdquo; NATO rund dreizehnmal so viel Geld ins Milit&auml;r investiert wie Russland. W&auml;hrend die EU ihre Zusammenarbeit mit dem westlichen Kriegsb&uuml;ndnis st&auml;rkt, spitzen die USA den n&auml;chsten Gro&szlig;konflikt mit der Stationierung eines Raketenabwehrsystems in Asien zu &ndash; den drohenden Gro&szlig;konflikt mit China.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/59407\">German Foreign Policy<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Tony Blair und George W. Bush sollten angeklagt werden<\/strong><br>\nAm 23. M&auml;rz 2004 trug George W. Bush einen Smoking mit Fliege und war bester Laune. Er hatte ein paar lustige Bilder mitgebracht und ein paar Witze. Und die Journalisten, die zu der feinen Veranstaltung in Washington gekommen waren, lachten mit. &ldquo;Diese Massenvernichtungswaffen m&uuml;ssen doch irgendwo sein&rdquo;, sagte Bush mit diesem verr&uuml;ckten Grinsen, das er so gut beherrscht. Auf dem Bild, das Bush zeigte, war zu sehen, wie er unter seinen M&ouml;beln im Oval Office mutma&szlig;lich nach irakischem Giftgas sucht. &ldquo;Nope, hier sind keine Massenvernichtungswaffen&rdquo;, sagte Bush vor den anderen Fliegentr&auml;gern und kicherte in sich hinein und zeigte ein weiteres lustiges Bild und noch eins &ndash; zu dem Zeitpunkt waren schon weit mehr als 10.000 Iraker get&ouml;tet worden, Zivilisten, Soldaten, irakische, amerikanische, britische, in einem Krieg, den es nicht h&auml;tte geben d&uuml;rfen.<br>\nWas macht man mit solchen Leuten? Was macht man mit George W. Bush, f&uuml;r den das alles ein Witz war, was macht man mit den Kriegstreibern um ihn herum, Rumsfeld, Cheney, Wolfowitz, die den Krieg wollten, wohl schon weit vor 9\/11? Man sollte sie anklagen, fand zum Beispiel Sundus Shaker Saleh, alleinerziehende Mutter, die 2005 vor dem amerikanischen Angriff auf den Irak fliehen musste, so wie mindestens drei Millionen andere Iraker.<br>\nIhre Klage, die sie 2013 vor einem amerikanischen Gericht einreichte, st&uuml;tzt sich auf das, was in den N&uuml;rnberger Prozessen &uuml;ber Kriegsverbrechen festgelegt wurde: Nach internationalem Recht sind danach die Planung, Vorbereitung und Durchf&uuml;hrung eines Aggressionskriegs strafbar, nach heutiger Lage sind Bush und seine Kollegen damit Kriegsverbrecher.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/tony-blair-und-george-w-bush-sollten-angeklagt-werden-a-1102230.html\">Georg Diez auf Spiegel Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Dauer-Hartz-IV-Bezieher: Falschmeldung der BILD-Zeitung<\/strong><br>\nLaut BILD-Zeitung ist die Zahl der Dauer-Hartz-IV-Bezieher stark gesunken. Tats&auml;chlich beruht dieser R&uuml;ckgang aber auf einer Umstellung in der Statistik. Laut Bundesagentur f&uuml;r Arbeit hat sich die Zahl der Betroffenen um lediglich ein Prozent verringert.<br>\n&bdquo;Die Zahl der Dauer-Hartz-IV-Bezieher ist erstmals stark gesunken. Laut Bundesagentur f&uuml;r Arbeit lebten Ende 2015 insgesamt 2.572.134 Personen bereits l&auml;nger als 4 Jahre von der St&uuml;tze. Das waren 7,9% weniger als im Dezember 2014 (2,8 Mio.) und der niedrigste Stand seit Einf&uuml;hrung von Hartz IV.&ldquo; Das berichtete die BILD-Zeitung am gestrigen Sonntag. Und andere Medien schrieben flei&szlig;ig ab.<br>\nDoch die BILD hat hier unterschiedliche Personengruppen in der Hartz-IV-Statistik, n&auml;mlich Regelleistungsberechtigte im Dezember 2015 (2.572.134 Personen) und Leistungsberechtigte im Dezember 2014 (2.792.787 Personen) miteinander, und deshalb schlichtweg falsch, verglichen. Denn Regelleistungsberechtigte sind nur eine Teilgruppe der Leistungsberechtigten und daher nat&uuml;rlich insgesamt weniger Personen.<br>\nHintergrund der offensichtlichen Verwirrung in der BILD-Redaktion ist eine Revision in der Hartz-IV-Statistik (O-Ton berichtete). Seit April 2016 erfasst die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit Personengruppen in Hartz-IV-Hauhalten differenzierter. Daten vor der Revision und nach der Revision sind daher nicht mehr miteinander vergleichbar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.o-ton-arbeitsmarkt.de\/feature\/dauer-hartz-iv-bezieher-falschmeldung-der-bild-zeitung\">O-Ton Arbeitsmarkt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Abgeschrieben hat u. a. &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/hartz-iv-zahl-der-dauer-bezieher-ist-deutlich-gesunken-a-1102343.html\">Spiegel Online<\/a>&ldquo;. Das k&ouml;nnte als weiterer Beleg f&uuml;r den Niedergang dieses &ldquo;Qualit&auml;tsmediums&rdquo; betrachtet werden.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Wir sind nicht eure Kuscheltiere<\/strong><br>\nDas linksliberale Spektrum tut sich schwer mit kritischen Muslimen. Es erkl&auml;rt sich zum Besch&uuml;tzer konservativer Muslime und macht sie so zu Opfern.<br>\nMuslime und Menschen mit &bdquo;Migrationshintergrund&ldquo; genie&szlig;en bei linken, progressiven Zeitgenossen in Deutschland besondere Sympathie und Solidarit&auml;t. Sie wollen damit ein Zeichen setzen gegen Rassismus und Vorurteile. Ich selbst bin Araber, komme aus Israel und lebe hier seit 2004. Viele nette Menschen sind mir in meinen ersten Jahren in Deutschland im linksliberalen Spektrum begegnet.<br>\nSeit ich mich kritisch &uuml;ber bestimmte Religionsinhalte &auml;u&szlig;ere, mit denen ich gro&szlig;geworden bin, sind sie nicht mehr ganz so nett. Ihre Reaktionen sind nat&uuml;rlich nicht vergleichbar mit den Gegnern aus den &bdquo;eige&shy;nen Reihen&ldquo;, von denen ich Hasspost erhalte. Aber einen Araber wie mich m&ouml;gen manche Leute nicht mehr.<br>\nIch entspreche nicht dem Klischee dessen, der sich ausschlie&szlig;lich &uuml;ber rassistische Vorurteile beklagt &ndash; auch wenn ich das durchaus tue &ndash; , sondern ich begr&uuml;&szlig;e die Demokratie, in der ich hier lebe, und ich kritisiere offen und deutlich die konfessionelle Enge der muslimischen Communities hier im Land. Ich kritisiere muslimische Dachverb&auml;nde wie Ditib oder den Zentralrat der Muslime, die behaupten, im Namen meiner Religion zu sprechen und f&uuml;r alle Muslime in Deutschland, was schon allein statistisch nicht stimmt.<br>\nIch setze mich f&uuml;r innerreligi&ouml;se und gesellschaftliche Reformen ein und spreche &ouml;ffentlich dar&uuml;ber, dass vieles schiefl&auml;uft in den Familien, an den Schulen, in der Gesellschaft, im Umgang mit religi&ouml;sem Fundamentalismus und islamischem Radikalismus.<br>\nEin Netzwerk von deutschen Links&shy;liberalen und Gr&uuml;nen &bdquo;besch&uuml;tzt&ldquo; eine Mehrheit der Muslime in Deutschland vor der Minderheit ihrer muslimischen Kritiker. Was ist daran links, was progressiv, frage ich mich? Und: Seid ihr noch bei Trost? Oder sind wir eure Kuscheltiere geworden?<br>\nHumanistische Gesellschaftskritik und Aufkl&auml;rung haben eine gro&szlig;e Tradition im deutschsprachigen Raum. Aufkl&auml;rung hat immer &ndash; absolut immer &ndash; mit der Kritik an Herrschaft zu tun, und Herrschaft hat fast immer mit Herren zu tun, also mit M&auml;nnern, mit dem Patriarchat. Die gro&szlig;en monotheistischen Weltreligionen huldigen einem patriarchalen, strafenden Gott, einem der st&auml;rksten Machtfaktoren f&uuml;r ein hierarchisches, antidemokratisches Weltbild.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/taz.de\/Essay-Linke-und-Muslime\/!5317219\/\">Ahmad Mansour in der taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ein sehr interessanter Artikel, der sich kritisch mit der im linken Milieu weit verbreiteten Position auseinandersetzt, dass jemand nur, weil er Migrationshintergrund besitzt faktisch sakrosankt sein soll. Ahmad Mansour macht hier auf eine fatale Entwicklung innerhalb der Linke in Deutschland aufmerksam, diese ist in einem oft &uuml;berbordenden Kulturalismus partiell nicht mehr in der Lage Herrschaftskritik zu &uuml;ben oder gar die Fragen der Verteilungs- und sozialen Gerechtigkeit zu thematisieren, ganz zu schweigen von der Frage wie die politische Hegemonie des Neoliberalismus zu &uuml;berwinden w&auml;re. <\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: Junge Linke haben Bezug zur Unterschicht verloren<\/strong><br>\nWolfgang Merkel: In der Tat hat sich die Form des politischen Engagements junger linker Menschen deutlich ver&auml;ndert. Die Gro&szlig;organisationen, zu denen man sich gewisserma&szlig;en ein Leben lang zugeh&ouml;rig f&uuml;hlt, haben rasant an Bedeutung verloren. Parteien sind unter jungen Intellektuellen wirklich out, ein langfristiges Engagement w&uuml;nschen sich ohnehin nur die Wenigsten. Die Tendenz geht dagegen zur kurzfristigen und aktiven Beteiligung in zivilgesellschaftlichen Organisationen wie Amnesty International, Attac oder in Umweltinitiativen. Auch im Netz gibt es durchaus Formen einer digitalen Zivilgesellschaft, in der sich junge Linke bisweilen engagieren.<br>\nZEIT Campus ONLINE: Und inhaltlich?<br>\nMerkel: Auch da l&auml;sst sich eine ganz spannende Entwicklung beobachten &ndash; und die geht weg von der Verteilungspolitik. Die Frage danach, wie sich gesellschaftlicher Wohlstand gerecht verteilen l&auml;sst, war ja seit jeher der Wesenskern linker Politik. Und der ist unter jungen Linken heute fast g&auml;nzlich in den Hintergrund getreten. Stattdessen dominieren kulturelle und identit&auml;tspolitische Themen, &uuml;ber die sich junges Linkssein heute definiert. Das zentrale progressive Anliegen ist mittlerweile die unbedingte Gleichstellung von Minderheiten. Das k&ouml;nnen ethnische, religi&ouml;se oder sexuelle Minderheiten sein.<br>\nGerade im Fall der Religion hat dies jedoch hochproblematische Konsequenzen: Denn die junge Linke neigt dazu &ndash; entgegen einer aufkl&auml;rerischen oder marxistischen Tradition der Religionskritik &ndash; Religion unter Immunit&auml;tsschutz zu stellen und Kritik am Islam unmittelbar als &ldquo;rechts&rdquo; oder als &ldquo;Phobie&rdquo; zu brandmarken. Linke Religionskritik ger&auml;t dann in Vergessenheit, kritische Diskurse werden schlicht nicht mehr gef&uuml;hrt &ndash; und das ist ein gro&szlig;es Problem.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/campus\/2016-06\/politisches-engagement-junge-linke-studenten-parteizugehoerigkeit\/komplettansicht\">Zeit Online<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Geschenke sind nicht umsonst<\/strong><br>\nDie Stiftung des Softwaremilliard&auml;rs Bill Gates m&ouml;chte den Klimawandel bek&auml;mpfen und ist mit 41 Milliarden Dollar die gr&ouml;&szlig;te gemeinn&uuml;tzige Stiftung weltweit: Doch sie ist ins Gerede gekommen. Mit dem Schein und Sein gemeinn&uuml;tziger Stiftungen besch&auml;ftigt sich die Journalistin und Soziologin Linsey McGoey in ihrem Buch.<br>\nDie Autorin Linsey McGoey, Soziologin an der britischen Universit&auml;t Essex, berichtet: Allein in den USA existieren &uuml;ber 85.000 Stiftungen. Mehr als die H&auml;lfte von ihnen entstand erst in den vergangenen 15 Jahren. McGoey warnt vor den Folgen dieser &ldquo;Flut an Philanthropie&rdquo;: Milliard&auml;re wie Bill Gates h&auml;tten durch ihre Stiftungen so viel Macht in der globalen Gesundheitspolitik oder im Bildungswesen wie nie zuvor.<br>\nDie Autorin, die f&uuml;r die Weltgesundheitsorganisation WHO t&auml;tig war, leugnet nicht, dass die Gates-Stiftung Erfolge erzielt. Mehr als 15 Milliarden Dollar investierte die Gro&szlig;-Stiftung aus Seattle bislang weltweit in Gesundheitsprogramme. Damit half sie zum Beispiel, Menschen vor Malaria zu sch&uuml;tzen. Doch erzeuge die Gates-Stiftung politischen Druck, um eigene Themen und Projekte durchzusetzen. &ldquo;Wenn Regierungen nicht bereit sind, sich der Gates-Stiftung anzupassen, dann riskieren sie, als kaltschn&auml;uzig und gef&uuml;hllos zu erscheinen, als Akteur, der die Interessen der eigenen Bev&ouml;lkerung und das Wohlergehen anderer Nationen vernachl&auml;ssigt.&rdquo;<br>\nAuch im US-amerikanischen Bildungswesen hat die Gates-Stiftung gro&szlig;en Einfluss. So unterst&uuml;tzt sie die sogenannten Charter Schools, die zwar vom Staat finanziert werden, aber gro&szlig;e Freiheiten genie&szlig;en. Sie d&uuml;rfen ihre Lehrpl&auml;ne selbst gestalten, suchen sich ihre Lehrer aus und verf&uuml;gen &uuml;ber eigene Budgets. Sie sind allerdings umstritten, weil sie mitunter von privaten Managementfirmen geleitet werden, die stattliche Honorare kassieren, bezahlt vom Steuerzahler. Ob Charter Schools tats&auml;chlich besser sind als die &ouml;ffentlichen Schulen, ist unklar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/stiftungen-geschenke-sind-nicht-umsonst.1310.de.html?dram:article_id=359752\">Deutschlandradio<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Das Letzte &ndash; Wagenknecht torpediert Rot-Rot-Gr&uuml;n<\/strong><br>\nDie Fraktionschefin stellt mit Attacken auf die Nato die Regierungswilligkeit der Linken in Zweifel. Gr&uuml;ne und Sozialdemokraten verlangen ein Bekenntnis zum B&uuml;ndnis.<br>\nMit rhetorischen Attacken gegen die Nato sowie US-Pr&auml;sidentschaftskandidatin Hillary Clinton haben Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht und ihr Mann, Ex-Linken-Chef Oskar Lafontaine, neue Zweifel an der Regierungsf&auml;higkeit der Linkspartei geweckt. F&uuml;hrende Politiker von SPD und Gr&uuml;nen kritisierten die &Auml;u&szlig;erungen als inakzeptabel und stellten die Bereitschaft der Linken in Frage, nach der Bundestagswahl ein rot-rot-gr&uuml;nes Regierungsb&uuml;ndnis einzugehen. Die Differenzen in der Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik gelten in allen drei Parteien als wesentliches Hindernis einer gemeinsamen Koalition im Bund.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/2016-07\/regierungsbuendis-spd-linke-kritik-nato-sahra-wagenknecht\">Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> &ldquo;Wagenknecht torpediert Rot-Rot-Gr&uuml;n&rdquo;: Diese Schuldzuweisung und Propaganda durch die ZEIT ist unfassbar. &ldquo;Regierungsf&auml;higkeit&rdquo; ist also laut der ZEIT dann gegeben, wenn man bereit ist, in der Welt beliebig Krieg zu f&uuml;hren (auch Angriffskriege), Russland aktiv zu bedrohen, den gro&szlig;en Kapitalgesellschaften ohne Ende Steuergeschenke zuzuschanzen und den Sozialstaat und die deutsche Wirtschaft mit Monstrosit&auml;ten wie der &ldquo;Agenda 2010&rdquo; zu ruinieren. Diese Definition ist wirklich irrsinnig. (Oder hei&szlig;t das heute &ldquo;marktkonform demokratisch&rdquo;?)<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> &bdquo;F&uuml;hrende Politiker von SPD und Gr&uuml;nen kritisierten die &Auml;u&szlig;erungen als inakzeptabel und stellten die Bereitschaft der Linken in Frage, nach der Bundestagswahl ein rot-rot-gr&uuml;nes Regierungsb&uuml;ndnis einzugehen.&ldquo; Eine deutlichere Absage an Rot-Rot-Gr&uuml;n von Seite der SPD und der Gr&uuml;nen kann es doch eigentlich nicht geben.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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