{"id":34258,"date":"2016-07-18T11:44:03","date_gmt":"2016-07-18T09:44:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34258"},"modified":"2019-01-30T10:12:53","modified_gmt":"2019-01-30T09:12:53","slug":"es-ist-besser-stehend-zu-sterben-als-kniend-zu-leben-no-pasaran","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34258","title":{"rendered":"\u201eEs ist besser, stehend zu sterben, als kniend zu leben! No pasar\u00e1n!\u201c"},"content":{"rendered":"<div style=\"float:right;margin:0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160718_spanien.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Eine Collage zum Spanischen B&uuml;rgerkrieg, der heute vor 80 Jahren begann. Von <strong>G&ouml;tz Eisenberg<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34258#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>].<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Und dann, als wir um die Ecke in die Ramblas (die Hauptverkehrsader Barcelonas) einbogen, kam eine gewaltige &Uuml;berraschung: schlagartig breitete sich die Revolution vor unseren Augen aus. Es war &uuml;berw&auml;ltigend. Es war, als w&auml;ren wir auf einem Kontinent gelandet, der sich von allem unterschied, was ich bisher gesehen hatte.&ldquo;<br>\n(Franz Borkenau)\n<\/p><\/blockquote><p><!--more--><\/p><p><strong>La Pasionaria<\/strong><\/p><p>Die S&auml;tze des Titels stammen nicht, wie wahrscheinlich viele vermuten, von den <em>B&ouml;hsen Onkelz<\/em>, sondern von der spanischen Kommunistin Dolores Ibarruri, die besser bekannt ist unter dem Namen <em>La Pasionaria<\/em>. Sie fallen am Ende einer Rundfunkansprache, die sie am Abend des 18. Juli 1936 gehalten hat. Dort schleuderte sie den Faschisten einen Fehdeschrei entgegen: &bdquo;No pasar&aacute;n!&ldquo;, &bdquo;Sie werden nicht durchkommen!&ldquo;, der in ganz Spanien widerhallte und zum Schlachtruf der Linken im Spanischen B&uuml;rgerkrieg wurde, sp&auml;ter der lateinamerikanischen Guerilla. Als &bdquo;sie&ldquo;, die Faschisten, doch durchgekommen waren, konnte sich <em>La Pasionaria<\/em> nach Frankreich und sp&auml;ter in die UdSSR retten. Sie wurde Generalsekret&auml;rin und Vorsitzende der spanischen Exil-KP. Nach dem Tod des Diktators Franco kehrte Dolores Ibarruri 1977, mit &uuml;ber 80 Jahren, in ihre Heimat Asturien zur&uuml;ck. Im selben Jahr wurde sie als Abgeordnete ins Parlament gew&auml;hlt, dem sie als junge Frau schon einmal angeh&ouml;rt hatte. Sie starb 1989 im Alter von 93 Jahren. Den Untergang &bdquo;ihrer Welt&ldquo; des realen Sozialismus, erlebte sie nicht mehr. Man begegnet der Pasionaria auch in Hemingways Roman &uuml;ber den Spanischen B&uuml;rgerkrieg <em>Wem die Stunde schl&auml;gt<\/em>.<\/p><p><strong>&bdquo;Ein Urvieh mit Sensibilit&auml;t&ldquo;<\/strong><\/p><p>Ernest Hemingway hielt sich als Kriegsberichterstatter 1937\/38 mehrfach f&uuml;r l&auml;ngere Zeit in Spanien auf. Er begleitete zum Beispiel den niederl&auml;ndischen Filmemacher Joris Evens zu Dreharbeiten an verschiedene Frontabschnitte und steuerte den Text zu dessen Film <em>Spanish Earth<\/em> bei. Er war stolz darauf, mit einigen Offizieren der <em>Internationalen Brigaden<\/em> wie den deutschen Kommunisten Hans Kahle, Gustav Regler und Ludwig Renn Freundschaft geschlossen zu haben. Obwohl bei Hemingway anfangs Abenteuerlust &uuml;berwogen haben mag &ndash; B&uuml;rgerkrieg statt Gro&szlig;wildjagd -, identifizierte er sich im Laufe der Zeit mit der Sache des Freiheitskampfes und wurde vom Korrespondenten zum Mitk&auml;mpfer. Als Alfred Kantorowicz, Angeh&ouml;riger des Tschapajew-Bataillons und Redakteur der Zeitung der Internationalen Brigaden, ihm an der Front zum ersten Mal begegnete, notierte er: &bdquo;Ein Urvieh mit Sensibilit&auml;t.&ldquo; R&uuml;ckblickend auf seine Zeit an der Seite der <em>Internationalen Brigaden<\/em> schrieb Hemingway: &bdquo;&hellip; und ich darf f&uuml;r alle, die ich kannte, wie man sich &uuml;berhaupt kennen kann, sagen, dass die Kampfzeit, als wir dachten, dass die Republik den B&uuml;rgerkrieg gewinnen k&ouml;nnte, die gl&uuml;cklichste Periode unseres Lebens war ..&ldquo;<\/p><p>Hemingway logierte in Madrid im Hotel Florida, wo er an seinem Schauspiel <em>The Fifth Column<\/em> arbeitete und Whiskey trank. Da es im <em>Hotel Florida<\/em> noch im Herbst 1937 flie&szlig;endes warmes Wasser gab, wurde es zu einem Anziehungspunkt f&uuml;r alle Genossen, die ein paar Tage Fronturlaub und Lust hatten, endlich mal wieder ein Bad zu nehmen. Wenn Hemingway nicht gest&ouml;rt werden wollte, h&auml;ngte er ein Pappschild an die T&uuml;r, auf dem stand: &bdquo;Go straight through to the bathroom&ldquo;. Man ging also direkt ins Badezimmer und genoss den unerh&ouml;rten Luxus, sich im warmen Wasser abseifen zu k&ouml;nnen. Anschlie&szlig;end wurde man meist zu einem Glas Whisky eingeladen und Hemingway erkundigte sich nach Neuigkeiten von der Front. Als Alfred Kantorowicz zum dritten Mal bei Hemingway im <em>Hotel Florida<\/em> aufkreuzte und klopfte, hing kein Pappschild an der T&uuml;r. Stattdessen rief er: &bdquo;Come in!&ldquo;. Kantorowicz &ouml;ffnete die T&uuml;r, Hemingway lag wieder schreibend auf dem Bett, blickte auf, grinste sp&ouml;ttisch, als er ihn erkannte, und sagte: &bdquo;There is no bathroom anymore.&ldquo; Madrid lag unter best&auml;ndigem Artilleriefeuer, und in der Nacht zuvor hatte eine Granate kleineren Kalibers das Badezimmer weggerissen. An diesem Sp&auml;tnachmittag tranken sie mehrere Gl&auml;ser Whisky auf den Schrecken. Als Alfred Kantorowicz auf seiner Flucht vor den Nazis in den USA gelandet war, ist Hemingway ihm gro&szlig;z&uuml;gig beigesprungen. Nach der Befreiung vom Faschismus kehrte Kantorowicz nach Deutschland zur&uuml;ck und lebte in der DDR, dem vermeintlich besseren Teil des geteilten Landes. Er erhielt einen Lehrstuhl f&uuml;r <em>Neuere Deutsche Literatur<\/em> an der Humboldt-Universit&auml;t. Nach dem 17. Juni 1953 und dem Ungarn-Aufstand von 1956 geriet er immer mehr in Konflikt mit der Parteilinie und er fl&uuml;chtete nach Westberlin. Fr&uuml;here Spanienk&auml;mpfer und KPD-Mitglieder hatten in der Bundesrepublik keine Rentenanspr&uuml;che &ndash; im Unterschied zu Mitgliedern der <em>Legion Condor<\/em> und ehemaligen KZ-Schergen -, und Kantorowicz hatte um seine Rehabilitierung lange zu k&auml;mpfen. Zeitlebens weigerte sich <em>Kanto<\/em>, wie er von seinen Freunden genannt wurde, sich von der Linken und ihren Zielen loszusagen. Die einzige Hoffnung, die einer wie er hegen d&uuml;rfe, sei die, dass k&uuml;nftige Geschlechter sich dessen erinnern w&uuml;rden, was er und seine Mitk&auml;mpfer getan h&auml;tten, schrieb er in seinem <em>Spanischen Kriegstagebuch<\/em>.<\/p><p><strong>Der Putsch der Gener&auml;le<\/strong><\/p><p>1931 war Spanien zur Republik geworden, der K&ouml;nig zog sich ohne Gegenwehr ins Exil zur&uuml;ck. Alle noch so zaghaften Reform- und Modernisierungsbem&uuml;hungen der republikanischen Regierung stie&szlig;en in dem immer noch weitgehend agrarischen Land auf erbitterten Widerstand der Kr&auml;fte, die sich und ihre Privilegien bedroht sahen: Kirche, Armee, Gro&szlig;grundbesitzer und Anh&auml;nger der Bourbonen. Eine rechtsgerichtete Regierung nahm die Reformen ihrer progressiven Vorg&auml;ngerregierung prompt wieder zur&uuml;ck. Die Unzufriedenheit im Land wuchs stetig. Am 16. Februar 1936 fanden unter dieser rechtsgerichteten b&uuml;rgerlichen Regierung allgemeine Wahlen statt. Das spanische Volk w&auml;hlte in seiner Mehrheit demokratisch und links. Es sandte eine Zweidrittelmehrheit von liberalen, sozialistischen und kommunistischen Abgeordneten in die <em>Cortes<\/em>, das spanische Parlament. Die nun gebildete Volksfrontregierung versuchte zaghaft, einige der l&auml;ngst &uuml;berf&auml;lligen sozialen Reformen zu verwirklichen und das spanische Volk aus anachronistisch gewordenen, noch halbfeudalen Banden zu l&ouml;sen. Dagegen r&uuml;hrte sich von Anfang an Widerstand. Am 17. Juli 1936 war es dann so weit: Unter der F&uuml;hrung von General Francisco Franco, der sich schon 1934 bei der blutigen Niederwerfung des asturischen Bergarbeiterstreiks hervorgetan hatte, putschte eine Clique von  Offizieren gegen die rechtm&auml;&szlig;ige Regierung der <em>Frente popular<\/em>. Der Putsch begann in Spanisch-Marokko und griff am 18. Juli aufs Mutterland &uuml;ber. Deutsche Flugzeuge errichteten eine Luftbr&uuml;cke &uuml;ber die Stra&szlig;e von Gibraltar und flogen die marokkanischen Truppen nach Andalusien. Die Putschisten hatten angenommen, leichtes Spiel mit einer schwachen Regierung zu haben, stie&szlig;en aber auf den erbitterten Widerstand des Volkes selbst. In Madrid und in Barcelona hatten die Arbeiter die Kasernen erst&uuml;rmt und sich bewaffnet. Die Bauern holten ihre alten Gewehre vom Dachboden. Die Milizsoldaten exerzierten in St&auml;dten und D&ouml;rfern mangels Waffen mit St&ouml;cken. Unter ihnen gab es anfangs zahlreiche Frauen, die genauso kampfentschlossen waren wie die M&auml;nner. Und obwohl die Putschisten beinahe vom ersten Tag an von Italien und Deutschland mit Waffen und Soldaten unterst&uuml;tzt wurden, geriet ihr Vormarsch ins Stocken. Entscheidend f&uuml;r die milit&auml;rische Lage war das Schicksal Madrids und Barcelonas. Franco, der rasch den S&uuml;den erobert hatte und nach Norden vorgesto&szlig;en war, wurde auf der Stra&szlig;e Burgos-Madrid aufgehalten und konnte Madrid im ersten Anlauf nicht nehmen. Die Truppen der Volksfront hielten das Dreieck Madrid-Valencia-Barcelona in langen K&auml;mpfen. Im September 1936 entschloss sich die sowjetische Regierung, der bedrohten Republik mit Waffenlieferungen beizuspringen. Zudem hatte die Komintern mit der Rekrutierung von Freiwilligen aus dem Ausland begonnen, die die sogenannten <em>Internationalen Brigaden<\/em> bildeten, deren bekannteste die nach dem deutschen KP-Chef Ernst Th&auml;lmann benannte war. Im Laufe des Krieges bestanden die <em>Internationalen Brigaden<\/em> aus circa 40.000 Freiwilligen aus 53 L&auml;ndern, darunter auch 5.000 aus Deutschland. Im Sp&auml;therbst 1936 trafen auch die ersten Deutschen des als <em>Legion Condor<\/em> bekannt gewordenen Luftwaffenkorps in Spanien ein, die im Fr&uuml;hjahr 1937 die baskische Kleinstadt Guernica in Schutt und Asche legten. Als deutsche Besatzungssoldaten Jahre sp&auml;ter in Picassos Pariser Atelier eindrangen und eine Reproduktion von Guernica sahen, fragten sie ihn: &bdquo;Haben Sie das gemacht?&ldquo; Picassos Antwort: &bdquo;Nein, ihr.&ldquo; <\/p><p>Das alles zusammengenommen bewirkte, dass sich aus einem Milit&auml;rputsch ein B&uuml;rgerkrieg entwickelte, der sich &uuml;ber drei Jahre hinzog, beinahe einer Million Menschen das Leben kostete und Hunderttausende zur Flucht zwang. In manchen Teilen des Landes l&ouml;sten die putschenden Gener&auml;le, die als &bdquo;Kreuzritter gegen den Bolschewismus&ldquo; auftraten, die soziale Revolution, der sie zuvorkommen wollten, eigentlich erst aus. Wir werden von den Bem&uuml;hungen, Krieg und Revolution zu verbinden, noch h&ouml;ren. Verantwortlich f&uuml;r die Niederlage der spanischen Republikaner ist in erster Linie die Politik der Nicht-Einmischung der westlichen liberalen Demokratien. W&auml;hrend Italien und Deutschland sich zu keinem Zeitpunkt an das Nichteinmischungsprogramm hielten, das alle gemeinsam beschlossen hatten, und Franco offen mit Flugzeugen, Panzern und Soldaten unterst&uuml;tzten, hielten Franzosen und Engl&auml;nder sich strikt an die getroffene Vereinbarung. Ihr Motto: &bdquo;Nur Hitler nicht reizen!&ldquo; Das lief faktisch auf eine Unterst&uuml;tzung der Faschisten hinaus, die ohne diese Sch&uuml;tzenhilfe wahrscheinlich schnell besiegt worden w&auml;ren. So aber wurden die spanische Republik und das spanische Volk Opfer einer Appeasement-Politik, die den Konflikt mit Hitlerdeutschland vermeiden wollte und ihn auf diese Weise umso sicherer heraufbeschwor. Liberale und Linke auf der ganzen Welt hatten den Kampf der Spanier zu ihrer eigenen Sache gemacht, in der Hoffnung, den Siegeszug des Faschismus durch dessen Niederwerfung in Spanien stoppen zu k&ouml;nnen. &bdquo;Die Niederwerfung Francos h&auml;tte dem Faschismus in Europa einen t&ouml;dlichen Schlag versetzen und eine v&ouml;llige Wendung der ganzen Weltlage herbeif&uuml;hren k&ouml;nnen. Indem man das spanische Volk dem Verderben &uuml;berlie&szlig;, riss man den Damm nieder, der allein den Zweiten Weltkrieg verhindern konnte&ldquo;, res&uuml;miert der deutsche Anarchist Rudolf Rocker. <\/p><p>Barcelona, das furchtbare Bombardements zu &uuml;berstehen hatte, fiel am 26. Januar 1939, Madrid am 28. M&auml;rz 1939. In Windeseile erkannten Franzosen, Engl&auml;nger und Amerikaner das Franco-Regime als rechtm&auml;&szlig;ige Regierung an und fielen damit der republikanischen Regierung und allen auf ihrer Seite K&auml;mpfenden in den R&uuml;cken. Anfang April 1939 ging der Spanische B&uuml;rgerkrieg zu Ende, sechs Monate sp&auml;ter begann der Zweite Weltkrieg.  <\/p><p>Franco &uuml;berzog das Land mit einer Diktatur, die bis zu seinem sogenannten nat&uuml;rlichen Tode am 20. November 1975 dauerte. Die ersten Jahre seiner Regierung blieben ebenso blutig, wie er den B&uuml;rgerkrieg gef&uuml;hrt hatte. Gegen&uuml;ber seinen Gegnern kannte Franco kein Erbarmen. &bdquo;1939 waren eine halbe Million Menschen in Konzentrationslagern oder Gef&auml;ngnissen inhaftiert. 200.000 Menschen fielen der Repression der Nachkriegsjahre zum Opfer. Noch bis 1963 wurden Todesurteile wegen Delikten aus der Zeit des B&uuml;rgerkriegs vollstreckt&ldquo;, schreibt Julia Macher. Die Opfer wurden in anonymen Massengr&auml;bern verscharrt. Genaue Zahlen existieren bis heute nicht. Viele von denen, die sich nach S&uuml;dfrankreich gerettet hatten, wurden sp&auml;ter Opfer des deutschen Einmarsches und landeten in nationalsozialistischen KZs.<\/p><p>&bdquo;Nur &uuml;ber Madrid kommen wir nach Deutschland zur&uuml;ck&ldquo;, hatte Hans Beimler einer verbreiteten Hoffnung Ausdruck verliehen. F&uuml;r die, die auf einen anderen Ausgang des B&uuml;rgerkriegs gehofft hatten, brach nun eine Welt zusammen. Flucht, Exil und eine ungewisse Zukunft bestimmte das Leben vieler. Am 19. Mai 1939 hielt Franco eine gro&szlig;e Siegesparade in Madrid ab, am 22. Mai setzte Ernst Toller in einem Hotelzimmer in New York seinem Leben ein Ende. Er hatte sich mit viel Energie darum bem&uuml;ht, Hilfe f&uuml;r spanische Kinder zu organisieren. <\/p><p>Und Simone de Beauvoir fragte in Paris resigniert: &bdquo;Gab es denn keine Stelle mehr auf dieser Erde, an die die Hoffnung sich klammern konnte?&ldquo;<\/p><p><strong>Willy Brandt in Barcelona<\/strong><\/p><p>Augustin Souchy, ein deutscher Anarchist, hielt sich im Sommer 1936 in Barcelona auf, um an einem Treffen teilzunehmen, dass die spanischen Anarchosyndikalisten einberufen hatten, um zu beraten, wie man mit der wachsenden Kriegsgefahr umgehen solle. Dieses Meeting sollte am 18. Juli 1936 stattfinden, also just an dem Tag, an dem General Franco seinen Putsch von Spanisch Marokko aus ins Mutterland trug. Statt der Friedenskundgebung bereitete man nun den Widerstand gegen den Milit&auml;rputsch vor. Als Souchy sich einer bewaffneten Kampfgruppe anschlie&szlig;en wollte, winkte ein Genosse ab und sagte: &bdquo;Lass das nur sein, dein Wort ist auch eine Waffe, wirst bald andere Aufgaben haben.&ldquo; Souchy wurde, da er mehrere Sprachen beherrschte, so etwas wie der &Ouml;ffentlichkeitsreferent der Anarchisten. Er richtete sich ein B&uuml;ro ein und gab ein periodisch erscheinendes Bulletin heraus. Zu seinen Aufgaben geh&ouml;rte es auch, ausl&auml;ndische Journalisten und Delegationen von sozialistischen Parteien und Gewerkschaften zu empfangen. Zu seinen Besuchern geh&ouml;rten Ernst Toller, der im amerikanischen Exil Hilfsprojekte f&uuml;r die notleidende spanische Zivilbev&ouml;lkerung organisierte, Nehru, der sp&auml;tere indische Ministerpr&auml;sident, und George Orwell, der blieb, sich einer Miliz der linkskommunistischen POUM anschloss und an der Arag&oacute;n-Front k&auml;mpfte, bis ihn ein Schuss durch den Hals au&szlig;er Gefecht setzte. <\/p><p>Eines Tages tauchte ein junger Deutscher im B&uuml;ro von Souchy auf, der Mitglied der 1931 entstandenen linkssozialdemokratischen SAP war und nun im norwegischen Exil f&uuml;r die dortige Arbeiterpresse aus Spanien berichten sollte. Sein Name: Willy Brandt. Er referierte am 5. Juli 1937 vor der Parteileitung der SAP &uuml;ber &bdquo;Ein Jahr Krieg und Revolution in Spanien&ldquo;. Das Referat begann mit den S&auml;tzen: &bdquo;Ein Jahr lang schon tobt der revolution&auml;re Krieg in Spanien. Ein Jahr lang sind wir Zeugen dieses gr&ouml;&szlig;ten Ereignisses in der Geschichte der internationalen Arbeiterbewegung seit der gro&szlig;en russischen Revolution. Schon im Oktober 1934, als sich die asturischen Bergarbeiter erhoben und ihre Losung &sbquo;Sterben oder siegen&lsquo; in die Tat umsetzten, wussten wir, dass wir von Spanien Gro&szlig;es zu erwarten hatten. Nach den demoralisierenden Wirkungen der deutschen Niederlage (vor dem Nationalsozialismus, G. E.) war das damals ein Aufr&uuml;tteln. Widerstand entfaltete sich gegen die faschistische Reaktion, es zeigten sich Beweise f&uuml;r den Wiederanstieg der sozialistischen Kr&auml;fte.&ldquo; <\/p><p>Als Augustin Souchy Jahrzehnte sp&auml;ter h&ouml;rte, wie der zum Bundeskanzler avancierte Willy Brandt sich &uuml;ber die Mitglieder der Roten Armee Fraktion &auml;u&szlig;erte und in diesem Zusammenhang von &bdquo;kriminellen Anarchisten&ldquo; sprach, schrieb er ihm einen Brief, in dem es hei&szlig;t: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Lieber Willy Brandt!<\/p>\n<p>Deine Rundfunkrede &uuml;ber die Attentate der Baader-Meinhof-Gruppe hat mich entt&auml;uscht. Mit der Verurteilung des Terrorismus war und bin ich einverstanden, denn auch ich verabscheue sinnlose Gewalttaten, selbst wenn sie politisch motiviert werden. Entt&auml;uscht aber bin ich, dass leider auch du wildgewordene, sich zu einem konfusen Neomarxismus und Maoismus bekennende B&uuml;rgers&ouml;hne und B&uuml;rgert&ouml;chter als kriminelle Anarchisten bezeichnet hast.  &hellip; Bei einem b&uuml;rgerlichen Politiker w&auml;re eine solche rhetorische Floskel entschuldbar, bei einem Willy Brandt aber, der aus der SAP kommt und die Geschichte der Arbeiterbewegung kennt, ist sie unglaubw&uuml;rdig. <\/p>\n<p>Darf ich Dich an unser Gespr&auml;ch im Hause des syndikalistischen Gewerkschaftsbundes CNT zu Barcelona w&auml;hrend des Spanischen B&uuml;rgerkrieges erinnern? &hellip; Damals hast Du, wie alle Sozialisten und freiheitsliebenden Menschen der ganzen Welt, den spanischen Anarchisten Lob gespendet, die als erste den Kampf gegen den Putschgeneral Francisco Franco &ndash; und damit auch indirekt gegen die Diktatoren Hitler und Mussolini &ndash; aufgenommen haben. Du hast auch dem sozialistischen Aufbauwerk, das sich in Spanien nach anarchistischen Grunds&auml;tzen vollzog, Deine Bewunderung nicht versagt. Hast Du das alles vergessen?&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Zehn Tage sp&auml;ter antwortet Willy Brandt freundlich, aber knapp. Er bleibt dabei, dass es neben der von Souchy vertretenen freiheitlichen immer auch eine auf Gewalt fixierte anarchistische Richtung gegeben habe (was auch richtig ist), mit der man es im Falle der RAF zu tun habe. Die beiden M&auml;nner, deren Weg sich 36 Jahre zuvor einmal gekreuzt hatte, haben sich nicht mehr viel zu sagen. Den einen, der nach 1949 in die SPD zur&uuml;ckgekehrt ist, haben g&uuml;nstige gesellschaftliche Winde Ende der 1960er Jahre in die Schaltzentrale der Macht getragen, der andere ist in seinem selbst gew&auml;hlten Abseits geblieben, lebt von Rundfunkbeitr&auml;gen und Vortragsreisen und tr&auml;umt von der Wiederauferstehung eines freiheitlichen Sozialismus. Souchy res&uuml;miert am Ende seines Lebens: &bdquo;Viel erstrebt, wenig erreicht. Aber: Fr&uuml;her dachte ich in Jahrzehnten, heute in Jahrhunderten. Die Geschichte wird uns letztendlich doch recht geben&ldquo;. Brandt hatte 1972 wohl Wichtigeres zu tun und scheute sich, im aufgeheizten gesellschaftlichen Klima eine Ehrenrettung des Anarchismus vorzunehmen. <\/p><p><strong>Eine spanische Besonderheit: Der Anarchismus<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Friede den Menschen, Krieg den Institutionen.&ldquo;<br>\n(Losung der spanischen Anarchisten)\n<\/p><\/blockquote><p>Schon das Wort &bdquo;Anarchie&ldquo; l&ouml;st bei vielen Menschen Unbehagen und Abwehr aus: &bdquo;Ohne Herrschaft &ndash; also ohne Ordnung, das kann doch nicht sein!&ldquo; Es sind viele Vorurteile im Schwange, die daf&uuml;r sorgen, dass Anarchismus beinahe ausschlie&szlig;lich mit Unordnung, Chaos und Zerst&ouml;rung assoziiert wird. Dabei ist das Wort so alt wie die Zivilisation. Es leitet sich vom griechischen Begriff <em>an-archia<\/em> ab und bedeutet zun&auml;chst einmal die Abwesenheit von Herrschaft und Autorit&auml;t. Anarchisten k&ouml;nnen sich eine Gesellschaft ohne Staat und Obrigkeit vorstellen, in der Entscheidungsprozesse von unten nach oben verlaufen und die Menschen &uuml;ber die Formen ihres Zusammenlebens und -arbeitens in freier Selbstbestimmung selbst entscheiden. Freilich segelten unter der Flagge des Anarchismus (im Sinne der Argumentation von Willy Brandt) immer wieder auch Gruppierungen und einzelne Individuen, die sich der Gewalt und der Verbreitung von Angst und Schrecken verschrieben hatten.<br>\nIn Spanien hat der freiheitliche Anarchismus eine lange Tradition. F&uuml;r rund siebzig Jahre war er dort eine revolution&auml;re Kraft und erlangte einen Einfluss, wie nirgends sonst auf der Welt. Schon w&auml;hrend der Ersten Internationale (1864 bis 1872) unterst&uuml;tzte die spanische Sektion in den Konflikten zwischen Marx und Bakunin stets die Position Bakunins. 1910 schlossen sich in Barcelona einzelne Gruppierungen zur <em>Konf&ouml;deration anarchosyndikalistischer Gewerkschaften<\/em> (CNT) zusammen, in der schon 1918 rund eine Million Arbeiter, das waren 80 Prozent aller Arbeiter Kataloniens, organisiert waren. 1927 wurde die <em>Iberische Anarchistische F&ouml;deration<\/em> (FAI) gegr&uuml;ndet, der politische Arm der CNT. Nie und nirgends haben die Anarchisten sich allerdings als eine politische Partei verstanden. In Parteien erblickten sie Embryonen neuer Staatsapparate. Sie wollten sich des Staates nicht bem&auml;chtigen, sie wollten ihn abschaffen. Durutti, eine der Leitfiguren des katalonischen Anarchismus, hat immer darauf bestanden, dass die Revolution nicht auf die Diktatur einer Partei hinauslaufen d&uuml;rfe, dass die neue Gesellschaft von unten nach oben hin aufgebaut sein m&uuml;sse und nicht von oben her dekretiert werden d&uuml;rfe. Ascaso, ein Freund und Genosse Duruttis, sagte: &bdquo;Kein Mensch hat das Recht, einen anderen zu regieren.&ldquo; Die CNT war die einzige revolution&auml;re Gewerkschaft der Welt. Sie war nie ein Zusammenschluss von Beitragszahlern, der die materielle Lage der Arbeiterklasse verbessern wollte. Sie war entschlossen zum Kampf gegen die Kapitalistenklasse &ndash; bis zum endg&uuml;ltigen Sieg. Noch 1936 hatte die CNT bei rund zwei Millionen Organisierten nur einen einzigen bezahlten Funktion&auml;r. Ein b&uuml;rokratischer Apparat existierte nicht. Auch die F&uuml;hrungskader arbeiteten weiter in ihren jeweiligen Betrieben. So glaubte man, sich vor der B&uuml;rokratisierung und Verselbst&auml;ndigung der Kader sch&uuml;tzen zu k&ouml;nnen, die man an den gro&szlig;en europ&auml;ischen Arbeiterparteien und Gewerkschaften beobachten konnte. Wahlen galten als Betrugsman&ouml;ver, denen man sich verweigerte. Von dieser rigiden abstentionistischen Haltung r&uuml;ckte man im Vorfeld der Wahlen von 1936 ab, was den Sieg der Volksfront erst m&ouml;glich machte. Die CNT wurde in die <em>Frente Popular<\/em> eingebunden, trat sp&auml;ter sogar in die Regierung ein, was sie zu Kompromissen n&ouml;tigte, mit denen man sich allerdings schwer tat.   <\/p><p>&Uuml;ber die Ursachen der Verbreitung des Anarchismus in Spanien ist viel geschrieben worden. Sie resultierte zum einen aus dem Einbruch der Maschine und der Industrie in eine Bauern- oder Handwerkergesellschaft. Die Masse der spanischen Bev&ouml;lkerung hatte im Unterschied zu den Arbeitern Nordeuropas den kapitalistischen Geist noch nicht verinnerlicht und lehnte sich gegen die Verhaltenszumutungen der neuen Produktionsweise auf. W&auml;hrend sich die Arbeiter in den fortgeschrittenen kapitalistischen L&auml;ndern im Rahmen einer weitgehend friedfertigen Arbeiterbewegung bem&uuml;hten, unter den gegebenen Bedingungen von Lohnarbeit und Kapital das Beste f&uuml;r sich herauszuschlagen, mangelte es den Spaniern an Vertrauen in die moderne industrielle Version der westlichen Zivilisation. Sie b&auml;umten sich gegen die Arbeit in Fabriken auf, die andernorts l&auml;ngst als Selbstverst&auml;ndlichkeit hingenommen wurde.<br>\nDie zweite Wurzel des Anarchismus ist das Elend einer Landbev&ouml;lkerung, die vielerorts am Rande des Verhungerns lebte und von gl&uuml;hendem Hass gegen Gro&szlig;grundbesitzer, Staat und Kirche erf&uuml;llt war, die ihr gegen&uuml;ber als eine geschlossene Phalanx von Feinden auftraten. Dementsprechend existierten zwei Zentren des spanischen Anarchismus: der vergleichsweise hochindustrialisierte Nordosten Kataloniens rund um Barcelona, wo sich die st&auml;dtisch-industrielle Variante des Anarcho-Syndikalismus entwickelte, und der l&auml;ndliche S&uuml;den Andalusiens, wo der Anarchismus Anschluss fand an uralte Traditionen eines d&ouml;rflichen Gemeinschaftslebens und eines im Volk verankerten Brigantenwesens. Franz Borkenau hat darauf hingewiesen, dass Einiges von dieser Brigantentradition f&uuml;r immer an der spanischen revolution&auml;ren Bewegung haftete. Das Verbindungsglied zwischen dem alten und dem neuen Geist findet sich bei Bakunin, der den revolution&auml;ren R&auml;uber als R&auml;cher der Unterdr&uuml;ckten und wahren H&uuml;ter des Geistes der Revolte pries. Ein Teilnehmer des asturischen Bergarbeiterstreiks von 1934 erkl&auml;rte die Militanz der spanischen Arbeiter einem franz&ouml;sischen Genossen gegen&uuml;ber mit den Worten: &bdquo;Ihr stammt von b&uuml;rgerlichen Handwerkern ab; unsere Vorfahren waren R&auml;uber.&ldquo; <\/p><p>Was jedem auff&auml;llt, der sich mit der Geschichte des Spanischen B&uuml;rgerkriegs besch&auml;ftigt, ist die enorme H&auml;rte und Grausamkeit, mit der der Klassenkampf ausgetragen wurde &ndash; und zwar auf beiden Seiten. Die Bourgeosie heuerte sogenannte <em>Pistoleros<\/em> an, die Jagd auf Anarchisten und Gewerkschaftsf&uuml;hrer machten, die Anarchisten schlugen grausam zur&uuml;ck und ver&uuml;bten Racheakte. Dennoch tr&auml;gt die Grausamkeit der faschistischen Seite einen besonderen Charakter, einen sadistischen &Uuml;berschuss. Ihr Wahlspruch und Kampfruf war <em>Viva la muerte, es lebe der Tod<\/em> &ndash; eine zum Programm erhobene Nekrophilie. Arthur Koestler beschrieb in seinem <em>Spanischen Testament<\/em> seine Erlebnisse als Kriegsberichterstatter und w&auml;hrend der Inhaftierung durch die Faschisten. Die Unterschiede zwischen linker und rechter Gewalt fasste er so: Die Republikaner &bdquo;waren Soldaten des Volkes, Soldaten des Lebens, nicht des Todes.&ldquo; Alfred Kantorowicz verschl&auml;gt es mitunter die Sprache, wenn er Situationen schildert, in denen Interbrigadisten auf von den Faschisten get&ouml;tete Kameraden sto&szlig;en. Man wird Theweleits <em>M&auml;nnerphantasien<\/em> zur Hand nehmen und das Kapitel &uuml;ber <em>M&auml;nnerk&ouml;rper und wei&szlig;en Terror<\/em> und <em>blutigen Brei<\/em> lesen m&uuml;ssen, wenn man sich so etwas wie einer Erkl&auml;rung n&auml;hern will.<\/p><p>Die Anarchisten erwarteten die Errichtung einer gerechten und solidarischen Gesellschaft nicht vom Staat und dem Gesetzgeber, sondern von unten, durch die Aktion der Arbeiter und Bauern selbst. In Barcelona wurden nach der Beendigung des Barrikadenkampfes in den ersten Tagen des Milit&auml;rputsches die Fabriken von den Arbeitern und Technikern &uuml;bernommen. Innerhalb weniger Tage waren die Privatunternehmungen in von den Belegschaften selbst verwaltete Kollektivunternehmen verwandelt. Wasser-, Gas- und Kraftwerke, Textilfabriken, Metallwerke, Handelsh&auml;user und Kaufh&auml;user, der Hafenbetrieb, der Lebensmittelgro&szlig;handel, das Hotel- und Gastst&auml;ttengewerbe und andere Branchen wurden kollektiviert. Orwell hatte nach seiner Ankunft in Barcelona den Eindruck: &bdquo;Vor allen Dingen aber glaubte man an die Revolution und die Zukunft. Man hatte das Gef&uuml;hl, pl&ouml;tzlich in einer &Auml;ra der Gleichheit und Freiheit aufgetaucht zu sein. Menschliche Wesen versuchten, sich wie menschliche Wesen zu benehmen und nicht wie ein R&auml;dchen in der kapitalistischen Maschinerie.&ldquo;<\/p><p>Die Landbev&ouml;lkerung eignete sich ohne Zwang und Befehl von oben den Boden an. Ihr Programm: die Enteignung des Landes, die Abschaffung des Geldes, die gemeinsame Arbeit von M&auml;nnern und Frauen ohne Besitz und Entgelt, die, was sie brauchten, dem Dorfladen entnahmen. Augustin Souchy hegte die Vermutung, dass, w&auml;re der B&uuml;rgerkrieg von den freiheitlichen Sozialisten\/Anarchisten gewonnen worden, der spanische Kollektivismus zu einem gangbaren <em>Dritten Weg<\/em> neben Privatkapitalismus auf der einen und Staatskapitalismus auf der anderen Seite h&auml;tte werden k&ouml;nnen. Gegen diese M&ouml;glichkeit haben sich, wie wir noch sehen werden, alle verschworen. Wenn es hart auf hart kommt, ist den meisten der Faschismus doch lieber als die Herrschaft des Volkes.<\/p><p><strong>Der B&uuml;rgerkrieg im B&uuml;rgerkrieg<\/strong><\/p><p>Die Anarchisten wollten Krieg und Revolution miteinander verbinden. Die Geschichte der Russischen Revolution hatte sie gelehrt, misstrauisch gegen&uuml;ber jenen zu sein, die behaupteten, man m&uuml;sse erst seine Feinde besiegen, bevor man die soziale Revolution in Angriff nehmen k&ouml;nne. Dieses Argument hatte dazu gedient, neue zentralisierte Machtapparate auf- und auszubauen und die Ver&auml;nderung der Lebens- und Arbeitsverh&auml;ltnisse auf den Sankt Nimmerleinstag zu verschieben. Die Sowjets (deutsch: R&auml;te) blieben auf der Strecke, Partei und Staat bestimmten &uuml;ber Lebens- und Arbeitsverh&auml;ltnisse. Buenaventura Durruti war mit Nestor Machno befreundet, einem russischen Anarchisten und Guerillero, der in Paris im Exil lebte. Er berichtete ihm von seinen Erfahrungen mit den Bolschewiki und warnte ihn vor den Kommunisten. Bald schon stellte sich heraus, dass der Krieg die Revolution ausschloss und ihr Antlitz entstellte. Die Anarchisten mussten den Erfordernissen des Krieges Tribut zollen, von ihren Prinzipien abr&uuml;cken und ein gewisses Ma&szlig; an Disziplin, Organisation und Zentralisierung der Entscheidungen akzeptieren. <\/p><p>Fr&uuml;h kam es zu Spannungen zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten (PCE\/PSUC) auf der einen Seite und den dissidenten Kommunisten (POUM) und Anarchisten (CNT\/FAI) auf der anderen Seite. Zu verschieden waren die jeweiligen Standpunkte, strategischen Vorgehensweisen und Mentalit&auml;ten. Die Sowjetunion verband ihre Waffenlieferungen an die republikanische Seite mit der Bedingung, dass die spanische KP ihre Verteilung und Verwendung kontrollierte. Die Waffenhilfe der SU war zwar begrenzt, aber in bestimmten Momenten von ausschlaggebender Bedeutung. Der politische Preis, der daf&uuml;r verlangt wurde, war enorm hoch. Der Einfluss der anfangs zahlenm&auml;&szlig;ig schwachen KP wuchs von Tag zu Tag. Hatte die PCE Mitte der 1930er Jahre noch 5.000 Mitglieder, waren es 1937 bereits 250.000. Sowjetische Kommissare und Agenten tauchten in Madrid, Barcelona, Valencia auf, &uuml;bernahmen Beraterfunktionen im Milit&auml;r- und Polizeiapparat und intrigierten gegen CNT, FAI und die als trotzkistisch geltende POUM. Die Fahndungsmentalit&auml;t, die in Moskau herrschte &ndash; es war die Zeit der gro&szlig;en stalinistischen Schauprozesse und Trotzkistenverfolgung &ndash; griff auf Spanien &uuml;ber und vergiftete die Atmosph&auml;re unter den einst gemeinsam K&auml;mpfenden. Alfred Kantorowicz schildert in seinem <em>Spanischen Kriegstagebuch<\/em> das &bdquo;grassierende Misstrauen&ldquo;, &bdquo;jeder &uuml;berwacht jeden&ldquo;, man redet den &bdquo;Parteischranzen nach dem Munde&ldquo;. &bdquo;Die beste Sache wird oft von Menschen mitverteidigt, die man lieber auf der Gegenseite w&uuml;sste. Bedenklich ist, dass gerade solche neuerdings bei uns zum Zuge kommen, &hellip; &ldquo;, res&uuml;miert Kantorowicz bitter. <\/p><p>Auch der junge deutsche Kommunist Walter Janka, der sich den <em>Internationalen Brigaden<\/em> angeschlossen hatte, bekam mit, dass hinter den Fronten Gef&auml;ngnisse f&uuml;r Spione, Agenten und Trotzkisten eingerichtet wurden. Dort verschwanden Verd&auml;chtige &ndash; mit und ohne Prozess. Der Mann, der das organisierte, war ein gewisser Fritz Leissner, der als Beauftragter des NKWD unterwegs war und auf Anweisungen des Generals Orlow, den Stalin nach Spanien abkommandiert hatte, handelte. Sp&auml;ter wurde Leissner unter seinem richtigen Namen Erich Mielke Chef der Staatssicherheit der DDR. Hans Beimler, dem unter abenteuerlichen Bedingungen die Flucht aus dem KZ Dachau gelungen war, gelangte als erstes Mitglied der F&uuml;hrungsriege der KPD nach Spanien und half, das Th&auml;lmann-Bataillon aufzubauen und wurde dessen Kommandant. Ernst Busch hat ihm eines seiner popul&auml;rsten Lieder gewidmet. Am 1. Dezember 1936 wurde er an der Madrider Front hinterr&uuml;cks erschossen. Sieben Tage vor Beimler war die Leitfigur des spanischen Anarchismus, Buenaventura Durruti, der mit seiner anarchistischen Miliz von der Arag&oacute;n-Front zur Verteidigung von Madrid herbeigeeilt war, durch eine anonyme Kugel get&ouml;tet worden, &uuml;ber deren Herkunft bis heute diskutiert und gestritten wird. <\/p><p>Im Mai 1937 entluden sich die Spannungen innerhalb des republikanischen Lagers in Barcelona in tagelangen blutigen K&auml;mpfen, die circa 500 Tote und beinahe 1500 Verwundete hinterlie&szlig;en. Orwell hat diese Tage, die als <em>B&uuml;rgerkrieg im B&uuml;rgerkrieg<\/em> in die Geschichte eingegangen sind, in seinem Buch <em>Mein Katalonien<\/em> eindrucksvoll beschrieben. Immer wieder erinnert er daran: &bdquo;Wenn man mit einem Todfeind Krieg f&uuml;hrt, ist es zweifellos besser, sich nicht untereinander zu streiten.&ldquo; Nachdem Polizei-Einheiten der <em>Guardias de Asalto<\/em> auf Gehei&szlig; der Regierung in Barcelona auftaucht waren und die Barrikadenk&auml;mpfe beendet hatten, setzte unter der Regierung von Juan Negrin, der einen moskautreuen Kurs steuerte, eine Welle der Repression gegen Anarchisten und Mitglieder der POUM ein. F&uuml;r die POUM und die Anarchisten ging es darum, die kriegerischen Auseinandersetzungen mit der Revolution zu verbinden, w&auml;hrend die neue Regierung die revolution&auml;ren Experimente beenden und sich auf die Bek&auml;mpfung der Putschisten und ihrer Verb&uuml;ndeten konzentrieren wollte. Die POUM warf Stalin vor, er opfere die spanische Revolution den Bed&uuml;rfnissen der eigenen Politik. K&uuml;nftige globale Auseinandersetzungen und den unvermeidlichen Krieg mit Nazi- Deutschland vor Augen, ging es Stalin darum, es mit den liberalen Demokratien des Westens nicht zu verderben. Stalin und damit auch die PCE und ihr katalanischer Ableger PSUC hatten aber auch deswegen kein Interesse an der Weiterentwicklung der spanischen Revolution, weil sie bef&uuml;rchteten, dass sie angesichts der Mehrheitsverh&auml;ltnisse libert&auml;re und anarchistische Z&uuml;ge tragen w&uuml;rde. In puncto Anarcho-Phobie unterscheidet sich ein linientreuer Kommunist kaum vom braven Kleinb&uuml;rger. F&uuml;r beide besitzt das Wort Anarchie einen bedrohlichen Klang, der ihrem Wahrnehmungssystem Gefahr und Desintegration signalisiert. Mit dem Begriff Revolution verbindet ein Kommunist das Beharren auf Ordnung und Disziplin. Er will ja am Typus der Industrialisierung nichts &auml;ndern, nur neue Verf&uuml;gungs- und Kommandostrukturen einf&uuml;hren. Den Weg zur Revolution kann er sich nur &uuml;ber bestimmte Typen stabiler, disziplinierender Organisationen mit Strukturen von Befehl und Gehorsam denken, wie sie in kommunistischen Parteien vorliegen. Immer muss erst Ordnung herrschen, bevor Revolution sein kann, und auch danach muss schnell wieder Ordnung einkehren. Anarchisten, so ein alter kommunistischer Spruch, k&ouml;nne man in der Hitze des revolution&auml;ren Kampfes ganz gut gebrauchen, danach m&uuml;sse man sich ihrer schnell entledigen. Anarchisten f&uuml;hrten an zwei Fronten Krieg: Gegen die herrschenden M&auml;chte in all ihren Gestalten, dann aber auch gegen Tyrannen und B&uuml;rokraten in den Reihen der eigenen Verb&uuml;ndeten. Zwischen diesen beiden Fronten wurden sie zerrieben. Bei Durrutis Begr&auml;bnis &ndash; er war am 20. November 1936 im Kampf um Madrid von einer Kugel unklarer Herkunft getroffen worden &ndash; waren 200.000 Leute in Barcelona auf den Stra&szlig;en. Einen Monat nach seinem Tod hie&szlig; es in der <em>Prawda<\/em>: &bdquo;Was Katalonien anlangt, so hat die S&auml;uberung von Trotzkisten und Anarchisten begonnen, und sie wird mit derselben Energie durchgef&uuml;hrt werden wie in der UdSSR.&ldquo;<\/p><p>&bdquo;Hatten die Stalinisten wirklich der Revolution den Garaus gemacht?&ldquo;, fragt Simone de Beauvoir in ihren Memoiren bang, und man merkt, wie schwer sie sich mit dieser Erkenntnis tut. <\/p><p><strong>Buenaventura Durruti<\/strong><\/p><p>Charisma hat man oder man hat es nicht &ndash; Buenaventura Durruti jedenfalls muss ein charismatischer Mann gewesen sein. Hans Magnus Enzensberger hat ihm in seinem immer  noch sehr lesenswerten Buch <em>Der kurze Sommer der Anarchie<\/em> ein Denkmal gesetzt. Die amerikanische Anarchistin Emma Goldman schrieb einen Nachruf unter dem Titel: <em>Durruti ist tot, aber er lebt<\/em>, der mit dazu beitrug, dass er zu einer beinahe mythischen Gestalt wurde. In ihm verschmolzen brigantische und anarchistische Traditionen zu einer authentischen Einheit. Schon als Junge trat sein anarchistisches Temperament zu Tage. Buenaventura und seine Freunde holten sich das Obst von den Plantagen der Gro&szlig;grundbesitzer. Als einer von diesen sie beim Diebstahl erwischte und darauf hinwies, dass das &bdquo;sein Gutshof&ldquo; sei, fragte der kleine Buenaventura zur&uuml;ck: &bdquo;Und mein Gutshof, wo ist der? Warum habe ich keinen Gutshof?&ldquo; Der Kl&auml;rung dieser Frage widmete er sein Leben.<br>\nDurruti &uuml;berfiel gelegentlich mit Genossen Banken, um anarchistische Projekte zu finanzieren. Sie nannten das &bdquo;revolution&auml;re Gymnastik&ldquo;. Einmal sa&szlig; er bei einer angeregten Diskussion mit Genossinnen und Genossen in einem Caf&eacute;, als er von der ausgestreckten Hand eines Bettlers unterbrochen wurde. Durruti zog eine Pistole aus seiner Jacke. Er legte sie auf die Hand des Bettlers und riet ihm: &bdquo;Nimm sie! Frag in einer Bank nach Geld!&ldquo;<\/p><p>Einige Tage nach dem Sieg &uuml;ber die Putschisten in Barcelona zog Durruti an der Spitze einer vieltausendk&ouml;pfigen Kolonne in die Provinz Arag&oacute;n, deren Hauptstadt Saragossa von den aufst&auml;ndischen Milit&auml;rs besetzt worden war. &bdquo;In jedem Dorf, in jeder Stadt, durch die Durrutis Kolonne kam, vollzog sich, wie durch die magische Kraft eines Zauberstabes, eine soziale Revolution&ldquo;, berichtet Augustin Souchy. Er sprach zu den Leuten und dr&uuml;ckte aus, was sie f&uuml;hlten. Weiter hei&szlig;t es in Souchys Buch &bdquo;Vorsicht: Anarchist!&ldquo;: &bdquo;In Durrutis Kolonne gab es nur gleichberechtigte Kameraden. Er a&szlig; das f&uuml;r alle gleich zubereitete Essen. Er schlief auf dem Boden, um sein Bett Bed&uuml;rftigeren zu &uuml;berlassen. Disziplin erzwang er nicht durch Subordination, er erreichte sie durch sein beispielhaftes Verhalten. Darin lag seine St&auml;rke als F&uuml;hrer unter Gleichen. Gl&uuml;hender Idealist, unerschrockener K&auml;mpfer, unkorrumpierbarer Charakter: das war Buenaventura Durruti.&ldquo; George Orwell, der das alles aus unmittelbarer N&auml;he mitverfolgte, schrieb: &bdquo;Solange die spanischen Milizen sich hielten, waren sie gewisserma&szlig;en der Mikrokosmos einer klassenlosen Gesellschaft. In dieser Gemeinschaft, in der keiner hinter dem Geld herrannte, wo alles knapp war, es aber keine Privilegien und kein Speichellecken mehr gab, fand man vielleicht in groben Umrissen eine Vorschau davon, wie die ersten Schritte des Sozialismus aussehen k&ouml;nnten.&ldquo;<\/p><p>In einem Interview mit dem <em>Toronto Daily Star<\/em> sagte der Interviewer zu Durruti: &bdquo;Aber wenn Sie siegen, werden Sie auf einem Tr&uuml;mmerhaufen sitzen.&ldquo; Und dieser erwiderte: &bdquo;Soll die Bourgeoisie ihre Welt in St&uuml;cke sprengen, bevor sie von der B&uuml;hne der Geschichte abtritt. Wir tragen eine neue Welt in uns, und diese Welt w&auml;chst mit jedem Augenblick heran. Sie w&auml;chst, w&auml;hrend ich mit Ihnen rede.&ldquo; <\/p><p><strong>Zur Dialektik der Disziplin<\/strong><\/p><p>Jetzt habe ich mich von meinen Sympathien f&uuml;r den &bdquo;Communismo libertario&ldquo;, den &bdquo;freiheitlichen Kommunismus&ldquo;, wie ihn die  spanischen Anarchisten und Syndikalisten vertraten, aus der Kurve tragen lassen. Das war nur die eine Seite. Worin besteht die andere, was habe ich bisher unterschlagen?<\/p><p>Vor allem, dass zwischen den in Spanien k&auml;mpfenden Kommunisten aus aller Welt und dem &bdquo;System des Stalinismus&ldquo; zu unterscheiden ist. Nicht alle waren auf Linie und h&ouml;rten auf, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen. Dann: Die in den <em>Internationalen Brigaden<\/em> k&auml;mpfenden Genossen hatten etwas, was den Anarchisten h&auml;ufig fehlte: Disziplin.<br>\nSelbstbeherrschung, Selbstdisziplin sind F&auml;higkeiten, die uns von unseren leibseelischen Zust&auml;nden unabh&auml;ngig machen, die es uns gestatten, an Pl&auml;nen, Entw&uuml;rfen, Hoffnungen auch dann festzuhalten, wenn wir auf Hindernisse sto&szlig;en und zu Umwegen gen&ouml;tigt werden. Peter Br&uuml;ckner hat zur Dialektik der Disziplin angemerkt: &bdquo;Ein jugendlicher Dissident und Anarchist, der begeistert auf die Pfiffe seines Turnherrn reagiert, ist ein &uuml;beraus peinlicher Anblick; aber wartet nur ab, er wird dabei &sbquo;Herr &uuml;ber sich selbst&lsquo; und &uuml;ber gewisse herrschende Verh&auml;ltnisse &ndash; anders w&uuml;rde er sp&auml;ter kein leidlich disziplinierter Antifaschist.&ldquo; Zum Kampf gegen den Faschismus geh&ouml;rt es, nicht wegzulaufen, wenn einem ein Befehl erteilt wird. Damit taten sich die spanischen Anarchisten h&auml;ufig schwer. Der nach Orwells Vorlage gedrehte wunderbare Film von Ken Loach &bdquo;Land and Freedom&ldquo; liefert Anschauungsmaterial f&uuml;r diese Problematik.<\/p><p>Bei aller Sympathie f&uuml;r die oft jugendlichen Anarchisten verzweifelte George Orwell manchmal an deren Disziplinlosigkeit und Unp&uuml;nktlichkeit. Vom Exerzieren in der Kaserne berichtet er: &bdquo;Disziplin existierte nicht: wenn ein Befehl einem Mann nicht gefiel, trat er aus dem Glied und argumentierte heftig mit dem Offizier.&ldquo; Die Rekruten waren sechzehn- oder siebzehnj&auml;hrige Jungen aus den Armenvierteln Barcelonas. &bdquo;Wenn sie wussten, aus welchem Ende des Gewehrs die Kugel kam, so war das schon ihr ganzes Wissen.&ldquo; Niemand wusste, wie man ein Gewehr l&auml;dt, geschweige denn wie man damit zielt. Alle hatten Zeit und waren unp&uuml;nktlich. &bdquo;Theoretisch jedoch bewunderte ich die Spanier, weil sie unsere nordeurop&auml;ische Zeitneurose nicht teilen; aber ungl&uuml;cklicherweise bin ich selbst davon befallen.&ldquo; Die anarchistischen Milizen k&auml;mpften in den ersten Tagen und Wochen ausgesprochen tapfer und voller Begeisterung, mangelnde milit&auml;rische Kenntnisse und Disziplin konnten aber auf lange Sicht nicht durch revolution&auml;ren Enthusiasmus kompensiert werden. <\/p><p>Als Alfred Kantorowicz als Assistent des Kommissars der 11. Internationalen Brigade in Madrid eingesetzt war, kam eines Tages ein junger Mann in sein B&uuml;ro und bat ihn um ein vertrauliches Gespr&auml;ch. Er sei Mitglied einer anarchistischen Formation aus Katalonien, die zur Verteidigung Madrids herbeigeeilt sei. Er bat den Kommunisten Kantorowicz um Hilfe und die Entsendung von Instrukteuren. Es gehe darum, weitere Opfer zu vermeiden. Was er damit meine, fragte Kantorowicz. Man habe vor ein paar Tagen ein Haus gest&uuml;rmt und gro&szlig;e Verluste dabei erlitten. Dann habe sich herausgestellt, dass in diesem Haus die eigenen Leute, also Republikaner, gewesen seien. Dann habe man versucht, einen Minenwerfer in Gang zu setzen. Dabei sei dieser explodiert und man habe zw&ouml;lf Tote und acht schwer Verwundete zu beklagen gehabt. Vor allem deshalb sei er hier, denn am selben Abend noch sollten die anderen Minenwerfer ausprobiert werden. Entgeistert fragt Kantorowicz, ob sie denn keine Chefs h&auml;tten? Nein, F&uuml;hrer h&auml;tten sie nat&uuml;rlich nicht, auch keine R&auml;nge, schlie&szlig;lich seien sie anarchistische Freiwillige. Jedes Mal, bevor sie &bdquo;an die Front&ldquo; gingen, w&auml;hlten sie Kameraden, die f&uuml;r diesen Tag verantwortlich seien. Allerdings niemals die gleichen, sondern reihum, damit m&ouml;glichst jeder einmal die Verantwortung trage. &bdquo;In keinem Augenblick meines Hierseins war ich so niedergeschlagen, nahezu hoffnungslos, wie w&auml;hrend und nach dieser Unterredung. Alle Bem&uuml;hungen der paar tausend Mann, die Madrid hielten &ndash; es sind mit Einschluss der zuverl&auml;ssigen spanischen Bataillone nur ein paar tausend Mann &ndash; ihr Opfermut, ihre Disziplin schien mir unterzugehen in einem riesen Sumpf von Planlosigkeit, von Selbstvernichtung&ldquo;, res&uuml;miert Kantorowicz und f&auml;hrt fort: &bdquo;Ganze Provinzen sind von zahlenm&auml;&szlig;ig  bedeutungslosen, spontan agierenden und k&uuml;hn gef&uuml;hrten Gr&uuml;ppchen erobert worden, ganze Provinzen sind aber auch von f&uuml;hrerlosen und kopflos agierenden Gewehrtr&auml;gern verloren worden.&ldquo;<\/p><p>Auch Hemingway, dessen K&uuml;nstler-Temperament ihn eigentlich zum Sympathisanten der Anarchisten pr&auml;disponierte, sagt &uuml;ber Robert Jordan, die Hauptfigur seines Romans <em>Wem die Stunde schl&auml;gt<\/em>: &bdquo;F&uuml;r die Dauer des Krieges hat er sich der kommunistischen Disziplin unterworfen. Hier in Spanien sind die Kommunisten die diszipliniertesten Leute, und sie f&uuml;hren den Krieg auf die kl&uuml;gste und ges&uuml;ndeste Weise. Er unterwirft sich ihrer Disziplin f&uuml;r die Dauer des Krieges, weil sie, was die Kriegsf&uuml;hrung betrifft, die einzige Partei sind, deren Programm und Disziplin er respektieren kann &hellip;&ldquo; <\/p><p>Pablo Neruda hielt sich w&auml;hrend des Spanischen B&uuml;rgerkriegs als Teilnehmer eines antifaschistischen Schriftstellerkongresses in Madrid auf. Angesichts der Disziplinlosigkeit und Gewaltt&auml;tigkeit gewisser Anarchisten traf er eine Entscheidung: &bdquo;W&auml;hrend diese Horden sich in Madrids blinder Nacht breitmachten, waren die Kommunisten die einzige organisierte Kraft, die ein Heer auf die Beine stellte gegen Italiener, Deutsche, Mauren und Falangisten. Sie waren gleichzeitig die moralische Kraft, die den antifaschistischen Widerstand und Kampf aufrechterhielt. Mit einem Wort: ich musste einen Weg w&auml;hlen. Und das tat ich in jenen Tagen und habe meine Entscheidung, die ich zwischen der Finsternis und Hoffnung jener tragischen Epoche f&auml;llte, nie bereut.&ldquo;<\/p><p>Auch Luis Bu&ntilde;uel f&uuml;hlte sich von der Gewaltt&auml;tigkeit und dem r&uuml;den Benehmen vieler Anarchisten abgesto&szlig;en und zu den Kommunisten hingezogen. Dennoch stellt er in seinem Erinnerungsbuch <em>Mein letzter Seufzer<\/em> fest: &bdquo;1936 hat das spanische Volk zum ersten Mal in seiner Geschichte das Wort ergriffen. Instinktiv hat es zuerst die Kirche und die Gro&szlig;grundbesitzer angegriffen, die Vertreter der generischen Ordnung seit eh und je. Mit den niedergebrannten Kirchen und Kl&ouml;stern, mit den niedergemetzelten Priestern verwies es auf seinen Erbfeind. Auf der anderen, der faschistischen Seite wurden die Verbrechen von den verm&ouml;genderen, den kultivierten Spaniern begangen. Sie wurden gr&ouml;&szlig;tenteils ohne wirkliche Notwendigkeit eiskalt begangen. Das l&auml;sst mich heute aus einer gewissen Distanz feststellen, dass das Volk im Grunde gro&szlig;z&uuml;giger ist. Die Gr&uuml;nde, die es f&uuml;r seine Auflehnung hatte, liegen offen zutage.&ldquo;<\/p><p>Das zentrale Manko des Anarchismus besteht in seiner Geringsch&auml;tzung der Eroberung der politischen Macht und seiner Scheu vor dem Umgang mit Macht und Herrschaft. Er strebt nach Machtlosigkeit in einer durch und durch vermachteten Welt. Als CNT und FAI nach wenigen Tagen des Kampfes in Barcelona de facto die Macht zufiel, verstanden sie es nicht, sie zu ergreifen und sinnvollen, gestalterischen Gebrauch von ihr zu machen. Leo Trotzki kommentierte aus der Ferne seines Exils: &bdquo;Wer auf die Eroberung der Macht verzichtet, schanzt sie denen zu, die sie immer schon gehabt haben, n&auml;mlich den Ausbeutern.&ldquo; <\/p><p>Fazit: Wir ben&ouml;tigen den Anarchismus als eine &bdquo;Gewaltkur gegen die Alterskrankheit des Kommunismus&ldquo;, wie die Br&uuml;der Cohn-Bendit es 1968 ausdr&uuml;ckten, als Korrektiv gegen die Gefahren der b&uuml;rokratischen Erstarrung der Revolution. Die Anarchisten ben&ouml;tigen den organisierten Sozialismus\/Kommunismus, weil sie es wegen ihres gebrochenen Verh&auml;ltnisses zu Disziplin und Organisation nicht schaffen, die eruptive, augenblickshafte Energie und den Enthusiasmus der Massen in eine wirklich gef&auml;hrliche Macht zu verwandeln. Statt sich wechselseitig zu befruchten und zu erg&auml;nzen und die jeweiligen St&auml;rken zusammenzuwerfen, begannen Anarchisten und Kommunisten\/Sozialisten sich bis aufs Messer zu bek&auml;mpfen. Man kritisierte und bek&auml;mpfte am anderen gerade das, was einem selber fehlte. Wir kommen nicht umhin festzustellen: Die Niederlage der Linken im Spanischen B&uuml;rgerkrieg geht nicht nur auf das Konto der &Uuml;bermacht der Feinde, sondern auch auf das eines unseligen, selbstm&ouml;rderischen Bruderkriegs. <\/p><p><strong>Die Resurrektion des libert&auml;ren Sozialismus<\/strong><\/p><p>Mit dem Ende des Spanischen B&uuml;rgerkriegs endet auch die Geschichte des Anarchismus als Massenbewegung. Er lebte in den K&ouml;pfen und Herzen einzelner weiter. Aber, hei&szlig;t es bei Hegel, das Kommende treibt sich mitunter &bdquo;<em>sous terre<\/em>&ldquo; herum: &bdquo;Der Geist gr&auml;bt oft wie ein Maulwurf unter der Erde fort und vollendet sein Werk.&ldquo; Irgendwann st&ouml;&szlig;t er wieder zur Oberfl&auml;che vor und wirft sichtbar seine H&uuml;gel auf. <\/p><p>Ein solcher Maulwurf k&ouml;nnte die Idee der Selbstverwaltung und des libert&auml;ren Sozialismus sein, die ihre Anziehungskraft &uuml;ber all die Jahre nicht verloren hat und in der Hitze der K&auml;mpfe immer wieder aufs Neue aus dem <em>sous terre<\/em> auftaucht. Zuletzt ergriff sie in Europa um 1968 herum die Massen, vor allem in Frankreich. F&uuml;r Daniel Gu&eacute;rin, den Geschichtsschreiber des Anarchismus, verk&ouml;rperte Daniel Cohn-Bendit diese Idee: &bdquo;Er ist durch und durch libert&auml;r, im vollsten Sinne des Wortes.&ldquo; Daniel wird diese Charakterisierung heute nicht mehr so gern h&ouml;ren. K&uuml;rzlich sah ich ihn in einer Dokumentation, die Niko Apel w&auml;hrend der Fu&szlig;ballweltmeisterschaft in Brasilien gedreht hat. Sie fahren mit einem alten VW-Bus durch die Gegend und treffen unter anderem mit Repr&auml;sentanten der Landbesetzerbewegung zusammen. Eine junge Frau, f&uuml;r die Daniel eine Ikone des Widerstands ist, steht vor ihm und sagt voller Emphase und mit leuchtenden Augen: &bdquo;Der Sozialismus lebt&ldquo;. Es muss f&uuml;r Cohn-Bendit eine Begegnung mit seiner eigenen Jugend gewesen sein und man konnte sehen, dass ihn die Szene anr&uuml;hrte. <\/p><p>Man kann die Hoffnung hegen und in Ans&auml;tzen auch bereits beobachten, dass die Aufl&ouml;sungserscheinungen des kapitalistischen Typus der Industrialisierung und Modernisierung zu einer Wiederbelebung der Idee einer solidarischen &Ouml;konomie und der Selbstverwaltung f&uuml;hren werden. Wir m&uuml;ssen uns von alten Bildern der Revolution verabschieden und sie uns als B&uuml;ndelung verschiedener Widerstandsstr&auml;nge und allt&auml;glicher Subversionen vorstellen, die sich im <em>sous terre<\/em> anbahnen. Man muss nat&uuml;rlich immer auch damit rechnen, dass keine Bewegung entsteht, die dem Zerfall eine emanzipatorische Wendung geben kann. F&uuml;r diesen Fall zog Marx die M&ouml;glichkeit des &bdquo;gemeinsamen Untergangs der k&auml;mpfenden Klassen&ldquo; in Erw&auml;gung, ein Szenario, das Rosa Luxemburg sp&auml;ter als &bdquo;Barbarei&ldquo;, Antonio Gramsci als &bdquo;Zeit der Monster&ldquo; fasste. Wenn sich aber eine emanzipatorische Bewegung herausbildet, wird sie sich in den K&auml;mpfen und Modellen wiedererkennen, die sich im Spanischen B&uuml;rgerkrieg entfalteten und die alternative Lebens- und Arbeitsformen vorwegnahmen.<\/p><p>Arthur Koestler hat sein <em>Spanisches Testament<\/em> einem im Gef&auml;ngnis hingerichteten Genossen namens Nicolas gewidmet. Eines Tages fehlt er beim Rundgang auf dem Gef&auml;ngnishof. &bdquo;Dieses Buch ist dir gewidmet. Was hast du davon? Du k&ouml;nntest es auch nicht lesen, wenn du am Leben w&auml;rst. Deshalb haben sie dich ja erschossen: Weil du den unversch&auml;mten Wunsch hattest, lesen zu lernen. Du und ein paar Millionen deinesgleichen, die zu ihren alten Schie&szlig;eisen griffen, um die neue Ordnung zu verteidigen, die euch sp&auml;ter vielleicht lesen gelehrt h&auml;tte. Das nennt man einen bewaffneten Aufstand, Nicolas. (&hellip;) Das nennt man die Instinkte des P&ouml;bels, Nicolas. Dass einer lesen lernen will und leben wie ein Mensch.&ldquo;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Verwendete Literatur:<\/strong><\/p><ul>\n<li>Abel, Werner\/Hilbert, Enrico : &raquo;Sie werden nicht durchkommen&laquo;. Deutsche an der Seite der Spanischen Republik und der sozialen Revolution, Edition AV 2015<\/li>\n<li>Augstein, Franziska: Von Treue und Verrat. Jorge Semprun und sein Jahrhundert, M&uuml;nchen 2008<\/li>\n<li>Beauvoir, Simone de: In den besten Jahren, Reinbek 1969<\/li>\n<li>Bernecker, Walther L.: Kollektivismus und Freiheit, M&uuml;nchen 1980<\/li>\n<li>Borkenau, Franz: Kampfplatz Spanien, Stuttgart 1988<\/li>\n<li>Blom, Philipp: Die zerrissenen Jahre 1918 &ndash; 1938, M&uuml;nchen 2014<\/li>\n<li>Brandt, Willy: Hitler ist nicht Deutschland, Bonn 2002<\/li>\n<li>Bredel, Willi: Spanien-Krieg, 2 B&auml;nde, Berlin\/Weimar 1986<\/li>\n<li>Cohen, Robert: Exil der frechen Frauen,  Berlin 2009<\/li>\n<li>Cohn-Bendit, Gabriel und Daniel: Linksradikalismus &ndash; Gewaltkur gegen die Alterskrankheit des Kommunismus, Reinbek 1968<\/li>\n<li>Enzensberger, Hans Magnus: Der kurze Sommer der Anarchie, Frankfurt\/Main 1972<\/li>\n<li>Gu&eacute;rin, Daniel: Anarchismus, Frankfurt\/Main 1969<\/li>\n<li>Hemingway, Ernest: Wem die Stunde schl&auml;gt, Berlin-Frankfurt\/Main 1958<\/li>\n<li>Hobsbawm, Eric J.: Das Zeitalter der Extreme, M&uuml;nchen\/Wien 1995<\/li>\n<li>Hobsbawm, Eric J.: Sozialrebellen, Neuwied\/Berlin 1971<\/li>\n<li>Janka, Walter: Spuren eines Lebens, Berlin 1991<\/li>\n<li>Joll, James: Die Anarchisten, Frankfurt\/Main-Berlin-Wien 1966<\/li>\n<li>Kantorowicz, Alfred: Deutsches Tagebuch, Erster Teil, Berlin 1978<\/li>\n<li>Kantorowicz, Alfred: Exil in Frankreich, Frankfurt\/Main 1986<\/li>\n<li>Kantorowicz, Alfred: Spanisches Kriegstagebuch, Hamburg 1979<\/li>\n<li>Kesten, Hermann: Die Kinder von Gernika, Leipzig 1985<\/li>\n<li>Koestler, Arthur: Als Zeuge der Zeit, Frankfurt\/Main 2005<\/li>\n<li>Koestler, Arthur: Ein spanisches Testament, Berlin 1979<\/li>\n<li>Macher, Julia: Der Pakt des Schweigens, in: Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik, 7\/2016<\/li>\n<li>Malraux, Andr&eacute;; Die Hoffnung, M&uuml;nchen 1986<\/li>\n<li>Mann, Klaus: Der Wendepunkt, M&uuml;nchen 1981<\/li>\n<li>Mann, Klaus: Mit dem Blick nach Deutschland, M&uuml;nchen 1985<\/li>\n<li>Neruda, Pablo: Ich bekenne, ich habe gelebt: Memoiren, Darmstadt\/Neuwied 1974<\/li>\n<li>Padura, Leonardo: Der Mann, der Hunde liebte, Z&uuml;rich 2012<\/li>\n<li>Regler, Gustav: Das gro&szlig;e Beispiel, Frankfurt\/Main 1978<\/li>\n<li>Regler, Gustav: Das Ohr des Malchus, Frankfurt\/Main 1975<\/li>\n<li>Renn, Ludwig: Der Spanische Krieg, Berlin 2006<\/li>\n<li>Rocker, Rudolf: Aus den Memoiren eines deutschen Anarchisten, Frankfurt\/Main 1974<\/li>\n<li>Sartre, Jean-Paul: Die Mauer, Reinbek 1973<\/li>\n<li>Schauff, Frank: Der Spanische B&uuml;rgerkrieg, G&ouml;ttingen 2006<\/li>\n<li>Souchy, Augustin: Anarcho-Syndikalisten &uuml;ber B&uuml;rgerkrieg und Revolution in Spanien, Darmstadt 1969<\/li>\n<li>Souchy, Augustin: &bdquo;Vorsicht: Anarchist!&ldquo; Ein Leben f&uuml;r die Freiheit, Darmstadt\/Neuwied 1977<\/li>\n<li>Weiss, Peter: Die &Auml;sthetik des Widerstands, Frankfurt\/Main 1988<\/li>\n<li>Wohlfeil, Rainer: Der Spanische B&uuml;rgerkrieg 1936 &ndash; 1939, in: Vierteljahrshefte f&uuml;r Zeitgeschichte, April 1968<\/li>\n<\/ul><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] G&ouml;tz Eisenberg ist Sozialwissenschaftler und Publizist. Er arbeitete mehr als drei Jahrzehnte lang als Gef&auml;ngnispsychologe im Erwachsenenvollzug. In der &bdquo;Edition Georg B&uuml;chner-Club&ldquo; erschien dieser Tage unter dem Titel &bdquo;Zwischen Arbeitswut und &Uuml;berfremdungsangst&ldquo; der zweite Band seiner &bdquo;Sozialpsychologie des entfesselten Kapitalismus&ldquo;.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float:right;margin:0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160718_spanien.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Eine Collage zum Spanischen B&uuml;rgerkrieg, der heute vor 80 Jahren begann. Von <strong>G&ouml;tz Eisenberg<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34258#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>].<\/p>\n<blockquote>\n<p> &bdquo;Und dann, als wir um die Ecke in die Ramblas (die Hauptverkehrsader Barcelonas) einbogen, kam eine gewaltige &Uuml;berraschung: schlagartig breitete sich die Revolution vor unseren Augen aus. Es war &uuml;berw&auml;ltigend. Es<\/p>\n<\/blockquote>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34258\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[212,171],"tags":[1941,1933,912,329,1129,304,663,564],"class_list":["post-34258","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gedenktagejahrestage","category-militaereinsaetzekriege","tag-anarchismus","tag-antifaschismus","tag-buergerkrieg","tag-brandt-willy","tag-cohn-bendit-daniel","tag-kriegsverbrechen","tag-putsch","tag-spanien"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34258","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=34258"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34258\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48817,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34258\/revisions\/48817"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=34258"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=34258"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=34258"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}