{"id":34275,"date":"2016-07-19T08:43:16","date_gmt":"2016-07-19T06:43:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34275"},"modified":"2016-07-19T08:43:16","modified_gmt":"2016-07-19T06:43:16","slug":"hinweise-des-tages-2669","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34275","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34275#h01\">T&uuml;rkei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34275#h02\">Amnesty-Bericht zu &Auml;gypten &ndash; Tausende verschleppt und gefoltert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34275#h03\">Labour<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34275#h04\">Ein Wort der Reue<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34275#h05\">&bdquo;Ehrlichkeit &ndash; gegen&uuml;ber Israel und zu den B&uuml;rgern!&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34275#h06\">Die EU braucht einen radikalen Politikwechsel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34275#h07\">Griechenlands Wirtschaft br&ouml;ckelt an allen Ecken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34275#h08\">Wohlstand in Deutschland: Die Ungleichheit bremst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34275#h09\">Von Luxemburg bis Panama<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34275#h10\">Frankreichs Arbeitsgesetz: Ein heilloses Durcheinander<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34275#h11\">Wie die EU den Zuzug von Fachleuten erzwingen will<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34275#h12\">Verscherbelt die Regierung unsere Autobahnen?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34275#h13\">Berlin und Washington schlie&szlig;en Geheimvertrag<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34275#h14\">E-Health als Herrschaftstechnik des modernen Staates<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34275#h15\">Bilanz des Schreckens<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34275#h16\">R2G<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34275#h17\">Falschmeldungen im Netz &ndash; Teile und herrsche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34275#h18\">Das Dilemma der vorschnellen Berichterstattung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34275#h19\">Zum Buch von Klaus von Beyme: Die Russland-Kontroverse<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>T&uuml;rkei<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Die drohende Entfesselung<\/strong><br>\nDer gescheiterte Putschversuch habe das Selbstbewusstsein der Erdogan-Anh&auml;nger gest&auml;rkt, kommentierte Kemal H&uuml;r. Viele f&uuml;hlten sich nun legitimiert, Frauen ohne Kopftuch zurechtzuweisen und Menschen, die Alkohol trinken, als Ungl&auml;ubige zu verpr&uuml;geln. Erdogan aber habe seine Macht zementiert.<br>\nBundeskanzlerin Angela Merkel verurteilte den Putschversuch in der T&uuml;rkei im Namen der gesamten Regierung auf das Sch&auml;rfste. In gleichem Wortlaut &auml;u&szlig;erten sich auch Regierungsvertreter anderer L&auml;nder. &ldquo;Auf das Sch&auml;rfste verurteilen&rdquo; klingt nach einer diplomatischen Floskel. Aber was soll die Bundeskanzlerin, was sollen Regierungschefs anderer demokratischer Staaten sagen, wenn irgendwo auf der Welt eine Regierung mit Gewalt umgest&uuml;rzt werden soll?<br>\nEin Milit&auml;rputsch oder dessen Versuch muss verurteilt werden, auch wenn er sich gegen einen Despoten wie Recep Tayyip Erdo&#287;an richtet, der zwar vom Volk gew&auml;hlt wurde, doch jegliche Rechtstaatlichkeit mit F&uuml;&szlig;en tritt. Das Milit&auml;r geh&ouml;rt in die Kasernen, nicht in die Parlamente. Doch es ist Vorsicht geboten, wenn Bundesau&szlig;enminister Frank-Walter Steinmeier sagt, die T&uuml;rken h&auml;tten den Panzern die Stirn geboten und sich den demokratischen Grundprinzipien bekannt.<br>\nDie T&uuml;rkei kennt sich aus mit Staatsstreichen. Dreimal hat in der Geschichte der t&uuml;rkischen Republik das Milit&auml;r die jeweilige demokratisch gew&auml;hlte Regierung gest&uuml;rzt und die Macht an sich gerissen. Die Menschen hatten keinerlei M&ouml;glichkeit, sich zu wehren.<br>\nDiesmal stellte sich die Zivilbev&ouml;lkerung scheinbar couragiert und entschlossen, die Demokratie zu verteidigen, vor die Panzer. Doch was auf den ersten Blick wie ein mutiger Widerstand von Demokraten aussah, entpuppte sich als eine Masse von Schl&auml;gertrupps, die bereit waren, f&uuml;r ihren F&uuml;hrer Erdo&#287;an zu t&ouml;ten und, wenn es sein muss, zu sterben.<br>\nSie t&ouml;teten Soldaten, urinierten vor laufenden Kameras auf ihre Leichname, und ganz in Manier des barbarischen IS enthaupteten sie sogar einen Soldaten. Es zeigte sich, dass es derjenige Teil der Bev&ouml;lkerung war, von dem Recep Tayyip Erdo&#287;an immer wieder sagte: &ldquo;Wir halten die 50 Prozent nur mit M&uuml;he zur&uuml;ck. Ein Wort, und sie sind bereit, auf die Stra&szlig;e zu gehen&rdquo;.<br>\nNun sind sie auf die Stra&szlig;e gegangen &ndash; aber nicht f&uuml;r die Demokratie, sondern f&uuml;r ihren F&uuml;hrer. Erdo&#287;ans Gefolgschaft st&uuml;rmte auf die Stra&szlig;en, skandierte lauthals Allah-u Akbar, zeigte den Gru&szlig; der Islamisten und Faschisten. In Istanbul zogen sie durch Stadtteile, wo Aleviten leben und durch Viertel, wo junge Menschen in Caf&eacute;s und Bars Alkohol trinken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/tuerkei-die-drohende-entfesselung.720.de.html?dram:article_id=360406\">Deutschlandfunk<\/a><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Fast stalinistisch anmutende S&auml;uberungsaktion&rdquo;<\/strong><br>\nDas Vorgehen gegen Putschisten in der T&uuml;rkei sorgt in Deutschland f&uuml;r Kritik. Es gehe Erdogan wohl darum, diejenigen festzunehmen, die ohnehin im Fokus gewesen seien, so die Integrationsbeauftragte &Ouml;zoguz. Kurden sehen eine fast &ldquo;stalinistisch anmutende S&auml;uberungsaktion&rdquo;.<br>\nDie Integrationsbeauftragte Aydan &Ouml;zoguz hat die T&uuml;rkei dazu aufgerufen, nach dem Putschversuch rechtsstaatliche Grunds&auml;tze einzuhalten. Es sehe derzeit so aus, als ginge es Staatspr&auml;sident Recep Tayyip Erdogan darum, schnell diejenigen festzunehmen, die ohnehin im Fokus gewesen seien, sagte &Ouml;zoguz im rbb-Inforadio. Trotzdem warne sie vor einem Abbruch aller Gespr&auml;che mit der T&uuml;rkei &uuml;ber einen EU-Beitritt. &Ouml;zoguz sagte weiter, es w&auml;re gut, wenn gerade Deutschland mit seiner besonderen Stellung Ruhe bewahre und deutlich mache, dass weiter geredet werde. Die Menschen in der T&uuml;rkei d&uuml;rften nicht alleine gelassen werden.<br>\nDie Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan &Ouml;zoguz. | Bildquelle: dpagalerieWarnt vor Konflikten in Deutschland: Aydan &Ouml;zoguz.<br>\n&Ouml;zoguz warnte davor, dass sich der Konflikt auf Deutschland ausweiten k&ouml;ntne. &ldquo;Die innert&uuml;rkischen Spannungen zwischen Nationalisten und Kurden oder Erdogan-Anh&auml;ngern und -Gegnern d&uuml;rfen nicht in Deutschland ausgetragen werden&rdquo;, sagte sie der Funke Mediengruppe. Die Ereignisse beunruhigten auch die in Deutschland lebenden t&uuml;rkischst&auml;mmigen B&uuml;rger, betonte die SPD-Politikerin. &ldquo;Viele haben wie ich Familie, Freunde oder Bekannte in der T&uuml;rkei.&rdquo; In deutschen St&auml;dten hatten in der Nacht zum Samstag Tausende Menschen friedlich gegen den Umsturzversuch protestiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/reaktionen-tuerkei-101.html\">Tagesschau<\/a><\/li>\n<li><strong>Europa und die T&uuml;rkei: Rote Linie ohne Konsequenzen<\/strong><br>\nEuropa droht der T&uuml;rkei: Die R&uuml;ckkehr zur Todesstrafe bedeute das Ende der EU-Perspektive. Und Erdogans hartes Vorgehen nach dem Putschversuch? Mahnende Worte m&uuml;ssen reichen.<br>\nFederica Mogherini hat an diesem Montag eine eindeutige Botschaft: &ldquo;Kein Staat, der die Todesstrafe einf&uuml;hrt, kann Mitglied der EU werden&rdquo;, sagt die EU-Au&szlig;enbeauftragte, als sie gemeinsam mit US-Au&szlig;enminister John Kerry vor die Kameras tritt. &ldquo;Das ist in unseren Regeln eindeutig festgelegt.&rdquo; Zudem sei die die T&uuml;rkei als Mitglied des Europarats an die europ&auml;ische Menschenrechtskonvention gebunden &ndash; und die treffe eindeutige Aussagen zur<br>\nTodesstrafe. &ldquo;Ich hoffe, dass ich mich klar ausgedr&uuml;ckt habe.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/tuerkei-und-eu-nach-dem-putsch-todesstrafe-als-rote-linie-a-1103512.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Diese &ldquo;klaren&rdquo; Worte kommen ziemlich genau 12 Jahre zu sp&auml;t. 2004 waren es Angela Merkel und Wolfgang Sch&auml;uble, die der T&uuml;rkei klar machten, dass es mit der EU-Vollmitgliedschaft wohl nichts werden kann &ndash; die EU sei schlie&szlig;lich eine &ldquo;christliche Wertegemeinschaft&rdquo;. Sp&auml;ter schlossen sich auch Fogh Rasmussen und Sarkozy der Sprachregelung der &ldquo;privilegierten Partnerschaft&rdquo; an. Dieses wiederholte Zuschlagen der T&uuml;r nach Europa war &uuml;brigens sehr gute Wahlkampfmunition f&uuml;r Erdogan. Der EU-Zug ist f&uuml;r ihn jedoch l&auml;ngst abgefahren. Erdogan will die T&uuml;rkei doch gar nicht mehr in die EU f&uuml;hren, sondern aus der T&uuml;rkei eine Hegemonialmacht im Nahen Osten machen. Da kommt ihm die Verbalschelte aus Br&uuml;ssel sogar gelegen. Von der EU l&auml;sst er sich auch nicht mit noch so &ldquo;klaren&rdquo; Worten nicht beeindrucken. Sp&auml;testens seit dem &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31998\">Merkel-Plan<\/a>&rdquo; wei&szlig; Erdogan, dass er die EU in der Tasche hat und nicht umgekehrt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Von Lale Akg&uuml;n aus Facebook<\/strong><br>\n<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lale_Akg%C3%BCn\">Dieser Text der bekannten deutschen Politikerin<\/a> stammt vom Samstag, den 16. Juli um 9:42 Uhr. Das ist beachtlich. (Albrecht M&uuml;ller)<br>\nIch bin mit milit&auml;rischen Gegebenheiten nicht besonders vertraut, aber der &ldquo;Ablauf&rdquo; dieses Milit&auml;rputsches erscheint sehr seltsam. Die Milit&auml;rs besetzen den unwichtigen Staatssender TRT, w&auml;hrend alle AKP-POLITIKER, einschlie&szlig;lich Erdogan, auf den privaten Sendern Interviews geben. Erdogan ist sechs Tage weg und taucht dann auf, macht ein Interview aus seinem Versteck und fordert alle auf, auf die Stra&szlig;e zu gehen, was seine Anh&auml;nger auch sofort befolgen. Dazu die stark religi&ouml;se Komponente des &ldquo;Widerstands&rdquo;. Um 22.00 Uhr wird geputscht, um 1.00 Uhr ist die demokratische Ordnung wiederhergestellt. Wenn ich eins + eins zusammen z&auml;hle, komme ich nicht umhin, denen Recht zu geben, die schon um 23.00 Uhr des 15. Juli von einer &ldquo;Inszenierung &rdquo; der Regierung sprachen. W&auml;re so etwas m&ouml;glich?<br>\nDie Gr&uuml;nde liegen auf der Hand:<br>\n1. Die Zivildiktatur voran treiben.<br>\n2. Die immer st&auml;rker werdende Kritik aus dem Ausland zum Schweigen bringen.<br>\n3. Eine S&auml;uberungsaktion beim Milit&auml;r durchf&uuml;hren, um die verbliebenen G&uuml;len Anh&auml;nger zu eliminieren. Diese S&auml;uberungsaktion wird auch die Justiz und die Polizei betreffen.<br>\nIch nehme an, Erdogan wird in den n&auml;chsten Stunden als strahlender Held in Istanbul ankommen, gest&auml;rkt wie nie zuvor. (W&auml;re das nicht eine gute Gelegenheit, Istanbul wieder zur Hauptstadt zu erkl&auml;ren? Das Parlamentsgeb&auml;ude in Ankara ist wohl auch angegriffen worden).<br>\nDie Opfer der gestrigen Nacht nennt man wohl menschenverachtend und zynisch &ldquo;Kollateralschaden&rdquo;. Wie schade um die jungen Menschen, die man verf&uuml;hrt hat, gestern Nacht &ldquo;Milit&auml;rputsch &rdquo; zu spielen. Meine Gedanken sind bei den Demokraten in der T&uuml;rkei. Nach der Machtdemonstration des sunnitischen Islam gestern Nacht, ganz besonders bei den alevitischen B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern. Auf sie warten ganz besonders schwere Zeiten.\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Im Moment bekommen alle B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger eine SMS von Erdogan auf ihre Mobiltelefone, mit dem Inhalt, da&szlig; der Putschversuch niedergeschlagen worden ist.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Amnesty-Bericht zu &Auml;gypten &ndash; Tausende verschleppt und gefoltert<\/strong><br>\nDie &auml;gyptische Regierung geht hart gegen ihre Kritiker vor. Seit 2013 seien Tausende Regimegegner &ndash; darunter auch Kinder &ndash; verschleppt worden, berichtet Amnesty International. Folter wie Elektroschocks sei in Gef&auml;ngnissen des Geheimdienstes an der Tagesordnung. [&hellip;]<br>\nSeit der Amtsenthebung Mursis im Sommer vor drei Jahren seien mindestens 34.000 Menschen nach unfairen Prozessen oder auch ohne Gerichtsverfahren inhaftiert worden, hie&szlig; es. Hunderte seien zum Tode verurteilt worden. Nach Angaben lokaler Nichtregierungsorganisationen verschleppten Sicherheitskr&auml;fte pro Tag durchschnittlich drei bis vier Menschen und hielten sie willk&uuml;rlich f&uuml;r Tage oder auch Monate auf Polizeiwachen oder in Geb&auml;udekomplexen des Geheimdienstes mitten in Kairo und Alexandria fest.<br>\nStaatliche Sicherheitsdienste, insbesondere der &auml;gyptische Geheimdienst National Security Agency, w&uuml;rden seit anderthalb Jahren unter dem Vorwand der Terrorismusbek&auml;mpfung willk&uuml;rlich politische Aktivisten und Demonstranten festnehmen. Seit dem Amtsantritt von &Auml;gyptens Innenminister Magdi Abd el-Ghaffar im M&auml;rz 2015 sei die Zahl der Opfer deutlich gestiegen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/aegypten-amnesty-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Nur noch einmal zur Erinnerung: Wir reden hier &uuml;ber die Milit&auml;rjunta, deren Putsch laut deutscher und amerikanischer Regierung nicht &bdquo;Putsch&ldquo; genannt werden darf. Lieber eine brutale Folterjunta als eine demokratische Regierung <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18380\">aus den Reihen der Muslimbr&uuml;der<\/a> lautet &bdquo;unser&ldquo; Motto. Und dann wundern &bdquo;wir uns&ldquo;, wenn die arabische Welt unsere L&uuml;gen nicht mehr ernst nimmt?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Labour<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Jeremy Corbyn vows to vote against Trident renewal as Labour divisions deepen<\/strong><br>\nJeremy Corbyn insisted he would put nuclear disarmament at the heart of his leadership re-election campaign as he promised to vote against the renewal of Trident in a Commons debate that will expose deep divisions within the Labour party.<br>\nIn an interview with the Guardian at the Tolpuddle festival in Dorset, the party leader added that he would like Labour to switch to supporting unilateralism ahead of the motion that will likely cause MPs to split three ways on the future of the deterrent.<br>\n&ldquo;I will be voting against continuous at-sea deterrent, because it rules out any compliance with the nuclear non-proliferation treaty,&rdquo; he said. &ldquo;I&rsquo;ve been involved in peace transformation all of my life, and I think we&rsquo;ve got an opportunity to show leadership in the world.&rdquo;<br>\nHe said that although party policy was formally pro-renewal, he hoped to reverse that over time and formally commit Labour to disposing of Britain&rsquo;s nuclear weapons unilaterally. &ldquo;I recognise people are going to take some time to get into that position [unilateralism], but I ask them to look at the world as it is,&rdquo; he said.<br>\nHis stance differs from that of his key allies Emily Thornberry and Clive Lewis, shadow foreign and defence secretaries respectively, who revealed in a Guardian article on Saturday that they will abstain in Monday&rsquo;s vote. Many other Labour MPs, including Corbyn&rsquo;s two challengers Owen Smith and Angela Eagle, say they will vote for renewal. Labour MPs have been given a free vote on the issue.<br>\nCorbyn said he would spend his leadership re-election campaign this summer taking his message to &ldquo;left-behind Britain&rdquo; and confidently predicted he would see off his challengers and go on to beat Theresa May in a general election.<br>\nCorbyn has been hit by scores of resignations and has failed to win the backing of 80% of his MPs in a confidence ballot since Britain voted to leave the European Union in June&rsquo;s referendum. Two former members of the shadow cabinet, Eagle and Smith, launched challenges against his leadership last week.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.theguardian.com\/politics\/2016\/jul\/17\/corbyn-puts-trident-fore-labour-divisions-deepen\">the guardian<\/a><\/li>\n<li><strong>Ex-Gewerkschaftsfunktion&auml;rin und Ex-Pfizer-Lobbyist wollen Corbyn st&uuml;rzen<\/strong><br>\nAnstatt einer Vorsitzendenurwahl bei den Tories, die sich ohne eine solche Befragung auf Theresa May einigten, gibt es nun eine bei der Labour Party, in der letzte Woche nicht nur die ehemalige Gewerkschaftsfunktion&auml;rin Angela Eagle den aktuellen Vorsitzenden Jeremy Corbyn herausforderte: Kurz nach ihr stieg auch der ehemalige Pfizer-Lobbyist Owen Smith in den Ring. Er will die zerstrittene Partei einen, indem er nicht Corbyns Politik kritisiert, sondern dessen fehlende F&uuml;hrungsqualit&auml;ten.<br>\nSmith geh&ouml;rte &ndash; ebenso wie Eagle &ndash; bis zum Brexit-Referendum Corbyns Schattenkabinett an und war dort f&uuml;r Arbeit und Rente zust&auml;ndig. Angeblich wollte er vor seinem eigenen Antreten den im letzten Jahr gew&auml;hlten Vorsitzenden &uuml;berzeugen, von sich aus zur&uuml;ckzutreten, nachdem drei Viertel der Labour-MPs Corbyn ihr Misstrauen aussprachen, was den Tory-Altpremier David Cameron dazu veranlasste, den Oppositionsf&uuml;hrer mit dem Schwarzen Ritter aus dem Film Monty Python and the Holy Grail zu vergleichen. Dieser von John Cleese gespielte Br&uuml;ckenw&auml;chter verliert im Kampf nach und nach Arme und Beine, verweigert aber auch dann noch das Eingest&auml;ndnis der Niederlage, als er nur noch aus Kopf und Rumpf besteht.<br>\nBei der Verweigerung des R&uuml;cktritts beriefen sich der Politiker und seine Unterst&uuml;tzer darauf, dass die Entscheidung &uuml;ber den Vorsitzenden nicht Sache der Abgeordneten und Corbyn an der Parteibasis weiterhin beliebt sei, weshalb er eine neue Urwahl gegen Angela Eagle oder einen anderen Herausforderer gewinnen w&uuml;rde. Eine kurz darauf ver&ouml;ffentliche YouGov-Umfrage weckte jedoch Zweifel an dieser Einsch&auml;tzung: Ihr zufolge sank das Vertrauen der Labour-Mitglieder in ihren Vorsitzenden seit Mai um 21 Punkte von 72 auf 51 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/48\/48861\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das was die Parlamentsfraktion und die Blairisten hier versuchen ist an Widerw&auml;rtigkeit nicht zu &uuml;berbieten. Die Hoffnung vieler Menschen wird mit F&uuml;&szlig;en getreten. Welche Interessen vertreten diese Herrschaften eigentlich?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Ein Wort der Reue<\/strong><br>\nAngela Merkel sollte zugeben, dass ihre Unterst&uuml;tzung f&uuml;r den Irakkrieg von 2003 ein Fehler war.<br>\nSehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, in der vergange- nen Woche hat eine Kommission im Auftrag des britischen Unterhauses unter Leitung von Sir John Chilcot nach siebenj&auml;hriger Arbeit ihren Untersuchungsbericht zum Engagement Gro&szlig;britanniens im Irakkrieg im Jahr 2003 vorgelegt. Sir Chilcot sprach bei der Pr&auml;sentation von einer Intervention, die &bdquo;furchtbar schieflief, mit Konsequenzen bis zum heutigen Tag&ldquo;.<br>\nSie wollten damals, dass Deutschland die &bdquo;Koalition der Willigen&ldquo; unterst&uuml;tzt. Im M&auml;rz 2003 sagten Sie in der ARD-Sendung &bdquo;Gabi Bauer&ldquo;: &bdquo;Man hatte einen Punkt erreicht, an dem Krieg unvermeidbar geworden war. Bei einem Nichthandeln w&auml;re der Schaden noch gr&ouml;&szlig;er gewesen.&ldquo; Denken Sie immer noch so? Sind die Ergebnisse der Chilcot-Kommission, die das genaue Gegenteil festgestellt hat, aus Sicht der Bundesregierung falsch?<br>\nZum damaligen Bundeskanzler Schr&ouml;der sagten Sie am 13. Februar 2003 im Deutschen Bundestag, er sei mit seiner Haltung &bdquo;seit Wochen auf einem Irrweg&ldquo;. Jetzt haben wir es amtlich: Er war als einer der wenigen auf dem richtigen Weg!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.peter-gauweiler.de\/data\/documents\/2016\/07\/17\/4-578b4ebbaba17.pdf\">Peter Gauweiler und Willy Wimmer im SPIEGEL<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>&bdquo;Ehrlichkeit &ndash; gegen&uuml;ber Israel und zu den B&uuml;rgern!&ldquo;<\/strong><br>\nUnter dieser &Uuml;berschrift erschien am 17.7.2016 im schweizerischen infosperber ein Artikel des ehemaligen deutschen Diplomaten Dr. Gerhard Fulda. Er analysiert dort die deutsche Israel- und Pal&auml;stinapolitik anhand der einschl&auml;gigen Formulierung im geltenden Koalitionsvertrag und macht einen konkreten Vorschlag f&uuml;r die k&uuml;nftige Formulierung im Koalitionsvertrag einer neuen Bundesregierung im Jahr 2017.<br>\nF&uuml;r Interessierte sehr lesenswert.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160719_mauer.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p>Mauern, bis zu 9m hoch, trennen auf der Westbank Menschen. Sind die Mauern in Deutschland vergessen?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.infosperber.ch\/Artikel\/Politik\/Israel-Palastina-Anerkennung-Siedlungspolitik-Fulda\">Infosperber<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Die EU braucht einen radikalen Politikwechsel<\/strong><br>\nDie falsche Politik in der Eurokrise hat dazu beigetragen, dass die Briten die EU verlassen wollen. Die EU muss ihr Wohlstandsversprechen einl&ouml;sen, sonst geht sie unter.<br>\nGro&szlig;britannien h&auml;tte sich wom&ouml;glich nie f&uuml;r einen Brexit entschieden, wenn nicht zuvor die Eurozone so spektakul&auml;r gescheitert w&auml;re. Die Zukunft der EU h&auml;ngt in dieser nun beginnenden Umbruchphase entscheidend davon ab, ob die wirtschaftlichen und politischen Fehler der Vergangenheit r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht werden.<br>\nEin Ziel der Euro-Einf&uuml;hrung war, den Volkswirtschaften in der EU dabei zu helfen, enger zusammenzuwachsen. Indem man die Gefahr einer Abwertung der eigenen W&auml;hrung und die Kosten des grenz&uuml;berschreitenden Handels verringert, sollten Investitionen innerhalb der Eurozone stimuliert werden und sich Einkommen, Besch&auml;ftigung und Staatsfinanzen angleichen. Ungl&uuml;cklicherweise passierte genau das Gegenteil.<br>\nSelbst die Europ&auml;ische Zentralbank hat im Juli 2015 einger&auml;umt: Der Euro hat die Volkswirtschaften der Eurozone weiter auseinandergetrieben. Ein Bericht des Internationalen W&auml;hrungsfonds aus dem Jahr 2013 belegt au&szlig;erdem, dass Kapitalzufl&uuml;sse von Kreditgebern wie Deutschland an Nichtmitglieder der Eurozone wie Polen oder Ungarn tats&auml;chlich zu produktiven Direktinvestitionen wurden. Dagegen waren die Kapitalzufl&uuml;sse in Mitgliedstaaten der Eurozone meist Bankkredite, die die Bildung spekulativer Blasen beg&uuml;nstigt haben.<br>\nDer Haupteffekt des Euros war also letztlich, Kreditgebern das Risiko und den Schmerz einer W&auml;hrungsabwertung zu nehmen und den schw&auml;cheren Europ&auml;ern das Risiko und den Schmerz von fallenden Einkommen aufzub&uuml;rden.<br>\nAber der wom&ouml;glich schlimmste politische Fehler war die Frage, die sich die politische F&uuml;hrung in der Krise gestellt hat. Wenn die USA in eine tiefe Krise rutschen &ndash; wie 1971 oder 2008 &ndash;, dann versammeln sich die Entscheidungstr&auml;ger in Washington um einen runden Tisch und suchen nach Antworten auf eine ganz simple Frage: Wie k&ouml;nnen wir verhindern, dass diese Krise uns aufzehrt?<br>\nAls jedoch die W&auml;hrungsunion von der Eurokrise getroffen wurde, haben sich die Entscheidungstr&auml;ger eine vollkommen andere Frage gestellt: Wie k&ouml;nnen wir so tun, als ob die Regeln der Eurozone weiterhin eingehalten werden, obwohl sie nicht durchzusetzen sind? Die Antwort auf diese Frage ist niemals eine gute Antwort auf die erste Frage, die sich die US-Verantwortlichen stellen. Tats&auml;chlich f&uuml;hrt die europ&auml;ische Fragestellung zu Ma&szlig;nahmen, die die Krise noch vertiefen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2016-07\/euro-krise-eu-brexit-europa-yanis-varoufakis\/komplettansicht\">Yanis Varoufakis in der Zeit<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Griechenlands Wirtschaft br&ouml;ckelt an allen Ecken<\/strong><br>\nGriechenlands Wirtschaft steht auf t&ouml;nernen F&uuml;&szlig;en. Nichts funktioniert. Die Regierung Tsipras kn&uuml;pft an die Vorg&auml;nger an: Sie versagt auf ganzer Linie. [&hellip;]<br>\nDoch nicht nur die Menschen sind in Schockstarre, auch die Wirtschaft ist wie festgefroren. Seit Jahren schon hemmt die Kreditklemme die wirtschaftliche Erholung des Landes. Die angeschlagenen Banken wurden zwar mit viel Geld rekapitalisiert, doch die Gelder zirkulieren nicht. Vor allem Klein- und Mittelunternehmen leiden an der extremen Risikoscheu der Banken. L&auml;ngst abgest&uuml;rzt ist der Bausektor. H&auml;user und Wohnungen werden weder gebaut noch gekauft oder verkauft. Selbst aus EU-Strukturfonds finanzierte Bauvorhaben sind eingefroren. Br&uuml;ssel verd&auml;chtigt die griechische Bauwirtschaft der Preisabsprache. Griechenland erlebe eine Periode der Stabilit&auml;t und des Aufschwungs, erkl&auml;rte neulich Regierungschef Alexis Tsipras. Ein frommer Wunsch.<br>\nIn Wirklichkeit br&ouml;ckelt Griechenlands auf t&ouml;nernen F&uuml;&szlig;en stehende Wirtschaft an allen Ecken: sinkende Konsumnachfrage, Einbruch von Importen und Exporten, eine brachliegende Stahlindustrie, Schlie&szlig;ung von 15.000 Unternehmen im vergangenen halben Jahr, Firmensitzverlegungen ins Ausland, fehlende Investoren und Investitionen, ein um 1,4 Prozent geschrumpftes Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2016, das Ganze gekr&ouml;nt von einer Rekordarbeitslosenzahl, wobei nahezu alle Arbeitslosen aus der Privatwirtschaft stammen, die im Gegensatz zum &ouml;ffentlichen Sektor &uuml;ber keine Lobby in der Regierung verf&uuml;gt.<br>\nHinzu kommt eine von Liquidit&auml;tsengp&auml;ssen, &Uuml;berbesteuerung, mangelnder Nachfrage und den seit einem Jahr anhaltenden Kapitalverkehrskontrollen befeuerte Pleitewelle, die das Land derzeit wie ein Erdbeben ersch&uuml;ttert. Im April meldete die 1950 gegr&uuml;ndete Einzelhandelskette Elektroniki Athinon Konkurs an. Ebenso pleite gingen der Gummiproduzent Contitech, die Papierfabrik Softex und Jetoil, die drittgr&ouml;&szlig;te Tankstellenkette Griechenlands, deren Mitbegr&uuml;nder und Eigent&uuml;mer sich vor wenigen Tagen erschoss.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/eurokrise\/griechenland\/die-griechische-wirtschaft-broeckelt-14340574.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Tsipras hat anscheinend keine tragf&auml;hige Strategie gehabt und viele Wahlversprechen gebrochen. Letztendlich konnte er den klaffenden Widerspruch zwischen den Anforderungen, die von der Troika oktroyierte Austerit&auml;tspolitik zu beenden und gleichzeitig im Euro zu bleiben, nicht aufl&ouml;sen. Tsipras aber die extrem hohe Arbeitslosigkeit und Unternehmenspleiten wegen der katastrophal niedrigen Nachfrage anzulasten, als h&auml;tten diese Probleme nicht schon bei Tsipras Amtsantritt bestanden, und gleichzeitig (noch mehr) &ldquo;Strukturreformen&rdquo; (niedrigere L&ouml;hne, niedrigere Renten, also sinkende Nachfrage) zu fordern, zeugt vor allem davon, da&szlig; bei der FAZ das geistig-ideologische Fundament nicht br&ouml;ckelt, sondern schon l&auml;ngst weggebr&ouml;selt ist. Die eklatante Schizophrenie der FAZ, die Folgen der jahrelange von ihr selbst geforderten Politik zu beklagen, f&auml;llt dem Redakteur anscheinend nicht auf.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Wohlstand in Deutschland: Die Ungleichheit bremst<\/strong><br>\nWachstum ist nicht gleich Wohlstand. Ein Heidelberger Institut hat ermittelt, dass in den vergangenen 25 Jahren die Wirtschaftsleistung um 30 Prozent, der Wohlstand aber nur um vier Prozent gestiegen ist.<br>\nDie ungleiche Verteilung der Einkommen wirkt sich als Wohlstandsbremse aus. W&auml;hrend das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen 1991 und 2014 um gut 30 Prozent stieg, erh&ouml;hte sich der &bdquo;gesamtwirtschaftliche Wohlstand&ldquo; nur um vier Prozent. Und das h&auml;ngt ganz wesentlich zusammen mit der zunehmenden Spreizung der Einkommen. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls das Heidelberger Institut f&uuml;r Interdisziplin&auml;re Forschung bei der Berechnung des &bdquo;Nationalen Wohlfahrtsindex 2016 (NWI)&ldquo;. Der NWI ber&uuml;cksichtigt, anders als die &bdquo;normale&ldquo; Wachstumsrate, die Verteilung der Einkommen, den Ressourcenverbrauch und die Umweltbelastungen sowie Kosten der Kriminalit&auml;t und von Verkehrsunf&auml;llen. Alles in allem werden 20 Komponenten erhoben, &bdquo;um ein realistisches Bild der Wohlfahrtsentwicklung zu erhalten&ldquo;, wie es in einem Papier der gewerkschaftlichen Hans-B&ouml;ckler-Stiftung hei&szlig;t, die den Index in Auftrag gegeben hat. Insgesamt, so die Heidelberger Wissenschaftler, zeige der NWI &bdquo;ein deutlich differenzierteres Bild als das BIP&ldquo; &uuml;ber den Wohlstand hierzulande.<br>\nEine Komponente bei der Berechnung des Indexes ist der private Konsum und damit auch die Verteilung der Einkommen. &bdquo;Wird die Verteilung ausgeglichener, gibt das Pluspunkte beim Konsum, ansonsten f&uuml;hrt es zu einem Abzug.&ldquo; Das erkl&auml;rt sich mit der h&ouml;heren Konsumquote von Personen und Haushalten mit niedrigerem Einkommen. Umgekehrt verpuffen gesamtwirtschaftlich gesehen h&ouml;here Einkommen bei Wohlhabenden, da diese kaum mehr konsumieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/wohlstand-in-deutschland-die-ungleichheit-bremst\/13866080.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Von Luxemburg bis Panama<\/strong><br>\nDurch Steueroasen und die Anonymit&auml;t von Schattenfinanzpl&auml;tzen entziehen die Reichen und M&auml;chtigen der Allgemeinheit jedes Jahr hunderte Milliarden Euro.<br>\nLuxemburg Leaks und Panama-Papers &ndash; nur die Spitze des Eisbergs &ndash; zeigen zwei Seiten dieser Parallelwelt: auf der einen Seite, wie Steueroasen funktionieren, auf der anderen Seite wie die Regierungen diese Praktiken unterst&uuml;tzen. Die Panama-Papers gaben einen Einblick in die Welt der Briefkastenfirmen und Offshore-Konten, durch die Super-Reiche mit Unterst&uuml;tzung von Banken und Kanzleien ihre Eink&uuml;nfte und Verm&ouml;gen der Steuer entziehen.<br>\nDie Luxemburg Leaks hingegen illustrieren die Komplizenschaft der Regierungen der Europ&auml;ischen Union (EU), die internationalen Konzernen wie Apple, Google &amp; Co. durch aggressive Steuerplanung<br>\nMini-Steuers&auml;tze auf ihre Gewinne erm&ouml;glichen: oft unter einem Prozent statt der beispielsweise in Deutschland geltenden 30 Prozent. Aber es geht nicht nur um Abzocke. Bei den Panama-Papers steht Geldw&auml;sche im Mittelpunkt. So vermittelt die Kanzlei Mossack Fonseca ScheindirektorInnen f&uuml;r Briefkastenfirmen (etwa fr&uuml;here Ehefrauen von Firmengr&uuml;nder Fonseca), um die wahren InhaberInnen,<br>\nwie die Oetkers und Quandts, zu verdecken. Die Super-Reichen und die Super-Kriminellen sind siamesische Zwillinge. Denn hohe Renditen gibt es meist mit dunklen Gesch&auml;ften wie Korruption,<br>\nBestechung, Drogen-, Waffen- oder Menschenhandel. Auch TerroristInnen und Geheimdienste nutzen Briefkastenfirmen, um ihre Aktivit&auml;ten zu verschleiern. Daf&uuml;r m&uuml;ssen die Super-Reichen und Mafiosi ihr Geld nicht unbedingt nach Panama schicken. Die USA sind mit Bundesstaaten wie Delaware ganz vorne dabei. Dort gibt es einen unauff&auml;lligen Flachbau, wo alleine &uuml;ber 200.000 Unternehmen<br>\nihre Adresse haben.<br>\nAuch Deutschland ist laut Bundeskriminalamt ein Paradies f&uuml;r Geldw&auml;sche. Die Bundesregierung sperrt sich gegen ein &ouml;ffentliches Register der wahren Inhaber von Briefkastenfirmen. Kontrollen gegen<br>\nGeldw&auml;sche sind in Deutschland mangelhaft, Strafen f&uuml;r Beihilfe der Banken l&auml;cherlich und die Aufsicht durch die zust&auml;ndige Bundesanstalt f&uuml;r Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unterirdisch. Insbesondere im Immobilienbereich bl&uuml;ht die Geldw&auml;sche in Deutschland. Die Kriminellen erwerben statt der Immobilie oft Anteile einer Objektgesellschaft. Die Anteile lassen sich mit schmutzigem Geld kaufen und f&uuml;r sauberes Geld verkaufen. Dabei wird gleich die Grunderwerbssteuer gespart.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.rosalux.de\/publication\/42489\/kapital-kriminell.html\"> Rosa-Luxemburg-Stiftung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Frankreichs Arbeitsgesetz: Ein heilloses Durcheinander<\/strong><br>\nW&auml;hrend die sozialen Spannungen Frankreich zu blockieren drohen und die Regierung weiterhin den Dialog und Kompromiss verweigert, erweist sich das Gesetz zur Reform des Arbeitsmarkts immer deutlicher als das, was es ist: ein heilloses Durcheinander, ein weiteres in einer f&uuml;nfj&auml;hrigen verpatzten Regierungszeit, und vielleicht das schlimmste. Die Regierung will uns glauben machen, dass sie den Preis daf&uuml;r zahlt, Reformen voranzubringen, und dass sie allein gegen alle Formen von Konservatismus k&auml;mpft. Die Wahrheit sieht auch bei diesem Thema anders aus: Die Regierungsmacht vervielf&auml;ltigt die Improvisationen, L&uuml;gen und den handwerklichen Pfusch.<br>\nDas zeigte sich bereits beim Thema Wettbewerbsf&auml;higkeit. Die Regierung stieg damit ein, dass sie &ndash; zu Unrecht &ndash; die K&uuml;rzungen der Arbeitgeberbeitr&auml;ge zur&uuml;cknahm, die die vorherige Regierung veranlasst hatte, bevor sie ein unwahrscheinliches Monsterverfahren startete, und zwar in Form eines Steuerkredits, der darauf zielte, den Unternehmen einen Teil der ein Jahr zuvor geleisteten Beitr&auml;ge zu erstatten, wobei sie einen enormen Reibungsverlust wegen des Mangels an Verst&auml;ndlichkeit und Nachhaltigkeit ihrer Ma&szlig;nahmen bewirkte. Stattdessen h&auml;tte sie eine ehrgeizige Reform der Finanzierung der Sozialversicherung angehen sollen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.arbeit-wirtschaft.at\/frankreichs-arbeitsgesetz-ein-heilloses-durcheinander\/\">blog.arbeit-wirtschaft.at<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Wie die EU den Zuzug von Fachleuten erzwingen will<\/strong><br>\nDie Blue-Card-Regeln f&uuml;r hochqualifizierte Zuwanderer sollen gelockert werden und europaweit einheitlich gelten &ndash; gegen den Widerstand vieler Staaten. Experten f&uuml;rchten die Ablehnung der Bev&ouml;lkerung.<br>\nDie Europ&auml;ische Kommission plant eine st&auml;rkere &Ouml;ffnung der EU f&uuml;r hochqualifizierte Zuwanderer aus Drittstaaten. Neue Regeln sollen die 2012 eingef&uuml;hrte Blue Card f&uuml;r Fachkr&auml;fte aus aller Welt attraktiver machen und den Wechsel des Arbeitsplatzes innerhalb der EU erleichtern. Au&szlig;erdem soll die Gehaltsgrenze abgesenkt werden und ein Daueraufenthaltsrecht schneller gew&auml;hrt werden.<br>\nK&uuml;nftig sollen auch hochqualifizierte Fl&uuml;chtlinge diesen Aufenthaltstitel beantragen k&ouml;nnen. Zudem hat die EU-Kommission in ihrem k&uuml;rzlich vorgelegten Aktionsplan klargestellt, dass sie es nicht l&auml;nger hinnehmen will, dass die Mitgliedsstaaten parallel zur Blue Card weiter ihre nationalen Regeln f&uuml;r die Zuwanderung von Hochqualifizierten anwenden.<br>\nIn Deutschland regt sich jetzt Widerstand gegen die angek&uuml;ndigte Reform der Blue-Card-Regelung. &ldquo;Der EU-Vorsto&szlig; kommt zur Unzeit&rdquo;, sagt Thomas Bauer, Mitglied im Sachverst&auml;ndigenrat deutscher Stiftungen f&uuml;r Integration und Migration. &ldquo;Gerade mit Blick auf den Brexit, bei dem die Angst der Bev&ouml;lkerung vor einer zu starken Zuwanderung eine ma&szlig;gebliche Rolle gespielt hat, sind die Pl&auml;ne f&uuml;r liberalere Blue-Card-Regeln das vollkommen falsche Signal.&rdquo;<br>\nBauer, der Vizepr&auml;sident des Rheinisch-Westf&auml;lischen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung (RWI) ist, r&auml;t der Kommission dazu, die derzeitige Situation zu akzeptieren und die weitere Entwicklung in Ruhe abzuwarten. &ldquo;Jetzt mit der Brechstange die Mitgliedsstaaten zwingen zu wollen, ihre teils durchaus erfolgreichen nationalen Regeln zugunsten einer einheitlichen EU-Regelung aufzugeben, ist kein erfolgversprechender Ansatz.&rdquo;<br>\nZumal es keineswegs in allen L&auml;ndern einen Mangel an Fachkr&auml;ften gebe. Mitgliedsstaaten an der Peripherie wie Spanien oder Italien h&auml;tten vielmehr mit hoher Jugendarbeitslosigkeit zu k&auml;mpfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article157115682\/Wie-die-EU-den-Zuzug-von-Fachleuten-erzwingen-will.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Die Pl&auml;ne der EU-Kommission sind derma&szlig;en absurd und weltfremd, da&szlig; sogar die Arbeitgeberlobbyistin Dorothea Siems leise Zweifel &auml;u&szlig;ert. Angesichts einer Jugendarbeitslosigkeit von teilweise 40 oder 50 Prozent in Italien, Spanien und Griechenland, auch f&uuml;r Ingenieure, &Auml;rzte u. a., ausgerechnet einen Fachkr&auml;ftemangel zu konstatieren, ist einfach grotesk. Die EU hat also null Bereitschaft, sich um die realen Probleme in ihren Mitgliedstaaten zu k&uuml;mmern, hier die Massenarbeitslosigkeit und Verarmung breiter Bev&ouml;lkerungsschichten, und phantasiert stattdessen Pseudoprobleme herbei. Die v&ouml;llige Verkennung der Sachlage gilt im &Uuml;brigen auch f&uuml;r Deutschland, wo es ebenfalls keinen Fachkr&auml;ftemangel gibt, sondern im Gegenteil einen Mangel an vern&uuml;nftig bezahlten Stellen und ebenfalls millionenfache Massenarbeitslosigkeit. Mit den geplanten Ma&szlig;nahmen arbeitet die EU weiter auf ihre Abschaffung hin. Man kann froh sein, da&szlig; wenigstens der Brexit zum Innehalten zwingt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Verscherbelt die Regierung unsere Autobahnen?<\/strong><br>\n[&hellip;] Die Bundesregierung plant, die Autobahnen in eine eigene Gesellschaft auszugliedern, eine Art Autobahn AG. Daf&uuml;r will sie sogar die Verfassung &auml;ndern. Ein Entwurf, der dazu kursiert, sieht vor, dass Versicherungen, Pensionsfonds und Banken bis zu 49 Prozent der Anteile an dieser Gesellschaft &uuml;bernehmen k&ouml;nnten. Das w&uuml;rde eine echte Privatisierung bedeuten. V&ouml;llig unklar ist aber, aus welchem der drei beteiligten Ministerien der Entwurf stammt. Die ZEIT hat im Wirtschafts-, Finanz- und Verkehrsministerium nachgefragt. Alle drei haben nur ausweichend geantwortet, betonen aber, dass die Autobahngesellschaft vollst&auml;ndig im Besitz des Bundes bleiben soll. Die Echtheit des &ouml;ffentlich gewordenen Entwurfs aber dementieren sie auch nicht.<br>\nJa, was denn nun? Selbst gestandene Verkehrspolitiker sind ratlos. Und vielleicht liegt genau darin die Strategie der Bundesregierung. Eigentlich w&uuml;rde man ja erwarten, dass es einen Aufschrei ausl&ouml;st, wenn der Staat mit dem Gedanken spielt, einen betr&auml;chtlichen Teil seiner Infrastruktur zu verscherbeln und daf&uuml;r sogar Hand an das Grundgesetz legt. Doch au&szlig;erhalb von Fachzirkeln werden die Pl&auml;ne kaum diskutiert. Das hat auch mit der Geheimniskr&auml;merei der Bundesregierung zu tun. Obwohl die Verfassung noch in dieser Legislaturperiode ge&auml;ndert werden soll, beantwortet sie die Anfragen von Abgeordneten und Journalisten nur wortkarg. Ihren Beteuerungen, die Autobahnen blieben im alleinigen Besitz des Staates, glaubt nicht jeder. &ldquo;Ein Verkauf w&auml;re extrem unpopul&auml;r, also versichert die Bundesregierung das Gegenteil. Die Frage ist nur, ob sich das dann auch in der Verfassungs&auml;nderung widerspiegelt oder ob man dort bewusst so schwammig formuliert, dass eine Ver&auml;u&szlig;erung von Anteilen eben doch m&ouml;glich ist&rdquo;, sagt Anton Hofreiter, der Fraktionsvorsitzende der Gr&uuml;nen.<br>\nDie Alternative zum Verkauf von Anteilen der Gesellschaft w&auml;re eine versteckte Privatisierung. Die Autobahn-Gesellschaft bliebe zwar zu hundert Prozent beim Bund, w&uuml;rde aber eigene Anleihen ausgeben und an Versicherungen und Banken verkaufen. Diese w&uuml;rden der Gesellschaft also eine Art Kredit geben &ndash; vorausgesetzt nat&uuml;rlich, sie erhielten im Gegenzug eine attraktive Rendite.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2016\/28\/autobahnen-privatisierung-koalition\">Zeit<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Eigentlich m&uuml;sste dieser Skandal jeden Tag in den Medien thematisiert werden. Bis auf vereinzelte Artikel wie diesen herrscht aber Schweigen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Berlin und Washington schlie&szlig;en Geheimvertrag<\/strong><br>\nTrotz Snowden- und NSA-Aff&auml;re: Deutschland und die Vereinigten Staaten wollen im Kampf gegen den Terror wieder so eng wie m&ouml;glich zusammenarbeiten. Im Eiltempo setzen sie nun ein Geheimabkommen um.<br>\nNur wenige Tage nach den Terroranschl&auml;gen von Br&uuml;ssel stieg James R. Clapper in ein Flugzeug nach Deutschland. Der knarzige 75-J&auml;hrige mit Glatze, Brille und Kinnbart ist f&uuml;r den amerikanischen Pr&auml;sidenten Barack Obama der wichtigste Mann im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Er ist der Geheimdienstkoordinator der USA.<br>\nTrotz der Snowden-Aff&auml;re r&uuml;cken Amerika und Europa wieder n&auml;her zusammen, auch weil die Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus gr&ouml;&szlig;er denn je ist. Genau darum ging es beim Besuch von Clapper Anfang April. K&uuml;nftig sollen Informationen &uuml;ber gef&auml;hrliche Islamisten besser ausgetauscht und blinde Flecken im Antiterrorkampf verhindert werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article157098673\/Berlin-und-Washington-schliessen-Geheimvertrag.html\">Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>E-Health als Herrschaftstechnik des modernen Staates<\/strong><br>\nDer Soziologe Oliver Decker von der Universit&auml;t Leipzig hat schon 2005 gesagt, dass es bei dem eGK-Projekt auch um eine verfeinerte Herrschaftstechnik des modernen Staates gehe. Er beruft sich auf den franz&ouml;sischen Philosophen Michel Foucault, der sich mit den Herrschaftstechniken des Absolutismus und moderner Gesellschaften befasst hat. Im Absolutismus konnten die Herrscher ihr Territorium nur mit repressiven Methoden kontrollieren. Feinde, St&ouml;rer und Kranke wurden in dunkle Verliese gesperrt. F&uuml;r moderne Staaten hat Foucault den Begriff &bdquo;Gouvernementalit&auml;t&ldquo; entwickelt, ein Kunstwort, zusammengesetzt aus den Begriffen &bdquo;Regieren&ldquo; (&bdquo;gouverner&ldquo;) und Denkweise (&bdquo;mentalit&eacute;&ldquo;). Demnach kontrolliert die nationalstaatliche &bdquo;Disziplinargesellschaft&ldquo;, die sich im 17. und 18. Jahrhundert entwickelt hat, ihre Mitglieder durch &bdquo;Sichtbarmachen&ldquo;. Die staatliche Dokumentation verschiebe sich in ein Zentrum, in dem die Informationen zusammenlaufen. Die Individuen m&uuml;ssten f&uuml;r dieses Zentrum sichtbar sein, ohne es selbst sehen zu k&ouml;nnen. Die Gouvernementalit&auml;t ziele auf ein Regieren aus der Distanz. Mit dieser Kontrolltechnik &uuml;bernehme das Individuum selbst seine Pr&uuml;fung und setze die herrschende Rationalit&auml;t gegen sich selbst durch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/freie-aerzteschaft.de\/analyse-2\/\">Freie &Auml;rzteschaft<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Bilanz des Schreckens<\/strong><br>\n&raquo;Es ist eine Schande, dass Deutschland zu den gr&ouml;&szlig;ten Waffenexporteuren geh&ouml;rt&laquo;, twitterte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) zu Beginn der Legislaturperiode im Januar 2014. Sechs Monate sp&auml;ter legte er nach: &raquo;Der Erhalt von Arbeitspl&auml;tzen ist kein Argument f&uuml;r die Genehmigung von Waffenexporten&laquo;, zitierte ihn das Hamburger Abendblatt (5.7.2014). Die Bilanz nach zwei Jahren: Das Gesch&auml;ft mit dem Tod l&auml;uft wie geschmiert.<br>\nUnter dem vermeintlichen &raquo;Totengr&auml;ber der wehrtechnischen Industrie&laquo; haben sich im vergangenen Jahr die Waffenexporte verdoppelt. Das Lobbying hat sich ausgezahlt: Trotz vereinzelter restriktiver Entscheidungen wie zum Beispiel bei der Lieferung von Gewehren nach Saudi-Arabien exportieren die Konzerne mit unverminderter Energie und machen hochprofitable Gesch&auml;fte. Der R&uuml;stungsexportbericht 2015 der Bundesregierung ist eine Bilanz des Schreckens.<br>\nDiesem Bericht zufolge wurden Einzelgenehmigungen f&uuml;r die Ausfuhr von R&uuml;stungsg&uuml;tern in H&ouml;he von 7,86 Mrd. Euro erteilt. Gegen&uuml;ber den 3,95 Mrd. Euro in 2014 ist das nahezu eine Verdopplung. Hinzu kommen, so der Linken-Politiker Jan van Aken, Sammelgenehmigungen in H&ouml;he von 4,96 Mrd. Euro, sodass der Gesamtwert der &raquo;t&ouml;dlichen Exporte&laquo; bei mindestens 12,72 Mrd. Euro liegt. Gabriels Behauptung einer restriktiveren Genehmigungspraxis belegen diese Zahlen auf jeden Fall nicht. Im Gegenteil: Sie deuten auf ein insgesamt stabiles Wachstum beim deutschen R&uuml;stungsexport hin, das auch nach Abl&ouml;sung der schwarz-gelben Koalition anh&auml;lt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialismus.de\/kommentare_analysen\/detail\/artikel\/bilanz-des-schreckens\/\">Sozialismus aktuell<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>R2G<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Wie beliebt w&auml;re Rot-Rot-Gr&uuml;n?<\/strong><br>\nLaut dem neuesten Deutschlandtrend ist die Gro&szlig;e Koalition &raquo;das beliebteste Regierungsb&uuml;ndnis auf Bundesebene&laquo;, so formuliert es die Deutsche Presse-Agentur. In der entsprechenden Studie zeigten sich 49 Prozent der Meinung, dass die Koalition aus CDU\/CSU und SPD auch k&uuml;nftig gut f&uuml;r Deutschland w&auml;re. Fast genauso viele, n&auml;mlich 46 Prozent, erwarteten auch von einem B&uuml;ndnis aus Union und Gr&uuml;nen positive Impulse f&uuml;r das Land. Rot-Rot-Gr&uuml;n wird in dieser Umfrage nicht so als Impulsgeber betrachtet &ndash; aber immerhin noch 31 Prozent &auml;u&szlig;erten &raquo;Zuspruch&laquo; (dpa). (&hellip;)<br>\nVergangene Woche etwa fragte ein anderes Institut, welche Regierungskoalition nach der Wahl 2017 &raquo;die beste w&auml;re&laquo; &ndash; und da kam doch deutlich anderes heraus. Mehr noch: Es wurde anderes daraus gemacht. &raquo;Gro&szlig;e Zweifel an Rot-Rot-Gr&uuml;n&laquo; schlagzeilte der &raquo;Stern&laquo; &uuml;ber Zahlen, laut denen praktisch alle drei derzeit denkbaren B&uuml;ndnisse gleichauf lagen: 28 Prozent f&uuml;r Schwarz-Gr&uuml;n, 26 Prozent f&uuml;r Gro&szlig;e Koalition, 21 Prozent f&uuml;r Rot-Rot-Gr&uuml;n, 25 Prozent f&uuml;r keine der drei. Zieht man noch statistische Effekte in Betracht, gibt es also allenfalls einen Milimetervorsprung f&uuml;r ein gr&uuml;n-b&uuml;rgerlich-konservatives B&uuml;ndnis.<br>\nSpannender sind da ohnehin Zahlen, die etwas abseits stehen. So sagen zum Beispiel 68 Prozent, sie glauben nicht, dass SPD, Linkspartei und Gr&uuml;ne zu einem B&uuml;ndnis bereit w&auml;ren &ndash; nur 21 Prozent glauben dies. Und es dr&uuml;ckt sich darin nicht nur eine Skepsis &uuml;ber die Kooperationsf&auml;higkeit aus, sondern der Zweifel legt sich auch auf das Denken &uuml;ber realpolitische Alternativen insgesamt. Nicht weniger wichtig: Fast zwei Drittel glauben, dass ein Rot-Rot-Gr&uuml;n-Wahlkampf der SPD nicht zu einem besseren Ergebnis verhelfen w&uuml;rde. Das ist nicht unwesentlich &ndash; ohne eine signifikante St&auml;rkung der Sozialdemokraten wird es zu Rot-Rot-Gr&uuml;n n&auml;mlich nicht reichen. Zumal eine nur sehr knappe Mehrheit als Unsicherheitsfaktor zum Argument gegen eine solche Koalition gemacht w&uuml;rde.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/1018810.wie-beliebt-waere-rot-rot-gruen.html\">Neues Deutschland<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Auf die SPD &ndash; und insbesondere auf deren Spitze &ndash; wartet also noch viel Arbeit, wenn sie den Bundeskanzler nach der n&auml;chsten Bundestagswahl stellen m&ouml;chte. Das sollte und m&uuml;sste ihr allerdings l&auml;ngst bekannt sein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Kretschmann warnt vor B&uuml;ndnis mit Linken und wirbt f&uuml;r Schwarz-Gr&uuml;n<\/strong><br>\nDer baden-w&uuml;rttembergische Ministerpr&auml;sident Kretschmann hat sich gegen eine rot-rot-gr&uuml;ne Koalition nach der n&auml;chsten Bundestagswahl ausgesprochen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/nachrichten-detail.447.de.html?drn:news_id=635446\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Na endlich ist es raus. War doch gar nicht so schwer. Nun ist offiziell was man eigentlich schon lange wusste, die Gr&uuml;nen sind die neuen Garanten f&uuml;r die Durchsetzung der neoliberalen Agenda. Angeschmiert ist die SPD, aber unser Mitleid h&auml;lt sich in Grenzen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu passt: Realos wehren sich gegen Trittins Verm&ouml;gensteuer<\/strong><br>\nDie gr&uuml;nen Realpolitiker gehen im parteiinternen Streit um die Wiederbelebung der Verm&ouml;gensteuer in die Offensive. In einem Gastbeitrag f&uuml;r die F.A.Z. warnt Vize-Fraktionschefin Kerstin Andreae jetzt nachdr&uuml;cklich davor, die Verm&ouml;gensteuer in das Wahlprogramm ihrer Partei aufzunehmen. Die Steuer sei nicht die richtige Antwort auf ungleich verteilte Chancen, schreibt die profilierte Wirtschaftspolitikerin. &bdquo;Ein Wahlkampf, gef&uuml;hrt um die Verm&ouml;gensteuer, macht es Union und SPD viel zu leicht, ihre Regierungsdefizite aus der Schusslinie zu bringen.&ldquo;<br>\nAndreae weist auf die Gefahren selbst einer vermeintlich m&auml;&szlig;igen Verm&ouml;gensteuer von 1 Prozent, wie sie etwa der fr&uuml;here Gr&uuml;ne Ko-Fraktionsvorsitzende J&uuml;rgen Trittin propagiert. Es drohten Standortverlagerungen von Unternehmen mit erheblichen Effekten. &bdquo;Die vermeintliche ,Reichensteuer&lsquo; zahlt am Ende der Mittelstand&ldquo;, bef&uuml;rchtet Andreae, die auch Mitglied der gr&uuml;nen Steuerkoordinierungsgruppe war.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/recht-steuern\/richtungsstreit-bei-den-gruenen-realos-wehren-sich-gegen-trittins-vermoegensteuer-14345043.html\">FAZ<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Falschmeldungen im Netz &ndash; Teile und herrsche<\/strong><br>\nAufregung, Klick, geteilt: Die meisten Nutzer lesen nicht mehr als die &Uuml;berschrift. So k&ouml;nnen sich Fake-News leicht verbreiten. Das hilft Hetzern. [&hellip;]<br>\nIhr Erfolgsmodell ist simpel und effektiv, weil es auf die Ignoranz und Faulheit setzt. Eine schmissige &Uuml;berschrift erzeugt in den Lesern einen kurzen Moment der Rage, der sie durch einen Klick auf den Like- oder Share-Button bei Facebook Ausdruck verleihen.<br>\nEine Studie an der Columbia University und des Microsoft Research Inria Joint Centre hat herausgefunden, dass 59 Prozent der Links zu Nachrichten von etablierten Medien (u. a. CNN, Huffington Post, New York Times) nicht geklickt werden: Dass also nur die &Uuml;berschrift wahrgenommen wird. Das ist bei ausgewogenen, recherchierten Artikeln &auml;rgerlich, gef&auml;hrlich wird es aber, wenn Menschen von diesem Effekt profitieren wollen. [&hellip;]<br>\nDa war die Stimmung gegen&uuml;ber Fl&uuml;chtlingen aber bereits weiter vergiftet worden. Verschw&ouml;rungstheorien zu Chemtrails, der Deutschland GmbH oder Reptiloiden im Bundestag verbreiten sich ebenfalls auf diese Weise.<br>\nKurze Emp&ouml;rung der Leser l&auml;sst sie einen Artikel teilen, der viral geht und durch die enorme Verbreitung wiederum Authentizit&auml;t suggeriert: Wenn Hunderttausende das teilen, muss doch etwas dran sein. Rechte Gruppen nutzen die Viralit&auml;t, die falsche Tatsachen &uuml;ber soziale Netzwerke erlangen k&ouml;nnen, f&uuml;r ihre Zwecke.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Falschmeldungen-im-Netz\/!5319595\/\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Das Dilemma der vorschnellen Berichterstattung<\/strong><br>\nDie Amokfahrt von Nizza und der Putschversuch in der T&uuml;rkei zeigen erneut: Die Berichterstattung unter dem Diktat der Hochgeschwindigkeit wird f&uuml;r den Leser zu einem zeitfressenden, sich endlos dahin windenden Ann&auml;herungsprozess an die Wahrheit.<br>\nOrlando, Dallas, Nizza, Istanbul: Die Menge an Zeilen, die heute &uuml;ber ein Ereignis geschrieben werden, die Zahl der Bilder, die von einem Ereignis gezeigt werden, hat sich vertausendfacht. Fast zeitgleich mit dem Eintreten des Ereignisses plappern und senden Medien und Netzwerke munter drauflos.<br>\nAll das, was fr&uuml;her VOR einer Ver&ouml;ffentlichung geschah, geschieht heute &ndash; auch unter dem Druck ungeduldiger Mediennutzer &ndash; als journalistischer Live-Act direkt vor unseren Augen: das hilflose Herumstochern im Informationsbrei (&bdquo;Was ist da los in Ankara?&ldquo;), das Verbreiten von Hypothesen (&bdquo;DAS Milit&auml;r putscht gegen Erdogan&ldquo;, &bdquo;Ein islamistischer Terroranschlag&ldquo;) und das allm&auml;hliche Sortieren und Bewerten von Hinweisen und Ger&uuml;chten. Symptomatisch f&uuml;r diese Art der Berichterstattung ist neben den bekannten Livetickern die neue journalistische Zwischenstands-Rubrik: &bdquo;Was wir wissen und was wir nicht wissen&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wolfgangmichal.de\/2016\/07\/das-dilemma-der-vorschnellen-berichterstattung\/\">Wolfgang Michal<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Zum Buch von Klaus von Beyme: Die Russland-Kontroverse<\/strong><br>\nEine Analyse des ideologischen Konflikts zwischen Russland-Verstehern und Russland-Kritikern. Springer VS, Wiesbaden 2016<br>\nEine Besprechung von Hartmut M&uuml;ller.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/160719_buchbesprechung_beyme_paxchristi.pdf\">KIRCHE &ndash; Auf dem Weg zur Kooperation<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-34275","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34275","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=34275"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34275\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34278,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34275\/revisions\/34278"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=34275"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=34275"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=34275"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}