{"id":34312,"date":"2016-07-21T14:12:23","date_gmt":"2016-07-21T12:12:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34312"},"modified":"2016-07-21T15:41:09","modified_gmt":"2016-07-21T13:41:09","slug":"betriebsrente-zu-risiken-und-nebenwirkungen-fragen-sie-bitte-nicht-die-ig-metall-andrea-nahles-und-die-cdu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34312","title":{"rendered":"Betriebsrente \u2013 Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte nicht die IG Metall, Andrea Nahles und die CDU"},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/autor_mueller-1.jpg\" title=\"Albrecht M&uuml;ller\" alt=\"Albrecht M&uuml;ller\"><\/div><p>Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD angek&uuml;ndigt, die betriebliche Altersvorsorge auszubauen. F&uuml;r ihre Pl&auml;ne bekam Andrea Nahles jetzt Sch&uuml;tzenhilfe von einer gro&szlig;en Gewerkschaft, der IG Metall. In einer Pressekonferenz am 20.7. lie&szlig; diese <a href=\"https:\/\/www.igmetall.de\/pressemitteilungen-2016-22618.htm\">unter anderem verlauten<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;&hellip; Weiter fordert die IG Metall eine deutlich h&ouml;here Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung. &ldquo;Wir fordern daher eine Betriebsrente f&uuml;r alle als erg&auml;nzende Absicherung&rdquo;, sagte Hofmann, 1. Vorsitzender der IG Metall. &ldquo;Hier m&uuml;ssen f&uuml;r tarifliche L&ouml;sungen bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nBei der <strong>Parlamentarischen Linken der SPD (PL)<\/strong> liest sich <a href=\"http:\/\/www.parlamentarische-linke.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/PL-Gute-und-zukunftsfeste-Renten-solidarisch-sichern.pdf\">der Text zum gleichen Thema<\/a> so:<\/p><p><strong>&ldquo;Betriebliche Altersvorsorge &ndash; fl&auml;chendeckend und branchenspezifisch<\/strong><\/p><p>Die betriebliche Altersversorgung ist f&uuml;r uns die beste zus&auml;tzliche Vorsorge f&uuml;r einen angemessenen Lebensstandard im Alter. Die aktuelle Ausgestaltung der Betriebsrenten ist komplex und erreicht nicht diejenigen, die eine zus&auml;tzliche Altersvorsorge dringend n&ouml;tig haben, n&auml;mlich Gering- und Niedrigverdienende. Wir wollen daher eine <strong>fl&auml;chendeckende, obligatorische Betriebsrente mit klarem und verbindlichem Gesetzesrahmen und einem Vorrang f&uuml;r tarifliche L&ouml;sungen. Wir wollen kollektive L&ouml;sungen, die Verwaltungskosten minimieren und die Portabilit&auml;t bei Jobwechseln garantieren.<\/strong> <\/p><p><strong>Sie soll zum einen die gesetzliche Rente erg&auml;nzen. Zum anderen wollen wir mit der betrieblichen Altersvorsorge branchenspezifische Anforderungen (Altersteilzeit, Abkaufen von Abschl&auml;gen, &hellip;) tarifpartnerschaftlich umsetzen.<\/strong> Unterschiedliche Branchen haben unterschiedliche Belastungen und Anforderungen an einen Renten&uuml;bergang. <strong>Wo keine Tarifpartner &uuml;ber die Betriebsrenten entscheiden, gelten starre gesetzliche Regelungen und Anforderungen.<\/strong><\/p><p>Zur Finanzierung k&ouml;nnen u.a. die vorgesehenen Mittel zur F&ouml;rderung der Riester-Rente f&uuml;r die betriebliche Altersvorsorge eingesetzt werden.&ldquo; <\/p><p>Auch die <strong>CDU<\/strong> propagiert die Betriebsrente:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir brauchen einfache, transparente und kosteng&uuml;nstige Formen der erg&auml;nzenden Vorsorge&ldquo;, dr&auml;ngt der Chef der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Karl-Josef Laumann. &bdquo;Ich setze da vor allem auf die betriebliche Altersversorgung.&ldquo; Dort fielen weniger Kosten an als bei Privatvorsorge. Zudem k&ouml;nne man Erwerbsunf&auml;higkeit so besser absichern. Die Riester-F&ouml;rderung habe &bdquo;die in sie gesetzten Erwartungen nicht erf&uuml;llt&ldquo;, sagte Laumann dem Tagesspiegel &ndash; trotz F&ouml;rderquoten von 40 Prozent und mehr. &bdquo;Die Zahl der Vertr&auml;ge d&uuml;mpelt seit einigen Jahren bei 16 Millionen. Rund ein F&uuml;nftel der Riester-Vertr&auml;ge ist ruhend gestellt. &ndash; das hei&szlig;t, da werden gar keine Beitr&auml;ge eingezahlt. Und die, die es am n&ouml;tigsten h&auml;tten, sorgen am wenigsten vor.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Die Botschaften klingen alle sehr &auml;hnlich und wirken verabredet. Kritische Stimmen kommen aus zwei gegens&auml;tzlichen Ecken, einerseits vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), andererseits von den Linken.<\/p><p>Der GDV f&uuml;rchtet, dass das Gesch&auml;ft an ihnen vorbeil&auml;uft, wenn k&uuml;nftig die Tarifparteien eigene Vorsorgeeinrichtungen gr&uuml;nden. Gerade kleine und mittlere Unternehmen seien h&auml;ufig nicht tariflich gebunden, gibt der Versicherungsverband GDV zu bedenken. &bdquo;Die betriebliche Altersvorsorge ist schon heute hochkomplex. Ein zus&auml;tzlicher Durchf&uuml;hrungsweg stiftet mehr Verwirrung, als dass er hilft.&ldquo; (<a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/altersvorsorge-nahles-und-schaeuble-arbeiten-an-einer-reform-der-betriebsrenten\/13422360.html\">Quelle<\/a>)<\/p><p>Matthias Birkwald, rentenpolitischer Sprecher der Linkspartei <a href=\"http:\/\/www.linksfraktion.de\/pressemitteilungen\/lebensstandardsicherndes-rentenniveau\/\">benennt wenigstens die Risiken<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Seit den rot-gr&uuml;nen Rentenreformen zur Jahrtausendwende befindet sich das Rentenniveau im freien Fall. Die als Kompensation gedachte Riester-Rente ist gescheitert. &hellip; <\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund der anhaltenden Kapitalschwemme warne ich aber dringend davor, zu viel Hoffnung in die betriebliche Altersversorgung zu setzen. Die anhaltenden Niedrigzinsen f&uuml;hren schon jetzt dazu, dass die Kapitalmarktrisiken zunehmend auf die Besch&auml;ftigten verlagert werden. Es ist deshalb richtig, die Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen bei der Finanzierung st&auml;rker in die Pflicht zu nehmen. Die beitragsfreie Entgeltumwandlung auszubauen lehne ich ab &ndash; voll und ganz: Sie f&uuml;hrt gerade bei Jenen zu niedrigeren Renten und zu Mindereinnahmen, die eigentlich von einem steigenden Rentenniveau profitieren sollten.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Es ist zum Verzweifeln. Da erkennen die Verantwortlichen (endlich!) nach 15 Jahren, dass die Riesterrente ein Flop war und tappen in gro&szlig;er inhaltlicher Einheit in die n&auml;chste Falle.<\/strong><\/p><p>Nach dem Motto: die private Altersvorsorge ist tot. Es lebe die private, betriebliche Altersvorsorge. Auf die Linken wird man nicht h&ouml;ren und den GDV wird man schon mit den richtigen Angeboten ruhigstellen.<\/p><p><a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2016\/25\/betriebsrente-altersvorsorge-rueckgang-konditionen\">Ein Artikel in der Zeit<\/a> befasst sich mit den &ldquo;Pferdef&uuml;&szlig;en&rdquo; von Betriebsrenten. Er wird den handelnden Personen dringend zur Lekt&uuml;re empfohlen: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Das Loch ist riesig: 30 Milliarden Euro fehlen derzeit, um all die Pensionszusagen zu erf&uuml;llen, die deutsche Betriebe Mitarbeitern gegeben haben. Das hat die Europ&auml;ische Aufsichtsbeh&ouml;rde f&uuml;r das Versicherungswesen festgestellt. Vor allem in den neunziger Jahren garantierten viele Betriebe hohe monatliche Auszahlungen, sie machten sogenannte Direktzusagen &ndash; im Vertrauen auf gute Gewinne und anhaltend hohe Zinsen. <\/p>\n<p>Die Niedrigzinsphase jedoch &ldquo;bringt die Arbeitgeber zunehmend in Bedr&auml;ngnis&rdquo;, stellt die <a href=\"https:\/\/www.aba-online.de\/home.html\">Arbeitsgemeinschaft f&uuml;r betriebliche Altersversorgung<\/a> fest. Laut einer Umfrage der Unternehmensberatung Willis Towers Watson denkt mehr als die H&auml;lfte der Mittelst&auml;ndler dar&uuml;ber nach, ihre betriebliche Altersvorsorge (bAV) anzupassen, jeder dritte will sogar sein Versorgungswerk schlie&szlig;en. Was bedeutet das f&uuml;r diejenigen, die eine Betriebsrente bekommen oder ansparen? Immerhin besitzt jeder zweite Besch&auml;ftigte laut Umfragen einen oder mehrere Vertr&auml;ge. <\/p>\n<p>Wenig sorgen muss sich, wer bereits eine Rente erh&auml;lt. Auch wenn im Vertrag eine fixe Auszahlungssumme steht &ndash; das ist noch in jedem zweiten Vertrag so &ndash;, gilt sie weiterhin. Geht eine Firma pleite, springt der bundesweite Pensions-Sicherungs-Verein ein. <\/p>\n<p>Alle Neusparer bekommen aber wohl k&uuml;nftig weniger: Nur noch jeder siebte neue Vertrag bringt eine feste Monatsrente. Im Gro&szlig;teil der neuen Policen steht heute sinngem&auml;&szlig;: Der Mitarbeiter zahlt einen bestimmten Betrag ein &ndash; was aber am Ende herauskommt, wird der Kapitalmarkt zeigen. Die H&auml;lfte der Betriebsrentner muss sich schon heute mit maximal 200 Euro monatlich begn&uuml;gen. Ihr Anteil d&uuml;rfte wachsen: &ldquo;Fr&uuml;her ergaben Versorgungspl&auml;ne eine Auszahlung von zehn bis 15 Prozent des letzten Einkommens&rdquo;, sagt Heiko Gradehandt, bAV-Experte bei Willis Towers Watson, &ldquo;bei aktuellen Pl&auml;nen liegen wir deutlich unter f&uuml;nf Prozent.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Daf&uuml;r zahlen viele ihr Arbeitsleben lang rund drei Prozent ihres unversteuerten Bruttoeinkommens ein. Diese Einzahlungen in die Betriebsrente mindern daher die Steuerlast. Unterm Strich, so die verlockende Faustformel, k&ouml;nne man also bei gleichem Monatsnetto doppelt so viel sparen wie jemand, der sein Einkommen voll versteuere. Zudem behaupten Anbieter gern, dass die Konditionen der Sammelvertr&auml;ge g&uuml;nstiger seien als die privater Altersvorsorge-Policen. Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten widerspricht und r&auml;t: &ldquo;Nur wenn der Arbeitgeber die Beitr&auml;ge allein zahlt, sollte man mitmachen.&rdquo; Vorsicht ist dagegen geboten, wenn der Mitarbeiter per Entgeltumwandlung einen Teil seines Gehalts selbst einzahlen soll. Denn die bAV-Vertr&auml;ge haben oft schlechtere Konditionen als private Policen, hat Versicherungsmathematiker Peter Schramm beobachtet. Er hat errechnet, dass der Steuervorteil aus der Ansparphase fast vollst&auml;ndig wieder aufgezehrt wird, weil die ausgezahlte Betriebsrente sp&auml;ter voll versteuert werden muss und auch Beitr&auml;ge f&uuml;r die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung darauf f&auml;llig werden. Zudem f&auml;llt die gesetzliche Rente kleiner aus, da das bAV-Sparen jahrelang den Bruttoverdienst gedr&uuml;ckt hat. Ob sich ein bAV-Vertrag sp&auml;ter rechnen wird, h&auml;ngt au&szlig;erdem davon ab, wie lange man beim Arbeitgeber bleibt, ob man heiratet, eine Immobilie kauft und welche Steuerklasse man jetzt und sp&auml;ter hat. Deshalb warnt Kleinlein vor allem junge Sparer: &ldquo;Wer mit 25 oder 30 Jahren noch wenig Plan von seinem k&uuml;nftigen Leben hat, sollte solche lang laufenden Vertr&auml;ge meiden. Er sollte lieber flexibel bleiben und anders sparen.&rdquo; <\/p><p><strong>Kritische Anmerkungen und Fragen zu den Vorstellungen f&uuml;r eine neue, privat organisierte und vom Steuerzahler gef&ouml;rderte betriebliche Altersvorsorge:<\/strong><\/p><ul>\n<li>Vieles ist unklar. Zum Beispiel: wie hoch m&uuml;sste der Zuschuss der Steuerzahler sein? Was m&uuml;ssen Arbeitnehmer von ihrem Bruttolohn abzweigen? Was kostet die Verwaltung des neuen Systems und wer bezahlt das?<\/li>\n<li>Letztlich wird es auf eine Gehaltsumwandlung hinauslaufen, die die oben beschriebenen Nachteile f&uuml;r die ArbeitnehmerInnen haben wird. Wie soll unter diesen Umst&auml;nden die Akzeptanz hergestellt werden? Insbesondere bei den Geringverdienern?<\/li>\n<li>Die Tarifbindung in Deutschland hat kontinuierlich abgenommen. Was passiert dort, wo es keine Tarifpartner gibt?<\/li>\n<li>Glaubt denn irgendjemand daran, dass wegen der Ideen f&uuml;r eine fl&auml;chendeckende Betriebsrente sich die Tarifbindung erh&ouml;hen wird? <\/li>\n<li>Wie will man mit dem neuen System gerade den am meisten von Altersarmut Betroffenen, den gering verdienenden Frauen zum Beispiel, in Betrieben ohne Gewerkschaften und Betriebsrat zu der neuen Zusatzrente verhelfen? Wer sorgt dort daf&uuml;r, dass die Betriebsrente installiert wird? Im oben zitierten Papier der Parlamentarischen Linken der SPD hei&szlig;t es dazu: &bdquo;Wo keine Tarifpartner &uuml;ber die Betriebsrenten entscheiden, gelten starre gesetzliche Regelungen und Anforderungen.&ldquo; &ndash; Das klingt ja ganz forsch, aber wie das in der Praxis zustande kommen und getragen werden soll und wie den dort betroffenen Menschen geholfen werden soll, das haben sich offenbar die Autoren des neuen Produktes von der Bundesministerin Andrea Nahles &uuml;ber den IG Metall-Vorsitzenden bis zur Parlamentarischen Linken nicht &uuml;berlegt.<\/li>\n<li>Es m&uuml;ssen neue verwaltungsintensive Strukturen geschaffen werden, neben den bereits bestehenden und kosteng&uuml;nstigen Strukturen der Gesetzlichen Rentenversicherung. Die Vereinbarungen zwischen den Sozialpartnern fallen ja nicht vom Himmel. Das riecht nach einer Arbeitsbeschaffungsma&szlig;nahme f&uuml;r hauptamtliche Gewerkschafter. <\/li>\n<li>Es gibt gute Gr&uuml;nde, Gewerkschaften in dieser f&uuml;r sie schwierigen Zeit zu helfen. Dies aber mit einer Zwangsma&szlig;nahme und auf Kosten der Steuerzahler und auf dem Weg &uuml;ber eine private Zusatzrente zu tun, ist nicht akzeptabel.<\/li>\n<li>F&uuml;r eine mitgliederstarke Gewerkschaft wie die IG Metall sind in Betrieben, in denen sie gut pr&auml;sent sind, entsprechende Vereinbarungen mit den Arbeitgebern relativ problemlos zu verhandeln. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass der &bdquo;erste inhaltliche Aufschlag&ldquo; von dieser Gewerkschaft, der IG Metall, kommt. Was aber macht z.B. eine Gewerkschaft wie ver.di, die viele Mitglieder im Dienstleistungsbereich und &ouml;ffentlichen Dienst hat, wo noch viel mehr um jeden Euro gefeilscht wird als in Metallbetrieben. Das w&auml;re eine Sisyphos-Aufgabe.<\/li>\n<li>Wieso sollten Arbeitgeber und ihre Verb&auml;nde, die heute schon viel Energie darauf verwenden, L&ouml;hne und Lohnnebenkosten m&ouml;glichst niedrig zu halten, ein gesteigertes Interesse daran haben Gelder in eine betriebliche Altersvorsorge zu stecken? Mit welcher &bdquo;M&ouml;hre&ldquo; werden sie gelockt?<\/li>\n<\/ul><p><strong>Eigentlich ein klarer Fall: alle Kr&auml;fte und Mittel auf die St&auml;rkung der gesetzlichen Rente konzentrieren<\/strong><\/p><p>Wenn die Verantwortlichen in Berlin wirklich eine Rentenreform planen, die ihren Namen verdient, sollten sie alle Anstrengungen und alle finanziellen Mittel auf die St&auml;rkung der ersten S&auml;ule, der Gesetzlichen Rentenversicherung, konzentrieren. Die Verwaltungsstrukturen gibt es bereits und sie arbeiten kosteng&uuml;nstig und effizient.<\/p><p>Es lohnt sich &uuml;brigens, einen Blick auf das Rentensystem unserer Nachbarn in &Ouml;sterreich zu werfen. (Siehe <a href=\"https:\/\/www.geldtipps.de\/rente-pension-altersvorsorge\/gesetzliche-rente\/warum-das-oesterreichische-rentensystem-besser-ist\">hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/altersversorgung-warum-oesterreichs-rentner-viel-mehr-geld-bekommen-als-deutsche-1.2818161\">hier<\/a>)<\/p><p><strong>Nicht noch einmal eine Missgeburt!<\/strong><\/p><p>Vor allem die SPD hat uns mit der Riester-Rente, der R&uuml;rup-Rente und der Entgeltumwandlung zugunsten der privat organisierten Betriebsrenten einen teuren Flop beschert. Obwohl es damals, 2001 deutliche Warnungen davor gab, haben die Sozialdemokraten im Verein mit dem ehemaligen IG-Metall Vizevorsitzenden Walter Riester die staatlich gef&ouml;rderte Privatvorsorge durchgesetzt. <\/p><p>Jetzt, nach 15 Jahren merken sie, dass das falsch war. Reformen dieses Kalibers sollte man jedoch nicht auf einen so kurzen Zeitraum anlegen. Man muss sich bei solchen Reformen schon genauer &uuml;berlegen und alles durchdenken. Das geschieht wieder nicht. &Uuml;berlegungen und Interessen, die mit der Rente und dem Kampf gegen die Altersarmut nichts zu tun haben, n&auml;mlich die St&auml;rkung der Gewerkschaften und der Tarifbindung, spielen jetzt eine zentrale Rolle. <\/p><p>Das kann nur schief gehen; deshalb appellieren wir an alle unsere Leserinnen und Leser, die an qualitativ guten Reformen und an sachlichen L&ouml;sungen, interessiert sind, mit ihren Abgeordneten und auch mit ihren Gewerkschaften &uuml;ber den neu angelegten Irrweg zu sprechen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/autor_mueller-1.jpg\" title=\"Albrecht M&uuml;ller\" alt=\"Albrecht M&uuml;ller\"\/><\/div>\n<p>Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD angek&uuml;ndigt, die betriebliche Altersvorsorge auszubauen. F&uuml;r ihre Pl&auml;ne bekam Andrea Nahles jetzt Sch&uuml;tzenhilfe von einer gro&szlig;en Gewerkschaft, der IG Metall. In einer Pressekonferenz am 20.7. lie&szlig; diese <a href=\"https:\/\/www.igmetall.de\/pressemitteilungen-2016-22618.htm\">unter anderem verlauten<\/a>:<\/p>\n<blockquote>\n<p> &ldquo;&hellip; Weiter fordert die IG<\/p>\n<\/blockquote>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34312\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[35,109,40,191],"tags":[635,802,904,742,830,273,1609,346,394,324,221],"class_list":["post-34312","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aufbau-gegenoeffentlichkeit","category-gewerkschaften","category-riester-ruerup-taeuschung-privatrente","category-spd","tag-altersarmut","tag-betriebliche-altersvorsorge","tag-grv","tag-ig-metall","tag-nahles-andrea","tag-privatvorsorge","tag-rentenreform","tag-riester-walter","tag-subventionen","tag-tarifvertraege","tag-versicherungswirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34312","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=34312"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34312\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34317,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34312\/revisions\/34317"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=34312"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=34312"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=34312"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}