{"id":34504,"date":"2016-08-05T09:55:11","date_gmt":"2016-08-05T07:55:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34504"},"modified":"2024-08-21T22:57:40","modified_gmt":"2024-08-21T20:57:40","slug":"die-links-rechts-demagogie-ein-interview-mit-rainer-mausfeld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34504","title":{"rendered":"Die Links-Rechts-Demagogie. Ein Interview mit Rainer Mausfeld."},"content":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160118_mausfeld.jpg\" alt=\"Prof. Rainer Mausfeld\" title=\"Prof. Rainer Mausfeld\"><\/div><p>Die NachDenkSeiten besch&auml;ftigen sich von Beginn an mit dem Thema Manipulation und mit der Frage, wie man sich davor sch&uuml;tzen kann. Ein gro&szlig;er Experte daf&uuml;r ist auch <strong>Professor Mausfeld<\/strong>. Ihn hatten wir im vergangenen Sommer mit den NachDenkSeiten-Leserinnen und Lesern <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26804\">bekannt gemacht<\/a>. <strong>Jens Wernicke<\/strong> hat ihn jetzt aus aktuellem Anlass <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=30286\">ein zweites Mal<\/a> f&uuml;r die NachDenkSeiten interviewt.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_97\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-34504-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160805_Die_Links_Rechts_Demagogie_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160805_Die_Links_Rechts_Demagogie_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160805_Die_Links_Rechts_Demagogie_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160805_Die_Links_Rechts_Demagogie_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=34504-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/160805_Die_Links_Rechts_Demagogie_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"160805_Die_Links_Rechts_Demagogie_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Sind viele Linke nicht eigentlich verkappte Faschisten? Und viele Rechte nicht furchtbar progressiv? Ja, ist die Unterscheidung von links und rechts daher nicht schon lange &uuml;berholt? Das k&ouml;nnte man glauben, wenn man die <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=8-DrnkDl9Ec\">Nazi-Demagogie<\/a> betrachtet, die zurzeit durch das Internet schwappt. Oder die Leitartikel des Mainstreams verfolgt. Sahra Wagenknecht etwa sei eigentlich <a href=\"http:\/\/www.huffingtonpost.de\/2015\/10\/28\/rechts-linkspartei_n_8408238.html\">rechts<\/a>, ja, <a href=\"http:\/\/www.n-tv.de\/politik\/politik_person_der_woche\/Wie-viel-AfD-steckt-in-Sahra-Wagenknecht-article16799586.html\">nahe bei AfD und NPD<\/a>. Und die CDU in den letzten Jahren so weit nach links <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/angela-merkel-berliner-kreis-rechnet-mit-cdu-chefin-ab-a-1091865.html\">gerutscht<\/a>, dass sie l&auml;ngst <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/koalitionspoker-cdu-politiker-merkel-treibt-der-afd-unions-waehler-zu\/9093084-2.html\">sozialdemokratisiert<\/a> sei und ihre &bdquo;konservativen Werte&ldquo; verloren habe. Worum geht es bei dieser Demagogie? Welche Ziele verfolgt und Interessen bedient sie? Hier&uuml;ber sowie &uuml;ber die Mechanismen der diesbez&uuml;glichen Gegenaufkl&auml;rung und Manipulation sprach Jens Wernicke mit dem Kognitionsforscher Rainer Mausfeld, der klar analysiert und benennt, worum es bei all den Nebelkerzen und der damit intendierten Verwirrung tats&auml;chlich geht: unseren Geist zu vernebeln und Kritik am immer grausamer betriebenen &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23757\">Klassenkrieg<\/a>&ldquo; von Reich gegen Arm, den inzwischen selbst der Milliard&auml;r und Starinvestor Warren Buffet als solchen <a href=\"https:\/\/de.wikiquote.org\/wiki\/Warren_Buffett\">benennt<\/a>, unm&ouml;glich zu machen.<\/p><p><strong>Herr Mausfeld, soeben wurde ein wirklich sehenswertes <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=OwRNpeWj5Cs&amp;feature=youtu.be\">Video-Interview<\/a> mit Ihnen ver&ouml;ffentlicht, in dem Sie zu den Methoden und Auswirkungen der allt&auml;glichen Indoktrination sowie zur Frage, wie man sich selbst aus der allt&auml;glichen Ohnmacht zu befreien vermag, Rede und Antwort stehen. Aber sagen Sie mir: Wenn Medien dazu dienen sollen, die Bev&ouml;lkerung &uuml;ber gesellschaftliche Dinge zu unterrichten, was bedeutet es dann, die Funktionsweise von Medien zu durchschauen und Indoktrination zu erkennen? Warum ist dies f&uuml;r den &bdquo;normalen Menschen&ldquo; von Belang und wie kann er dies &uuml;berhaupt leisten?<\/strong><\/p><p>Medien stiften Gesellschaft und schaffen und formen erst unser Bild von der gesellschaftlichen und politischen Realit&auml;t. Sie schaffen gemeinsame Denkr&auml;ume, helfen Erfahrungen in Sinnzusammenh&auml;nge zu integrieren und stiften durch eine Synchronisation der Aufmerksamkeit gemeinsame Erfahrungen. Daher sind sie ganz zentrale Instrumente zur Organisation und zur Aus&uuml;bung von politischer Macht. <\/p><p>Folglich gehen politische K&auml;mpfe zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Interessengruppen stets mit Bem&uuml;hungen einher, Zugriff auf die Medien zu gewinnen. Da jedoch die Einstiegs- und Betreiberkosten im Bereich der Massenmedien sehr hoch sind, ist es nicht &uuml;berraschend, dass sie sich &uuml;berwiegend im Besitz von Konzernen oder Multimillion&auml;ren befinden und somit deren politische Weltsicht und Interessen zu vermitteln suchen. <\/p><p>Dieser Tatsache mu&szlig; man sich t&auml;glich beim Lesen von &bdquo;Nachrichten&ldquo; bewusst sein, um nicht der naiven Vorstellung zu verfallen, dass Medien uns &uuml;ber die gesellschaftliche Realit&auml;t unterrichten w&uuml;rden. Die Leitmedien ebenso wie die Massenmedien sind Gesch&auml;ftsmodelle und dienen so wenig der Vermittlung von &bdquo;Wahrheit&ldquo;, wie die Pharmaindustrie der F&ouml;rderung der Volksgesundheit dient. Indoktrination geh&ouml;rt zum Wesenskern von Medien. <\/p><p><strong>Wir werden also t&auml;glich manipuliert?<\/strong><\/p><p>Alle Tagesnachrichten sind zwangsl&auml;ufig hochgradig selektierte Realit&auml;tsfetzen, die ohne eine ausf&uuml;hrliche Kontextualisierung gar nicht verst&auml;ndlich sein k&ouml;nnen. Eine solche Kontextualisierung erfolgt in den Medien meist unausgesprochen, das hei&szlig;t durch die verwendete Sprache, durch affektive Bewertungen, durch Bilder etc. <\/p><p>Die Merkmale von Propaganda sind dann eindeutig erf&uuml;llt, wenn Meinung und Information in systematischer und f&uuml;r den Leser kaum aufzul&ouml;sender Weise vermischt sind. Dies ist bei der Mehrzahl der Tagesnachrichten der privaten und &ouml;ffentlich-rechtlichen Leitmedien der Fall. Bereits ihre Darbietung ist also ideologisch durchtr&auml;nkt von den politischen und &ouml;konomischen Interessen derjenigen, die eine Auswahl der Realit&auml;tsfetzen treffen, die sie &uuml;ber die Medien bereitstellen.<\/p><p>In diesem Sinne kann man durchaus sagen, dass wir bereits durch die strukturellen und &ouml;konomischen Verh&auml;ltnisse, auf deren Grundlage und in deren Rahmen Medien operieren, manipuliert werden. <\/p><p>Zu einer solchen Manipulation nutzen Medien ein breites Spektrum unserer psychischen Bed&uuml;rfnisse aus. Sie versprechen Unterrichtung &uuml;ber die Welt vor allem hinsichtlich unserer Sorgen und &Auml;ngste, die unsere eigene kleine Lebenswelt betreffen. Das sind insbesondere politische Ereignisse und Entwicklungen, die unseren Status quo verschlechtern k&ouml;nnten. Sie befriedigen unsere Neugierde auf das Fremde und unser nat&uuml;rliches soziales Bed&uuml;rfnis nach Klatsch, sie liefern Identifikationsfiguren zur Lebensbew&auml;ltigung und zur Ablenkung vom eigenen Alltag. Auf dieser Klaviatur des Menschlichen verstehen Medien virtuos zu spielen und damit Kapital zu erwirtschaften. <\/p><p>All dies hat mit der Heranbildung m&uuml;ndiger B&uuml;rger nicht das Geringste zu tun. Im Gegenteil: Leitmedien dienen wesentlich dazu, ihren Konsumenten &bdquo;geeignete&ldquo; Interpretationsrahmen f&uuml;r politische Ereignisse, also ganze politische Weltbilder zu verkaufen; Massenmedien haben durch eine &Uuml;berflutung mit Nichtigkeiten im Wesentlichen die Funktion, die Leute von Wichtigerem, insbesondere von einer gesellschaftlichen Artikulation ihrer eigenen Interessen, fernzuhalten.<\/p><p>Nur wenn man sich dieser Dinge t&auml;glich bewusst ist und sich insbesondere bewusst ist, dass man sich beim Konsum der von Medien dargebotenen Informationen stets in einem Manipulationskontext befindet, hat man eine Chance, das von Medien bereitgestellte Material in angemessener Weise &sbquo;lesen&lsquo;, bewerten und auch nutzen zu k&ouml;nnen.<\/p><p><strong>Haben Sie vielleicht ein konkretes Beispiel f&uuml;r solche Manipulationen parat?<\/strong><\/p><p>Die Berichterstattungen zur Ukraine oder zu Syrien sind f&uuml;r jeden, dessen Urteilsf&auml;higkeit nicht vollst&auml;ndig blockiert ist, besonders augenf&auml;llige j&uuml;ngere Beispiele f&uuml;r die intellektuelle Korrumpiertheit und f&uuml;r die Schamlosigkeit, mit der sich die Leitmedien in den Dienst transatlantischer Eliten gestellt haben. Das Ausma&szlig; der ideologischen Besessenheit, mit der die Leitmedien gegenw&auml;rtig gegen Russland hetzen und mit ma&szlig;losen Faktenverdrehungen die aggressive <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=29355\">Globalisierungstrategie der NATO<\/a> ideologisch zu rechtfertigen suchen, muss wohl selbst im historischen Ma&szlig;stab Vergleichbares suchen. <\/p><p>Besonders gut l&auml;sst sich die Indoktrinationsfunktion von Medien im historischen R&uuml;ckblick aufzeigen, weil sich im zeitlichen Abstand Realit&auml;t und Propaganda leichter trennen lassen. Hier gibt es ein reiches empirisches Material, an dem sich die Angemessenheit der von den Medien in ihrer Selbstbeschreibung zugrunde gelegten Kernthese einer weitgehend objektiven und neutralen Berichterstattung &ndash; also ihres Anspruchs, die B&uuml;rger umfassend zu informieren und nicht lediglich politische Indoktrination zu betreiben &ndash; nach etablierten wissenschaftlichen Standards evaluieren l&auml;sst.<\/p><p>F&uuml;r eine solche Evaluation eignen sich besonders Vorg&auml;nge und Situationen, &uuml;ber deren rechtliche und moralische Bewertung im historischen R&uuml;ckblick ein gewisser Konsens erreicht werden konnte, seien es der Vietnam-Krieg, der Putsch in Chile &ndash; von den Leitmedien einhellig bejubelt -, der Sturz demokratischer Regierungen in Guatemala oder Iran, der Einmarsch in den Irak, v&ouml;lkerrechtswidrige Angriffskriege wie im Kosovokrieg, die Anwendung von Folter, etc., etc. <\/p><p>Zu derartigen F&auml;llen haben Medienwissenschaftler eine F&uuml;lle von Analysen zu der Berichterstattung in den Leitmedien durchgef&uuml;hrt. Im Lichte dieser Analysen wird die Kernthese des Selbstverst&auml;ndnisses der Leitmedien als &bdquo;Informationsmedien&ldquo; in einer so &uuml;berw&auml;ltigenden Weise widerlegt, dass man sich die Frage stellen mu&szlig;, warum sie &uuml;berhaupt noch als diskutierbare These behandelt wird. Nur durch aufwendige Indoktrination l&auml;&szlig;t sich eine solche These nicht nur als diskutierbare These, sondern als geradezu selbstverst&auml;ndliche Ausgangspr&auml;misse im &ouml;ffentlichen Diskussionsraum halten.<\/p><p><strong>Wie kann man sich vor solchen Manipulationen und vor Indoktrination sch&uuml;tzen?<\/strong><\/p><p>Das war gerade eine der zentralen Fragen der Aufkl&auml;rung. Diese hat hierzu einen reichen Werkzeugkasten zur Denkmethodologie und zu Instrumenten der Ideologiekritik bereitgestellt. <\/p><p>Hierzu geh&ouml;rt, politische und gesellschaftliche Fragen, mit denen man konfrontiert ist, zun&auml;chst daraufhin zu untersuchen, woher die Frage eigentlich kommt, welche Interessengruppen sie formuliert haben und welche ideologischen Pr&auml;missen bereits in der Formulierung der Frage enthalten sind. Denn schon die Begriffe, in denen Fragen formuliert sind, enthalten ein ganzes B&uuml;ndel von unausgesprochenen Vorannahmen, Pr&auml;missen und Konsequenzen, die es sorgf&auml;ltig aufzuschn&uuml;ren gilt, bevor man pr&uuml;ft, wie eine Antwort aussehen k&ouml;nnte. Die F&ouml;rderung dieser Anleitung zum &bdquo;Selberdenken&ldquo; und &bdquo;Richtigdenken&ldquo; lag im Zentrum der Bem&uuml;hungen der Aufkl&auml;rung, aus &bdquo;vernunftbegabten vern&uuml;nftige Menschen&ldquo;, also m&uuml;ndige B&uuml;rger zu machen. <\/p><p>Dieser m&uuml;hsam gewonnene Werkzeugkasten des kritischen Denkens wird jedoch in den wesentlichen politischen Sozialisationsinstanzen unserer Gesellschaft, also in Schulen und Universit&auml;ten, nicht tradiert. Das ist wenig &uuml;berraschend. Denn ein solches Denken l&auml;uft stets auf eine Machtkritik hinaus und k&ouml;nnte damit den Status der jeweiligen Machteliten gef&auml;hrden. Folglich sind nicht nur Medien, sondern zunehmend auch das gesamte Erziehungs- und Ausbildungswesen zu zentralen Indoktrinationsinstanzen geworden, in denen vor allem Konformit&auml;t gef&ouml;rdert und belohnt wird.<\/p><p><strong>K&ouml;nnen Sie an einem konkreten Beispiel aufzeigen, wo und wie in wichtigen gesellschaftlichen Fragen kritische ideologische Pr&auml;missen versteckt sind, die es bei der Mediennutzung aufzudecken gilt?<\/strong><\/p><p>Der gesamte Bereich der Wirtschafts- und Sozialpolitik ist im Gefolge des Neoliberalismus derma&szlig;en verseucht durch eine Orwellsche Umdeutung nahezu aller relevanten Begriffe, dass man ein ganzes &bdquo;Falschw&ouml;rterbuch&ldquo; ben&ouml;tigte, um die sich darin verbergenden ideologischen Vorannahmen aufzuschl&uuml;sseln. Im Neoliberalismus haben sich die Falschw&ouml;rter zu einem so dichtgesponnenen Gewebe eines ganzen Weltbildes verwoben, dass es nicht leicht ist, die Realit&auml;t hinter dieser Ideologie zu erkennen.<\/p><p>Ein aktuelles Beispiel anderer Art ist der Umgang mit den Problemen, die gegenw&auml;rtig durch Migranten aus Syrien und Afghanistan sowie aus Westafrika entstehen. Auch hier ist bei der Formulierung dessen, was eigentlich das Problem ist, sorgf&auml;ltig darauf zu achten, welche ideologischen Pr&auml;missen und stillschweigenden Vorannahmen sich bereits in der Problemformulierung verbergen. Denn wer festlegen kann, was als Problem zu gelten hat, kann damit auch den Raum dessen einschr&auml;nken, was als m&ouml;gliche L&ouml;sung angesehen werden kann.<\/p><p>Das <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=30582\">Fl&uuml;chtlingsproblem<\/a> ist &ndash; weil es innen- wie au&szlig;enpolitisch selbst nur ein Symptom f&uuml;r sehr viel tieferliegende Probleme ist &ndash; so komplex, dass es hierf&uuml;r keine einfachen L&ouml;sungen geben kann. Folglich ist der Spielraum sehr gro&szlig;, durch unterschiedliche Fokussierungen auf verschiedene Teilaspekte zu unterschiedlichen Haltungen und Wertungen zu kommen. Die daraus resultierenden Konflikte m&uuml;ssen aber in einer Demokratie nicht nur ausgehalten werden, sondern geh&ouml;ren geradezu zum Wesensmerkmal einer Demokratie; sie m&uuml;ssen im &ouml;ffentlichen Diskurs gel&ouml;st werden.<\/p><p>Bei der Formulierung dessen, was eigentlich das Problem darstellt, m&uuml;ssen wir uns jedoch vor historischen und ideologischen Verk&uuml;rzungen h&uuml;ten. Wir sollten uns also derjenigen Aspekte des Problems bewu&szlig;t sein, f&uuml;r die &ldquo;wir&rdquo; &ndash; also europ&auml;ische Staaten und ihre B&uuml;rger &ndash; politische Verantwortung f&uuml;r die gegenw&auml;rtige Entwicklung im Nahen und Mittleren Osten tragen. Das Sykes-Picot-Abkommen von 1916 steht stellvertretend hierf&uuml;r. Wir haben seitdem gro&szlig;e Teile des Nahen und Mittleren Ostens in seinen gewachsenen kulturellen Strukturen und in seinen funktionierenden Nationalstaaten zerst&ouml;rt, wir haben ganze Staaten zusammengebombt, den Islam radikalisiert und in dem Vakuum Organisationen wie die Taliban und den IS entstehen lassen und sogar gef&ouml;rdert. <\/p><p>Die Probleme, mit denen die Opfer unserer Verw&uuml;stungen zu k&auml;mpfen haben, schreiben wir nun ihnen selber zu, da wir unsere Verbrechen &ndash; einschlie&szlig;lich des v&ouml;lkerrechtswidrigen Angriffskrieges auf den Irak &ndash; l&auml;ngst dem gezielten Erinnerungsverlust unserer kollektiven Ged&auml;chtnisse &uuml;berantwortet haben oder sie gar zu Akten unserer altruistischen &bdquo;Zivilisationsf&ouml;rderung&ldquo; umdeklariert haben. <\/p><p>Mehr als 100 Jahre haben wir Gewalt exportiert &ndash; zum &ouml;konomischen Nutzen der daran beteiligten T&auml;ter-Nationen und zur Steigerung des Lebensstandards ihrer Bev&ouml;lkerungen. Nun erreichen erstmals einige Konsequenzen unserer Untaten europ&auml;ischen Boden, und nun beschweren wir uns dar&uuml;ber, dass die Opfer uns mit den Folgen unserer Untaten in unserem eigenen Lebensbereich behelligen. <\/p><p>Doch man kann nicht zum eigenen Nutzen Tretminen und Giftgas exportieren und sich dann dar&uuml;ber beklagen, dass man durch Explosionsl&auml;rm und Giftgestank gest&ouml;rt wird. Ein Blick auf die Geschichte sollte also klarmachen, dass man nicht in internationalem Ma&szlig;stab Untaten begehen kann und sich dann in nationalem Rahmen gegen ihre Folgen abschotten kann. Wer dennoch entsprechende L&ouml;sungen vorschl&auml;gt, macht sich genau jener Heuchelei und Doppelmoral schuldig, die man im Falle anderer globaler Akteure zu Recht anprangert.<\/p><p><strong>Wenn, wie Sie sagen, viele der Probleme, mit denen wir gegenw&auml;rtig konfrontiert sind, so komplex sind, dass es keine klaren oder einfachen L&ouml;sungen gibt und geben kann, hat dann nicht auch die historische Unterscheidung von linken und rechten Haltungen ihre Bedeutung verloren? Geht es dann nicht in erster Linie darum, pragmatisch konkrete L&ouml;sungen f&uuml;r konkrete Probleme zu finden? Einige Akteure im politischen Spektrum deuten derlei aktuell ja gern einmal an&hellip;<\/strong><\/p><p>Das ist genau die Ideologie, mit der &ndash; ziemlich erfolgreich &ndash; versucht wird, demokratische Strukturen durch eine Herrschaft technokratischer Eliten zu ersetzen. Daniel Bell hatte ja schon 1960 das &bdquo;Ende der Ideologie&ldquo; verk&uuml;ndet und Francis Fukuyama 1992 gar das &bdquo;Ende der Geschichte&ldquo; durch den Siegeszug des Kapitalismus. Beide Thesen sind rasch in sich zusammengefallen und haben sich als das erwiesen, was sie sind: als Versuche, eine Ideologie zu schaffen, mit der sich der Status der herrschenden Eliten stabilisieren und ihre Macht vergr&ouml;&szlig;ern l&auml;&szlig;t. <\/p><p>Links und rechts sind ja nicht lediglich &ndash; in ihrem Bezug auf die Sitzordnung in der verfassunggebenden franz&ouml;sischen Nationalversammlung von 1789 &ndash; historische Einteilungen entlang einer eindimensionalen Eigenschaft. Als solche w&auml;ren sie in der Tat nicht nur historisch &uuml;berholt, sondern auch hoffnungslos unterkomplex. Links steht vielmehr f&uuml;r die normativen moralischen und politischen Leitvorstellungen, die &uuml;ber den Menschen und &uuml;ber die M&ouml;glichkeiten seiner gesellschaftlichen Organisation in einem langen und m&uuml;hsamen historischen Proze&szlig; gewonnen wurden und die in der Aufkl&auml;rung besonders pr&auml;gnant formuliert wurden. Den Kern dieser Leitvorstellungen bildet ein universeller Humanismus, also die Anerkennung einer prinzipiellen Gleichwertigkeit aller Menschen. <\/p><p>Bereits aus dieser Leitvorstellung ergeben sich schwerwiegende und weitreichende Folgerungen. Beispielsweise schlie&szlig;t ein universeller Humanismus Positionen aus, die auf der &Uuml;berzeugung einer prinzipiellen Vorrangstellung der eigenen biologischen, sozialen, kulturellen, religi&ouml;sen oder nationalen Gruppe beruhen; er schlie&szlig;t also Rassismus, Chauvinismus, Nationalismus oder Exzeptionalismus aus. Zudem beinhaltet er, dass alle Machtstrukturen ihre Existenzberechtigung nachzuweisen und sich der &Ouml;ffentlichkeit gegen&uuml;ber zu rechtfertigen haben, sonst sind sie illegitim und somit zu beseitigen. <\/p><p>Aus dem universellen Humanismus ergibt sich also das spezifische Leitideal einer radikal-demokratischen Form einer Gesellschaft, in der ein jeder einen angemessenen Anteil an allen Entscheidungen hat, die die eigene &ouml;konomische und gesellschaftliche Situation betreffen; er schlie&szlig;t also Gesellschaftsformen aus, die auf einer Elitenherrschaft oder auf einem F&uuml;hrerprinzip beruhen. Diese in der Aufkl&auml;rung erstmals klar formulierten Leitideale sind seitdem kontinuierlich weiterentwickelt und verfeinert worden und stellen den Identit&auml;tskern des linken Projektes dar. <\/p><p>Da diese Leitideale gewaltige politische Konsequenzen haben, wurden sie seit je auf das sch&auml;rfste bek&auml;mpft; historisch war das der Kern der sogenannten Gegenaufkl&auml;rung, der es wesentlich um die Wahrung des jeweiligen Status quo ging. Die Behauptung, eine Links-Rechts-Unterscheidung h&auml;tte sich historisch &uuml;berlebt, w&uuml;rde also letztlich beinhalten, dass sich die Leitideen einer prinzipiellen Gleichwertigkeit aller Menschen und einer ernsthaften demokratischen Gesellschaftsorganisation &uuml;berholt h&auml;tten &ndash; eine These, die nat&uuml;rlich gerne von denen vertreten wird, deren Macht gerade auf rassistischen, chauvinistischen, nationalistischen oder exzeptionalistischen Ideologien basiert.<\/p><p><strong>Wenn, wie Sie sagen, links und rechts gesellschaftliche und politische Gegenpole bilden, wie kann es dann eine Querfront geben und wie k&ouml;nnen Linke tats&auml;chlich oder vermeintlich &bdquo;rechts-offen&ldquo; sein? Oder stellen diese Begriffe auch nur Propaganda dar, um Linke zu diskreditieren? Wenn ja, was sind dann die Gr&uuml;nde hierf&uuml;r?<\/strong><\/p><p>In der Sache sind links und rechts in der Tat Gegenpole und k&ouml;nnen daher in der Substanz so wenig Ber&uuml;hrungspunkte miteinander haben wie Aufkl&auml;rung und Gegenaufkl&auml;rung oder wie Demokratie und Elitenherrschaft. Blickt man jedoch statt auf die Sache auf die Ebene einzelner Personen oder auf die Ebene konkreter politischer Gruppierungen, die sich als links bezeichnen, so lassen sich aus naheliegenden Gr&uuml;nden alle m&ouml;glichen Konstellationen von Haltungen finden, die in der Sache v&ouml;llig unvereinbar miteinander sind. <\/p><p>Das war auch zur Zeit der Aufkl&auml;rung nicht anders. Beispielsweise gilt der gro&szlig;e schottische Philosoph David Hume als zur Aufkl&auml;rung geh&ouml;rig; gleichwohl sah er Schwarze &bdquo;von Natur aus den Wei&szlig;en unterlegen&ldquo; an, vertrat also rassistische Auffassungen. Auf der Ebene einzelner Personen k&ouml;nnen also &Uuml;berzeugungen gleichzeitig nebeneinander bestehen, die in der Sache v&ouml;llig unvertr&auml;glich miteinander sind. Das ist eine Konsequenz unserer beschr&auml;nkten Rationalit&auml;t und anderer Eigenschaften unseres Geistes. Wir sind oft nicht in der Lage zu erkennen, dass einige unserer &Uuml;berzeugungen in der Sache miteinander unvertr&auml;glich sind. Beispielsweise k&ouml;nnen uns bestimmte Affekte daran hindern, derartige Unvertr&auml;glichkeiten zu bemerken. <\/p><p>So war Hume einerseits von den Leitidealen der Aufkl&auml;rung fasziniert; zugleich vertrat er &ndash; weil er eine m&ouml;gliche Gef&auml;hrdung seiner eigenen privilegierten Lebensform f&uuml;rchtete &ndash; ein gesellschaftliches Weltbild, das die damalige gesellschaftliche und kolonialistische Praxis rechtfertigte. Doch auch unter denjenigen, die sich aufrichtig und konsequent der radikalen Aufkl&auml;rung und den genannten Leitidealen verpflichtet f&uuml;hlten, fanden sich zahlreiche, die Bedenken hatten, das Volk &uuml;ber diese Leitdeale aufzukl&auml;ren, weil sie f&uuml;rchteten, durch den dadurch m&ouml;glicherweise ausgel&ouml;sten gesellschaftlichen Transformationsprozess Nachteile hinsichtlich ihres privilegierten Status quo zu erleiden. Erst kommt bei den Privilegierten eben die Sicherung des eigenen gesellschaftlichen Status quo, dann kommt die Moral.<\/p><p>Wir m&uuml;ssen also die sachliche Ebene moralischer und politischer Leitideale klar von einer personellen Ebene trennen. Man wird dann auch innerhalb von Organisationsformen, die sich als links verstehen, Personen finden, die &Uuml;berzeugungen vertreten, die den genannten Leitidealen widersprechen. Es gibt also Personen, die sich als links bezeichnen und gleichwohl chauvinistische, nationalistische oder kulturell-rassistische Positionen vertreten und ideologische Pr&auml;missen von Kapitalismus, Neoliberalismus, Neo-Imperialismus und &auml;hnliches teilen. Das wird umso st&auml;rker der Fall sein, je st&auml;rker Personen in ihrem gesellschaftlichen Status und in ihren Privilegien von der jeweiligen gesellschaftlichen Ordnung profitieren. In solchen F&auml;llen neigen dann auch sich als links verstehende Personen dazu, die jeweiligen gesellschaftlichen Verh&auml;ltnisse grunds&auml;tzlich zu akzeptieren und eine linke Perspektive auf moderate Reformen an den jeweiligen Verh&auml;ltnissen zu beschr&auml;nken.<\/p><p>Noch einmal: In der Sache kann es im Kern keine Ber&uuml;hrungspunkte zwischen links und rechts geben; auf der Ebene individueller Personen und Gruppierungen ist jedoch so ziemlich alles an Kombinationen politischer Einstellungen m&ouml;glich. Auch hier bedarf es einer kontinuierlichen Aufkl&auml;rungsarbeit, um die Unvertr&auml;glichkeiten bestimmter politischer &Uuml;berzeugungen mit den Leitidealen der Aufkl&auml;rung und somit mit dem Kern des linken Projektes aufzuzeigen.<\/p><p><strong>Warum aber wird gerade jetzt die Linke so durch Vorw&uuml;rfe wie Querfront oder rechts-offen unter Beschuss genommen? Ich habe alles andere als den Eindruck, dass alle hier Angefeindeten wirklich rechts, geschweige denn eine Bedrohung f&uuml;r gesellschaftliche Werte oder Demokratie darstellen. Ganz im Gegenteil scheint es hier oft eine unglaublich aufgeladene Debatte zu geben, die, wie mir scheinen will, radikale Kritik, ja, wenn ich so sagen darf, zunehmend totzuschlagen versucht&hellip;<\/strong><\/p><p>Auch an der Linken ging die tiefgreifende neoliberale Indoktrination mit ihrer ideologischen Kernthese der Alternativlosigkeit der gegenw&auml;rtigen Verh&auml;ltnisse, gelinde gesagt, nicht spurlos vor&uuml;ber. Diese Ideologie wurde gleichsam zu einer selbsterf&uuml;llenden Prophezeiung, da offensichtlich auch in der Linken der Denkraum m&ouml;glicher Alternativen radikal schrumpfte und ihre Anliegen zunehmend zu einer reformistischen Perspektive verk&uuml;mmerten. <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160805_interview-mausfeld.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Je st&auml;rker sie sich im Rahmen des gegenw&auml;rtigen neoliberalen Konsenses weniger als Opposition, sondern eher als mitgestaltende politische Kraft versteht oder verstehen m&ouml;chte, umso mehr ist sie in Gefahr, dem Irrglauben zu erliegen, soziale Reformen k&ouml;nnten gleichsam symbiotisch im Konsens mit den herrschenden Eliten durchgesetzt werden. <\/p><p>Wir sollten stets in Erinnerung behalten, dass es gerade reformistisch-sozialistische und sozialdemokratische Parteien waren und sind, die in Europa das neoliberale Projekt am konsequentesten vorangetrieben und rechtlich verankert haben. Die notwendigen Konsequenzen daraus lassen sich nur ziehen, wenn die Ursachen f&uuml;r das Scheitern der &ndash; oft zun&auml;chst sehr vielversprechenden &ndash; linken Bewegungen der vergangenen Jahrzehnte unter diesem Aspekt sehr viel genauer analysiert w&uuml;rden.<\/p><p>Zu Ihrer Frage, warum die Linke gegenw&auml;rtig einen so heftigen Selbstzersetzungsproze&szlig; betreibt, kann ich nur Mutma&szlig;ungen anstellen. Lange historische Erfahrungen lehren uns ja, dass die Linke naturgem&auml;&szlig; &ndash; da sie ja gerade auf eine Delegitimierung von Machteliten zielt &ndash; seit je im Zentrum von Zersetzungsbem&uuml;hungen durch die jeweils herrschenden Eliten steht, die stets gro&szlig;en Aufwand betrieben haben, linke Bewegungen und &uuml;berhaupt alle politischen Organisationen der Verlierer der jeweils herrschenden Ordnung zu spalten, auszuzehren und zu neutralisieren. <\/p><p>Insofern sind die neueren &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28643\">Querfront-Attacken<\/a>&ldquo; nicht sonderlich &uuml;berraschend. Interessant ist jedoch, dass diese Attacken zu einem Zeitpunkt an Intensit&auml;t zugenommen haben, an dem weite Teile der politisch organisierten Linken sich in einer reformistisch-symbiotischen Beziehung zu den herrschenden Machtverh&auml;ltnissen eingerichtet haben. <\/p><p>Dadurch ist die Linke mehr als zu fr&uuml;heren Zeiten mit einem tiefgehenden Identit&auml;tsproblem konfrontiert. Gerade Gruppierungen, die ihre Ziele auf das beschr&auml;nken, was auf reformistisch-symbiotischem Wege als erreichbar angesehen wird, haben ihre Leitideale und damit ihre eigenen Wurzeln verloren. Nur zur Erinnerung: Ein universeller Humanismus und das sich daraus ergebende Leitideal einer gerechten und menschw&uuml;rdigen demokratischen Gesellschaft sind mit einer kapitalistischen Wirtschaftsform nicht vertr&auml;glich. Demokratie in einem ernsthaften Sinne und Kapitalismus schlie&szlig;en sich aus. <\/p><p>Parteien im linken Teil des politischen Spektrums erf&uuml;llen jedoch f&uuml;r die herrschenden Eliten eine wichtige Stabilisierungsfunktion. Nur sie k&ouml;nnen die Verlierer der herrschenden Wirtschaftsordnung, deren Interessen sie ja zu vertreten vorgeben, in einen politischen Konsens einbinden, wodurch der Status der herrschenden Eliten stabilisiert wird. Daf&uuml;r werden ihre Vertreter dann mit geeigneten Privilegien und mit einem Platz an den Katzentischen im Palais der Machteliten belohnt. Damit die Parteien diese Pazifizierungsfunktion f&uuml;r die Klasse, deren Interessen zu vertreten sie vorgibt, erf&uuml;llen k&ouml;nnen, mu&szlig; nat&uuml;rlich sichergestellt werden, dass in ihnen nicht Kr&auml;fte Einflu&szlig; gewinnen, die sich tats&auml;chlich f&uuml;r die Interessen der Bev&ouml;lkerung einsetzen &ndash; also f&uuml;r eine gerechtere und wirklich demokratische Gesellschaft. <\/p><p>F&uuml;r die Neutralisierung der Vertreter ernsthaft linker Positionen sind Ausgrenzungskriterien wichtig, die f&uuml;r die &Ouml;ffentlichkeit zumindest vordergr&uuml;ndig eine gewisse Plausibilit&auml;t haben. In der Sache ist der Spielraum f&uuml;r solche Ausgrenzungskriterien sehr beschr&auml;nkt und reicht kaum dar&uuml;ber hinaus, die genannten Leitideale als utopisch, unrealistisch oder weltfremd zu diffamieren. Eine solche Diffamierung ist bereits eine recht wirksame Methode, den &ouml;ffentlichen Denkbereich auf &bdquo;vern&uuml;nftige&ldquo;, also systemstabilisierende Ziele zu begrenzen. Sehr viel wirksamer l&auml;&szlig;t sich jedoch eine Ausgrenzung und &Auml;chtung radikalerer Positionen aus diesem Spektrum dadurch erreichen, dass man auf die <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25805\">pers&ouml;nliche Ebene<\/a> wechselt und Vertreter solcher Positionen, die Spielraum f&uuml;r solche Angriffe bieten k&ouml;nnten, durch Diffamierungen, Anspielungen, &uuml;ble Nachrede, Ger&uuml;chte, Verleumdungen oder Rufmord zu diskreditieren sucht. <\/p><p>Es ist daher besonders erhellend zu untersuchen, von wem diese Attacken ausgehen und gegen wen sie sich richten. Die Systematik hierbei scheint recht offenkundig zu sein: Die &bdquo;Querfront&ldquo;- und &bdquo;Rechtsoffen&ldquo;-Vorw&uuml;rfe gehen fast stets von Vertretern der reformistischen &bdquo;system-offenen&ldquo; Linken aus und richten sich &uuml;berwiegend gegen Personen, die in ernsthafter Weise gegenw&auml;rtige Machtverh&auml;ltnisse hinterfragen und sich f&uuml;r eine gerechtere und wirklich demokratische Gesellschaft einsetzen. Denn diese Personen gef&auml;hrden nicht nur die Erf&uuml;llung der systemstabilisierenden Funktion der reformistisch-symbiotischen Linken, sondern erinnern diese auf psychologischer Ebene auch immer wieder an deren Verrat ihrer eigenen Leitideale. Das erkl&auml;rt vielleicht die Verbindung von Aggressivit&auml;t, intellektueller D&uuml;rftigkeit und Verworrenheit und moralischer Heuchelei, die ein charakteristisches Merkmal solcher Kampagnen ist.<\/p><p><strong>Es gibt Themen, bei denen sich Kritik von links und Kritik von rechts auf vordergr&uuml;ndig gleiche Ziele richtet: etwa Medien, die Rolle der EU oder die Rolle der USA. Was bedeutet das? Kann es daf&uuml;r Gr&uuml;nde etwa strategischer Art geben? Wie geht man damit um? Wird durch vordergr&uuml;ndig gleiche Ziele linke Kritik pl&ouml;tzlich rechts?<\/strong><\/p><p>Auch hier mu&szlig; man wieder, bevor man eine Antwort zu geben versucht, untersuchen, was eigentlich die Frage ist und welche stillschweigenden Pr&auml;missen in ihr verborgen sind. Wir neigen n&auml;mlich von Natur aus dazu, in unserem Denken dem Banne des Wortes zu erliegen. Das gilt im politischen Bereich noch viel mehr und stellt geradezu die Grundlage von Propaganda dar. <\/p><p>Wenn wir W&ouml;rter oder Wortverbindungen wie &bdquo;Kampf um Demokratie und Menschenrechte&ldquo; oder &bdquo;humanit&auml;re Intervention&ldquo; h&ouml;ren, f&auml;llt es uns manchmal schwer, das tats&auml;chlich damit Gemeinte hinter der Oberfl&auml;che der W&ouml;rter zu identifizieren. Wir sind also im politischen Bereich stets darauf angewiesen, bei allen Begriffen die ideologischen Vorannahmen und Pr&auml;missen zu identifizieren, die mit ihnen einhergehen. Ohne eine solche gedankliche Arbeit laufen wir Gefahr, dem blo&szlig;en Wortgeklingel zum Opfer zu fallen. Das gilt auch f&uuml;r die Frage, ob es ernsthafte, gemeinsame Ziele zwischen linken und rechten Perspektiven geben kann.<\/p><p>Wenn wir von rechter Seite W&ouml;rter wie &bdquo;Medienkritik&ldquo; oder &bdquo;Kritik der EU&ldquo; oder &bdquo;anti-imperialistische Kritik der USA&ldquo; vernehmen, sind wir versucht zu meinen, dass die Art der Kritik und die Art des Zieles, auf das sie sich richtet, m&ouml;glicherweise mit linken Anliegen &uuml;bereinstimmen k&ouml;nnte. Es l&auml;sst sich jedoch leicht aufzeigen, dass aus linker Perspektive darunter jeweils etwas grundlegend Anderes zu verstehen ist als aus rechter Perspektive. <\/p><p>Es ist n&auml;mlich konstitutiv f&uuml;r die rechte Perspektive, dass sie das normative Ideal einer prinzipiellen Gleichwertigkeit aller Menschen mit all seinen Implikationen rigoros zur&uuml;ckweist und eine radikal nationalistische, chauvinistische und rassistische Haltung &ndash; ihr Rassismus tarnt sich nur d&uuml;rftig durch ihr Konzept des &bdquo;Ethnopluralismus&ldquo; &ndash; vertritt. Ihr Gesellschaftsideal ist das einer kulturell homogenen und hierarchisch-elit&auml;r organisierten Volksgemeinschaft, in die sich der Einzelne einzuf&uuml;gen und der er sich unterzuordnen habe. Ihr Hauptgegner ist folglich gerade die &bdquo;Humanit&auml;tsideologie&ldquo; der Aufkl&auml;rung und damit alles linke Gedankengut, das zu einer &bdquo;weltanschaulichen Entwurzelung&ldquo; und zu einer Schw&auml;chung der &bdquo;gewachsenen Ordnung der ethnischen Volksgemeinschaft&ldquo; und somit der &bdquo;nationalen Identit&auml;t&ldquo; gef&uuml;hrt habe. Es kann also weder in den Zielen noch in den Mitteln Gemeinsamkeiten zwischen dem linken und dem rechten Projekt geben. <\/p><p>Auch auf einer rein strategischen Ebene der Erreichung g&auml;nzlich unstreitiger Ziele l&auml;&szlig;t sich angesichts der vollst&auml;ndigen Unvertr&auml;glichkeit der Leitideale und Vorstellungen &uuml;ber gesellschaftliche Ziele keine Art der Kooperation rechtfertigen. Das ist eine Einsicht, die in der Linken in anderen F&auml;llen einer grundlegenden Unvertr&auml;glichkeit von Zielen v&ouml;llig unstreitig w&auml;re. Eine strategische Kooperation linker Bewegungen etwa mit Monsanto oder Nestl&eacute;, um gemeinsam gegen &bdquo;den Hunger&ldquo; in der Welt zu k&auml;mpfen, oder etwa mit der Bill-Gates-Stiftung, um gemeinsam gegen &bdquo;Gesundheitsprobleme&ldquo; in der Dritten Welt zu k&auml;mpfen, oder mit dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/National_Endowment_for_Democracy\">National Endowment for Democracy<\/a>, um gemeinsam f&uuml;r &bdquo;Demokratie&ldquo; zu k&auml;mpfen, ist kaum sinnvoller, als mit Bomben f&uuml;r &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=31933\">die Menschenrechte<\/a>&ldquo; zu k&auml;mpfen. <\/p><p>Bereits die Idee solcher Kooperationen resultiert aus gedanklichen Verwirrungen und Konfusionen dar&uuml;ber, worum es wirklich geht. Es bleibt also Aufgabe des linken Projektes, im Einklang mit dessen Leitidealen seine eigenen Ziele zu verfolgen und sich dabei nicht durch scheinbare Gemeinsamkeit auf der Oberfl&auml;che der W&ouml;rter irref&uuml;hren zu lassen. <\/p><p>Derartige Konfusionen werden jedoch auch innerhalb der Linken gezielt vonseiten einer reformistischen &bdquo;system-offenen&ldquo; Linken gef&ouml;rdert, um Kritikbereiche, in denen eine grundlegende Kritik die Stabilit&auml;t der herrschenden Eliten gef&auml;hrden k&ouml;nnte, aus dem Bereich &ldquo;vern&uuml;nftiger&ldquo; und &ldquo;verantwortlicher&ldquo; Positionen auszugrenzen.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><table>\n<tbody>\n<tr>\n<th>Neusprech\n<\/th><th>Bedeutung\n<\/th><th>Kommentar\n<\/th><\/tr>\n<tr>\n<td>Arbeitgeber<\/td>\n<td>= Arbeitnehmer<\/td>\n<td>und umgekehrt<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">betriebsneutrale K&uuml;ndigungen<\/td>\n<td>= Vorruhestand mit entsprechenden Renteneinbu&szlig;en<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Bildungskommunikation<\/td>\n<td>= Markenwerbung an Bildungseinrichtungen durch Sponsoring<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Eingriffskr&auml;fte\/Einsatzkr&auml;fte<\/td>\n<td>= Angriffsarmee<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Einsatzlage<\/td>\n<td>= Krieg (in Afghanistan)<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Elitef&ouml;rderung<\/td>\n<td>= Bildungsabbau<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Entsorgungspark<\/td>\n<td>= M&uuml;lldeponie<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Flexibilit&auml;t, Deregulierung<\/td>\n<td valign=\"top\">= Aufgabe sicherer Arbeitsverh&auml;ltnisse<\/td>\n<td valign=\"top\">der suggerierte &bdquo;Befreiungsschlag&ldquo; n&uuml;tzt nur den Unternehmern bzw. den Renditenehmern<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">freie Marktwirtschaft<\/td>\n<td>= Gro&szlig;konzerndiktatur bzw. B&ouml;rsendiktatur<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Fortbildung<\/td>\n<td valign=\"top\">= Werbe- veranstaltung<\/td>\n<td valign=\"top\">z.B. von Pharmaunternehmen, bei Friseurprodukten etc.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Friedensoperation, Friedensmission<\/td>\n<td valign=\"top\">= Krieg<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Frontex<\/td>\n<td>=Milit&auml;r<\/td>\n<td>(kein Reinigungsmittel)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">global Governance<\/td>\n<td>= antidemokratische zentrale Weltregierung<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Grenzschutzagentur<\/td>\n<td>=Milit&auml;r zur Fl&uuml;chtlingsabwehr<\/td>\n<td>z.B. Frontext<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">harmonisieren<\/td>\n<td valign=\"top\">= gleichschalten<\/td>\n<td>z.B. im Zuge der europ&auml;ischen Harmonisierung&hellip;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">humanit&auml;re Intervention<\/td>\n<td valign=\"top\">= Krieg bzw. Ressourcensicherung<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Liquidierung<\/td>\n<td>Hinrichtung ohne Pr&uuml;fung von Schuld<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Milit&auml;rschlag<\/td>\n<td>= Angriffskrieg<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Mission<\/td>\n<td>= Milit&auml;reinsatz<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>mutiger Sozialplan<\/td>\n<td>= Stellenabbau<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Politikberater<\/td>\n<td>= Lobbyist<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Rebellenhochburg<\/td>\n<td valign=\"top\">= legales Kriegsziel<\/td>\n<td valign=\"top\">z.B. die dicht<br>\n\t\tbev&ouml;lkerte Stadt Falluja<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Reform\n<div style=\"margin-left: 30px;\">Bildungsreform<\/div>\n<div style=\"margin-left: 30px;\">Gesundheitsreform<\/div>\n<div style=\"margin-left: 30px;\">\n<p>EU-Reformvertrag<\/p>\n<\/div>\n<\/td>\n<td valign=\"top\">Sozialabbau<br>\n\t\t= Bildungsabbau<br>\n\t\t= Versicherungs- schutzabbau, Privatisierung<br>\n\t\t= Abbau demokratischer Grundrechte<\/td>\n<td valign=\"top\">z.B. Aufhebung der Gewaltenteilung und Aufr&uuml;stungsverpflichtung<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">robuster Stabilisierungseinsatz mit Kampfhandlungen<\/td>\n<td>= Krieg<\/td>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">systemrelevant<\/td>\n<td>= mehr wert<\/td>\n<td>sog. &bdquo;Rettungsschirme&ldquo; wof&uuml;r? (Banken vs. Menschen)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Verfassungsschutz<\/td>\n<td>= (Inlands-) Geheimdienst<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">umstrittene Verh&ouml;rmethoden<\/td>\n<td valign=\"top\">= Folter<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">technische &Uuml;berpr&uuml;fung<\/td>\n<td>= Zugausfall wegen Schaden bzw. Mangel,<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Verantwortung in der Welt<\/td>\n<td valign=\"top\">= Krieg und Kontrolle<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Verschlankung, Abwicklung, mutiger Sozialplan<\/td>\n<td valign=\"top\">= Stellenabbau<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Wirtschaftsfl&uuml;chtlinge<\/td>\n<td>= Globalisierungsopfer<\/td>\n<td>eigentlich also ein Politikum<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table><p style=\"text-align: center\">Institut f&uuml;r Medienverantwortung: &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.medienverantwortung.de\/unsere-themen\/informationsportale\/neusprech-manipulation-durch-sprache\/\">Manipulation durch Sprache<\/a>&ldquo;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Was t&auml;te politisch Ihrer Meinung nach am meisten Not? Was st&uuml;nde, im Kampf gegen den Neoliberalismus und das durch diesen <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=nELNwj2xELg\">forcierte<\/a> Ende der Demokratie, Ihrer Meinung nach gerade als Wichtigstes auf der politischen Agenda?<\/strong><\/p><p>Der Neoliberalismus zielt ja darauf, uns im Denken und F&uuml;hlen zu entm&uuml;ndigen und uns so &ndash; m&ouml;glichst ohne sichtbare Gewalt &ndash; f&uuml;r die Interessen herrschender Eliten zu verzwecken, also verwertbar zu machen. Folglich mu&szlig; unsere vorrangige Aufgabe darin bestehen, Autonomie zur&uuml;ckzugewinnen &ndash; Autonomie im Denken und Autonomie im F&uuml;hlen. Nur so k&ouml;nnen wir auch wieder Spielr&auml;ume f&uuml;r eine Autonomie im Handeln und damit f&uuml;r eine Verfolgung unserer eigenen gesellschaftlichen Interessen gewinnen. Das wird nicht ohne kontinuierliche Denkarbeit m&ouml;glich sein und auch nicht ohne ein gr&ouml;&szlig;eres Zutrauen in unsere nat&uuml;rliche Bef&auml;higung zur Moralit&auml;t, also zu Urteilen &uuml;ber Verletzungen elementarer moralischer Prinzipien, etwa &uuml;ber Verteilungsgerechtigkeit.<\/p><p>Die lange Geschichte des linken Projektes stellt uns klar formulierte gesellschaftliche Leitideale bereit, und es gibt keine stichhaltigen Gr&uuml;nde, dass eine Ann&auml;herung an diese Leitideale au&szlig;erhalb dessen l&auml;ge, was dem Menschen aufgrund der Beschaffenheit seines Geistes m&ouml;glich ist. Wenn wir uns diese Leitideale und Zielvorstellungen wieder st&auml;rker in Erinnerung rufen, k&ouml;nnen sie uns wieder Hoffnung geben, dass die Dinge &auml;nderbar sind und auch wieder st&auml;rker die Begeisterung und Leidenschaft ausl&ouml;sen, die n&ouml;tig ist, um best&auml;ndig f&uuml;r ihr Erreichen zu k&auml;mpfen. Die vorrangige Aufgabe sehe ich dabei darin, die mittlerweile verheerende gesellschaftliche Fragmentierung und die mit ihr einhergehende politische Lethargie zu &uuml;berwinden und aufzuzeigen, dass es gangbare Wege gibt, die vom jetzigen Zustand zu einem w&uuml;nschenswerteren gesellschaftlichen Zustand f&uuml;hren k&ouml;nnen. <\/p><p><strong>Ich bedanke mich f&uuml;r das Gespr&auml;ch.<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><em><strong>Rainer Mausfeld<\/strong>, geboren 1949, studierte Psychologie, Mathematik und Philosophie in Bonn. Er ist Professor f&uuml;r Allgemeine Psychologie an der Christian-Albrechts-Universit&auml;t zu Kiel und arbeitet im Bereich der Wahrnehmungs- und Kognitionsforschung.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Weiterlesen:<\/strong><\/p><ul>\n<li>NachDenkSeiten-Interview mit Rainer Mausfeld: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=30286\">Die neoliberale Indoktrination<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>NRhZ-Interview mit Rainer Mausfeld: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nrhz.de\/flyer\/beitrag.php?id=22921\">Der Mensch im Geflecht von Medien, Manipulation und Macht (1)<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>&middot;  NRhZ-Interview mit Rainer Mausfeld: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nrhz.de\/flyer\/beitrag.php?id=22955\">Der Mensch im Geflecht von Medien, Manipulation und Macht (2)<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>NachDenkSeiten-Interview: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=33624\">Pseudo-linke Neocons &ndash; die Antideutschen und die Linke<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>NachDenkSeiten-Interview: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=28643\">Die Querfront-Kampagne gegen die Friedensbewegung<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>NachDenkSeiten-Interview: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=30582\">Wer vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch von Fluchtursachen schweigen<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Artikel: Jens Wernicke: &bdquo;<a href=\"https:\/\/le-bohemien.net\/2015\/02\/09\/die-ideologische-mobilmachung-der-republik\/\">Die ideologische Mobilmachung der Republik<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Buch: Jens Wernicke: &bdquo;<a href=\"https:\/\/jensewernicke.wordpress.com\/2015\/10\/26\/bdwi-studienheft\/\">Naturalisierung und Individualisierung. Beitr&auml;ge der Wissenschaft zur Legitimation von Armut und Ausgrenzung<\/a>&ldquo;<\/li>\n<\/ul><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Weitere Ver&ouml;ffentlichungen von <strong>Jens Wernicke<\/strong> finden Sie auf seiner Homepage <a href=\"http:\/\/jenswernicke.de\">jenswernicke.de<\/a>. Dort k&ouml;nnen Sie auch <strong><a href=\"http:\/\/feedburner.google.com\/fb\/a\/mailverify?uri=JensWernicke&amp;loc=de_DE\">eine automatische E-Mail-Benachrichtigung<\/a><\/strong> &uuml;ber neue Texte bestellen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/e23953d6cc5b4e93889169f6b3b5f441\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float: right; margin: 0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/160118_mausfeld.jpg\" alt=\"Prof. Rainer Mausfeld\" title=\"Prof. Rainer Mausfeld\"\/><\/div>\n<p>Die NachDenkSeiten besch&auml;ftigen sich von Beginn an mit dem Thema Manipulation und mit der Frage, wie man sich davor sch&uuml;tzen kann. Ein gro&szlig;er Experte daf&uuml;r ist auch <strong>Professor Mausfeld<\/strong>. Ihn hatten wir im vergangenen Sommer mit den NachDenkSeiten-Leserinnen und Lesern<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=34504\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,159,201,209,182,205,11],"tags":[1949,1152,339,374,1055,909,1782,835,1554,1534,244],"class_list":["post-34504","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-audio-podcast","category-fremdenfeindlichkeit-rassismus","category-ideologiekritik","category-interviews","category-medienkonzentration-vermachtung-der-medien","category-neoliberalismus-und-monetarismus","category-strategien-der-meinungsmache","tag-aufklaerung","tag-basisdemokratie","tag-chauvinismus","tag-eliten","tag-fluechtlinge","tag-kapitalismus","tag-mausfeld-rainer","tag-nationalismus","tag-orwell-2-0","tag-querfront","tag-vierte-gewalt"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34504","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=34504"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34504\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":119962,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34504\/revisions\/119962"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=34504"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=34504"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=34504"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}