{"id":3454,"date":"2008-09-12T17:05:13","date_gmt":"2008-09-12T15:05:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3454"},"modified":"2020-01-29T13:22:29","modified_gmt":"2020-01-29T12:22:29","slug":"nachtrag-zum-beitrag-ueber-hart-aber-fair","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3454","title":{"rendered":"Nachtrag zum Beitrag \u00fcber \u201eHart aber fair\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Der <a href=\"?p=3451\">Beitrag von gestern<\/a> hat ein gro&szlig;es Echo ausgel&ouml;st. Da in den uns erreichenden Mails eine gro&szlig;e Zahl von neuen Informationen stecken, erlauben wir uns die Wiedergabe einiger der Mails. Auch beim WDR gingen eine gro&szlig;e Zahl von Kommentaren ein. Diese waren erstaunlich kritisch, was ein hoffnungsvolles Zeichen ist. Hier der Link zum <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/tv\/hartaberfair\/gaestebuch\/index.php5?buch=577\">G&auml;stebuch von Hart aber fair<\/a>.<br>\nDie Mails an uns enthalten Informationen und Kommentare zum Beispiel zur Produktionsgesellschaft von Hart aber fair, zum so genannten Faktencheck, zur vergleichbaren Entwicklung auch anderer Medien, zum zitierten Vergleich mit den DDR-Medien, Zustimmung zur und auch eine Kritik an der kritischen Rolle der Nachdenkseiten. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><\/p><p>Weiterf&uuml;hrende Stimmen zum Beitrag vom 11.9.:<\/p><ol type=\"A\">\n<li>Liebe Nachdenkseiten-Redaktion,<br>\nzu Ihrem heutigen Beitrag in den Nachdenkseiten von mir folgende Anmerkungen:\n<ol>\n<li>Frank Plasberg ist einer der Mitproduzenten der &ldquo;Hart-aber-fair&rdquo;-Sendungen. Die <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/artikel\/273\/136006\/\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a> hat im vergangenen Jahr &uuml;ber die Hintergr&uuml;nde und Kosten der Produktionen berichtet.\n<p>Plasberg hat die Fa. &ldquo;Ansager und Schnipselmann&rdquo; zusammen mit seinem Freund J&uuml;rgen Schulte gegr&uuml;ndet.\n<\/p><\/li>\n<li>Zum Merkel-Studium in Moskau gibt es auf der Website von Gerd Langguth eine Rezension seiner Merkel-Biografie, die in der WamS ver&ouml;ffentlicht wurde.\n<p>Sie haben recht, die Zielsetzung der Sendung vom 10.9. war offensichtlich nicht, die Probleme der SPD nach dem &ldquo;Putsch von oben&rdquo; aufzuzeigen, sondern Oskar Lafontaine zu brandmarken. Wie weit es mit unserer &ldquo;unabh&auml;ngigen&rdquo; Presse inzwischen gekommen ist, zeigen die Absprachen zwischen &ldquo;Stichwortgeber&rdquo; J&uuml;rgs und dem Moderator. Offensichtlich haben viele Zuschauer aber gemerkt, was sich da abspielt; die Eintr&auml;ge im &ldquo;Hart-aber-fair&rdquo;-G&auml;stebuch sprechen B&auml;nde.<\/p>\n<p>Viele Gr&uuml;&szlig;e aus K&ouml;ln<br>\nD.D.\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li>Guten Tag,<br>\nSie haben zu recht geschrieben, dass &ldquo;Hart aber Fair&rdquo; eine Propagandasendung mit  angeschlossenem Fernsehsender ist und auch noch mit &ouml;ffentlichen Geb&uuml;hren bezahlt wird. Das ist aber nichts Neues. Die INSM war schon &ouml;fter mal am Werk und hat z.B. beim ZDF Spielfilmdokumentationen mitfinanziert, um ihre Ideologie zur besten Sendezeit zu verbreiten.\n<p>Zu der letzten Sendung ist noch folgendes zu bemerken: Stichwortgeber zum Demagogievorwurf war Sch&auml;uble. Es hat mit Bestimmtheit Vorabsprachen gegeben. <\/p>\n<p>Einen guten Tag w&uuml;nscht<br>\nR. Z.<\/p><\/li>\n<li>Zu Ihrer naheliegenden Interpretation von Plasbergs ARD-Aktivit&auml;ten finden sich weitere, leicht &uuml;berpr&uuml;fbare Indizien:\n<p>Demoskopisch &ldquo;im Auftrag von Hart aber Fair&rdquo; ermittelt, ABER NICHT ERW&Auml;HNT wurde: 55 (54) Prozent der Befragten waren der Meinung, dass die Agenda-2010 KEINEN wesentlichen Einfluss auf den &ldquo;Abbau der Arbeitslosigkeit&rdquo; (&ldquo;den Wirtschaftsaufschwung&rdquo;) hatte &ndash; NUR 34 (35) Prozent waren gegenteiliger Ansicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/deutschlandtrend430.html\">Tagesschau<\/a><\/p>\n<p>J&ouml;rg Sch&ouml;nenborns realit&auml;tsminimierende Spin-Bem&uuml;hungen waren der Plasberg-Truppe, welche ja nun als &ldquo;Auftraggeber&rdquo; genannter Umfrage die vollst&auml;ndigen Ergebnisse kennen sollte, nachweislich KEINE kritische Nachfrage wert &ndash; nickte der Moderator doch bereitwillig die putzige Interpretation ab, die Mehrheit der Bundesb&uuml;rger stehe der Agenda-2010 &ldquo;irgendwie&rdquo; (warum auch immer?) positiv gegen&uuml;ber, weshalb die genannte Agenda nun endlich von der ganzen SPD akzeptiert werden m&uuml;sse.<\/p>\n<p>Freundliche Gr&uuml;sse<br>\nU. Z.<\/p><\/li>\n<li>Das ist eine Email an Hart aber Fair:\n<p>Sehr geehrte Damen und Herren,<br>\nwenn Sie die Aussage Oskar Lafontaines zum Niedriglohnsektor korrigieren wollen, scheint mir die Expertenwahl mit zwei Politologen nicht gerade optimal. Ein Arbeitsmarktexperte h&auml;tte auf die neueste Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation hingewiesen. In dieser Untersuchung ist der  Niedriglohnanteil innerhalb eines Jahrzehnts in Deutschland um gut 43%  angestiegen und liegt 2006 bei gut 22%, also knapp hinter den USA. <a href=\"http:\/\/www.iaq.uni-due.de\/iaq-report\/2008\/report2008-01.pdf\">Bei diesen rasanten Anstieg d&uuml;rfte heute die USA erreicht oder sogar &uuml;bertroffen worden sein [PDF &ndash; 124 KB]<\/a><\/p>\n<p>&Auml;rgerlich war auch die in Ihrem Faktencheck nicht hinterfragte Behauptung vom Erfolg der Agenda 2010. Zumindest sollten Sie zur Kenntnis nehmen, da&szlig; diese Behauptung strittig ist. Das wirtschaftsnahe Institut der deutschen Wirtschaft K&ouml;ln (IW) schrieb 30% des Aufschwungs der Agenda zu. (Studie auf Bestellung der Initiative Neue Soziale<br>\nMarktwirtschaft), w&auml;hrend, sozusagen in der Gegenposition, das Institut f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung (IMK) die Agenda f&uuml;r kontraproduktiv hielt. Die Bundesbank schrieb im Herbst letzten Jahres: &ldquo;Trotz der St&auml;rkung der angebotsseitigen Wachstumskr&auml;fte ist die dynamische Aufw&auml;rtsbewegung, die die deutsche Volkswirtschaft derzeit pr&auml;gt, haupts&auml;chlich zyklischer Natur.&rdquo; Der Chef&ouml;konom der Financial Times Deutschland, Thomas Fricke: &ldquo;Nach n&uuml;chternen Rechnungen hat die Agenda 2010  das strukturell angelegte Wirtschaftswachstum im unteren Zehntelprozentbereich gest&auml;rkt &ndash; immerhin, aber eben auch nicht mehr&rdquo;. Eine der letzten Ver&ouml;ffentlichungen des Statistischen Bundesamts weist darauf hin, da&szlig; die Zunahme an Besch&auml;ftigung im Zeitraum 1997 bis 2007 durch eine Zunahme von prek&auml;ren Arbeitspl&auml;tzen erkauft worden ist<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2008\/09\/PD08__340__132,templateId=renderPrint.psml\">destatis<\/a><\/p>\n<p>Phantasielos, wahrlich nicht neu, war der Versuch, Oskar Lafontaine wieder einmal mit dem Demagogievorwurf zu konfrontieren. &ldquo;Hart aber fair&rdquo; sozusagen im Trend des Linkspartei- Bashings? Thema der Sendung ?<\/p>\n<p>Mit freundlichen Besserungsw&uuml;nschen<br>\nO. P.<\/p><\/li>\n<li>Auch das ist eine Mail an &bdquo;Hart aber Fair&ldquo;:\n<p>Sehr geehrte Damen und Herren,<br>\nauf Ihrer Internetseite werfen Sie Oskar Lafontaine vor, bez&uuml;glich der Gr&ouml;&szlig;e des Niedriglohnsektors in Deutschland zumindest &uuml;bertrieben zu haben. Beide Belege daf&uuml;r enthalten jedoch Einschr&auml;nkungen; am deutlichsten jener des OECD-Experten, der von Vollzeitbesch&auml;ftigten spricht. Hubert Kleinert sagt hingegen, die Behauptung stimme &ldquo;so&rdquo; nicht. Wie denn dann?<\/p>\n<p>Da allerdings Oskar Lafontaine meiner Erinnerung nach diese Einschr&auml;nkungen nicht gemacht hat, w&auml;re es zumindest fair, wenn Sie darauf hinweisen w&uuml;rden, dass die Gr&ouml;&szlig;e des Niedriglohnsektors (und damit die Beurteilung der &Auml;u&szlig;erung L&rsquo;s) eine Definitionsfrage ist. Noch besser &ndash; und fair &ndash; w&auml;re es jedoch, wenn Sie &uuml;berpr&uuml;fen w&uuml;rden, ob die Aussage Lafontaines bezogen auf alle Besch&auml;ftigten zutreffend ist. Schlie&szlig;lich d&uuml;rften Geringverdiener unter Teilzeitbesch&auml;ftigten einen gr&ouml;&szlig;eren Anteil ausmachen, da Teilzeitbesch&auml;ftigte h&auml;ufig in Branchen zu finden sind, die besonders niedrige L&ouml;hne zahlen, z.B. der Gastronomie.<\/p>\n<p>Ihrer Antwort sehe ich mit Interesse entgehen. <\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nR. <\/p><\/li>\n<li>Eine Kritik an uns:\n<p>Hallo,<br>\nich lese ihre Seite gerne u. werde dadurch tats&auml;chlich zum nachdenken angeregt. Aber in letzter Zeit nimmt es &uuml;berhand, dass sie bei jeder Meinung, die nicht der ihren entspricht von Propaganda, Gleichschaltung, gef&auml;lschten Umfragen usw. sprechen. Ist jeder, der nicht genau ihrer Meinung ist von der b&ouml;sen Industrie gekauft? Alle anderen Journalisten machen nur Propaganda? <\/p>\n<p>Weil nicht alle der Meinung sind, dass die SPD sich unverz&uuml;glich der Linken anschlie&szlig;en muss (meiner Meinung w&auml;re das NICHT gut f&uuml;r die SPD und ich bin nicht gekauft oder gehirngewaschen), hei&szlig;t das noch lange nicht, dass wir hier DDR-Verh&auml;ltnisse oder gar Verh&auml;ltnisse wie im Dritten Reich haben. Ich w&uuml;rde mich freuen, wenn sie auch mal &uuml;ber sich nachdenken, u. vielleicht auch mal ihre Positionen in Frage stellen.<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nC. K.<\/p><\/li>\n<li>Lieber Herr M&uuml;ller,<br>\nSie haben sich ja als Masochist geoutet, sprich: als Konsument sogenannter politischer Talkshows. Hier ein <a href=\"http:\/\/www.maybritillner.zdf.de\/ZDFde\/inhalt\/19\/0,1872,1021235_idDispatch:7953269,00.html\">Hinweis auf eine solche Sendung<\/a>. \n<p>Um keine Zeit zu vergeuden, &uuml;berspringen Sie mit schnellem Vorlauf getrost den journalistischen Wadenbei&szlig;er Hajo Schumacher, die unertr&auml;glich impertinente Brigitte Seebacher und den bedauernswert herumeiernden &ldquo;solidarischen Linken&rdquo; Ralf Stegner und konzentrieren sich auf die Sprechblasen des &ldquo;pragmatischen Seeheimers&rdquo; Johannes Kahrs und die konkreten Anklagen des &ldquo;sozialdemokratischen Urgesteins&rdquo; Rudolf Dressler im Vergleich &ndash; und das ganze Elend einer einst so stolzen Partei wird wie im Brennglas offenbar. <\/p>\n<p>Siehe auch das <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/content\/582556?inPopup=true%20\">Interview mit Rudolf Dressler<\/a><\/p>\n<p>Im R&uuml;ckblick sehr interessant auch das Eingangsstatement von Hans Ulrich Wehler in der Sendung vom 4. September: <\/p>\n<p>Historiker und SPD-Kenner Hans Ulrich Wehler kritisierte die SPD und ihre derzeitige Spitze heftig. &ldquo;Die Partei muss so schnell wie m&ouml;glich Steinmeier zum Kandidaten w&auml;hlen&rdquo; so Wehler und f&uuml;gte hinzu: &ldquo;Dann muss nat&uuml;rlich Beck von seinem Amt weg.&rdquo; Nur mit einer Kombination Steinmeier, Steinbr&uuml;ck, M&uuml;ntefering habe die SPD die Chance bei den n&auml;chsten Bundestagswahlen noch einigerma&szlig;en honorig abzuschneiden. &ldquo;Unter Beck wird sie das schm&auml;hlichste Wahlergebnis seit 1949 einfahren&rdquo;, war sich Wehler sicher. Beck habe nicht nur handwerkliche Fehler mit Blick auf Andrea Ypsilanti gemacht. Das &ldquo;Entsetzliche&rdquo; sei seine Sprachlosigkeit. &ldquo;Man muss sich diesem H&auml;ufchen, dass sich in der Linkspartei sammelt mit scharfen Argumenten begegnen&rdquo;, sagte der SPD-Kenner. Dies sei m&uuml;helos m&ouml;glich, doch eben nicht f&uuml;r den derzeitigen Parteivorsitzenden. Das Ergebnis sei fatal: <a href=\"http:\/\/www.maybritillner.zdf.de\/ZDFde\/inhalt\/19\/0,1872,1021235_idDispatch:7935460,00.html%20\">Die Erosion der SPD und der Verlust der Bundestagswahl.<\/a> <\/p>\n<p>Gru&szlig;:GG<\/p><\/li>\n<li>Liebe NDS,<br>\neine Stelle bei dieser Sendung (Hart aber Fair) ist mir sehr aufgefallen. Michael J&uuml;rgs redet von links und rechts, modern und alt, und der Politik von Oskar Lafontaine: \n<p>J&uuml;rgs: Heute geht&rsquo;s darum, was ist modern, was ist alt, also othodox oder Traditionalisten oder modern, und das, was Oskar Lafontaine [macht?], das k&ouml;nnte jeder SPD-Mensch unterschreiben, wenn er ihnen erz&auml;hlt, wie man es finanziert. Den Spass w&uuml;rde ich gern erleben. <\/p>\n<p>Plasbeck: Wollen Sie das wirklich h&ouml;ren jetzt, Herr J&uuml;rgs, das<br>\nZahlengewitter von Herrn Lafontaine? <\/p>\n<p>J&uuml;rgs: Nein, das war nur rhetorisch, es war nur rhetorisch, um Gottes<br>\nWillen, um Gottes Willen. <\/p>\n<p>Dass es nicht um Inhalte geht, sondern nur um modern und unmodern, ist schon sehr bezeichnend. Das kennen wir aber schon. <\/p>\n<p>Ebenfalls nicht neu ist, dass man Lafontaine vorwirft, er k&ouml;nne nicht erkl&auml;ren, wie er seine Ideen finanzieren will. <\/p>\n<p>Erstaunlich ist aber, dass man so offen erkl&auml;rt, dass J&uuml;rgs Vorwurf nur so dahergesagt wurde, und dass er gar den Gegenbeweis gar nicht wahrnehmen will.  Also Demagogie wird zur Selbstverst&auml;ndlichkeit. <\/p>\n<p>Falls Ihr den Dialog anschauen wollt, auf den ich hier Bezug genommen habe, der liegt bei 36:40 im Zeitablauf der Sendung. <\/p>\n<p>Dieser Austausch ist schon ein Thema f&uuml;r die NDS, denn es wird wirklich selten so eindeutig gesagt, wie man sich von der Wirklichkeit nicht beeinflussen lassen will (Ich will es wissen, wie er es finanzieren will, aber ich will nicht zuh&ouml;ren, wenn er erkl&auml;rt, wie er es finanzieren will. Daher sagt er nicht, wie er es finanzieren will, er ist also ein  Demagoge). <\/p>\n<p>Ein Armutszeugnis, aber offenbar in den deutschen Medien selbstverst&auml;ndlich. <\/p>\n<p>Herzlichen Gru&szlig;<br>\nRoger Strassburg (US-Amerikaneer)<\/p><\/li>\n<li>Zur R&uuml;ckerinnerung an die Propaganda in der DDR\n<p>Im Anhang zu o.g. Beitrag zitieren Sie eine Zuschrift, die die heutigen Verh&auml;ltnisse mit denen in der DDR vergleicht. Ich darf Ihnen sagen: in der DDR war die Propaganda als solche erkennbar , deutlich besser durchschaubar, vordergr&uuml;ndig.<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nI. K.<\/p><\/li>\n<li>Werte Redaktion,\n<p>ich verfolge Ihren Blog seit gewisser Zeit und bin nach der Lekt&uuml;re immer wieder erfreut, dass es noch Leute gibt, die nicht der allgemeinen multimedialen Fernsteuerung zum Opfer gefallen sind!<\/p>\n<p>Um es kurz zu machen: Ich habe mich 18 Jahre lang in der ehemaligen DDR &ldquo;aufgehalten&rdquo;, von Geburt bis zur sogenannten &ldquo;Wende&rdquo; . Ich mag es kaum aussprechen, so verwundert mich mein eigener Gedanke selbst manchmal: Langsam aber sicher f&uuml;hle ich mich -salopp und emotionslos gesagt- wie &ldquo;zu Hause&rdquo; in der alten DDR. Die Massen-Medien heute &auml;hneln den der damaligen ideologischen &ldquo;Gleichschaltung&rdquo; nur noch in dem Punkt, dass hier und da noch ein paar wenige kritische Gegenstandpunkte (unbestraft) ver&ouml;ffentlicht werden. Das Ziel ist aber prinzipiell propagandatechnich dasselbe geblieben: Installieren einer Ideologie: Gestern der Homo Sovieticus, heute der Homo Oeconomicus. Was auch wunderbar zu funktionieren scheint.<\/p>\n<p>Tendenziell sehe ich da keinen Unterschied, ob ich nun viele Jahre gesagt bekomme, &ldquo;&hellip;das Kapital ist schuld am &Uuml;bel und Armut der Menschheit&hellip;&rdquo; oder so wie es heute l&auml;uft &ldquo;Freie (Kapital)-M&auml;rkte f&uuml;r freie B&uuml;rger&rdquo;. Ideologie bleibt Ideologie.<\/p>\n<p>Beim Betrachten der ARD-&ldquo;Tagesschau&rdquo; werde ich zudem das Gef&uuml;hl nicht los, mir will da jemand eine Nase drehen, ganz so wie bei der damaligen &ldquo;Aktuellen Kamera&rdquo; des DDR-TVs. <\/p>\n<p>Dass die DDR-Nachrichten von der &uuml;berwiegenden Bev&ouml;lkerung bel&auml;chelt und der DDR-Kanal sowieso grad nicht eingestellt war, ist f&uuml;r mich immer schon ein positiver Befund f&uuml;r die geistigen F&auml;higkeiten der meisten Ostdeutschen gewesen. Mann wusste, was da lief und wie es lief. Man wusste, man wird massiv hinters Licht gef&uuml;hrt und nahm das eine ganze Zeit lang hin. <\/p>\n<p>Heute ist es auf den ersten Blick zwar g&auml;nzlich anders (von wegen gedanklicher Freiheit), aber auf den zweiten f&auml;llt es einen wie Schuppen von den Augen: es gibt da einen feinen Unterschied. Die m&uuml;ndigen B&uuml;rger(innen) heutzutage denken: &ldquo;Ist doch alles OK. Schuld ist nun mal die globalisierte Welt. Wir haben doch eine demokratische Verfassung, jeder hat Recht und auch Pflichten&hellip;&rdquo; usw. in diesem Ton. Wenn jedoch &ldquo;Nachrichten&rdquo; von z.B. Steuersenkungen f&uuml;r Unternehmer, hohen Lohnnebenkosten etc. in so vielen Zeitungen und diversen TV-Sendungen einheitlich und quasi gebetsartig abgefeuert werden, bleibt eine kritische Hinterfragung weitestgehend aus. Und das genau nenn` ich professionelle &ldquo;Verarsche&rdquo;! Da hatten es die die damaligen Osteurop&auml;er in puncto gedanklicher Arbeit im Vergleich zu heute leichter.  ;-) <\/p>\n<p>Zugegeben dieses Thema l&auml;sst sich beliebig weiterf&uuml;hren. Vergleiche zur staatlichen Struktur der DDR sind meiner Ansicht nach mittlerweile legitim, weil ich das dumme Gef&uuml;hl habe, es k&ouml;nnte in die gleiche Richtung gehen (Aufl&ouml;sungen von staatlichen Strukturen gehen immer mit zunehmenden Repressalien gegen die Staatsb&uuml;rger einher &ndash; siehe z.B. Sch&auml;uble &amp; Stasi 2.0 etc. pp). Auch denen sitzt die Angst im Nacken. Und ich k&ouml;nnte sie verstehen: manch einer w&uuml;rde auch so reagieren, wenn er merkt dass er gar nichts mehr zu befehlen hat, sondern ihm wie von &ldquo;Geisterhand&rdquo; befohlen wird&hellip; Da wurde sich wohlm&ouml;glich schon viel von der DDR abgeschaut!<\/p>\n<p>Aber zum Schlu&szlig; noch die These, auf die ich eigentlich hinaus wollte:<\/p>\n<p>Der damalige DDR-Einwohner wu&szlig;te was &ldquo;Ideologie&rdquo; ist und konnte sich darauf auf seine Art einstellen.<br>\nDer heutige Gesamt-BRD-B&uuml;rger denkt bei &ldquo;Ideologie&rdquo; l&auml;chelnd an sein Geschichtsbuch und den armen Ostblock und merkt gar nicht, dass er zur Zeit mit genau dem selben l&ouml;chrigen Kahn unterwegs ist. Aber dieser Kahn ist heute wenigstens sch&ouml;n bunt &uuml;berlackiert&hellip; <\/p>\n<p>Sch&ouml;ne Gr&uuml;&szlig;e + unbedingt weiter so, Ihr Leser K. S.<\/p>\n<p>p.s. Es tut einem schon ein bisschen weh, wenn man merkt, das die ganzen antikapitalistischen Losungen in der DDR, die eigentlich nur Hohn und Spott bei der Bev&ouml;lkerung ausl&ouml;sten und eher zur Belustigung beitrugen, im Grunde genommen der jetzigen Realit&auml;t entsprechen.  Wer h&auml;tte das gedacht!<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der <a href=\"?p=3451\">Beitrag von gestern<\/a> hat ein gro&szlig;es Echo ausgel&ouml;st. Da in den uns erreichenden Mails eine gro&szlig;e Zahl von neuen Informationen stecken, erlauben wir uns die Wiedergabe einiger der Mails. Auch beim WDR gingen eine gro&szlig;e Zahl von Kommentaren ein. Diese waren erstaunlich kritisch, was ein hoffnungsvolles Zeichen ist. Hier der Link zum <a<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3454\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[41,11],"tags":[2817,330,437,288,312,1552],"class_list":["post-3454","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-medienanalyse","category-strategien-der-meinungsmache","tag-hart-aber-fair","tag-lafontaine-oskar","tag-plasberg-frank","tag-prekaere-beschaeftigung","tag-reformpolitik","tag-wdr"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3454","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3454"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3454\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28694,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3454\/revisions\/28694"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3454"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3454"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3454"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}